1881 Amts- und Anzeigeblatt sirr den Kreis Gießen. 4B*re**t Schutstraße 7. Betreffend: Erscheint tL-lich mit Ansnechme des Montag». Prei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HLZei f. Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst an, Grund von Schulzeugnissen. Bekanntmachuna. selben Jahres zu erbringen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actensormat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; b ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten e. ein Unbescholtenheitszeugnih, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d. das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zn pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu fein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. Zu pos. d : daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für dir Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und Realschulen I. Ord., sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz-Ordnung (L Thell der Wehr-Ordnung vom 28. Septbr. 1875 — Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden 'hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige 'Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1. Das Gesuch ist beider unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann auzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April des- und zu verpflegen; . Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §$ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatz-Orb. verwiesen. Großherzogliche Prüfungs-Commssfion für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Gros. Wochenschau. Gießen, 26. Juli. Der in Frankfurt a. M. abgehaltene deutsche Handwerkertag hübet, neben den in unserem Großherzogthum stattgehabten Wahlmänner- Wahlen, das einzige erwähnenswerthe Ereigniß der Woche auf dem Gebiete der inneren Angelegenheiten. Ob die auf demselben gefaßten Resolutionen, welche durchweg im Sinne der conservativen und der Centrumspartei abgefaßt sind und sich direct gegen verschiedene freiheitliche Errungenschaften unserer Zeit auf gewerblichem Gebiete richten, auch der Gesinnung der Mehrzahl des deutschen Handwerkerstandes entsprechen, wollen wir hier nicht weiter untersuchen. Besucht war der Handwerkertag von etwa 200 Delegirten und sei hierbei als Curiosum erwähnt, daß der Delegirte der Frankfurter Schuhmacher-Jnnung, -Herr Mondrion, es vorzog, anstatt seine Innung auf dem Handwerkertage zu repräsentiren, als Schütze nach — Leipzig zu fahren! — Im Uebrigen schreiten die Vorbereitungen anläßlich der nächsten Reichstagswahlen rüstig vorwärts und sind bereits in einer großen Anzahl von Wahlkreisen die Candidaten der einzelnen Parteien definitiv nominirt worden. Voraussichtlich wird der kommende 'Wahlkampf dem von 1881 an Leidenschaftlichkeit nichts nachgeben und kann man weiter jetzt schon behaupten, daß sich auch diesmal eine große Anzahl von Stichwahlen nothwendig machen werden. Von kleineren aus dieser Woche vorliegenden Nachrichten ist lediglich zu registriren, daß die Personalveränderung bei der preußischen Gesandtschaft beim Vatikan nunmehr perfect geworden ist. An Stelle des an die deutsche Botschaft in Paris versetzten Freiherrn v. Rothenhan wurde Graf v. Monts zum Secretär der preußischen Gesandtschaft beim Vatikan ernannt und ist derselbe am Dienstag aus seinem neuen Posten eingetroffen. Bald nach seiner Ankunft stattete Graf v. Monts dem Kardinal-Staatssecretär Jacobini rinen Besuch ab. c Am kommenden Sonntag, den 27. Juli, erreicht das 8. deutsche Bundesschieben in Leipzig sein Ende und werden sich die Mitglieder des deutschen Schützenbundes erst in vier Jahren zum nächsten allgemeinen Bundesschießen wieder zusammenfinden unv zwar in der alten Kaiserstadt Frankfurt a. M. Es