sr*. i7o» Donnerstag den 24 Juli 1884 icßciicr Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureanr Schulftraße 7. Erscheint tLglich mit Aufnahme deS MontagS. PrciS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlo! Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P Politische Ueberficht. Gießen, 23. Juli. Die Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef soll nun doch in Ischl, und nicht in Gastein, stattfinden. Im Plane des österreichischen Herrschers lag es allerdings, seinem kaiserlichen Freunde einen Besuch in Gastein abzustatten, um ihm die beschwerliche Tour von letzterem Orte nach Ischl zu ersparen. Es wird aber nun aus Gastein berichtet, daß Kaiser Wilhelm an das Hoflager in Ischl hat mittheilen lassen, daß er die freundlichen Jntensionen der kaiserlichen Familie herzlich anerkenne, daß er indessen vorziehe, in schon gewohnter Weise seinen Besuch in Ischl zu machen. In Folge dieser veränderten Dispofitionen läßt sich auch über den Tag der Entrevue nichts Genaues sagen und hängt übrigens der Tag der Abreise Kaiser Wilhelms von Gastein vom Gutachten der kaiserlichen Leibärzte und dem Erfolge der Kur ab. Das achte deutsche Bundesschießen in Leipzig hat mit dem am Sonntag stattgesundenen Festzuge seinen eigentlichen Anfang genommen. Derselbe bot von Beginn bis Ende ein überaus glänzendes Bild dar, sowohl seiner Totalität nach als auch was die einzelnen Gruppen anbelangt und behaupten Solche, welche die Festzüge früherer Bundesschießen gesehen haben, daß der Leipziger Festzug mit seinem Glanze die der früheren Feststädte sämmtlich überstrahle. In der That boten die einzelnen Abtheilunaen desselben, namentlich die Gruppen der Saxonia, der Germania, der Lipfia, der Flora und auch die Gruppe 7, darstellend die Jagd aus der Zeit des 13. Jahrhunderts, dem Auge ein überaus fesselndes Schauspiel. Mit brausenden, nicht enden wollenden Hoch- und Hurrahrufen wurden die Theilnehmer des Zuges Seitens des nach Tausenden zählenden Publikums begrüßt, mit besonderen Sympathie-Bezeugungen förmlich überschüttet wurden hierbei die Schützen aus Oesterreich-Ungarn und aus Bayern und ebenso hatten fich die Vertreter aus Metz und Straßburg der herzlichsten Begrüßungen der Menge zu erfreuen. Glanzpunkte während des Festzuges, der im Vorüberschreiten über eine Stunde dauerte, waren die Ovationen, welche König Albert, der vom Balcon seines Hauses in der Göthestraße den Zug, in Augenschein nahm, von den Schützen dargebracht wurden, sowie die aus ^dem schönen Augustusplatze sich vollziehende Uebergabe des Bundes- Banners vom bisherigen Vorort München an die Stadt Leipzig. An den Festzug reihte fich das große Banket in der Festhalle, an welchem ca. 3000 Personen theilnahmen und das ebenfalls in glänzendster Weise verlies. Hervorheben wollen wir aus demselben die Festansprache des zweiten Bürgermeisters der Stadt Leipzig, Dr. Trentlin's, des Vorfitzenden des Central-Festausschusses. Herr Trentlin sührte aus, daß das erste Princip der Kunst des deutschen Schützen die Pflege der deutschen Wehrhaftigkeit sei; dies bilde aber nicht den ausschließlichen Zweck ihres Zusammenseins, sondern die Hauptsache bestehe darin, daß man ein nationales, ein patriotisches, nicht aber ein politisches Fest feiere. Das deutsche Volk habe sich eigenartig entwickelt, aber dafür habe es immer Sinn gehabt, daß seine verschiedenen Stämme sich vereinen zu brüderlicher That und in diesem Sinne wolle man auch das gegenwärtige Fest begehen. Mit einem herzlichen „Willkommen" an die deutschen Schützen schloß Dr. Trentlin seine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede. Die Oesterreicher scheinen trotz aller aus Rom kommenden osficiellen Friedensversicherungen den Jtalianissimi nicht zu trauen. Dafür sprechen die in neuester Zeit von der österreichischen Militärverwaltung zur Sicherung der Tyroler Grenze gegen Italien hin begonnenen Festungsbauten. Solche werden sowohl in dem durch seine Schönheit berühmten Ampezzaner Thale als auch im Sexten-Thale vorgenommen und außerdem ist neuerlich auch die am Eingänge des Eisack-Thales in das Puster-Thal liegende Franzensseste wesentlich verstärkt worden. Alle diese Verbarricadirungen und Verschanzungen gegen die italienische Grenze hin, 'zu denen sich die österreichische Negierung veranlaßt sieht, geben.gerade nicht von einer vertrauensvollen Stimmung derselben gegen das Nachbarland Zeugniß. Aus Paris werden ofsiciell drei Cholerafälle, darunter zwei mit tödtlichem