wd Bekannten ? durch die Ge- * ftigen Knaben * 7029 $ hr, Pfalz, v tober 1884. V J W Leis d66 Mtigen. L Raren .Sx Mismrth flnb “ “* 5-50 Sroße 71, . naturell „ 8- , ” «°« Mn g# ^b-rtB-hrnid. •>000000 sonderer ! >oooooq infnflriMnnm dauernde Beschüt- ro W. LEvtz. laber QafU 4 ohneider prompter und reeller :nung. 6'67 Mann, der seine bnt in einer hiesigen Co- ig bestanden und noi z tbatig war, wünscht andern. Offerten ler- E. ß. 10 an die Ex?». Restouratrov BramM. §eute 2lbenb Metzel- suppe- ffllfleitich nlabet >1 I^Albold^ r Mann zur Ä”8 n n Touren fld< M 20 an die ExB ItlzeW o Hor«a«« —— I V 116 v 'I 16 <8-® •L ' ’i 20 O r.: 1 ti . . • | 4 21"^ srr. LSI. Erstes Blatt. Sonntag den 26. Oktober 1884 ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. «chul^-r- 7. Sr^eint t»6M» ■* •**"« W *•«*««»• ^-IM-Nch Amtlicher Hheil. Betreffend: Die Taubstummen-Statistik im Großherzogthum Hessen. Gießen, am 24. October 1884. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Schulvorstände '.'?9 Kreises. Wir erinnern Sie, soweit Sie noch im Rückstände sind, an Erledigung der Verfügung vom 25. September 1884 (Anzeiger Nr. 226) binnen acht Tagen. Dr. Boekmann.____________________________________ Gefunden: 1 Hemd, 1 Kinderschuh, 1 Bleististhalter, 1 gold. Hemdenknops, 1 Geldbeutel mit Inhalt, 1 Kinderhut, 1 gold. Ohrring, an Geld 1 Mark (auf dem Postschalter gefunden), 1 Hundehalsband, mehrere eiserne Ketten. Aufgefangen: 1 Pferd (Grauschimmel). Gießen, den 25. October 1884. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.________________________________ Lehrer-Confer enz des Conferenzbezirks Grünberg: Donnerstag den 3 0. October, Vormittags 10 Uhr, in Grünberg. Gesang: 29. 30. 124. Gießen, den 24. October 1884. Büchner, Kreisschulinspector. Berlin, 23. October. Das von der „Wes.-Ztg." mitgetheilte „Patent" des Herzogs von Cumberland, das allen regierenden Fürsten Deutschlands und den Senaten der freien Städte zugestellt worden ist, hat folgenden Wortlaut: Wir, Ernst August, von Gottes Gnaden Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, König!. Prinz von Großbritannien und Irland, Herzog von Cumberland 20. 2C. thun hiermit kund und zu wissen: Demnach es dem unersorschlichen Willen der göttlichen Vorsehung gefallen hat, Unseres Hochgeehrten Herrn Oheims und Vetters, des durchlauchtigsten Herzogs und Herrn, Wilhelm, Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg Liebden am heutigen Tage aus dieser Zeitlichkeit abzuberufen, dadurch aber die Nachfolge in der Regierung des Herzogtums Braunschweig auf Uns überge- gangen ist und kraft der Rechte, welche in Unserem fürstlichen Gesammthause Braunschweig-Lüneburg bestehen, so entbieten Wir allen Behörden, Dienern, Vasallen und Unterthanen des Herzogs Braunschweig Unsere Gnade und eröffnen ihnen hierdurch, daß Wir mittelst dieses Patents das Herzogtum Braun- schweig in Besitz nehmen und die Regierung über dasselbe antreten. Wir werden die Regierung des Herzogtums nach Maßgabe der Verfassung des deutschen Reiches, sowie der Landesverfassung führen und Wir versichern bei Unserem fürstlichen Worte, entsprechend der Bestimmung im § 4 der Land- schastsoronung vom 12. October 1832, daß Wir die Landesverfassung in allen ihren Bestimmungen beobachten, ausrechterhalten und beschützen wollen. Alle Diener, geistlichen und weltlichen Standes, bestätigen Wir in ihren Dienststellen. Von allen Unseren Untertanen erwarten Wir, daß sie Uns stets in Treue und Liebe zugetan sein werden. Dagegen versprechen Wir, die Wohlfahrt des Landes mit gleicher Zuneigung stets im Auge zu behalten, wie Unser erlauchter Vorgänger. Wegen der einzunehrnenden Huldigungen werden Wir das Erforderliche demnächst verordnen. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedruckten Siegels. Gegeben Gmunden, den Achtzehnten October, Eintausend Achthundert Vier und Achtzig. Ernst August. Braunschweig, 24. October. Eingetroffenen Nachrichten zufolge soll die Reichsregierung das Patent des Herzogs von Cumberland mit Protest zurückgewiesen und das Vorgehen des Regentschastsrathes nochmals gebilligt haben. (Frkftr. Ztg.) WeZTüMche Depeschm, WsW'H ttUat» SsLrsworr-em-BrLLSMr. Berlin, 24. October. Der Kaiser conserirte heute Vormittag mit dem Fürsten Bismarck. — In der nächsten Sitzung des Bundesraths dürste die Vertretung Braunschweigs im Bundesrathe zur Sprache kommen und demnächst die durch den Regentschaftsrath legitinnrten Vertreter ihren Sitz im Bundesrathe einnehmen. — Nach der morgen 2 Uhr im Schlosse unter Vorsitz Sr. K. K. Hoheit des Kronprinzen stattfinoenden Eröffnung des Staatsrathes erfolgt um 5 Uhr das Diner im Adlersaale des Kaiserpalais, wozu die Prinzen und die anwesenden Mitglieder des Staatsrathes geladen sind. Berlin, 24. October. Auf die an Se. K. K. Hoheit den Kronprinzen gerichtete Geburtstags - Glückwunsch - Adresse ist dem hiesigen Magistrate das folgende Dankschreiben zugegangen: Die warmen Glückwünsche des Magistrats zu Meinem diesjährigen Geburtstage, welche ich in der Ferne erhielt, sind mir als ein werthvolleS Zeichen der Theklnahme auS der Hetmath besonders willkommen gewesen. Ich erwidere dieselben nach meiner Rückkehr hierher mit dem aufrichtigsten Danke, wie in dem freudigen Bewußtsein, auf die treue und anhängliche Gesinnung der Hauptstadt bet allen Anlässen rechnen zu können. Wie der Magistrat in herzlichen Worten deS häuslichen Glückes gedenkt, welches Mir während deS abgelaufenen Lebensjahres erneut beschieden ward, so erkennt derselbe mit Recht ein äußeres Ergebniß von hoher Bedeutung in den allseitigen begeisterten Kundgebungen der Liebe und Treue zu Kaiser und Reich, deren Zeuge auf meinen Wegen durch Deutschland zv sein, wir überall ver gönnt war. Mit innerer Befriedigung darf ich auf solche Erfahrungen zurückblicken- und Ihnen zugleich daS zuversichtliche Vertrauen entnehmen, daß au8 der mächtigen Erstarkung deS deutschen Nationalgefühls auch der Hauptstadt des Reichs für ihre fortschreitende Entwicklung reicher Gewinn erwachsen werde. Berlin, 23. Oct. 1884 gez. Friedrich Wilhelm, Kronprinz. Braunschweig, 24 Oktober. Von Fürstlichkeiten sind eingetroffen: Erzherzog Franz Ferdinand Este, Herzog von Cambridge, Prinz Georg von Sachsen, al8 Vertreter deS Herzogs von Cumberland Kammerherr Bussche-Stretthorst. Als Vertreter deS Prinzen von Wales ist Lord Suffield angemeldet. Braunschweig, 24. October. In der heutigen Sitzung des außerordentlichen Landtags gelaugt« zunächst der von der staatsrechtlichen Commission auSgearbettete Entwurf einer Antwort auf die Eröffnungsrede zur Verlesung. In demselben wird in vollem CtuverstSudnitz mit dem RegentschastSrath bezüglich der Thronfolge die Ansicht ausgesprochen, daß die Entscheidung darüber dem Rechte deS Landes und seiner Verfassung nicht minder alS auch denjenigen Normen entnehmen sei, welche die Verfassung deS