Mittwoch den 25. Juni ISS 51 Nr. 1LS. iekener Anzeiger WreiA vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit Brmgerlohn- Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Er§chnnt mit Ausnahme ta* Wtmatt t Schul^raße 7. Politische Uebersicht. Gießen, 24. Juni. Die Brunnenkur des Kaisers in Bad EmS nimmt ungeachtet 4>er unfreundlichen, natzkalten Witterung ihren regelmäßigen Verlaus und ist das Befinden des hohen Herrn fortgesetzt ein vortreffliches, lieber die weiteren Reise-DiSpositionen des Kaisers ist zur Zeit noch nichts Genaueres bekannt. Jedenfalls wird er aber auch in diesem Jahre wieder eine Zusammenkunft mit Lein Kaiser von Oesterreich haben und zwar heißt es, daß dieselbe am 9. August in Ischl stattfinden solle. Im Reichstage ist zur Stunde das Geschick der Unfall. merficherungs-Vorlage entschieden und zwar in einem der Vorlage günstigen Sinne. Nachdem der Reichstag am Mittwoch den eigentlichen grundlegen. den § 9 ourch die Zustimmung zur ausschließlichen Jnstition der Berufs- Genoffenschaften genehmigt hat, war an dem definitiven Zustandekommen der Vor« läge nicht mehr zu zweifeln und der günstige Fortgang der Verhandlungen in den nächstfolgenden Sitzungen ist nur geeignet, diese Annahme zu verstärken. Eine längere Discusston veranlaßte am Donnerstag lediglich der vom Umlage- Verfahren handelnde § 10, zu welchem die deutsch-sreifinnige Partei den Abän- derungL-Autrag eingebracht hatte, die Renten mit ihrem Deckungs-Capital anzufetzen. Der Antrag wurde schließlich mit geringer Majorität abgelehnt und 10 in der Lommissions-Fafsung genehmigt, ivonach also die Mittel zur Deckung der von den Beruss-Geuoffenschaften zu leistenden Entschädigungsbeträge und Verwaltungskosten durch Beträge aufgebracht werden, welche von den Mitgliedern nach Maßgabe der in ihren Betrieben von den Verficherten verdienten Löhnen und Gehältern jährlich umgelegt werden. Auch die U 11—18 (Reservefonds), joroie die folgenden Paragraphen bis incl. § 40 wurden durchaus den Com- misfions-Anträgen gemäß genehmigt. Mit der Berathung von § 41 (Arbeiter- ausschuß) trat das Haus am Freitag in den zweiten Abschnitt der Vorlage ein, welcher von der Vertretung der Arbeiter handelt. Die Commission hatte die in der Regierungs-Vorlage enthaltene Bestimmung über die Bildung von Arbeiter- ausschüffen beseitigt und die Vertretung der Arbeiter in den GenoffenschaftS- -Vorstand verlegt. Es lagen nun hierzu von freisinniger, wie von socialistischer Seite Anträge vor, welche die Wiederherstellung der Regierungs-Vorlage bezweckten und auch Staatssecretär v. Bötticher plaidirte eindringlich für dieselbe, durch welche eine freie, unbefangene, vom Arbeitgeber weniger beeinflußte Mit- Wirkung der Arbeiter in der Verwaltung mehr zu ihrem Rechte komme. Referent Abg. Frhr. v. Hertling vertheidigte die Commissionsfasiung, welche eine gesunde Weiterentwickelung der Arbeiter-Vertretung in keiner Weise verhindere; auch die Abgg. Winterer, v. Maltzahn-Gültz und Windthorst erklärten sich für die Com- misfions-Fassung und Letzterer betonte hierbei, daß mit den Arbeiterausschüssen das ganze Gesetz für ihn unannehmbar sei. Bei der Abstimmung wurde unter Namensaufruf zunächst der freisinnig-socialistische Antrag auf Wiederherstellung der Arbeiterausschüsse mit 152 gegen 77 Stimmen abgelehnt, wobei die Minister v Puttkamer und v. Goßler mit unter den Gegnern des Antrages waren und also gegen die Regierung stimmten. § 41 sand hierauf in der Commisfions- Fassung die Zustimmung des Hauses und das Gleiche geschah bezüglich der §§ 42—45. — Die geschäftliche Lage im Reichstage wird laut Beschluß des Senioren-Convents außer der Erledigung der Unfallversicherung noch diejenige des Actien- und des Rekieten-Gesetzes gestatten; von der Berathung der Zoll- «nd Steuer-Vorlagen ist dem Vernehmen nach Abstand genommen worden. Es wird demnach auch die Stempelsteuer-Vorlage, trotzdem sie der Bundesrath am Donnerstag in etwas modificirter Form angenommen hat, den Reichstag nicht mehr beschäftigen. Die Dampfer-Subvention gilt als definitiv gescheitert. Man hofft, bis Ende Juni mit dem oben bezeichneten Arbeitspensum fertig zu fein; die Anträge Windthorst und Ackermann sollen an diesem Mittwoch in dritter Lesung erledigt werden- _ , , . „ Die angekündigte parlamentarische Matmöe beim