Wit. ti: -f-Ein *.* s ,e« 25 Ffe eilten ilsrr liebes SöhnchA IEN. idttl, Bleichsucht, Bk sche Mittel bekannt: Gui wird in stets frischer M iq Wohnungen im M Aetknieaelkebo t in Wien. I. e Md Statistik, erftei m&un-b-einer N 3ebe§ jpe|t ist Kcmges von 12 S »uns. Stttöiui = 5 Frs. 35 N; |u gleichem greift. M®**' Qna* zu Diensten. »Malten zu beziehen. Eschgaffe 1. heule Morgen s-se ■ ,iplr,1KVSi R ’Sssf** 121» Zweites Blatt. Sonntag den 25. Mai 1S81 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. U M »«res« r Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme deö Montags. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit BringerloLn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Pheil. e. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasieu und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d. das Schulzeugnitz. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs. Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, Nicht fehlen darf. selben JahreS zu erbringen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actensormat (nicht Briespapier) zu verwent»n. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffk angegeben wird. •4. Dem Gesuche sind salzende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; b. ein Einwilligung»-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwillig^ während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen. Bekanntmachung. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachfuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1 Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüsungs-Commisfisn nur dann ‘ anzubriugen, wenn der sich Meldende im Grobherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2 . D« Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jalires nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April des- Zu pos. d : daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität^ und tüe derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prrma der Gymnasien und Realschulen L Ord., sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz-Ordnung (L TM der Wehr-Ordnung vom 28. Septbr. 1875 — Reg.-Bl. Nr. öo von 1875) ausgestellt sein rnuffen. und zu verpflegen; r _ . . , Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatz-Ord. verwiesen. Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig FreiwMge. Der Vorsitzende: Gros. Wochenschau. Gteßeu, 24. Mai. Der Kaiser will etwa Mitte Juni nach Ems abreifen und unmittelbar zuvor, nachdem der Reichstag wieder zusammengetreten ist, soll die Grundsteinlegung des Reichstagsgebäudes erfolgen. Der Grundstein ist bereits imnerhalb des rasch geebneten weiten Baugrundes durch ein aufgemauertes Pfeilerstück bezeichnet. Die Ruhe, welche bei uns seit der Vertagung des Reichs- j ages und dem Schluß des preußischen Landtages auf dem Felde der parlamentarischen Thätigkeit eingetreten ist, scheint sich auch auf andere Gebiete zu verpflanzen. Wenigstens macht sich in derjenigen Angelegenheit, welche gegenwärtig — abgesehen von den der parlamentarischen Entscheidung noch harrenden Fragen — die Aufmerksamkeit am meisten auf sich zieht, in der Frage des preußischen Staatsrathes, eine gewisie Stagnation geltend, die indeffen nicht ungünstig gedeutet werden darf. Gewiß ist, daß in den öfteren Conserenzen, welche der Reichskanzler während der letzten Wochen mit dem Kaiser und dem Kronprinzen bezüglich des Staatsraths-Projectes hatte, dasselbe im Princip genehmigt worden ist, die definitive Entscheidung von höchster Stelle her wird aber vielleicht nicht eher erfolgen, bis der leitende Staatsmann von seinem Landaufenthalte in Friedrichsruhe wieder nach Berlin zurückgekehrt ist. Dieser Zeitpunkt