» ****»# näntn U baW, 8- •Ute a»»« tefc» hti 4 * fuhr, $ ^'Handlung. § ^straße 25. 9 '"pschlesäinmt- § ’erjierungtn l nj neuer Aus- J 8145 v verstellbare ^nkeW! foaum- nder 'N. pracWe aller m Arien, roobu0 * vorherige Zube, icher steht, empW H. Fuhr. ien'ogis zu ccrmiefc jiaplansgaffe 18 'tßungen. rte§ Ctübchen zu w- ^rth, Neuen Sauet iu4irU%0> ML kKSM K.L>' lilienroofinung in h Hauses zu vermiet^ isetff, Schulstt-1^ 'bUXäj WeWK b!5 IT. 1. Hüt Mr im. !s ^ankiurterftratze ^, | Ajmmk?niit Gabinet [inif zu veriniethen. oed, d- Bl- _ ogis, 4-5 Zimmer, beziehbar. SelteWjiL . UM zu °n- " kpÜbrNeuenMg^- > "3 m* -* 1Ä imüeM“ »etmi* W itrJW*. MiM" m,‘ * Si”'alnü*.; -sM Är*8*' J|ÜL----imT^1 I N-sS'L ZWl Irr. 302 Erstes Blatt Donnerstag den 25. December 1881 Gießener Anzeiger Amts- imb Anzcigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags «urean: Sch'.llstraße 7. Prei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Telegraphische Depeichm. »oi«'S talrar. Torrrspo»ve«L-»«lerav. Berlin, 23. December. In Bezug auf d'.e Stiftung emeS Fonds zur Dottrung des von "m Reichskanzler Fürsten B.Smarck als unentbe^rltcö beietcftnexcn^irenoztaU beamten faat die ,Nsrdd. Allg. Ztg": „So anerkennenswerth die Opferwilltgkett ist, möchtm wir doch zur Erwägung geben, daß eS weder tbunllch "^ctz erforderlich sein wird, die auf diesem Wege aufgebrachten Gelder zur Besoldung von RetchSbeamten zu verwenden. Es ist nicht wahrscheinlich, daß die nur durch gemeinsamen Haß gegen den Kanzler verbündeten Fraktionen den Muth baben ^rden, ihr Votum b«i der dritten Lesung zu wiederholen, und wenn das d-nnoch geschähe, so würde die Abwehr der darin liegenden Schädigung des Reiches doch wohl auf anderem Wege zu suchen sein, als durch Deckung der versagten Mittel auf dem Wege der Pnoatwohl- tiäUgteit" ®(cember Stute Nachmittag wurde eine von 8855 Personen aller StäÄt hk.sigen BÜ gerschast unter,-,chn->-Adr.,se an d-n ReichSknn.ter ob gesandt, in welche? ontöbtt» des ReichStagSdeschlusseS vom 15. d s. M er unver- Änhprten trenrn fMnaebuno für den großen Staatsmann, der mit freudigem stolze LetvÄs Ebrenb^aer fcnannt wird, Ausdruck gegeben wird. Die Adresse mißbilligt dos Vor geh en* ber ^unn atü% d? ^n Coalition gegen den Reichskanzler und spricht die Ueberzengung aus, daß dem Fürsten BtSmarck, wie in früheren Kämpfen, auch dies, 0101 1>ee^att?'I23.,®ecen>bet. Noch amtlicher Feststellung erhielt bei der R'ichs^ taasnawwobl Im »weiten Llegnitzer Wahlkreise (Sogan - Sprollau) v. gorck-nd-ck (deuttch?rtts.) 8152 / Gios Kanitz (eonservaliv) 5599 Stimmen. Ersterer ist somit gewählr Deeember. Die Rettungsstation .Norderney" der deutschen Gi- sellschast mr Rettung Schiffbrüchiger telegraphlrt: Am 23. D-e-mber von der deutscher. M tr-e K brüder- CopitSn Kovpe. mit Stückgut von Leer nach Norderney de. u mmt weich- ans der hohen Platte strandete, drei Personen gerettet durch das Rettungsboot »Barmen- der Station Westland. Starker Nordostwind. Rettungsboot 9 StUwa«»?bur«",S' 23. December. D-S A-ltesten - Collegium der hiestgen Raub mannlchatt veschioS etnstimmrg. eine Petition an den Reichstag zu richten um nn- gesSumte Annahme der Damysersuboevt onsvorlage. Zugleich sandte dassttde rmr ßoIclni^no1lt^^^be82San^l«ä|J8etabe^eJt^8lu8^ud^jU^0eben.