waren herrliche Festtage, die in Leipzigs Mauern begangen wurden unv alle Festtheilnehmer — in erster Linie die Schützen — werden sicherlich nur mit angenehmen Erinnerungen an das große nationale Fest, dem sie diesmal beigewohnt haben, in die Heimath zurückgekehrt sein. Ungetrübt von politischen und religiösen Gegensätzen und Streitfragen hat dasselbe doch alle deutschen Stämme ohne Unterschied von demselben lebhaften nationalen Sinne beseelt, daß sie gewillt sind, auch fürder kräftig zu Kaiser und Reich zu stehen und dies ist einer der schönsten Erfolge, den wir vom 8. deutschen Bun- desschießen verzeichnen können. Die französische Politik kommt aus ihren auswärtigen Abenteuern gar nicht heraus. Noch ist der neueste Streitfall mit China nicht geschlichtet und schon taucht die Madagaskar-Frage wieder in drohender Gestalt am politischen Horizonte auf. Die Unterhandlungen zwischen den Franzosen und den Howas sind völlig abgebrochen worden. Erstere verlangen denjenigen Theil Madagaskars, der nördlich vom 16. Grav südlicher Breite liegt, sowie eine Kriegs- entschädigung von 3 Mill. Frcs. und Schadloshaltung aller Ausländer, welche während des letzten Krieges Verluste erlitten haben. Da die Howas alle diese Forderungen abgelehnt haben, so bereiten die auf Madagaskar befindlichen Streitkräfte einen allgemeinen Angriff auf die sehr starken vor der Hauptstadt Tannamarivo befindlichen Stellungen der Howas vor. Unter den inneren Angelegenheiten Frankreichs stehen nach wie vor die VerfaffungS-Revision und die Cholera obenan. Ueber erstere wollte der Senat am Donnerstag definitiv Beschluß fassen. Was die Cholera anbelangt, so wird deren Auftreten in Paris von officiöser Seite entschieden in Abrede gestellt, dagegen unterliegt es kaum mehr einem Zweifel, daß sie nicht nur in Marseille und Toulon, sondern nun auch in Arles mit voller Heftigkeit austritt, da Privatberichte von 20 Cholera- Todesfällen berichten, die sich bis jetzt in letztgenannter Stadt ereignet haben sollen. r „ f . In England ist die egyptischeFrage emstwellen ad acta gelegt worden und steht man daselbst vollständig unter dem Eindrücke der gegen das Haus der Lords im Gangv befindlichen Bewegung. Das am Montag im Hydepark zu London abgehaltene Massenmeeting in Sachen der Wahlreformbill, an welchem gegen 70,000 Personen Teilnahmen, war unstreitig eme großartige Demonstration des Volkswillens und dürfte dieselbe den Lords des Oberhauses zur Genüge gezeigt haben, wie wenig Aussicht auf Erfolg ihre ablehnende Haltung gegenüber der Wahlreformbill hat. Das freundnachbarliche Verhältuiß zwischen der Schweiz und Italien ist gegenwärtig ein recht gedrücktes. In der Schweiz herZcht wegen der von der italienischen Regierung wegen der Cholera getroffenen Grenzsperrmaßregeln, die mit großer Rigorosität gehandhabt werden, tiefe Verstimmung gegen das römische Cabinet, zumal die Bemühungen des schweizerischen Gesandten in Rom, Bavier, Italien zur Rückgängigmachung ber Sperrmaßregeln zu bewegen, bis jetzt völlig vergeblich gewesen sind. Vielleicht kommt aber die italienische Negierung selbst zu der Einsicht, wie nutzlos im Grunde derartige vexatorische Maßregeln gegenüber der Cholera sind. Vorerst ist . freilich in Italien die Landquarantäne für die aus Frankreich und der Schweiz kommen- den Reisenden von 5 auf 7 Tage erhöht worden. - __ Das Treiben der „Hellsarmee" in der Schweiz hat in Bern wiederholte Excepe gegen die Scllu- tisten veranlaßt und in Biel beschloß eine große Volksversammlung, dem Bundesrath um das Verbot der Salutistenversammlungen und um dre Ausweisung ausländischer Salutistenofficiere anzugehen. Das neugewählte belgische Parlament rs am Dienstag zu- sammengetrcten und gelangte die neue clericale Aera m Belgien> gleich bei