L88Ä Dienstag den 27. Mai Erscheint rnit Ausnahme des Morrtrr§9. V^s«rrs r Schvtftraße 7. R'VtiK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Pf. '^Nt, Gießen, am 26. Mai 1884. Betreffend: Aufsicht über das Fasselrneh. an 364i M liefern. In gleicher Weise haben vereidigte Makler Tagebuchauszüge, welche dergleichen Geschäfte gewerbsmäßig als nicht vereidigte Makler vermitteln, Verzeichnisse zu führen und vorzulegen. — In der Jungserhaide unweit Saatwinkel hatten sich gestern in früher Morgenstunde gegen 3000 Soeialdemokraten ein Rendezvous gegeben, angeblich um über diejenigen Abgeordneten der deutsch-freisinmqen Partei, welche für die Verlängerung des Socialistengesetzes gestimmt, zu Bericht zu sitzen. Die Behörden hatten indessen von diesem Meeting unter freiem Himmel Wind bekommen'und schleunigst wurden Gensd'armerie-Mannschaften aus den beiden Kreisen Osthavelland und Niederbarnim aufgeboten und. nach dem Versammlungsort beordert, woselbst sofort die Auflösung des Meetings erfolgte. Es mag dabei nicht ganz friedlich hergegangen sein, denn die Gensd'armen sahen sich genöthigt, 13 Verhaftungen vorzunehmen. Elf der Verhafteten wurden nach Tegel, zwei nach Plötzensee abgesührt. Mehrfache Versuche, das Meeting in kleineren Gruppen fortzusetzen, wurden durch die Gensd'armen vereitelt. Berlin, 24. Mai. Der Kaiser empfing heute Vormittag den Besuch des Kronprinzen, welcher zuvor die combinirte Garde-Jnsanterie-Brigade hier- felbst besichtigte und heute Abend zu den Vermählungs-Feierlichkeiten nach Rum- penheim abzureisen gedenkt. Sodann sand in Gegenwart der kronprinzlichen Familie die Grundsteinlegung zu der neuen englischen Kirche statt. — Der Kronprinz ist Abends mit Extrazug nach Rumpenheim abgereist. — Die Actiengesetz'Commission strich aus Antrag Mayer (Halle) Alinea 3 des Artikels 173, so daß die Ausstellung von Actien nur auf Inhaber zulässig ist. Alinea 2 des Artikels 181 wurde mit Antrag Porsch angenommen, wonach das darin zum Nächtheil der Privatgläubiger eines ausscheidenden, persönlich hastenden Gesellschafters eonstituirte Privileg von 5 Jahren auf 3 Jahre beschränkt wild. Artikel 181a bis 185 blieben unverändert und 186 bis 201 wurden mit den zum dritten Titel bereits früher beschlossenen Aenderungen angenommen. Leipzig, 21. Mai. Kraszewski wird — wie die ihm Nahestehenden versichern — kein Gnadengesuch überreichen. Der zweite Verurtheilte, Hentsch, wurde heute in's Zuchthaus nach Halle abgeführt. Die gesammten Proceßkosten im Betrage von nahe 10,000 JL muß Kraszewski allein bezahlen, weil Hentsch notorisch kein Vermögen besitzt. Rostock, 24. Mai. Heute früh 6V2 Uhr brach in einem Speicher, in welchem sich die Montirungs-Bestände des Füsilier-Regiments Nr. 90 befanden, Feuer aus. Der Speicher ist ausgebrannt. IrarrLreich. Paris, 24. Mai. Der Versassungs-Nevisions-Entwurf wurde heute in der Kammer eingebracht; derselbe enthält einen einzigen Artikel, der die bekannten Punkte, worauf die Revision sich zu erstrecken hat, angiebt. Die Motive setzen die Ansichten der Regierung auseinander über die verschiedenen, dem Congresse zu unterbreitenden Punkte und legen dar, diese Punkte seien nicht vollständig formulirt; es bleibe dem Congresse überlassen, eine genaue Fassung derselben festzustellen. — General Thomassin ist anstatt des General Berckheim zum Comman- beur des 4. Corps, der diplomatische Agent in Tientsin, Fournier, zum Linien- schiffs-Capitän ernannt. — Anläßlich der morgen bei den Grabstätten der Communards auf dem Kirchhofe Pöre la Chaise beabsichtigten Kundgebung sind von der Polizei umfassende Vorkehrungen getroffen, um jede Ruhestörung fernzuhalteNi Deutschland. Darmstadt, 24. Mai. Se. Königs. Hoheit der Großherzog, Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Elisabeth und Se. Hoheit der Fürst von Bullen sind gestern Abend 10 Uhr aus England hierher zurückgekehrt. Die Herrschaften wurden am Bahnhose von Ihren Großh. Hoheiten den Prinzen Heinrich und Wilhelm empfangen. Darmstadt, 24. