H 18M SWK*Wt Sch-rstrahr 7. Erscheint täglich mit Ausnahme 'Rpnufj. 9SF* n SW PrfiS vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerloh» Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. &SSf: Vvlittsehe veberskcbt 0te£en, 26. November. Die Präsidentenwahl im Reichstage hat keinerlei Ueberraschun- gen gebracht und waren solche nach Lage der Sache auch kaum zu erwarten. Es sind demnach ein Vertreter der conservativen Fraktion — Herr v. Wedell- Piesdorf — einer des Centrums — Herr v. Franckenstein — und ein Vertreter der deutschfreisinnigen Partei — Herr Hoffmann — in das Präsioium gewählt worden und entspricht dies durchaus den Stärkeverhältnissen der Parteien im Reichstage. Die beiden Vice-Präsidentcn, die Herren v. Franckenstein und Hoffmann, haben dem Reichstage schon bisher angchölt, dagegen ist der Präsident, Herr v. Wedell-Piesdors, eigenthümlicher Weise, ein homo novus in demselben. Derselbe, Regierungs-Präsident tu Magdeburg und Königl. Kammerherr, gehört seit 1879 dem preußischen Abgeordnetenhause als Vertreter für Sangerhausen Eckartsberga an und hat sich hier bei den Debatten über die Hannoversche Provinzial-Ordnung und über die Jagdordnung in reger Weise betheiligt. Zu den ersten dem Reichstage zugegangenen Vorlagen gehört die Postdampser-Vorlage, welche bekanntlich im vorigen Reichstage „begraben" wurde. Ihre Grundbestimmungen sind folgende: Es werden zwischen Deutschland einerund Ostasien, Afrika und Australien anderseits regelmäßige Dampfschifffahrts- Verbindungen eingerichtet und ist den betr. Unternehmetn auf die Dauer von 15 Jahren eine jährliche Beihülse bis zum Höchstbetrage von 5,400,000 Jl. zu bewilligen. Für den Verkehr nach Ostasien sind einzurichten: Eine Hauptlinie nach Hongkong, eine Zweiglinie nach Alexandrien und eine Zweiglinie zwischen Hongkong, Dokohama und einem noch näher zu bezeichnendetl Hafen in Korea. Noch Australien ist eine Hauptlinie nach Sidney und eine Zweiglinie von da nach den Tonga- und Samoa-Inseln einzurichten, nach Ost- und Westasrika wird eine Hauptlinie nach Zanzibar, von da weiter nach Mozambique, Natal, Capstadt und Angra Pequena eingerichtet. Die Fahrten aus diesen Linien sollen in Zeitabschnitten von je 4 Wochen stattfinden, die Postdampfer sollen in Bezug auf Einrichtung und Fahrgeschwindigkeit den Dampfern anderer Nationalitäten, insbesondere den englischen und französischen, nicht nachstehen, unter Beobachtung aller aus Sicherheit und Pünktlichkeit des Fahrdienstes zu nehmenden Rücksichten. Die Czechisirung Wiens scheint eines der Hauptziele der czechischen Propaganda zu sein. In Wien sand dieser Tage eine Versammlung der dort lebenden Czechen statt, in welcher die Redner daraus hinwiesen, daß Wien ursprünglich slavisch gewesen sei und wieder slavisch werden müsse, es gelte daher für die Czechen nur, in Wien ein altes, unveräußerliches Erbe anzutreten. Ein czechischer Schullehrer befürwortete die Errichtung czechrscher Volksschulen in jedem Stadtbezirke Wiens und wurde auch in diesem Sinne eine Resolution angenommen. Ein anderer Redner meinte noch, der Erfolg der Czechen fei bei der bekannten politischen Trägheit der Deutschen Wiens nur um so gewisser, M mit höhnischem Gelächter und allgemeinem Händeklatschen ausgenommen wurde. In der That, es ist schon weit gekommen in der deutschen Stadt Lien, daß sie sich von einer kleinen czechischen Colonie so etwas bieten lassen muß. Die Einschiffung von 2000 Mann in Algier undPhilipps- ville für Tongking, denen weitere 2000 Mann folgen sollen, ift ein Zeichen, daß die französische Regierung endlich die Lage aus dem oftasiatischen Kriegsschauplätze begriffen hat. Die Operationen der Franzosen sind daselbst in Folge Truppenmangels so gut wie in's Stocken gekommen, ja, es hat sogar den Anschein, als ob General Briöre de l'Jsle wie Admiral Courbet in die Defensive zedrängt feien und da war es mit der Absendung frischer Truppen wahrlich die höchste Zeit. Die französische Regierung hat offenbar wohl daran gethan, die Verstärkungen der algerischen Colonial-Armee zu entnehmen, da die Mannschaften derselben weit fähiger sind, namentlich in klimatologischer Hinsicht, die btrapazen des Tongking-Feldzuges zu