"^tung bi,, »Wwttlj jüt j, ° 010 zugleich t» / xUni) $r toi&t - “■ , 0 indus a t. a A Nesiro?. Q 0 Uhr. Q F, ßrautlecht Q 0000090 mH. m IW iedmeyer. Die diesjährigen FrühjahrS-Control-Versammlungen werden im Kreise Gießen wie folgt abgehalten werden: 1. Im Bezirke der I. Compagnie (Gießen). 1) Zu Giessen am 1. April 1884, Bormittags, im Oswald'schcn Garten und zwar um 7V2 Uhr für särnrntliche Reservisten der Infanterie, sowie särnrntliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um 83/t Uhr für särnrntliche Wehrleute der Infanterie, um 10 Uhr für särnrntliche Reservisten und Wehrleute der übrigen Waffen. Hierher gehören die Orte: Annerod, Burkhardsfelden, Gießen (mit Schiffenberg und Herrnwald), Heuchelheim, Klein-Linden und Oppenrod. 2) Zu Lollar am 2. April 1884, Vormittags, neben dem neuen Bahnhofsgebäude, und zwar um 9 Uhr für sämmtliche Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um 10 Uhr für sämmtliche Wehrleute aller Waffen. Hierher gehören die Orte: Mendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Dauhringen (mit Hof Heibertshausen), Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe und Wieseck. 3) Zu Grünberg am 2. April 1884, Nachmittags, an dem Bahnhose, und zwar um IV4 Uhr für sämmtliche Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenthelle und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um l3/< Uhr für sämmtliche Wehrleute aller Waffen. Hierher gehören die Otte: Allertshausen, Beltershain, Gellshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsrnühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle), Hattenrod, Harbach (mit der Kolbenmühle, Sommermühle), Kesselbach (mit der Rabenau'schen Papiermühle), Lauter (mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle), Lindenstruth, Londorf (mit der Burg Rabenau, Ktrrgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte), Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen (mit Appenborn-Hof), Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, flwddingshaufen, Saasen (mit Bolln- bach, Veitsderg und Wirberg), Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain (mit dem Hainer-Hof) und Winnerod. lie Im Bezirke der II« Compagnie (Lich). 1) Zu Hungen am 8. April 1884, Mittags 12 Uhr, am Friedhose, für sämmtliche Reservisten und Wehrleute, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. Hierher gehören die Orte: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim, Ronnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen (mit RmgelShausen), Rodheim (mit Hos Graß), Röthges, Steinheim, TraiS-Horloff, Utphe und Villingen. 2) Zu Lich am 8. April 1884, Nachmittags, am Bahnhose, und zwar um 3 Uhr für sämmtliche Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenthelle und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um 4 Uhr für sämmtliche Wehrleute aller Waffen. , Hierher gehören die Orte: Albach, Allendorf a. d. Lahn, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt (mit Arnsburg), Ettingshausen, Garbenteich, Groß-Linden, Grüningen, Hausen, Holzheim, Lang-Göns, Leihgestern, Lich (mit Albacher-Hof, Kolnhausen und Rkühlsachsen), Münster, Hof-Gill, Rieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg. Es haben aus den genannten Otten zur bestimmten Stunde sämmtliche im betreffenden Bezirke wohnenden Offiziere und Mannschaften des Beurlaubtenstandes aller Waffen des deutschen Reiches zu erscheinen, welche zur Reserve und Landwehr gehören, zur Di-pofttion der Truppentheile beurlaubt oder zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassen find. Die Ett'atz-Reservisten haben nicht zu eycheinen. Dispensationen