Ausgange, gemeldet, doch wird hinzugesügt, daß dieselben keineswegs einen epidemischen Charakter tragen. Ferner werden auch aus Nimes, Arles und den Departements der Nieder-Alpen Cholera-Todesfälle gemeldet, woraus erhellt, daß die Seuche im südlichen Frankreich nun doch ihren ursprünglichen Rayon überschritten hat. In Toulon und Marseille scheint der Zustand stationär zu sein. Nach den Berichten der von ihrer Reise nach Toulon und Marseille in Paris wieder eingetroffenen Minister, welche sie in einem am Samstag unter dem Vorsitze Ferry's abgehaltenen Ministerrathe erstatteten, ist das Elend in den letztgenannten Städten gewaltig und würden die von den Kammern votirten zwei Millionen zur Linderung der Roth nicht hinreichen. In Folge der Gutachten der Academie de Mödecine ist die Polizeiverordnung über die Ausräucherung der Reisenden an den Pariser Bahnhöfen wieder aufgehoben worden. Der Kriegsminister beabsichtigt, die diesjährigen großen Manöver des 15., 16. und 17. Armee-Corps Angesichts der Choleragefahr abzubestellen. Die Aussichten der Londoner Conferenz sind durch den Widerspruch der finanziellen Beiräthe gegen den Antrag Englands auf Reduction der ägyptischen Grundsteuer und der Zinsen der egyptischen Schuld keine besseren geworden. Es ist kaum anzunehmen, daß England seinen Antrag fallen lassen sollte und diese Differenzen müssen dann nothgedrungen den Fortgang der Con- jerenz-Verhandlungen lähmen und dieselben schließlich zum Abbruch bringen. > Seit längerer Zeit schon wurden in schweizerischen Blättern lebhafte Klagen laut wegen der Belästigungen des italienisch-schweizerischen Grenzverkehres durch übermäßig rigoroses Auftreten der italienischen Zollbeamten. Italien antwortete hierauf mit Beschwerden über die laxe Grenz-Controle der Schweizer Behörden gegenüber dem Schmuggelwesen, während die Schweiz ihrerseits wiederum Klage darüber führt, daß die italienischen Zollbeamten bei Verfolgung von Schmugglern wiederholt schweizerisches Gebiet betreten hatten. Dabei behauptet die Schweiz, Italiens Absperrungs-Taktik an der eidgenössischen Grenze nehme die Cholera nur zum Vorwande, fei aber in Wirklichkeit nur ein Manöver zollpolitischer Tendenz, daraus berechnet, die Schweiz mürbe zu machen, damit sie sich den italienischen Wünschen bezüglich Abschlusses eines Zollkartells gefügiger erweise. Wie dem auch sein möge, der Berner Bundesrath hat die Sache ernst genug aufgesaßt, um den auf Urlaub von seinem Posten abwesenden Gesandten der Schweiz in Rom, Bavier, zur Rückkehr nach Rom zu veranlassen und ihm eine scharfe Note mitzugeben. Herr Lavier dürste indessen in Rom keinen ganz leichten Stand haben, da die Mittel, deren er sich zur Erreichung seiner Zwecke bedienen kann, wesentlich moralischer Natur sind und Alles davon abhängt, ob sich oas römische Cabinet den Darstellungen Ba- vier's zugängig erweisen will oder nicht. Auch die Regierung der Vereinigten Staaten von Nord- Amerika hat strenge Maßregeln gegen die Einschleppung der Cholera angeordnet. Regierungsschiffe werden an der Küste einen Cordon bilden, um das Landen von aus fremden Ländern kommenden Schiffen, welche nicht mit einem reinen Patente versehen sind, zu verhindern. Der Präsident Arthur hat eine Proklamation erlassen, in welcher er eine strenge und wachsame Quarantäne empfiehlt.- Deutschland. Bayreuth, 21. Juli. Die erste der diesjährigen Parsifal-Aufführungen fand bei vollständig besetztem Hause statt. Die Aufführung unter Levi's Leitung war eine vorzügliche und die Ausnahme Seitens des Publikums eine begeisterte. Von den Darstellern traten hervor: Franz Materna und die Herren Winkelmann, Scaria, Fuchs und Reichmann. Unter den Besuchern befanden sich die Königin von Griechenland, die Herzogin Vera von Württemberg, Prinz Alexander von Hessen, Fürst Hohenlohe-Langenburg, Minister Puttkamer und viele andere Notabilitäten, zahlreiche Künstler und Schriftsteller. England. Londsn, 21. Juli. Die „Times" meldet aus Shanghai von heute, die China zur Beantwortung der französischen Note gesetzte 8tägtge Frist sei um 5 Tage verlängert worden, in der Erwartung, daß bis dahin der Abschluß der Verhandlungen zwischen dem Vicekönig von Nanking und dem französischen Gesandten Patrenotre erfolge.