^ vertagt und ein Kanonenboot zue Verhaftung des angeklagten, noch auf See befindlichen SW'l“ ®,«m6er!n®t?$olilel entdeckte gestern tnNen-Pestb tn der Wohnung einet ÄÄcÄSe ®“utfe e "»“we nebst zahlreichen soctattsttschen Schriften und LüscrLten beschlagnahmt wmde. Der Schrl'tsetzer Fran, Spttlmann und die Vermietherin der Wohnung stnd verhaftet roordcm Weihnachten 188 4. Dar liebe, wonnige Weihnachtsfest ist wieder da. wieder ist es mit seinem ganzen Glanze und seiner strahlenden Herrlichkeit erschienen! So tönt es von den Lippen der Menschen und es tönt freudig und dankbar, wie der Jubelgruß «n einen längst erwarteten lieben Freund. Das Fest, das Jahrhunderte und aber Jahrhunderte in allen Gauen der Erde, wo Christen wohnen, mit Freude und Dankbarkeit gefeiert worden, es hat für unsere Tage eine noch größere, weitere Bedeutung erlangt, denn je. Immer härter, strenger und gewaltiger hat sich in unserer schnelllebigen Zeit der Kampf um's Dasein gestaltet, immer größer und heißer ist das Ringen nach materieller und geistiger Wohlfahrt auf unserer Erde geworden und immer weitere Kreise ergreift die fieberhafte Aufregung und nervöse Unruhe, die in unserer Zeit mit dem politischen Leben verknüpft ist. Da erscheinen denn jene Feste, die allen Menschen, allen Christen, ob hoch oder niedrig, gegeben und deren jedes allen Christen zuruft: Wir sind Alle nur Menschen und Alle gleich viel werth vor den Augen des Höchsten — da erscheinen jene Feste als liebliche Ruhepunkte in dem wilden Sturm und Drang des Lebens. Und vor Allem das Weihnachtsfeft, das Fest der allerbarmenden Liebe, muß uns mit diesem Gedanken erfüllen. In diesem Jahre aber noch viel mehr, als in jedem anderen mag das Weihnachtsfeft mit feinem Friedens- schimmer hinein strahlen m des täglichen Lebens Hast und Mühe; möge es glätten die hochgehenden Wogen des öffentlichen Lebens, die fast überall tm deutschen Reiche durch die Wahlen und die mit ihnen verknüpften Agitationen aufgewühlt worden, möge es mit seiner versöhnenden Kraft die deutschen Man- ner aller Parteien vereinen in dcm Wirken zum Wohle unseres deutschen Vaterlandes. , ym , c Der Stern, der über der kleinen Herberge des verachteten Bethlehem auf- qegangen war, er strahlt noch heute mit himmlischem Lichte in des Daseins Dunkel; der Ruf, der beseligend vor mehr denn achtzehnhundert Jahren auf Bethlehems Fluren erklang, ertönt noch heute fort, der Ruf: Ehre fei Gott . tn der Hohe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlge- fallen! Die unüberwindliche Kraft jenes welthistorischen Ereignisses von Bethlehem, sie wird noch heute wie früher empfunden, noch heute leuchtet der Weihnachtsbaum mit unvergänglichem Glanze, erwärmend, tröstend und kräftigend, mahnend und führend. - Und worin besteht denn der Zauber des Weihnachtssestes für Alle, die noch einen Funken von Gemüth sich zu erhalten aewubt haben? Er besteht darin, daß von diesem Feste das «aus. die Familie mit einem hehren Schimmer verklärt wird, mit jenem Schimmer der Liebe, wie ihn dieses Fest uns spendet. Denn das Weihnachtsfeft ist vor Allem das Fest der Liebe, jener großen allgewaltigen Liebe, mit der des