Ur. 121. Erstes Blatt. Sonntag den 25. Mai 18ZL Hießemr Anzeiger Amts- tmb ArrZeißeblckt für den Kreis Gießen. Erscheint mit Ausnahme des MorrkrgS. Schulstraße 7. SS stellen und an mich einsenden. Dr. SLra ck. ermiethen. Moritz schuster, MW Wettergasse 3. reichen, mehrere Schlüssel. Gießen, den 24. Mai 1884. Dvsi- vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerloha. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius._______ Berlin, 22. Mai. Der Handelsvertrag zwischen dem deutschen Reich md Korea ist von einer Denkschrift begleitet, deren Einleitung wörtlich, wie solgt, lautet: , r, ,. „Das im Nordosten von China gelegene Königreich Korea hatte sich vis vor etwa 9 Jahren gegen den Verkehr mit dem Auslande vollkommen abge- text. Erst seit dem Zustandekommen eines Handelsvertrages zwischen Korea md Japan im Jahre 1876 ist hierin eine Wendung eingetreten. Der zwischen beiden Ländern betriebene Handel erreichte in wenig Jahren eine nicht unerhev- liclle Höhe. An der Einsuhr nach Korea waren zumeist europäische, bezw amerikanische Maaren betheiligt. In Folge dessen gelangte bei Regierung und Volk von Korea die Ueberzeugung von dem eigenen Vortheil der generellen Erschließung des Landes für den fremden Handel bald zum Durchbruch. Diese günstige Stimmung wurde sowohl von europäischen Mächten, als von den Vereinigten Staaten von Amerika zu Annäherungs-Versuchen benutzt. Amerika schloß auch bereits im Mai 1882 einen Handelsvertrag mit Korea ab. Unmittelbar darauf bwab sich der kaiserliche Gesandte in Peking nach Korea, wo inzwischen am b. desselben Monats ein britischer Unterhändler einen mit dem amerikanischen Ver- trag gleichlautenden Vertrag zwischen Großbritannien und Korea abgeschlossen halte. Herr v. Brandt überzeugte sich, daß bessere Bedingungen, als die den ^reinigten Staaten und England zugestandenen nicht zu erreichen feien und unterzeichnete daher am 30. Juni 1882 auf derselben Grundlage einen Vertrag mid außerdem ein Abkommen, wonach für den Fall, da 6 die Vertrage Koreas mit Amerika und England früher ratifieirt werden sollten, als der nut Deutschland, der deutsche Handel gleichwohl sofort in den Genuß derselben Rechte, wie der amerikanische oder englische Handel treten solle. Gegen die Ratification der m Korea abgeschlossenen Verträge wurde indeß von den fremoen Handelskammern in Ostasien lebhafter Widerspruch erhoben, weil sie weniger günstige Biestimmungen enthielten, als die bestehenden Verträge der Vereinigten Staaten on Amerika und der europäischen Mächte von China und Japan, sowie der Verträge der letztgenannten beiden Länder mit Korea- Nichtsdestoweniger wurde der amerikanisch-koreanische Vertrag ratifieirt und im Mai vorigen Jayres in Kraft gesetzt. Dagegen wurden deutscherseits, ebenso wie von Seiten Großbritanniens neue Verhandlungen mit Korea angeknüpft, um eine günstigere ^zer- lragsbafis zu gewinnen. Die dieserhalb geführten Verhandlungen begannen am 3. November v. Js. und sanden am 26. desselben Monats ihren Abschluß durch Unterzeichnung wesentlich gleichlautender Verträge. Die großbritannische Regte- mng, die hinsichtlich der Ratification an die Zustimmung des Parlaments nicht gebunden ist, hat den englisch-koreanischen Vertrag bereits ratifieirt. Telegraphische Depeschen. WE'S telegv. EorrrWor»de«L-WVLea«. Berlin, 23. Mai. Seine Majestät der Kaiser arbeitete heute Mittag mit dem Mlilärkabtnet und empfing sodann im Beisein des Staatsministers Grafen Hatzfelvt in d-isonderer Audienz den bisherigen Gesandten der argentinischen Republik, Cans, w-rlcher sein Abberusungsschreiben überreichte, sowie gleich darauf den Nachfolger des- sekben, Dr. Carlos Calvo, zur Ueberreichung der Creditive. Später unternahm Seine Majestät. E^^en^il^llhr Vormittags wird die Grundsteinlegung zur englischen Kirche im Garten von Monbijou im Beisein der Königlichen Familie stattfinden. 1 Die Germania" hat den Umstand, daß das American-College in Rom in ftwlae einer Reklamation der amerikanischen Regierung der Convertirung der Prcwa- gmudügüter n'cht unterworfen wurde, dazu benutzt, ihre Leser darüber auszuhetzm. daß Gefunden: 1 Stahlbroche, 1 Uhrgehänge mit Denkmünze, 1 Regenschirm (auf dem Bureau des Stadtrentmeisters stehen geblieben), 1 Färb- de^ckersettS keine diplomatischen Schritte in dieser Angelegenheit erfolgt seien. Dem gegenüber weist die „Norbd. Allg. Ztg." aus der pubttcirten amtlichen Corresponden) über das American-College nach, daß die italienische Regierung anerkannt habe, daß das genannte College schon in seiner Eigenschaft als UnterrichtSanftalt nach dem Gesetze vom 6. Juli 1866 von der Convertirung nicht betroffen sei. Die „R. A- Z sagt weiter, die „Germania" möge doch Nachweisen, daß die Landgüter, Weinberge und anderen