können nur in ganz dringenden Fällen eintreten und müssen darauf bezügliche Gesuche spätestens 8 Tage vor den betreffenden Control- Versammlungen auf dem Dienstwege eingereicht werden. Die ohne Entschuldigung fehlenden Riannschasten haben sich der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen. . Es wird noch bemerkt, daß die Leute mit dem Militär-Paß und Führungs-Attest vett'ehen in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben, und vor dem Beginn der Control-Versammlung Schirme, Stöcke, Pfeifen rc. fortzulegen sind. k Oberst z. D. und Bezitts-Commandeur. Politische Ueberfkcht. Giefien, 26. Februar. Am kaiserlichen Hose fand am Donnerstag ein großes Ballsest statt, zu welchem zahlreiche Einladungen ergangen waren. Der Kaiser, dessen AuS- iehen vortrejslich war, bewegte sich in sichtlich heiterer Laune durch die Reihen seiner Gäste und verweilte unter ihnen bis zu dem gegen 1 Uhr erfolgten Schluß des Festes. ^Die längst jignalisirte Ernennung des Fürsten Orlow j ^'russischen Botschafter in Berlin ist nunmehr erfolgt, zugleich neben den orrbem schon angekündigten Veränderungen in der diplomatischen Vertretung Rußlands im Auslande. Es ist schon zum Oesteren darauf hingewieien worden, Welch. Bedeutung diese Ernennung für die Beziehungen zwischen Deutschland pid Rußland hat und nicht nur bei uns, sondern gewiß auch in denjenigen russischen Kreisen, in denen man ein aufrichtiges Einvernehmen mit dem deutschen Reiche wünscht, hegt man die Erwartung, oaß die auf die Berufung des Fürsten Orlow auf den Berliner Botschafterposten gesetzten Hoffnungen in Erfüllung gehen werden. An diese Berufung aber wie an den Besuch des Fürsten Dvlgorucki in Friedttchsruhe knüvst sich fast unmittelbar em neuer fast demonstrativer Freundschaftsbeweis Kaiser Alexander III. für das greife Oberhaupt des deutschen Reiches. Eine Depittation, an deren Spitze Großfürst Michael, bei Oheim des Czaren, stehl, wird in diesen Tagen pon Petersburg in Berlin Eintreffen, um Kaiser Wilhelm zu dessen 70jährigem Jubiläum als Ritter des mlsischen St. Georgsordens im Namen und Auftrag des Kaisers Alexander zu beglückwünschen. Besonders bemerkenswetth erscheint hierbei der Umstand, daß die Deputation aus dem Grenadier-Regimente „Kaluga" gewählt ist, in dessen Reihen Kaiser Wilhelm vor nun gerade 70 Jahren (27. Februar 1814) die Schlacht von Bar-sur-Aube mitmachte. Die Rückkehr des Prinzen Heinrich von Preußen in die Hei- math nach fast zweijähriger Abwesenheit wird binnen Kurzum erfolgen. Am Donnerstag ist die Corvette „Olga" mit dem Prinzen an Bord in Plymouth eingelaufen; doch scheint es noch nicht festzustehen, wenn bie Weiterreise nach Kiel erfolgt. p L „ M „ Die Einberufung des Reichstages auf den 6. Marz legt die Frage nach den bis dahin noch fertigzustellenden Vorlagen nahe. In dieser Beziehung herrscht aber selbst in parlamentarischen Kreisen noch große Unsicher- hext, namentlich was die Vorlegung des Arbeiter-Nnfallversicherungs-Gesetzes anbelangt. Es hieß zwar, daß dasselbe dem Reichstage bei seinem Zusammen- tdtte zugehen solle, indeß unterliegt der Entwurf gegenwärtig noch den Be- rathungen der Bundesraths-Ausschüsse und ob dann das Plenum des Bundes- rathes zu dem angegebenen Zeitpunkte mit der Vorlage fertig fein wird, ist ziemlich fraglich. Heber die parlamentarischen Dispositionen der Reichsregierung ist überhaupt bis jetzt wenig bekannt, auch hinsichtlich des Antrages auf Erneuerung des Socialisten-Gesetzes. Hoffenllich werden die nächsten Tage die nöthige Aufklärung bringen. In den Arbeiten des österreichischen Abgeordnetenhauses ist eine längere Pause