liegt aber noch verhältnißmäßig fern, da Fürst Bismarck ms zur Wiederaufnahme der Plenarverhandlungen des Reichstages auf seinem Lauen- lburgischen Landsitze zu verweilen gedenkt. Diese längere Abwesenheit des Kauz- Hers von dem Mittelpunkte der Geschäfte deutet zugleich darauf hm, daß auch die auswärtige Lage keinerlei beunruhigende Symptome zeigt. Der Umstand, Laß sich die Vorverhandlungen über die Conferenz so in die Länge schleppen, iist nicht geeignet, ernstliche Besorgnisse zu erwecken und überdies steht Deutschland den egytischen Dingen ziemlich interesselos gegenüber. Eher könnte da die meuerdings aufgetauchte Eifersucht der englischen Hanvelskreise auf me deutsche Niederlassung in Angra Pequena an der Südwestküste Afrikas zu der Besorgnrß Anlaß geben, es könnte wegen dieser Frage zu — wenn auch nur diplomatr- fchen — Verwickelungen zwischen Deutschland und England kommen; indessen steht zu erwarten, daß es den maßgebenden Kreisen in Berlin und London gelingen wird, die Sache ohne weitere Folgen zu schlichten. Erfreulicher Weise läßt sich dagegen in den deutsch-russische» Beziehungen abermals ein bedeutsamer Fortschritt constatiren, welcher durch die Petersburger Reise des Prinzen Wilhelm von Preußen und die besonders auszeichnende Aufnahme desselben am russi- Men Hofe repräsentirt wird. Am Donnerstag hat Prinz Wilhelm nach einem Ler Festung Kronstadt gewidmeten Ausfluge Petersburg verlassen und sich nach Moskau begeben, um auch der alten Czarenstadt einen Besuch abzustatten. Lord Derby hat also erklärt, England habe Angra Pequena nicht für britischen Besitz erklärt, es habe jedoch das Recht beansprucht, fremde Mächte von der südwestlichen KMe bis hinauf an das portugiesische Gebiet auszu- 1'chließen. Man kann sich nicht wundern, daß die deutsche Regierung sich näher Aach diesen Ansprüchen und wohl auch nach deren Begründung erkundigt hat. Die Engländer beanspruchen mit der größten Unverfrorenheit das Recht, durch die bloße Aushiffung ihrer Flagge ganze Gegenden und Länderstriche, die von Richt-Europäern bewohnt sind, dem vereinigten Königreiche emzuverleiben. Wrr haben noch neulich gesehen, daß sie auf solche Weise die große Insel Reu- Guinea für britisches Eigenthum erklärt haben. In diesem Falle aber gehen sie weiter. Sogar wenn sie einen Landstrich nicht für sich selbst in Anspruch nehmen, legen sie sich das Recht bei, fremde Mächte auszuschließen. Womit wollen sie ein solches Recht begründen? Soviel wir wissen, kommt m allen Handbüchern des Völkerrechts von Hugo Grotius bis auf den heutigen Tag nichts vor, wodurch ein solches Recht begründet werden könnte. Wir hoffen, daß das deutsche Reich Verwahrung einlegen werde gegen eine solche Doctrm, und wir möchten glauben, daß alle übrigen Mächte geneigt sein werden, sich der Verwahrung anzuschließen und Grenzen zu ziehen für den britischen Ueber- muth. Wenn aber das Aushissen der deutschen Flagge von Reichswegen noch fehlt, um Angra Pequena zu deutschem Gebiete zu machen, so — hisse man sie ohne Zögern einfach auf. Mit der Verurtheilung Kraszewski's und Hentsch's ist das Interesse, welches man weit über Deutschlands Grenzen hinaus an dem vordem Leipziger Reichsgericht in der vorigen Woche spielenden Lanoesverraths- Processe nahm, wieder erschöpft. Die Lehren aber, die man aus ihm nach verschiedenen Richtungen hin ziehen konnte, dürsten nicht so leicht vergessen werden. Namentlich kann nunmehr, wie die „Neue Fr. Pr. hervorhebt, kein Leugnen den Verdacht beschwichtigen, daß die Träume von der Wiederherstellung Polens nicht harmlos seien, sondern daß sie zu Actionen verleiten, welche die Ruhe des Welttheils erschüttern und die Eintracht der Staaten compromittiren