Reichs, die Rechte seines erhabenen Kaiser« und die Rechte der Bundesgenossen gebieten. Sei daS Landesrecht in dieser Beziehung nach den Bestimmungen der Verfassung vollständig klar, so stehe dem Landesrechte eS beherrschend und, wo eS sein muß, beschränkend, daS höhere Recht gegenüber, welches ausfließt aus der jedem Angehörigen des Herzogthums, dem Fürsten wie dem Volke gebotenen Reichs- und Bunbestrcue. »Auch wir sind bereit und, wie wir hoffen dürfen, mit uns das ganze Land, dem Reiche zu geben, waS dem Reiche gebührt. Ebenso aber geben wir uns der sicheren Hoffnung hin, daß die Verfassung des Herzogthums, seine Stellung al8 etneS selbstständigen Gliedes deS gssammten Reichs gewahrt, der Genuß, der während der langen gesegneten Regierung deS verewigten Landesherrn zur Wohlfahrt beS Landes geschaffenen Einrichtungen und erworbenen Güter nicht geschmälert werden wird." Der Entwurf wurde ohne Debatte einstimmig angenommen. StaatSminister Graf Görtz-WriSberg verlas darauf ein Schreiben des RegentfchaftSrathS an Se. Majestät den Kaiser, durch welches der Regenischaftsralh Se. Majestät von dem Ableben deS Herzogs und von der Constituirung des RegentfchaftSrathS in Kenntniß setzt mit dem Ersuchen, Verfügung zur Regelung der Stellung des Herzogthums zum Reiche und seines Stimmrechts im Bundesrathe ergehen zu lasten, auch bezüglich der Ausübung der militärischen Hoheitsrechte Anordnung zu treffen. Ferner theilte der Minister ein Schreiben ähnlichen Inhalts an den Reichskanzler Fürsten v. B-smarck mit. Sodann verlas der Minister ein von dem Grafen Grote überreichtes, an das Ministerium gerichtetes Schreiben detz Herzogs von Cumberland, in welchem dieser dem Ministerium anzrigt, daß er durch Patent vom 18. October die Regierung des Herzogthums Braunschweig übernommen habe und daß das Ministerium daS Patent conttasigniren und publtciren möge. Wetter verlas der Minister ein Schreiben deS Ministeriums an den Herzog von Cumberland, in welchem erklärt wird, daß nach Ansicht des Ministeriums der im Gesetze vom 16. Februar 1879 vorgesehene Fall ein- grtreten sei und daß sich deshalb der RegentschastSrath conftituirt habe und in welchem ferner auch auf den Erlaß des Generals von HilgerS Bezug genommen wird. DaS Ministerium befinde sich daher außer Stande, der Aufforderung zur Contrafigniruug und Publicirung des Patents Folge zu geben, dasselbe sei vielmehr von dem Regent- schastsrathe ermächtigt, die Aufforderung abzulehnen. (Beifall). Die Geltendmachung seiner Ansprüche auf die Thronfolge in dem Herzogthum bleibe ihm (dem Herzog von Cumberland) überlassen. Der Minister erklärte weiter, da« Ministerium habe an demselben Tage, an welchem er das Schreiben des Herzogs von Cumberland empfangen habe, den Reichskanzler Fürsten v. Bismarck hiervon benachrichtigt und hinzugefügt, daß etwaigen weiteren derartigen Kundgebungen unverzüglich entgegengetreten werden würde. Sodann theilte der Minister noch mit, daß in der Nacht zwischen 11 und 12 Uhr der preußische Gesandte v. Normann zu ihm gekommen sei und ihn von einer Depesche des Reichskanzlers in Kenntniß gesetzt habe, nach welcher Se. Majestät der Kaiser das Schreiben deS RegentschaftSratheS mit Dank aufgenommen habe und fämmtliche Anträge desselben genehmigen werde. Der Regentschaftsrath und daS Ministerium glauben, daß die Fortführung der Regierung durch den RegentschastSrath vollständig gesichert sei und daß auch die