pachttragenden Besitzungen der Propaganda, welche der Convertirung unterworfen feiens der deutschen Regierung gegenüber dieselbe Natur haben, wie das American- College gegenüber der amerikanischen. - Die „Nordd. Allg. Ztg." führt bezüglich der von der „Voss. Ztg. angeführten Fälle, in welchen die Regierung den von dem Abgeordnetenhause an sie ge- richteten Aufforderungen, gegen Beamte -inzulchr-tt-n, n°chg-k°mm-n au8 = b«6 attc dies- Fäll- den Tenor der V-isossung nicht andern und die Rechte des König« nicht vermindern könnten. Wenn di- Minister Nachgiebigkeit ,-igten, um nützlich- Gesetz- Nicht an der Verstimmung der Gesetzgeber scheitern ,u lassen, so könne dies doch niemals dem König- das Recht verkümmern, die gesetzmüßigen und versasstlngsmatzigetr Rechte der Kron- zu wahren. Derartige Nachgiebigkeiten führten bei dem ununterbrochenen Vorwärtsstreben nach Herrschaft, welches den Parteien d8en fei, iUmiUg dahin, daß scheinbar gleichgültige Eoncesffonen in der Form als Bast« sür Rechtsdeduktionen benutzt werden, um aus dem Gebiete de« S 45 der Verfassung, welcher die vollziehendk Gewalt dem Könige reseroirt, Eroberungen zu machen. - Di- Commission für da« Acii-ng-s-tz erledigte heute dl- erste Lesung allen noch ans dem 3. Titel übrig gebliebenen Artikel. Hierbei, wurde dte Best mrnuu« d-S Artikels 185b, wonach der Reservefonds nicht nur zur Ergänzung deS Kapitals, sondern auch zur Ausgleichung der Dividende dienen können sollte, wahrend zu dem Art. 241 der Antrag angenommen wurde, daß Actioväre, welche die Ernennung von Liquidatoren durch den Richter beantragen, bereits 6 Monate im Besitze ihrer Actten sein müßten. Alles Uebrige erhielt wesentlich unverändert die Genehmigung. - Unter dem Vorsitz des StaatSministerS v. Bötticher wurde am 21. Mai eine Plenarsitzung des Bundesraths abgehalten. Der Vorsitzende macht der Versammlung Mittheilung von den Beschlüssen des Reichstags zu dm Gesetzentwürfen gegen den verbrecherischen und grmeinaesährlichen Gebrauch von Sprengstoffen und betteffend die Abänderung der Maß- und Gerichtsordnung. Mit der von dem Reichstage beschlofsenm geringfügigen Abänderung des ersteren Gesetzentwurfs erklärte sich die Versammlung einverstanden. Den zuständigen Ausschüssen wurden zur Vorberalhung Üb-rwI-s-n: Der Gesekeniwurs betr. die Einziehung der mit dem Datum vom 11. Juli 1874 aus. XttßtÄ für Elsaß-Lothrinaen, betr. bie ftif; der Antrag Preußens, betr. den Erlaß eines G-setzeS wegen Abänderung des Reichsstempelgesetzes vom 1. Juli 1881. Der Vorsitzende thetlt mit, daß die wegen des bevorstehenden Ablaufs der Wahlperiode erforderliche Neuwahl der vom Bundesrath zu ernennenden Mitglieder des CuratoriumS der Reicks, bank auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen werbe gesetzt werden. Die Versammlung ertheilt^ den nachstehenden Vorlagen die Zustimmung: Dem Gesetzentwurf, betr den Reingewinn aus dem von dem ^oßmGeneralstabe verfaßten Werker Der deutsch-französische Krieg 1870-71"; dem Vero-dnungsentwur e über die Vergütung für Dienstreisen der Marinebeamten zwischen Kiel und F^tedrichsort; den Anträgen, betr- die Werthzeichen zur Entrichtung der statistischen Gebühr und betreffend die Abäuderuuu und Ergänzung der Eisenbahn-Betriebs-Rkglements in Bezug auf dm Transport von gasförmiger Kohlensäure; den Beschlüssen deS Reichstags zu dem Gesetzentwürfe, betr, die Abänderung des Gesetzes über die eingeschriebenen HülfSkcffse», vom 7. April 1876. Die von dem Reichstage zu dem letzteren Gesetze beschlossene Resolution wurde d-m Herrn Reickskanzler überwiesen. Von der Vorlage, betr. die Ausführung der seit 1875 erlassenen Anlethegcsetze, nahm die Versammlung Kenntniß. Abschlägig bffckieden wurden die Eingaben, betreffend: Die eines Heilmittels und der Verkauf desselben im Umherziehen; den Handel mit Gold- waaren im Umherziehen. Schließlich faßte die Versammlung Beschluß über die geschäftliche Behandlung zahlreicher Eingaben von Privaten. Paris, 23. Mai. Der hiesige Gesandte der Vereinigten Staaten, Motton, hak an den Conseilpräsidenten Jules Ferry ein Schreiben ^richtet, in «elchem er m Abrede stellt, daß die Repräsentantenkammer in gBdfbiPQton ben die Herabsetzung des Einfuhrzolles von Kunstgegenständen auf 10 Pro^n abgelehnt habe. Abgelehut sei lediglich der Antrag, welcher darauf abzielte, die. ,gr6SStttJ ® Pfe. Betreffend: Die Abhaltung der diesjährigen Dekanatssynode. Lang-Göns, den 23. Mat 1884. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an fänrmtliche Kirchenvorstände des Dekanats. Der Dekanatsaussckmß hat beschlossen, daß die diesjährige Dekanatssynode^^im Laufe des Monats Juli^ir- der: Kirche,zu HAm S-halten werden so . Sie wollen also die nach der Verfassung nothwendige Berichterstattung über dte kirchlichen Verhaltmffe und Ereignisse m ^)hren Gemetnven vatoign auz Die DM n junges S»«* M Gesucht !i lisse ersorderlich- M WM MM! auf em ffkü.