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfinden heute den Oberstabsarzt Dr. Metzler vom Infanterie-Regiment Nr. 98 aus Mtz, den Oberbürgermeister Ohly; zum Vortrag den Staatsminister Freiherrn r. Starck, den Geh. Cabinetsrath Dr. Becker. — Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 30. April den provisorischen Lehrer an der Realschule zu Michel- sladt Dr. Herrmann Reutzel zum Lehrer an dieser Anstalt, am 3. Mai den Oberrechnungs-Probator 2. Klasse bei der zweiten Abthei- üwg der Justificatur der Oberrechnungs-Kammer Johann Philipp Konrad Zeh M Oberrechnungs-Probator 1. Klasse bei der gedachten Justifieatur-Abtheilung - zu ernennen. Darmstadt, 24. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Berlage Sir. 10) enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Civildiener-Wittwenkasse-Commission, die Ergebnisse der Verwaltung der Civildiener - Wittwenkasse von den Etatsjahren 1881-/82 und 1882/83. 2. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justrz für das Etatsjahr 1884/85 zur Bestreitung von Communal-Vedürfnissen in den Ge- niemden des Kreises Worms genehmigten Umlagen. 3. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Dieburg, die Umlagen der israe- Aschen Religions-Gemeinde zu Schaafheim für 1883/84 betreffend. 4. Ordensverleihung. 5. Namensveränderungen. 6. Concurrenzeröffnung: f . . _ r n „ Erledigt ist: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle <111 der Gemeindeschule zu Bodenrod mit einem Gehalt von 900 Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. , „ Berlin, 24. Mai. Die dem Bundesrathe vorgelegte Novelle zum Nchsstempelgesetz unterwirft Kauf-, Rückkauf-, Tausch-, Lieferungs- und sonstige Anschaffungs-Geschäfte über die im Auslande zahlbare Wechsel, auslandrsche Anknoten oder ausländisches Papiergeld, ferner Werthpapiere der unter 1, 2 und 3 des Tarifs bezeichneten Art, ober Mengen von solchen Sachen oder Waaren jeder Art, die nach Gewicht, Maß oder Zahl gehandelt zu werden Wiegen, sofern diese Sachen ober Maaren zur Weiterveräußerung in derselben Beschaffenheit ober nach vorgängiger Bearbeitung oder Verarbeitung bestimmt finb, einem Steuersatz von 2/io pw Mille vom Werth des Gegenstandes des Geschäfts in Abstufungen für je 1000 ober einen Bruchtheil dieses Betrages. Ais Gegenstand des Geschäfts gelten nicht die Prämie, der Curs oder Preis- Aierschied, sondern die Wechsel, Banknoten ober das Papiergeld, ferner oie 'Archpapiere ober die Sachen ober Maaren, auf welche bas Geschäft sich bezieht. > Jnlande wohnhafte Personen, welche die abgabenpflichtigen Geschäfte für tigerte Rechnung ober als Commifsionäre gewerbsmäßig betreiben, haben ein den Namen lautendes, von der Steuerbehörde beglaubigtes Steuerbuch zu "ihren, die abgabenpflichtigen Geschäfte darin einzutragen, am Monatsfchluffe iis Steuerbuch abzuschließen, spätestens am sechsten Tage des folgenden Monats ■.unten: Einzahlung des berechneten Abgabenbetrages an die Steuerbehörde abzu- rec/ie lau Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die GrostherzoglirHen Bürgermeistereien der nackrbenannten Orte. Die Besichtigung der Gemeinde-Zuchtstiere und Zuchteber durch die von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein gewählte Commission wird folgenden Tagen stattfinden: 1) Freitag den 30. d. M. in Garbenteich, Hausen, Watzenborn-Steinberg, Grüningen, Holzheim, Ober-Hörgern, Eberstadt, Dorf-Glll äße. hiermit di- )er )tto tot: steiften grüningen. il nas Comiti etger, unt> ai 1884. 