eingetreten, indem sich dasselbe am Freitag bis zum. 29. Februar vertagt hat, um den verschiedenen Ausschüssen Gelegenheit zur Förderung ihrer Berathungen zu geben. Vorher genehmigte das Hau» noch das Gesetz über die Verstaatlichung der Franz-Joses-Bahn, der Rudolf-Bahn und der erst vor Kurzem eröffneten Vorarlberg-Bahn, ein Beweis, daß der Staatsbahn-Gedanke auch in Oesterreich mehr Fortschritt macht. Nachdem die Ende vorigen Jahres nach Tongking abgesandten französischen Verstärkungen (ca. 6000 Mann und 3 Batterien) jetzt fast sämmtlich am Orte ihrer Bestimmung angelangt sind, wird man wohl endlich von entscheidenden Operationen der Franzosen zu hören bekommen. General Millot, der neue Oberbefehlshaber des Expeditions-Corpü, hat für Anfang März den Marsch gegen Bacninh in Aussicht genommen, da bis dahin die Regenperiode in Tongking zu Ende sein wird. Der französische Obercom- niandirende ist von Siegeszuversicht erfüllt und soll erklärt haben, daß er keine weiteren Verstärkungen brauche und daß seine Streitkräfte zur Eroberung von Bacninh mehr als genügend seien; nun, man wird dies abzuwarten haben. Die bisherige Lässigkeit der Engländer gegenüber dem Umsichgreifen des Ausstandes im Sudan müssen die dort exponirten egyptischen Garnisonen nunmehr bitter büßen. Gleich dem unglücklichen Sinkst, dessen 600 Mann starke Besatzung von den fanatischen Schaaren Osman Digma's, des Unter-Generals des Mahdi, förmlich abgeschlachtet wurde, ist nun auch Tokar in die Hände der Rebellen gefallen, dessen Besatzung ebenfalls über die Klinge springen mußte; wenigstens meldet dies eine Depesche der „Times" aus Suakim. Fünf desertirte Soldaten von Tokar, die in Suakim eingetroffen sind, berichten, daß die Aufständischen das Geschütz- und Gewehrseuer gegen die Festung ununterbrochen fortsetzten, so daß die Garnison sich nicht mehr halten konnte. Von neuen Metzeleien wußten allerdings die Soldaten nichts zu berichten. Die Hülse, welche General Graham dem bedrängten Tokar bringen sollte, ist demnach zu spät gekommen und diese Kunde hat denn auch in England von Neuem die größte Erregung hervorgerufen. Welchen Eindruck diese abermalige Hiobspost selbst in den Londoner Regierungskreisen macht, beweist die schleunige Einberufung eines Cabinetsrathes, der am Freitag abgehalten wurde. Nach demselben hatte der Oberbefehlshaber der englischen Armee, der Herzog v. Cambridge, mit dem General Lord Wolseley und dem StaatSsecretär des Krieges, Marquis v. Hartington, eine längere Berathung im Kriegsministerium. Es wurde hierbei konstatirt, daß für die Streitkräfte Graham's eine Aenderung in der bereits beschlossenen Marschrichtung nicht wohl ausführbar sei, weil die Truppen in Trinkitat jetzt ausgeschifft seien. Vielleicht verwendet man das Corps Graham's jetzt bei der Vertheidigung Suakims. Das italienische Ministerium hat von der Deputirtenkammer ein abermaliges Vertrauensvotum erhalten. Es handelte sich um den von der radikalen Opposition lebhaft bekämpften Gesetzentwurf über Reorganisation des höheren Unterrichts, zu welcher von radikaler Seite in der Sitzung vom 21. Februar mehrere Amendements eingebracht worden waren, die ihre Spitze gegen den Unterrichtsminister Baccarini richteten. Von dem Deputirten Martini wurde Uebergang zur Tagesordnung beantragt, welcher das sich mit Baccarini für solidarisch erklärende Cabinet zugestimmt hatte; die Tagesordnung wurde sodann mit 122 gegen 86 Stimmen in namentlicher Abstimmung angenommen. Ueber den furchtbaren Wirbelsturm, welcher in voriger Woche die südlichen und südöstlichen Staaten der nordamerikanischen Union verheerte, liegen jetzt nähere