Fürsten Bismarck hat am Freitag unter regster Bethelligung von ReichstagSmstgliedern aller Parteien — natürlich mit Ausnahme der socialistischen Abgeordneten — stattgefunden. Wie bei feinen Soiröen, so zeichnete der erlauchte Gastgeber auch diesmal die anwesenden Vertreter des Centrums besonders ans und speeiell mit dem Abg. Windthorst unterhielt sich Fürst Bismarck etwa 20 Minuten in sehr lebhaftem Gespräch. Letzterer war in ausgezeichneter Laune und wird sein Ausleben als vortrefflich geschildert. (Nach privaten Mittheilnngen soll der Kanzler auf der Matinäe seinem lebhaften Wunsche nach Zustandekommen der Dampfer- Subveiitions-Vorlage Ausdruck gegeben haben und dürste dies den Senioren. Convent des Reichstages bestimmen, die Vorlage doch wieder auf die Tagesordnung zu setzen). „ r ... Im Donau-Kaiserreiche kommt man aus dem Wahlfieber gar nicht mehr heraus. Kaum find die Wahlen zum ungarischen Reichstage beendigt, so rüstet man sich jenseits der Leitha zu dem Wahlfeldzuge, den die Auflösung von neun Einzel-Landtagen nothwendig gemacht hat und rüstet man sich namentlich in den dentsch-liberalen Kreisen zu einer energischen Abwehr der gegnerischen Angriffe Unabhängig hiervon vollziehen sich in Prag in den nächsten Tagen die Neuwahlen zur gleichsalls aufgelösten Handelskammer, deren Resultat in der Czechisirung der Handelskammer bestehen dürfte. Während die verschiedenartig lautenden Mittheilungen über die Natur des englisch-französischen Abkommens noch zweifelhaft erscheinen lasten, ob dasselbe einen Erfolg des französischen Ministerpräsidenten Ferry in der egyplischen Frage bedeutet, hat Letzterer in seiner Colonialpolitik einen neuen Triumph gefeiert. Als einen solchen stellt sich entschieden der zwischen Frank- reich und dem Königreich Cambodga, dem Nachbarstaate von Französisch- Cochinchina, abgeschlossene Vertrag dar, durch welchen die gesammte Verwaltung Cambodgas in französische Hände Übergeht. Es bedeutet dies die thatsächliche Annexion dieses etwa 1500 Quadratmeilen großen Reiches durch Frankreich und hiermit hat die Regierung des Herrn Ferry einen weiteren Schritt zur Gründung des franco-indischen Colonialreiches der Zukunft gethan, welches jetzt schon Anam, Tongking, Cochinchina und nun auch Cambodga umfaßt. Unaufhaltsam rückt somit Frankreich den britischen Besitzungen in Hinter-Jndien näher, von denen es jetzt nur noch durch die beiden Mittelreiche Birma und Siam getrennt ist. Von Westen, von Sierra her, die Rusten, von Osten her die Franzosen — so zieht sich der Kreis fremder Machtsphären immer enger um das indo-britische Kaiserreich zusammen und die leitenden Staatsmänner Englands müßten mit Blindheit geschlagen fein, wenn sie die hierin liegenden Gefahren für die Machtstellung Englands in Asien verkennen wollten. In England concentrirt sich das Interesse an den politischen Tagesfragen auf die Verhandlung des Unterhauses über das englisch-sranzösische Arrangement wegen Egyptens. Die Fluth von. Kombinationen und Kommentaren und widersprechenden Gerüchten, welche die Discussion dieser Angelegenheit in den Blättern zur Folge hatte, machte es bis jetzt fast unmöglich, von dem Stande derselben ein genaues Bild zu erhalten. Dies wird aber nunmehr der Fall sein, da Mr. Gladstone nicht mehr länger zögern darf, dem Paria- mente über die Konvention endlich reinen Wein einzuschenken. Bezüglich der Angra-Pequena-Frage wäre dies auch sehr zu wünschen, leider waren die neuerlichen Mittheilungen, welche die englische Regierung hierüber in der Donnerstags- Sitzung des Oberhauses machte, noch sehr zugeknöpster Natur und der Stand der wegen dieser Frage zwischen England und Deutschland schwebenden Der- Handlungen ist demnach immer noch ein dunkler. Nach langem Suchen haben nun auch die Demokraten in ben Vereinigten Staaten ihren Candidaten für den Präsidentenposten der Union gefunden. Die in der letzten Woche stattgefundenen demokratischen Konventionen haben sich sämmtlich für die Aufstellung des Gouverneurs des Staates New- Iork, El e v e l a n d, als Präsidentschafts-Kandidaten der demokratischen Partei aus- gesprochen. Dem Vernehmen nach ist die Kandidatur von Cleveland acceptirt worden. — Der amerikanische Senat hat eine Bill angenommen, welche die bei ben Mormonen herrschenden Mißbräuche beseitigt und der