Erstes Blatt. i Erscheint täglirh mit Ausnahme des Montag-. Bureau t Schulstraße 7. tk> «9* 3 FAr. IS. I :cr, ■ Familie. r Urtb W **üt» :igt Nittheilung von Satten, Vaters, Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringettohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. oberen Vereine unb, juges 3y2 Uhr cm g-Comite. -gtUhr-m 12*4 128» w> S'/z lAr. Trlegraphische Depeschru. Wolst's telrgr. LorrespondenZ-Burrau. Berlin, 22. Februar. Die Steuer-Commission des Abgeordnetenhauses berieth Leute über den Bankier-Paragraphen und nahm zunächst den Ab,atz 1 mit bem Amendement des Abgeordneten v- Zedlitz an, wonach alS Kapitalrente d^^ steuerpflichtigen Bankgeschäften und ähnlichen den Geld- und Credltverkehr vermittelnden Geschäften angelegten Kapitalien nach Wahl der -Geschäftsinhaber die v^procenttge Rente des aus der letzten Jahresbilanz sich ergebenben Geschäftsvermögens der Be fteuerung zu Grunde gelegt werden kann. Schließlich gelangte der ganze Bankier Paragraph ^ur Annahm^^ ^^ veröffentlicht die Erhebung des Profeffors FrerichS in den ^blstand.o^^E^^ Fiktion beschloß heute, fürdie hannoversche^KreiS- und Prooivzialordnung in der Fassung der zweiten Lesung stimmen, dttselde! dageg n einstimmig abzutthnen, wenn bet der zweiten Lesung die abgelehnte, von öOCDiacr aut s Neue beantragte ständische Gliederung deS Prooinziallandtags in der dritten Lesung angenommen werden sollte. „ _ ie, .. London, 22. Februar. Im OberbauS beantragt Lord SaliSbmy die Rieder- setzuvg einer königlichen Commission zur Untersuchung der Arbetterwohnungen tn den Städten. Carrington befürwortete Namens der Regierung die Ausdehnung der Untersuchung auf Bauernwobnungen. Der Prinz von Wales befürwortet in längerer Reoe die Untersuchung; er habe jüngst selbst die Arbeiterdistricte besucht und sich von dem schmachvollen Wohnungszustand überzeugt. Der Antrag wird tn der von der Regierung modificirten Faffung angenommen. — Lord Derby theilt mit, daß die Regierung ihr Möglichstes thun werde, um den Förderationsvlan der australischen Colonie zu fördern. . — Da« Unterhaus verwarf mit 81 gegen 30 St'mmen Parnell s Amendement zur Adreffe und nahm hierauf in erster Lesung die Adresse an. London, 22. Februar. Oberhaus. Granville bestätigt, daß heute aus Suakim ein Bericht über die vereinbarte Uebergabe TokarS eingegangen. Eine Nachricht von der thatsächlich erfolgten Uebergabe habe er aber noch nicht erhalten. Die Vorbereitungen der Truppenlandungen in Trinkitat werden daher beschleunigt. Im Unterhause antwortete Gladstone auf eine Anfrage North- AK * * BI«*1' Miite rrs. • Sw-st-r j iben W» 1 ' Wriht! Nrw-Nork, 20. Februar. In dem 8 Meilen von Conneirville (Pennsylvanien) befindlichen Bergwerke hat eine Explosion stattgesnnden. Wählend der Katastrophe besanden sich 75 Bergleute in der Grube. Bis icht find 12 Versauen gerettet, die Mehrzahl derselben ist sehr schwer verletzt.augerdem sind 29 Leichen ausgesunden worden. — Im Süden und Südosten der Vereinigten Staaten hat gestern Abend ein hestiger Tornado gewüthet und sehr großen Schaden ungerichtet, namentlich in Georgia, Alabama, Nord-Carolina und Sud- Carolina. Eine erhebliche Anzahl Menschen ist theils getöbtet, lheils schwer verletzt und zahlreiche Gebäude sind zerstört worden. Die Zeichen einiger Ber- unalückter sind von dem Sturme ans weite Strecken fortgesührt worden. Im Tbale des Ohio hat das Unwetter die Leiden der Opfer der letzten Ueber- schwemmungen bedeutend