« MD L'K-x- ",in‘ •W Betreffend: Statistische Nachweisungen über das Volksschulwesen in Kreise Gießen. Gießen, am 23. Mai 1884. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern die Schulvorstände, welche unserer Verfügung in Nr. 95 des Gießener Anzeigers noch nicht nachgekommen find, an s f g Erledigung derselben. vr. Boek mann. Wenzel, jmer Kabinet u. MT: s^ie ein kl.M ^tverWt,^KaplansME ^seither von $errnX öolpan bewohnteLoaizs Versetzung alsbald wiebtr ■ Gaquoi«, Gartenstr li ! >chön niöblirtes 3irniner7# n. I. Trapp, PosM Steinstra^37. ; egant miWirte Zimmer r u vemiethen. & i Famlüenlogis im w miührn. Karl Sony Mi., 15 Neuenweg ü n Stall mit Lagemm g bei Phil. Waiths Laden j ine Logis auf sofort zu «i- «uvw. Orth, NeueM BtaUungcn mit Burschens : ,auck zu Lagerräumen Nicenstraße werben ver* bei der (frptb. b. Bl _ ie von mir seither inne* Betreffend: Gang des Dekanatsboten. ~ 7 Lang-Göns, den 23. Mat 1884. A« die Pfarrämter des Dekanats. , Wegen des Pfingstfestes und der darauffolgenden Feier des Gustav-Adolf-Festes kann der Gang des Dekanatsboten erst den 9. und 10. ^um erfolge . vr. Strack. Geschäftsordnung des Hauses zu suSpendiren, um sofort in die Berathung der Bill emzutreten. , t London, 23. Mai. Unterhaus. Der Unterstaatssecretar, Lord Fch- maurice, theilte mit, dem General Gordon sei eine weitere vertrauliche Botschaft gesandt worden, der Mudir von Dongola sei des Glaubens, daß der Bote auch in Khartum angekommen sei, diese Stadt aber nicht wieder verlassen könne. Der Mahdi befinde sich in El Rahat, in der Nähe von Kordofan, und werde von seinen Anhängern gehindert, sich nach dem weißen Nil zu begeben. Der Premier Gladstone bemerkte, die aus Berber und Dongola vorliegenden Nachrichten seien beruhigender Art, enthielten aber nichts Bestimmtes. London, 23. Mai. Unterhaus. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde von der Negierung ein Antrag auf Gewährung eines zweimonatlichen Kredits im Betrage von 3Vr Mill. Pfd. Sterl. aus Rechnung des Ausgabe- Budgets eingebracht. Der Deputirte Worms beantragte, diese Forderung um IV2 Millionen zu reduciren und verlangte Aufschluß über die Conferenz. Der Premier Gladstone wies die von Worms geäußerten Besorgnisse, daß die Interessen Englands auf der Conferenz auf's Spiel gesetzt werden könnten, zurück und wiederholte, daß die Regierung an der ursprünglich angekündigten Basis für die Conferenz festhalte. So viel ihm bekannt sei, habe keine Macht einen Versuch gemacht, England von dieser Basis abzuwenden. Die Einladung zur Conserenz sei eine Handlung der englischen Regierung, und sei die Negierung dafür, sowie für jede Handlung aus der Conferenz dem Parlamente verantwortlich. Den Gedanken an eine Wiederherstellung der zweifachen Controle in Egypten wies der Premier zurück und erklärte, es liege kein Grund vor, zu befürchten, daß die Regierung ein Arrangement erneuern werde, das so verhängnisvolle Resultate gehabt habe, wie das erwähnte. Der Deputirte Lowther forderte die Regierung auf, zu erklären, daß die Vertreter Englands aus der Conferenz angewiesen werden würden, sich von der Conferenz zurückzuziehen, sobald andere Mächte die Sphäre derselben zu erweitern versuchen sollten. Der Premier erwie- derte, die Regierung gehe zu der Conferenz ohne irgendwie den Wunsch zu hegen, die Basis derselben zu erweitern. Die von dem Deputirten Lowther verlangte Zusage abzugeben, würde aber anderen Mächten gegenüber Mißtrauen beweisen. Auch würde die Regierung Mangel an Höflichkeit gegen die Mächte zeigen, wenn sie andeuten wollte, die Mächte könnten über die ursprüngliche Basis für die Conferenz hinausgehen. Die von Lowther verlangte Zusicherung könne er daher nicht geben. Der Deputirte Bourke erklärte den Inhalt der Rede des Premiers in dem Sinne zu deuten, daß die Berathungen der Conserenz auf die finanziellen Fragen beschränkt würden. Der Deputirte Worms zog hiernach seinen Antrag aus Reduction des geforderten Kredits zurück. Petersburg, 23. Mai. An dem gestrigen Diner in dem Anitschkoff- Palais nahmen außer Sr. K. Hoh. dein Prinzen Wilhelm und dessen Gefolge auch die Großfürsten und Großfürstinnen Theil. Der Kaiser und die Groß- sürsten trugen preußische Uniformen, Se. K. Hoh. der Prinz Wilhelm die seines Wyborg'schen Regimentes. Bei der Fahrt des Kaisers mit Sr. K. Hoh. dem Prinzen Wilhelm nach dem Bahnhose wurden dieselben von dem zahlreichen Publikum enthusiastisch begrüßt. Nach der Abfahrt Sr. K. Hoh. des Prinzen Wllhelm kehrte der Kaiser alsbald nach Gatschina zurück. Lokales. Gießen, 24. Mai. Gestern Abend brachten die Schüler der oberen Klassen, sowie ehemalige Schüler