657 W m-Mess- träte Preisen )crg, Seltersweg 3, 4 t s NlM- es Dienstmädchen nus h», geUer§we0 3& ft» gksxs «llf bllt lien-Logis ju ver^ (Sonnenfiroße 27. >ck zu oermiethen, ;r, Riegelpsad 3. ock meines, Hauses nhosstraße 58, auch :n und 1. Juli zu PH. Ttrack. )iansarde), 1. März ;en. Zranksurterstr. 75._ von 3 Zimmern, e ruhige Familie W. Ferber. ^Händler, Kirchenpl Zimmer zu oermiethen. 1 Somenstraße 18.^ nTein einzelnes M ethen-^Brandplatz 12. ier'zu vermietbcn. ge 15, mittl- Stock. rklhigen , poliren ^ ^^^' erkye 626 n k°-h-° 5 extra'T', Leip- Stagwid 659 gtr. 23. Zweites Blatt Sonntag den 27. Januar 1SS4 KiKner Mnzeiger Amts- uud Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Wochenschau. Gieße», 26. Januar. Die abgelaufene Woche bot in parlamentarischer Hinsicht im Gegensätze zu der vorigen wenig BemerkenSwertheS dar. Die Debatten im preußischen Abgeordnetenhaus über den Eisenbahn-Etat verliefen durchaus geschäftsmäßig und wurden die ein)einen Kapitel meist ohne erheblichen Widerspruch bewilligt. Auch der „Schwerinstag" am Mittwoch brachte keinerlei bernerkenS- werthe Momente. Desgleichen ist aus dem Herrenhavse, welches am Dienstag und Mittwoch Sitzungen hielt, die ersten nach den Weihnachtsserien, nichts von außergewöhnlichem Interesse zu berichten. Was den preußischen Vslkswirth- schastsrath anbetrifft, welcher in dieser Woche zur Berathung der Grundzüge des Unfallversicherungs-Gesetzes zusammengetreten ist, so beendigte derselbe am Mittwoch die Generaldebatte hierüber und wählte schließlich eine freie Commission zur Vorberathung einiger Abschnitte. Im Laufe der Debatte erklärte der Ministerialdirector Bosse, es sei kein Geheimniß, daß die Reichsregierung auch die Alters- und Jnvaliden-Versorgung der Arbeiter zu regeln in's Auge faßte; die Regelung aber nur nach gründlicher Prüfung aller einschlagenden Verhältnisse möglich sei; sie befinde sich noch in der Vorbereitung. Der Redner trat der Meinung entgegen, vaß sich durch die Grundzüge des Unfallversicherungs- Gesetzes ein sichtliches Mißtrauen gegen die Arbeitgeber hinziehe; im Gegentheil bestehe alles Vertrauen zu denselben. Man wünsche aber auch, daß sich die Arbeiter an der Lösung der betr. Aufgaben betheiligen und hoffe, daß sich ein Verhältniß des gegenseitigen Vertrauens zwischen beiden Theilen Herausstellen werde. Im elsaß-lothringischen Landesausschusse kam am Dienstag gelegentlich eines Angriffes des Abg. Zorn von Bulach Sohn auf den Statthalter dessen Politik zur Sprache. Staatssecretär v. Hofmann wies die gegen die versöhnlichen Bestrebungen des Statthalters gerichteten Angriffe entschieden zurück und ^erklärte im Uetieigen, daß das s. Z. von der „Rordd. Allg. Ztg." .zuerst veröffentlichte Interview der Herren „A." und „B." die Anschauungen des Statthalters in vielen Stücken richtig wiedergegeben habe. Bedeutsam war die Erklärung des Abg. Köchlin (Mülhausen), daß die Angriffe des Abg. v. Bulach keineswegs eine Ansicht des Landesausschuffes repräsentirten und daß das Land dem Statthalter für seine Regierung der Milde dankbar sein werde. Der ungarische Ministerpräsident v. Tisza weilte in dieser Woche wiederum in Wien. Die Ereignisse in Kroatien, welche zur zeitweiligen Schließung des Agramer Landtages führten, sowie der noch immer in der Schwebe befindliche Conflict mit dem Oberhause wegen des Mischehen-Gesetzes werden jedenfalls die Hauptmomente des mündlichen Berichtes Tisza's an den Kaiser gebildet