Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vchulftraß- 7. 2 Mark 20 bitten die neuen Abonnenten Wir vollzählige Exemplare liefern können. Stuttgart. irmes [ der modernstes 6289 ie. islat- und Feiertagen, incl. Pfg.; für auswärtige erfolgt, den Anzeiger gliche Gattin, | »ftl jtt’ W heI! Ulli vhvv7 *- 3 7 '' » . • namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldzefälligst aufgeben zu wollen, damrt wtr ' Die Expedition. bscchtm aus: :dur. er Nationen Zweites Blatt. Sonntag dm 28. September GieHen, 27. September. Die glanzvollen Tage der Kaiser-Manöver am Rhein haben mit dem am Dienstag stattgesundenen CorpS-Manover des 8. Lrmee- Corps ihr Ende erreicht und auch die hiermit verknüpft gewesenen Feftlicyteuen sind mit dem am Mittwoch in der Stadt Münster stattgehabten Karser-Dmer zum Abschluß gelangt. An letzterem nahmen auch die Minister v. Putttamer, v. Bötticher, Maybach und v. Goßler Theil. Trotz der Anstrengungen all dieser bewegten Tage ist das Befinden des Kaisers fortgesetzt em vosMsiches und entbehren die Nachrichten, welche von einer zeitweiligen Indisponwmtät des hohen Herrn zu berichten wußten, jeder Begründung. Noch am Mittwoch Abend kehrten die kaiserlichen Majestäten nach Schloß Brühl zurück, von wo aus sie sich am nächsten Tage nach Köln und dann nach Koblenz begaben. Von hier aus erfolgt die Weiterreise nach Baden-Baden, wo die Majestäten wie gewöhnlich einen kürzeren Herbst-Aufenthalt nehmen werden. Die berannahenden Neuwahlen zum Reichstage beherrschen, seitdem der Wahltermin osficiell bekannt gegeben ist, mehr und mehr unsere gesammte innere Lage. Sind es doch hochwichtige Fragen, über welche der neue Reichstag zu entscheiden haben wird und es erscheint darum schon in Hinsicht hierauf das Jntereffe erklärlich, mit dem man allseitig dem Ausgange der diesmaligen Wahlen entgegensieht. Eine hervorragende Rolle m der ganzen Wahlbeweaung spielt offenbar die Colonial-§rage und hat nach dieser Richtung hin die Generalversammlung des deutschen Colonial-Vereins m Eifenach entschieden eine neue Anregung gegeben. Die Erösfnung der Arlberg-Bahn ist im österreichischen Kaiserstaate mit Recht als ein für die künftige wirthschaftliche Entwickelung deffelben Einladung zum Abonnement auf den Gießener Anzeiger, flink- unö flnzeigeblatl für heu Kreis fliegen. '1-Oetober. Nachmittags 4 Uhr, Ovoll Särtel, gärtnerin. K*SS* :’>5 hochbedeutsames Ereigniß gefeiert worden. Doppelt peinlich muß es daher be rühren, daß gerade in einem so erhebenden Momente aus Oesterreich die alte häßliche Weise von dem Nationalitäten'Zmst heruberklwgt. In Böhmen haben die in Reichenberg anläßlich der Einweihung einer czechnchen Schiste stattgeM- denen Tumulte wiederum den Gegensatz zwischen Deutschen und C echen d cu. mentirt und in Kroatien ist durch die bet den Landtagswahlen erfolgten Excesie der Gegensatz zwischen Kroaten unv Magyaren zu einem noch tchärseren Aus- drucke gelangt. Es zeigt sich eben immer mehr, welch ,änderbare Bluthen die „Versöhnungs-Politik" des Grafen Taaffe zeitigt. Der französisch-chinesische Conslict verharrt noch immer m dem Stadium der „Versumpfung", in welches er vor einiger Zeit getreten ist und namentlich liegt über neuerliche Operationen des Admirals Courbet nich dar Geringste vor Vielleicht ist aber die Nachricht, daß die chknesiiche Regierung ben «icefönig von Kanton, Li-Hung-Tschang, welcher als Anhänger der Frievens- Partei am Pekinger