Zweites Blatt Rr. 7-ä 1884 ’-s q, nzerger Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontößH. r Schulstraße 7. i^ar Einladung Mm Abonnement und Feiertagen, tncL Pfg.; für auswärtige erfolgt, den Anzeiger em schwerem Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, damit wir Die Expedition vollzählige Exemplare liefern können. III riibt onjeigen. iebenen. Mche Mutter, ienft. i«3 Donnerstag den 27. Marz tx*W Ulht für: j 3 Uhr »om 2144 er erDingeldeu die so reiche,! Sensselder. 2155 uiib Dekäuuteu Ute Mittag m Ittmew* SSV. 0 ;n«»d): 8 uldirektio«, mde 10 Uhr. ö Tchr,iner, 0 kautlecht. g auf etwa 10 Millionen Frcs. Die Generale Millot, Briere del l'Jsle und Negrier sind für die Waffenerfolge in Tongking zu Großofficieren der Ehrenlegion ernannt worden. Thainguyen ist am Freitag von General Briere de l'Jsle genommen worden und wurden hierbei große Munitionövorräthe erbeutet. — Am folgenden Tage hat der genannte General, welcher eine Menge Fahnen und 40 Broncekanonen als Siegesbeute mit sich führt, den Rückmarsch nach Hanoi angetreten. Die italienische Ministerkrisis ist noch nicht zum Abschluß gelangt. Es kann indessen keinem Zweifel unterliegen, daß die Neubildung des Cabinets wieder unter de Pretis erfolgt, denn der König vermag eben Niemand Anderen zu finden, den er mit dieser Aufgabe betrauen könnte, da weder die Rechte noch die radikale Opposition stark genug sind, um die Regierung übernehmen zu können. Der „Raffegna" zufolge werden der Unterrichts-, der Ackerbau-, der Kriegs- und der Justizminister aus dem bisherigen Cabinet ausscheiden. Namentlich dürfte das Ausscheiden des Unterrichtsministers Baccelli viel zur Erleichterung der Neubildung des Cabinets mit beitragen, denn Baccelli war längst bei allen Parteien mißliebig, de Pretis aber bestand eigensinnig darauf, ihn zu halten und davon schreibt sich die ganze Krisis her. — Die vatikanischen Blätter erörtern wieder lebhaft das Project erner Uebersiedelung des Papstes nach Malta oder Frankreich und die Pariser „Union" sagt hierbei, daß dieser im vorigen Jahre ernstlich angekündigte Plan niemals aufgegeben worden sei. Die Ausweisung von vier anerkannten Anarchisten aus der Schweiz, die in Folge eines Bundesraths-Beschlusses erfolgt ist, scheint die erste Wirkung von Vorstellungen zu sein, welche der österreichische Gesandte in Bern bei der Bundes-Regierung gethan hat. Die österreichischen Socialisten unterhalten mit den in der Schweiz domicilirenden Anarchisten offenbar enge Fühlung und es kann der Wiener Regierung wahrhaftig nicht gleichgültig sein, daß das socialistische Treiben in ihrem Lande von der benachbarten Schweiz her stets neue Nahrung erhält. So ist es denn auch erwiesene Thatsache, daß bte ausgewiesenen Anarchisten, von denen übrigens zwei österreichische Unter- thanen sind, in näheren Beziehungen zu Stellmacher und Kammerer gestanden haben. Eine eigentliche Theilnahme der Ausgewiesenen an den verbrecherischen Thaten Stellmacher's und Kammerer's läßt sich zwar nicht nachweisen, doch kommen die Thatumstände einer solchen ziemlich nahe. In der griechischen Deputi rtenkammer sind jetzt heftige Kämpfe zwischen der Regierungspartei und der von Delyannis geführten Opposition an der Tagesordnung. Am Sonntag verließen die Oppositions-Mitglieder den Sitzungssaal, da in der vorhergegangenen Sitzung die Kammer trotz der Stimmenthaltung der Opposition mehrere Gesetzentwürfe votirt hatte und