^ ^9beparl fonb heute eine große Kundgebung für die Wahlreformbill und gegen deren Ablehnung durch das Oberhaus statt. Der aus Delegtrten b« oer» schtedenen Gewerbe mit ihren Fahnen und Emblemen, sowie Mitgliedern politischer Vereine und Deputationen ländlicher Arbeiter bestehende Zug bildete sich am Themsequai und begab sich von da nach dem Hydepark, wo 7 Meetings abgehalten wurden, bei denen ParlamentSdeputtrte den Vorsitz führten. Es wurden Resolutionen angenommen, in welchen eine Herbstsession des Parlaments zur abermaligen Berathung der Wahlreformbtll anempfohlen und daS Verhalten deS Oberhauses gemißbilltgt wird, dessen Macht, den Willen des Volkes zu hemmen, nichts beitrage Mr Wohlfahrt der Nation. Die Zahl der Theilnehmer an der Kundgebung wird auf 50,000—70,WU geschätzt. ES herrschte die größte Ordnung; d?e Manifestation war vorzüglich organisirt, ermangelte aber desjenigen GradeS von Enthusiasmus, den man erwartet hatte.__ Telegraphische Depeschen. Wolff'- Ulest» «orrefpoNderrr-Vurea«. Bad Gastein, 22. Juli. Se. Maj. der Kaiser unternahm gestern Abend wiederum eine Spazierfahrt. Heute früh nahm Allerhöchstderselbe ein Bad und machte sodann trotz des Regens eine Promenade. Zur kaiserlichen Tafel sind heute geladen Graf Szechenyi, Graf Emanuel Zychy und der ungarische Finanzminister Graf Szapary. Konstanz, 22. Juli. Ihre Maj. die Kaiserm traf heute früh gegen 5 Uhr aus der Station Reichenau ein und begab sich von dort zu Wagen nach Königsberg, 22. Juli. Der 100jährige Geburtstag Besiel'S wird heute hier Inder feierlichsten Weise begangen. Am frühen Morgen wurden Befiel s Denkmal vor der Sternwarte und sein Grab von einer Deputation seiner Verehrer, vom preußischen geodätischen Institut, von seiner Familie und Privatpersonen mit zahlreichen Lorbeer- und Blumenkränzen geschmückt Um 10^Uhr Vormittags empfingi die 90jährige Wittwe deS Gefeiert n die Gratulanten. Von der internationalen astronomischen Gesellschaft und dem geodätischen Institut waren Adressen eingegangen. Bet dem um 11 Uhr in der Aula der Universität veranstalteten Festakthielt Professor Luther, ein Schüler Befiel's, die Festrede. Für den Abend hat die Studentenschaft zwei große ^mmerse^vo^reit t berei|§ am letzten Sonntag gegen die ^^armee Demonstrationen stattgefunden hatten, bei welchen sich gegen 200 Personen wurde gestern das Versammlungslocal der Salutisten demolirt. Zur Verhinderung weiterer Ausschreitungen wurde eine Compagnie Infanterie oufgeboten. Paris, 22. Juli. (Telegramm der „Agence Havas. ) Der Consen Präsident Ferry hat dem Ministerrath mitgetheilt, die Verhandlungen nut China nähmen einen guten Verlaus, der chinesische Tsungli-Iamen von Nanking beauftragt, die schwebenden Fragen, namentlich die Entschädig g - frage, mit dem Gesandten Patrenotte zu regeln. Eine baldige Losung der Ange 4916 legenheit stehe bevor. Das französische Geschwader solle bis zur vollständigen Zahlung der Entschädigungssumme vor Foutchou bleiben. — In der gestrigen Sitzung der Akademie der Wissenschaften theilte LessepS mit, die technische internationale Commission habe sich für eine Vergrößerung des Suezkanals, nicht aber für den Bau eines neuen Kanals ausgesprochen. — In der gestrigen Sitzung des hiesigen Municipalraths erklärte der Director der Abtheilung für öffentliche Hülfe, in den Hospitälern fei weder ein Fall von asiatischer Cholera, noch auch nur ein Fall von sporadischer Cholera constatirt. Die Personen, welche man als an der Cholera verstorben bezeichnet habe, wären Krankheiten erlegen, welche mit der Cholera absolut nicht zusammenhingen. — Ferry empfing Vormittags Lifongpao. — Die Regierung beschloß, in diesem Jahre die militärischen Manöver in Südfrankreich nicht stattfinden zu lassen. Paris, . 22. Juli. Von gestern Abend bis heute früh 10 Uhr starben in Toulon 28, in Marseille 38 Personen an der Cholera. London, 22. Juli. Die Conserenz trat Nachmittags zusammen. Granville präsidirte. Sämmtliche Delegirte mit den finanziellen Beigeordneten waren anwesend. Um 4 Uhr vertagte sich die Conserenz, ohne den Tag der nächsten Sitzungfestzusetzen. Madrid, 22. Juli. Die von auswärtigen Blättern gebrachte Nachricht von dem Austreten der Cholera in Madrid wird von authentischer Seite für durchaus unbegründet erklärt. Es ist weder in einem hiesigen Hospital noch an einem anderen Orte irgend ein Cholerasall vorgekommen. Die dem Forsthofraithe j Fouragebau mit buch Flur I 3li Flur 1 Nr. 14 Hr. 179 und IE Klüh und Lei Dienstag an Ort und S 2. Juni 1821 Nähere 1 Verkaussdeding Ortend Die auf tpafl Met in Dorwittags statt. , , Gießen, blieb die M ff Mi ä!SS Bremen Oer, Capt> | 9 Juli von « aesternME wMbetfi LimStag den bei Mch Weiß! ms Schuhbezirk ( Schlag Vila, 6id reifer; Distr. 