können. Der ungarische Reichstag ist am Dienstag vom Kaiser Franz Fosef mit einer Thronrede geschloffen worben, die recht bemerkenswerthe Stellen enthält. Als eine derselben ist der Passus über die wiederhergestellten normalen Verhältnisse in Croatien und Slavonien hervorzuheben und in der Stelle über die auswärtige Politik erscheint die feste Zuversicht aus die fernere Erhaltung des Friedens von Bedeutung. Jrn Uebrigen äußert sich die Thronrede über die qesarnrnte innere Lage Ungarns sehr beftiedigend und weist mit Schluffe auf die Gefühle der Treue für ihren König hm, welche die ungarische Nation am meisten charakterisirten. Der nächste Reichstag ist durch königliche Ordre auf den 25. September ausgeschrieben und finden die Neuwahlen zum Unterhause in der Zeit vom 13. bis 22. Juni statt. Die lange Osterpause des französischen Parlaments hat am Dienstag ihr Ende erreicht, an welchem Tage die Deputirtenkammer wieder zusammengetreten ist. Natürlich hat der Ministerpräsident Ferry sofort Veranlassung genommen, der Kammer die officielle Mittheilung von dem Vertrag von Tientsin zu machen und ihr zugleich die Vortheile zu erläutern, welche Frankreich aus dem Vertrage erwachsen. In Anbetracht dieses großen Erfolges der ostasiatischen Politik der Regierung wird sich die Kammer wohl auch den neuen Creditforderungen, die für Tongkmg 38>/- Millionen und für Madagaskar 5 Millionen betragen, gegenüber nicht zurückhaltend erweljen. Lebhaften und alls eitigen Beifall fanden die Worte des Präsidenten Brisson am Schluß der Sitzung, in denen er Namens der Kammer der Sympathie für die Armee in Tongking Ausdruck verlieh. Den wichtigsten Gegenstand in den nächsten Sitzungen der Deputirtenkammer bildet die Recrutirungsvorlage, da es sich hierbei um die Abschaffung des Einjährig-Freiwilligen-JnstltutS in der französischen Armee handelt. Der geheimnißvolleSchleier,der über den Vorverhandlungen 60 züglich der Conferenz schwebt, ist von dem englischen Premier endlich ein wenig gelüftet worben. Frankreich habe einen Meinungsaustausch von der englischen Regierung verlangt, erklärte Mr. Gladstone in der Unterhaussitzung vorn 19. Mai, und sobald derselbe erfolgt sei, würden die Cabinete von London und Paris die anderen Mächte consultiren und würde ersteres dann dem Parlamente von dem Resultat sofort Mitteilung machen. Im Uebrigen erklärte Gladstone, daß er an der bekannten Basis der Conferenz unverändert festhalte, was dem Zustandekommen der Conferenz noch keine günstigeren Perspectiven eröffnet. Im Oberhause gelangten zur selben Zeit der zwischen Frankreich und der internationalen afrikanischen Gesellschaft abgeschlossene Vertrag bezüglich des Congogebiets und die Angra-Pequena-Affaire zur Erörterung, was lediglich beweist, mit welch' eifersüchtigen Augen man in England die Handelsunternehmungen anderer Nationen verfolgt. Der englische Admiral Hewett, der nach Abessinien entsandt wurde, um mit dem König Johannes einen Vertrag abzuschließen, ist in Adua angekommen, hat aber nicht die erwünschte freundliche Aufnahme gefunden. Als er vor der Stadt ankam, erschien Niemand, um ihn zu empfangen. Der Bevölkerung, welche den Fremden gegenüber eine feindliche Haltung annahm, war verboten worden, den Briten Nahrungsmittel zu verkaufen; es kanl in Folge dessen zu Reibereien und zwei englische Officiere wurden aus dem Markte von den Soldaten des Gouverneurs beschimpft. Der Admiral schrieb nun klagend an den Feldherrn Ras-Allulu, der vorausgereist war, um dem König in Makaki den Vertrag zu überbringen. Der Verkauf von Nahrungsmitteln wurde nun gestattet, aber alsbald wieder verboten. Die „Daily News", welche diese Vorgänge berichtet, schreibt dieselben auf Rechnung des