wieger- Nr. SL Freitag den 29. Februar issi Gießener Anzeiger Amts- und Auzeigcblatt für den Kreis Gießen. en««w: Sch.Istraßk T. ErschkMt tLglich mit Ausnahm- d-s Montag». 2 Vf ”** ®™etrto»e. 1 p " Durch bic Post bezogen mertel lährlich 2 Warf 50 Pf. gggggg»^MP"!W»^g..Biili___LJ___________________■ ——ii ■ hi ■ ■—ui ■ । ——■■i._i__1m ZAtlicher Hheil. Bekanntmachung. Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat dem OrtSvorstand zu Allendorf a. d. Lda. die Srkaudniß ertheilt, in Verbindung mit dem im April d. I. daselbst stattfindenden Markte eine Verloosung von Vieh und landwirthschastlichen Gegenständen zu veranstalten. Es dürfen dabei höchstens 5000 Loose i 1 zur Ausgabe gelangen und müssen inindestens 70% des Bruttoerlöses aus den Loosen zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden. Der Vertrieb der Loose ist im Großherzogkyum gestattet. Dr. Voekman«. 1380 tsse 61) ds 8 Uhr: mmlung 13'; z) Rechnungsablagi. Angelegenheiten, orstand einzmch' yorsland^ Ischafl werd-: iräcis 8 lllji anb Md 13? ^Wag«^. rtcttfpolt^ Mstange« «"* »zibeißt |je Volitifche UeberKcbt. Gießen, 28. Februar. Der Streit über den Lasker'schen Zwischenfall dauert in der Presse noch immer fort, namentlich die Berliner Osficiösen kommen immer wie» 5er hierauf zurück. Sie wählen indessen bei der Vertheidigung des Reichskanzlers bezüglich seines Verhaltens gegenüber der bekannten Resolution des amerikani- chen Repräsentantenhauses gerade nicht die geschicktesten Mittel. So richten die l Wciösen Organe jetzt ihre Angriffe gegen den amerikanischen Gesandten in Berlin, Mr. Sargent, dem sie Betheiligung an dem in der Union blühenden Äienbahnschwindel vorwersen. Eine solche Beschuldigung gegen den Gesandten einer fremden Macht ist in der That ungewöhnlich und nur geeignet, die leise, schon in Folge der „Schweinefleisch52 seine Entlassung, wurde aber schon im nächsten Jahre zum Kreisdirector n Zwickau ernannt, welche Stellung er 6 Jahre hindurch bekleidete. 1859 übernahm er das Ressort der Finanzen und 1866 nach dem Rücktritte Beust's ciich dasjenige der auswärtigen Angelegenheiten. An den Verhandlungen über die Gründung des Norddeutschen Bundes 1867 nahm v. Friesen einen hervorragenden Antheil und ebenso an denen vom Jahre 1870 über den Anschluß * der süddeutschen Staaten. 1871 erhielt er den Vorsitz im Gesarnrnt-Ministe- | tmrn, 1876 trat er in den Ruhestand). Sein Hinscheiden wird im Lande das ausrichtigste Bedauern erregen. Die kroatische Angelegenheit ist in Oesterreich in der .Erscheinungen Flucht" etwas zurückgetreten. Man darf aber deshalb nicht glauben, daß die ungarnfeindliche Bewegung in Kroatien nunmehr verschwunden ist, dagegen spricht Der ablehnende Beschluß der Agramer Handelskammer bezüglich der Beschickung der Landesausstellung in Pesth und überhaupt die ganze Agitation gegen die Betheiligung der Kroaten an dieser Ausstellung. Es wird deshalb dem Banns Graf Khurn-Hebervary noch manche schwierige Aufgabe zu lösen übrig bleiben, wenngleich durch die Ernennung der neuen Sectivns-Chefs Stankovic und Klein die in der kroatischen Landes-Regierung entstandenen Aacanzen wieder ausgefüllt sind. Bonapartistische und Arbeiter-Demonstrationen wechseln in Frankreich wieder einmal ab. Bekanntlich hat in voriger Woche Prinz Jerome Napoleon, der „rothe Prinz", an die Delegirten der bonapartistischen Lomit^s eine Ansprache gerichtet, in welcher er die Bonapartisten aufforderte, ihre Bestrebungen auf Herbeiführung einer Revision der Verfassung von 1875 ;u concentriren. Recht schlecht kommt der bekannte bonapartistische Schnapp- liahn Paul de Caffagnac in der Anwrache weg, dessen Politik Prinz Napoleon als eine prahlerische, ohnmächtige unv aufrührerische bezeichnete. Caffagnac ist in seinem Organ „Le Pays" nichts schuldig geblieben, er spottet über die Ansprache des „rothen Prinzen" an die Delegirten der Revisivnisten-Cornitcs und erklärt, daß derartige Comitös nicht existirten, sie seien nur Marionetten. Heben diesem häuslichen Zwist im Lager der Bonapartisten erregt besonders ter große Strike unter den Kohlenarbeitern im Norden Frankreichs, in den Gruben der Districte Lille, Denain u. f. w. Aufmerksamkeit. Ruhestörungen Kill) zwar noch nicht vorgekommen, aber die Anzahl der nach Tausenden zählen- l-n Strikenden ist geeignet, Besorgnisse emzuflößen, umsomehr, als die Kohlen- cmbeN'Gesellschast ihrerseits plötzlich 600 Arbeiter entlassen hat. Auch in । 