haben. An demselben Dienstag, an welchem Herr v. Tisza in Wien eintraf, verließ Herr v. Giers, der russische Minister des Auswärtigen, die österreichische Hauptstadt, um sich nach Petersburg zurückzubegeben. Der leitende Minister Rußlands hat sich über die Aufnahme, welche er in Wien allseitig gefunden, unverhohlen anerkennend ausgesprochen und man darf annehmen, daß sein jüngster Aufenthalt in Wien von günstigstem Einflüsse auf das Verhältniß zwischen Rußland und Oesterreich sein wird. — Die interessante Sprachendebatte im österreichischen Abgeordnetenhause, deren Beginn schon am ersten Sitzungstage, am Dienstag, erwartet wurde, hat erst am Donnerstag ihren Anfang genommen. Die Ablehnung des Antrages Wurmbrandt, die Regierung auf Grund der Anerkennung der deutschen Sprache als Staatssprache zur Vorlage eines allgemeinen Sprachengesetzes auszufordern, gilt als gewiß. — Banquier Eisert in Wien ist am Dienstag Abend seinen schweren Verletzungen erlegen; auch der kleine Eisert ringt mit dem Tode. Die französischen Regierungs- und parlamentarischen Kreise werden gegenwärtig durch Fragen der Finanz- und socialen Politik stark in Anspruch genommen. In beiden Häusern des Parlaments ist in den letzten Tagen fast ausschließlich über das Budget verhandelt worden und hatte die Regierung hierbei lebhafte Angriffe auszuhalten. Auch die in Paris herrschende wirthschaftliche Krisis kam bei dieser Gelegenheit im Senate mit zur Sprache, wobei ein Redner der vielverbreiteten Ansicht entgegentrat, daß diese Krisis eine Folge des Frankfurter Friedensvertrags sei. Aus Tongking ist „nichts Neues" zu melden, die Operationen gegen Bacninh nehmen einen sehr langsamen Fortgang und werden vor Ankunft der französischen Verstärkungen kaum zu einem nennenswerthen Resultate führen. Die öffentliche Meinung in England ist über die Entsendung Gordon Paschas nach dem Sudan sehr befriedigt. Es documentirt sich hierdurch der feste Entschluß des Cabinets von St. James, die Regelung der egyptischen Angelegenheiten nunmehr energisch in die Hand zu nehmen. Die anfängliche Absicht der englischen Regierung, den Sudan sich selbst zu überlassen, stieß selbst innerhalb der ministeriellen Partei auf lebhaften Wider- .pruch, man wies hier namentlich daraus hin, wie sehr die Handelsintereffen Englands im Sudan engagirt seien und dieses Argument dürfte wohl den Ausschlag zu Gunsten der Mission Gordon Paschas gegeben haben. Gordon Pascha geht über Suakün nach Chartum, dem Ziel seiner Reise, und beabsichtigt er, sich zunächst mit den Beduinenstämmen von Suakim in ein freundschaftliches Einvernehmen zu setzen. Mit ihrer Hülfe gedenkt dann Gordon Pascha Chartum zu entsetzen, welches von den Schaaren des Mahdi bereits cernirt fein soll. Die italienische Deputirtenkammer ist in dieser Woche wieder zusammengetreten und brachte die Opposition gleich in einer der ersten Sitzungen einen Gegenstand für das Cabinet Depretis zur Sprache. Ein Fischer aus Chioggia war in Spalato, also auf österreichischem Gebiete, ermordet worden und hat sich die Untersuchung dieser Angelegenheit in die Länge gezogen. Der Deputirte Bernini machte dieselbe zum Gegenstand einer Interpellation und erklärte hierbei der Minister des Auswärtigen, Mancini, daß er den italienischen Consularagenten sofort vom Amte suspendirt, infolge der widersprechenden Berichte aber seine höheren Beamten behufs Einziehung genauer Informationen und Berichterstattung dorthin