4 lUjr, 'IWaben, atl berfarj Neüi^inc aeliteg, Carl Schwalb scnberft. ? iai: aeliten H. Bogel. und Lich; 2) Samstag den 31. d. M. in Steinbach, Albach, Annerod, Oppenrod, Burkhardsfelden, Hattenrod, Ettingshausen, Minster, Ober- Bessingen und Nieder-Bessingen. Sie wollen die Bullen- und Eberhalter anweisen, zur fraglichen Zeit zu Hause zu bleiben und die Thiere der Commission bei deren Eintreffen vor- zuslchren, auch sich selbst bereit halten, um etwa verlangt werdende Auskunft zu ertheilen. Weiter empfehlen wir Ihnen, die Mitglieder des Vereins zur Züchtung und Veredlung der reinen Vogelsberger Rrndvreb- raffe, ober solche, welche biesem Vereine beitreten wollen, davon in Kenntniß zu setzen, daß auch Kühe, welche zur Züchtung dieser Rasse verwendet werden sollen, der Commission zur Besichtigung vorgeführt werden können. Dr. Boekmann. ___ hg m .. I Bei dem Heranwachsen der Feldfrüchte machen wir auf die durch die Hagelversicherungsgesellschasten gebotene Gelegenheit zur Versicherung gegen 1 Unter l Hagelschäden unter dem Anfugen aufmerksam, daß Collecten für Hagelschäden nicht statthaft sind. ' Gießen, am 23. Mai 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen. latreeaopfg Dr‘ Soefmantt- —^^Lormanu. Schiffsnachrichten. Bremen, 23. Mai. [gjer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampf« Hobenzollern, Capt. A- Meier, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. Mat von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen. Bremen, 23. Mai. Der Postdampfer Werra, Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 14. Mai von Newyork abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Poft und Ladungi 6*/a Uhr Nachmittags die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 743 Passagiere und volle Laduna. Wafferwärrrre der Lahn. Am 26. Mal, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: W/20 R- - Hungen, 22. Mai. Gestern Abend gegen 10 Uhr verschied nach sechStSgigem Krankenlager in Folge einer heftigm Lungenentzündung, die Fürstin-Wittwe Ottilie zu SolmS-BraunfelS im 77. Lebensjahre. Sie war eine edle Fürstin im wahren Sinne des Wortes, freundlich und gut gegen Alle, die mit ihr in Berührung kamen, den Armen und Kranken eine große WohlthLtertn. Durch ihre Fürsorge für diejenigen, welche Hülfe bedurften, hat sie manche Thräne getrocknet, manche Wunde geheilt. Die hohe Dame hat sich durch ihren menschenfreundlichen Sinn hier ein bleibendes Denkmal gesetzt und wird in unvergeßlichem Andenken bleiben. Die Beisetzung der Leiche erfolgt Montag den 26. d. M-, Nachmittags 2 Uhr, auf Kloster Altenberg bet Wetzlar. Mainz, 22. Mai. Laut einer Mittheilung an die Hess. Ludwigsdahn hat das Ministerium in Berlin unter Verzichtlcistung des von dem Krtegsministerium zu fortisikatorischen Anlagen verlangten Betrags von über eine Million Mark zu dem Bau der Elsenbahnbrücke über die Petersaue die Genehmigung ertheilt, welche die Verbindung mit der Westerwaldbahn Herstellen wird. . ,, . Mainz, 21. Mai. Heute vor 700 Jahren sand in Mainz eines der glänzendsten Feste statt, welches die Geschichte kennt. Auf Pfingsten, 20. und 21. Mat 1184, hatte der Kaiser Friedrich I , Barbarossa, einen Fürftentag nach Mainz ausgeschrieben. Der Stadt gegenüber, zwischen Rhein und Main, hatte der Kaiser Zelte oufschlagen lassen und zwar in so großem Umkreise, daß sie den Anblick einer Zweiten Stadt gewährten. Aus