21. Etienne sind ca. 3000 Arbeiter beschäftigungslos, welche am Samstag ein \ \ Meeting veranstalteten, das aber resultatlos verlief. In den leitenden Londoner Kreisen scheinen die neuesten Vor- gmge im Sudan eine völlige Kopflosigkeit erzeugt zu haben. Es zeigt sich dies an den einander geradezu entgegengesetzten Befehlen, welche von London der fischen Militärleitung in Egypten zugehen. Unter dem 24. Februar wurde auf Befehl des Kriegsministers Marquis Hartington der Marsch des englischen Expeditions-Corps fiftirt, aber schon am nächsten Tag befahl Hartington den Weitermarsch. Anscheinend gedenkt die englische Heeresleitung dem immer unbequemer werdenden Osman Digma endlich eine ernste Lection zu ertheilen. doch kommt vielleicht der Rebellen-General dieser Absicht durch einen Angriff auf Suakim zuvor. Der meuterische Geist, welcher unter den eingeborenen Truppen der dortigen Besatzung herrscht, wie die den Engländern feindliche Haltung der Bevölkerung würden wenigstens einen solchen Versuch begünstigen. In einem stricten Gegensatz zu dem militärischen Vorgehen der Engländer im Ost-Sudan steht aber die friedliche Mission Gordon im West-Sudan, hier will sich England mit dem Mahdi in friedlicher Weise auüeinandersetzen, dort wollen die Engländer seinem Unterbefehlshaber Osman Digma zu Leibe — ober sollte Osman Digma ganz auf eigene Faust operiren? Jedenfalls decken sich die englischen Operationen bei Suakim nicht mit dem Charakter der Mission Gordon's. In den spanischen Parteiverhältnissen bereitet sich eine überraschende Wendung vor. Emile Castelar, der Führer der spanischen Intransigenten, hotte kürzlich auf einem Spaziergange eine halbstündige Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Castillo und erschien am Sonntag auf einem Rout bet ber Herzogin von Mebina-Celi, wo auch ber König zugegen war. Man schließt hieraus auf eine Annäherung ber radikalen Partei an das gegenwärtige conservative Cabinet, was für letzteres nur von Vortheil sein könnte. Noch in dieser Woche syll das norwegische Reichsgericht zu Christiania fein erstes Urtheil, und zwar über den Präsidenten des Staats- rathes, (Seltner, fällen. Man glaubt, daß das Verbiet für (Seltner unb sieben feiner Collegen auf AmtSentsehung lauten wirb, bagegen bürste ber Rest bes norwegischen Minister-Colleqiums mit Gelbstrafen bavon kommen. Es läßt sich noch gar nicht absehen, welches bte Folgen ber Verurtheilung bes Cabinets fein würben, ba König Oscar entschlossen fein soll, keine neuen Rathgeber anzunehmen, von benen sich voraussetzen ließe, baß sie in eine weitere Beschränkung ber königlichen Rechte willigen würden. (Siehe Depeschen. Reb.) Deutschland. Darmstadt, 26. Februar. Wir sinben uns in ber erfreulichen Lage, bie Verlobung Ihrer Großh. Hoheit ber Prinzessin Elisabeth, zweiten Tochter Sr. Königl. Hoheit bes Großherzogs, mit Sr. Kaiser!. Hoheit bem Großfürsten Sergius Alexanbrowitsch von Rußland mitthellen zu können. Darmstadt, 27. Februar. Ihre Großh. Hoheit bie Prinzessin Elisabeth unb Se. Kaiser!. Hoheit ber Großfürst Sergius von Rußlanb empfingen heute Vormittag 10 Uhr bic Obersthof- unb Hofchargen, bie General- unb Flügelabjutanten Sr. König!. Hoheit bes Großherzogs, sowie bie persönlichen Abjutanten ber Prinzen des Großh. Hauses behufs Entgegennahme der Glückwünsche zu Höchstihrer Verlobung. Die Herren hatten darauf bie Ehre, auch von Sr. König!. Hoheit bem Großherzoge empfangen zu werben. — Morgen Abend halb 8 Uhr findet im Weißen Saale des Großh. Schlosses Galatafel statt, zu welcher an bie Mitglieder des diplomatischen Corps, an die Spitzen der Milllär- und Civilbehörden, sowie an bie Großh. Hofstaaten Einladungen ergangen sind. (Darmst. Ztg.) Spanien. Madrid, 26. Februar. Gegenüber den von außwSrttgen VlLtterv gebrachten MIttheUungen über Acte rdtgiöftr Intoleranz, bte in Spanien vorgekommen seien, wird von den Organen der Regierung hervorgehoben, datz jede angemessene Reclamation hierüber Gehör bei der Regierung finden würde, da dieselbe seft entschlossen sei, die Cultusfrethett zu respektiren. Aegypten. Kairo, 26. Februar. Aus Suakim vom 26. d. wird gemeldet: Die Truppen find gestern vorgerückt und haben ein vier Meilen von Trfnkitat befindliches, früher von Baker Pascha errichtetes Fort genommen, welches augenblicklich von 1000 Mann englischer Truppen besetzt ist. Der Feind floh. Der weitere Vormarsch soll am Donnerstag früh erfolgen und «erden die Truppen vorauSfichtlich Mittags bei dem 8 Meilen vom Fort gelegenen Elteb eintreffen, wo es zur Schlacht kommen dürfte Die feindlichen Streitkräfte werden auf 3500 Mann geschätzt. — Buller ist heute Nachmittag hier eingetroffen und sofort nach Triukitat abgegangen, wohin Admiral Hewett beretts heute bei Sonnenaufgang aufgebrochen ist. — Aus Suakim wird gemeldet, daß der Capitän des gestern dort eingetroffenea egypttscheu Dampfers ^Damanhar" fich weigerte, den ihm ertheilten Befehlen zu gehorchen und nach Trinkitat zu gehen. Contreadmiral Hewett ordnete in Folge dessen seine soiorttge Verhaftung an und betraute 2 seiner Lieutenants mit dem Befehl üben das Schrff. Telegraphische Depesche». Wolff'S teLegr. Eorrespon-em-Vurea«. Berlin, 27. Februar. Heute Nachmittag 1 Uhr empfing der