den Präsidentenwahlen der Abgeordnetenkammer zum charakteristischen Ausdrucks Sowohl Präsident Thibaut als auch die beiden Viceprastdenten ^ack unb de Lantsheere gehören der Rechten an. Auch wurde vom Minister des Auswärtigen unter Beifall der Rechten und Protesten der “ 9 eingebracht, welche um den erforderlichen Credit für die W^rherstellung diplomatischer Beziehungen zwischen Belgien und dem päpstlichen Stuhle nach- sucht. Natürlich wird der Credit von der Kammer bewilligt werden. In Warschau nehmen die Verhaftungen anläßlich des bevorstehenden Besuches des Czaren ihren Fortgang. Bis jetzt sollen über 100 Personen ver haftet sein, die der nihilistischen Partei angehören und fast sämmtlich Russen sind. Für den Besuch des russischen Herrschers in der Hauptstadt Polens bilden diese Verhaftungen jedenfalls eine bezeichnende Einleitung. Der Besuch des Königs Karl von Rumänien am Belgrader Hofe wird neueren Dispositionen zufolge erst im October dss. Js. stattfinden. In Wien sieht man der angekündigten Begegnung zwischen den.Herrschern Rumäniens und Serbiens mit besonderem Interesse entgegen, indem man von derselben eine weitere Annäherung beider Staaten an die österreichische Politik hofft. Vermischtes. Berlin. Ein Kaufmann io Weimar ersuchte vor Kurzem seinen hiesigen Geschäftsfreund, er möge ihm zwei sogenannte Ftchus (Halstücher) übersenden. Der Berliner führte den Auftrag in einer Weise aus, daß er die Tücher in ein Couvert und das Couvert einfach in den Briefkasten steckte. Der Auftraggeber wartete und wartete, aber die Tücher kamen nicht; endlich wird er ungeduldig und fragt bet seinem hiesigen Geschäftsfreunde an. Diesem war inzwischen, wie daö „B. T" schreibt, durch die hiesige Stadtpost eine Corrcspondenzkarte folgenden Inhalts zugestellt worden: An Herrn (folgt der Name) SW., Leipzigerstraße. Wie können Sie als Geschäftsmann so leichtsinnig fein, an Ihren Geschäftsfreund in Weimar in einem Couvert als gewöhnlichen Brief zwei Mode-Fichus ä JL 4,50 zu versenden, welche am Sonntag durch geschicktes Opertren aus dem Briefkosten tn meine Klauen fielen und von mir als gute Prise tn Beschlag genommen wurden. Für den Betrag der betgefügten Factura habe Sie mit 9 JL, für verauslagtes Porto mit 20 H, zusammen mit 9 JL 20 4 dankend erkannt und bleibe gern fernerer Zusendung unter denselben Umständen gewärtig. Gebe Ihnen noch den Rath, für die Folge derartige Sendungen nur als Einschreibebrief gehen zu lassen, „auf Gefahr des Empfängers". Empfehle mich Ihnen. S- C- Hufterle, Spitzbube und Gauner." Der Berliner Kaufmann, um eine Erfahrung reicher geworden, packte sofort zwei neue Tücher ein und schickte sie mit einer höflichen Entschuldigung an seinen Auftraggeber tn Weimar. Das betreffende Couvert trug diesmal den Vermerk „Eingeschrieben". — (Vertilgung der Blattläuse auf Bohnen.) Die Frage, gibt es ein Mittel- von den dicken Bohnen die schwarze Müde (Blattlaus) abzuhalten, welche so häufig die ganze Pflanze überzieht und den Ertrag nicht selten vollständig vernichtet, wird tn der „Zeitschrift der landwirthschaftltchen Vereine für Rhetnpreußen" in folgender Weise beantwortet: Ja, und zwar ein ganz unfehlbares 1 Die Milbe entwickelt sich stets in der Spitze uud verbreittt sich von da über die ganze Pflanze. Sobald sie deßhald in der Spitze irgend einer Bohnenpflanze erscheint, breche man sämmtliche Spitzen an allen Pflanzen aus; eS genügt nicht, nur diejenigen Spitzen auszubrechen, in welchen sich schon Blattläuse zeigen; sie müssen vielmehr alle fort! Dieses Ver, fahren schadet den Bohnen durchaus nicht, es ist ihnen im Gegentheil nützlich! Die Milbe erscheint stets erst dann, wenn die Pflanzen schon groß sind und sehr viel Blüthen angesetzt haben; die obersten Blüthen aber, welche mit