zufolge die Verhältnisse im Staate Utah nach ben Landesgesetzen geordnet werden sollen. Aus dem Sudan liegt seit dem Falle von Berber keine Nach- richt von Belang vor. lieber den angeblichen Marsch einer Abtheilung des Rebellenheeres auf Dongola liegen widersprechende Mittheilungen vor und sind daher erst zuverlässige Berichte abzuwarten. Von General Gordon fehlt über» Haupt jede Nachricht. -1. Darmstadt, 23. Junt. sZwelte Kammer der Landstände.) Von Seiten des 4- Ausschusses wurde durch den Abgeordneten Freiherrn von Wedekind Bericht erstattet über den Antrag des Abgeordneten Ellenberger, die Vorlage eines Gesetze- über die Ablösung der auf Waldungen haftenden Berechtigungen betreff mb. Der Ende Januar 1884 gestellte Antrag wurde dem Großh. Ministerium der Finanzen zur gefälligen Meinungsäußerung mitgetheilt, worauf ein Schreiben des Großh. M.nisterial- präsidenten Finger nachfolgenden Inhalts etnlief: „Der Antrag Ellenberger sei Gegenstand eingehender Erwägungen der Großh. Regierung geworden. Dieselben hätten jedock einen Abschluß noch nicht gefunden und könne daher die Vorlage eines Gesetzesentwurfs in der angedeuteten Richtung für den gegenwärtigen Landtag nicht in Aussicht gestellt werden." Der 4. Ausschuß ist der Ansicht, daß eine Gesetzesvorlage über die Ablösung der aus Waldungen haftenden Berechtigungen dringend nothwendig sei und schlägt in Ueber- etnstimmung mtt dem Antragsteller vor: , .. .Hohe Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, baldmöglichst einen die neuere Ablöfungsgesetz^ebung berücksichtigenden Gesetzesentwurf, die Ablösung der auf Waldungen haftenden Berechtigungen betreffend, an die Stände gelangen zn lassen." Von dem Abgeordneten Wasserburg wurde eine Interpellation, betreffend Verletzung des Wahlgeheimnisses durch eine richterliche Behörde, an Großh. Regierung gestellt. Der Interpellant erörtert die gelegentlich der Wahl eines Beigeordneten in der rheinhesstschen Gemeinde Gaubickelhetm vorgefallenen Wahlunregelmäßigkettrn, mit deren Klarstellung sich das Strafgericht in Mainz beschäftige. In der anhängigen Untersuchung seien Zeugen eidlich über den Inhalt ihrer abgegebenen Stimmzettel befragt und solche, welche sich der Aussage weigerten, in Geldstrafe genommen worden. Abgeordneter Wasserburq spricht sich energisch gegen eine solche Torquirung der Zeugen au8, wodurch die Freiheit der Wahl, die doch auf unverbrüchlicher Geheimhaltung beruhe, vollständig illusorisch gemacht werde. Zum Schluffe seiner Ausführungen richtet er folgende Anfragen an Großherzogl. Ministerium des Innern und d r I st'z. hjg von mir hervorgehobcnen thatsäcklichen Verhältnisse im großen Ganzen richtig, und wenn nicht, wie hat sich daS Faktum zugetrogen. 2) Wie stellt sich die Großh. Regierung zu der vorwürftgen Frage? Billigt sie es, daß Zeugen von richterlichen Behörden über den Inhalt ihrer Stimmzettel befragt und eventuell wegen Zeugmßverwetgerung bestraft 3) W-nn" richt, was dcnkt st- zu lhnn, um die Betroffenen schadlos ,u hallen und derartige Zeugentorquirungen für die Folge hinianzuhallen. seriitt, 23. sunt. Sn der Commission für die D-mps-rsubvention zum ersten Male fett vielen Jahren Fisist Bismarck und erklärte: Die Vorlage fl-d- allerdings tm Zusammenhang mit den colonialen Fragen: er verfolge keine 6o ° Politik nach französischem Styl, wozu die deutschen Einrichtungen nicht er wolle jedoch jede selbstständige HandelSmederlassung deutscher Kaufleute ^,bec losem Lande unter Protcklion nehmen und deutsche Jurisdiktion gewäd Angra-Pequena habe er gestern von England die Erklärung erhalten, daß daflelbe gegen Deutschlands Vorgehen nichts einwende; am Congo unterstütze er die Bildung des Freistaats, hervorragend aus der internationalen Association tm Interesse des deutschen Handels. Wenn man die Dempfervorlage verwerfe, so würde seine Thätigkeit in dieser Richtung gelähmt werden. Nach lebhaften Gegenbemerkungen von Bamberger und Richter, welche den Zusammenhang zwischen der Vorlage und den angeregten Lolonial- fragen vermissen, replictrte Fürst Bismarck noch zweimal, worauf er sich dann entfernte. Windthorst erklärte die Erledigung der Dampferoorlage in dieser Session für unmöglich. Obwohl Stephan dringend zur Erledigung aufiorderte, so vertagte sich die Commission doch um W/i Uhr. Das Zustandekommen