entsendet habe. Auf Antrag des Interpellanten wurde die Begründung der Interpellation aus den 2. Februar festgesetzt. Mit der Ersetzung des Cabinets Posada Herrera durch das Ministerium Canovas del Castillo hat sich in Spanien mit einem Schlag ein Uebergang vom liberalen zum conservativen Regime vollzogen. Von welchem Einfluß dieser Scenenwechsel auf die Gestaltung der inneren Verhältnisse des Pyrenäenlandes sein wird, läßt sich jetzt noch nicht ermessen, jedenfalls wird man aber den Regierungswechsel in den Beamtenkreisen zunächst verspüren. Fast sämmtliche Gouverneure der einzelnen Provinzen sind durch neue Persönlichkeiten conservativer Gesinnungen ersetzt worden und auch sonst vollzieht sich unter den höheren spanischen Beamten eine „Purification" im Sinne des jetzigen Cabinets. Im Uebrigen will das Cabinet Canovas del Castillo, wenigstens was die auswärtige Politik anbelangt, in den Geleisen des zurückgetretenen Ministe-- rinms fortwandeln. Der Untergang des Dampfers „City of Cotumbus". Entsetzliche Einzelheiten werden aus Newyork den englischen Blättern über den Untergang des „City of Columbus" gemeldet. Das Schiff, ein starker eiserner Dampfer von 2000 Tonnen Gehalt, gehörte der Boston und Savannah-Linie an und hatte 102 Passagiere, darunter 35 Frauen und Kinder, an Bord. ES waren meist Neu- Engländer, welche den Winter im Süden zubringen wollten. Die Mannschaft bestand aus 45 Personen, der Capttän heißt Wright. DaS Schiff verließ Boston am Donnerstag (X7- Januar) Nachmittag. Die Nacht war stürmisch und kalt, aber trocken und klar uno gegen Morgen schien der Mond. Die Küste von Massachussets, welche der Dampfer zu umsegeln hatte, ist als gefährlich bekannt und namentlich das Riff Devils Bridge an dem Südrande (Gay Head) der Insel Marthas Kneyard, etwa 21 Km. von Cap Cod und 130 Km. von Boston entfernt, wird von den Seeleuten ängstlich gemieden. Auf dieses gefährliche Riff stieß nun der unglückliche Dampfer am Freitag 4 Uhr Morgens. Das Schiff muß IVr Km. von seinem Curse abgewichen sein. Nachdem es an das Riff angefahren war, fuhr es unter der Gewalt des Anpralls etwa zwei Schiffslängen nach rückwärts, begann dann sich mit Wasser zu füllen, neigte sich zur Sette und sank mit dem Htntertheil unter Wasser. Der Capttän forderte die Passagiere auf, sich zu einem Versuche, mit den Booten ans Land zu kommen, vorzuberetten, allein Erstere schienen so erschreckt zu sein und vielleicht die Größe der Gefahr nicht sofort zu erkennen, so daß viele unter Deck blieben, bis das steigende Wasser sie htnauftrteb. In diesem Augenblicke stürzte eine schäumende Wassermasse über das Schiff und spülte alles Lebende hinweg. So kamen 60 Personen einschließlich aller Frauen und Kinder (mit Ausnahme von zwei Knaben) ums Leben. Viele Leichen sind, mit Rettungsgürteln versehen, in aufrechter Haltung vorgefunden worden, ein Beweis dafür, daß sie sich einige Zeit gequält haben müssen. Nun begann für die wmigen Ueberlebenden ein furchtbarer Kampf. Verschiedene Boote verließen das Schiff, allein sie schlugen entweder sogleich um oder gingen, von unerfahrenen Händen gelenkt, später an den Felsen zu Grunde. Nicht em einziges Menschenleben wurde durch die Boote gerettet. Mittlerweile hatte sich das Takelwerk mit Menschen gefüllt, aber da das Wrack hin- und herschwankte, so schlugen auch hier die eisigen Wogen hinein. Man sah ein Ehepaar sich zum letzten Male küssen und sich umarmen und dann in