Hofe gilt, wieder in alle seine Aemter eingesetzt hat, nicht ohne Bedeutung unv wohl als ein Symptom dafür aufzufassen, daß in den chinesischen Regierungskreisen eine friedlichere Strömung stst> bemerklich macht. Die Stille in den Nachrichten aus China läßt umsomehr die Mitthellungen> her- vortreten, welche über eine große, in Lyon ausgebrochene, gefwJifle Rnn» einlaufen, lieber 25,000 Arbeiter sollen rn dieser Stadt brodlos fern und da die Wahrscheinlichkeit nahe liegt, daß soeialistische Agitatoren dieses unleugba^ Elend der Arbeiter für ihre Zwecke ausnutzen werden, so istman ’n ben Pariser Reaierungskreisen nicht ohne Besorgnis wegen der Lyoner Kmis. Dar jüngste Manöver der englischen Regierung in den eg^p« tischen Finanz-Angelegenheiten, die Suspendirung der Amottisirung der ^YP tischen Staatsschulden-Tllgung, hat einen nachdrücklichen Protest °er Vertreter der Großmächte in Kairo zur Folge gehabt. Außer Frankreich pr°test>ren auch Nk 227 Zweites «»arr. Wonnlag oeu so. öipiunvn: IS Meßener Anzeiger Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Au-nahme der Tage nach Sonn, der Beilage „Gießener Familieirblatter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei ins Haus geltefert, betragt Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark excl. Postgebühr. .... OTf.<.„a„fr.,ni Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung auch im IV. Quartal 1884 zusenden und den Abonnementsbetrag durch^Quittung^erheben^laffen. Setreffenb: Den im October 1884 vorzunehmenden Wiesengang. , _ ließen, am 23. September 1884. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nach Artikel 7 der Wiesenpolizei-Ordnung ist im Monat October der Wiesengang von den Wiesenvorständen unter Zuziehung der Feldschutzen und WiesemvlMer EzMchmen.^ ^ßhaib, dieselben hierzu baldigst aufzusordern und die über den Wiesengang aufzunehmenden Protokolle bis längstens zum ..... 3) s.SÄÄ'sas km-*-'.»*«» .... s a-ss: es » u— >—. - «6„ Kn Mw ,« non »Mch«-» I» W« .In »I-li-d --- «-1°.---,-»»« »--!*•«. -m Thell zu nehmen, so ist dies am Schluffe des Protokolls zu bemerken. m h Np^^rdneten mindestens noch aus zwei Ortseinwohnern, welche £Ämen und uns die Anträge des Gemeinderathes in besonderer Verhandlung vorlegen. Ur. Boekmann.__________ ___ . k v.. «V Ä a Prei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pi mit Brüigerldvn. Erscheint «nt Uutnnhrne Ml Msntsgs Durch die Pofi bezogen vierteljächrttch 2 SRarf 50 Pf. sger Thal". ie Tanzmusik i|t| 5299 »886H ktpäße 4. Lager Ueberziehe^ M ii.1 k I I d:1 Wd- jesuchj. ln na rpeb. b§. Bl. Ws Strauch. 6309 Deutschland, Oesterreich und Rußland gegen die Sistirung der Ausführung des Liquidations-Gesetzes durch die anglo-egyptijche Regierung, was zugleich als Beweis des vollständigen Einvernehmens der drei Kaisermächte auch in der egyptischen Frage zu betrachten ist. Das Cabinet Gladstone dürfte bald die Folgen empfinden, welche England zweifellos aus seiner souveränen Nichtachtung vertragsmäßiger Abmachungen erwachsen werden. Aus Belgien liegen auch aus dieser Woche Nachrichten vor, welche beweisen, daß der Geist der Unruhe, welcher seit der Jnstallirung des Cabinets Malou durch das Land schreitet, noch nicht gebannt ist. Nach der Publikation des neuen Schulgesetzes hat der Jahrestag der Revolution von 1830, der 23- September, in der Hauptstadt Brüffel cm Dienstag und Mittwoch Anlaß zu Ruhestörungen gegeben, welche einen ausgesprochen