Thronfolge ihre Erledigung auf Grund der Rechte des Landes und Reiches finden werde. (Bravo ) Graf Wrisberg machte noch Mittbeilung, daß Graf Grote bei Ueberreichung des Schreibens des Herzogs von Cumberland erklärt habe, daß das Patent vom 18. d. M. auch Seiner Majestät dem Kaiser zur Kenntniß gebracht worden sei. Wien, 24. October. Auf der Station Zorndorf der Pesth-Wieuer Strecke der ungarischen Staatsbahn fand Nachts ein Zusammenstoß zweier Lastzüge statt. ES wurden hierbei 30 Waggons beschädigt, mehrere Personen des Zugpersonals verletzt, aber keine getödtet. — Aus dem hier ankernden süddeutschen Donaudampfer.Deggendorf" meuterte« beute die Mattosen, bedrohten den Capitän und die herbeigeeilten Wachmannschaften und konnten erst nach heftiger Gegenwehr verhaftet werden. Auf der Post,eiwacht- stube verhört, bezeichneten sie schlechte Behandlung und Verweigerung der Dienstentlassung als Beweggrund, die Mattosen wurden dem Landgerichte überwiesen. Wirt-, 24. October. AuS Hanoi wird von heule gemeldet, daß die letzten chinesischen Truppen, welche die Verschanzungen von Shu besetzt hielten, diese Stell» ungen w'eder geräumt haben. Petersburg, 24. October. Der Kaiser begnadigte die in dem letzten HochverrathSproceß zum Tode verurteilten Vera Figner, Ludmilla Wolkenstein, Artilleriestabs-Kapitän Pochitonoff, Jnsanterie-Oberstlieutenant Aschenbrenner, Jnsanterie-Secondelieutenant Tichanowitsch und den Fähnrich des Flottensteuer- mannS-CorpS Huvatscheff zu lebenslänglicher resp. 15jähriger Zwangsarbeit. An dem ebenfalls zum Strange verurtheilten früheren Flottenlieutenant Baron Alexander Stromberg und dem Artillerielieutenant Rogatscheff wurde das Urtheil am 22. ds. vollzogen. Die übrigen Angeklagten, Kaufmannssohn Wassily Jwa- noff, Pnesterssohn Apollon Nemolowsky, Edelmann Wladimir Tschaikoff, Priesterssohn Dimitry Ssuromtzeff, Kausmannssohn Athanasy Spandoni Batzmandshi, Priesterstochter Linbow Tschemodanbwa wurden zur Zwangsarbeit von 4 bis 20 Jahren verurtheilt. Kairo, 24. October. „Reuter's Bureau" meldet: Bei der Reduction der egyptischen Armee aus 3000 Mann werden alle englischen Ofstciere bis aus zwei verabschiedet. New-Bork, 24. October. Gouverneur Cleveland verzichtete aus die gerichtliche Verfolgung veS gegen ihn stattgefundenen Angriffs. Der Attentäter wurde in Folge deffen auf freien Fuß gesetzt, nachdem er der Reue über seine That Ausdruck gegeben. Konstantinopel, 24. October. Der Sultan verlieh dem Botschafter v. Radowitz die goldene Jmtiaz-Medaille. v London, 24. October. Um Unterhause theilt Ashley mit, dat englische Protektorat aus Neu-Guinea erstrecke sich vom 141. Grade östlicher Länge bis an das Ostkap in der Goschenstraße und die benachbarten Inseln. Die Grenze im Innern hänge von lokalen Umständen ab. Ein Abkommen mit Deutschland, betr. die Occupation des nördlichen Theils der Insel Seitens Deutschlands habe die Regierung nicht getroffen. — Fitzmaurice erklärte, England beschicke die westafrikanische Conferenz in Berlin, ohne die jüngsten Arrangements, betr. den Nigerfluß, zu präjudiciren. Da die Conferenz allseitig angenommen, hätte England keine Vorbehalte gemacht. Vermischtes. — AuS Wiesbaden wird uns zur Richtigstellung der durch die Presse verbreiteten irrigen Nachricht, daß daS neu erbaute prachtvolle Hotel „Zum Englischen Hof" daselbst in Folge eineß vor einigen Tagen stattgehabten BranoeS detriebSunfähig geworden sei, mugetheitt, daß