erklärten, daß sie die Regierung für die Folgen verantwortlich machten. Ministerpräsident Tricoupis tadelte die Opposition, welche durch die Obstruction die legislative Arbeit unmöglich mache. Die Mission des Generals Gordon als Friedensapostel kann man nunmehr als gescheitert betrachten. Es ist ihm allerdings gelungen, die Garnison von Halfaya zu retten, Halfaya liegt aber nur wenige Meilen nilabwärts von Khartum und kann man hieraus ersehen, daß der Aufstand sogar bis nordwärts über Khartum hinaus vorgedruugen ist. Die Hauptstadt des Sudan selbst wird aber bereits von den Schaaren des Mahdi bedroht, denn eine Depesche meldet, daß die Rebellen in großer Zahl am jenseitigen Flußuser gegenüber von Khartum lagerten und Gordon beabsichtigte, dieselben anzugreifen. Daß das Heer des Mahdi schon so weit vorgedrungen ist, läßt die Lage Gor- don's als eine sehr precäre erscheine« und er wird froh fein muffen, wenn er selbst in Khartum nicht abgeschnitten wird. Von einer Rettung der übrigen Garnisonen des Sudan kann unter solchen Umständen schwerlich mehr die Rede sein. — Nach einer Meldung aus Suakim wurde am Sonntag, im Widerspruch mit den seitherigen bezüglichen Angaben, von Spionen die Nachricht gebracht I Osman Digma" halte sich fortgesetzt ganz in der Nähe von Tamanieb auf. Politische «eberflcht. Gießen, 26. März. Dem Reichstag ist die zwölfte Denkschrift über die Ausführung der Vtünzgesetzgebung, sowie der Verwaltungsbericht der Reichsbank für das Jahr 1883 zugegangen. Die Denkschrift ergibt, daß im Jahre 1883 Gold zu Prägungszwecken für Rechnung des Reiches überhaupt nicht angekauft ist. Jn- s»iveit ist die Sistwung der Münzreform auch im abgelaufenen Jahre eine vollständige gewesen. Außer 132,130 JL in Kronen, welche aus nicht mehr uinlaufsfähigen Reichsgoldmünzen hergestellt wurden, hat eine Prägung von Goldmünzen im Jahre 1883 im Betrage von 88,155,340 «M. nur für Privat- nchnung siattgefunden. Die Reichsbank hat im Jahre 1883 für ihre Rechnung Gold in Münzen und Barren für 55,908,872 erworben. An Goldmünzen waren bis Ende 1883 im Ganzen ausgeprägt worden 1,864,354,865 darunter für Privatrechnung 544,034,900 Eingezogen wurden 985,085 Der Umlauf an Goldmünzen in Deutschland würde danach, abgesehen von dem verhältnismäßig nicht bedeutenden Abfluß in's Ausland und der Verwendung zu. industriellen Zwecken, rund 1863,37 Mill. JL. oder 41,11 Jl. für den Kopf der Bevölkerung betragen. Von den Silbermünzen wurden im Ganzen 8 Millionen «X in Zwanzigpfennigstücken eingezogen und in Ein- und Zweimarkstücke umgeprägt. Ende 1883 waren an Silbermünzen überhaupt 441,585,589,50 ausgeprägt. Der Bruttomünzgewinn betrug bis Ende 1883 42,704,268 JL.. Von Nickelmünzen wurden im Jahre 1883 452 M. eingezogen und blieben 44,755,823 M. int Umlauf. Der Bestand an Silberbarren hat sich von 188,954 vtL auf 94,468 Kg. (nach den jetzigen Preisen nur 14,19 Mill. cAJ erniedrigt. In den finanziellen Ergebnissen der Münzreform ist im Jahre 1883 keine Veränderung eingetreten. Der Kaiser soll bei dem gleichzeitigen Empfange des Präsidiums des Reichstags und der Mitglieder des Bundesraths seine Freude über die Unterstützung ausgedrückt haben, welche ihm die deutschen Negierungen in der Bekämpfung der Socialisten gewährten, sowie sein Bedauern, daß im Reichstage die Nothwendigkeit jener Bekämpfung nicht gleichmäßig erkannt zu werden schiene. Der Kaiser erinnerte an die gegen feine Person gerichteten