republikanischen Charakter trugen und die mehrere Verhaftungen zur Folge hatten. Für die in Belgien am 19. October stattfindenden Gemeindewahlen find diese fortgesetzten Unruhen von bedenklicher Vorbedeutung. Aus dem Pyrenäen-Königreich find als bedeutsamstes Ereigniß der jüngsten Zeit die Ergänzungswahlen zu den Generalräthen zu registriren. Die Bedeutung dieser Wahlen erhellt aus dem Umstand, daß von den 180 Senatoren, welche zu dem wählbaren Theile dieser parlamentarischen Körperschaft gehören, 150 durch die Generalräthe ernannt worden, die in Gemeinschaft mit den Delegirten der Gemeinderäthe den Wahlloser bilden. Die Wahlen sind nun nicht gerade nach Wunsch der spanischen Regierung ausgefallen und zumal in Madrid haben die verschiedenen Fractionen der Opposition entschieden die Mehrheit gehabt. Für die parlamentarische Stellung des Ministeriums del Castillo bedeutet demnach der Ausfall der Generalrathswahlen schwerlich eine Stärkung. Die Siegesdepeschen des Generals Go?don ausKhartum lassen einen völligen Umschwung der Dinge im Sudan erkennen. Die Belagerung von Khartum ist aufgehoben und scheint Gordon nun zur Rettung der übrigen egyptischen Garnisonen im Sudan zu schreiten. Wenigstens hat er vier Dampfer den blauen Nil hinaufgeschickt, um der Garnison von Sennaar Hülfe zu bringen. Nach der Rückkehr dieser Dampfer will Gordon eine Expedition nach Berber abgehen lassen, wo sie dein von Kairo kommenden englischen Corps die Hand reichen soll. Die Londoner Blätter behandeln allerdings die Siegesuachricht aus Khartum noch mit einem gewissen Mißtrauen. i — ii—i ■" w——— ■■■■■■ »'»"> «i BermischreS. Grünberg t. Schl., 19. September. Die „BreSl Ztg." meldet: Kurz vor halb 8 Uhr Morgens wurde tn der Stadt ein heftiger Knall wahrgenommen, gleich darauf ertönten bte Feuersignale und RettungSmanMchaften und N ugiertge st'.ömten nach der Nieberstraße, aus welcher eine große Rauch- und Staubwolk.' aufstte«. ES bot sich ein Bild^schrccklicher Verwüstung; die Straße war b.fät mtt Möbeln, Mauer- theilcn, Balken, Schutt u. f. w. DuS dem Weitzgerbe« meister Kärger gehörige Wohnhaus war vollständig zertrümmert, eine junge Dame war aus b.-m ersten Stockwerk dtnab tn den Keller gestürzt, glücklicherweise ohne Schaden zu nehmen. Das anstoßende Wohnhaus deS StadtrathS Kärger war tbrttweise zertrümmert, hier waren mehrere Personen in den Keller gestürzt, besfin Gewölbe zcrrissm war; auch sie waren mtt dem Schrecken und einigen Quetschungen davongekommen. Schwer verletzt dagegen ist ein Arbeiter, welcher die Explosion verursacht haben soll. In dem einen der zertrümmerten Häuser befand sich nämlich das Msterialwaarengescyäst des Kaufmanns Finsinger. Zn seinem Keller mag er reichliche ExplosionSftoffe jedenfalls nicht genügend verschlossen aufbewahrt haben, denn in dem Augenblicke, als ein Arbeiter heute früh den Keller mit dem Lichte betrat, erfolgte die Explosion, die so arges Unheil angerichtrt hat. Zwei Personen mußten nach dem städtischen Krar.kenhause gebracht werden. Nachträglich Ist noch Folgendes ermittelt worden: Schon frühzeitig nahmen die Br- wohner deS dem Weitzgerbermeisters Kärger gehörenden Hauses einen benzwartigen Geruch wahr, ohne sich jedoch den Grund für diese Wahrnehmungen erklären zu können, da die Keller des Hauses kein Benzin enthielten, wohl aber in Verbindung standen mit den mächtig starken Gewölben des Nachbarhauses, wrlcbeS bislang dem Stadtrath Kärger sen., seit