der Realschule ihrem scheidenden Dtrector Herrn Sold an einen solennen Fackelzug, welchem sich ein gemächliches Zusammensein in Wenzel's Garten anschlotz. Vermischtes. Marburg, 20. Mat. Die Uebernahme des städtischen Schlachthauses durch die hiesige Metzgerinnung Hot die überraschende Thatsache an die Oeffentlichkett gebracht, daß die Corporation der Marburger Fleischer bisher 7000 Abgabe an Fleischheller zahlten, nunmehr aber für die selbstständige Verwaltung des neuen Schlachthauses aus freien Stücken nicht weniger als 27.000 erlegt haben. Das Facit aus diesen beiden Zahlen ist nicht schwer zu ziehen und die Thatsache verdient die Beachtung jeder Stadtverwaltung. Die Regierung hat denn auch nicht gestattet, datz die Verpachtung auf länger als ein Jahr sich ausdehne, von dem sehr richtigen Gesichtspunkt ausgehend, daß die Selbfteinnahme der Schlachthaussteuern durch die Stadt noch ein höheres jährliches Einkommen erzielen würden. Regensburg, 19. Mai. Dem „Corr. v. u. f. D." berichtet man ein entsetzliches Unglück, das sich gestern in nächster Nähe ereignete. Der Haushofmeister der Frau Erbprtnzessin v. Thum und Taxis, Wieland, seine Frau und ein Küchenjunge besuchten bei Maria-Ort, am linken Donauufer gelegen, einen Verwandten des Letzteren. Sie gingen in der Nacht auf dem an der dortigen Eisenbahnbrücke angebrachten Steg, das Ehepaar voraus, der Junge hinterdrein; es war dunkel, ein starkes Gewitter. Plötzlich, beim Anfang der steinernen Fluthbrücke, sieht der Junge das Ehepaar nicht mehr, sie waren in Folge irgend eines Fehltritts oder unglücklichen Zufalls über die an dieser Stelle vielleicht 70—80 Fuß hohe Brücke auf steinernen Boden hinabgestürzt. Heute Morgen wurden sie Arm in Arm todt gefunden; der Tod muß sofort eingetreten sein. Die Verunglückten hinterlassen 4 Kinder, von denen das älteste zehn Jahre alt ist. — In der Vorderpfalz haben in der Nacht zum 19. Mai starke Unwetter ungemein große Verheerungen angerichtet. In einzelnen Gegenden sind die Hoffnungen auf gute Obst- und Weinernte durch die Vernichtung des Hagels zum großen Theil zu Nichte geworden. In Leistadt, Kallstadt, Wetsenheim und anderen Orten strömte das Waffer meterhoch durch die Straßen, die Felder und Wege zeigen Bilder gräulicher Verwüstung. Die Straßen sind theilweise nicht zu passiren, die gepflanzten Früchte sind weggeschwemmt. Hiernach ist zu bemessen, daß der angerichtete Schaden ein bedeutender ist. — sFeldmarschall Moltke retirirt.] Als Graf Moltke dieser Tage Unter den Linden in Berlin promenirte, begleitete ihn eine so große Menschenmenge, daß ihn ein berittener Schutzmann auf dem Fahrdamm cotoytrte, um ihm den allzugroßen Andrang abzuwehren. Ern besonders zudringlicher Junge ging dem Feldmarschall stets dicht zur Seite, so daß dieser endlich mit dem Finger drohte und sich mit dem Jungen in ein kurzes Gespräch einließ. Dadurch wurde die Menschenansammlung nur noch größer und Graf Moltke rettrirte vor ihr in einen Laden. Sofort war auch ein Schutzmann zur Stelle und wollte den Jungen arretiren. Dieser erhob jedoch ein solches Lamento, daß Graf Moltke wieder erschien und den Gefangenen befreite. Als Schmerzensgeld drückte er dem Jungen auch noch ein Geldstück in die Hand, mit welchem dieser froh von dannen zog. — sEin Veteran.s Am 10. ds. Mts. ist in Witkowa der Oberst v. Malczewski im Alter von über 100 Jahren gestorben. Derselbe wurde in der Kriegsschule zu Berlin erzogen, gerieth als preußischer Osficier nach der Schlacht bei Jena im Jahr 1806 in französische Gefangenschaft, trat alsdann in'S französische Heer ein und war mit Napoleon tm Jabr 1814 auf der Insel Elba. Nach dem polnischen November-Aufstande und dem Jnsurrectionskriege tm Jahre 1831 gerieth er in russische Gefangenschaft und wurde nach Sibirien geschickt, wo er 47 Jahre zugebracht hat. Vor zwei Jahren kehrte er aus der Verbannung zurück, wohnte einige Zeit in der Stadt Posen und verlegte im Juli v. I. seinen Wohnsitz nach Witkowa, wo er sein Leben beendet bat. Er ist der letzte polnische Veteran gewesen, der noch unter Napoleon gekämpft hat. — sFreimaurerisches.s Aus der Zusammenstellung der statistischen Hauptübersichten über den Personalbestand und die Thätigkeit der deutschen Großlogen und freien Vereinigung der fünf unabhängigen Logen im vergangenen Jahre dürften folgende Angaben tntereffiren: 1) Die Große Natiorial-Mutterloge zu den drei Weltkugclr zählt 119 Bundeslogen mit 13 526 Mitgliedern, von denen durchschnittlich 114 auf etnt Loge kommen. Milde Stiftungen hat sie 39. 2) Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland hat 90 Bundeslogen mit 9995 Mitgliedern; Durchschnittszahl für jede 112. Milde Stiftungen besitzt sie 95. 