Mittheilungen vor. Die Anzahl der getödteten Personen soll sich auf ca. 500 belaufen, mehrere kleine Städte wurden ganz in Trümmer gelegt; gegen 5000 Gebäude sind zerstört. Dem gegenüber dürfte der auf eine Million Dollars geschätzte Schaden noch zu niedrig gegriffen fein. General Gordon greift zu seltsamen Mitteln, um dem Mahdi die Herrschaft über den Sudan wieder aus den Händen zu winden. Die Wiedergestattung des Sclavenhandels im Sudan ist eine Maßregel, die eigenthümlich berühren muß, wenn man bedenkt, daß dasselbe England doch sonst überall die scheußliche Institution des Sclavenhandels mit allen Mitteln bekämpft. Gab es wirklich kein anderes Mittel, um die aufrührerischen Stämme dem Mahdi wieder abspenstig zu machen oder wirkte das Gold Gordon's doch nicht genug? Jedenfalls wird aber die englische Regierung das Verfahren General Gordon's zu rechtfertigen suchen und vielleicht ließen auch die Verhältnisse im Sudan keine andere Wahl; mit der Wiederherstellung des Menschenhandels ist andererseits jedoch der Sudan einstweilen für die Civilisation verloren. Darmstadt, 23. Februar. Eine von den Abgeordneten Schaum, Ellen- berger und Haas etngebrachte Interpellation regt die Frage wegen der Bepflanzung der Staatsstraßen mit Obstbäumen überhaupt und speciell in Bezug auf die Staatsstraße von Büdingen bis zur LandeSgrenze vor Lieblos an. DaS Großh. KreiSbauamt Friedberg hat nämlich Anordnungen getroffen, nicht nur die an letztbemerkter Straße stellenweise stehenden Pappelbäume zu erhalten, sondern die Papelbaumpflanzung dort- selbst noch zu ergänzen und zu erweitern. Darüber sind Beschwerden laut geworden, daß anstatt Obstbäumeu auf dem offenbar paffenden Boden und in dieser günstigen klimatischen Lage jene sogar gemetnschädliche Baumart angepflanzt werden sollte. Die Interpellanten fragen nun an, ob die Regierung Kenntniß von jener Absicht des Kreis- bauamiS habe und ob sie eine allgemeine Verfügung dahin gehend zu erlassen beab- stchttgte, daß die auf den Staatsstraßen stehenden PappelbSume wo räthlich und sobald alS angängig zu entfernen und durch Obstbäume zu ersetzen seien, jedenfalls aber nur dort eine Anpflanzung auf Staatsstraßen mit Wildbäumen auSgeführt werde, wo Obft- bäume nicht gedeihen würden? Bemerkt ist, daß bei früheren Verhandlungen in der zweiten Kammer -S den Anschein gewonnen habe, als sei die Regierung für die An- uflanzung von Obstbäumen an den Staatsstraßen, sofern dies nur irgend räthlich erscheine. — Nach einer höchst interessanten Veröffentlichung der Centralstelle für LandeS- stattstik betrug zu Anfang des Jahres 1878 die Z»hl der vollständig schuldenfreien Gemeinden 139, natürlich meist kleineren, jedoch befinden sich unter den schuldenfreien Gemeinden auch die größeren Orte Langen, Pfungstadt, Wimpfen, Roßdorf, BtbltS. Die übrigen 998 Gemeinden, deren Vermögen in runder Summe etwa 168 Millionen ^ru?' ®flrfn mit 42,856,175 «M. Schulden belastet, wovon über 21 Millionen auf rhetnhessische Gemeinden entfallen. Seit 1875 betrug die Vermehrung der Schulden- last im Ganzen 11,261,676 Jt., der jedoch ein Vermögenszuwachs von 13 Vz Mill. JL gegenübersteht. DaS Hauptvermögen der verschuldeten Gemeinden besteht in Waldungen, welche einen Werth im Gesaw.mtbetrage von etwa 70 Millionen repräsentiren, wozu noch für beiläufig 43 Millionen Feldgüter und 30 Millionen Gebäude treten. In Starkenburg find 71 Gemeinden schuldenfrei, tm Kreise Darmstadt nur 4, nämlich Eschollbrücken, Hahn, Pfungstadt und Roßdorf. — Auch im Etatsjahr 1882/83 machte die Verminderung der kleineren Brauereien tn unserem Lande weitere Fortschritte und betrug die Zahl