Erlösers Herr die ganze Menschheit umfaßte, jener urewigen Liebe, die das Lebens- Element der ganzen Menschheit bildet, und ohne die es fern -eben, kem Werden und Vergehen gäbe. Jene Liebe, die vor Jahrtausenden, um mit des Dichters Worten zu reden, „den Menschen zum Menschen gesellt", sie kommt am Schönsten und Holdesten zum Ausdruck am Weihnachtsfeste. Unter ihrem belebenden Hauch erstehet der Weihnachtsbaum, und unter ihm breiten sich die Gaben aus , die die Liebe bescheert, die sorgende Liebe, die da sorgt und schafft um der geliebten Personen willen, die glücklich ist, wenn sie Andere glücklich und zufrieden machen kann. Jene selbstverleugnende Liebe, die das ganze Jahr hindurch im Busen genährt, sie flammt auf im schönsten Schimmer an dem Feste, da wir die Kerzen des Christbaums entzünden. „ t ,,, . _ . . Das Weihnachisiest, cs ist auch das Fest der Familie, der Hauser und vor Allem der Kinder/ Wer möchte sie misten, di- freudestrahlenden Kmder. Mienen, wer mochte dar Jauchzen, dar Dankesstammeln der Klemen, das wre ein Sonnenblick selbst das dunkelst- Herz erfüllt, hinwegwunAen aus der Wech. nachtrfeier! Werden wir doch selbst wieder jung bei dem Anblick dieses ui^e> luchten unbewußten Glückes, welches die kleine Welt empfindet, bei der kindlichen Naivität, die eine Welt der Zufriedenheit und Freuds findet m jenen Kleinigkeiten, die an und für sich gerwgwerthig, ihren hohen Werth erca^en dadurch, daß sie von liebender Vater- und Mutterhand b-jche-r worden Der Deutsch-, der sein Haus und Heim und das trauliche Familienleben vielleicht mehr als j-d- andere Nation zu schätzen weiß, für ihn ist auch dar Weihnach sfest die Krone aller Feste. Denn an diesem Feste entfaltet dar Haus alle seine Reize und führt uns zu uns selbst, zum Frieden des häuslichen Heerdes zuruck. Die wohlthuende Wärme des Familienzimmers, die der Unbilven des Wetters da draußen spottet, der lichterstrahlende Christbaum, welcher der Dunkelheit da draußen wehrt, sie sind hie Symbole der Segnungen, welche eine geordnete Häuslichkeit dem Menschen zu gewähren vermag. Während an anderen seiet- taaen die Menschen je nach Zufall ober Laune sich zu zerstreuen vfiegen, rucken sie am WMnachtsseste enger aneinander und find bestrebt sich gegenseitig LL machen Dieses Leben mit Anderen und für Andere, welches uns das Christfest in’S Gedächtniß ruft, ist es, was dem Leben überhaupt seinen Werth und s-me Weihe „ Mögen dessen alle Jene am, h-utig°n erflehend für die spätere Zeit. Und Friede auf Erden! Auch jene Ruhelosen, die ewig und immer ohne Rast den harten Kampf um'S Dasein kämpfen, sie mögen am heutigen Feste das Beil und den Hammer, die Feder und den Meißel aus der Hand legen und sich freuen mit den Ihrigen; sie mögen sich schaaren um den immergrünen deutschen Tannenbaum und zu Kindern werden unter Kindern. Und den Menschen ein Wohlgefallen! Auch Jener sei am heu» Ligen Feste nicht vergessen, die von des Schicksals rauher Hand getroffen, das Jahr hindurch mH Kummer, Armuth und Elend zu kämpfen gehabt; es sei ihrer in Liebe gedacht und mH hülfsbereitem Mitleid. Denn erst dadurch, daß wir an dem Tage, der für uns selbst ein Tag der Freude ist, auch nicht der Freudelosen, der Armen und Darbenden vergessen, erhält das hehre Christfest seine volle Weihe. , r. _..rx Und in diesem Sinne werden wir ganz theilhastig werden der göttlichen Weihnachtskunde, die freudig von den Lippen heute tönt: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!