ertragen, als die Truppen der eigentlichen Udarmee. Immerhin werden noch lange Wochen vergehen, ehe die Verstär- blitgen am Orte ihrer Bestimmung anlangen und bis dahin kann sich auf dem Kriegsschauplätze Manches zu Ungunsten der Franzosen geändert haben. In Rußland soll im Januar 1885 eine allgemeine Volkszählung veranstaltet werden. Ma« verspricht sich hiervon nach allen Beziehungen hin interessante Resultate; allerdings ist die Statistik im russischen Reiche bis jetzt Arartig vernachlässigt gewesen, daß man auch bei der bevorstehenden Volkszäh. lung keinen allzugroßen Anspruch auf Genauigkeit wird machen können. So 1 beispielsweise, eine zuverlässige Sterblichkeits-Statistik bis jetzt nur in < Städten eingeführt: in Petersburg, Moskau, Odessa, Kiew, Kestrema und Hrodno. In allen andern Städten, von den Landdistricten gar nicht zu reden, herrscht nach dieser Hinsicht eine vollständige Verwirrung und selbstverständlich Mnen die Schlußfolgerungen, welche die Statistiker aus dem vorliegenden Ma- ttiale ziehen, nicht besonders zuverlässiger Natur sein. V ort an Alle. uUü), LpanisL m D wirklich 90. \W taUM’fdit $crlae^nbh"ll inteipiU- w 1 \ Expedition gisliMW FrankfurU. »• Annahme ^ A*‘6" mmtlWend*lt ' I l S5/J \\ P billig516 //M ^Vx BediemW-y Nr 273 Äw io s M?rr Donnerstag den 27. November Vermischte-. Duisburg, 20. November. In eine seit einigen Tagen schwebende Untersuchung ans Falschmünzerei werden immer mehr hiesige Einwohner verwickelt. Nach einem Bericht, welchen der BetriebSinspector LucuS an die Deutsche Lokal- und Straßenbahn-Gesellschaft, in deren h'efiger Werksiätte sich das Falschmünzernest vor- fond, gerichtet hat, war der Maschinenführer B'hr bereits seit 14 Tagen verdächtig; derselbe hatte versucht, in einer Wirthschaft mehrere falsche Zehnpfennigstücke ouS- zugeben. Am 14. d M. deponirte ein Controlcur, daß ihm der Werkmeister Steinmetz vor mehreren Monaten eine Form gezeigt Hobe, die in der Werkflütte gefunden worden sei und mit welcher Zehnpfenrstgstücke gegossen werden könnten. Der Inspektor ließ hierauf sofort die Wer ksiStie schließen und dieselbe durch die Polizei revidiren. Bet der Durchsuchung fand man denn auch auf dem Bodenraum der Dtullmeisterwohnung in einem Stiefel versteckt sechs fein grov rte Geldpressrn für 20 5 JL--, 2 JU. 1 JL, 50 und 10 H-Stücke. Da der Stiefel sich in einem dem W-rkmeister Steinmetz gehörigen Koffer oorfand, so wurde der Genannte sofort verhaftet; ebenso wurde Bchr festgenommen. Daß Steinmetz die Gravuren selbst angeferttgt, ist kaum anzunehmen. Elberfeld, 21 November. Bier ungewöhnliche Beweisstücke in der Hoch- verrathSproceßsache wider die Anarchisten ReinSdorff und Genossen sind, wie die „Elberf. Ztg." meldet, gestern früh al« Eilgut mittelst Eisenbahn von hier nach Leipzig an da« Reichsgericht abaegargen: vier Etchenstämme von ansehnlicher Länge und Dicke. Die Bäume find vom Orte der That; sie mögen für die Leitung der Zündschnur benützt worden sein. Daß die Hauptverhondlung deS ProcesseS nicht vor Mitte Januar zu gewärtigen sein dürfte, wird unS bestätigt. Braunschweig, 19 November. Ein beklagenSwertherVorfall ist von hier zu melden. Heute Morgen zog man die Leiche deS früheren ersten StaajSanwaltS, späteren Odergerichtsraths a. D. JongS aus der Oker. Der Umstand, daß früher zwei Verwandte dieses Herrn ihr Leben durch Selbstmord beendet haben, läßt viele annebmen, daß auch Herr I. seinen Tod gesucht und gefunden hat. Der Unglückliche war in letzter Zett schwermüihig. Hannover. Man wird sich erinnern, daß bei dem verflossenen hiesigen Schützenfeste gegen einige der Schützen der Verdacht laut wurde, fie hätten durch Be- stechungen eines oder mehrerer Scheibenseher es ermöglicht, ScheibencartonS mit künstlichen CentrumSschüssen in ihre Hände zu bekommen, um die darauf fallenden Gewinne sich widerrechtlich anzueignen. DaS Schützencollegium machte von dieser muth- maßlichen Defraude Anzetgr, die betreffenden Personen wurden verhaftet und tu SO fr VLtK" ic sunar mtniffen m 1,1 Ferdinand (San, Die Tessiner Ultramontanen benutzen die Verquickung staats- Ad civilrechtlicher Fragen in ihrem Handel mit dem Schweizer Bundesrath. M ihrem Verhalten ein formal - correctes Mäntelchen umzuhängen. Im Be- londern behaupten die Rechtsgelehrten der Tessiner Cantons-Regierung, es könne Mt in Zweifel gezogen werden, daß die von letzterer angeordneten Acte der fyciition gegen das liberale Mtglied des Luganer Gemeinderathes, Enderlin, legale gewesen seien, denn dieselben stützten sich auf ein Gesetz und feien in con- Mtioneller Form vollzogen worden. Der Betreffende habe keine Einrede erho- A mstgenommen. 