das Hotel vollständig intact geblieben und In seinem Betrieb nicht gestört worden ist. Der Brand, der sich auf dm Dachstuhl des Seitenflügels beschränkte, wurde Dank der ganz vortrefflich functtonirmden Löschapparate des Hotels rasch lokalistrt und gelöscht. Nord hausen, 21. October. Im Kyffhäuserwalde ist heute der Revierförster Rosen auS Tilleda meuchlMgS erschossen worden und zwar wahrscheinlich durch einen Wilddieb. ES wurde die Spur etneS erlegten Stück WtldeS verfolgt und dabet im Dickicht die Leiche des Ermordeten, mit Laubblättern bedeckt, aufgffunden. Bei der Leiche fand sich ein Rock des Wilderers vor, dagegen fehlte der Rock des Forstmannes. Potsdam, 22. October. Die gestrige dritte Königliche Parforcejagd, der zum ersten Male in diesem Winter der Protector dieser Retterjagden beiwohnte, fand leider ein trauriges Ende. Herr v. HagmS, Secondelieuteuant des ersten Garde-Felb-Art'llerie- Regtwmts, kam bet der Jagd zu Fall und brach den Arm. Er fuhr sofort zum Garnison-Lazareth hierher, ließ sich hier den Arm verbinden und sprach schon die Hoffnung aus, er würde io kurzer Zeit das Lazareth verlassen können, alS eine plötzliche Wendung zum Schlimmem in seinem Befinden etntrat und er bald darauf, 'uum vier Stundm nach dem Sturze, eine Leiche war. Theater. —d. Gießen, 25. October. Eines der bekanntesten Lustspiele von Roderich Bcoedix, „Die relegtrten Studenten" ging gestern Abend über unsere Bühne. Die Dtrection hatte in der Wahl des Stückes einen glücklichen Griff gethan; der Besuch war verhältntßmäßtg gut, namentlich war der Sperrsitz vollständig oußoerkauft. DaS Stück gehört, trotz de« Beifalls, den es überall findet, nicht zu den besten der Benedix'schen Lustspiele; es wird so viel darin vorausgesetzt, daß für eine eigentliche Handlung in dramatischem Sinne kein Raum bleibt. Doch werden wir dafür ent- schädigt durch eine Reihe ergötzlicher und fetnkomischer Semen. Der relegirte Studmt Reinhold Kronau kehrt, nachdem er die Welt zu Fuß durchwandert und zwar wenig Kenntnisse io Pandekten und Kirchmrecht, aber umsomehr LebmSerfahrungen und praktisches Wissen gesammelt hat, zu seinen Verwandten zurück. Diese, habgierig und geizig, behandeln ihn wie einen Landstreicher und verabreichen ihm einige Thaler alS sein Erbthetl. Sin glücklicher Zufall ließ ihn auf seiner Reise einer Dame daS Leben retten; er erhält eine Stelle als Amtmann auf deren Herrschaft; dieselben Verwandten strömen jetzt über von Liebesbezeichnungeu rc. und er soll gleich zwei Coustnm auf einmal heirathen. Diese aber haben jede eia Verhältnttz mit zwei Freunden Kronau's, die ehemals mit ihm relegtrt wurden und jetzt tüchtige Bürger geworden sind; er hilft dm Liebenden, dm Widerstand der Eltem zu brechen. Nachdem er erfahren, daß die vermeintliche Gesellschafterin, die er fett jenem UnglückSfall liebt und die seine Liebe erwidert, die Herrin selbst ist, spielt er eine stolze Wetgerungsscene L l» Major Tellheiw, um dann doch frmdtg Herrin und Herrschaft in Besitz zu nehmm — und der Schluß sieht die üblichen Brautpaare. Daß Spiel des Herrn Hendrich war, wie immer in solchen Rollen, sehr gut und bis ins Kleinste ausgedacht; nur möchten wir ihm empfehlen, seinem an sich etwas eigenartigen SDjgan keinen Zwang anzuthun; das umgekehrte wäre anzuratben, wenn seine gestrige Sprache wirklich die natürliche ist. Die Leistung des Herrn Schwarz als Reinhold Kronau war die beste, die