der Spitze abgebrochen werden, sind stets taub und setzen niemals Bohnen an, deßhalb gehen auch durch das Ausbrechen der Spitzen keine Bohnen verloren; dagegen dringt von dem aufsteigenden Safte keiner mehr in die Spitze, sondern er wird in die anderen Pflanzentheile, namentlich in die unteren Blüthen und die angesetzten Bohnen geführt, wodurch deren WachS- thum befördert wird. Dieses Mittel, die Milbe von den Bohnen adzuhalten, ist ein so wirksames, daß die so behandelten Bohnenbeete verschont bleiben, auch wenn alle andern ringsumher schwarz und gänzlich vernichtet werden. — (Ein lebendig Todter.) AuS Ems, 20. Juli, wird dem „Fr.Journ" folgende drollige Geschichte erzählt: Ist da in dem Städtchen Sayn ein Bäckergeselle, der bereits zwei ganze Monate unter dem süßen Joche des Ehestandes schmachtet. Doch scheints dem jungen Ehemanne nicht allzu sehr brhagt zu haben in den ungewohnten Banden, denn — eines Morgens ist er, ohne zärtlichen Abschied von seinem jungen Weibchen genommen zu haben, spurlos verschwunden. Bald darauf fand sich unser wanderlustiger Bäckergeselle auf der Herberge in Ems ein und hier kam ihm just ein toller Gedenke. Im Namen des Herbergsvaters schrieb er einen Brief an die Frau Bäckergeselle N- N- zu Sayn deS Inhalts, der Bäckergeselle N. N. sei am . . ten Juli hier in EmS gestorben und werde schon morgen begraben. Um der guten Frau den Anblick der Leiche zu ersparen, war noch die ausdrückliche Bitte betgefügt, sie möge nicht zur Beerdigung kommen, es werde hier AlleS in Ordnung gebracht und ihr die Hinterlassenschaft des Verstorbenen zugeschickt werden. Die arme Frau traf nun vorgestern ganz bestürzt in Begleitung eineS Verwandten hier ein, um daS Nähere über den Tod ihres guten Mannes zu erfahren. Der erstaunte Herbergsvater weiß nichts von dem Tode des Bäckergesellen N. N-, sagt vielmehr, der habe ja bei einem hiesigen Meister Arbeit gefunden. In Begleitung eineS Schutzmannes begaben sich die drei in besagte Werkstelle und — Tableau! Der Durchgänger machte Miene, in den Backofen, der zufällig nicht geheizt war, sich verkriechen zu wollen, wenn ihn sein Weibchen nicht unter liebevoller Umarmung zurückgehalten hätte. So konnte denn die junge Gattin mit dem lebendigen Leichnam ihres Mannes nach Hause zurückkehren. — (Verhaftung eines Falschmünzers ] Am Montag Abend hat die Mainzer Sicherhtttsbehörde einen guten Fang gemacht; es ist derfelbrn nämlich gelungen, die Wohnung eines Falschmünzers zu entdecken und sämmtliche zur Falschmünzerei gehörigen Sachen, alS Formen, Metall rc, mit Beschlag zu belegen. DieS alles geschah in Abwesenheit des Falschmünzers — eines erst kürzlich hierhergezogenen SteindruckerS, der, als er spät am Abend seine Wohnung aufsuchen wollte, von der Polizei in Empfang genommen wurde. Der Falschmünzer scheint cs — nach den gefundenen Formen zu urtbeilen — hauptsächlich auf die Fabrikation von falschen 20 Pfennigstücken abgesehen zu haben. — (Ein Roman aus dem Leben,) Man schreibt auS Olmüh: Ehen werden im Himmel geschlossen. Wie oft dieses Sprichwort auch zum Wahrwort wird, möge folgendes auf authentische Mitthetlung beruhende Beispiel darthun. Vor nicht langer Zeit verlobte sich ein Lehrer der nahen Gemeinde N- und machte hiervon seinem derzeit in Amerika weilenden Bruder Mitthetlung. Dieser neugierig, seine künftige Schwägerin wenigstens im Bilde kennen zu lernen, bat seinen Bruder um Einsendung einer Photographie seiner künftigen Gattin, welchen Wunsch unser Bräutigam denn auch sofort seiner Braut zur Erfüllung auftrug. Statt aber ihr eigenes Bild dem nach Amerika adressirten Schreiben beizulegen, schloß sie tn der Zerstreutheit eine Photographie ihrer jüngeren, noch ledigen Schwester bei und ixpedirte so den Brief. Kurz darauf kamen die