Attentate und fügte dm Ausdruck der Hoffnung hinztt, daß auch der Reichstag sich der Erkenntniß der Nothwendigkeit des Socialistengesetzes nicht verschließen werde. Das alles dem Sinne nach. In den Kreisen des Bundesraths wird übrigens die schließliche Annahme des Socialistengesetzes nicht bezweifelt und man glaubt, auch die Mehrheit des Centrums werde dafür stimmen. An besondere Zugeständnisse, die ihm deswegen seitens der Regierung in Aussicht ständen, will man noch nicht glauben. Der Strike der Arbeiter in den großen Baumwollspinnereien des nördlichen Böhmens, in Tetfchen, Bensen u. s. w. dauert noch immer fort. Die Zahl der Strikenden beläuft sich auf 6—7000 Personen, doch sind bisher noch keine Unruhen vorgekommen, wenngleich die betreffenden Bezirke vorsichtshalber mit Militär belegt worden sind. Uebrigens wird selbst in den regierungsfreundlichen Blättern darauf hingewiesen, daß die Arbeitslöhne der nördlichböhmischen Weber in der That sehr niedrige sind, 8 bis 10 die Uoche — und davon soll eine ganze Familie leben! Die Arbeiter fordern iäne 20procentige Lohnerhöhung und die Errichtung von Krankenkaffen und diese Forderungen sind unter den obwaltenden Verhältnissen keine unbillige ju nennen. Die Tongkingfrage erscheint in militärischer Beziehung als gelöst . Ipld die französische Regierung wendet ihre Aufmerksamkeit nun einer andern (|ilB Angelegenheit zu. Die Dinge auf Madagaskar harren ebenfalls noch der > Lösung und gedenkt die Regierung, in der Deputirtenkammer die Einsetzung ■ lipdtt8" d Mer Specialcommission zu beantragen, welcher sie vertrauliche Mittheilungen “■rtt I^lchttch des von ihr beabsichtigten Vorgehens auf Madagaskar machen will. ^bictiW' ifirt Lern Vernehmen nach sollen 5—6000 Mann von den in Tongking disponibel (gewordenen Truppen zu einer Expedition gegen Tananariva, der Hauptstadt tzder Howas, verwendet werden und schätzt man die Kosten dieser Expedition Ott. 2' “nb 'N ?’ Mittags %le. 3 auf den Gießener Anzeiger, Ämts- uni) MzeigeAatl für Öen Kreis gießen. Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn« der Beilage „Gießener Familienblätter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei in's Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark excl. Postgebühr. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung auch im II. Quartal 1884 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. II 157 II 81 ii ii ii iM »«' Siegln Darmstädter Pserdemarkt-Fooje Giessen GO 16 V u u S, Elsofier 7. J, II n Eiergraupen SchnMmaccaroni Voraussichtlich gehen zu feiner Einschließung schon in den nächsten Tagen Truppen ab. »Xe»*'1 Herrn. Aug. Müller, Leinen-, Wäsche- und Bettwaaren-Geschäst, Seltersweg ^8, 'Fuss Ans Hußbodenlack Huhbodenlaä Stoben ■ trodnenb, Leinölfieeatii Fußbodrnwil Parquetbod, 0elfarbe, in jum Ansti trocknend, Wie alle sonstio Slnfh'eidjen nnd 5 empfiehlt Emil; Aechtneap.Maccarom empfiehlt 45 45 45^ 1899 53 5 — AuS Main,, 20. März, wird der .Franks. Ztg." geschrieben: Von dem im November 1882 in dem benachbarten Bretzenheim gemachten großartigen Funde von Goldgulden der 13. und 14. Jahrhunderts — 1005 Stücke — welcher Dank der Bemühung unseres verdienstvollen Stadtbtbltothekars Dr. Vflke für das städtische Münrcabtnet erworben wurde, sollen nach gestern erfolgtem Stadtverordnetinbeschluß demnächst 800 Doubleiten durch Tausch oder V-rkaus abgegeben werden. Ein Ser» «ichnitz der abzugedenden Stücke wird