wir von ihm bis jetzt gesehen haben. Herr Herrmann (Born), Herr Hahn (Lindeneck», Herr Voigt tTannenheim) und Herr Sternke (Hirschbach) waren in Spiel und Maske recht gut. Herr Humbert (Stein) verdarb nichts, doch war er in Sprache und Spiel etwas befangen- Frau Größer (Frau Hirschbach) und Frl- Barnow (Frau Kronau) verstanden es vortrefflich, die Kampffcene, in der die Beiden über die Vorzüge ihrer Töchter streiten, mit echt weiblichem Feuer wiederzugeben und wurden durch reichen Beifall belohnt. Die Damen v- Ja gewann (K. Hartenbergs, Frl. Fr. Eng (Hedwig Kronau) und Frl. A. Eng fpielten ihre Rollen recht brav. — Trotz des guten Spieles der einzelnen Mitwirkenden können wir dem Ensemble-Spiel diesmal das Prädikat „gleichmäßig und flott" nicht ausstellen; der Dialog bei dem Familienrath ließ zu wünschen und auch über manchen andern Scenen schwebte so eine gewisse Unsicherheit, die dem aufmerksamen Beobachter nicht entgehen konnte. Die diesjährige Wintcrmode für Damenhüte scheint in der That „pyramidal" werden zu wollen; läge es nicht im Interesse der verehrten Damen selbst, auch hier die schöne Sitte einzuführen, im Theater, wie dies ja auch in Concerten geschieht, un- bethürmten Hauptes zu erscheinen? Handel und Verkehr. Gießen, den25.October. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund dL 0.95—1.08, Hühnereier pr. Stück 7—0 H, Käse St. 4—9 Käsematte 2—3 Erbsen pr. Liter 20 Linsen 26 H, Tauben per Paar 0,45—0,50 Hühner per Stück 0.90—1.20, Hahnen pr. Stück dl 0.60-1.00, Enten per Stück 1.30—1.50, Gänse per Pfund 42—54 H, Welsche JL 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfund 68—70 äu Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 60—70 H, Kalbfleisch 56-60 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 3.00—4,o0, Milch per Liter 12—16 Zwiebeln per Ctr. dl 4,00-5,00, Weißkraut pr, Stück 4-9 — Das mechanische Theater des Herrn Poti har ft (in Oswalds Garten) steht von feiner früheren Anwesenheit Hierselbst noch in guter Erinnerung. Auch diesmal übt das reichhaltige Programm, welches Sehenswürdigkeiten der verschiedensten Art in sich schließt, eine große Anziehungskraft aus. Mit gespanntem Interesse bewundert man die verschiedenen Schauobjecte, bald die naturgetreue Wiedergabe von Landschaften und Scenen, bald die herrlichen Lichteffecte, bald die kunstvolle Mechanik der Figuren. Der Besuch dieses Theaters kann Jedermann empfohlen werden. — Die auf OSwald'S Garten befindliche KunstanSftellung des Herrn Dölle können wir zum Besuche sehr empfehlen. Die Ansichten find Photographien und zwar Stereoskopenbilder, welche durch achromatische Stereoscopengläser betrachtet werden. Die Bilder weisen eine vorzügliche Schärfe und Plastik auf und sind selbstverständlich absolut naturgetreu, von den überaus zahlreichen Ansichten ist gegenwärtig die erste Serie ausgestellt, auf welche in diesen Tagen die zweite folgen wird. Wir haben die erste Serie gesehen, sie enthält meist die entzückenden Berglandschaften der Alpen und Italiens, sowie auch größere Sehenswürdigkeiten berühmter Städte. Unter ersteren dürften die Bilder des Montblanc-Gebirges besonders ivteressiren. Wir machen vor Allem daS gebildete Publikum auf diese Ausstellung aufmerksam, da sie auf jeden, der mit einigem Verständniß die verschiedenen Ansichten beobachtet, unbedingt bildend wirken muß. Ja, wenn man sich recht hineinzudenken weiß, macht man förmlich eine Reise