erhöht, man fürchtet, daß viele Personen umgckommen finb. — Mit dem heute hier eingetroffenen Dampfer „gnfia" sind die Leichen des Commaudaten Der „Jeannette", Kapitän Delong und der mit ihm verunglückten Kameraden gelandet worden. a New -Aork, 21. Februar. Weitere hier eingegangene Nachrichten über den Tornado, welcher in den Südstaaten gewüthet hat, bestätigen die aestriaen Meldungen vollständig. Die von dem Tornado heimgesuchten ^iltncte sind gänzlich verwüstet, einige kleine Städte sind in Trümmer gelegt, viele Personen sind durch die einstürzenden Häuser oder herumfliegenden Mauerstuckege- töbtet, andere durch den Sturm aufgehoben und zerschmettert worden Leichen von Männern, Frauen und Kindern werden in entsetzlich verstümmeltem Zustande aufaefunden. Nach dem Journal „Sun" dürste die ^ahl der Verunglückten 300 bis 400 betragen und gegen 5000 Gebäude zerstört lern. Der angerichtete Schaden wird auf 1 Mill. Dollars geschützt. Bekanntmachung. Betreffend: Die Verminderung der Sperlinge. . , - t Wir brinnpn hiermit rur öffentlichen Kenntniß, daß bis auf Weiteres mit dem Abschießen der Sperlinge innerhalb des von den ^agdbeznken aas- '»■n her Stadt Gießen einschließlich der umzäumten Gärten rc. der Forstschütze Brück und Feldschütze Wenzel dabier beauftragt worden -genommenen B ch ^Feichneten Personen nur auf Anfrage bei dem betreffenden Grundeigenthümer und mit Erlaubmtz bepelben die sind. Es ver) i) f . hürfen Mir dürfen uns aber der Erwartung hingeben, daß bei der allgemein anerkannten Ealamitüt, welche das Ueberhand- ASS0-i ** W di- Sperlinge du.» F«n„. «««■ ~ mir» 61. i»« Sperl.., »--> Pftu.i, -.» -***-. * *0 »-> Uieüen, d-n 22. Februar 1884. GroßherrogltcheS,Pollzemm1 Gießen. 68S'hf..ß% 30 Pfg in. ' , Ä *- Unb Sonntag. 'm SBeinjad lem §OMi)erroaltfi wtrben aber bit‘ „ 1205; jüftüDotfiatii. i @6(1- Gefundene Gegenstände: * sä» ä G Ä-^'den ™rSarG18a8Tn,lBe' 1 StUTmtatC p Fresenius. Nr. 47. «rst-s »ioft. Sonntag den 24. Februar Gichener Anzeiger Amis- und Anzeigeblütt für den Kreis Gießen. cote’4, die Regierung halte es im öffentlichen Interesse für nothwendig, täglich 31t erwägen, was über die Schritte und Erklärungen Gordon's sie mittheilen und was sie zurückhalten solle. . ~ . . Lord Granville erhielt Nachmittags zwei Depeichen, durch welche die Ueberga e von Tokar bestätigt wirb. Das Cabinet trat sofort zu einer Sitzung 3ujf.n1 v Nach dem Cabinetsrathe conreririen der Herzog von Cambridge, Wol- feien unb Hartington iin Kriegsministerium, und wurde constatirt, daß für die Streitkräfte Grahams eine Aenverung der beschlossenen Marschrichtung nicht wohl ausführbar sei, well Truppen in Trinkitat jetzt eingeschifft werden. — Die Nachricht von der Uebergabe Tokars rief die lebhafteste Erregung hervor. Dian glaubt, die Garnlson in Tokar fei zwar mit dem Leben davon- gekommeu, aber alle Waffen sind an die Aufständischen auSgesiefert. Der An- griff Osman Digma'S auf Suakim wäre nahe bevorstehend. Eine weitere Depesche der „Times" sagt, ein großer Theil der Garnison in Tokar wurde vor der Uebergabe getöbtet. — Dem „Daily Telegraph" wird aus Suakim von heute gemeldet: Fünf Soldaten trafen aus Tokar hier ein und meldeten, daß die Aufständischen das Geschütz- und Gewehrfeuer ununterbrochen fortgesetzt hätten, die Garnison habe sich nicht mehr halten können. Am Dienstag habe eine Conserenz nut den Aufständischen stattgefunden, am Mittwoch seien 4 Offieiere von Tokar in das Lager der Insurgenten