griechischen und französischen Consuls, welche von Massawa abgereist sind, um beim Abschlüsse des Vertrags zugegen zu sein. Die Aufständischen in der Umgegend von Suakim werden immer kecker. Am 17. ds. brachten sie es fertig, in Abwesenheit der Polizei tausend Schafe dicht bei den Forts der Stadt zu stehlen. Der König und die Königin der Niederlande sind am Dienstag zu einem Besuche des belgischen Hofes in Brüssel eingetroffen und darf man wohl erwarten, daß dieser Besuch auf die Beziehungen zwischen Holland und Belgien in vortheilhaftester Weise einwirken wird. Die neugewählten spanischen Cortes sind am 20. Mai vom König Alfonso mit einer Thronrede eröffnet worden. Dieselbe constatirt, daß die inneren Schwierigkeiten in Spanien jetzt viel geringer seien als zur Thronbesteigung König Alfonso's, wenn auch gelegentlich bedauerliche bürgerliche Zwistigkeiten hervorträten; die gegenwärtige Gesetzgebung sei jedoch ausreichend zur Unterdrückung der Ruhestörungen. Die auswärtigen Beziehungen Spaniens seien die besten; die spanische Gesandtschaft in Berlin würde, wie die deutsche Gesandtschaft in Madrid, demnächst zur Botschaft erhöht werden. Mit Chile sei ein Friedensvertrag abgeschlossen worden. Schließlich kündigt die Thronrede den bevorstehenden Abschluß einer ganzen Reihe von Handelsverträgen mit anderen Staaten an. Vermischtes. ** Eine auf Grund des vom Turntage in Eisenach gefaßten Beschlusses an den Reichstag gerichtete Petition lautet folgendermaßen: An den hohen Reichstag des Deutschen Reiches. Dem Beschlüsse des vom 24. und 25. Juli 1883 tn Eisenach versammelt gewesenen Turntags der Deutschen Turnerschast entsprechend, überreicht der unterzeichnete Ausschuß einem hohen Reichstage das Gesuch: Derselbe wolle der hohen Retchsregierung empfehlen, 1. bei Erfüllung der dreijährigen Dienstzeit solchen Pflichtigen, welche bet ihrem Eintritt ein entsprechendes Maß leiblicher Durchbildung und turnerischer Fertigkeit betätigen, auf gesetzlichem Wege bei sonstiger tüchtiger Dtenstführung eine nur zweijährige Dienstzeit zuzulassen, event. wenigstens eine dem entsprechende Beurlaubung solcher Leute zur Regel zu machen; 2. eine Abänderung von § 11 des Gesetzes über die Verpflichtung zum Kriegsdienste vom 9. November 1867 dahin zu bewirken, daß bei den Prüfungen für Erlangung der Berechtigung zur einjährigen Dienstzeit neben den wissenschaftlichen Prüfungsfächern auch eine Prüfung über die körperliche Leistungsfähigkeit m den entsprechenden Leibesübungen obligatorisch gemacht werde. Zur Begründung dieser beiden Anträge, die in gleicher Richtung schon wiederholt von turnerischer Seite vorgelegt worden sind, erlauben wir uns Folgendes anzu- führen. Wir richten an den hohen Reichstag unser Gesuch als Vertreter der Deutschen Turnerschast, die gegenwärtig über 2600 Vereine mit weit Über 200,000 Mitgliedern zählt. Hierbei sind wir uns aber voll bewußt, daß diese große Zahl gegenüber der Jugend in den Altersklassen von 14 bis 20 Jahren noch eine sehr geringe ist und wir haben deshalb den Wunsch, daß in unserer, der leiblichen Kräftigung des Volkes nicht günstigen, nach Erfolg und Genuß jagenden Zeit Alles aufgeboten werde, daS deutsche KktgöMsi» Volk nicht nur tn seiner Leistungsfähigkeit zu erhalten, sondern diese immer mehr und mehr und so zu erhöhen, daß dasselbe Allem, was da kommen kann, gerüstet und gefestigt entgegknzutreten vermag. Ein körperlich und sittlich tüchtiges Volk wird nickt nur in der Vertheidigung des Vaterlandes, sondern auch tn der Leistungsfähigkeit im bürgerlichen Leben, in der Arbeit für seine Erhaltung ganz anders dastehen als ein schlaffes. Der tn der großen Menge herrschenden Trägheit gegenüber kann nur ein gewisser Zwang