der in Betrieb gewesenen Brauereien 284, die zusammen 725,722 Hecioltter Bier erzeugten, wovon nur 2999 Hecto- liter auf obergährtgeS Ster, daS bald ganz verschwunden sein dürfte, entfallen. — An Brausteuer wurden 695,064 JC. vereinnahmt, wozu noch 28,809 JL Uebergangsabgabe r>on außerhalb der Brausteuergemeinschast erzeugtem Bier und 4,621 Jt EtngangSzoll für fremde Biere treten. Mehr al« 30,000 Ji. Brausteuer hatten nur 4 Etablissements ju entrichten. (N. H. V.) Telegraphische Depeschen. Wslst'» teilsge. Eorresporrdenz-Bvreair. Darmstadt, 25. Februar. In einer der zweiten Kammer von der Regierung gemachten Vorlage werden 20,000 JL behufs Vornahme von Er- Hebungen über die Lage der Landwirthschast im Großherzogthum Hessen gefordert. Berlin, 25. Februar. Die Budget-Commission des Abgeordnetenhauses nahm heute den Nachtragsetat bis auf die für tue Correction des Rheinstromes von Mainz nach Bingen geforderte erste Nate unverändert an. Ueber die letztgenannte Position wurde die Abstimmung für so lange ausgesetzt, bis der bezügliche Vertrag mit dem Großherzogthum Hessen vorgelegt wird. Der Regierungsvertreter sagte diese gewünschte Vorlage zu. Bonn, 25. Februar. Professor Dr. Wilhelm Maurenbrecher hat, wie die „Bonner Zeitung" meldet, den Rus an die Universität Leipzig angenommen. Paris, 25. Februar. „Pays" spottet heute tn einem Ardkel Cassapnac'S über die Ansvrache des Prinzen Napoleon an die Delegirten deS RrvtfionScomtte'S und erklärt, derartige Comttc's extstirten nicht, sie seien nur Marionetten. — Die Kohlengrubengesellschaft von Anztn entließ 600 Arbeiter; in Folge dessen wurde In der heutigen Versammlung der Sinkenden beschlossen, den Strike fortzusetzen. St. Etienne, 25. Februar. Gestern fand tm hiesigen Circus ein von etwa 3000 beschäftigungslosen Arbeitern besuchtes Meeting statt, bet welchem Cyooct den Ebrevvorsitz führte. Von den Versammelten wurde eine Deputation an den Präfekten gesendet, um demselben über ihre Lage Mittheilung zu machen. Der Präfekt empfing die Deputation, erklärte indeß, daß er der bestehenden wtrthschaftlichen Krisis gegenüber ohne Heilmittel sei, daß er jedoch Alles, was tn seinen Kräften stehe, thun wolle, um den Arbeitern zu helfen. London, 25. Februar. Unterhaus. Hartington antwortete Northcote: Hew!tt habe gestern Abend spät bie Uebergabe Tokars bestätigt. Es sei kein Grund vorhanden, die Truppenbewegung nach Trinkitat etvzustellen. Es seien Graham Instructionen gesandt worden, den Operationsumfang einzuschränken, aber es sei ihm volle Discretion für gewisse Eventualitäten gelassen worden. Der Hauptzweck sei, daS Augenmerk auf die Sicherung Suakims zu richten, das bedroht scheint. Gladstone beantragt, von Nortbcote unterstützt, ein Dankootum für den Sprecher, welches auch nach einem Protest Parnell'S absiimmungSlos genehmigt wird. Der Sprecher dankt in herzlichen Worten. Banste kündigt einen Antrag gegen jeden Vertrag an, der den Verkehr mit den Congohäfen behindert oder die Zölle daselbst erhöht. Petersburg, 25. Februar. Der Großfürst Michael Nicolajevitsch hat die Reise nach Berlin gestern angetreten. — Wie daS „Regierungsblatt" in Astrachan meldet, haben sich die Fischer, welche bet einem heftigen Sturme am 4. d. M. auf einer Eisscholle In's Meer hinausgetrieben wurden, gerettet. Algier, 25. Februar. Eine große Karawane von'Süd-Oran hat ohne Zwischenfall die Reise nach der 600 Kilometer südlich gelegenen Oase Gourara und eoenso die Rückreise von dort ausgeführt. Die Handelsverbindungen, welche seit 1880 unterbrochen waren, sind somit wieder ausgenommen. Kairo, 25. F-bruar. Aus Suakim wird gemeldet: Die von dort