___________ Darmstadt, 23. December. Das Amtsblatt des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, Nr. 24 enthält Ausschreiben an die Gerichte und Staatsanwaltschaften d. d. Darmstadt, den 10 December, betreffend: Die Ausführung des Nahrungsmittel-Gesetzes vom 14. Mai 1879. Dasselbe bringt eine den Bundes-Regierungen Seitens des Reichskanzlers mitgetheilte Instruction zur Kenntnißnahme und lautet wörtlich; „Bei bet chemischen Untersuchung der Nahrungsmittel ist vielfach als ein Uebelstand empfunden worden, daß die einzelnere Chemiker sich verschiedener, zu abweichenden Ergebnissen führender Untersuchungs-Methoden für einen und denselben Gegenstand bedienen nnb bei ihren gutächtlichen Aeußerungen die Eigenschaften der NntersuchungSobjecte nicht immer nach übereinstimmenden, unterem* ander vergleichbaren Kriterien bezeichnen. Dieser Uebelstand hat sich namentlich bei der technischen Beurtheilung der Weinsälschungen auf Grund des Nahrungs- mittelgesetze? in hohem Grade geltend gemacht. . Es schien daher angezeigt, auf eine Verständigung der Wem-Chemiker binzuwirken. Zu diesem Zwecke ist eine Anzahl hervorragender Fachmänner im Kaiserlichen Gesundheitsamte unter dem Vorsitze des Directors dieser Behörde zusammengetreten. Dieselben haben sich zunächst für den Erlaß einer Instruction über das Erheben, Aufbewahren und Einsenden von Wein behufs Untersuchung durch den Sachverständigen und über die Weinuntersuchung selbst ausgesprochen. Nachdem der Reichskanzler Anlaß genommen hat, diese Instruction den Bundesregierungen mit dem Ersuchen um entsprechende weitere Veranlassung mitzutheilen, bringen wir dieselbe in dem nachstehenden Abdruck zu Ihrer Kenntnißnahme." ___________________ Lokales» Gießen, 23. December. I« der heute Abend im Caf« Balzer stattzehabten, von Angehörigen verschiedener Politiker Parteien besuchten Versammlung wurde em- stimm'g beschlossen, die nachstehende Adresse an den Fürsten BtSmorck zu erlassen: Seiner Durchlaucht dem Reichskanzler Fürsten Bismarck. Das Votum der deutschfreisinmg-ullramontanen Reichstagsmehrbett vom 15. De- cember hat uns den traurigen Beweis geliefert, daß diese unnatürliche Coalttion in ihrer Verblendung und Verbitterung bereits bet Schritten angelangt ist, welche nicht nur jeden vaterländisch fühlenden Deutschen aufs Aeußerste empören, sondern auch Deutschlands Ansehen im Auslande heradsctzm müssen. Wir können eS nur tief beklagen, daß in einem Augenbl ck, wo ganz Europa die neuesten großen Ergebnisse friedfertiger deutscher Politik bewundert, im deutschen Reichstag eine Mehrheit zu finden war für ein dem Schöpfer dieser Politik zu erthetlrndeS Mißtrauensvotum. Unverständig und unpatriotisch müsstn wir es nennen, wenn die demokratischklerikale Parteiverbtndung durch ihr Verhalten bet Deutschlands Widersachern den Glauben erweckt, dem deutschen Volke sei die Dankbarkeit für die Verdienste, das Verständntß für die Erfolge, daS Vertrauen