entsandt worden; letztere hätten verlangt, d,e Garnison sollte die Waffen strecken. Viele Soldaten der Garnison von^Tokar seien befertirt unb hätten in ber Nacht vom Mittwoch bie Flucht ergriffen. Tokar habe sich ben Aufständischen gestern ergeben. — Ein Anschlag am Bureau des „Tally Telegraph"" meldet: „Tokar hat sich ergeben." Der Anschlag enthält weder Details noch em Datum , Petersburg, 22. Februar. Bützow, bisheriger russischer Gesandter m Peking, ist nach Athen versetzt, und Graf Kapnist, BotschaftSrath in Paris, zum Gesandten im Haag ernannt worden. . Kairo, 22. Februar. Eine Depesche Grahams meldet, m Suakun trafen mehrere Kundschafter ein, welche berichteten, der Civilgouverneur unb ber Truppen-Commanbant Tokars hätten am Mittwoch eine Zuiammenkunft mit Osman Sigma gehabt; man sei übereingekommen, daß bie ©arnflon Solar» sich am folgenden Tage ergeben solle. Die Mttthellungen ber Botschafter feien durch fünf später eingetroffene Soldaten der Garnison Tokars durchweg bestätigt- da aber bisher keinerlei Nachricht von ber wirklich erfolgten Ergebung ber Garnison eingetroffen, werbe bie Ausschiffung ber Truppen in Trinkitat möglichst beschleunigt. _ Zur Berufswahl. Alliäbrltck um die Oäerzett, wenn Tausende und Abertausende von Knaben unb Jünglingen die Schule verlassen, um in einen praktischen LebenSberuf übnzutreten, trttt eine febr ernste ftraae an die Ettern wie die Kinder heran: Die Berufswahl. Kaum -m- anbere Sroae im L-b-n HM bl- W'ch'igk-tt wie bleit. Wohl unb W-h- Einzelner wie kanz-rFamUien hängt von ber richtigen BeruiSwohl ab unb flerabe sie tfi mtt ben mannigfaltlgflen Schwi-rigk-it-n oerknüvit. Eine ungezählte Menge °°nM'ßgriffen werden gerabe in bet B-rusSwahI gethan unb ein großer Theil socio en ElenbS hängt mit ihr zusammen Aber auch flerabe bie große Anzahl ber Schwierigkeitm bei dn Berufswahl fübren den ruhigen Beobachter zu der leider noch viel zu wenig bekannten Wahrheit, daß es eine sehr zuverlässige Vorbereitung für den künsttgen ^benSberuf nicht nur in der Schule, sondern zumal auch in der Familie, im Eltrrnhause gibt. Indem wir keineswegs den hohen Werth der Schule für die Ausbildung der setfttgen Fähigkeiten der Jugend verkennen, so bleibt die Ausrüstung der Knaben uud 3ü"S- lknae für da? Bnufsleben doch tn so hohem Matze lückenhaft, wenn nicht auch Eltern und Pfleger dem Geiste des herangewachsenen jungen Geschlechts eine katsprechende ^ziehung zu geben verwögen. In der Schule wird in der Hanptsa^e l« auch immer mir die Gesammtheit unterrichttt und können dort die individuellen EigenihümlichkeiieL der Schüler durchaus nicht so beobachtet und verfolgt, angcspornt oder eingeschränkt «erden wie in der Familie. Und waü können die Eltern nicht für die Charaktereigenschaften ihrer Kinder thun, ja, für die Charaktereigenschaften, welche für eine glückliche Berufswahl wichtiger sind als alle Talente. Oder wird ein in Bescheidenheit und Gehorsam erzogenes Kind seinen Geist auf ettele, unerreichbare Ziele richten? — Wird es nicht vielmehr guten Ratbschlägen folgen und mit gegebenen Verhältnissen zu rechnen wissen. Und selbst glänzend beanlagten Jünglingen sind vorzügliche Charaktereigenschaften, zumal die Bescheidenheit und die Unterordnung unter den Willen erfahrener älterer Personen dringend nöthtg, denn wie viel hochbegabte junge Leute erreichen ihr Ziel auS Mangel an guten Characteretgenschaften nicht, indem sie der Eitelkeit, der Zügellosigkeit, ja, selbst thörichtem