Kaiser, umgeben non dem Kronprinzen, den Prinzen bes Königlichen HaufiS, welche den G-orgSorden besitzen, dem Generalseldmarschall Grafen Moltke, sowie allen Generaladjutanten und Flügeladjutanten, den Großfürsten Michael mit sSmmtltchen Mitgliedern der russischen Deputation. Der Großfürst richtete eine Ansprache an den Kaiser, in welcher er auf dte Bedeutung de8 heutigen TageS htnwieS und die Glückwünsche deö Kaisers Alexander darbrachte. Gleichzeitig überreichte er ein eigenhändiges Schreiben deS Kaisers Alexander und den Feldmarschallstab in Brillanten. Der Oberst und Kommandeur deS Regiments Kaluga überreichte Namens deS letzteren eine Denkmünze in Form «ineß GeorgordenS zur Erinnerung an die siebenztgste Wiederkehr deS TageS, an welchem der Kaiser den GeorgSorden erhielt. Der Kaiser erwiderte mit herzlichen DankeSworten. — Dte russische Deputation wurde hierauf auch von der Kaiserin empfangen. — DaS Abgeordnetenhaus nahm heute den Antrag deS Abgeordneten ThileniuS, betreffend dte Errichtung des hydrographischen Instituts und die Reorganifatton deS meteorologischen Instituts an. Der Regierungscommtsiar erklärte, daß dte StaatS- regierung sich bereits mit dieser Angelegenheit beschäftige und hoffe, in dem nächsten Etat dte Mittel zu der qu. Umgestaltung fordern zu können; dte von dem Antragsteller gegebenen Fingerzeige würden beachtet werden. — Dte Petition deS Rhetn- fischeretpächterS ElSberger um Erlaß des Pachtgeldes, weil dte Fischerei durch dte von ^en Holländern betriebene Raubfischeret beeinträchtigt würde, wurde auch in Bezug auf dte Frage, wte der Raubfischerei der Holländer abzuhelfen sei, fast einstimmig der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. — Bet der Petition um weitere Gestattung der dänischen Sprache für dte Verhandlungen deS Kreistags zu Sonderburg wurde der Uebcrgang zur Tagesordnung beschlossen. Für morgen steht der NachtragSetat auf der Tagesordnung. — Die Nachricht, daß der Capitän zur See Zembsch, bisher Generalkonsul in Samoa, an Stelle Brandts zum Gesandten in Peking ernannt sei, erweist sich al8 unrichtig. Capitän zur See Zembsch, welcher konsularische Verwendung tn Oftasien stnden soll, wird während der Beurlaubung deS Gesandten von Brandt diesen tn Peking vertaten. Stuttgart, 27. Februar. Bei der Beerdigung des ermordeten Pfandleihers Reinhardt ist der frühere Kutjcherknecht Doettling als der Ermordung Reinhardt's dringend verdächtig verhaftet worden. Christiania, 27. Febr. Das Urtheil über den Staatsminister Selmer ist heute Mittag um 12 Uhr in Gegenwart des Angeklagten publicirt worden. Selmer wird in allen drei Anklagepunkten schuldig befunden. Das Urtheil lautet: Der Staatsminister Selmer soll sein Amt als Staatsminister und Mitglied des königlichen Rathes verwirkt haben. An Proceßkosten hat derselbe 18,225 Vr Kronen zu zahlen, wovon 15,000 Kronen für die drei Ankläger bestimmt sind. Paris, 27. Februar. In dem ganzen Kohlenrevier des Nord-Departements herrscht Ruhe. — Eine Depesche an ben Marineminister aus Hanoi vom 23. d. Mts. meldet, daß die Concentriruug der Truppen beendet und man mit der Concentrirung des Materials noch beschäftigt sei. Der Ministerrath hat gewisse, den Vertrag von Huö mildernde Modificationen desselben genehmigt. London, 27. Febr. Unterhaus. Auf eine Anfrage Talbot's erwie- derte der Staatsfecretär Harcourt, es sei unzweifelhaft festgestellt, daß die Explosion aus dem Victoria-Bahnhof durch eine Mischung von Nitroglycerin her- deigeführt worden sei. Petersburg, 27. Februar. Zum heutigen Jahrestage der Schlacht von Bar-sur-Äude und im Hinblick auf die alSdonn zwischen Rußland und Deutschland geschloffene Waffenbrüderschaft bringt die „Petersburger Russische Zeitung" einen Artikel, in welchem hervorgehoben wird, daß da« biS jetzt bewahrt gebliebene Bewußtsein dirser Brüderschaft die BastS für die gegenseitigen Beziehungen der beiden Nachbarstaaten bilde. Der heutige Tag, an welchem der deutsche Kaffer die Glückwunsch- Deputation der russischen Armee empfange, sei dazu angethan, als ein neuer Beweis für die nickt nur zwischen dem russischen und dem deutschen Heere, sondern auch zwischen Rußland und Deutschland bestehenden engen Freundschaftsbande zu dienen. Am Schluffe des Artikels heißt eS, das Geschick zweier der größten Reiche stehe in GotteS Hand, am Steuerruder der Reiche könnten die Personen wechseln und mit ihnen die politischen Ansichten, aber an dem Einen sei festzuhalten, daß daS Bestreben, den Völkern Europas den Frieden zu bewahren, auf immer daS Bindeglied zwischen Deutschland und Rußland bleiben werde, bereu Freundschaft in dem Kampfe um die Befreiung deS geknechteten Europa die Feuertaufe erhalten habe. — Der Gesandte der Vereinigten Staaten, W. H. Hunt, ist heute früh 7Va Uhr gestorben. New - Nork, 27. Februar. Bei Sandybook ist