in die Bestrebungen Eurer Durchlaucht abhand n gekommen. Tie Unterzeichneten, verschiedenen politischen Parteien angehörig, empfinden es gemeinsam als ein patrtot.sches Bedürfruß, auch aus unserer Stadt Protest zu erheben gegen diese Fälschung der wahren Gefinnung des deutschen Volkes. Wir verbinden damit die Versicherung unserer unbegrenzten Dankbarkeit und unseres e nsten Entschlusses. Alles, was in unseren Kräften steht, aufzubteten, um den nationalen Bestrebungen Eurer Durchlaucht zum Stege über engherziges und un- patriotisches Parte« gemebe zu verhelfen. M.t dem Ausdrucke aufrichtiger Verehrung und Ergebenheit verharren Eurer Durchlaucht Gießen, den 23. December 1884. (Folgen die Unterschriften.) Die Adresie wird von heute ab In der Ferbe r'schen Universitäts-Buchhandlung, sowie in der W enzel'schen UntoersitätS - Druckerei zur Unterzeichnung aufliegen, auch in der Stadt circultren. G. Gießen, 24. Decemder. ^Sterblichkeit in Gießens Die Zahl der Todesfälle betrug während der Woche vom 14. bis 20. December im Ganzen 7, wovon sich 4 bet KrnLern ereigneten. Eins derselben starb wenige Stunden nach der Geburt an allgemeiner Schwäche, ein zweites, ebenfalls «och im ersten Lebensjahre, an Abzehrung. Von 2 älteren Kindern starb eins an Lungenentzündung, ein von auswärts hierher gebrachtes an häutiger Bräune. Bet den erwachsenen Personen war Todesursache: Bauchfellentzündung, Krebs, Herzkrankheit je einmal. Vermischte-, Mainz, 19. December. Ein Pfefferverfälschungsproceß beschäftigte heute daS hiesige Schöffengericht- Anfangs dieses Jahres wurde, wie die „Franks. Ztg " berichtet, bei verschiedenen Händlern in Straßburg gemahlener Pfeffer zur Untersuchung amtlich erhoben. In drei Fällen ergab d'.e chemische und mikroskopische Untersuchung, daß weißer Psiffer gefälscht, bezw. mit bedeutenden Quantitäten minderwerthiger vegetabilischer Stoffe vermengt war. Auf Vorhalten erklärten die Kaufleute, bet welchen der gefälschte Pfeffer gefunden wurde, daß sie solchen als unverfälscht von der hiesigen Großhandlung Gebrüder Landauer bezogen hätten. In der hierauf gegen die genannte Firma auf Grund des NabrmigsmttttlgesttzeS eingeleiteten Untersuchung trat zu Tage, daß von dem gleichen Pfeffer auch größere Partien nach Baden und nach Bayern, besonders nach Bamberg, verkauft wurden, wcßhalb man auch dort Proben erheben ließ, deren Untersuchung das gleiche Resultat hatte. Uebrreinstimmend mit der Untersuchungs- Anstalt in Erlangen erklärten in der heutigen Schöffengerichtssitzung die Herren Dr. Amtor von Straßburg, Dr. Egger, Vorstand der Provtnzial-UntersuchungSanftalt von Rheinhessen und Dr. Thurn von hier, es sei in dem erhobenen Psiffcr eine solche Menge fremder Substanzen enthalten, daß ein zufälliges Htnzukommen ausgeschlossen erscheine und nur eine thatsächltche und absichtliche Fälschung angenommen werden könne. Nach der Angabe der Experten sind über 33 pCt. fremder Stoffe, wie Roggen, Buchenmehl, Palmkörner und sonstige Stä.kekörner dem Pfeffer zugesetzt. Der Strafantrag gegen jeden der beiden Geschäftstheilhaber, welche die Fälschung enischieden in Abrede stellen, lautete auf 14 Tage Gefängn'ß und 600 JL Geldbuße. Das Urtheil wird in der nächsten