3) Die Großloge Royal York zur Freundschaft zählt in 61 Bundeslogen 6178 Mitglieder, von denen durchschnittlich 101 auf eine Loge kommen. Müde Stiftungen hat sie 67. 4) Die Großloge von Hamburo zählt 35 Bundeslogen und 3367 Mitglieder; die Durchschnittszahl für lebe derselben beträgt 96. An milden Stiftungen besitzt sie 45. 5) Die Große Landetzloge vor Sachsen hat 20 Bundeslogen mit 3657 Mitgliedern. Auf jede Loge kommen iw Durchschnitt 183 Mitglieder. Milde Stiftungen: 71. 6) Die Große Mutterloge bts' Eklektischen Bundes hat 14 Bundeslogen und 2219 Mitglieder. Durchschnittszahl: 159 Milde Stiftungen: 27. 7) Die Großloge zur Sonne vereinigt in 24 BundLsloaen 1970 Mitglieder. Durchschnittlich kommen auf eine Loge 82 Brüder. Milde Stiftungen: 37. 8) Die Großloge zur Emtracht zählt 8 Bundeslogen mit 863 Mitgliedern. Durchschwttszahl für jede Loge: 108. M lde Stfftungen: 26. Die Freie Vereinigung der fünf unabhängigen Logen hat 5 Bundeslogen mit 1364 Mitgliedern. Durchschnittszahl in jeder derselben: 273. Milde Stiftungen: 44. — Nach dieser Statistik arbeiteten also bis Neujahr in 376 Bundeslogen 43139 Brüder. — [@lne Nemintscenz an den Ringtheaterbrand.^ „Alles gerettet", das Wort, welches bet der Ringtheater-Katastrophe zu so trauriger Berühmtheit gelangt ist, wurde auch beim Brande des Wiener Stadltheaters wieder gesprochen. Die Scene spielte sich, wie dem „B.-C " geschrieben wird, um 6 Uhr in dem kleinen Raume, in welchem die Tageskasse untergebracht war, ab. In diesen Raum mündet eine zur Bühne führende Treppe, die gewöhnlich durch eme Thür abgesperrt ist. An dieser Thür wollten einige Wachleute pochen gehört haben und als sie zu derselben dringen wollten, fanden fU den Eingang zur Tageskasse versperrt. Man bahnte sich daher mit Zuhilfenahme einer Axt den Weg zu der Treppe und in diesem Momente erschien der Polizeipräsident. Er faßte einen Mann, der den Wachleut n geholfen hatte und der sich eben entfernen wollte, am Arme und fragte ihn: „Sind Sie der Cassier?" „Nein, ich bin der Haus- infpector," erwiderte der Gefragte. „Ab, das trifft sich gut; sagen Sie um des Himmels Willen, sind alle Personen in Sicherheit gebracht, befindet sich Niemand mehr im Hause?" „Nein, Herr Präsident, Niemand mehr." Der Polizeipräsident blickt dem Jnspector fest in die Augen und sagte dann mit erhobener Stimme: „Geben Sie mir Ihre Hand, Ihr Ehrenwort, daß Sie die Wahrheit gesprochen." Der Jnspector reicht dem Präsidenten seine Hand mit dm Worten: „Herr Polizeipräsident, Sie können ruhig sein — es ist Alles gerettet!" - fDas böse Gewissens Wir lesen in einem Newyorker Blatte: Dieser Tage wartete eine junge Dame vor dem Kapitols in Washington auf einen Repräsentanten, den sie, wie sie sehr offen erzählte, mit einer Reitpeitsche durchprügrln wollte. Den Namen des Volksvertreters, dem diese Ueberraschung zugedacht war, nannte die Dame nicht. Dieselbe war so dicht verschleiert, daß man ihr Gesicht nicht erkennen konnte. Nach Schluß der Sitzung hörten die Herren Repräsentanten von der Anwesenheit der ergrimmten Unbekannten und merkwürdiger Weise trug ein Jeder Bedenken — das Kapitol zu verlosten! — sEtwas vom Nadellssen.] Im Jahre 1882 wurde ein Dienstmädchen von 23 Jahren an acutem Rheumatismus behanoelt. Unterhalb des Knies zeigte sich eine bräunliche Geschwulst; bald tritt eine Nähnadel daraus hervor, eine zweite, dritte folgt. Andere Geschwülste erscheinen an fast allen Körperteilen, es finb Nadelnester. Die reisenden Nadeln treten aus den Armen, aus der Brust, am Rücken hervor. Ende Januar hatte man 110 Nadeln ausgezogen. Mit Fragen bestürmr, gestand die Kranke, daß sie den Inhalt von 5 Nadelpäckchen verschlungen hab?. Im Jahre 1819 zeigte eine Kranke zahlreiche Geschwülste fast am ganzen Körper; endlich Erscheinen von Nadeln; man zieht deren 273 hervor. Im Jahre 1820 hatte die Kranke gelähmte Arme; 1821 Herausztehen von 100 Nadeln. Die Person muß 1822 ins Hospital; neues Herausziehen von 32 Nadeln; im Ganzen innerhalb einiger Jahre 405 Nadeln. Die Nadeln wandeln durch die Gewebe, ohne im Allgemeinen große Unordnung hervorzurufen. Herr Harold Sormann von Upsala konnte die Reise einer Flicknadel während des Jahres 1883 verfolgen. Diese Nadel war beinahe 8 Zentimeter lang; sie kam durch Zufall im Februar in den rechten Schenkel einer Arbeiterin und verschwand dann tm Fleisch. Sechs Monate darauf fühlte die Kranke die Nadel am Magen stechen, dann verursachte sie Schmerzen in der Brust, Husten, Blutspeien; endlich fühlte sie dieselbe noch tn der linken Achselhöhle, von wo die Nadel schließlich wieder herabstieg zum Schenkel und beinahe an ihrem Eingangspunkt wieder anlangte. Diesmal gelang es, sie herauszuziehen. Eingesandt. Gießen, 24. Mai. An verehrliche Redaction! Mit Freuden habe aus Ihrem localen Theil in Nr. 120 gelesen, daß der