Größenwahn verfallen. Mäßig, ja, selbst schlecht degabie Jünglinge mit guten Characteretgenschaften, mit Bescheidenheit, Gehorsam und Fleiß ausgerüstet, erreichen dagegen meistenihctls, wenn auch erst nach längeren Mühen, ihr Ziel. Aus dieser kurzen Charactertsirung deS Wesentlichen, waS bei der Berufswahl eine ausschlaggebende Rolle spielt, werden gewiß alle Eltern ihre Verhaltungsmaßregeln gegen ihre Kinder erkennen, und waS sonst noch für die Zukunft deS jungen Geschlechts nöthtg Ist, sind die bekannten Wahrheiten der LebenSpraxis. Niemand soll ein Kind zu etnem Berufe zwingen, sondern nur mit guten Rathschlägen und Vorstellungen zu wirken suchen. Niemand soll aber auch sein Kind einen Beruf ergreifen lassen, der alS rin Ausfluß der Eitelkeit wett über die Talente deS Knaben oder daS Vermögen der Eltern h'nauSgeht. In allen Fällen ist eS aber auch wichtig, sowohl mit den bisherigen Lehrern deS Knaben und JÜngltngS alS auch mit erfahrenen Männern des Beruf«, den der junge Mann wählen will, über die betreffenden Anforderungen und Aussichten auf eine gute Lebensstellung zu sprechen. Noch wäre auch tn vielen Fällen, wo eS sich um schwächliche oder kurzsichtige Kinder handelt, deren eS jetzt so viele gibt, der Ruth eine- Arztes bet der Berufswahl wichtig. Denjenigen aber, welche Beamte, Lehrer, Officlere u. s. w. werden wollen, empfehlen wir noch das Buch „$)te Berufswahl im Staatsdienste", verfaßt vom kaiserlichen RechnungSrath Dreger und erschienen in C. A- Koch'S Verlag tn Leipzig (Preis 2 M- Lokale». Gießen, 23. Februar. (Pfennig-Sparkasse.) Die hiesige Pfennig-Spar, kaffe hat »bre Thätipkett am 1. Juli 1881 begonnen. BtS zum 31. December 1883 hat sie 2475 Sparbüchelchen auSgegeben. Eingelegt wurde vom 31. Juli 1881 bis 31. December 1882 . JL 32737,90 vom 1. Januar btS 31. December 1883 . . . , 21726,50 Sa. v* 54,464,40 Zurückbezahlt wurde durch die diesige Spar- u. Leihkaffe bis zum 31. December 1882 . . ** 3409,15 vom 31. Jan. bis 31. December 1883 „ 5204,37 Sa. JL 8613,52 ES verblieben also an Einlagen am 1. Januar 1884 JL 45,550,88 Die Einlegestation am Wallthor ist leider etngegangen, ohne daß sich btS jetzt ein anderer Erheber gefunden hätte. Dasselbe steht tn Kürze am Neuenweg bevor. Bei der großen Bedeutung, welche die Pfennig-Sparkasse für die gering Bemittelten hat, denen sie eS ermöglicht, einen Sparpsenntg für Nothzetten zurückzulegen, gibt sich do« Curatortum der Hoffnung hin, doch noch Leute zu gewinnen, welche sich der kleinen Mühe unterziehen, wöchentlich einmal die Spareinlagen entgegenzunehmen. Vielleicht trägt diese Mittheilung dazu bet, einen oder den andern Geschäftsmann dazu willig zu machen. Gießen, 22. Februar. (Theater.) Die heutige Aufführung deS Moser'sehen Lustspiels: „Der Veilchenfresser" hatte ein dichtgedrängtes Auditorium herbetgezogen. Begreiflicherweise nahm der Gast, Herr Eugen Stägemann vom Stadt- theater zu Frankfurt a. M. die Aufmerksamkeit der Hörer hauptsächlich in Anspruch. Die Noblesse seines Spiels, seine ungezwungene Geberde und die Sicherheit, mit der er den bet allem Flattersinn doch Innerlich guten und edlen Charakter de« L^llchen- sreffers zeichnete, verdienten den lebhaften Beifall deS Publikums in hche^."Gr^de. Daß der Künstler auch auf ein cavalterwäßiges Aeußere Gewicht legte, erhöhte noch den günstigen Eindruck. So vergaß er nicht, wie seine Vorgänger, sich beim Obersten in Helm und Säbeltasche zu melden und zur Gesellschaft im