der Vorlage ist aus- geschlossen. (F. Z) Telegraphische Depesche». WE*A telegr. LorrespoKdettL-Brrrearr» Berlin, 23. Juni. Die „Nordd. Allg. Zig." sagt: Die „Daily-News" vom 21. d. M. schreiben: „Die Angabe, daß Deutschland die Antwort auf die Einladung zur Conferenz verschoben habe, bis das englisch-französische Abkommen vom Parlaments ratificirt sei, ist das directe Gegentheil des Thatbeftandes. Deutschland hat die Annahme des Vorschlages in formeller Wclse zu erkennen gegeben." Hierzu fügt die „Nordd. Allg. Ztg." ihrerseits die Bemerkung hinzu: „Wir begnügen uns für jetzt zu bemerken, daß diese Berichtigung nach unseren Informationen unrichtig ist." — Ebenfalls die „Nordd. Allg. Ztg." bespricht die jüngsten Aenderungen in der Organisation des belgischen Ministeriums, welche auf dem Wege königlicher Verordnung vorgenommen sind, ohne daß gegen die Rechtsgülttgkett der neuen Organisation von irgend einer Seite Bedenken erhoben worden wären. Die gleiche Praxis, so fährt das genannte Blatt fort, lasse sich für Frankreich aus der Zeit des klassischen Constitution altsmus unter Louis Philipp Nachweisen, kurzum, gerade in jenen Ländern, auf welche sich unsere Liberalen mit Vorliebe zum Beweise ihrer constttuttonellen Maxime berufen, ist der Grundsatz, daß eine Aenderung in den Mintsterdepartements ohne Gesetz erfolgen kann, seit Jahrzehnten in zweifelloser Geltung gewesen. Dennoch ist 1878, als im preußischen Adgeordnetenhause von der Regierung die Errichtung eines eigenen Etsenbahnmimsteriums und die Uebertragung der Domänen- und Forstverwaltung auf das landwirthschaftltche Ministerium beantragt wurde, von den Liberalen vermieden worden, auf die Praxis jener Länder zurückzugreifen, obgleich d.eselbe, wie damals von einem ihrer rechtskundigen Mitglieder nachgewiesen wurde, keine willkürliche ist, sondern gerade in dem Wesen der constttuttonellen Verfassung ihre Begründung findet. Auch die nationalliberale Partei, mit Ausnahme Gneises, trennte fich damals von dem preußischen Ministerpräsidenten, der kurz vorher mit ihrem Führer über dessen Eintritt irt das Ministerium verhandelt hatte. Dem gegenüber glauben wir umsomehr von den jüngsten Vorgängen in Belgien Akt nehmen zu sollen. — In der heutigen S'tzung des Reichstages wurde zunächst mitgetheilt, daß der Entwurf, betreffend die Retchtzstempelabgaben, dem Hause zugegangen sei. — Bet der Berathung des Actiengesetzes wurde der Antrag des Abgeordneten Lipke, den Minimal- betrag der Actten von 1000 auf 400 JL herabzusetzen, adgelehnt, nachdem tm Laufe der Debatte der Staatssecretär Schelling diesen Antrag mit Entschiedenheit bekämpft und erklärt hatte, daß derselbe voraussichtlich für den Rundesrath unannehmbar sein werde, da er ermögliche, daß die Actten unsolider Gründungen, deren Zahl in den letzten Jahren wieder zugenommen habe, in den tieferen Schichten des Volkes verbreitet werden könnten. — Der S 249 D, betreffend die Haftbarkeit der ZeitungS- Redacteure für betrügerische Publikationen und Inserate in Bezug auf Acttengesell- schasten, wurde angenommen, nachdem die Anträge, rdie Haftbarkeit der Redacteure für Inserate auszuschlreßen, zurückgezogen waren und ein Amendement des Abgeordneten Windthorst, den Redacteur für die Mitthetlungen im redactionellen Theile verantwortlich bleiben zu lassen und ihn nur für diejenigen Inserate zu entlasten, welche die Unterschrift einer Person tragen, die Innerhalb der deutschen Gertchtsbarkett haftbar zu machen ist, abgelehnt worden war. — Der Rest des Gesetzes wurde debattelos angenommen und dir nächste Sitzung auf morgen anberaumt. Auf der Tagesordnung stehen das Reliktengesetz, Petitionen, Wahlprüfungen. Breslau, 23. Juni. Die „Bresl. Ztg." wiederholt über das Grubenunglück bei Schwientochlowitz: Am 20. d. Mts., Nachmittags, drang in Folge Tagebruchs Wasser in die Grube „Deutschland" ein, wodurch ein Schacht, in welchem sich etwa 30 bis 40 Leute befanden, unter Wasser gesetzt wurde. Ein anderer Schacht, durch welchen die Leute gerettet werden könnten, ist wegen ungesunder Wetter nicht zu befahren; sechs Arbeiter, die trotzdem zur Rettung ihrer Kameraden einfuhren und bereits für verloren gehalten wurden, sind glücklich gerettet worden. Pesth, 23. Juni. Nach den nunmehr vorliegenden Resultaten über die Parlamentswahlen wählten