in Kürze an die MÜnzcabinete und bedeutenden Münzensammler von dem hiesigen Münzencabinet versandt werden. Im Funde vertreten sind, zum Theile mit einer interessanten Reihe von Rarttäten, Venedim Florenz, die Dauphine, Burgund, Flandern, Metz, LÜtzelburg, Böhmen, Ludwig der Baier und Karl IV., Oesterreich, MÜnsterberg, Schweidnitz, Ltegnitz, Lübeck, Nürnberg, Würzburg, Köln, Trier. Pfalzgras Ruprecht L, Oppenheim und Mainz. Für Interessenten fei noch bemerkt, daß der Fund mit Abbildungen wissenschaftlich btfcürteben ist von P. Joseph in Frankfurt m der Schrift „Historisch-kritische Beschreibung des Bretzenheimer Goldguldenfundes" (Mainz, v. Zabern). Berlin. Nachdem die Berichte Über die Trichinen - Epidemie, welche in den letzten Monaten des vorigen Jahres in EmerSleden und Umgegend im Regierungsbezirk Magdeburg herrschte, beim Cultusmtnisterium eingetroffen, ist Ende vorigen Monats eine Circular-Verfügung an fämmtltche Provinzial.Regierungen, sowie auch an das hiesige Polizei-Präsidium ergangen, in welcher unter Aufführung statistischer Mitiheilungen über jene Epidemie aufs Neue vor den gesundheits- und oft lebens, gefährlichen Folgen des GmusseS rohen Schweinefleisches gewarnt wird. Das Fletsch eines einzigen in EmerSleden am 12. September v. I. geschlachteten Schweines hat sowohl dort alS in den Orten DeeSdors und Nienhagen die entsetzliche Epidemie her» vorgerufen, der 66 von 503 erkrankten Personen zum Opfer gefallen sind. Davon kommen aus EmerSleden 270 Kranke und 53 Tobte, aus Deesdorf 45 Kranke und 10 Tobte und auf Nienhagen 80 Kranke und 1 Todter. Außerdem wurden noch in der Stadt Gröningen 4 Erkrankungsfälle und 2 Todesfälle, in Kloster Gröningen 3 Erkcankungsfälle und in Schwanebeck 1 Erkrankungssall gemeldet. In dieser Beziehung ist bemerkenswerth, daß sämmtliche Personen, welche 125 Gramm und noch mehr von dem trichinösen Fleisch genossen hatten, gestorben sind. Ebenso ist auch ton sämmtltchen Gestorbenen ohne Ausnahme nachgewtesen worden, daß sie das Fletsch in rohem ungekochten Zustande genossen haben, was mit der in der Provinz Sachsen eingewurzelten Gewohnheit, rohes Schweinefleisch zu genießen, zusammenhängt. Od und inwiefern die betreffenden Fletschbeschauer eine Schuld trifft, hat die gerichtliche Untersuchung noch nicht sestgestellt. Angesichts dieser beklagenSwerthen Ereignisse erklärt der Cultusmtnister es für dringend geboten, das Publikum vor dem Genuß deS rohen Fleisches wiederholt und nachdrücklich zu warnen. Desgleichen wird daraus aufmerksam zu macken fein, daß auch bei der Zubereitung des Schweinefleischs zu häuslichen Zwecken durch Kochen und Braten dasselbe in einen vollkommen garen Zustand üderzusühren ist, um hierdurch j-de Griahr von Gesundheitsbeschädigung auszuschdeßcn. Die Behörden sollen die geeigneten Maßregeln in der Richtung treffen. Braunschweig, 19. März. Im October v. I. wurde hier ein Betrug verübt der in den weitesten Kreisen, namentlich in der kaufmännischen Welt, großes Aussehen erregte. Die Disconto Gesellschaft in Berlin erhielt von hier eine, wie sich später herausstellte, gefälschte Depesche, worin sie um Uebersendung von 75,000 X an die hiesige Firma M. Gutktnd u. Co- ersucht wurde. Die Depesche war wohlweislich so spät Nachmittags aufgegeben, daß der Betrag nicht mehr durch ©Iroconto überwiesen werden konnte, und daß die Vorschrift, den Betrag durch die Post zu senden, nicht ausfiel. Der Betrag wurde abgesandt