Woche veröffentlicht. — sTragische Komik-j Zwei Gymnasiasten in Mittau, noch Schüler der Tertia, haben c8 für nothwendig erachtet, wegen einer unglücklichen Lieb: sich zu duelliren und zwar mit Pistolen. Die Secundanten haben ein Gymnasiast und ein Realschüler gespielt. So komisch die Sache auch klingt, hat dieselbe leider doch ein trauriges Ende genommen, denn der tapfere G- hat seinem unglücklichen Gegner I. an solch einer Stelle verwundet, daß derselbe verstarb. G- dagegen ist flüchtig geworden. Die Dame, um derentwillen bas Duell stattgefunden, besucht dort die Schule. —- [@in Opfer der Schnürbrust^ Aus Basel, 21. December, wird uns geschrieben: Gestern Abend war großer Militärball in der Burgvogtethalle, Klein-Basel, der erste Ball der Saison. Auf einmal, <8 war gegen 11 Uhr, brach die Musik mitten in einem Walzer ab, Alles drängte sich um eine kleine Gruppe, in deren Mitte man eine ohnmächtige Tänzerin gewahrte. Sofortige ärztliche Hülfe war zur Hand — aber umsonst, daS junge Mädchen, dessen elegante zierliche Gestalt eben noch den Neid einiger Damen erregt hatte, starb, wie sich sofort herausstellte, an den Folgen zu starken Schnürens, an einem Lungenschlag. Selbstverständlich war der Ball zu Ende und mehrere Tänzerinnen sollen sofort nach Hause geeilt fein, um — sich ein wenig Luft zu machen nach dieser eindringlichen Lehre. BreSlau. Kürzlich ist hier eine militärische Uebung beendet worden, wie sie zum ersten Male in diesem Jahre für die preußische Armee angeordnet worden ist. ES handelt sich darum. Anhaltspunkte über den Einfluß der jetzigen kriegsmäßigen Verpflegung auf die körperliche Beschaffenheit der Infanteristen bet einer anstrengenden Marschthätigkeit zu gewinnen, rote sie im Felde gefordert wird. Zu diesem Zwecke ist bet jeder Division ein Detachement formtrt worden, daS für den Bereich der 11. Division vom 2. Bataillon 1. Schlesischen Grenadier-RegimentS Nr. 10 aus 10ffizier (Premier- Lieutenant Dietrich) und 50 Mann combinirt wurde. DaS Detachement hatte die Aufgabe, innerhalb 13 Tagen, unter Anrechnung von 2 Ruhetagen, also in 11 Tagen, bet feldmarschmäßiger Ausrüstung eine Entfernung zurückzulegen, die derjenigen von Oppeln biS Berlin entspricht und durfte während dieser ganzen Zeit als Verpflegung nur das anwenden, was unter normalen Verhältnissen dem Soldaten tm Kriege zu Gebote st?ht. Es waren daher Conserven, Zwieback, Kaffee rc. verabfolgt worden, während dagegen der Genuß von Bier und Schoaps streng untersagt war. Dem Offizier war eö anbeimgestellt. die Dauer und Richtung der täglichen Märsche zu bestimmen, er hatte nur die oben erwähnte Marschleistung bei der vorgeschrtcbenen Ernährungsweise auSzuführcn. So war die Abtheilung tn den letzten Tagen früh nach Ohlau marschirt, hatte dort abgekocht und traf Ab-ndS wieder tn BreSlau ein, so daß an diesem Tage ca. 7 Meilen zurückgelegt wurden. Nach der Rückkehr von einest derartigen Marsche wurden die Mannschaften zur strikten Durchführung der angeordnetea Verpflegungsmaßregeln auch während der dienstfreien Zeit unter Aufsicht gestellt. Die nun beendete Uebung hat etn sehr günstiges Resultat ergeben, da trotz der anstrengenden Marschleistung sich Niemand krank gemeldet