gestern Aben'o ein National-Dampfer (C. Messingssche Linie) aus den Grund gestoßen, es ist noch nicht bekannt, ob der „Helvetia" oder der „Canada" der Unfall zugestoßen ist. Washington, 27. Februar. Der Bericht, welchen die mit der Untersuchung der amerikanischen Fleischwaaren-Jndustrie beauftragte Commission erstattet hat, ist dem Präsidenten Arthur vorgelegt worden. Der Bericht tritt, wie vorauszusehen war, den Anschauungen der auswärtigen Regierungen gegenüber für die Interessen der amerikanischen Production ein. In den Einrichtungen der amerikanischen Fleisch-Industrie sei nichts, was geeignet sein könnte, das Fleisch ungesund zu machen, der Speck sei so gut, vielleicht sogar besser, wie der französische oder deutsche, Trichinen kämen nur in unerheblichen AuS- nahmssällen vor, das Verbot der amerikanischen Speckeinfuhr erscheine daher nicht gerechtfertigt. Die Commission glaube, daß die mikroskopische Untersuchung des zur Ausfuhr bestimmten Fleisches, wenn eine solche gewünscht werden sollte, rn den Verpackungs-Etablissements ganz vollkommen werde vorgenommen werden können. Lokales. Gießen, 28. Februar. DaS Großh. Polizeiamt erläßt nachstehendes Aus- Ichreiben: Ein der Verübung der tn den letzten Monaten dahier begangenen schweren Diebstähle bezw. DiebftahlSversuche dringend Verdächtiger wurde in der Nacht vom 25. zum 26. l. MtS. von einem Schutzrnanne angehalten, entsprang aber, nachdem er Zwei Revolverschüsse auf den Schutzmann abgegeben hatte, im Dunkel der Nacht, ohne daß es bis jetzt gelungen wäre, desselben habhaft zu werden. Der betr. Schutzmann schoß ebenfalls auf den Unbekannten und glaubt, ihn verwundet zu haben. Der Unbekannte wird beschrieben als ein mehr großer als mittelgroßer Mensch mit Schnurrbart, bekleidet mit hellgrauer Hose, dunklem Winierüberzieher, weißer, vielleicht Papier-Wäsche und breitrandigem, weichem Filzhut. Nach dm angestelltm Ermittelungen hat derselbe Mensch TagS zuvor einer Prostitutrten in deren Ebnung unter Vorzeigung des Revolvers mit Schießen gedroht. Diese Prostituirte beschreibt in glaubhafter Weise die Person deS Unbekannten noch weiter wie 30 bis 32 Jahre, circa 1,70 Meter groß, Haare: dunkelblond, in der Mitte gescheitelt und hinter die Ohren zurückgekämmt, Augen dunkel, Augmbrannm dunkelblond. In dessen Gesellschaft befand sich ein anderer Unbekannter, etwa 26 biS 2d Jahre alt, 1,60—1,64 Meter groß, hellblondes Haar, auf der Seite gescheitelt, von den Ohren nach vorn gestrichen, blaue Augen, hellblonde Augmbraunen, gewöhnliche Nase, kleiner Mund, kleines und spitzes Kinn, röthlicher Schnurrbart mit Mücke, Fchmächttge Statur, bekleidet mit dunklem Jaquet und Hose, seidener Mütze, einen dunklen schwarzen Stock mit Hirschgewethgriff (anscheinend Stockdegen) tragend. Die Wwstituirte hält dieselben nach ihrem Gebühren für LouiS von Freudenmädchen. Mit Rücksicht auf die Gemeingesährlichkeit der beiden beschriebenen Personen bittet Großh. Polizeiamt um schleunigste energische Fahndung nach oenselben, ihre vorläufige Festnahme ober Ausmittlung ber Personen und sofort gefällige Nachricht hierher. ES bürfte sich empfehlen, bte Herren Aerzte auf ba« etwaige Vorkommen einer Verwundiln- aufmerksam zu machen mit bem Bemerken, baß, wenn der erst, genannte Unbekannte verwundet worden ist, er die Verwundung im Rücken erhalten haben muß. — Auch in Marburg wurde heute Nacht ein schwerer EMbruchS-Diebstah (gestohlen find Gold- und Silbersachen tm Werthe von mehreren Tausend Mark) ver Übt. Der Etnbrecher isi man noch nicht habhaft. Wermischte». Mainz. Ein Berliner Geschäftshaus hatte gegen eine hiesige Firma Klag erhoben, weil ein Brief, ber von hier an den Kläger nach Berlin gesandt war, angeblich statt 10,000 JL nur 9000 Jk enthalten haben soll. In ber gestrigen Sitzun der Eivilkammer wurde dieser Proceß zu Gunsten ber Mainzer Firma entschieden Der Brief war nämlich auf Veranlassung des Klägers nicht beclarirt worden, sondern ber Brief sammt dem Inhalt wurde nur als eingeschrieben abgesandt und kam äußerlich unverletzt tn bte Hände deS Adressaten in Berlin. Nun Haden aber vor Gericht sämmtliche Angestellte her Mainzer Firma, welche mit dem Bries zu thun gehabt hatten, beschworen, daß sie die 10,000 JL richtig in den Bries gelegt hätten. Unter diesen Umständen sah sich das Gericht veranlaßt, die Klage abzuweisen und wurde ber Kläger auch noch in sämmtliche Kosten verurtheilt. Mainz, 25. Februar. Wohl an 40,000 Fremde trafen in de« Vormittagsstunden mit endlosen Zügen aus den Nachbarstädten Frankfurt, Darmstadt, Worms Bingen, Alzey hier ein, um den großen CarnevalSzug, welcher in diesem Jahre außer- gewöhnlich groß und glänzend zu werden versprach, sowie daS lustige FaschingSleben ber fibelen Mainzer zu schauen. Gegen 12 Uhr setzte sich ber gewaltige, mit großem Geschmack unb Glanz eingerichtete