durch aller Herren Länder — und fürwahr, diese ist billig und bequem genug; man hat nicht einmal von seinem Sitze aufzustehen, sondern kann alles vor sich vorbeiziehen lassen. — Sehr zu wünschen bleibt auch, daß seitens der Schulen ein reger Zuspruch stattfinden möge, Geographie, Geschichte und Kunst werden den Kindern dann mehr Interesse erwecken, da fie sich hier gleichsam verkörpert und in greifbarer Thatsache vorfinden. An die Mitglieder des evang. Kirchengessngvereins für Hessen. Die Abhaltung unserer diesjährigen Generalversammlung war im Sommer l.J. — wie es 8 6 der Vereins-Statuten vorschreibt — im Anschlüsse an unser VI. Kirchengesangfest nicht zu ermöglichen. Wir haben daher nunmehr beschlossen, dieselbe auf Mittwoch den 5. November l. I. zu verlegen und laben unsere Mitglieder er- gebenst ein, sich am genannten Tage, Nachmittags ;2Vi Uhr, im Sitzungslokale des Saalbaues dahier einfinden zu wollen. Mit der Generalversammlung unseres Landesvereins beabsichtigen wir zugleich daß 10jährige Stiftungsfest des evangelischen KirchengesangvereivS für Darmstadt zu verbinden, bestehend in einer Festfeier in der Stadtkirche, welche um 7 Uhr Abends ihren Anfang nehmen wird und einer derselben nachfolgenden geselligen Vereinigung im Saalbau. Auch zu diesen beiden festlichen Veranstaltungen beehren wir unS, die Mitglieder de« Landesvereins mit der herzlichen Bitte um recht zahlreiche Betheiligung ergebenst einzuladen. Wir werden unseren auswärtigen Mitgliedern auf Wunsch freie Quartiere zur Uebernachtung in Darmstadt zur Verfügung stellen und selbstverständlich bestimmte Plätze in der Kirche für sie reservirt halten. Um alle erforderlichen Anordnungen rechtzeitig treffen zu können, bitten wir ergebenst um Anmeldung mittelst Postkarte unter der Adresse unseres Schriftführers Herrn Reallehrer Th. Becker bis spätestens am Samstag den 1. November. Dem Wunsche nach Gewährung freien Quartiers zur Uebernachtung könnte dabei durch daS einfache Wort „Quartier" Ausdruck verliehen werden. Zur Erlangung etwa erforderlichen Urlaubs wollen sich insbesondere auch die Herren Lehrer im Dienstwege an die vorgesetzte Behörde wenden. Darmstadt, den 20. October 1884. güt den Vorort des evartgettscheit «irchensesang-Vereins für -efferrr HallwachS, Geheimer StaatSrath. Dr. Bender, Gymnasiallehrer. Becker, Reallehrer. Ewald, Ministerialsecretär. Keil, Mitprediger. Dr. Sell, Superintendent. Auszug aus bett Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 18. Oktober. Max Hermann Eduard Karl Friedrich Bücking, Forsiaccesfist zu Darmstadt und Karoline Anna Emilie Ottilie Nanny Gail, Tochter deS Rentners Ferdinand Gail zu Gießen. Den 19. October. Friedrich Wilhelm Schreiber, Bierbrauer und Henriette Johanna Mohrherr, Tochter des verstorbenen TaglöhnerS Christian Mohrherr zu Biedenkopf. Den 22. October. Wilhelm Zöll, Schreiner, ein Wittwer und Dorothea Vaubel, geb. May, Wittwe. Denselben. Peter Gibb, Hilfsführer, ein Wittwer und Katharine Euler, Tochter deS Ackersmanns Christian Adam Euler zu Grüningen. Getaufte. Den 19. October. Dem Schuhmacher Heinrich Saud ein Sohn, Friedrich Wilhelm, geboren den 13. September. Denselben. Dem Fuhrmann Wilhelm Wilke eine Tochter, Elisabeth, geboren ben 15 September. Denselben. Dem Fabrikant LouiS EmmeliuS eine Tochter, Emma Sophie, geboren den 5. September. Den 23. Oclober. Dem Second-Lieutenant Adalbert Rudolph ein Sohn, Adalbert Willy Max