9m unet Orth. Wir suchcu" ' W Eintritt ein einsch seichastshause bestanden bat. Werten erbittet FahnenfabriksHof-Fchi- sabnk) m Bonn. ♦ ♦ Iflltlllt i I ;It mit Erfolg 76i!| raebarzt Gerdte, \ Bingen a Rhein. 1 den und somit stillschweigend die Maßregel als gesetzlich anerkannt. Dem Tessiner Staatsrath könne daher keine civilrechtliche Verantwortung aufgebürdet werden. Wie der Bundesrath, ate administrative und politische Behörde, sich compelent glauben könnte, die Versteigerung de« Enderlin'schen Grundstückes wieder rückgängig zu machen, dies möge er selber auseinandersetzen. — In ähnlichem Tone geht es noch weiter, glücklicher Weise haben alle diese Sophistereien nicht verhindern können, daß die Tessiner Regierung gegenüber dem Bundes- rathe eben zu Kreuze kriechen mußte. Darmstadt, 25. November. [@rfte Kammer der StSnde.l Erste Sitzung. Dienstag den 25. November, Vormittags 11 Uhr. Anwesend am R^gierungStisch die Herren Mlnisterialrath v. Werner und Mmistesialsccretär Dr. Breidert. Nachdem Herr Mlnisterialrath v Werner die hohe Kammer im Auftrage der Großh. R'gieiung für vorläufig constituirt erklärt und derselben die Mitthe'lung gemacht hatte, daß S'. König!. Hoheit der Großherzog allergnädigst geruht habe, Se. Erl. den Grafen v. Görtz zum ersten Präsidenten der hoben Kammer zu ernennen, übernahm derselbe das Präsidium und schrot hierauf die Kammer zunächst zur Wahl des zweiten Präsidenten. Als solcher wurde mit 22 Stimmen gewählt Se. Drnchl. der Fürst zu Asenburg und Büdingen. Zu Secretären wurden gewählt Se. Erlaucht der Graf zu Erbach-Schönderg und Freiherr von Wambolt von Umstadt. Hierauf Schluß der Sitzung; nächste Sitzung morgen Nachmittag 3 Uhr. Tagcs- orbnung: Aussckukwahlen. — 1. Darmstadt, 25. November. ^Hessischer Landtags Heute Vormittag fand die erste Sitzung der 2. Kammer deS neuen Landtags statt. Eröffnet wurde dieselbe durch die Bevollmächtigten Großh. Regierung. Unter Leitung des Alterspräsidenten L»st (Lauterbach) schritt man zur Wahl des Bureaus 2. Kammer und war deren Er, gibniß, daß der seitherige erste Präsident Kugler (Offenbach) alS solcher verblieb, Abgeordneter Wolf stehl als zweiter Präsident gewählt und den Abgeordneten Heinzerling und Arnold je daS Amt eines Srcretärs übertragen wurde. Weitere» kam nicht zur Verhandlung. Morgen Vormittag 11 Uhr wird Se. Königl. Honett der Großherzog den Landtag in Höchsteigener Person feierlich eröffnen und soll sich auch ein Diner im Schlosse anschließen, zu welchem die Mitglieder drs Landtags geladen sind. DonncrSlag den 27. d. M., Vormittags 9 Uhr, tritt die 2. Kammer zu einer weiteren Satzung zusammen, deren Gegenstände in der Wahl der vier Ausschüsse, sowie in den Wahlprüfungen bestehen. Mel, 23. November. Wenn im Herbste eines jeden Jahres die Uebungsschiffe und Kreuzer von ihren Fahrten heimkehren und die schützenden Holzbedachungen in den AusrüstungsbasinS der Werften aufsuchen, dann möchte es scheinen, alS ob der Winter für die Bctriebsstätten unserer Marine eine Art der Ruhe brächte. Diese Ruhe ist aber nur eine scheinbare. Zu Anfang des W nterS erhalten Werften und Aus- rüstungsdepotS Ordre, für die Instandhaltung und Montiruug derjenigen Sch ffe zu sorgen, welche zum Ersatz anderer Schiffe nach überseeischen Stationen oder für die nächstjährigen Geschwaderübungen und zum Dienst in heimischen Gewässern bestimmt sind. In diesem Jahre triffen die Befehle der Marintverwaltung ausnahmsweise früh em und dürfte sich in Folge d-ss n in Bälde eine rege Tbätigkeit auf d * V — LL u. :s a « :cti s ■§ © bß cd © s 00 © •M © bß •rt © 2 © A Bettfedern <£* Daunen Drell, Barchent und Federleinen. Corticine (Korkteppich) zum Belegen ganzer Zimmer. Sopka- & cßcttvot^a^en. Teppi ch-Stoffe. "Wachstuch-und Wachstuchläufer. d