von Wirkung sein. Wir wissen nun bezüglich des ersten Antrages ganz gut, daß gegenüber der gesetzlichen Dienstzeit eine Abkürzung allein auf leibliche Fertigkeit und Gewandtheit hin nicht wird gewährt werden wollen, — daß die Aneignung der speciell militärischen Kenntnisse und namentlich gute Führung htnzukommen müssen. Allein die Zeit, welche für nicht turnerisch gebildete Leute nothwendig ,st, um sie stehen, gehen, laufen, sich wenden und drehen zu lehren, kurz, sie anstellig und gewandt zu machen, dürfte den Leuten, welche diese Kenntntß schon mitbrtngen, durck eine regelmäßige Abkürzung der dreijährigen Dienstzeit auf zwei Jahre, die ja ohnehin schon tn sehr vielen Fällen etntrttt. wohl angerechnet werden können. Wäre dies gesetzlich sestzustellen nicht thunltch, so könnte wenigstens Seitens der obersten Krieas- leitung die entsprechende zeitigere Beurlaubung für so vorbereitete Leute als Regel festgestellt werden. Wenn die wiffenschastltche Ausbildung allein genügt, die Dienstzeit auf ein Jahr zu ermäßigen, so muß doch eine gute Fertigkeit in allen Leibesübungen welche die militärische Ausbildung sicher wesentlich erleichtert, eine Verringerung dec Dienstzeit auf zwei Jahre sicher ermöglichen; der militärische Dienst ist ja tn erster Linie ein körperlicher, kein geistiger; Gelehrsamkeit allein macht keine tüchtigen Soldaten und gibt auch nicht militärische Fähigkeiten. Der zweite Antrag dürfte, nachdem dos Turnen wohl tn allen Schulen, welche zur Ausstellung von Berechtigungsscheinen für den einjährigen Dienst berechtigt sind, als obligatorischer Unterrichtsgegenstand eingeführt ist, keine Schwierigkeit bieten, sowohl was die Einfügung in das Ganze dec Prüfung, als diese Prüfung selbst anlangt. Es würde das Turnen ein weiteres Prüfungsfach bilden, dessen Ergebntß beim Gesammtresultat mttzurechnen wäre. Wenn eine tüchtige Leistung in leiblicher Uebung einen etwaigen Mangel in anderen Fächern z. B. Sprachen, Mathematik, deckt, so gibt das gewiß nicht minderwerthige Leute. Die erworbene körperliche Tüchtigkeit müßte tn beiden Fällen nicht durch turnerische Kunststücke, sondern durch den Nachweis eines bestimmten Maßes von Leistungsfähigkeit in Marsch, Lauf, Sprung, Heben, Armwippen im Stütz und Hang, Hangeln und Klettern bestehen. Der Erfolg einer Annahme unserer Vorschläge würde sicher der sein, daß die Jugend von 14—20 Jahren, von der ein großer Thetl sich jetzt dem Turnen noch entzieht, fei es aus Trägheit oder, wie thatsäckltch, um minder tüchtig für den Kriegsdienst zu bleiben, sich bestreben würde, durch Erlangung größerer körperlicher Leiftunas- fähigkeit der Vortheile, die dieselbe bei Ausübung der Dienstpflicht bringt, sich theil- haftig zu machen. Indem wir diese beiden Anträge dem deutschen Reichstage ver- tcauensvoll zur Berücksichtigung empfehlen, hegen wir die feste Ueberzeugung, daß deren Verwirklichung von weittragendstem Nutzen für die Gesammtheit des Volke? und für den Einzelnen, — von reichstem Segen für unser deutsches Vaterland sein würde und verharren hochachtungsvoll und ergebenst: Der Ausschuß der Deutschen Turnerschaft. Berlin, 19. Mai. Gestern Abend in der achten Stunde wurde auf der Oberspree in der Nähe des Eierbäuschens ein Kahn, in welchem sich 6 Herren und 2 Damen befanden, von einem Lastkahn, der vom Gewittersturm erfaßt und mit größter Schnelligkeit vorwärts getrieben wurde, überfahren und gerteth unter den Laftkahn. Nur die beiden Frauen, die von ihren Kleidern nothdürftig über Wasser gehalten wu'dm, und einer der Männer konnten gerettet werden. Die anderen 5 Personen verschwanden spurlos und haben in den Wellen den Tod gefunden. — Charakteristisch für die deutsch-feindliche Stimmung in