und der Werthbrirs hier auf der Post von einem Unbekannten aus Grund einer gefälschten Postguittung erhoben- Der Betrug »ar in seinen Einzelheiten so raffinht ausgedacht und ausgesührt, daß er wett und breit großes Aufsehen erregte. Durch Zufall kam man indeß den Thäiern auf die Spur und als Urheber deS Betrugs und der Fälschungen wurde Niemand anders alS der Procnrist der Firma ®. u. 6, ein noch verhSltntßmSßig junger Mann Namens Böwig, entlarvt- Derselbe wurde heute für sein mit so grobem Vertrauensbruch begangenes Verbrechen zu 61/» Jahren Zuchthaus verurtheilt; ein zweiter Betheiligter erhielt 21/* Jahre Zuchthaus- der dritte war durch den Tod dem Arme der Gerechtigkeit entzogen worden- Wie seiner Zeit mitgetheilt, war der Betrag von 75,000 X saft ganz wieder zur Stelle geschafft worden. Erfelden, 19. März. Dieser Tage fanden hiesige Einwohner wiederum in dem durch den vo> jährigen Dammbruch entstandenen Kolk den wohlerhaltenen Unterkiefer eines vorweltlichen Thieres, welcher das respectable Gewicht von 42 Pfd- auswies. Die Zähne sind wohl erhalten- Derselbe wurde vom Großh. Museum In Darmstadt für 6U X ^uffcher Schulverein-j Soeben gelangte Nr- 10 der „Mittheilungen des Vereins" zur Ausgabe. Dieselbe enthält alle auf die nächste am 2. Juni in Graz ftattfinbenbe Hauptversammlung und die Vorarbeiten für dieselbe Bezug habenden Anweisungen. Sodann folgt eine Zusammenstellung über den Stand der Ortsgruppen mit Beginn des vorigen Monats, wonach die Gesammtzahl derselben 798 betrug. Hiervon entfallen auf: Wien 10, Rieder-Oesterreich 115, Ob-r-Oesterrelch 49, Salzburg 7 Steiermark 65, Kärnthen 36, Krain 3, Görz und Triest 2, Tyrol und Voral- berg 14, Böhmen 357, Mähren 102, Schlesien 37, Bukowina 1. — Von 49 neu con- ftltutrten Ortsgruppen sind die Vorstandsmitglieder angegeben. Eine vorläufige Uebnsicht über die Geldgebahrung und den Bedarf des Vereins weist nach, daß die Einnahmen im Jahre 1883 212,100 fl. (1882 153,100 fl) betrugen, der bctmalfge Mit- glleberftanb sich auf 80,000 beläuft, und die ständigen Mltgliebsbeiträge etwa 100,000 fl. ausmachen dürften. Die Vereinsleitung knüpft daran die Aufforderung zur freiwilligen Erhöhung der regelmäßigen Beiträge der Mitglieder, welche zumeist sich mit dem niedrigsten Beitrag von 1 fl. begnügen. An Spenden gingen im Jahre 1883 86,000 fl. (1882 49.500 fl.) ein. Für Schulzwecke verausaabte der Verein im abgelaufenen Jahre 121,800 fl. und referofrte einen Betrag von 91,500 fl. für pio 1883 bewilligte, noch nicht ausbezahlte Unterstützungen- Auf Ankauf von Realitäten, Ertheilung von Darlehen und Vorschüssen wurden im Laufe der Jahre 55,000 fl- verwendet, so daß der Verein seit seiner Gründung (1880) im Ganzen 375,000 fl. für Schnlzwecke widmet«. Eine sehrten*' Der regelmäßige Jahres - Aufwand für die E-Haltung der 33 Vereinsschulen und 24 Veremskindergärttn, sowie an ständigen Subventionen für andere Schule« und Kindergärten, an Gehaltszulagen, Katechetengehalte u. s. w. beträgt 106,000 st., außer-, dem sind Im Jahre 1884 24,000 fl- an bereits für dieses Jahr bewilligten einmaligen Unterstützungen, Kaufschlllingen, Bausubventtonen, Biblioihcksanschaffungen u. s. w. zu decken. Mit Zugrundeleguvg der Eiryrbmen des Vorjahres bleibt nur em Betrag von 50—55,000 fl. zur freien Verfügung für neue Acvonen. Eine Erhöhung der Hinnahmen ist daher dringend zu wünschen. Der Ausweis der im letzten Quartale Vorgenommenen