allen Nachbarländern, von Illyrien bis nach Spanien, kamen Fürsten und Rttter. Unübersehbare Vorräthe von Lebensmitteln waren aufgehäuft; am Meisten aber war der unermeßliche Weinvorrath zu bewundern, den der Kaiser rhetnauf und rheinab hatte kommen lasten. Er selbst erschien an der Seite der Kaiserin Beattix, von 5 Söhnen umgeben. DaS Truchseß- und Schenkenamt, das des Marschalls und Kämmerers versahen Fürsten und Herzöge. Als der Erzbischof von Mainz, Konrad von Wtttelsbach, heranritt, folgten ihm, in strahlenden Helmen und Panzern, 1000 Ritter. Beim Herzog von Böhmen waren 2000, beim Erzbischof von Köln 1500, beim Rheinpfalzgrafen über 1000, ebensoviel beim Landgraf von Thüringen, beim Herzog von Sachsen 700, beim Herzog von Oesterreich 500, ebensoviel beim Abt von Fulda rc. Im Ganzen waren mehr als 40,000 Ritter in Mainz versammelt. Am Pfingstfest ging der Kaiser und die Kasterin in feierlichem Zuge mit der Krone auf dem Haupte; auch Heinrich, Ihr Sohn, trug eine Köwgskrone. Pfingstmontag nach dem Hochamt war die eigentliche Frier, wozu der Kaiser den Fürstenlag ausgeschrieben. Zwei seiner Söhne wurden zu Rittern geschlagm. Der Kaiser gürtete ihnen daS Schwert um, Ritter schnallten ihnen die Sporen an, ihr Schwert wurde Gott und den Heiligen geweiht. Außkand. Petersburg, 24. Mai. Der Kaiser hat dem Generallieutmant, Ge- reral'Quartiermeister Grafen Waldersee, die Insignien des St. AnnemOrden« 1. Klaffe in Brillanten, dem Hosmarschall Sr. Kdmgl. Hoheit des Prmzen, von Liebenau, den St. Stanislaus-Orden 2. Klaffe nut dem Stern, dem Hauptmann v Krosigk den St. Stanislaus-Orden 2. Klaffe und dem Hauptmann v Bülow den St. Wladimir-Orden 4. Klaffe verliehen. Moskau, 24. Mai. Heute früh besichtigte Prinz Wilhelm das Grena- dier-Reqiment Friedrich Wilhelm IV. und die jungen Mannschaften von 4 Jn- fanterie-Regiinentern, deren Musik-Corps beim Erscheinen des Prmzenl d.e preußische Nationalhymne intonirten. Hierauf nahm derPrinz das. Hausi der Bojaren in Augenschein und begab sich zuruck nach dem Krenll, "^lbst er die Uspensky-Kathedrale, Archangel-Kathedrale und P^mrch-n.Sakrfftel beschaute und sich dann in seine Geniächer zuruckzog. Nach dem Frühstück >m Palais, an welchem Dolgorukow theilnahm, besah der Pnnz die Erloserkirche, TOofelbft Dolgorukow dem Prinzen die Beschreibung der Kirche m prachtvollem Einband und eine silberne Medaille zum Andenken an d,e Kirchenemwelhung überreichte. Darnach begab sich der Prinz nebst Gefolge in russischen vierspännigen Egul- vagen nach Sperlingsbergen und Alexandra. Nach der Rückkehr dmrrte der Prinz bei dem Grasen Orlow Dawydow, dem Präsidenten des Moskauer Hof-Comptoirs.. Telegraphische Depesche«. fBolff’4 ielsgr. Eoerespottdrm-Bureau» Frankfurt a. M., 25. Mai. Se. K. K. Hoheit der Kronprinz, welcher in Gelnhausen einen kurzen Aufenthalt genommen und die dortige Bar- baroffa-Burg, sowie die Marienkirche besucht hatte, ist heute Nachmittag um io IXßr 45 Mm. hier eingetroffen und in dem mit Fahnen und glaggen ge» schmückten Postgebäude abgestiegen. Aus der Fahrt nach dem ^ftgebdube würbe Se. K° K. Hoheit von dem Publikum mit brausenden Hurrahs begrüßt. I — Nach dem Diner, an welchem der General v. Oppeln - Bromkowski, der Geheime Postrath und Oberpostdirector Heldberg, der Polizeipräsident Her- aenhahn und der Director Lathmer theilnabmen, begab sich Se. K. K. Hoheit m Wagen nach Rumpenheim, um Die Kaiserin von Rußland, die Königin von Dänemark und die übrigen daselbst anwesenden Fürstlichkeiten zu begruben Bremen, 25. Mm- Die Nettungsstat.on Amrum der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schtfivrüchtger