77t 0,5 rm Stammknü ^etfä Fasse 3h bet Semei 0t ein 3 jähr Fafftlochs, $ Men $it!£31| Wb, Milz« 5* “ * M. Arger« Händel's Messias. * Das alljährlich stattfindende Kirchen-Concert unseres Concertveretns steht in allernächster Zeit bevor; dasselbe soll uns am 30. d. M. Händel's herrliches Oratorium: »Der Messias" bringen. Wer das große und erhabene Werk bereits gehört hat, der wird etngeftehen müssen, datz die ganze Partitur einem Kranze unverwelklicher Blumen oder einer Kette kostbarer Perlen zu v-rgleichen ist, daß Händel's Musik eine magische Gewalt über den Hörer ausübt und daß neben den lieblichen Melodien, die hohe dramatische Gestaltung im Verein mit mächtig ergreifenden Harmonieen überraschende Effecte hervorruft. Man kann den Messias wieder und immer wieder hören und wird stets neue Schönheiten entdecken. Mit Recht nennt man den Compontsten eine riesige Erscheinung auf dem Gebiete der Tonkunst, denn alle seine Affecte tragen das Gepräge einer starken männlichen Natur; Schmerz und Klage werden in seiner Musik nie weibisch, wie er überhaupt stets alle Süßeleten vermieden bat. Fest steht er auf der Spitze des Edlen und Schönen und in seinem Messias gab er seine ganze Seele; denn nur aus vollem Herzen konnte ein liebliches Bild entstehen, das von großer Lebenswahrheit und tiefempfundener Innigkeit durchdrungen, einen eigenen Zauber auf jeden echten Musikenthusiasten ausüben muß. — Um unsere geschätzten Leserinnen und Leser einigermaßen in die Geheimnisse des großartigen, echt religiösen Werkes etnzuwethen, glauben wir dem allgemeinen Interesse am besten Rechnung zu tragen, wenn wir folgende treffende Erläuterungen eines berufenen Referenten zum Abdruck bringen: Die Ouvertüre zeichnet «it ihrem E-molLGrave den schweren Druck, unter dem die Menschheit nach der Meinung der Chrtftglüudigen vor der Erscheinung des Messias litt; der fugtrte lebhafte und energisch- M'ltelsatz drückt das Bestreben aus, sich dem Drucke zu entwinden, er sinkt in das düstere Adagio zurück, vergeblich ist das Mühen. Aber tröstend erhebt sich eine Stimme in derselben Tonart, jedoch dem milden Var (Tenor-Recttattv Nr. 1) und fordert auf, dem Herrn die Wege zu bereiten, alle schale mit den Bergen zu ebnen (Tenor-Arie Nr. 2), damit die Herrlichkeit des Herrn über Zion aufgehe (Chor Nr. 3) Das prächtige Baß-Recitativ (Nr. 4) und die Arie (Nr. 5) schildern das dem schwachen Menschen übergewaltige Erscheinen Jehovas selbst- er bewegt den Himmel und die Erde, das Meer und das Trock ne, ja er setzt die ganze Welt in Flammen. Um so süßer erklingt das Alt-Recitat'v (Nr. 7), das statt des perrn selbst seinen Verheißenen ankündigt und dadurch Wonne verbreitet in Sion (Alt-Arie Nr. 8), die in dem Chore (Nr. 9) einen gleichnamigen aber verstärkten Ausdruck gewinnt. Nacht zu Bethlehem ist in dem dunkeln Baß-Recitativ (Nr. 10) und der Baß-Arie (Nr. 11) dargestellt, in Verbindung mit der allgemeinen Finsterniß der Völker, die durch ein großes Licht, den Stern von Bethlehem, erhellt werden soll Eine unbeschreiblich jubelnde und glänzende Feier erhält die Geburt selbst durch den Uor (Nr. 12), eine Pastoral-Symphonie (Nr. 13) wird aufgesührt (Erinnerung an die römischen P.fferaA von den Hirten, denen der Engel (Sopran Rccltattv Nr. 14) ba& für alle Volker Wonne und Heil bringende Ereigniß verkündet und die himmlischen Heerschaaren mit sich führt, damit sie ihren Trtumphchor „Ehre sei Gott" (Nr. 15) ansttmmen. Doch auch der Mensch muß seine Freude aussprechen, zu Liedern der wie konnte dies jubelvoller geschehen, als in der brillanten Sopran- Ar e (Nr. 16)? Noch folgt im ersten Thetle ein kurzer Bl'ck auf die Wunderthaten des He landes; er macht Blinde sehend, Lahme gehend (Sopran-Recttattv Nr. 17), kurz, er weidet alS guter Hirt seine Heerde (Tenor- und Sopran-Arie Nr. 18). Das Volk ist natürlich entzückt über diese Werke des Verheißenen: Wohlthaten empfangen, Gletch- n'sse erzählen Horen, dünkt ihm ei» sanftes Joch und eine leichte Last, wie er es tu dem Freudenchore (Nr. 19) singt. (Schluß folgt.) Lokales. Gießen, 23. Juli. (Sterblichkeit in Gießen.) Die Zahl der Todesfälle stieg in Gießen während der Woche vom 13. bis 19. Juli wieder auf 10 CS wurden betroffen 6 Erwachsene, 3 Kinder im ersten Lebensjahre, ein Kind von 2 Jahren welches einer Lungenentzündung erlag. Von den erwachsenen Personen starben 2 an Lungenschwindsucht, eine an Nierenentzündung, eine an Blasenentzündung 2 durch Selbstmord (Ertranken, Erhängen). Von den 3 Kindern im ersten Lebensjahre starb an allgemeiner Schwache, e ns an Darmcatarrh und bet einem, das nicht ärztlich beobachtet worden war, konnte eine Todesursache nicht angegeben werden. 