Landhause der Frau von Wtldenheim den Säbel mitzubrtngen. Die allgemeine Wehrpflicht hat eben auch das Theaterpubltkum in militärischen Dingen unterrichtet. Dennoch ist es uns nicht recht ersichtlich geworden, ob des Künstlers Naturell und Ausdruckswetse sich gerade für die Verkörperung jugendlicher Liebbaber vornehmlich eignet. Wir würden Unrecht thun, angesichts des Gastes des hiesigen Personals zu vergessen. Schon das sichtbare Bemühen, dem Gaste nicht nachstehen zu wollen, fordert Anerkennung. Fräulein Pögner I. gab die junge geistreiche Wtttwe von Wildenheim natürlich und onmuthig in Ton und Geberde. Nur das dramatische „R" lief der Darstellerin zuweilen mit unter. — Herr Schönwasser war als schüchterner Referendarin« v. Feld ganz an seinem Platze. — Dem strammen Oberst mit dem grauen Kopfe und jugend, lichen Herzen entsprach Herr Schreiner völlig. — In den kleineren Rollen verdienen Frau Brede (Frauv. Berndt), Fräulein Kohrsen II. (Valeska),Fräulein Pögnerll. (Frau v. Belltng), ?rautlecht (Unteroffizier) und Herr Peters (Offizier- hursche) lybenhe Erwähnung. = Die Vertreter? her hiesigen Burschenschaften: Germania, Alemannia, der Adelphta, deS Wingolf, der katholischen Studentenverbindung Haffo-Rhenania, deS Ver; Landes wissenschaftlicher Vereine und der Nichtcorporationsstudenten haben den in Gegenwart des derzeitigen Rectors gefaßten und von demselben bestätigten. Beschluß, „daß der Vorantriti Lei ttudenttschen Aufzügen und das Präsidium bet Commersen künftighin nach einer durch daS Loos zu bestimmenden Reihenfolge stattfinden soll", am schwarzen Brett der Aula anheften lassen. Vermischte». — In Parts gibt'S einen Club, der nur von Mitgliedern deS höchsten Adels und der Diplomatie besucht und in welchem nach der Tafel gespielt wird und zwar sehr hoch. Welcher Lärm entstand neulich Abends, als man bemerkte, daß einzelne Karten mit feinen Nadelstichen gezeichnet waren. Alle Zimmer wurden sofort durchsucht bis zu den Dachkammern der Diener hinauf. Und siehe, unter dem Bette eine« Dieners fand man ein Kästchen mit 100,000 Frcs. in Werthpopteren und vielen gezeichneten Spielkarten. Der Diener verweigerte jede Auskunft über seinen vornehmen Partner in dem Club und selbst die Polizei Hot ihm den Mund noch nicht öffnen können. Corrlger la fortune, das heißt, man muß dem Glücke nachhelfen, ist ein altes französisches Sprüchwort. — (Angenehme Bekanntschaft.) Richter (ironisch zu etnem Strolch): „Na lieber Freund, ich dächte, wir kennen uns wohl schon!" — Strolch: „Jewiß, Herr Präsident, jewtß! War mir auch immer schmeichelhaft! Wie befindet sich denn Ihre werthe Familie?!" , . „ — Nach den statistischen Ermittelungen deS Verein« deutscher Eisen-und Stablindustrieller belief sich die Roheisenproduction des deutschen Reichs (einschließlich Luxemburgs) im Monat Januar 1884 auf 280 062 Tonnen, darunter 168 940 Tonnen Puddelrohetsen, 8708 Tonnen Spiegeleisen, 37 292 Tonnen Bessemer, 33 459 Tonnen Thomasrohetsen und 28 463 Tonnen Gießereiroheisen. Die Production im Januar 1883 betrug 278 995 Tonnen. _ m — Eine für die Geschäftswelt recht nützliche Erfindung hat der Buchhalter tn durch ein neue« Buchführungssystem gemacht. Dieses System ermöglicht bei ganz geringem Zeitaufwand die ganze Lage eines Geschäfts klar durch ein eigenartige«, sich selbst conttolirendes Zahlensptel nicht nur an jedem Tage, sondern zu jeder Minute zu übersehen. Man hat z. B- da stet« fertig: die Höhe der Schulden und Außenstände, die