Bewilligungen für Schulzwecke zeigt 37 Falle in Böhmen, 13 in Mähren, 7 in Schlesien, 6 in Galizien und der Bukowina, 6 tn Steiermark, 5 tn Kärnther, 7 in Krain, 3 H Tyrol, 1 in Trieft und 2 in Nieder - Oesterreich. Den Schluß der Nummer bildet der Versammlungs- und Festkalender für die Monate November bis Februar. Paris, 19. März. Die Portiersfrau eines der Eckhäuser deS Boulevard Bovne- Nouvelle und Rue Saint-Denis stieg gestern Vormittag mit einer brennenden Ltgro n- lampe in der einen, einem Korbe leerer Flaschen in der anderen Hand tn den Keller hinunter. Kaum hatte sie die kleine Adtheilung, wo sie ihren Wein aufdewahrte^ betreten, als eine heftige Explosion sie zu Boden warf und zugleich ihre Kleider in Flammen geriethen. Die Unglückliche besaß noch Besinnung genug, sich aufzuraffen und brennend nach der Portiersloge zu laufen, wo ihr die erste Hilfe zu Theil wurde. Einiae Feuerwehrmänner stiegen ihrerseits in den Keller hinunter, constattrten da einen starken Amoniakgeruch und machten die Entdeckung, daß derselbe von einem verschütteten Brunnen hcrzurühren schien, welcher zu dem anstoßenden Hause, einer uralten moderigen Baracke, gehörte. Die explodtrten Gase mußten auS seiner Tiefe gekommen fein, denn ringsum waren die Mauern gesprungen oder eingestürzt. Dte PompierS benachrichtigten die Postzelvrästctnr, von der aus um 3 Uhr Nachmittags der Polizei- commissär Brissaud, der Officier de paix Viguier, ein städtischer Architekt und der Sergeant Hetsermann sich zu einer Enquete meldeten. Von zwei anderen Personen begleitet und mit einer Laterne ausgerüstet, begaben sie sich tn den Keller. Heisermann leuchtete voran. Bei dem Brunnen angekommen, erhob er die Laterne über feinen Kopf, um für den Architecten die Mauer zu beleuchten. In diesem Augenbl ck er- schütterte eine neue Explosion das Haus, dessen sämmtliche Fensterscheiben klirrend zerbrachen und einige Vorübergehende verletzten. Das Erdgeschoß und der erste Stock brachen zusammen und stürzten mit ihrem Inhalt: Möbcl, WirthShaustische u. s. w. in den Keller hinunter. Zwei der Personen, die mitgegangen waren, ein Polizeioffizier und der Journalist Dussaud, konnten sich retten und man beeilte sich, nach den Uedrtgen zu graben. Zurrst wurde Brissaud schwer verletzt und an Brandwunden leidend aus dem Schutte hervorgezogcn; dann kam die Reihe an den Archftccten, der sich ebenfalls in einem kläglichen Zustande befand. Beinahe eine ganze Stunde mußte nun von der Feuerwehr und der Polizei gearbeitet werden, bis man des Viguier ansickstg wurde. Sein Antlitz war ganz schwarz und sein Haupthaar verbrannt. Vergeblich bemühten sich die Aerzte, ihn ins Leben zurückzurufen. Auch Heisermann wurde als Leiche aus- gegraben. Mehr oder weniger gefährlich verletzt sind noch 15 andere Personen, Bewohner des Hauses, Gäste des „Cabaret de FEcrevisse“, Feuerwehrleute u. s w. — Die neue Adtheilung der Londoner Geheimpolizei, welche sich namentlich mit der Ueberwachung und Ausforschung der Anarchisten und Dynamitverschwörer zu beschäftigen und die Ausführung ihrer Komplotte thunlichft zu vereiteln haben wird, soll aus 50 Geheimpolizisten bestehen. Von diesen werden der Nationalität nach 12 England. 