hiesige Turnverein einen ganztägigen Turngang unternommen, wovon auf den Dauermarsch ca. 8-9 Stunden entfielen. Leider hört man aber immer noch Stimmen laut werben, welche für derartige Unternehmungen feindliche Stellungen einnehmen oder mindestens das richtige Verständmß hierfür nicht haben. Wieder Andere entziehen sich diesen Strapazen aus Interessen- und Energielosigkeit. Wie das neugeborene Kind weder stehen noch gehen kann, weil es dazu noch zu schwach und zu wenig vorgeübt ist, aber dieses alles lernt, wenn nicht besondere Hinderungsgründe ihm diese elementaren Kunststücke ein für alle Mal verbieten, ebenso kann der Neuling tm Turnen auch Vieles nicht, was er später nach der Uebung und durch sie spielend auszuführen versteht. Auf Grund wohl erwogener Ueberzeugung und in Folge eigener practischer Erfahrung, die Schreiber dieses hinter sich hat, behauptet er, daß unsere turnerischen Dauermärsche zulässige Kraftleistungen für gesunde Leute und Hebungen sind, die nicht Jedem oft genug empfohlen werden können. Denn es ist nicht gleichgültig, ob durch methodisches Heben in leiblichen Künsten der Muth der Jugend angefacht, ibre Kraft und ihr Können gesteigert, ober ob durch unregelmäßiges und willkürliches Verfahren ihr Hebermutz herausgefordert wird, ob sie im Nothsall Gefahren nicht fürchtet, ober ob sie leichtsinnig und gewissenlos Gefahren aufsucht; jenes ist ebenso berechtigt und nothwendi^ wie dieses unberechtigt und — schimpflich. Unb so wollen wir benn mit Fleiß es lernen, daß wir neben der Lust der Turnfahrt und des Dauermarsches auch die Strapazen desselben in Ehren halten und wollen- uns, wenn wir wie rechte Jünger Jahn's im Schweiße des Angesichts durch Gottes schöne Welt wandern, nicht so gar ängstlich darum kümmern, ob der Weg noch weit- ob die Nacht noch lang ist. Mögen die Trägen, die am Wege stehen, kopfschüttelnd uns nachblicken, wenn unsere gesunde Beine uns hurtig an ihnen vorübertragen, mögen die gruseligen Leute, die vielleicht mehr Noth, als wir selber habet ausstehen, wenn wir uns strapeziren, mögen sie in Gottes Namen sich für bessere Menschen halten, wir wollen uns darum keine grauen Haare wachsen lassen; denn wir leben nur cinmflf und unser Leben gehört nicht uns allein, sondern den Unfertgen und dem Vaterland i Das Gehen — sagte Jahn einst — hat der Deutsche im Alterihum hoch in Ehren ge halten, bis die Schmachzeit der Verfeinerung und Verzierlichung die Schläfer und Schlaffen hervorgebracht, die dann die Wandertasche in einen Reisekoffer verwandel! und den Wanderstab in einen Hangelwagen. HasrdeL und Verkehr. Gießen, den 24. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund■ X 1.00—1.15. Hühnereier pr. Stück 4—5 Enteneier pr. Stück 5—0 4, Gänseeier pr. St. 10—00 H, Käse St. 4—9 Käsematte 2—3 H, Erbsen pr. Liter 20 A Linsen 30 Tauben per Paar 0,60—0,90 H, Hühner per Stück X 1-20—1.70, Hahnen pr. Stück 82 °8ltl tn|t 43ÄMH. - 4%S««Ä "n SiaiMie in 1,WlIlli‘ AS?K ftS'Ä «°dd'rkÄ;'^ •Sen.« S«Ä®llt! **•**»4^ porfer Slatte: Dj?s°. > •Sä> §«7'-SL eta Jeder Bchmkm -jj: I nfhhLlinS®lenflmäb«”^. 1 btS Stiles jetgte sich» W, eine jmeite, 1*6 ?' siid Nadclnestrii v •.- li, am Rückm hervor. dchürwl, gestand biete Ia6?« Im Jahre 1819^ ^rp-r; enblld? Erschein^ J hatte die Kranke * ion muß 1822 Ins M b einiger Jahre 405 Nck inen große Unordnung hin. kch einer Wnadel wajii 8 Zentimeter lang,- fie! Arbeiterin und vMM nke die Nadet am Mi en, Mui^üeu; enblijfc tadel MM miede: . wieder aulangie. M k Gieße«, 24. Mai. !r. 120 gelesen, daß dnhtz wovon auf den DMM§ :r noch Stimmen lauivü.e. en einnehmen ober mh^ Andere entziehen siL Wte bas neugeborene Kino 0m nd zu wenig vorgeüst ist. uling Im T« M *. [ttib toSjufliientiW * ener practiftjet M™k sä'äSS SJirtS ZW LW s-Bs-' >*• ,, «bitter f*»-3 Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 18. Mai. Heinrich Rabenau, Schuhmacher in Gießen und Marie Luise Wecker, des verstorbenen Schreiners Johannes Becker in Treis a. d. Lumda eheliche ledig? Tockter. Wafferwärme der Lahn. Am 24. Mai, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: 15° R. — Luftwärme 20- R. . Rübs amen. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen Aufgebote. Mat: 23. Kaufmann Adolf Hofmann mit Barbara Deimel, Tochter des ver- Weingartners Samuel Deimel zu Hanau. 23 Bergmann Martin Heinrich Mülle-, W itwer zu Grünmgen mit Kmoline Elrsabethe Simon, geb. Walter, Wtttwe des Fuhrmanns Johannes Simon zu Gießen. em i. 40 r , Eheschließungen. Jjeat. 18. Schuhmacher Heinrich Siaöenau mit Marie Luise Becker, Tochter des v??oi-denm Schrrtners Johannes Bccker zu Gießen- 21. Steinbrecher Konrad Lerch wtt E^sabethe Paul,ne Wack, geb. Löb, W ttwe des Schneiders Georg Wack zu Gießen. 