Zug, vom herrlichsten Wetter begünstigt, in Bewegung. Der Umzug bureb die Straßen der Stadt dauerte bis gegen 3 Uhr. Morgen findet große Kappenfahrt statt, womit ber diesjährige Carneval fein würdiges Ende erreicht. Weilburg, 24. Februar. Bei einer Seiltänzer-Gesellschaft, welche zuletzt in Tiefenbach unb Stockhausen Vorstellungen gegeben, bemerkte gestern ber Stationsvorsteher zu Stockhausen, baß sich im Wagen derselben zwei Kinder befanden, welche den Verhältnissen nach zu schließen, nicht zu der Gesellschaft gehörten, sondern irgendwo entführt sein müßten. Nach geschehener Anzeige durch denselben wurde die Gesellschast welche inzwischen nach Niedershausen gekommen war, durch die Gendarmen Jansen von Braunfels und Rath von Weilburg verhaftet und heute Morgen hierher gebracht Vor Gericht wieS ber Vertreter ber Gesellschaft — Noldt auS Wetzlar — burch Verträge nach, baß bie beiben Kinder, ein Knabe von 4 unb ein Mädchen von 6 Jahren ihm seit bem Jahre 1880 zur Erlernung deS Akroboten-Gewerbes auf 6 Jahre Übergeben worden seien. Bis zur Beendigung ber Recherchen finb bie Künstler in Gewahrsam genommen. (ß. A) Stuttgart, 25. Februar. Einem Berichte bes „Schwäb. SDterf." Über ben am SamStag Abenb hier verübten gräßlichen Raubmorb entnehmen wir noch folgende Mittheilvngen: »Samstag Nachts »wischen 9 und 91/« Uhr war Reinhardt noch tm Laden beschäftigt. Da trat ein Mensch ein, ber ein Paar Hosen zu kaufen verlangte Diese Hosen hingen an dem Rechen tn der Nähe des Ladentisches, aber im offenen Raume. Arglos trat Reinhardt vor, um bte gewünschten Hosen herauszusuchen. Wäbrenb biesetz Suchens mußte er bem eingetretenen Fremben ben Rücken kehren. Diesen Moment benutzte ber Frernbe, um mit einem verborgen gehaltenen Beile oder einem ähnlichen stumpfen Instrumente bem Reinharbt einen Schlag auf ben Kopf zu versetzen. Der Schlag wurde so wuchtig geführt, baß Reinhardt sofort niederstürzte in dem Bluterguß fanden sich Knochensplitter des SchädelS; ber Schlag war absolu töbtlich. Reinharbt war rücklHgS ntedergestürzt, noch bedeckt mit einem Paar ber herausgezogenen Hosen. Sofort zog ber Frembc ein Messer, um seinem Opfer die Kehle zu burchschneiden. Er wollte sicher fein, baß ber Ermorbete keinen Laut mehr von sich geben könne. Nun mußte ber Mörber über fein Opfer hinübersteigen, um zur Labenkasse zu gelangen. WaS er geraubt in einem lebernen Beutel unb an offenem Gelbe, mag zusammen 120—140 Jt betragen. In Zett von wenigen Secunden konnte sich ber Mord abgespielt haben. Dann drehte ber Mörder bas Gas au6 unb verschwand. Der Mord mußte kaum vollbracht sein, so erschien ein anderer Kunde , er läutete an. Die Frau Reinhard rief bie Treppe hinab, ihr Mann sei ja unten. Di Antwort lautete: Da unten steht alles offen unb es ist dunkel. Nun schickte die Frau ihren 10jährigen Knaben mit Licht hinab; auf einen Schrei des Entsetzens, ben biefer ausstteß, eilte Frau Neinharb selbst hinab unb fand bte Sachlage, wie oben geschilder worben." — Die Polizei ist natürlich in fieberhafter Aufregung; nach allen HimmelSo richtungen wirb hinauStelegraphirt nnb zahlreiche Verhaftungen finb schon oorgenommeu worden — Reinharbt hinterläßt 6 Kinbsr, bie Frau, bte das siebente erwartet, war nicht von ber Lerche sortzubrtngen. Man verrnuthet, daß die That von einem übel- berüchtigten Menschen Namens Stoll auS Oberbayern begangen würbe. Derselbe soll im Laufe beS gestrigen TageS tn hiesigen Wtrthschaften Aeußerungen gethan haben, di wohl auf feine Täterschaft Hinweisen können. Heute Nachmittag sind übrigens mehrere Verhaftungen vorgenommen worben, ob ber Thäter darunter, ist noch unbekannt. Aus bem Umftanbe, baß eine Hausbewohnerin einen Menschen, ber in der einen Hand ein Messer, in ber anberen einen ledernen Geldbeutel hielt, wie ihn Kellner unter den Frackschößen zu tragen pflegen, aus der HauSthüre eilen sah, darf man vielleicht annehmen, daß man es hier nicht, wie bet ähnlichen Verbrechen, bie in der letzten Zett begangen würben, mit mehreren THStern zu thun hat, sondern nur mi einem einzelnen. Daß bas Verbrechen in Folge eines Streites, ber ja zwischen Pfanblethern unb ihren Kunbeu nicht gerabe ungewöhnlich sein mag, erfolgt, ist insofern unwahrscheinlich, ba ber Ermorbete ein gutmüthtger und friedfertiger Mann gewesen sein soll. — [Entbeckung des Pariser Falschspielers. Man schreibt ber „W. Pr." ans Paris: „Der Skandal im Club be la Rue Royal hat tn aller Stille feinen Abschluß aefunben, sodaß nicht einmal bie Pariser Blätter bis jetzt bavon erfahren zu haben scheinen. Mit Hilfe be8 früheren Prüsibenten, Prinz be Sagan, welcher feinem Nachfolger, bem Marquis be Biron, burch feine genaue Kenntniß ber Mitglieder bet der heimlich geführten Untersuchung an die Hand gehen konnte, hat man einen französischen Offizier als ben Schulbigen erkannt. Letzterer