die Fluthen sinken. Zwei Brüder waren in dem Takelwerk. Der Altere schlug den Jüngeren, als dieser ihm Muth zusprach und so den Knaben wach erhielt, bis nach 8 Stunden die Boote ihnen Rettung brachten. Dann sprangen sie zusammen in die Wogen und schwammen zu dem Boote, als wenn sie auf ihrer Excursion zu Coney Island wären. Bald stürzte hier einer vor Erschöpfung, bald dort einer schon todt aus dem Takelwerk, während mehrere, selbst nachdem der Tod schon eingetreten war, angefroren an den Stricken blieben. Zuletzt waren von den 80 Personen, welche den sonnigen Süden hatten aufsuchen wollen, nur noch 9 Menschen übrig geblieben. Von der Mannschaft wurden 13 gerettet. Nachdem der Tag angebrochen war, sah man vom Lande aus das Wrack und um 10 Uhr kam von der Gay Head-Statton das Rettungsboot und rettete 7 Personen. Später kam ein zweites Rettungsboot und zu Mittag erschien der Ver. Staaten Zoll- Dampfer „Dexter", welcher in der Nachbarschaft gekreuzt hatte. Die See ging sehr hoch uud der Zolldampfer konnte sich dem Wrack nur auf 300 Ellen nähern. Ein Boot wurde ausgesetzt und rettete einen Mann, ein zweites nahm dann noch einige Andere auf. ES war nicht möglich, hart an das Wrack heranzufahren und so mußten die Unglücklichen in das Wasser springen, um dann erst aus demselben gezogen zu werden. Offiziere und Matrosen vom Zolldampfer sprangen ins Wasser, um diejenigen, welche nicht schwimmen konnten, noch rechtzeitig zu erfassen. Sehr gerühmt wird die Aufopferung des Lieutenants Rhodes vom Zoll-Dampfer. Zweimal schwamm er durch die aufgeregten und eisigen Fluthen, um ein Seil an das Wrack zu heften. Beim ersten Mal wurde er von den Wogen zurückgeschleudert, verletzt und erschöpft, allein noch einmal wagte er das Unternehmen und nun gelang es ihm. Alle Offiziere an Deck des „City of Columbus" sind ertrunken und so wird die wahre Ursache des Unglücks vielleicht nie genau bekannt werden. Der Capttän war der Letzte, der gerettet wurde. Einer der Ueberlebenden sagt aus, daß ihm der Lootse, als er an den Mast geklammert hing, erzählt habe, er sei, nachdem er das Steuerrad fest gemacht, für einen Augenblick zum Dampfschlot gegangen, um sich zu wärmen. Als er auf seinen Posten zurückkehrte, fand er, daß sich das Schiff gewendet hatte; er sah, daß sie mitten zwischen den Klippen gerathen waren und hielt sofort auf das Land zu. Der Capttän widerspricht dieser Behauptung und erklärt, daß er selbst den Cur8 des Schiffes bestimmt habe, ehe er sich unter Deck begab und dem zweiten Offizier den Befehl übertrug. Oas Schiff fuhr bald darauf auf das Riff an. Der Capttän versichert jedoch, es sei ihm ein Räthsel, wie der Dampfer aus dem richtigen Curse kommen konnte, und glaubt dies einer starken Strömung zuschreiben zu müssen. Alle mit der Oertltchkeit vertrauten Seeleute behaupten, daß der Dampfer seinen CurS ganz verloren haben mußte, als er auffuhr. Die Ueberlebenden erzählen, daß sie zur Zeit, als sie in dem Taktlwerk hingen, zwei Dampfer passiren sahen, daß jedoch kein«. Derselben daS Wrack bemerkte. Der Steuermann eines dieser Dampfer erklärt, daß er auf dem gescheiterten Schiffe, welches er durch das Fernglas betrachtete, keine lebenden Wesen bemerkt habe. Der Schiffskörper des gescheiterten Dampfers ist ohne sichtbare Verletzung und man glaubt, noch viele Leichen im Zwischendeck finden zu können. DaS Unglück wird von allen Newyorker Zeitungen grenzenloser Unwissenheit und Sorglosigkeit -ugeschrteben und man verlangt die strengste Untersuchung. Vermischte-. AuS Dresden. 