6 Gießen, 23.Juli. Das gestrige Concert des Zapf' schen Vocal-Künstspi-t, Quartetts aus Wiesbaden in Wenzels Saalbau war leider nicht so besucht als es die ganz vorzüglichen Leistungen der Sänger verdienten. Es war ein wahrer öocfo 6Auß, die alten treuen Volkslieder in hübschem vollendetem Vortrag zu hören Unser gestrige Correspondenz aus Marburg, woselbst die Sänger am Montag Abend sang n sagte ganz gewiß nicht zu viel, wenn es dort hieß: „Mit seltener Vräcision nN kommen reiner Intonation, sehr deutlicher Textaussprache und großem Gefühle frei ”0" leder Effecthalcheret, wurden alle Chöre zur Geltung gebracht. Vorzügliches die Sänger gerade im Volksltede. W-r so wie gestern Abend - „Ach, wie Ms möglich denn und „Jetzt gang i an's Brünnele" singen hört, dem muß das Aeri i!»Wn werden und sich hingezogen fühlen zu vnserm so schönen ♦ ®re ^nste Nummer des Abends war vielleicht „Waldandacht von Abt", die so gut gesungen wurde, daß'sich die Sänger in Wahrheit ein Muster- ^nnen. — Außer dieser „Wald-Andacht" waren es noch die Lieder: & der Rose , „Schmers Sonntagölied" und der „Theresienwalzer" welche stürmisch applaudirt wurden und wiederholt werden mußten. Schade war es' daß es viele Freunde des MannergesangeS versäumten, sich diesen Genuß zu verschaffen Die Anwesenden waren alle erstaunt über die Leistungen, welche sie gehört und einftfmmfa des LobeS voll über den gebotenen Genuß. — Es war zwar zu erwarten daß daS ?is dato bet unS Ziemlich unbekannten Männer-QuartettS auf ein ^s Haus nicht rechnen konnte; nachdem aber die Sänger sich so vorzüglich eingeführt, glauben wir die bestimmte Erwartung aussprechen zu können, daß bei ein m Zweiten derartigen Concert ein zahlreiches Publikum sich einstnden wird denn wirklich gute Leistungen werden in unserer Stadt jederzeit aerne unErflnEF Hoffentlich laßt sich das Künstler-Quartett bestimmen, noch ein zweites Coucert^h^r . Hiermit i: W A Ty Helene ' ä Aiik M % Vermischte-. AuS dem Kreise Worms, 17. Juli. Seit einigen Tagen hat die Ernte bei uns begonnen und kann man so ziemlich den Ausfall derselben taxtren, so weit es dte Körnerfrüchte betrifft. DaS Korn fällt nicht so schlecht aus, als man bet Beginn der Rostkrankhett fürchtete, aber auch nicht so gut, als man hoffte. Viel Stroh, wenig Körner. Die Gerste ist viel besser gerathen und wird, wenn sie trocken eingeheimst wird, was bei dem trockenen Wetter zu erwarten steht, in Quantität und Qualität eine recht gute Ernte liefern. Weizen und Spelz, die nicht häufig gepflanzt werden, stehen sehr schön, nur läßt der Hafer viel zu wünschen übrig. Eine ganz vorzügliche Aussicht aber bieten die Weinberge. Wenn auch erst mit dem 24. Juni die allgemeine Blüthe etntrat, also nach altem Winzerwort 14 Tage zu spät, da 8 Tage vor Johanni die Rebe mutz abgeblüht haben, so haben sich die Trauben bei der großen Hitze so schnell entwickelt, daß sie einen halben Monat voraus sind und zu Anfang August völlig ausgewachsen sein werde». DaS kann einmal ein feiner Stoff werden, ohne den Nothhelfer Zucker anrufen zu müssen, gut und viel. Was spectell zwei bekannte Wetn- orte unseres Kreises anlangt, Bechtheim und Mettenheim, so sind dte Aussichten, wie die alten Kenner berichten, noch niemals besser gewesen als in diesem Jahre, auch tu 1865 nicht. Uebrigens sind dte Weine von 1880 ab hier sehr schön, 1882er auSge- nommen. In Mettenheim, dessen Weine hauptsächlich nach Nierstein ober RüdeShetm ober Neustadt a. b. H. gehen, wurden erst dieser Tage aus dem Keller des Bürgermeisters Dörr 5 Stück 1881er und 1883er zu dem Preise von 950 JL pro 1200 Liter gefüllt. Jetzt nur keinen Hagel, dann kann es einen Wein geben, der dem hundert- jährtgen Namensbruder ebenbürtig zur Seite steht. r , H burg v. d. H., 21. Juli. Bei dem am Donnerstag Nachmittag stattgehabten Gewitter schlug der Blitz in die auf der Höhe zwischen Kirdorf und Friedrichsdorf gelegenen Fabrtkgebäulichkeiten des Herrn P. Bange ein und verursachte nach dem nicht unbeträchtsichen Schaden. Der Blitz fuhr in einen der Fabrik-Schornsteine, beschädigte datz Mauerwerk, sprang auf ein andere« Gebäude über und zertrümmerte eine eiserne Bedachung vollständig. Ein Arbeiter hatte unter dieser Bedachung gearbeitet, war jedoch, da es etwas durchregnete, gerade herauSgetreten, als der Bl-tz einschlug. Dem Mann fielen die