Frankreich ist folgender Vorfall. Ein junger Hamburger, der von ersten hiesigen Firmen die besten Empieh, lungen besitzt, reist nach Havre, um dort Anstellung zu finden. Es gelingt ihm auch, von der dortigen bekannten Firma Roubeau filS als Volontair angenommen zu werden, kaum aber erfährt das Personal, daß es einen Deutschen als Collegm begrüßen soll, so läßt es dem Chef durch den Procuristen die bündige Erklärung abgeben, mit keinem Deutschen zusammen arbeiten zu wollen. Diesem Begehren hat der Chef nachgegebrn und den kaum angestellten Volontair wieder entlassen müssen. — Ein allgemeiner deutscher Gesangswettstreit wird tn Bonn zur Feier des 25jährigen Stiftungsfestes vorbereitet, welches im August der dortige Männer-Gesang- verein begeht. Bis jetzt haben sich, ohne daß das Programm bezw. die Preise und Bedingungen bekannt gegeben waren, über 50 Vereine, darunter viele von hervorragender Bedeutung, zum Wettstreit angemeldet. Die Preise sind bis jetzt festgesetzt wie folgt: I. Classe. Vereine auS Städten von über 20,000 Einwohnern, Sängerzahl mindestens 50. Pceis-Cbor und ein selbstgewädlter Chor. 1. Preis: Goldene Medaille und 1000 JL, 2. Preis: silbervergoldete Medaille und 500 3. Preis dto. und 300 4. Preis: silbervergoldete Medaille. II. Classe. Vereine aus Städten von 5—20,000 Einwohnern, Sängerzahl mindestens 30. Zwei selbstgewählte Chöre. 1. Preis: silber- vergoldete Medaille und 500 ^L, 2. Preis: dto- und 300 3. Preis: dto. und ein Kunstgegenstand, 4. Preis: silberne Medaille. III. Classe. Vereine aus Ortschaften und Städten von weniger als 5000 Einwohnern, Sängerzahl mindestens 20. Dieselbe zerfällt in die Abtheilung A und B. Zwei ftlbstgewählte Chöre. 1. Preis: silber- verzoldete Medaille und 150 X, 2. Preis: dto. und 100 J4, 3. Preis: dto. Medaille, 4. Preis: silberne Medaille. Montags findet ein engerer Wettstreit statt für die Vereine 1. und 2. Classe, welche Sonntags einen 1., 2. oder 3. Preis errungen, sowie für die Vereine der 3. Classe (Abtheilung A und B zusammen), welche einen 1. oder 2. Preis erhalten haben. Ein Chor nach Wahl. Für diese Claffen ist ein 1., 2. und 3. Preis ausgesetzt. (Ehrenpreise aus der k. k. Familie.) Je nach Betheiligung am Gesang- Wettstreit werden den für den ersten Tag bereits festgesetzten Preisen event. noch Ehrenpreise mit je einer silbervergoldeten Medaille als 2a und 3a, sowie dem 1. Ehrenpreis im engeren Wettstreit noch ein Geldpreis beigefügt. Außerdem soll bei genügender Betheiligung eine Ehrenclasse gebildet werden von Vereinen, welche in früheren Wettstreiten einen ersten oder einen Ehrenpreis erhalten haben. Das Programm ist wie folgt festgesetzt: Samstag den 9. August: Begrüßung der Gäste in der Beethovenhalle. Sonntag den 10. August: Festzug, nachher Pretssingen in verschiedenen Localen. Montag den 11. August: Pretssingen im engem Wettstreit, Gartenfest. Dienstag den 12. August: Festfahrt auf dem Rheine nach dem Siebengebirge. Als Preislied ist ein Chor von Brambach „Gesang der Geister über den Wassern", nach Goethe, bestimmt worden. U ■ if. «Jli IM 1 r Anzeiger. Maschinen- und Waagemsahrik von Louis Sobultae Gießen, Wallthor 53. Specialität: Deeimalbrückenwaagen von 1— 50 Ctr., Centefi- rualwaagen, Butter- und Schnellwaagen in allen Größen. Farbe- nrühlen. Auch halte mich bei Reparaturen an Dampf- und landwirthschaft- lichen Maschinen, für Mühlenbau und sonstigen in das Maschinensatz ein* schlagenden Artikeln bestens empfohlen. 1140 rein wollene für Herren Mark 18.—, empfiehlt 2466 M. Warner, Marlttflraße. Ausverkauf! Um schnell mit dem Rest meines Tapste^lagsrs zu räumen, verkaufe ich zu jedem annehmbaren Preise. E. 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