20. Januar, wird berichtet: Eine Schreckensnachricht durchläuft unsere Stadt- In dem benachbarten Industrie-Städtchen Radeberg (7000 Einwohner) soll unter eigenthümlichen Umständen ein längst todt geglaubtes männliches Wesen au8 Jahrzehnte langer Vermauerung wieder ans Tageslicht gebracht worben sein- Bet dem Hausbesitzer und Kattundrucker Fasold in der Dresdener Straße, einer der lebendigsten Verkehrsadern der Stadt, ereignete e8 sich kürzlich, daß der haldrdwtlsche 21jährige dritte Sohn im Hofraum sich erhängte. Die Eltern besorgten alles Erforderliche zur Beerdigung des Leichnams selbst: sie schnitten ihn ab und wuschen ihn, ohne blS dahin etwas von dem Vorfall verlauten zu lassen- Der Argwohn der Leichenfrau, welche in jener Procedur keineswegs nur einen Act practischer Sparsamkeit, sondern «tu verdächtiges Gebühren erblicken zu müssen glaubte, war um so weniger ungerecht» fertigt, als man den Todttn ihr als einen eines natürlichen Todes Gestorbenen be- zeichacte. Wie wenig indessen ihr Verdacht begründet befunden wurde, beweist der Umstand, daß der Tobte anstandslos begraben ward. Trotzdem fand aber eine gerichtliche Besichtigung des Schauplatzes der Thal statt, die der damit beauftragte Rathswachtmeister so gewissenhaft und gründlich autzführte, daß sie daS völlig unerwartete Ergebniß hatte, einen lebendig Begrabenen an das Tageslicht zu fördern. Nur durch die Heimlichthueret und Abgeschlossenheit der Fasold'schen Eheleute war es möglich, 16 lange Jahre hindurch einen Menschen, ihren zweiten Sohn, in entsetzlicher Weise feit seinem 14. Lebensjahre verborgen zu halten. Das Gericht entdeckte den jetzt Dreißigjährigen, der zwar nie für tobt ausgegeben, vielfach aber für todt gehalten worden ist, in einem verschlossenen Kammerraum von ca. 2 Metern Länge und 1 Meter Brette, in welchen nur durch eine schmutzige, etwa handbreite Fensterscheibe ein Lichtstrahl zu dringen vermochte. Auf faulem Stroh hockte das Opfer elterlicher Verwahrlosung entmenscht, verthiert, verschmutzt, Ungeziefer- und schwärenbedeckt, abgezehrt, sprachlos, licht- und menschenscheu. Die Feder sträubt sich, die näheren Umstände eingehender mitzutheilen. Forscht man nach dem Grunde solcher unmenschlichen Handlungsweise, so soll lediglich Geiz als die Ursache desselben zu betrachten sein, Geiz von Leuten, welche ein schuldenfreies, wohlverzinsliches Hau8 besitzen. — (Eine Chaffepotkugel von Wörths Der ehemalige Königs-Grenadier des 2. Mestpreußischen Infanterie-Regiments Nr. 7, der gegenwärtig in Berlin, Friedrichs- gracht 43, wohnende Invalide A- P , hatte bei Wörth — am 6. August 1870 — einen Schuß in den Hals erhalten. Edle Theile waren nicht verletzt, doch gelang es, trotz Mehrfacher Operationen, den Aerzten nicht, die offenbar noch in der Tiefe steckende Kugel zu entfernen- Die Wunde heilte zu — wie ja bereits mehrfach das Einheiten der Kugeln selbst im Gehirn beobachtet wurde — und der Blefsirte wurde als Invalide entlasten. Während der ganzen Zeit hatte ihm die Wunde sehr viel Schmerzen verursacht und manche schlaflose Nacht bereitet. Jetzt, nach 13 Jahren und 5 Monaten, ist er durch einen glücklichen Zufall, ohne jede Operation von fernem „Kriegsandenken" befreit worden. Am 6. d. Mts. früh beim Waschen mußte P. mehrmals niesen; in Folge dieser Erschütterung ging dem P. eine seit einiger Zeit bestehende Geschwulst