hat. — Ueber einen neuen Fall von SeekanntbaliSmus berichten amerikanische Blätter. In der letzten Nooemberwoche fuhr der Lootse Berttano mit dem Dänen Hansen und dem Norweger Swansen von dem Lootsenschooner Turbey weg, um zwei Lootsen an Bord des Dampfers .Pensylvanla* zu bringen. Sie entledigten sich threS Auftrages, verloren aber auf der Rückkehr die Richtung und trieben auf dir off-ne See hinaus Das Wetter war außerordentlich finster und stürmisch und die Schiffer hatten weder Lebensmittel, noch genügende Kleidung; es war dazu grimmig kalt. Vom (Sonntag. Morgen bis zum Mittwoch trieben die Unglücklichen auf der See; am Sonntag Abend halten sie den letzten Bissen gegessen. Der etne der Matrosen, Swansen, erlag der Erschöpfung und dem Froste und die beiden andern tranken von seinem Blute und aßen «streifen Fletsch, die sie au6 dem Leichnam herauSschnitten. AIS sie bann am Mittwoch Mittag endlich von einem Schiffe bemerkt wurden, warfen sie den tobten Körper über Borb. Es wirb untersucht, ob die beiden nicht den Swansen gelobtet haben, um das eigene Leben zu fristen. Sie behaupten tm Gegentheil, Swansen habe sie mit einem Messer bedroht, fei aber zu entkräftet gewesen, um den Mord auszuführen. Im Boote lag etne große Blutlache. — sAmerik^ntsches Deutsch.j Man schreibt auS Newyork: Wenn englisch- arnerikaniscye Blätter deutsche Namen ober gar deutsche Cltatc drucken, so entsteht tn den meisten Fällen eine arge Verstümmelung. Aus jedem Schützenfest machen sie ein .Scheutzenfeast", aus jedem Lieberkranz machen sie ein „Leiderkranz- u. s. w. DaS Bebeutendste bat aber kürzlich bk Newyorker „World" geleistet, deren Redacteur ein Oesterreicher, Josef Pulitzer, ist. Kurz vor der Wahl hielt Josef Pulitzer in Ncwyork eine große Rede in deutscher Sprache. Am nächsttn Morgen erschien natürlich etn vollständiger Bericht in seinem Blatte und darin, als bk Perle beö ganzm Berichte-, Goelhe's bekannte Verse als Eitat in beutfeber Sprache unb zwar so: „Wer nie sein Brod mit T ächnen aß, Wer nie bie kumpelvollen nächte Auf sienem Bedde oienand sazz, Der kämmt Euch nicht, Ihr himmlischen Mägde." — sMerkwürdtge Briefadresse.^ Eine der „Papier-Zeitung" vorliegende Briefaufschrift eines englischen Haus s, welches sich um Speditionen u bergt, bewirbt, verdient In weiteren Kreisen bekannt zu werden. Dieselbe lautet: „Gennany. Monsieur Achtungsvoll, Schriftgiesserei Flinsch, Frankfurt a. M.“ — Ja der am 16.—19. b. M. stattgefunbenen Ziehung der »Lotterie von Baben* sinb folgende größere Gewinne auf bie badet verzeichneten Nummern gefallen: 50000 JL auf Nr. 9232. - 20000 auf Nr. 506. - 10 000 auf Nr. 4646. — 5000 auf Nr. 15881. — 3000 auf Nr. 82307. - 2000 A auf Nr. 63720. — 1000 JL auf Nr. 32779 36515, 57180, 67799, 72761. - 500 JL auf Nr. 1508, 9679, 13882 15126, 22009, 42662. 44329, 53482, 53857, 63348 37067, 35293. — 200 auf Nr. 848. 6312, 6691, 7369, 14575, 22456, 24420, 31071, 31438, 35586, 35645, 37230, 47231, 51488. 52213, 55295, 65661, 70530, 72137, 84290. Kirchliche Anzeigen -er Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 1- Weihnachtsfeiertag, 25. December. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Piarrer Dinge ldey. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die hiesige Kleinkinder - Bewahranstalt. 2. Weihnachtsfeiertag, 26. December. Vormittags 9Va Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen unserer Gemeinde- Sonntag nach Weihnachten. 28. December. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Dr. Nanmaun. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Die Pfarrgeschäfte während der Weihnachtstagc besorgt noch Pfarrer Dingeldey vom Sonntag, den 28. December bis 3. Januar Pfarrer Dr. Naumann. Der neue Kirchen-Kaleuder für 1885 enthält 1) Mittheilungen über daS kirchliche Leben der evang Gemeinde Gießen, 2) Iahresgcschichte der Gemeinde aus 1883/84, 3) Erzählungen- Der Kirchen-Kalender wird der Gemeinde zur Annahme und Beachtung freundlichst empfohlen. Katholische Gemeinde. Heiliges Weihnachtsfest. Um 5 Uhr: Christmette und Predigt. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Communion. % 10 Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Festandacht, hierauf Beichte. Von 7 Uhr an: Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Communion. VzlO Uhr: Hochamt und Predigt. Gotterdienll in der Zqnagoge. Freitag Abend 4 Uhr, Samstag Morgen 8?0 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 4<5 Uhr. Altkatholischer Gottesdienst Sonntag, 28. December, Vormittags 11 Uhr, Hochamt und Predigt in der Stadtkirche. Montag, 29. December, Vormittags 9 Uhr, eine Seelenmesse für den verstorbenen Pros. Dr. Anton Bernhard Lutterbeck, ebendaselbst. AllgeMeiner Anzeiger. Geschäfts-Verlegung. Von heute an befindet sich mein Geschäft 8428 Bahnhofstraße 11, Ecke der Aaplansgasse. Philipp Bopp Eledr. Haos-, Betel- n T. g CD 1 1 1 r? M Emst Balser Lchreibmaarenhandluug. 1.30 1.40 1.50 1.50 2 — 2 — 2.50 2 — u Reinheit und Aechtheil C/iF. JDaudt9 Wolfsslrasse 13. Unser Derkaufslokal ist an Sonn- nnd Feiertagen nur Vormittags geöffnet. mb Ausheilung der acht, hieraus Buchte, mg der hl. Eonunu- Lollerir vonBade^ 'n gefallen: wAaufNr.M l auf Jlr. 63720.- >us Nr. 1508,9679, >293. - 20(U auf 5586,35615,37230, ' vorliegende Brlet- "rgl. bewirbt, ver- ■fflany. Monsieur C G. 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Die heutige Nummer enthält 3 Blätter« Der Vorstand. im Saale deS Hotel Ginhorn bei Chr. AuiU. 8509 8499 Am 3. Feiertage: Gutbesetzte Tanzmusik, J. Kauss, wozu ergebenst einladet 8515 8511 Sonntag, 28. Decbr., Abends 8 Uhr: Weihnachtsbescheerung und Tanzunterhaltung 1 8502 Ein einer hofieren Classe angehöriger Realschüler sucht per 1. Junuar ein möblirtcs Zimmer mit vollständiger Pension. Offerten sub J. B. in der Expedition ds- Bl. abzugeben. 85-2 SeKöwe AwssicM* Am 3. Weihnachtsfeiertage: Arcich-Concert von der hiesigen Civil-Capelle. 8506 _____Anfang 3 Uhr. _________________ W ieseck« Am 2 Weihnachtsferertage: a@* Tanzmusik *w> Ein kräftiger Bursche von 18Hz Jahr, der mit Pferden umgehen kann, und dessen Bruder, 14'/» Jahr alt, suchen Stellung als Lauf- oder Pferdebursch, Knecht oder Ladenjunge rc. Auskunft bei Verding. M. Magen, Gießen. 8493 Gutbesetzte Tanzmusik am 2. Weihnachtsfeiertag. Schmidt 11, Gri'mbergerflraste. Am 3. Feiertage: Früli-Concert bei pikantem Irühstück. 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