von 413 Bezirken 231 Liberale, 59 Abgeordnete, welche der gemäßigten Opposition angehören, 73 Unabhängige, 16 Nationale, 10 keiner Partei Angehörige und 17 Antisemiten. Sieben Nachwahlen sind erforderlich. Die Majorität der liberalen Partei beträgt 56. Mit den Stimmen der keiner Partei Angehörigen verfügt die Regierung in der neuen Kammer über eine große magyarische Majorität. Lemberg, 23. Juni. Die im Lause des gestrigen Tages aus der Provinz eingelausenen Nachrichten melden sämmtlich ein Fallen des Waffer- standes. Letzte Nacht hat es jedoch wieder angefangen zu regnen. Sehr große Verheerungen hat das Wasser in den Gebieten des San und Dniester angerichtet, wo es ausgedehnte Strecken überfluthete. — Der Wasserstand nimmt seit gestern vorwiegend ab; an der Weichsel sind aber des Nachts an zwei Punkten Dammbrüche erfolgt, wodurch mehrere Tausend Joch cultivirter Grundstücke und ganze Dörfer überschwemmt wurden. Der Regen hat nachgelassen, aber das Wetter ist trübe. Warschau, 23. Juni. Seit Samstag Abend ist die Weichsel um 16 Fuß gestiegen, sämmtliche an die Weichsel grenzenden Straßen und mehrere Hundert Dörfer stehen unter Wasser; die noch nicht vollendete Eisenbahnbrücke bei Iwangorod ist eingestürzt, der Schaden bedeutend. Das Wasser ist noch int Steigen begriffen. Rom. 23. Juni. Kardinal du Falloux ist gestorben. Paris, 23. Juni. Der „Agence HavaS" wird aus Toulon gemeldet, daß daselbst mehrere Todesfälle vorgekommen find, welche für Cholerafälle gehalten werden und zwar am Donnerstag ein Fall, am Freitag zwei, am Samstag vier und am Sonntag dreizehn. In Marseille ist ein Sanitätöcomtte zusammengetreten, um die nöthigen Vorsichtsmaßregeln zu treffen. — Nach einem Telegramm der „Agence Havas" ist die Cholera in Toulon nunmehr constatirt. Die Epidemie wüthet besonders unter der Marine-Infanterie und bett Hafenarbeitern. In Folge des plötzlichen Todes eines Schülers des Lyceums sind di» sämmtlichen Schüler ihren Familien zugeschickt worden. Für die Flottenmann- schasten werden Feldlager hergerichtet. Gegen 8000 Personen sind gestern von Toulon geflüchtet. — „Temps" konstatirt, daß bet keinem der von Tongktng eingetroffenen Transporte während der Fahrt ein Cholerafall vorgekommen sei. — Eine von dem Handelsmtntster ausgehende Mttthetlung besagt, daß nach eivgezogenen Informationen die in Toulon aufgetretene Epidemie nicht die asiatische Cholera, sondern eine sporadische sei, welche ihre Entstehung in localer Ansteckung und nicht in einer Uebertragung von außerhalb habe; die Erkrankungsfälle würden sich also voraussichtlich über den Entstehungsherd hinaus nicht erstrecken; seitens der Regierung sind die Docwren Bronardel und Proust nach Toulon gesandt worden, um Maßnahmen zu ergreifen. Dieselben werden morgen in Toulon eintreffen. Rom, 23. Juni. Nach hier eingegangener Meldung hat in der Pulverfabrik in Pontremolt eine Explosion stattgefunden, bet welcher 30 Personen gelobtet und 17 schwer verwundet worden sind. — Aus Pontremoli wird gemeldet: Aus den Trümmern der cxplodtrten Pulvermühle sind 20 Todie und Verwundete hervorgezogen. Die Explosion rasirte ein mit 100jährigen Kastanienbäumen bestandenes Wäldchen, während das Magazin, welches 184 Gentner Pulver enthielt, unversehrt blieb. Wahlaufruf der hessischen Fortschrittspartei (nationalliberale Partei). Die Ergänzungswahlen zum 25. hessischen Landtage stehen nahe bevor. Der unerwartete Rücktritt des Staatsministers v. Starck, dessen verfassungsmäßige, gerechte und einsichtsvolle Führung der Staatsgeschäfte der verdienten Anerkennung bet uns sicher ist, hat nach der bekannten Gesinnung und der bestimmten irr der zweiten Kammer der Stände abgegebenen Erklärung seines Nachfolgers einen Systemwechsel nicht zur Folge. Wir dürfen als gewiß annehmen, daß die Staatsverwaltung in dem seitherigen» unseren Grundsätzen entsprechenden Sinne und Geist, namentsich auf den wichtigen Gebieten des VolksschulwesenS, der Selbstverwaltung und des Verhältnisses beS Staates zur Kirche weiter geleitet werde. Auch auf bem 24. Landtage haben unsere Partetgenoffen nach besten Kräften für das Wohl des Vaterlandes zu wirken fich bemüht. So konnte durch vorsichtige Ausgleichung der Hauptvoravschlag der Einnahmen und Ausgaben des Staates ohne Erhöhung der Steuern abgeschlossen werden. Wir