Bestände, den Umsatz, die Einnahmen und Ausgaben für die verschiedensten Zwecke re. von jedem Zeiträume. Die Buchführung paßt für das kleinste wie größte Geschäft und kann selbst vom Handwerker leicht gehandhabt werden. Die Anlettung, betitelt -O. Vopp^S neue Buchführung-, erschien schnell hintereinander tn 4 Auflagen im Verlage von Richard Hahn in Leipzig. Literarische». »Wie wird man Maschinentechniker?" ist der Titel einer kleinen SLrtfti die soeben erschienen und von K. Weitzel, dem Director des Technikum Mittweida, der ältesten Fachschule für Maschtnen-Jngenteure und Werkmeister in Mittweida (Kgr. Sachsen), herauSgegeben worden ist. Die Schrift behandelt durchaus erschöpfend alle Fragen, die für einen jungen Mann, welcher sich dem maschinentechnischen Fache widmen will, von Wichtigkeit sind, sie gibt Winke und Rathschläge, xn't, wo und wann die praktische Ausbildung tn der Fabrik am zweckmäßigsten oorzunehmen ist und auf welche Weise da« Studium auf der technischen Schule am nutzbringendsten rottb. bespricht die Aussichten, die man als Maschinentechn'ker hat, gibt die Forderungen an, welche an den anzustellenden Techniker von den Maschinenfabrikanten gestellt werden rc- Eltern, Vormünder, Erzieher. Schuldirectoren, Fabrikanten, Ingenieure, Techniker^ Werksührer u. s. f. seien auf dieses billige Schriftchen (1 ^L) ganz besonders aufmerksam gemacht. E« kann durch jede Buchhandlung bezogen werden. Handel und Verkehr. Gießen, den 23. Februar. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund JL 0.90—1.00. Hühnereier per Stück. 5—7 Enteneier per Stück 7—0 Gänseeier per Sick. 11—00 H, Käse Sick. 5—10 H, Kasematte 3 Erbsen per Liter 20 Linsen 32 H, Tauben per Paar 80—1,00 Hühner per Stück at 0.85—1.20, Hahnen per Stück JL 0.90—2.00, Enten per Stück L 3.40—4.00, Milch per Liter 13—18 Gänse per Pfd. $ 00—00, Zwiebeln per Ctr. JL 12—00, Weißkraut per Hundert 0—0. Zirr gefl. Beachtung. Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheilung über Inserate rc. können ro*r nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzurcicben find, ist die Expedition zu keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertcnbriese sind — soweit keine bestimmten gegentbeiligen Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition abzuholen. .................... I Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. Februar: 21. Der Hilfsbremser Johann George mit Margarethe Barbara Opper, Tochter des Arbeiters Friedrich Opper II. zu Gießen. 22. Schuhmacher Heinrich Koob zu Gießen mit Katharine May, Tochter des vcrstorbeneu Hirten Georg May iu- Offendach a. M. Eheschließungen. Februar: 17. Schneidermeister Johannes Valentin Jordan mit Johannette Adolfine Ramspeck, Tochter des verstorbenen Schneidermeisters Friedrich Ramspeck zu Gießen. 20. Der practische Arzt Dr. Carl Heinrich Friedrich Käß in Osthofen mit Marie Betty Adami, Tochter des Kaufmanns Georg Adami zu Gießen. 22 Schuhmacher Heinrich Ludwig mit Anna Elisabethe Honig, Tochter des verstorbenen Arbeiters Wilhelm Honig zu Gießen. 22. Bäcker Paul LouiS Wilhelm Oertel mit Anna Marie GertrudiS Kleinfelder, Tochter de« verstorbenen Dachdeckers Amon Christian Kleinfelder zu Gießen. 22. Lehrer Conrad Ludwig in Ulfa mit Adelhaid Böning, geb. Dietz, Wtttwe deS Uhrmachers August Böning in Freienseen. Geborene. Februar: 8. Eine Tochter von auswärts, Ida Katharine. 10. Dem Schuhmacher JonaS Weber zu Homburg a. d. H. ein Sohn, Carl. 12. Dem Oeconom Georg Ockel ein Sohn, Georg Martin. 