telegravhtrt: Am 25. Mat von dem englischen Fischkutter Osprly" Nr. 31 Capitän Richard Cock, gestrandet auf dem Hottknop von Amrum, 5 Personen gerettet durch Rettungsboot „Theodor Preußer der Station Kntephafen, steifer Nordwind, Rtttungsbot 12 Stunden unterwegs. Weimar, 25. Mat. Der von den Thüringer Nationalliberalen heute hier ab- gehatten^ Parteitag war aus allen Thürtngschen Staaten zahlreich besucht und nahm | «ine Resolution an, welche das Etnverstävdniß mit den Berliner und Heidelberger Erklärungen zum Parteiprogramm von 1881 aussprickt. Brüssel, 25. Mai. Heute haben tm ganzen Lande die Prooinzialwahlen und zwar zum ersten Male nach dem neuen Wahlgesetze stattgefunden; die Ltberalen baden Mele Sch- o-rlor-n. In Brabant wurden 7 Liberale durch 7 Katholiken ersetz,, tn der Provinz Namur verloren die Ltberalen 3 Sitze, in Antwerpen wurden mit einer Mehrheit von 500 Stimmen an die Stelle von 26 Liberalen 26 Katholiken gewählt. In Luxemburg haben die Liberalen die Majorität. In den übrigen Provinzen ist das Wablergebniß unverändert geblieben. 9 Daris 25. Mat. Die Grabstätte der CommunardS auf dem Kirchhofe von Dere Lackaffe wurde heute ftüh von nur wenigen Personen besucht. Gegen 11 Uhr ^schienen in mehreren Gruppen etwa 150 Personen, darunter einige Frauen welche zwtt große rothe Jmortellenkranze trugen. Die Polizei ließ dieselben ungehindert d e Grabstätten betreten und die Kränze niederlegen. Einer d" Teilnehmer an der Manifestation hielt darauf eine Rede, an deren Schluß ein Hoch auf die Commune: aus- gebracht wurde. An den Wegen und Eingängen zum Kirchhof herrschte vollständige Ruhe. Das Welter ist sehr ungünstig, es fällt starker Regen. — Der Weinhändler Auban - Mo'st aus Epernay erklärt in einer von den Journalen veröffentlichten Zuschrift die Blättermeldung, daß seine Frau zu Gunsten des Prinzen Victor Napoleon testamentarisch verfügt habe, für unbegründet. Ntt», 25. Mai. Die Skupschtina überreichte heute Vormittag m corpore dem König die von ihr beschlossene Adresse, welche vom Präsidenten Kuiundtt verlesen wurde. Der König dankte der Skupschtina für den patriotischen Ausdruck ihrer Gefühle und ihrer Liebe zu ihm und dem Königshause. Nach den Kümpfen für die Un- abbänaiakeit sei jetzt die Periode der Culturarbeit auf allen Gebieten eingetreten, cr sei erfreut durch den patriotischen Geist und die Einigkeit der Skupschtina, die den heutigen Tag an die glücklichsten Tage seines Lebens, an den Tag der Geburt seines Sohnes und an den Tag der Herstellung des Königthuws anreihe. Die Rede des Königs wurde mH stürmischem Beifall ausgenommen. Der König erkundigte sich darauf «och nach dem Gang der Arbetten in der Skupschtina und zeichnen l nzelne Abgeordnete durch besondere Ansprachen aus. AuS der Provinz Sachsen, 20. Mai. In dem Dorfe Drabitz bei Weißenfels erschlug gestern Nachmittag im Streite der Oeconom Ködderitzsch seinen eigenen Vater. Kurze Zett hierauf fand man den Thäter selbst tobt vor; er hatte sich in einem benachbarten Gehölze erhängt. Der ältere K. hatte sein Gut vor einiger Zeit an seinen Sohn abgetreten. Hamburg, 19. Mai. Der bet St. Vincent gesunkene Kosmosdampfer „Dev- derah' soll gehoben werden. Die hiesigen, stark betheiligten Versicherungsgesellschaften haben bereits mit der Liverpooler Bergungdgesellschaft dahin abgeschlossen, daß diese den gesunkenen Dampfer gegen 25 pCt. vom Werihe der Ladung und 30 pCt. vom Werthe des Schiffes nach Hamburg bringen soll. Gelingt die Hebung nicht, so erhätt die Liverpooler Gesellschaft, die bereits einen ihrer Dampfer nach St. Vincent gesandt hat hat, keinerlei Entschädigung. Unter der Ladung