berufen uns ferner auf die wichtigen Gesetze über die Nebenbahnen und die Parcellenvermessung, auf die Mitwirkung zur raschen Abhülfe gegen die unglücklichen Folgen der Rhetnüberschwemmungen, auf dir Beschlüsse wegen Errichtung einer Landes- Credttkaffe, die Untersuchung der Verschuldung bi§ Bauernstandes, ganz besonders aber auf die neuen Steuergesetze. Die in diesen nach jahrelangen Vorarbeiten endlich abgeschlossene Umgestaltung der directen Steuergesetzgebung durch Einführung der Capttal- rentenfteuer und wesentliche Verbesserungen des Einkommensteuer- und Gewerbesteuergesetzes werden eine gerechtere Vertheilung der Steuerlasten und namentlich die Erleichterung der Landwirthschaft und des Gewerbes zur Folge haben. Den kommenden Landtag erwarten ebenfalls große Aufgaben. Die nothwendige Umänderung der Gesetzgebung über die Gemeinde-Umlagen und die Wahlberechtigung wird alsbald in Angriff zu nehmen sein. Die Verwalungs- Gesetzgebung, welcher an einer Reihe von Mängeln leidet, bedarf der Besserung. Die möglichste Beseitigung der Gefahren und Schäden, welche, mit den Rheinüberschwemmungen, namentlich auch in Folge von zum Theil verkehrten Einrichtungen und Maßnahmen verbunden sind, muß von dem Landtag auch fernerhin nachdrücklichst gefordert werden. Die Hebung der Landwirthschaft wird unausgesetzt der Gegenstand der eifrigsten Fürsorge der Staatsverwaltung wie des Landtags sein müffen. Gesetze über Zusammenlegung, Ent- oder Bewässerung, sowie Verbesserung von Grundstücken werden zweifelsohne den kommenden Landtag beschäftigen. Als wesentliche Aufgabe wird zu betrachten fein, Mittel und Wege zur möglichsten Entlastung der durch Gemeindeumlagen theil- weise allzu schwer belasteten Gemeinden zu finden und zu benutzen. Durch derzeit unerfüllbare Versprechungen falsche Hoffnungen zu erregen, dazrr kann sich unsere Partei nicht veranlaßt sehen. Unsere Partei sieht in der freisinnigen Entwickelung de8 Staats- und Geweinde- ftbenS im Sinne der Heranbildung zur möglichsten Selbstverwaltung jetzt, wie früher, ein wichtiges Ziel ihrer Thätigkeit. Die große deutsche nationallilürale Partei, welcher auch wir angehören, hat in neuerer Zeit auf Grund der Heidelberger Erklärung vom 23. März dss. Js. und der weiteren bebeutfomen Parteikundgebungen einen begeisterten Aufschwung genommen,, welcher auch durch unser engeres Vaterland geht. Treu zu Kaiser und Reich, selbstständig nach allen Seiten, unbeirrt von der Fluth unbegründeter Verdächtigungen, wird die hessische Fortschrittspartei als die Ver- einigung der national- und liberalgesinnten Männer Hessens auch fernerhin für das Wohl des großen und engeren Vaterlandes ihr Bestes einsetzen und zur gedeihlichen Sicherung und Förderung der Bildung und des Wohlstandes mitwirken. Mitbürger! Wählt unabhängige, bewährte Männer der hessischen Fort- schriitspartei! Darmstadt, im Juni 1884. Der Landes-Ausschuß der hessischen Fortschrittspartei (nationalliberale Partei). Birkenholz, Fabrikant in Vilbel. Dr. Dittmar, Rechtsanwalt in Gießen- Dr. Görz. Rechtsanwalt in Mainz. Grünewald, Fabrikant und Land- tagsabgeordneter in Alsfeld. G. Guntrum, Weinhändler in Bensheim. Jöckel, Rechtsanwalt und Lanbtagsabgeordneter in Friedberg. I. Metz I., Rechtsanwalt und Lanbtagsabgeordneter in Darmstadt. A. Kugler, Präsident der zweiten Ständekammer, in Offenbach. Lautz, Sparkasserechner und Landtagsabgeordneter in Groß-Umstadt. Dr. Marx, Gymnasiallehrer in Wormö. Michel, Bürgermeister in Neubamberg. Dr. Osann, Rechtsanwalt und Landtogsabgeordneter in Darmstadt. Stephan, Gutsbesitzer und Lanbtagsabgeordneter in Osthofen. L o f a I e Gießen, 24. Juni. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 26. Jnni 1884, Nachmittags 4 Uhr. 1. Ucberschwemmungen einzelner Straßen der Stadt bei Hochwaffer. 2. Die Quellwasserleitung brtr. 3. Ausschlag der KreiSumlagen für 1884/85. 4- Bedarf an Steinkohlen u. f. w. für die städtischen Anstalten. 5. Die Erhebung der Schulgelder. 6. Bestandliste der Realschule. 7. Anschaffung von Spielgeräthen für die höhere Mädchenschule. 8. Anschaffung eines Tisches für die Lehrerconferenzen. 9. Die 41. Jahresversammlung des Hauptveretus der Gustao-Adolf-Stiftung. im Großherzogthum Hessen. 10. Die Benützung eines städtischen Grundstücks auf der Hohleiche. 