ist al3 gemeiner Soldat nach dem chinesischen Kriegsschauplatz abgeschoben worben. AIS hauptsächlich Geschäbigter wird ber MarquiS be St. Sauoeur genannt." — [93on ber Marine. ] Aus Danzig wirb uns geschrieben: Auf ber Rhede vvn Zoppot wird sich am 30. Juni 1884 ein so großes unb stolzes Geschwaber vereinigen wte es Deutschland niemals auf einem Punkte verbunden sah. Dort werden sich am besagten Tage zum „Stelldichein" versammeln: Die Panzercorvetten ^Baden", „Bayern" ^Sachsen", „Württemberg" und ber Aviso „Blitz", bie Panzerkanonenboote „Hummel" „Crocodill", „Biene", „Camäleon" unb ber Aviso „Grille", bie Torpedoboote „Jäger" „Sicher", „Tapfer", „Kühn", „Schars" und „Vorwärts", sowie voraussichtlich noch zwei weitere Torpedoboote. Außerdem haben sich alle derzeit tn der Ostsee befindlichen Schulschiffe auf ber Rhede von Zoppot einzufinden unb zwar: baS Torpeboschulschiff Corvette „Blücher", bie Maschinenschulsckiffe Panzercorvette „Hansa" unb gebeckte Corvette „Vtneta", bie Seecadettenschulschiffe Corvette „Elisabeth" unb Fregatte „Niobe" bte Schiffsjungenschulschiffe Corvette „Nymphe" und Briggs „Rover" und „Undine" das Kanonenboot „Hay" als Tender und das Torpcbofahrzeug „Ulan" — im Ganzen 28 Krtegsfahrzeuge, — welch eine stolze Zahl! — In den Monaten Juli unb August werben in ber Danziger Bucht Uebungsschleßen im Geschwaberoerbanbe abgehalten, eint ober mehrere ßanbungööbungen sind ebendaselbst oorzunehmen und darauf (Ende August begibt sich das Geschwader nach ber Nordsee. — [Der sprechende Hund.j In einem Seebadorte besuchte ein berühmter Bauch- rebner nebst feinem Hunbe ein Hotel; er setzt sich zu Tisch, seinen Hund auf den Stuh neben sich. Ein mehr stein- als geistreicher Englänber setzt sich gegenüber. Dm Bauchrebner gelüstet's, mit seiner Kunst einen Witz zu reißen. „Kellner, ein Beefsteak r ruft er. Der Hunb spricht: „Ich will auch ein Beefsteak!" - „Sie haben Hund was speaken kann? Was kostet Hunb? Den kauf ick!" — Der Hunb: „Ich will aber nicht verkauft werden!" — Der Engländer legt eine Hundertpfundnot auf ben Tisch. — „Dafür lasse ich allerdings ben Hunb, nehmen Sie ben Köter — Der Hunb: „Godbam, von heute ab spreche ich in meinem ganzen Leben ke Wort mehr!" — [Toilettenluxus auf ber Bühne. Sarah Bernharbt trat kürzlich in Park Mieder als Camelien-Dame auf. Vielleicht dürfte eß manchen unserer Leser interesstren ß,"-" u, ° «Ä*1 - lil 'JlSllir Ä' S'SS W9- Hm SitoJ ier chsW, «iller, Wanmlt dmWilheli Nödg weg' hat das Gri Ht zu Gieße ; gebtuar 1 Der wird rot Geldstro 2 Tagei des Ver der Pri nothweni W. : die Bch scheidet innerha! „GW des An Zu bürf Fürstliche Ho äontag BindenDift i'$ndi3lö^( MG jttt werben: 4 Sm. *iUD Nchieu ^Miw Nm« H Kiesel Meter 233 C« Spar 91 Met. 21 tiefer sn,®« 2Ini Nnct 9 j*te.*bten fe gez $ür bie A c 1390 l --ds?« K°'7> ft LLE- BZ Men^i?*61, ln *<■ ’ÄÄ g»! ^ Motibtn, wtlfy 'fn' Jonbern Irgend Weblt@e((afd)^ 'e’tnbflrmtn 3anitn fit« httthn gebroct W« - durch Tcr, -dchm von ß 3Qbr(a •«“LS Z°h« übti» die Künstler in tz,- (L-1) Mnk.^ über den m n °ir noch folpabc ir Reinhardt noch in 1 ju kaufen Dtrlongu es, aber im cffani »Ofen herauSjulllchei. n den Rücken kehw.. gehaltrnen Beile ottr )lag auf btn Kopf \i : sofort nltbttftfltjü Schlag war abfolv mit einem Paar kr um seinem Opfer te bete keinen Laut anst fer hinübersteigen, uc fltutfl unb an offene gen Secundrn fw Gatz aus M rer- in anbeitr Mi er !< m fit ja unten. 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Einen Anzug von Eold-Tüll mit etngesttckten Kornähren und Opalen auf gelbem ©eibengrunbe, welcher m«t 1500 FrcS. berechnet war, wollte bie Künstlerin gar nicht anfeben, bann kam ein An»uß aus Gold» unb Stlberbrocat, mit rofenfarbenem Selben» stoffe eingefaßt, ferner em Unterrock mit Cluny Schnüren geputzt, welcher mit 28OO FrcS. bewerthet wurde, und ein anderer aus btmmdblauem ÄengalM für 3000 FrcS. Wenn man hierzu ein Lbee.Kleib für 1500 FrcS, einen Mantel für 1400 FrcS und einige anbere Kleinigkeiten -u 2000 FrcS. rechnet, fo kommt man -u der Gefammtsumme von 16,000 FrcS. , Ä „ Köln, 25 Februar. Wie bie „K. 3/ mitthetll, hat bort der erste Earneval«, tag ein jung: 8 Menschenleben zum Cofer gefordert. Bald nach 11 Uhr gestern Abend traf ein Füsilier der 5. Eompagnie deS 40. Regiments, der sich in Begleitung eines Befreiten befand, mit vier Personen, drei Mänoern und einem Frauen- mmer, die fLmmtlich maSkirt waren, an der Ecke deS Rothgerber» unb bes We.bendache« -u- famuun. Die beiben Soldaten waren im Begriff, nach der Kaserne zu gehen; sie ge- riethen mit den Matzkuten aneinander, der Gefreite erhielt sofort einen Schlag in den Kacken er taumelte zurück, als er wieder zu sich kam, sah er seinen Kameraden zu Loben sinken, derselbe hatte einen Stich In den Oberschenkel erhalten. Der Gefreite bob seinen Gesäbrten auf und