August Lorenz, geboren den 3. September. Beerdigte. Den 19. October. Katharine Hofmann, geb. Kramer, alt 47 Jahre, starb den 17. Oktober. Den 21. Oktober. Elise Wienhold, Tochter des zu HerSfeld verstorbenen Pfand- meisters Friedrich Wienhold, att 65 Jahre, starb den 19. Oktober. Denselben. Konrad Rinn, Oeconom, alt 70 Jahre, starb ben 19. Oktober. Den 23. Oktober. Marie Müller, geb. Schneider, Wittwe des Schäfers Peter Müller, alt 65 Jahre, starb den 21. Oktober. -= Sprachführer. =- Praktisch und leicht fasslich. Parlez-vous fran" timen, bttlen ch njietes 64rtftfc 0 btn L Novembti, ltüD0 tonnte hobel bart l insbesondere oni |i> tn. " fr N„ SS®; '*Ä; ^sichtigen wir ihhui* ? Ilt Äffl %S? ’S'»* rtiaSfük-tffettr wmtWrtr. U, SRüprtbigtr. it I. j) NSinz, ForsiauG , Lo-ier drS Rcnlnn- rbtouer und Hemtttl! Christian Mohrhm |i er und Dorothea Wit Katharine Drler, W ib ein Sohn, Friedrii -ter, Elisabeth, ßebotc Schier, Emma W holph ein Sohn, Sdalbil eit 47 Jahre, starb Sseld verstorbenen Ps°°l iiinSr* 81icb* m >1.80-ge'ft ä 1.20, geb- •*,jo U f 20, tirLn"* * * \ 1.50. Ctrl» * Li-» iO. ,cA’< VeM 21 c a ö Uj Sonnenstraße 25. 7043 Nur echt mit dieser Schutzmarke: | 1828 Husle-Nicht Kj G - 8 E J CD Ieilgeßotenes. Herrenkragen, Manschetten, Shlipse, schwarz und farbig, Brust-«. 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Nachrichten" spielen, aus der Mitte des Lottes vie Wahrheit nicht hören wollen, welche denselben in fraglicher Wahlversammlung von mir zu Theil geworden ist. 7062 Carl Stieben Samstag, 1. Novbr., Abends 8 Uhr: I illlll Jill | (| Tanzunterhaltung vVllUUl llllle im Saale des „Giuhoru". '^060 Der Vorstand. ..... durch d tamtl »aus wird Vermischte Anzeigen. Ein anständiges Mädchen aus guter Familie wird nach Wetzlar in eine Eon- ditorei, verbunden mit Dclicatesseugeschäft, zum baldigen Eintritt gesucht. Demselben ist gleichzeitig Gelegenheit geboten, sich in der Haushaltung auszubilden. Näheres sagt die Exped. ds. Bl. 7046 Günstiges Anerbieten. Für eine junge Dame, anfangs der z Danziger Jahre, von angenehmem Aeußern, füner Bildung und wirthschaftl. erzogen, Tochter eines früheren Gutsbesitzers, ferner für die Tochter eines Fabrikanten werden passende Parthien gesucht. Ernstlichen Reflectanten ertheilt unter Zusicherung strengster Discretion weitere Auskunft der Kfm. L. W. 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Hinsicht dürse n Reiche drohten, schweig souverär als solcher in e hos zum Crysio herzoglich braun der Welfenpattei scheu Reiches de tinb bie ßaltung diesen Bestrebung denz eines souve sieht freilich nicht m Cumberland Mtlerw-ile coni den in Oefterreiö wirklich begierig Centrums dem i Die Lei leist Cxtrazuges veberPhrung de Wäßi dem Pr Staatsministeriu Beisetzung der $ tag, Mchts, so Damenschneider-Cursus (Clemm'sche Methode, Dresdener Akademie) eröffnet habe und garantire, daß die | Schülerinnen nach beendetem Cursus Damen- und Kinderkleider, Paletots re. nach wechselnder Mode, gut sitzend und selbstständig anfertigen können. Hochachtungsvollst B. Meister, Grünberger-Straße Nr. 30. „Es werden Costüme, Mäntel, Schlafrocke 2c. zum Selbstverfertigen bei mir zugeschnitten und eingerichtet; auch werden Eostüme 2c- bei reellen und billigsten Preisen angcfertigt.__________________________5660 Herrenhüte werden gewaschen, gefärbt und zu Damenhüten umgeändert. Muster vorräthig. 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