des .Denderah" befindet sich außer andern chilenischen Landesproducten auch für 500,000 X Silbererz. — In einer hiesigen chemischen Fabrik «xplodtrte ein Dampfkessel; zwei Arbeiter wurden schwer verletzt und der Director der Fabrik, Dr. Carl Sommer, fürchterlich verstümmelt, so daß er nach wenigen Minuten seinen Geist aufgab. — Die Hagenbeck'scke Singhalesen- Ausstellung, bte hier ein ganz ungewöhnliches Aufsehen gemacht hat, kostet dem Ver» anstalter bereits ein Vermögen. Einige Zahlen aus dem Budget des Herrn Hagen- beck dürften von allgemeinem Interesse fern. 20 große Arbeitselephanten kosteten zu dem Einkaufspreis von 6000 X daS Glück 120,000 X, während 2 Rtesenelephanten (bte größten, die j; tn Europa gewesen sind) 30,000 X kosteten. Die übrige Thier- karawane und die mitgebrachten Gerälhschaften verschlangen die Summe von 18,5C0 X Vier mit der Zusammenstellung beauftragte und nach Ceylon entsandte Agenten gebrauchten 39,520 X. Ihre aus Ceylon datirten Telegramme (das Wort zu 4,80 X) kosteten 4000 X. Die Reisespeseu der ganzen Karawane von Ceylon nach Triest br- liefen sich auf 13,650 J4, diejenigen von Trieft nach Hamburg auf 8760X unb^bcr Hamburger Aufenthalt erforberte einen Aufwand von 26,000 X. — kurz, in Summa 260,430 X. Herr Hagenbeck berechnet die Gesammtkosten seines großartigen Unternehmens nebst der kostspieligen Rückbeförderung auf rund 400,000 X. Von hier aus geht die Karawane nicht wie Anfangs beabsichtigt war nach Berlin, sondern zunächst nach Düsseldorf (wo sie am 20. ds. eintreffen soll), und sodann über Frankfurt a. Wien, Dresden, Berlin, Paris, im October wieder nack Ceylon zurück. In Hamburg । ist die Ausstellung von etwa 100,000 Personen besucht worden, die so ziemlich den zehnten Theil der Gesammikoften gedeckt haben dürsten. — Bisher wurden im Publikum vielfach mißbräuchlich die Bezeichnungen der Mtter, der Liter rc. angewendet. Es sei darum, nachdem durch die neuerlich revi- dirte Maß- und GewichtSordnung alle alten Benennungen gesetzlich in Wegfall gebracht sind, darauf aufmerksam gemacht, daß alle jetzt gebräuchlichen Matze und Gewichte sächlichen Geschlechts sind. ES heißt also das Meter, das Lcker, daS Ar, ebenso das Kilometer, das Hector. .. „ , - (Ein 500pfündiger Mann.) In Glen Falls, N.-Y., in Amerika, starb am 7. Mai ein Mann Namens William Sherman, Besitzer der Shermann House in Lake George. Derselbe wog vor mehreren Jahren 500 Pfund, hatte aber in den letzten Jahre« sein Körpergewicht durch künstliche Mittel beständig reducirt, so daß er bet seinem Tode I nur noch eine 350vfündige Fleischmasse war. Handel und WerFehv. — Wir glauben unsere Leser auf eine neue mit dem 20. d. Mts. ins Leben getretene Einrichtung im Reiseverkehr ihrer Bedeutung halber besonders aufmerksam machen zu sollen. Nach derselben werden die Rundreisebillets, welche bisher nur auf bestimmten Stationen auflagen und für bestimmte Touren galten, gewissermaßen verallgemeinert, indem dieselben für alle Stationen und für Touren nach Belieben des Reffenden nutzbar gemacht werden. Die gesammten Bahnen des Vereins deutsch- österreichischer Eisenbahnen haben nämlich ihre Linien in geeignete Strecken getheilt, für deren jede Coupons gedruckt sind. Durch Zusammensetzung dieser Coupons nach dem Wunsch des Reisenden kann ein Rundtourbillet zusammengestellt werden, welches bei 5wöchentlicher Dauer eine erhebliche Preisermäßigung gewährt. Die sammtlichen aufgelegten Coupons find in einer Nachweisung nebst zugehöriger Karte zusammengestellt, welche bei jeder Billtt- erpeditiou zum Selbstkostenpreis von 25 Pfennig käuflich ist- Die Reffenden können die Information