entsandte Patrou'lle sei tn einer Entfernung von einer halben Meile auf eine feindliche Abthetlung von 1000 Mann und 40Kameelen gestoßen. Die Patrouille zog sich zurück und wurde vom Feinde verfolgt. — Aus Suakim wird gemeldet: Die schwarzen Truppen meuterten, verweigerten die Waffen zusammenzustellen und drohten, zu den Rebellen überzugehen. Hcwitt be- bält tn Folge besten die Marinesoldaten hier und sendet nur eine Flottenbrtgade mit 6 Geschützen nach Trinkitat. Die schwarzen Truppen werden nach Kairo gesendet, sobald die Transportschiffe hergerichtet sind. Spione berichten, daß allgemeine Freude in Os- man's Lager über den Fall Tokars herrsche. Kairo, 25. Februar. General Stephenson hatte den dringenden WunsH ausgesprochen, daß man den Vormarsch der Truppen gegen Osman Digma gestatten möge, dessen Streitkräfte bei El Teb vereinigt sind; der Staatssecretär des Krieges, Lord Hartington, hat darauf den Vormarsch der Truppen angeordnet, welcher morgen beginnt. — Aus Suakim wird von gestern Abend telegraphirt: In Trinkitat sind nunmehr 4300 Mann englischer Truppen eingeschifft, man wird auf allen Seiten feindliche Abtheilungen gewahr und schätzt die Streitkräfte des Feindes auf etwa 10,000 bis 12,000. Die nubischen Truppen, welche sich weigerten, sich einschiffen zu lassen, werden als Kameeltreiber verwendet werden. — General Graham hat 200 Mann Kavallerie als Avantgarde vorausgeschickt und läßt eine weitere Abtheilung folgen. Man hofft, morgen bis Tokar zu gelangen. Die Truppen haben unweit Trinkitat eine Verschanzung erbaut. Die Negertruppen, welche in Suakim liegen, gelten als nicht zuverlässig. Vermischte-. Frankfurt, 22. Februar. Der Bürgermeister eines an der Bebraer Eisenbahn gelegenen Dorfes hatte davon Kunde bekommen, daß in Sachsenhausen „bet Frankfurt* es eben einen ausgezeichneten Aepfelwein gebe. Da für seine Familie ein freudiges Ereigniß beoorstand, so beschloß er, die am Feste Theilnehmendm mit echtem Aepfelwein zu regaliren. Um dies ausführen zu können, schrieb er einen Brief an den „Bürgermeister von Sachsenhausen bei Frankfurts „Lieber College", schrieb er, „da ich erfahren habe, daß Ihr einen sehr guten Aepfelwein habt und nächstens Ktndtause bet uns ist, so seid doch so gut und schickt mir 50 Liter von Eurem Aepfelwein; wenn er gut ist, nemm' ich noch weiter. Sobald ich nach Frankfurt komme, werd' ich Euch besuche". Die Post bestellte das Schreiben an Herrn Oberbürgermeister Miquel, welcher eS den Herren Gebr. Freyetsen übermittelte, die dem Auftrage des Bürgermeisters von H. auch sofort nachkamen. Stuttgart, 24. Februar. Ein neuer gestern Abend hier verübter Raubmord regt alle Gemütber auf. Ueber denselben meldet das „Stuttgarter Tagblatt" folgende Einzelheiten: „Gestern Nacht kurz nach 9 Uhr, als das große, die ganze Stadt in Athem haltende Maskenfest in der Liederhalle in vollem Gange war, ist in dem Hause des Leonhardsthorplatze« Nc. 11, wo der Pfandoerleiher Christian Reinhardt daS Parterre und den ersten Stock inne batte, etn schreckliches Verbrechen verübt worden, das die Erinnerung an die Affaire Heilbronner nur allzu deutlich zurückruft. Es war wenige Minuten vor ViW Uhr, als Frau Reinhardt von ihrer Wohnung im ersten Stock aus die Ladenglocke ertönen hörte; sie sah zum Fenster hinaus und sagte zu einem unten stehenden Manne, ihr Gatte befinde sich tm Laden. Gleich darauf läutete es zum zweiten Male und als sie wieder htnauSsah, sagte ihr der Nämliche, es sei ja Niemand tm Laden, man könnte ja AlleS herauSstehlen. Hierauf schickte sie ihren 10jährigen ältesten Sohn Richard in den Laden hinunter und hörte nun alsbald diesen