Trümmer biS vor die Füße, doch kam er sonst mit dem Schrecken davon. Merkwürdig ist, daß es gletchzeitig in Kirdorf in der Wohnung dieses ManneS einschlug und besten Frau ebenfalls in Gefahr schwebte. Der mit dem Gewitter verbundene Sturm richtete auch in Feld und Gärten mannigfachen Schaden an. Berlin. Seit ungefähr 2 Jahren existirt in Berlin außer den zur Universität gehörenden noch ein von Privatärzten gegründetes medicinischeS Unterrichtsinstitut, welches bezweckt, practischen Aerzten Gelegenheit zur Ausbildung in den neuerdings so wichtig gewordenen Spectalsächern der Medicin zu bieten. DaS Institut heißt ^Berliner Poliklinik" und befindet sich Carlstraße 30, in unmittelbarer Nähe der großen medicinischen Universitätsanstalten, der CHE, des Kgl. Klinikums, der beiden Frauenkliniken rc. An der Berliner Poliklinik werden allmonatlich klinische Curse über Augen-, Ohren,, Nasen-, Kehlkopf-, Nerven-, Haut- und syphilitische Krankheiten, Elcctrotherapie, Hygi-tne und forensische Cbemte gelesen. Die Curse beginnen am ersten Wochentage eines jeden neuen Monats, finden täglich mit Ausnahme der Sonn- und SnAcrnra0ex und dauern einen vollen Monat. An denselben haben bis jetzt circa 200 Aerzte, darunter nicht wenig Ausländer, Theil genommen. Da sich herausgestellt hat, baß an einen gedeihlichen Erfolg des Unterrichts nur bei möglichster Beschränkung ber Zuhorerzahl zu denken ist, so werden zu jedem Cursus nur je 6 Theilnehmer zuge- lassen. Bei mehr als 6 Meldungen werden Parallelcurse eingerichtet. Um dem nigen Herren Aerzten. welche den Wunsch nach einer gründlicheren specialtstischen Ausbildung hegen, hierzu Gelegenheit zu bieten, sind an ber Berliner Pol kl'nik für jedes Special- Lmmcr Wj- ie 3 Monate zu vergebende Assistentenftellen errichtet. Die Assistenten werden zur Abhaltung der Parallelcurse herangezogen und fließt ihnen bas ^selben zu. Diese Einrichtung bezweckt, jungen talentvollen Aerzten rualetch genügende Subsistenzmittel und eine besonders günstige Gelegenheit zur weiteren Ausblldung zu gewäbren. Da beabsichtigt wird, die Berliner Poliklinik zu einem inten» nat onalen Unterrtchtsinstitut für Aerzte aller Länder auszubilden, so werden, um Docenten zur Abhaltung der Cmfe in fremden Sprachen zu gewinnen, auch ausländische w A^?«?stEen zugelassen. Nähere Auskunft ertheilt ber btrtgirenbe Arzt ber Berliner Poliklinik Dr. Ludwig Löwe, Berlin N.-W., Carlstraße 30. 8 18 Juli, wird der „Fr. Ztg." geschrieben: Mehrere Blätter ' Leblich von einem bayerischen Bezirksamt erlassenen, die Cholera betreffenden Bekanntmachung folgenden kaum glaublichen Art. 5: „Die Bereitstellung von Särgen ist zur Zeit zwar noch nicht veranlaßt, doch ist Sorge zu tragen, daß die Schreiner schon ^tzt mit entsprechendem Holze sich versehen." Vorsichtiger "obl nicht sein! Für die Cholerakranken in spe ist es übrigens ein höchst 8ur6efommen ®ebmbere.tS Personen in Agonie ober tobt in Ebolero %n Soulon^ Jtar6En, 6=ute an 700 Personen an ber (Minertreter Coupon btf von W 000 fa^fLn Trouerkleibung dem Bürgermeister. Abhaltung einet öffentlichen slr'n6™Frauen unter chr,ebene P.tit'on um aeben Aus ArIes 'n ?on^r7?«k.?k^'°" ?ur Abwendung der Epidemie über- Kammerers^ Wie dieser enäblt befucbfe^r SS?‘ °us dem EingeftSndnifse schiedene Geldwechslergeschäfte, um d^stlben Ankunft in Wien ver- SU prüfen und wählte daS Eisert^e^°in^ berQeiner AuSraubung nach Mährisch-Ostrau, wo er bekanntlich in Dann reiste Kammerer macher in Zürich brieflich ein nnrh gnt?» » 6c 1 tal unb lud von dort aus Stell- in Wien an, Stellmache?und' ber^r tte" traf^erft am°fam ?-«- 'rs Ernte 1 wett rtz J1 5^« dir SS i Bi rs°hL Atz, [0 CB Sf>aU0Uft y«e b(n 7°>- Btt!,. «le fe In ^udeshetin ?m hundcrt- Eag statt- 'Friedrichs« » nach dem brik-Cch^ er «nd zer, r dieser Be- Setrekcn, als doch kam er rdors in der iwebte. Der nanntgfachen >t UniverM 'rtchtSinsttlut. leuerdtngs so nstitut hettzl rer Nähe der 5, der beiden e Curse über Krankheiten, en am ersten ' Tonn- und 318 jetzt circa herausgestellt Beschränkung nehmer zuge- m denj ntgen i Ausbildung edeS Special- rrichtet. Die ßt ihnen daS ollen Aerztrn zur weiteren einem tnter- werden, um ausländische bldgirenbt 0. cert Matter dte Cholera Bereitstellung gen, daß dte Vorsichtiger ns ein höchst nbem Holze" Temperatur am 23. Juli (Mittags zwischen 11 und 12 Uhr). Wasserwarme der Lahn I6V20 R. — Luftwärme 18V,°R. int Schatten. Rübs amen. Zur gefl. Beachtung. Schriftlich- Anfragen ntgen SluStunftiertMfeieg über Inserate