und d e besonderen Bedingungen der Verausgabung aus dieser Nachweisung außerordentlich leicht ersehen. , „ „ v . Bestellungen auf das in gewünschter Weise zusammenzustellende Billet nimmt jede Dilletexpedition entgegen und händigt auch das zusammengestellte Billet gegen Zahlung des Preises auS. Nur ist eS nothwendig, die Bestellung einige Tage vor Antritt der Reise zu machen, da die Zusammenstellung der einzelnen Coupons nur au gewissen Centralstellen erfolgen farnn Grünberg, 24. Mai. lFruchtpreise.) Weizen X 19 40, Korn X» 17.80^ Gerste X 16.40, Hafer X 16.50, Erbsen X 00.00, Linsen X 00.00, Lein X 24.00, Samen X 30.00, Kartoffeln X 3.80, Wicken 00.00. Frankfurt, 24. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete der Ccnttier Heu ! x 3.20-3.60, Stroh X 2.65—3.30, Eier das Hundert X 4.30—5.70 Butter 1. Qualität X 1.10, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Centner X 2Ua—-.50, Kohlrabi 20-25 H pr- St, Erbsen 100 Kg. 19.50—27.50 X, Rothkraut pr. St. 00-00 4, Poularden X 0-0, Huhn 1.50—2.20, 1 Ente X 3.00-4.00, 1 Taube 60-4XM,. Habn X 1.70—2.00, Gans X 0—0.00, Welsche X 7-12.— Reperloir der vereinigten Stadttheater;u Frankfurt a. M. Opernhaus. Dienstag den 27. Mai: Gastspiel des Herrn Perotti. Der Troubadour (Maurice: Herr Perotti.) Mittwoch den 28. Mai geschloffen. ... Donnerstag den 29. Mat: Der Barbier von Sevilla. Hierauf- Coppelta, H. Act. Freitag den 30. Mai geschlossen. t Samstag den 31. Mai: Vorletztes Auftreten der Frau Moran-Olden und vor- letztes Gastspiel des Herrn Perotti. Die Jüdin. (Eliazar: Herr Perotti. Recha. $rÖU Sonnta?den"l.Juni: Abschieds-Vorstellung der Frau Moran-Olden. Fidelio- Fidelio [ßeonore]: Frau Moran-Olden.) t Montag den 2. Juni: Letzte Vorstellung vor den Ferien der Oper. Letztes Gastspiel des Herrn Perotti. DteStummevonPortici. (Masantello Herr Perotti/ Außer Abonnement. o .. Vom 3. Juni biS incl. 30. Juni finden keine Opern-Vorstellungm statt. Schnuspielhans. _. Dienstag den 27. Mai: Spielt nicht mit dem Feuer. Vorher: Tine Tasse Thee. Mittwoch den 28. Mai: Fedora. Donnerstag den 29. Mai: Außer Abonnemcnt: Nanon. Freitag den 30. Mai. Der Richter von Zalamöa. .fre Samstag den 31. Mai: Zum ersten Male: Der Hüttenbesitzer (Maitre d6>orges). Schauspiel in 4 Akten von Ohnet. atfaer Sonntag den 1. Juni: Zum ersten Male wiederholt: Der Hüttenbesitz Montag den 2. Juni: DerProbepfeil ötl w ÄLtz A>Ä 1 ^xWt 2 Jto n£ ^n»Ätn i2 ^Öjnbsd’ffj) ^Seit i. ÄkwSS PM toten. Di- a? {^atilti lon «ntfanbieS18'^* xf876oÄ!r fi " kllrz, inß? B: SrtzL **& >°«d'VÜ ”,#w' ÄV1** js?‘«ste ÄTB'j ta amtrih,gllle * ^ermann Houß in u t so datz er bet (einm^ ll. W] Der Wich PO ta Armen, mW« Gehalten tu Mmoit» ", Capt. I. Bane, & i von Newyork abgW atbampton angekommci! Post und Ladung 6>/^ : Überbringt 743 PW n 20. d. M!s. ins Leben! ilber besonders aufmerk: stets, welche bisher w \ Mm. tzewtssermatznii^ ür Touren nach 8t W Bahnen des Peretns dH in geeignete Strecken W. ; Wunsch des ReisenKV et bwöchenilicher $)M aufgelegten Coupons fiük .stillt, welche bei MM b ist. Die Reisenden l°W erausgabung aus dieser^ lmwenzustellende MM jusammengestellte BA S-, te Bestellung MeV )tr einzelnen Coupons m o _ u IQ 40, Korn * E \\** M i-i-F»; »r« MLNÄ ?$? Ä MO »« getlll«- *6 ’jj sfi Jl««0’’ , I» |Ä6 Bekanntmachung. Die unterzeichnete Administration als Verwalterin des Vermögens des minderjährigen Kindes der Richard Eckstein Gheleute in Gießen dringt hiermit zur öffentlichen Kennt- iub, das; laut Vertrag vom 10. Mai 1884 folgende, seither im Besitze der Richard Eckstein Eheleute, beziehungsweise der Concursmaffe des Richard Echtem befindlich gewesenen Mobilien auf die Administration durch käufliche Ueberlieserung zu Eigenthum übergegangen, der Richard Eckstein Ehesrau aber wieder zur leihweifen Benutzung überlassen worden sind: 1. ein Spiegel mit Goldrahmen. 