23. Bürstenmacher Ludwig Adam mit Auguste Kuhl zu Gießen- 23. Maurer Valentin Ruvvel mit Margarethe Fuchs, Tochter d^s verstorbenen Stcinhauers Friedrich Karl Fuchs II. zu Gießen. Geborene. Mat: 9 Dem Weißbinder Balthasar Rau ein Sobn. 15. Ein Sohn von hier. 16. El« Sohn von auswärts, Wilhelm. 17. Dem Taglöhner Chrrstian Eckhardt eine Dockter, Anna Margarethe. 17. Dem Schneider Georg Koch eine Tochter, Anna Ma ie Kn olive Margarethe. 18. Dem Schaffner bet der Oberhessischen Bahn Konrad JMK eme Tochter, Johanna Susanne. 19- Dem Schmied Jacob Waldschmidt eine Tochter, Johanna. 20. Dem Dtenstmann Paul Zink ein Sohn. Gestorbene. Mai: 17. Luite, 16 Jahre alt, Tochter des Schlossers Georg Böck. 19. Der OescköftSreismde Karl Straub, 41 Jahre alt. 20. Marte Stoll, geb. Euler, 71 Jahre «!t, Wittwe des Schreiners Johann Jacob Martin Stoll. Verkäufe und Verpachtungen, Betheiligungen, Stehen-Vakanzen etc. werden am sichersten durch Annoncen in zweckentsprechenden Zeitungen zur Kenntniß der. bez. Reflektanten gebracht; die einlausenden Offerten werden den Inserenten im Original zugesandt. Nähere Auskunft ertheilt die Annoncen-Expedition von Rudolf Moffe, Frankfurt a. M., Roßmarkt Nr. 3. 73 T Den 23. Mai. Valentin Rupptt, Maurer dahier und Margarethe Fuchs des Tochttr.^^ Steinhauers Friedrich Karl Fuchs II in Angersbach eheliche ledige _ „n Getaufte. geboren^den^7. Mai.' *** 5anM§mann Philipp Fischer ein Sohn, Philipp Ludwig, 17. n^C^en ®em ^löhner Ludwig Euler eine Tochter, Minna, geboren den den 27^pdlben’ ®em @(5l0ffjr ßubroi9 33013 e{nc Tochter, Susanne Elise, geboren Beerdigte. ~ ^.^^Mai. Franziska Kretz, g.v. Grämlich, Wittwe des Kaufmanns Peter Kretz, alt 79 Jahre, gestorben den 15. Mai. ' v 1 .» «3« “SÄ ®'"‘ eM k“i' ben 19^Ma^ ÄOrI @traub' Buchhalter und Wirth, alt 42 Jahre, gestorben et , Den 22. Mai. Marie Stoll, geb. Euler, Wittwe des verstorbenen Schreiners Johann Jakob Martin Stoll, alt 71 Jahre, gestorben den 20. Mai. In der Vrivatklagesache d»es Ackermanns Heinrich Grölz in Wieseck, vertreten durch Rechts- Mwalt vr. Dittmar, Privatklägers, gegen hu Schmied Jost Rain daselbst, Angeklagten, wegen Beleidigung hiat das Großherzogliche Schöffengericht zu Gießen am 8. Mai 1884 für Recht erkannt: I. Der Angeklagte wird wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von fünfzehn "Mark, eventuell vier Tagen Hast, sowie zur Tragung sämmtlicher Kosten des Verfahrens verurtheilt. II. Zugleich wird dem Privatkläger das Recht zugesprochen, dieses Urtheil in seinem Tenor einmal binnen acht Tagen, nach Zustellung einer Abschrift desselben, auf Kosten des Angeklagten im „Gießener Anzeiger" veröffentlichen zu lassen Die Richtigkeit der Abschrift der Ifrtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. Gießen, den 17. Mai 1884. Neidhart, Glerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. 3619 Bekanntmachung. Die am 12. Mai l. I. abge- haltene Holzversteigerung ist, mit Ausnahme des im Distrikt liegenden Radel- Stammholzes, genehmigt, und kö'nnen die Abfuhrscheine von Mitt- moch den 41. Juni l. I. an bei bei* Freiherr!. Rentei zu Londorf im Empfang genommen werden. Papiermühle, Post Londorf, am 22. Mai 1884. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. Ebel. 3615 Montag den 26. Mai l. I., Nachmittags 2 Uhr, werben in derFlett'sehenHofraithe dahier 1 vollst. Bett, Sopha's, Kommode, Glas-, Küchen- und Kleiderschränke, Spiegel, Schreib-, Waich- und Nachttische^ Wanduhren, Nähmaschinen, 1 Klavier und 6 Stühle, ferner 1 Schleudermaschine vfsientlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. Bühner, 36*10 Gerichtsvollzieher. Feier des GustavA dolf-Festes. ~ < ®er Z^ener Zweigverein der Gustav-Adolf-Stiftung beabsichtigt, sein Jahressest Mittwoch den 4. Juni, Morgens 10 Uhr, in der Kirche zu Stembach zu feiern. Indem ich alle Mitglieder und Freunde des Vereins hierzu etnlabe, bemerke ich noch, daß nach den Statuten jeder Ortsverein durch zwer Mitglieder vertreten sein soll. Es wäre erwünscht, wenn dies genau beobachtet würde. Herr Prof. vr. Gottschick zu Gießen hatte die Güte, die Predigt zu übernehmen. Die Geistlichen werden ersucht, diese Feier am Pfingstfest in der Kirche anzuzeigen. Lang-Göns, den 23. Mai 1884. JOr» Strack» Mey’s Stoffkragen mit ' H umgelegtem Rand sind 3 m Ernst Balser Dem Herrn Emil Fischbach, in Gießen habe ich den Wein- sollte man den ■SerfutR mit Hey’s Sloff^rngen schon der geringen Ausgabe wegen machen. Grieasea bei vom Versand-Geschäft Mey & Edlich, Plagwitz-Leipzig, welches auf Verlangen illustrirte Preiscourante gratis und franco versendet. 