rc. können h* nut dann beantworten, wenn denseiben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt fft. Ueber Inserate bezüglich deren Offerten einzurucken sind, ist die Ex»edffton »n keinerlei Auskunttsertheilungen befugt. Offerte nbr»ete find — soweit feinebeftfmmt« oeaentbPiltfleü Abmachungen getroffen wurden — in bf»r (SrpebiHon abrubo^en. Kammerer war ebenfalls aufgeregt,' er ging nicht in sein Quartier zurück, sondern blieb die ganze Nacht im Freien. Die von Kammerer etngekauften Mordwerkzeuge, zwei Hacken, warf Stellmacher von der Ferdtnandsbrücke in den Donaukanal. Kammerer schickte die in der Etsert'schen Wechselstube geraubten Werthpapiere unter anarchistischer Adresse nach Pest mit einem Begleitzcttel, auf dem dte Worte standen: „Bitte zu verkaufen!" Kammerer selbst hat nie ein Papier in Pest verkauft: also beruhen auch hier verschiedene AgnoScirungen auf Jrrthum._________________________ Schiffs nachrichten. Bremen, 19. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Eider, Capt. W. Willtgerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 9. Juli von Bremen und am 10. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern Mittag wohlbehalten in Newyork angekommen. 4907 4896 Roth. 4900 4866 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 1. August Bramm, Bürgermeister. 2. Prof. Dr. Buchner, Reallehrer. 3. Louis Bücking, Rentner. 4. Philipp Burger, Hauptkassier. 5. Karl Demuth, Kohlenhändler. 6. Franz Engisch, Steuerrath. 7. Wilhelm Ferber, Buchhändler. 8. Ferdinand Gail, Rentner. 9. Ludwig Georgi, Fabrikant. 10. Jean Hanstein, Fabrikant. 11. August Heß, Beigeordneter. 12. Rud. Hirschhorn, Rechtsanwalt. 13. Julius Hoch, Bauunternehmer. 14. Ferdinand Hoffmann, Kaufmann. 15. Meyer Homberger, Fabrikant. 16. Ludwig Kauf, Bauunternehmer. 17. Wilhelm Keller, Beigeordneter. und liberalen Partei. Karl Klingspor, Fabrikant. Phil Kreiling III., Schreinermstr: Christian Leo, Uhrmacher. Phil. Lüdeking, Ortsger.-Vorst. August Mayer, Weinhändler. Adolph Noll, Fabrikant. August Noll, Bäcker. Georg Noll, Director. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Dr. W. Oncken, Professor. Anton Petri, Bauunternehmer. 28. Louis Petri II , Weißbinder. 29. Anton Ricker, Buchhändler. 30. Chr. Schopbach, Schreiner. 31. H. Wagner, Gewerbebankrechner. 32. Dr Weiffenbach, Gymnasiallehrer. 33. Fr. Winter, Bürstenmacher. Bekanntmachung. Die auf Donnerstag den 24. d. Mts. anberaumte Wahlmänuerr wähl findet im Sitzungssaals des alten Realschulgebäudes Vormittags von 8 bis 12 und Nachmittags von 2 bis 6 Uhr statt. Gießen, den 22. Juli 1884. Jmmvbilienverkauf. Die dem Großherzoglichen Hause — Familieneigenthum — gehörige Forsthofraithe zu Bergheim (Kreis Büdingen), bestehend aus Wohnhaus, Fouragebau mit Holzhalle, Kuh- und Pferdestall und Hofraum laut Grundbuch Flur I Nr. 13 — 525 qm nebst daranliegenden zwei Grabgärtchen Flur I Nr. 14 und 15 — 50 qm und daranliegendem Grasgarten Flur I Nr. 179 und 180 — 494 qm (Nebenlieger: Leonhard Komp, Heinrich Klüh und Leonhard Bingel — sämmtlich in Bergheim — soll Dienstag den 16. September d. I., Vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle nach den Formen des Domäneveräußerungsgesetzes vom 2. Juni 1821 öffentlich meistbietend verkauft werden. Nähere Auskunft ertheilt die unterzeichnete Behörde, bei der auch die Verkaussbedingungen zur Einsicht offen liegen. Ortenberg, am 22. Juli 1884. Großherzogliche Oberförsterei Ortenberg. Der Vorstand des Vereins der nationalen Jeitgeöotenes. Prima Mmtmrger & Schwesterkäse empfiehlt billigst 4915 C. Holh. Wallthorstr. 5 (am Lindenplatz). 4902 Eine Parthie starke Fichtenstämme ist preiswürdig adzugeben bei __K Jung, Klein Linden. Neue holländische Vollhäringe pr. Stück 8 Pf., ditto marinirt pr. Stück 12 Pf. empfiehlt 4914 C. Roth, Wallthorstr. 