13. Dem Fabrikarbeiter Christoph Rinn ein Sohn, Heinrich. 13. Eine Tochter von auswärts, Anna. 14. Dem Schlosser Heinrich Jakob Schneider eine Tochter, Elisabethe Johanna. 14. Dem Kaufmann Emil Fischbach eine Tochter, Minna. 14. Dem Schuhmacher Carl Bonarius ein Sohn. 15. Dem Kaufmann Otto Balzer eine Tochter. 15. Dem Bierbrauer Philipp Lmdenstruih eine Tochter, Luise. 15. Ein Sohn von auswärts, Georg. 16. D-m Heizer bet der Oberhessischen Eisenbahn Karl Hilgärtner eine Tochter. Pauline. 16. Dem Schmelzermeister Dietrich Scheer em Sohn, Joseph. 17. Dem Schuhmacher Gottfried Dörr eine Tochter. 18 Dem Cigarren- macher Georg Conrad Schmidt eine Tochter, Martha Elisabethe. 19. Eine Tochter von auswärts, Elisabethe. 20 Dem Dienstmann W'lhelm Heil ein Sohn. 20. Dem Büchsenmacher Carl Albert Schultz ein Sohn- 20. Dem Schlosser meister Edmund. Nagel ein Sohn, Heinrich Valentin. 20. Eine Tochter von auswärts, Anna. Gestorbene. Februar: 17. Marie Deubel, 84 Jahre alt- 17. Josephine Fröhlich, 25 Jahre alt, von Mapperzell. 18. Der Hospitalit Ludwig Feger, 81 Jahre alt. 21. Schneidermeister Heinrich Wtedmeyer, 63 Jahre alt. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadl Gießen. Evangelisch? Gemeinde. Getraute. Den 17. Februar» Friedrich Ludwig Richard Robert Rüger, Cigarrenarbtitte )ü Gießen und Elisabethe Hardt zu Gießen. Denselben. Johannes Valentin Jordan, Schneider zu Gießen und Johannette Adolfine Ramspeck, ledige Tochter des verstorbenen Schneidermeisters Friedrich Ramspeck zu Gießen. Den 20. Februar. Dr. Carl Heinrich Friedrich Käß, praktischer Arzt zu Osthofen und Marie Betty Adami, ledige Tochter des Kaufmanns Johann Georg Adami zu Gießen. Den 22. Februar. Paul Loul« Wilhelm Oertel, Bäcker zu Gießen und Anna Marie Gertrude Kleinfelder, ledige Tochter des verstorbenen Dachdeckers Anton Christian Kleinfelder zu Wetzlar. Denselben. Heinrich Ludwig, Schuhmacher zu Gießen und Anna Elisabethe-' Honig, ledige Tochter deS verstorbenen Handarbeiters Wilhelm Honig zu Gießen. Denselben. Konrad Ludwig, Lehrer zu Ober-Lais und Adelheid Böhnins, geb. Dietz, eine Wtttwe, zu Fretenseen- Getaufte. Den 16 Februar. Dem Premier-Lieutenant Oscar von Scheven ein Sohn, Horst Günther, geboren den 14. August 1883. Den 17. Februar. Dem Professor Dr. Gustav PeScatore eine Tochter, Anna Elisabeth, geboren den 5. Januar. Denselben. Dem Schneider Johannes Diehl eine Tochter, Anna Marie Katharine, geboren den 6. Januar. Denselben. Dem Schlosser Georg Heller eine Tochter, Auguste Katharine., geboren den 14. Januar. Denselben. Dem Cigarrenarbeiter Ludwig Rüger eine Tochter, Bertha, geboren den 14. December 1883. Denselben. Dem Schreibmaterialienhändler Friedrich Kühn eine Tochter,. Friederike Eleonore Veronika, geboren den 24. December 1883. Denselben. Dem Feldwebel Konrad Ziegler ein Sohn, Ernst Andreas Hans» geboren den 23. Januar. Den 19. Februar. Dem Rechtsanwalt Dr. Emil Dtttmar ein Sohn, Emtk Gustav, geboren den 17. Januar. Beerdigte. Dm 17. Februar. Friederike Udrtch, geb. Frauke, Wtttwe des Lehrers Ludwig Ubrich, alt 78 Jahre, starb 15. Februar. Den 18. Februar. Hermann Ferber, Gymnasiallehrer a. D., alt 31 Jahre, starb den 15. Februar.________________ _______ ** Die häufigen Klagen über die Erfolglosigkeit einer Annonce und das dafür weggeworfene Geld würden verstummen, wenn man von Haasenftein & Vogler in Frankfurt (Main) über die Form, den Inhalt und die geeigneten Zeitungen zuvor fachmännischen Rath einholen möchte. ♦ 962 L n > her 'S - • rb(i$.