Brautleute zur Kenntniß des unterlaufenen JrthumS und beeilten sich, demselben unter Einsendung des richtigen Bildes und unter Anschluß des nöthigen GommentarS gut zu machen. Unser Amerikaner, dem das schwesterliche Konterfei gefallen haben mochte, wendete sich sofort brieflich an den Bräutigam mit der Anfrage, ob das Original jener irrthümlich nach der neuen Welt gelangten Photographie noch zu Haden sei. Die diplomatischen Unterhandlungen wurden rasch zu Ende geführt und ehe man eS sich versah, befand sich unser lediges Fräulein auf dem Wege nach Amerika, um via Hamburg in die Arme des ihrer harrenden Bräutigams zu eilen. Verkäufe und Verpachtungen, Betheilignrrgen, Stellen-Vakanzen re. werden am sichersten durch Annoncen in zweckentsprechenden Zeitungen zur Kenntniß der bez. Reflektanten gebracht; die einlaufenden Offerten werden den Inserenten iw Original zugesandt. Nähere Auskunft ertheilt die Annoncen-Expedition von Rudolf Moffe, Frankfurt a. SW., Roßmarkt Nr. 3. Vertreter in Gießen: HeinriH Wallach, Marktplatz 8. 3975 Montag btn 28. l. Mts , von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause versteigert werden: «X Maurerarbeit, veranschl. zu 263,68 Zimmerarbeit, „ „ 46,00 Schlosserarbeit, „ „ 35,00 Weißbinderarbeit, „ „ 103,62 Pflästererarbeit, „ „ 772,71 Gießen, am 24. Juli 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 4931 A. Bramm. Auf freiwilliges Anftehen des Herrn Auftus BLrrn dahier werden in dessen Wohnung, Hammstraße, nächsten Montag den 28. d. M., Nachmittags 2 Uhr, verschiedene Mobiliargegenstände gegen Baarzahlung versteigert, als: 5 vollständige Betten, 1 Buffet, 3 Wirtbstische, 5 Wirtysbänke, 2 noch gute Hobelbänke, verschiedenes, gut erhaltenes Schreinerwerkzeug, insbesondere sehr schöne Kehlhobel, eine große Parthie Schraub- u. Deckel- zwmgen, Schreinerabfallholz, Nußbaumbohlen rc. Die Gegenstände können Sonntags ein- gesehen werden. Gießen, drn 25. Juli 1884. Bühner, 4956 Gerichtsvollzieher. Ieikgeöotenes. Frischen Zwiebelkuchen Z Montags u. Donnerstags, Morgens 9 Uhr, bei Emil Noll, Löwengasse. 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Unverzagt, Steinstraße. ~ 3734 Ein Familienlogis, bestehend aus 5 Zimmern mit Zubehör und Gartenan- therl, ist per 1. September zu vermiethen. Otto Schmidt, Seltersweg 67.0 4872 Ein kleines Familienlogis zu ver- miethen. Neustadt 27._ 4836 Ein kleines Logis zu vermiethen Kaplansgasse 25. 4392 In meinem Hause (Ostanlage) ist der 1. und 2. Stock, je 6 Zimmer, nebst Mägdekammer und Gartenantheil sowie Pferdestall, Remise und Burschenzimmer zu vermiethen. Louis Hellmold. 4373 Zwei fein möblirte Zimmer zu vermiethen. Alicenstraße 11. 4682 Ein möblirtes Zimmer ru ver- nnethen. Marktstraße^bei M. Weiner. t®er 2* S^ck, 4 Zimmer! Küche u. Zubehör, zu verm. Frankfurterstr. 69. mittlere Stock - 5 ZiH^H nebst Zubehör - pr. 1. October oder früher zu vermiethen. __ I. Stein, Architekt. a ^ Wohnung von 4 Simmern mit allem Zubehör zu vermiethen. Chr. Schopbach. 3998 Logis, 7 Zimmer mit allem behor, zu vermiethen. Gartenstraße 27, 3914 Durch Versetzung des Herrn Ober^ postsecretars Garthe ist der obere Stock memes Hauses, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehör, anderweitig zu vermiethen. Emil Fischbach. 2412 Der 2. Stock meines Vorderhauses, bestehend aus 6 Zimmern mit Zubehör, per 1. October, auch früher, zu ver- miethen. Wilh. Seipp, Ludwigspl. 6. 4154 Die Familienwohnung in den Mansarden meines Hauses zu vermiethen. Dr. Dornseiff, Schulstr. 10. Rebatttion; Zieheiler (foncerbüerein Oratorium in drei Abteilungen von Georg Friedrich Händel, des Preise der Karten (für Nichtmitglieder), welche in der Ricker’- 4861 3 JL Für die rühmlichst bekannte r. Metsch) tu Gießen. 