5 (am Lindenplatz). Mitbürger! Am 24. d. M. findet die Wahl von 33 Wahlmännern statt, welche demnächst den Landtagsabgeordneten für die Stadt Gießen 111 wählen haben. Durch die Erklärung des seitherigen Vertreters unserer Stadt des Herrn Rechtsanwalts Dr. Muhl, ■ ein Mandat wiederum annehmen zu wollen, ist der Weg gezeigt, Gießen auch fernerhin in fachkundiger und würdiger Weife auf dem Landtage vertreten zu sehen. Die Wiederwahl des Herrn Dr. Muhl wird am besten ge- fichert durch Wiederwahl derjenigen Wahlmänner, welche ihm bei der früheren Wahl ihre Stimmen gegeben haben. Wir haben daher untenstehend die Liste der seitherigen Wahlmänner nur insoweit ergänzt, als dies durch die inzwischen eingetretene Erhöhung der Zahl der Wahlmänner, sowie in Folge Tods oder Wegzugs einzelner Wahlmänner geboten war. Wenn wir unsere Vorschläge nicht auf unsere politischen Parteigenossen beschränkt haben, so glaubten wir damit im Sinne der Wählerschaft zu handeln. Wir ersuchen alle Wahlberechtigten dringend, ihr Wahlrecht durch die Wahl der nachstehend verzeichneten Männer auszuüben und damit ihr Interesse an einer für unsere Stadt so hochwichtigen Angelegenheit zu bethätigen. Holzversteigerung in der Oberförsterei Krofdorf. Dienstag den 29. Juli, um 10 Uhr bei Wirth Weißbrod in Salrböden aus Schutzbezirk Salzböden, Distrikt 84, Schlag vii ft, Eichen: 1479 rm Schäl- reiser; Distr. 77 b, Totalität, Fichten: 0,5 rm Stammknüppel. Krofdorf, den 22. Juli 18R4. 4899 Müller, Kgl. Oberförster. Verkauf eines Fasselochsen. In der Gemeinde Muschenheim steht ein 3 jähriger diensttauglicher Fafselochfe (Berner Race) zu verkaufen. Diese Abschaffung erfolgt nur deßhalb, weil zwei Fassel von gleichem Alter und gleicher Größe vorhanden sind. Muschenheim, den 22. Juli 1884. Großh. Bürgermeisterei Muschenheim. Fr. Seibel in Gießen. 2726 4916 bobsnen Verdächtigungen widerlegen hunderte, geriet^ lieh geprüfte Anepkennungsschreib'en^» -3278 Seltersweg. Louis Rothenberger, Neuenweg 22. Ankauf von Lumpen, Knochen, Papier und alte« Akten. 4851 Perfecte Cigarren-Noller u. Sortirer gesucht. €>k. Hch. Schinner. Gießen, dcn 22. vorkommenven Falls bestens empfohlen. Juli 1884. Carl am Kirchenplatz, C. W. Dietz Nachfolger. Die Anfertigung von Steppdecken übernehme in schönster Ausfühmng zu billigen Preisen. Herrn* Aug* Müller * Neberfahrtsverträge für die von Bremen nach Amerika abgehenden Dampfer des Norddeutschen Lloyd schließt ab ttttttott w. stets nach allen Gegen- (yVHinivIl den placirt. Fahrfl. 29#. Frankfurt a/M- (3196) Treusch. oe- Aschen, -we Seit Jahrtausenden bekannte hauptsächlich Kochsalz u. kohlensaures Natron enthaltende 4747 Sehwefelthermen (45—55° C.) Herrlichste Lage, reizende Umgebung. Saison während des ganzen Jahres. Städtische Bade-Verwaltung. Unter Zuficherung promptester und coulantester Bedienung halte mich werthen Interessenten Flössholz geschnitten und in allen Dimensionen, per Cub.-Meter Jt. 40.—, „ nicht geflößtes Holz per Cub.-Meter „ 35.—, empfiehlt die Holzhandlung Für Auswanderer! Hiermit zur gefl. Nachricht, daß ich mit Heutigem die von Herrn A. Heppe, in Firma C. 58» Dietz Nachfolger betriebene Auswanderungs-Agentur des Norddeutschen Lloyd in Bremen übernommen habe. BBBHSnnfifiÄ^VersOTrweisüng- IPtTizur Rettung von Vorwissen vollst.zu beseitigen-^ A erg. Berlin C. R»$eottoSfr.62. ADe aus Concurreozneid gegen meine Erfolge en 4712 Einen Hausburschen sucht Emil Pistor. £ Einem geehrten Publikum em- £ pfiehlt sich bestens 4761 t Frau Gerlipp ♦ ♦ Hebamme § 5 Kirchenplatz 3. ♦ Wens?ei's Garten (Bötel Heller eie). Freitag den 25. Juli 1884: GROSSES CONCERT ausgeführt von der auf einer Concert-Reise befindlichen Kapelle der 11* Hess» Jäger ans Hagenau im Elsass, unter Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Ehmig. Anfang 8 Uhr. Entree 35 Ffg. 2MF Bel ungünstiger Witterung im Saale &O Pfg. *9^ 4912 Achmer Loncerl-Verein. Fünftes Concert (im 92. Vereinsjahr) Wenzels Garten. Donnerstag den 24. Juli: Grosses Exlra-Concert am Mittwoch den 30. Juli 1884, Nachmittags 4 Uhr, in. der Stadtkirciie: »er Messias, ausgeführt von der Kapelle des 2. Grosih. Hess. Inf.-Regls. (Großher;og) Nr. 116 unter Leitung des Kapellmeisters 4913 Herrn C. Krauste. Anfang 7 Uhr. Entree 80 Pfg. Oratorium in drei Abteilungen von Georg Friedrich Händel, in der Bearbeitung von W. A. Mozart, unter Leitung des Grossh. Universitäts - Musikdirectors Herrn Adolf Felchner und gütiger Mitwirkung von Frau Felix Schmidt-KÖhne aus Berlin (Sopran), Fräulein Marie Schneider aus Cöln (Alt), fterrn August Ruff aus Mainz (Tenor), Herrn Dr. Franz Krückl aus Frankfurt a. M. (Bass), Herrn Martin Steiner aus Giessen (Orgel), des akademischen Gesangvereins, sowie des durch auswärtige Künstler verstärkten Vereins-Orchesters. Preise der Karten (für Nichtmitglieder), welche in der Ricker’- schen Buchhandlung und Musikalienhandlung von W. Rudolph zu haben sind (woselbst auch Textbücher zu 10 H): 4861 Sperrsitz......3 Nichtnummerirte Plätze im Schiff der Kirche und auf der ersten Emporbühne . . 2 «X Auf der zweiten Emporbühne . . . 1 b«6 b h"teri®e- Leerst fen. N die Hach ul * öem b» Acywiii btcsS> ., $)ie ?l°«