2. ein Bücherschrank. 3. ein Sopha mit sechs Rohrstühlen. 4. ein runder Ausziehtisch. ö. ein Consolchen. 6. ein Spiegel mit Aussatz. 7. einö Kommode. 8. ein ovaler Tisch. 9. ein Waschtisch mit Marmorplatte. 10. ein zweithüriger Kleiderschrank. Der Kauf- und Miethvertrag kann Lei den Unterzeichneten eingesehen Verden. Frankfurt a/M., den 23. Mai j 884. Die Administration des Jonas Mylius'schen Legates: I>r. Simon Maaß, Rechtsanwalt. ________F. A. Klitscher. 3618 Grasfamen versteigerung. Dienstag den 10. Juni d. I., Vormittags 10 Uhr, Wird die diesjährige Grasfamen- tunte aus den Waldungen des Groß- herzoglichen Hauses der Öberförstereien Grünberg, Hainbach, Homberg, Schiffenberg und Rieder-Ohmen im Rathhaus- s«ale dahier versteigert. Gleichzeitig kommt die Grassamenernte aus den Gräflich Laubach'schen, den Freiherrlich von Rabenau'schen und Freiherrlich von Schenck'schen Wald- intgeu, sowie aus einigen Gemeinde- nualdungen zum Ausgebot. Grünberg, den 25. Mai 1884. In Auftrag: Schober, 3657 Großh. Oberförster. Allgemeiner Anzeiger. Grassamen- Versteigerung. Freitag den 30. d. MtS., Vormittags 10 Uhr, soll in dem Rathhaussaale dahier der G r a s s a m e n aus den Domanial- waldmrgen des Forsts Nidda und aus den Gräflich Stolbergsschen Waldungen der Oberförsterei Gedern versteigert werden. Wegen näherer Auskunft wolle man sich an die betreffenden Oberförstereien wenden. Nidda, am 24. Mai 1884. In Auftrag: 3655 Rohr, Großh. Oberförster. Donnerstag d. 29. Mai l. I., Nachmittags 2 Uhr, in der Flett'schen Hofraithe dahier, werde ich zwei Schweine gegen Baarzahlung versteigern. Gießen, den 25. Mai 1884. Engel, 3667 Gr. Gerichtsvollzieher. Samstag den 31. Mai, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hofraithe der Heinrich Gebhardt II. Ww., jetzt verehelichte V e i t h dahier Flur 1/193 131 Meter Hofraithe in der Lowengasse, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 5. Mai 1884. Großherzogliches Ortsgericht. 3218___Mütter.__________ Steinlieferung. Die Lieferung von ca. 400 behauenen Grenzsteinen zur Aussteinung der neuen Flur- und Gewanngrenzen bei Conso- lidation der Grundstücke in der Gemarkung Nied er-Erlenbach soll auf dem Submissionswege vergeben werden. Die Bedingungen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten offen und sind etwaige Offerten bis spätestens Samstag den 7. Juni d. I. daselbst einzureichen. Vilbel, den 22. Mai 1884. Der Consolidationsgeometer: 3658 Bergauer. 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Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag 6 Uhr von der Ä Wilhelmöstraße aus statt. W Redacttonr A. Scheyda. — Truck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in (Kietzen. WM« 3etteffel all die M 3rL3 ftnte* 'S ®iM* auäÄ W« W "ü>ba- Arttüftic Wir machen haltungS-Biblio für die Ihnen unters Ebenso empf .Dieunerwa' Kaiserin von Man resp. PhilippSruhe, ei lich guten Beziehunge und Petersburg obio die überaus herzliche zu Theil geworden, 1 Empfang sowohl ihri von Dänemark, soso Reise der russischen sl Schloß Philippsruhe der Prinzessin Elisab hatten einen außeror versammelt, dem Wales mit ihren du Großherzog von W und die Herzogin vi Großherzogin und t von Cambridge u. s. der Meise von PH twb am 4. ober 5.c Enthalt zu nehmen in Kost’. ®“xe6tath« Mich Neu * U, „ti[l Se*ngb« Ä.« kein •jm llebrigen m t. SW* ' p wieder stm n, SiSC,£it“9 der ^Mittelungen der i siri*» Siss