mit. Er spürte plötzlich im Munde einen harten Gegenstand und mußte Blut, ver- Mischt mit Eiter, ausspeien. Zunächst dachte er, daß ihm ein Zahn ausgefallen wäre. 8118 er daher nach dem harten Gegenstände griff und denselben reinigte, entpuppte sich derselbe als eine breitgeschlagene an einem Ende zusammengedrückte Bleikugel — es war jene Chaffepotkugel, die er in der Schlacht bei Wörth erhalten und die er über 13 Jahre lang in seinem Körper herumgetragen hat Darmstadt. Das »Fr. Journ." meldet: Das Großh. Hessische Palais auf der Zeil fleht seit einiger Zett zum Ankauf. Dasselbe hat einen Flächeninhalt von etwa 3700 Qu-Mtr., darunter einen Hofraum von über 2000 Qu-Mtr. und einen Gartenraum von ea. 1000 Qu -Mtr. Das nach der Zeil zu stehende Palais hat eine Front von ca. 150 Fuß, während die Front deS Gebäudes in der Stiftstraße etwa 60 Fuß beträgt. Vor einigen Jahren find auf den ganzen Gebäudecomplex 1,500,000 Mark geboten worden; man hatte aber damals noch nicht die Absicht, das Palaiö zu veräußern. Mit dem Verkaufe des Palais ist Dr. Jucho in Frar.kfurt beauftragt. Kassel, 22. Januar. Gestern Abend gegen HVrUhr fuhr der Lokomotivführer Kanold mit dem Hrlfshetzer Hilgenberg auf bet Maschine „Paderborn II.- vor» Maschinenhause des hiesigen BahnhofS auf die Schiebebühne, um sich durch die Loco- motlve nach der Ausfahrt bringen zu lassen. Beim Vorfahren stieg Kanold von der Maschine, um von der Locomotive 1192, welche er vorher geführt. Liderung re. herüber zu holen. Auf dem Tender stehend, wird er wahrscheinlich die Kiste haben offnen wollen und durch das Zurückfallen des Deckels zu Falle gebracht worden fein.' Er stürzte mit dem Kopf zuerst auf den Erdboden herab. Der Unglückliche erlitt dabet einen Schädelbruch, infolge dessen der Tod alsbald eintrat. — Ein Lehrling deS Buchbindermeisters P. dahier hatte heute daS Unglück, mit einer Hand unter die Schneidemaschine zu kommen, infolge dessen die drei Mittelfinger surckschnitten wurden. — [®tn glücklicher Kellners Eine 28jährtpe englische Miß, welche 7 Millionen Mark Vermögen besitzt und in einem der ersten Hotels von Mailand logirt, hat sich daselbst, wie italienische Blätter erzählen, in einen 21jähnpen hübschen Kellner, dessen Vater ein armer, aber ehrbarer Handwerker ist und unweit Turin lebt, sterblich verliebt und beschlossen, mit ihm in den heiligen Stand der Ehe zu treten. Die Mutter deS Fräuleins hat dies Anfangs nicht zugeben wollen, da aber die Tacktet majorenn ist, sich in daS Unvermeidliche gefügt und ist nach der lombardischen Capitale abgereift, um ihren zukünftigen Schwiegersohn kennen zu lernen. — (Vacante Stellen für Mllitäranwätter im Bereiche deS 11. Armee-Corps } Arnsberg, Magistrat, Gasmeister, 900 A Gehalt und freie Wohnung. Arnsberg, Kgl. Regierung, Regierungsbote, 960 A Gehalt und 144 A Wohnungsgeldzuschuß. Arnsberg, Magistrat, Vorarbeiter und Wassermeistet, 756 A Gehalt. Jena, ch-rurg. Abtheilung des Landkrankenhauses, Wärter, 180 Gehalt und freie Station. Laubach, Postamt, Landbriefttäget, 550 A Gehalt und 72 A Wohnungsgeldzuschuß. Weimar, Großh. Bezirksdirection Weimar, Wagenmeister, 90—100 A Gehalt monatlich. Eisen- bahnbetliebsomt zu Wiesbaden, 10 Schaffner-Anwärter, Anfangsgehalt 60 monatlich und die reglementsmäßigen Fahrgelder. Ebendaselbst 10 Weichensteller-Anwärter, 60 A Gehalt monatlich, nach Anstellung steigend bis zu 1050 A jährlich. — Im Bereiche der Großh. Hess. (25.) Division: Darmstadt, M nisterium des Innern und der Justiz, Verwalter an dem Gefängnisse zu Darmstadt, 1900 A Gehalt, freie Wohnung, Holz und Licht. Lampertheim, Großh. Ministerium der Finanzen, Abtheilung für Bauwesen, Dammwärter, 840—1040 A Gehalt. Literarisches. Ein Buch, das in akademischen Kreisen sehr willkommen geheißen werben wirb, ist der soeben im Verlage von C. A. Koch in Leipzig erschienene „Akademische Dukaten der für 1884* (Preis 50 Pffl.). Das hübsch ausgestattete Büchlein, das sich bequem im Portemonnaie tranSportiren enthält trotz seiner Zierlichkeit einen Notizkalender, eine Urberstcht über die deutschen Unlvrrsitäten und deren Freauenr im vergangenen Sommersemester und im laufenden Wintersemester, sowie ein ausführliches Verzeichniß der sämmtlichen studentischen Corporationen; ferner eine Münz- verMchung, Würfel- und Quodlibettouren und dergl. Man kann denselben als eine handliche Miniaturausgabe deS bekannten Afcherson'schen Universitäts-Kalenders bezeichnen. "» "" 1 ■MM«1"" ■ I i Verkäufe und Verpachtungen, Betheiligungen, Stellen-Vakanzen etc. werben am sichersten durch Annoncen in zweckentsprechenden Zeitungen zur Keuntnih der bez. Reflektanten gebracht; die einlaufenden Offerten werden den Inserenten im Onsinal äu8efanbt. Nähere Auskunft ertheilt die Anuoncen-Err-edition von »«»oU Moffe, Frankfurt a. M-, Roßmarkt Nr. 3. 73** Allgemein«» Anzeiger. Algd-Verpschtung. Donnerstag d. 31. Januar 1884, Nachmittags 1 Uhr soll auf dem Gemeindehaus dahier die der Gemeinde Lang-Göns zustehende Wald- und Feldjagd, ca. 1524 Hectare enthaltend, in 3 Abteilungen auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Lang-Göns, den 18. Januar 1884. Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns. 529 Brückel. Holz -Versteigerung Mittwoch den 30. d. M., Vormittags von 9 Uhr an, soll im Garbenteicher Gemeindewald, Listrikt Langenwald und Herrenwald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 10 Rm. 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Gastspiel deS Fräulein Sophie Höniff vom Stadt- Theater zu Frankfurt a. M. und des Fräulein r. Meulhon vom Stadt-Theater zu Heidelberg Der Bettelstudent. Große Operette in 3 Akten von Millöcker. SSS Spmoit .... Frl. König | ,= zu5ff ftt Laura .... „ v. Meuthon i al5 Anfang 7V2 Uhr. — Ende nach 10 Uhr. Preise der Plätze: An der Kasse und im Vorverkauf Loge 3,50, Sperrsitz 2,50. F. Brautlecht. Unterzeichneter empfiehlt sich einem hiesigen wie auswärtigen Publikum in Anfertigung von Wasser- null kllMM sorbie Mellerpnmpen in Holz und Eisen. Besonders erlaube mir aufmerksam zu machen auf das Ansertigen von Wasserpumpen von den kleinsten bis zu den tiefsten Brunnenschächten nach neuester Construction, unter Garantie reeller Bedienung. Hochachtungsvoll CONBAD HAMEL 506 46 Asterweg 46. Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich meine Pferde Metzgerei in dem früheren Laden des Herrn Netter, Settersweg und Teufelsluftgärtchen, betreibe. 602 Gießen, 23. 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Cassel 2«, 5'^,8»°*, II-9, 42°, W**, 11« Wetzlar 7*>, 9»°, UZ', 12*, 313, 43-, 658, 834*, HA). Gms-Coblenz 720, (mir v. Weilburg) 940, 12*, ZU, 658, 8:34*, Deutz 1131, 432, 1120. Fulda 1129, 429, 10. Lauterbach 8'°, 11^, 4-», 10. Gelnhausen 9=$, 335, g». Nidda 625, 925, 335 ß58. * bedeutet Schnellzug. Die fetten Ziffern die Nachtstunden. Verantwortliche Redactiyn: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.