schaffte ihn nach der Kaserne, von dort wurde der Ver* l tzte nach dem Lazareth gebracht. AlS er bort ankam, war er bereits eine Leiche. Der Stich, den er erhalten, hatte eine A.tnie getroffen. Der Erstochene, ein Kölner Kind, war ein durchaus braver Soldat, dem seine Vorgesetzten bas beste Zeugn'tz auöstellen. Einer her vermummten trug, wie dem genannten Blatte milgelhellt wird, eine MaSke auS dem histoNfchen Festzug (Ian un Griel). Hoffentlich gelingt eS, den THLter ausfindig zu machen, damit er nach der Strenge detz Gesetzes bestraft wird. Handel und Verkehr. Limburg, 27. Februar. Rother Weizen JL 16.75, weißer Weizen 00.00 Äorn X 12.20, Gerste X 9.60, Hafer X 7.2s, Erbsen X —, Kartoffeln X —. Frankfurt, 27. Februar. Ans dem heutigen Martt kostete der Gentner Heu X 3.00-3.75, Stroh X 3.20—3.40, Eier bas Hundert 4 80—7.00, Butter 1. Qualität x 1.00, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Gentner X 2.25—2.5$, Kohlrabi 5-6H per Stück, Erbsen lOOKgr. 19—28 X, Rothkraut per St. 12—30 Poularden X 0—0, Huhn1.50—2.20, 1 Ente X 3.00—4.00, 1 Taube 50—OM, Habn X 1.70—2.00, Gans X 5—8.00, Welsche X 7—IO — Zur gcst. Beachtung. Schrlsilick-e Anfragen wegen Auskunstsertheilung über Inserate re. können wir nur bann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzureicken sind, ist die Expedition zu keinerlei Auskunftsertheiluugen befugt. Offertenbriefe sind — soweit keine bestimmten gegentheiligev Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition abzuholen. Auszug. Jm Namen des Kroßherzogs! $n der VrivatKlagefache der Ehesrau des Georg Stein- müder, Katharina geb. Pfeiffer aus Gießen, vertreten durch Herrn Rechtsanwalt Kraft, Privatklägerin gegen den Wilhelm St ein müller aus Rödgen, Angeklagten wegen Beleidigung hat das Grobherzogliche Schöffengericht zu Gießen in seiner Sitzung vom 7. Februar 1884 für Recht erkannt: Der Angeklagte Steinmüller wird wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 5 X* eventuell zu 2 Tagen Hast und in die Kosten des Verfahrens einschließlich der der Privatklägerin erwachsenen nothwendigen Auslagen verur- theilt. Der Privatklägerin wird die Besugniß zuerkannt, den entscheidenden Theil des Urtheils innerhalb 8 Tagen einmal im „Gießener Anzeiger" auf Kosten des Angeklagten bekannt machen zu dürfen. pp. gez.: Gebhardt. Für die Richtigkeit des Auszugs. Fr. Kraft, 1390______Rechtsanwalt.___________ Holz -Versteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms. Wontay den 3. Wärr er. pH in denDistricten „Buchenberg", „Fuchslöcher" und „Junkern- mald" nachstehendes Gehölz verstei- gert werden: 4 Rm. Tannen-Prügelholz, 72 „ „ Stockholz, 1600 Wellen Tannen-Reisholz, 2700 „ Buchen-Forstreiser, 208 Fichten-Stämme von 15 bis 30 Zentimeter Durchmesser und 10 bis 18 Meter Länge mit 74,27 Festmeter, 11 Kiesern-Stämme mit 3,72 Festmeter, 233 Stück stärke Fichten-Stangen, zu Sparren und Leiterbäumen geeignet, 21 Kiefern-Stangen. Der Anfang der Versteigerung ist Morgens präcis 10 Uhr in dem District „Buchenberg" zunächst Menstädten und wird Nachmittags 2 Uhr in dem District „Fuchs- löcher" und „Junkernwald " zunächst Oberlemp fortgesetzt. Hohensolms, am 23. Februar 1884. Fürstliche Obersörsterei Hohensolms. Dörmer, Revierförster. 1351 Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Zreitag den 29. Itbruar, Nachmittags 2 Uhr, sollen im Saale des alten RathhauseS die an das Großherzogliche Polizeiamt abgelieferten gefundenen, von den Verlierern binnen der gesetzten Frist nicht reklamirten Gegenstände, darunter goldene Ringe, Brochen, Armspangen, Perlenketten, Uhrketten, Portenwnnaies, Brillen, Stöcke, Schirme rc. 2c. zu Gunsten der Armenkaffe gegen Baarzahlung versteigert werden. Gleichzeitig läßt die Armenkaffe versteigern: eine blaue ächt wollene Tischdecke mit Seidenstickerei, eine silberne innen vergoldete Schnupstabaksdose, eine goldene Damenspindeluhr, eine silberne Spindeluhr, eine lange goldene Kette, einen goldenen Armring, einen goldenen Fingerring und eine goldene Broche mit unächter Gemma. Gießen, den 25. Februar 1884. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. A. Bramm. Hohversteigernng. Mittwoch den März d. I., sollen in hem Stadtwald zu Hungen in dem Distrikt Eichenstücke nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: 50 Raummeter Buchen-Scheiter, 113 Eichen-Knüppel, 11 Buchen-Stöcke, 125 Eich^n-Stöcke, >• 60 H Buchen-Reisig, 680 Eichen- „ 380 „ Radel- „ Der Ansang der Versteigerung ist Vormittags 10 Uhr in dem Distrikt Eichenstücke. Hungen, am 26. Februar 1884. Grobherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Bender. 1391 Jagd-Verpachtung. Montag den 3. März L I., Nachmittags 2 Uhr soll aus dem hiesigen Nathhaus die der Gemeinde zustehende Jagd nochmals auf 6 Jahre verpachtet werden. Staufenberg, am 25. Febr. 1884. 