2 1 Sperrsitz Nichtnummerirte Plätze im Schiff der Kirche und auf der ersten Emporbühne . Auf der zweiten Emporbühne Vermischte Anzeigen. 4934 Einen Schreinergeselleu sncht Reinh. Wagner, Marktstr. 8. Auswanderer < nach Amerika, Afrika, Asten und Australien in der Bearbeitung von W. A. Mozart, unter Leitung Grossh. üniversitäts - Musikdirectors Herrn Adolf Felchner und gütiger Mitwirkung von Frau Felix Schmidt-Kühne aus Berlin (Sopran), Fräulein Marie Schneider aus Cöln (Alt), Herrn August Ruff aus Mainz (Tenor), Herrn Dr. Franz Kriickl aus Frankfurt a. M. (Bass), Herrn Martin Steiner aus Giessen (Orgel), des akademischen Gesangvereins, sowie des durch auswärtige Künstler verstärkten Vereins-Orchesters. A w' stets nach allen Gegen- den placirt. Fahrg. 29, Frankfurt a/M. (3196) Xreufty. Fünftes Concert (im 92. Vereinsjahr) am Mittwoch den 30. Juli 1884, Nachmittags 4 Uhr, in der Stadtkircne: mit oder ohne Wohnung zu vermiethen. 4805 Jul. Buch, Wettergasse 3. 4176 Ein Laden sofort zu vermiethen. _____Neuenweg ll._ 4450 Ein Eckladen nebst Wohnung sofort zu vermiethen bei F. Fürst Wwe. 4306 Eine Scheuer, auch für Lager geeignet, zu vermiethen. Kreuzplatz 10. 4216 Zu vermiethen ein möbl. Zimmer mit Cabinet im Vorderhause, auch kann ein Stübchen dabei abgegeben werden. Ludwig Orth, Neuen Bäuen 11. J Kirchenplatz 3. ♦ „ - - Hauptprobe (Dienstag den 29. Juli, Nachmittags J/25 Uhr) 1 JL über Bremen und Hamburg: befördert zu den billigsten Preisen ® —--------~SckttfhoK Gießen. »Eästtiv" Wiefeck. 3 “ 5”“«3«uU HM, IXZ. uerbunben mit Fahnenweihe, ladet ergebenst ein Das Fest Comite. sehen Buchhandlung und Musikalienhandlung von VV. Rudolph zu haben sind (woselbst auch Textbücher zu 10 H): 5 Einem geehrten Publikum em- 5 O pfiehlt sich bestens 47615 | Frau Gerlipp ♦ ♦ Hebamme $ Gesucht. « Mädchen, welche in Küche und Hausarbeit gründlich erfahren sind und gute Zeugnisse aufweisen, können sehr gute Stelle bekommen in einem kleinen Haus halt gegen guten Lohn. Auch wird ein Mädchen gegen hohen Lohn nach auswärts gesucht, welches Liebe u Kindern bat. Das Nähere auf dem Vermiethungs- Bureau von Frau Müller, Löwengasse. 485J. Perfekte Cignrreu-Roller n. Sortirer gesucht. McBio Schirmer. Färberei und Chemische Wsschznstsli voa J. C. Böhler i» Fraekfun a. 61. roetben Aufträge jederzeit gern entgegen genommen mid pünktlich ausgeführt durch 4721 —■■ :-------------------------am Kreuz. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 4940 Arbeiterinnen finden dauernde und lohnende Beschäftigung im Lumpengeschäft von Hermann Hess, Bleichstraße 2. welche schon in ähnlichem Geschäft gearbeitet haben, erhalten den Vorzug. ___4692 4691 Für einen im Gemischten-Waaren- geschäft bereits bewanderten Jungen, 15 Jahre alt, wird zu weiterer Ausbildung in einem ähnlichen oder Manu- facturgeschäft in Gießen Stelle gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. Gesucht! Eine Dame oder ein Herr, durchaus zuverlässig und gewissenhaft in der Ausführung übernommener Arbeiten, wird zur Aushülfe auf 1 bis 2 Monate für das Comptoir eines feinen Geschäftes gesucht: gute deutliche Handschrift ist erforderlich. Schriftliche Offerten unter X Y Z durch die Exped. d. Bl- 4924 An Hausbursche : 5(6 Sdtmfl M Innern uni jebteiben an die betreffend: Dl Nachdem in mehreren $t der bestehenden artige und richt über die betr. i I. Berechnung insbesondere I Bei Jmm Verordnung w Werth des Geg nun zwar in trachtet werder entspreche, ift' gäbe des §' unseres Auss^ stempel- und i Nach bii in welchen Eil Als We Guts abzüglich darauf geiegter im Sinne imfe Dabei fc. scheiniMg des abzüglich des 2 Austreiben N oder ob wegen genauere Berei gäbe der wahr! ÄerücksichtigW vorzunehmen je n. Die Best! 18. Januar 18 Feld der Anwe Die Abn! rcher oder ®e Das $ei wr dem 1. ß(