11. Aufstellung von Waschpflöcken auf den Böschungen der Wieseck und des Schoorgrabens. 12. Veräußerung des StephcmswegS. 13. Gesuch des Grubendtrectors Christian Bansa dahier um Bauerlaubniß» 14. Desgleichen des Bauunternehmers Anton Petri dahier. 15. Gesuch des Bauunternehmers Konrad Koch dahier um Erlaubniß zur Ableitung von Wasser in einen städtischen Canal. 16. Gesuch desselben um käufliche Ueberlassung städtischen Geländes. 17. Gesuch des Heinrich Rain dahier um pachtweise Ueberlaffung städtischen Geländes. 18. Die Reinigung des Gäßchens an dem Hause des Metzgermeisters Heinrich- Meister. 19. Koftendecreturen. Gießen, 24. Juni- In der gestern Abend im Saale des Cafö Leib stattgehabten Generalversammlung der Gemerbebank wurde nach Abhör der Rechnung die Ergänzungswahl des Vorstandes vorgenommen. An Stelle der ausscheidenden 5 Ausschußmitglieder W- Demuth, Aug- Noll, Anton Petri, L. Petri II. und E. Steinberger wurden wieder- resp. neugewählt: W. Demuth mit 111, L- Petri II. mit 111, Aug. Noll mit 108, L. Georgi mit 66, Auton Petri mit 64 Stimmen. Ferner erhielten noch F. Hoffmann 60 und E- Steinberger 54 Stimmen. Die Jahresrechnung wurde genehmigt und dem Rechner Decharge ertheilt. Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr wird auf 8% normirt. Die Generalversammlung beschloß ferner, bei Vorschüssen auf Werthpapiere und Wechsel über 100 5%, anstatt der früheren 6% Zinsen zu verlangen. Für Vorschüsse auf Werthpapiere und Wechsel unter 100 JL, sowie für solche gegen Bürgschaft sollen bis auf Weiteres 6% Zinsen bezahlt werden. Gießen, 24. Juni. Die „Deutsche Metallarbeiter-Zeitung", ein Fachblatt für die Metallarbeiter aller Branchen, bringt in ihren letzten Nummern den Bericht über die 3 ordentliche General-Versammlung der Allgemeinen Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter vom 1 bis 5. Juni in Wenzel's Garten. Es heißt in diesem Berichte zum Schluffe: „Wir dürfen den Bericht nicht schließen, ohne den Genossen Gießens warme Worte der Anerkennung für alle getroffenen ArrangementC zu spenden. Daß den Delegirten eine gute Unterkunft und zwar zu sehr civilen Preisen beschafft woiben war, dessen haben wir schon Eingangs gedacht. Indessen noch mehr anzuet kennen war die überaus praktische Auswahl des Versammlungslokals. Wie bereits im Circular Nr. 14 angegeben, fand die General,Versammlung in »Wenzei's Garten" statt. Es ist daS ein Restaurant ersten Ranges, auf das Comfortabelfte eingerichtet, 2 große Säle und 5—6 Nebenzimmer enthaltend, die zu den CowmissionS- berathungen sich trefflich eigneten. Das ganze Gebäude wird von einem Garten umgeben, der in den meisten Städten Deutschlands in der That seines Gleichen sucht. Erwähnen wir noch, daß eine treffliche Ventilation die Temperaturverhältnisse aufs Beste regulirt und die Preise für das verabreichte Bier und Mittagessen äußerst civtle genannt werden müssen, so sagen wir wcht zuviel, wenn wir behaupten, daß sich sicherlich nach und nach die meisten Generalversammlungen nach Gießen htnziehen werden und daß „Wenzel'S Garten" die Aussicht hat, allgemeines Congretzlokal zu werden. Den Genossen Gießens sei deshalb nochmals an dieser Stelle der beste Dank für ihre Wahl ausgesprochen. — Seit Jahren schon werden die blumengeschmückten Gräber auf dem Friedhöfe zur Nachtzeit von einem Individuum geschändet und ihres Blumenschmuckes beraubt, ohne daß rtz trotz aller Aufsicht gelungen wäre, dieses GrabschänderS habhaft zu werden. Heute Morgen gegen 4 Uhr nun beobacht te der PolizrisWachtmeifter dnen Menschen, wie derselbe auf dem Friedhöfe die Blumen von den Gräbern abschnitt und mit einem Körbchen voll der schönsten Rosen rc. davonschleichen und den Raub in Sicherheit bringen wollte. Vor dem Friedhöfe nun in Empfang genommen, entpuppte sich der Dieb als ein ganz in der Nähe wohnender Mann, welcher mit den Blumen Handel treibt. Eine ganz exemplarische Strafe wäre gerade für diesen Dieb am Platze. Schiffs nachrichten. Bremen, 21. Juni. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Eder, Capt. W. Willtgerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. Juni von Bremen und am 12. Junt von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Ubr Mongens woblbebalten in Newyork anaekommen HandeL und Verckedr. Gießen, den 24. Juni. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Mund jt. 0.80 -0.88, Hühnereier pr. Stück 5—6 4, Enteneier pr. Stück 6—0 Gänse- eier pr. St. 00—00 H, Käse St. 4—9 H, Käsematte 2—3 L, Erbsen pr. Liter 22 Linsen 33 H, Tauben per Paar 0,60—1,00 H, Hühner per Stück X 1.00—1.50, Hahnen pr. Stück X 0.50—1.20, Enten per Stück X 2.00—2.50, Gänse per Stück X 3.50—4.00, Welsche X 0—00, Ochsenfleisch per Pfund 66—70 Kuh- und Rindfleisch 56—60 Kalbfleisch 44—50 H, Schweinefleisch 50—60 Hammelfleisch 64—70 Kartoffeln per 100 Kilo X 3.50—4.50, Milch per Liter 13—18 H, Zwiebeln per Ctr. X 15—00, Kirschen per Pfund 25—00 H. Frankfurt, 23. Juni. (Getreide-Preise.) Weizen cff. hiesiger und Wetterauer X 203/4—21V4, fremd. X 19Vr—20Vr, Roggen eff. hies. X 158/4—163/4, fremd. X 153/4 bis 17i/4, Gerste eff. hies. u. Wetterauer X 17—18, fremde X 18—19, Hafer eff. hiesiger X 151/4—161/4, fremder X 15i/4—17. — Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. X 37. Branntwein eff. ohne Faß X 42. Frankfurt, 23. Juni. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- trieben waren 300 Ochsen, ca. 35 Bullen, ca. 380 Kühe und Rinder, ca. 255 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 66—00, 2. Qual. X 60—00, Kühe und Rinder 1. Qual. X 62-00, 2. Qual. X 50—00, Kälber 1. Qual. 60—00, 2. Qual. X 50—00 per 100 Pfund Schlachtgewicht. Zur gcft. BeachtLMg. Schrittliche Anfragen wegen Auskunstserthestung über Inserate rc. können ute nur dann beauttoorrLN, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt tu. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Explditisn keinerlei Auskunftsertbeilungen befugt. Offertenbriefe sind — soweit keine bestimmten aegentheiligen Abmachungen getroffen wurden — in der Erpediiion ubruholen. Wafferwärme der Lahn. Am 24. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: 13i/r° R. — Lustwärme 18» R. Rübs amen. Mittwoch den 25. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden in derFlett' schen Hofraithe dahier gegen Baarzahlung versteigert: Kleiderschränke, Sopha's, runde ^und viereckige Tische, Kommoden, Stühle, 1 Spiegelschrank, mehrere Wanduhren, 1 Vertikow, Spiegel, Bilder, 2 Näh- tnaschinen, Pierer's Conversations- lexikon (vollständig), sodann 1 Pferd, 1 Esel, 1 Kastenwagen, ein kleines Wägelchen und 1 Stoßkarren. Die Versteigerung findet theilweise bestimmt statt. Gießen, am 23. Juni 1884. Geitzler, 4272 Gerichtsvollzieher. Wegen Aufgabe meines Geschäftes lasse ich Donnerstag den 26. d. Wt., 2 Uhr Nachmittags, in meiner Hofraithe öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigern: 4 gute Fahrkühe, 1 tracht. Mutterschwein, 2 compl. Wagen, 1 kl. Wagen, 1 Pflug und 1 Egge, 1 Dickwurzmühle, 1 Häckselmaschine, 1 Kelter mit Zubehör, 7 Aepfelweinfässer, 1 Parthie Stroh, 12 Hühner und 1 Hahn, mehrere Tische und Bänke, sowie sonstige Möbel, Haus- u. Acker- Geräthschasten. Wieseck, den 24. Juni 1884. 4286 Gg. Lenz. Ieikgeöotenes. Fabrikate der Gießen-Metzlarer Cementwaaren- u. Schlackensteinfabrif, wie: Flur- und Trottoirplatten, Treppenstufen, Patent - Dachpfannen, Viehtröge rc., empfehlen zu Fabrikpreisen Jsan Dem & Cie., 41,31 Westanlage 11.__________ Mn Hans mit großer Werkstatt und Nebengebäuden nebst Hosraum ist zu Jl. 6600 zu verkaufen. Näheres bei 4186 W. Krämer. Neue MalM-Hürmge empfiehlt billigst 3630 S. EilsoSer. Illgs Meiner Anzeiger. Seltersweg 71. Pb. Ellinger Seltersweg 71. Für Damen, die Ausstattungen zu machen haben, besonders zu empfehlen. MWAXAIX 5 Ä 5 u § Durch Falliment einer ganz bedeutenden Leinen- und Wäfche-Fabrik wurde mir der Verkauf des großen Waarenlagers übertragen. Sämmtliche Wäschegegenstände find aus den besten Stoffen solid angefertigt und nur mit ganz feinen Schweizer Stickereien versehen. Kinder-Hemden 30 H, Kinder-Hosen 35 Mädchen-Hemden 50 H, Mädchen-Hosen 50 Damen-Hemden mit und ohne Stickerei 1.50, Damen-Hosen mit und ohne Stickerei Jt. 1.30, weiße Unterröcke mit Stickerei J4,. 2.50, Herren-Kragen (rein Leinen) 30 H per Stück, Herren-Hemden 3 und 4 * sonst 5 und 6 * Knaben-Hemden von 70 an, feine Stickereien ganz außergewöhnlich billig, Damen- und Kinderkragen, 100 Dutzend rein Leinen-Taschentücher 3—5 per Dtzd., Handtücher (abgepaßt und am Stück), Tischtücher, Servietten, Halb- und Ganz-Leinen für Kissen und Betttücher, Bettzeuge, Hemdentuche, Damen-Piquö-Jacken mit Stickerei