2974 jWey’s Stoffkragen v Yorhemdchen / \ ManscHetten / verunstaltet, zu hart gestärkt oder schlecht gebügelt werden, oder dass sie in der Wäsche eingehen. das Beste, was geliefert werden kann. Die Erfindung ist gesetzlich geschützt. Mey’s Stoffkragen müssen genau der Halsweite, resp. der Weite des Hemdenbündchens entsprechend bestellt werden. — Weniger als I Dtzd. per Fa$on wird nicht abgegeben. Für Knaben giebt es nichts Besseres. Jeder Kragen, der nur wenige Pfennige kostet, kann eine ganze Woche ge- sind keine Papierkragen, denn sie sind mit wirklichem Webstoff voll- a ständig überzogen, haben M also genau das Aus- Ä sehen von Leinenkragen, sie erfüllen alle An-IW forderungen an Haltbar-/;6' kett, Billigkeit, Eleganz/: der Form, bequemes\\ Sitzen u. Passen. Wenn'/: man bedenkt, dass die»; leinenen Kragen beim l; Waschen u Plätten oft U- tragen werden. - II. Kühn, Buchb. und verkauf meiner chemisch analysirten garantirt ächten Tvkayer 9^atu?ivetne übertragen und verkauft derselbe: Medicinal-Tokaper-Ausbruch, per Vi Flasche JL 2.10, i/ u ir „ Vz „ „ 1.10, v „ „ „ Flacon „ 0.60, „ pr. Vi Flasche X 1.70, " tr „ V2 „ „ 0.95, Medicin- Rothwein, M^neser-Ausbruch, pr. 11 Flasche «X 1.50, n n ,, 11 11 V2 ,, „ 0-80, Tokaper Szamorodner, alt gezehrt, nicht süß, per Vi Flasche 1.60, p- . .. '' " * . " " " -- ,/ V2 „ „ 0.85. Eroo-Benye b. Tokay m Ungarn. Ex». Stein. 1828 SoMmerhnzrdschnhe in Seide und Fi! de cosse, Gorsetten, Schürzen, Krausen, Borstecker, Fichus, Damen-, §Aerreu- und Kinder-Kragen, Shlipse, ^üüfchooner, Sommer- Nnterröcke von Jt. 1.60 an, leichte Unterhosen und «Jacken empfiehlt in großer Auswahl zu den billigsten Preisen 2444 Julius Schuld, Sormmflr. 20. Bekanntmachung. Die unterzeichnete Administration als Verwalterin des Vermögens des minderjährigen Kindes der Äichard Eckstein Eheleute in Gießen bringt hiermit zur öffentlichen Kennt- nrß, daß laut Vertrag vom 10. Mai 1884 folgende, seither im Besitze der Richard Eckstein Eheleute, beziehungsweise^ der Concursmasse des Richard Eckstein befindlich gewesenen Mobilien auf die Administration durch käufliche Ueberlieferung zu Eigenthum übergegangen, der Richard Eckstein Ehefrau aber wieder zur leihweisen Benutzung überlassen worden sind: 1. ein Spiegel mit Goldrahmen. 2. ein Bücherschrank. 3. ein Sopha mit sechs Rohrstühlen. 4. ein runder Ausziehtisch. 5. ein Consolchen. 6. ein Spiegel mit Aufsatz. 7. eine Kommode. 8. ein ovaler Tisch. 9. ein Waschtisch mit Marmorplatte. 10. ein zweithüriger Kleiderschrank. Der Kauf- und Miethvertrag kann bei den Unterzeichneten eingesehen werden. Frankfurt a/M., den 23. Mai 1884. Die Administration des Jonas Mplius'schen Legates: vr. Simon Maaß, Rechtsanwalt. F. A. Klitscher. 3618 Bekanntmachung. Gute Dachziegel, per 1000 zu 16 Mark, können aus der hiesigen städtischen Ziegelei ohne vorherige Bestellung zu jeder Zeit bezogen werden. Lich, am 23. Mai 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich Walz. 3638 Arbeitsversteigerung. Dienstag den 27. Mai I. I., Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Gemeindehaus zu Ettingshausen nachstehende Arbeiten vergeben werden: 1. die Anfertigung von 6 Stück Fensterbeschlägen, 2. das Ausbessern und Ausweißen der beiden Schulsääle, 3. die Anfertigung von 14 Stück Subsellien. 3621 Hungen, am 22. Mai 1884. In Auftrag Großherzoglicher Bürgermeisterei Ettingshausen. H e i n e ck, Bezirksbauaufseher. 200 Circa Alter passend, Buxkin-Hosen, Ä. Weil. wozu ergebenst einladet Corsettesr in nur gut sitzenden Formen bei 3633 Auguste F uguste Frieffe. 3623 3607 Oss, sub '1. ^1 a. Geld - GorrrS Nedaction: A- Scheyda. 20 60 16 16 20 16 9 4 empfiehlt 3635 im Alter von 11 Monaten nach schwerem Leiden heute Morgen 5Vä Uhr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Gießen, den 24. Mai 1884. Anfang 8 Uhr. 3639 23-2 23—1» 70-1 77-3 65— Ö Kinder- wagen in eleganter Aus« führung empfiehlt 3641 W. Ferber Lindenplatz. setts Albert Gehrend. 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Gdlich, Plagwitz-Le.pM^- „ 20 Sommerüberziehern Sämmtliche Kleider werden sehr billig, bedeutend unter dem Einkaufspreis abgegeben, um möglichst rasch damit zu räumen. Am liebsten würde ich das Lager ungetheilt an einen Wieder- Verkäufer sehr billig ablasfen. o2o4 Hermann Kat®., im früheren Heichelheim W“ Laden. Neue Matzes-Häringe empfiehlt billigst 3630 S. HlscSer. Wegen Mangel an Raum beabsichtige ich mein Lager in fertigen Herren- u. Knabenkleidern Aufgefunden. Auf der Chaussee von Hofgill nach Lich wurde am Himmelfahrtstage ein lieber- zieher verloren. Der Eigenthümer kann denselben gegeu Erstattung der Jnseratge- bühren in Empfang nehmen. Arnsburg, den 23. Mai 1884. 3616 Henckel, ___Großh. Polizei - Commissär. Reisender gesucht, der mit Erfolg in der Liqueur- und Cigarrenbranche gereist. Offerten nebst Ang. v. Nesrz. u. Ge- haltsanspr. sub L. R. bef. die Exped. ds. Blattes. 3609 gänzlich aufzugeben. 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