8 Irland, 8 Amerika und die übrigen Rußland. Frankreich, Deutschland, Oesterreich, Italien. Spanien und Canada angehören. Mit der Organisation dieser neuen Vslizetmacht wurde der bisherige Untersecretär der irischen Crimtnalvolizei, Mr. Jcn- kinson, betraut. — Im Parlamente sind jetzt 3 Polizisten aufgestellt, welche alle für bte Ausschüsse bestimmten Schriftenpackkte zu öffnen und zu untersuchen haben, um eine Einschmugaelung von Sprengstoffen zu verhindern. — In Neuhaldensleben bat der Brandmeister der Feuerwehr eine ganze Reihe von Brandstiftungen begangen, lediglich zu dem Zweck, die Prämie einzustretchen, welche für den zuerst auf der Brandstätte erscheinenden Feuerwehrmann ausgesiht ist. Natürlich war der Brandmeister stets der erste am Platz, wenn auch der Branv noch so nahe an der Wohnung eines Feuerwehrmanns ausbrach. Wenn dies auch allgemeines Erstaunen hervorrief, so regte sich doch fein Verdacht gegen den Brandmeister — damit hätte man sich ja geradezu selbst ins Gesicht geschlagen. Alle Forschungen nach dem Thäter blieben denn auch ohne den geringsten Erfolg, bis einige im Sandboden in der Nähe der letzten Brandstätte vorgefundene Fußspuren, bei denen Absatzabdrücke mit einem seitlichen Flecken sich bemerklich machten, einen Anhaltspunkt zu bieten schienen. Man nahm von dem fraglichen Abdruck einen Gypsabguß und ließ denselben bei sämmtlichen Schuhmachern der Stadt vorzeigen. Einer derselben erinnerte sich gleich, auf einen Stiefelabsatz des Brandmeisters einen solchen Fleck angebracht zu haben. Da nun auch der betreffende Stiefel sich im Besitze des Brandmeisters vorfand, so schritt man unbedenklich zur Verhaftung. < — sVacante Stellen für Miliiäranwärter im Bereiche des 11. Armee-Corps.j Freudingen, PostagenlU'-, Landbriefträger, 510 «X Gehalt. Jena, Großh. 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Die Berliner Gerichts-Zeitung hat in Folge ihres äußerst reichen und belehrenden Inhalts eine außerordentliche Verbreitung über ganz Deutschland gewonnen und sich in fast allen Familien als unentbehrlich eingebürgert, zumal der sehr niedrige Abonnements-Preis jedermann das Halten dieses so nützlichen Blattes erleichtert. , Das sehr gediegene und beliebte Feuilleton der Berliner Gerichts-Zeitung wird oud) im zweiten Quartal dieses Jahres höchst interessante Romane und belehrende Artikel veröffentlichen, und zwar kommt von den Romanen im April zuerst zur Veröffentlichung „Der Schnell-Trau-Kaplan", nach dem Englischen des Walter Besant und -James Rice, ein Musterwerk der Sitten- und Charakterschilderung sowie lebenswahrer, spannenden und humoristisch angehauchten Darstellung. Alle für das zweite Quartal 1884 der Berliner Gerichtszeitung neu hinzutretenden Abonnenten erhalten den Roman von Julius Keller „Mndengeld" ^er in den weitesten Kreisen sich ungeteilten Beifalls erfreut, soweit der Romau im Februar und März zum Abdruck gelangte, auf Wunsch vollständig kostenfrei nachgeliefert, (L Slückralh 2. Quartal 1884. Man abonnirt bei allen Post-Aemtern Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz rc. für 2 Mark 50 Pf. für das Vierteljahr, in Berlin bei allen Zeitungs - Spediteuren für 2 Mark 40 Ps vierteljährlich, für 80 Pf. monatlich einschließlich des Bringer- lohns. empfiehlt sein reichhaltiges Lager von Möbeln aller Art, als Salon-, Wohn-, Schlaf- u. Eßzimmer-Einrichtungen, sowie H)ianinos und Kafsen- schränke von renommirten Firmen zu billigen Preisen und unter Garantie. AMSerLroffenes AavriLat zum Stärken der Wäsche. EMIL FISCHBACH ™ GIESSEN. rs io o r- rr r- QD Lehrling mit den nöthigen Vorkenntiuffen gesucht- C. 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