1358 Vogel, Bürgermeister. Holzverftcigcrung in der fürfll. Bbersörstrrki Lich. Im District „Hard", V< Stunde von hiesiger Eisenbahnstation, sollen versteigert werden: Montag den 3. März Scheith. Prügelh. Stockh Reish. Nmtr. Rmtr. Nmtr. Wellen Buchen 93 157 60 1050 Eichen — 94 165 3920 Erlen — 18 4 340 Dien-tag den 4. März 134 Eichenstämme von 25—47 cm Durchmesser und 3—11 m Länge, mit 67,67 fm, 6 Fichten- und Kiefernstämme mit 5,87 fm, 3 Elsbeerstämme mit 0,74 fm, 185 Fichtenstangen mit 7,28 lrn Inhalt und 4 rm Eichen-Werkscheitholz. Zusammenkunft jedesmal Morgens 10 Uhr auf dem Muschenheimer Weg. Lich, 21. Februar 1884. 1271 Wimwenauer. Holz-Versteigerung. Dienstag den 4. März l. I., von Vormittags 9 Uhr an, werden in hiesigem Gemeinde-Wald, Distrikt Stockschlag und Rotherde: 31 Eichen-Stämme mit 14,58 Fstm., 1150 Nadelreisstangen „ 4,28 „ 92 Nm. Buchen- und Eichen-Scheit, 88 „ Eichen-Knüppel, 112 „ „ Stöcke und 8630 Eichen- und Nadel-Wellen versteigert. Zusammenkunft beim Bergwerk. Groß-Linden, am 27. Febr. 1884. Großh. Bürgermeisterei Groß-Linden. Leun. 1393 Für Aerzte. Durch das Ableben des prakt. Arztes Dr. Bausch ist die Stelle als Gemeinde arzt in hiesiger Gemeinde wieder zu besetzen. Hieraufreflec- tirende Aerzte wollen ihre deßsallsige Gesuche nebst Zeugnissen und Bedingungen auf der hiesigen Bürgermeisterei bis längstens den 5. März d. I. einreichen. Niederwöllstadt, den 23. Febr. 1884. Gr. Bürgermeisterei Niederwöllstadt. Weith. 1352 25 (Eentnrr gute weiße, m allen M Korbwaarengeeignete Weiden sind zu billigen Preisen zu haben bei S. Bastian zu Sichertshausen, 1319 bei d- Bahnstat. Fronhaufen. Holzvrrsteigkrung im Gießener Stadtwald.: Montag den 3. März 1884, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in dem District Steinertswald nachvcrzeichneteS Holz versteigert werden: A. Brennholz. Scheith. Prügelh Stockh. ReiSh. Rnttr. Nmtr. Rmtr. Wellen Eichen 4 358*) 56 2653 Nadel 2,2 34 45 2090 Aspen — 8 2 *) zum größten Theil Stammknüppel. B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 229 Eichen-Stämme mit 33,10 Festm., 208 Fichten- und Kiesern-Stämme mit 71,44 Festm., 4 Birken-Stämme mit 0,75 Festm., 387 EichewStangen mit 29 Festm., 302 Fichten-Stangen mit 35,47 Festm. Die Zusammenkunst ist aus dem Müllerweg. Gießen, am 26. Februar 1884. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 1357 A. Bramm.________ Holz^Versteigerung. Im Licher Gemeindewald, Distrikt Großhäuserberg, kommt Donnerstag den 6. März er. folgendes Holz zur Versteigerung: a. Bauholz. 2 Fichtenstämme, 1—38 Ctm. Durchmesser, dis 21 Mtr. Länge, 2,76 Festm., 1 Kiefernstamm, bis 18 Ctm. Durchmesser, bis 11 Mtr. Länge, 0,28 Festm., b. Brennholz 8 Rm. Buchenscheiter, 319 „ Buchenknüppel, 38 „ Eichenknüppel, 4 „ Lindenknüppel, 2 „ Fichtenknüppel, 73 „ Buchenstöcke, 19 „ Eichenstöcke, 64 „ Fichtenstöcke, 4750 Buchen-DurchsorftungSwellen (I. Qualität), 650 Eichen-Wellen, 1360 Fichten-Wellen. Die Zusammenkunft ist Morgens 9 Uhr am Nonnenröderweg. Lich, am 28. Februar 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Walz. 1382 Ziimmtliche Ingredienzien in nur besten Qualitäten zum Wafcken und Bügeln empfiehlt billigst Robert StuM, 1201__________23 Neustadt 23. Futterartikel empfiehlt Mj» 1252 Bahnstofstraße 60. Bau-Verding. Die Ausführung der Tischler-, Schlosser-, Glaser- und Anstreicher- Arbeiten zum Neubau des Post- und Telegraphen-Gebäudes in Wetzlar, im Betrage von rund «A 11043, bzw. JL 3483, bzw. ^4L 4480 und «A. 3781, soll im Wege der öffentlichen (allgemeinen) schriftlichen Anbietung im Einzelnen bzw. zusammen verdungen werden und ist dazu ein Termin auf Sonnabend den 18. März d. J„ Nachmittags 2% Uhr, im Postbau-Bureau in Wetzlar, Bahnhofstraße 10nl, anberaumt, woselbst auch die Zeichnungen, Kostenanschläge und Bedingungen zur Einsicht ausliegen. Abdrücke der Letzteren können gegen Posteinzahlung von A 1,— von dort bezogen werden; Zeichnungen werden nicht verabfolgt. Es bleibt freie Wahl unter sämmtlichen Anbietern vorbehalten. Frankfurt (Main), am 24. Februar 1884. Der Kaiserliche Ober-Postdirector, Geheime Postrath, 1392 Heldberg. Holz-Versteigerung. Montag den 3. März 1884, von Vormittags 9ya Uhr an, soll in dem Weitershainer Gemeindewald, Districte Strei'hain und Windtopf, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 69 Eichenstämme, 10,66 Fstm., brauchbar zu Bau- und Wagnerholz, 19 Eichen-Derbstangen, 0,11 Festm., brauchbar zu Deichsel und Langwiede, Z6 Fichtenstümme von 14—18 Mtr. Länge, 20—39 Ctm. Durchmesser, 54,71 Festm., 285 Fichten-Derbstangen, 17,11 Festmeter, brauchbar zu Leiterbäumen, Latten und Hopfenstangen. Der Anfang ist bei Nr. 1 im District Streithain an der Kreisstraße nach Lumda. Weitershain, am 23. Februar 1884. 1» ist „st Wfc am, M äctieiM« - Erlagen bei» tc, Beide "Sehtnbenen SN. Atsanmalt 6eg, rJSÄ