einen lauten Schrei ausstoßen, worauf sie selbst, nichts Gutes ahnend, über die Treppe ins Geschäftslokal eilte. Hier fand sie das Gaslicht ausgelöscht und ihren Mann mit Blut überströmt als Leiche am Boden liegend. Sofort wurde Wundarzt Dörner unb Oberstabsarzt Dr. Stoll herbeigerufen, welche nur den schon eingetretenen Tod con- stattren konnten. Der Leichnam zeigte zwei schwere Schnittwunden über beiden Stagen, welche nach der Aussage des inzwischen gleichfalls herbetgeetltm Stadtdtrectionswund- arzteS Dr. Strudel von einem schweren metallenen Instrument, Beil oder dergleichen herrühren. Ferner eine tiefe Schnittwunde tm Hals von einem scharfen Messer, welche die Kehle fast vollständig durchdrungen hatte. Auch hier war nur Geldgier daS Motiv zu der gräßlichen That; eS fehlen nämlich tn der Ladenkasse ca. 170 JL in Gold unb Silber und zwar von ersterem einige Zwanztgmarkstücke unb ein Zehnmarkstück, von letzterem der Rest, auch der lederne Zugbeutel und eine braune abgenützte Ledertasche, in welchen daS Geld verwahrt war, find geraubt worden. Uhr und Kette, sowie 160 X ikSL tr W bttn lü«1’i?(dl-»" SL'"- ASr W -SA fitfff Mlm D-Ull» »i»< jijölien »lrt> * unrf‘ fein, wtSbalb Interesse fein f In corne oalc den Al'cherMa müssen, öess di mU Sarna Voll, refp- das Römern baute i der Mn M oiif Rädern riW W gab dann (s svrang und tanz! wdlertn sfitMl baupt auSblteb. Ilwjüge einig' für unsere festltü Mtn diese Um; Karneval in brr Mester Zeit fa1 Zn Basel war I Am eer( Mntnsalson V bumorWchen ob. Was Gefl durch entfpredJi unb auf alle Ä, etmodt bat. I roerfenntnewtrt Leranüglns zu i Bremen baiirr, Capt. 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Krau Reinhardt, welche b S dahm tm Laden gewesen war, entfernte sich, während der Unbekannte mit ihrem Mann handelte, und diesen Moment benutzte jener, um einen, seiner Meinung auch, beide brennende Gasflammen sperrenden Hahn an der doppelarmigen Lampe zu drehen und gleichzeitig daS Verbrechen auSzusühren. Dieser muihmahliche Thüter wird al« ein Mann von ca. 28 Jahren, etwa« über Mittelgröße, schlanke Statur, doch breitschultrig, etwaS bleichem Gesicht mit kleinem Bart geschildert; die Kleidung ist die eincS gewöhnlichen Arbeiters, dunkles Joquet, dunkle Beinkleider, weißeS Hemd. Der Ibäter wird Blutspuren am Körper und an den Kleidern davongetragen haben und ist ohne Kopfbedeckung entflohen. Der Ermordete hinterläßt außer der Wittwe noch 6 K nder im Alter von 1—10 Jabren. Die Recherchen der Polizei wurden die ganze #ad?t in eifrigster Weise, leider biS jetzt ohne Erfolg, betrieben. — Der Abgeordnetentag dcS deutschen KricgerbundkS wird Pfingsten d. I. in Köln abgehalten werden. Zur Theilnahme an demselben ist jeder dem Bunde an- gehörige Verein und Verband behus« Wahrung seiner Rechte befugt und berechtigt. Ten Tendenzen deS Bundes entsprechend, werden sich die Verhandlungen vorzugsweise auf die Betätigung der Kameradschaft durch Förderung humaner Bestrebungen erstrecken; insbesondere auf die Errichtung deS Krieger-WaisenbauseS, für welche« der Herzog von Sachsen-Meiningen bekanntlich daS Schloß Glücksburg bet Römhild zur Verfügung gestellt hat. Hauptaufgabe deS Abgeordnetenhauses wird eS ferner sein, eine allgemeine Besprechung der zeitigen Lage der deutschen Kriegeroercine und deren Bereinigung unter dem Prottctorat deS Kaisers berbeizusührrn. Um den aus allen Theil n Deutschlands hier eintreffenden Abgeordneten ein Bild zu geben, wie am Cheine das KricgervereinSwesen von den Bundesangehörigen aufgesaßt und hoch- oehalien wird, soll am zweiten Psingstfeiertage ein „Rheinisches Kriegerfest" stvtisinden. — [5)