einiger Zeit dem Kaufmann Horn gehörte. An diesem starken Gewölbe nun, welches tiefer liegt als das Nachbargewölbr, hatte der Kaufmann Finsinger einen Ballon Benzin aufgestellt, der vor einigen Tagen von diesem abgefüllt worden sein soll. Jedenfalls ist der Ballon nicht wieder richtig geschlossen worden und die Gase des ausgelaufenen Bezms haben sich den Gewölben beider Häuser mttgethetlt, denn als der Kaufmann Horn heute früh einen Arbeiter zu einer Verrichtung mtt einem Lichte tn den Keller schickte, da erfolgte die Explosion. Sic ist von kaum zu beschreibender Wirkung gewesen. DaS mächtige Gewölbe, tn welchem die Explosion erfolgte, ist vollständig zerrissen; bet Hausflur und der Fußboden der Erdgefchoßwohnung mit sämmtlichen Möbeln liegen unten in der Tiefe. Von dem starken Gewölbe ist keine Spur mehr zu tntbecfen und das Nachbarhaus, unter welchem also kein Benzin gelagert hat, ist vollständig zertrümmert. London, 20. September. Die „Menschenfresser" Dudley, Stephens und Brooks — Capttän, Steuermann und Matrose an Bord der untergegangenen Aacht „Mignonette" — standen gestern vor dem Poltzeigerichtshofe in Falmouth, avg.klagt der Ermordung des Schiffsjungen Richard Parker, von dessen Leiche zu zehren sie zur Erhaltung ihres eigenen Lebens auf offener See gezwungen waren. Gleich bet Eröffnung der Verhandlungen wurde jedoch die Anklage gegen Brooks zurückgezogen, da er an der Ermordung Parkers thatsächlich nicht bethetligt gewesen ist. Ein Polizei- sergeant bekundete gehört zu haben, als Dudley gestand, daß er den Schiffsjungen getödtet habe und habet die näheren Umstände des schrecklichen Dramas beschrieb. Ein anderer Zeuge gab eine umständliche Erzählung der Schilderung der Capitäns über den eig-ntlicheii Mordakt und Brooks Z ui-n!ß bestätigt in der Hauptsache alle die vorangegangenen Aussagen. Rach beendigter Untersuchung werden Dudley und Stephens vor die Geschworenen verwiesen, aber gegen Bürgschaft auf freiem Fuß belassen. r - Eine geheimnißvolle „Inschrift" an dem Taufbecken der Kirche von Wtlne (Derbyshire) beschäftigte unlängst den Scharfsinn der Archäologen. Eine hervorragende Größe war „vollständig überzeugt", daß die Inschrift Zn Runen oder ähnlichen Zeichen" bestehe Em anderer, nicht weniger hervorragend, muthmaßte einen „östlichen Ursprung" und behauptete, daß einige der Buchstaben den palmyrischen „sehr ähnlich" seien! Nachdem alle Versuche einer Ueberfitzung fehlgeschlagen sind, bat ein Gelehrter in Cambridge in einer unerwarteten Weise das Gehetmntß gelöst. Er hat nachgewiefen daß das Taufbecken ein Theil einer Säule ist, die etngeschntttene Figuren trug, welche durch den Bruch der Säule zwischen den Knieen und den Knöcheln durchschnitten waren. Der untere Tbetl der Säule wurde alSdann umgekehrt, um ausgehöblt als £aufbe, in den kleinen Bundesstaaten um 109pCt-, tn Sachsen-Weimar um 126pCt. * Drumm'S Reis - Stärke ist auf der Londoner Internationalen Ausstellung im Crystall-Palast mit der goldenen Medaille pracr.iirt worden und ist dies der beste Beweis für die außerordentliche Güte der R-'is-Stäike der Herren Druar u. Comp. in Kaiserslautern. ÄÄS JjfiÄ -üä5 i Jf*p @itoifti ;Dtt vbkr. Steuer. ‘ 7 g*nfi ^««hlnclion Mm zu rönnen, ! P H? S^^funbtn & ble w doch einen richtig« 'L'Eht geschlossen E ne junge Same, 16 'am dadurch um war außer sich über D-km er 8 Mädchen an, dar reichte. 'der „F. 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