£ in t M Haas - Gieße» Freitag ullen biejur Men ^riebb irjorderlichen i/ä2 llljr in) Irlbft buch örje Slccorb gegeben Erdarbeit Maurerarbeit Steinbrecher! Ztemjahren Ltemietzen Lchiaäenmehi! Mlieietung illauer janblie 'Mauersand z Steinhauerar lieferiM) ..jiiniiierato ^adjbederarhe ^chreinerarber EchlMarbeit MMnberarb Gießen, am 1301 R Vns N Mittt d-J.kvon Do Wen m der W Schlag Liebere der Llch nac vechigert iverd 17 M Eick Meter, 3.- Stöd Fick meter, 3.— jwg und Wtenstai Zchni ilotbei. Jugh; ■Ntigtn 2 «t.269 2 31t 128t 458 272 478 ft» Ä&b Wg Brodprene vom 2 4. Februar bis 9. März 1884. der Bäcker H 1 zrgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 28 bei M. Lenz n. E. Steinberger 27 2 „ (4 Pfd.) Weißbrod .... 56 bei M- Lenz u. C. Steinberger 54 1 ,, (2 Pfd.) Schwarzbrot» 1. Sorte 25 bei M. Lenz u. (5. Steinberger 24 2 „ (4 Pfd.) Schwarrbrod 1. Sorte 50 bei 'DL Lenz u. 6. Steinberger 48 1 „ (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 22 bei M. Lenz, u. (£. Steinberger 21 2 „ (4 Pfd.» Schwarzbrod 2. Sorte 44 bei M- Lenz u. E. Steinberger 42 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei L. Keil, Georg Müller, K. Haas..... 66 der Brodverkäuser 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißdrod .... 28 2 „ (4 „ ) ......56 1 ,, (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 25 bei Hch. Rain 22 2 . (4 ■ ) Schwarzbrod 1. Sorte 50 bei Hch. Rain 44 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte — 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 22 bei Hch. Rain 21 2 „ (4 , ) Schwarzbrod 2. Sorte 44 bei Hch. Rain 42 3 „ (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 60 Gießen, den 23. Februar 1884. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Verkäufe und Verpachtungen, Betheiligungen, Stellen-Vakanzen etc. werden am sichersten durch Annoncen in zweckentsprechenden Zeitungen zur Aenntnih der bez. Reflektanten gebracht; die einlausenden Offerten werden den Inserenten im Original zugesandt. Rädere Auskunft ertheilt die Annoncen-Expedition von Rudolf Moffe, Frankfurt a. M-, Roßmarkt Nr- 3. 73 Auswanderer nach Amerika durch die in ß 9 nach New-York fahrenden Dampfer des. Norddeutschen Lloyd Bremen, sowie den billigeren Post. Dampsern über Hamburg. Antwerpen Rotterdam und Liverpoot befördert zu gleichen Preisen, wie an den Hascnplätzen i240 Chr. Wallenfels. imts Nro. ,8"nn' >* Ve'nt, Stimmt n rbzubolen. Wt Varb°t° »uhmachrr Heinrich :on Mey & Edlich 1300 Einen kräftigen Jungen, der bereits Wickel gemacht hat, sucht zum Erlernen des Kautabak-Spinnens Arnold Mueller. Unter beachtenswert Hose, des F teUer Zwi Mbischen tz Mnet, de Table d’höte um 1 Uhr. Hraua, Hütel zum Herzoglichen Haus. 1317 22. De 23. Di 24. Bi 25. Fi 26. K 29.$ 30.? 31.5 32.3 Gesucht tüchtiger Geometer Feststellung deS Niveau s roüib?. La Sronfart v. ^cht ung(aubi N die halt N ber^nu ist inb wie durch bii 'ch und die daß es auiiii W'chiEi, "Irlich den' 'M Karcher ? Mer v Mrn Ich Ntn eine stressen u Regiment! 8« beglüch Da; und »ittu 4)annoDer Teilung ei ^bußischen princi; Wüer’jc 0; N-$ar( .^Nehkniat bet Vorlage Dkiidi Stadttheater in Giessen, Fastnacht-DienStag, 26 Februar er. 10 Vorstellung im 5. Abonnement Redactton: A. Scheu da. — Druck und Verlag der Brübl'schen Druckerei (Tfr. Cbr. Vtetschl in Gießen. Die heutige Nummer enthält 2 Blätter und 1 Beilage. L Wiener, Worms a. Rh. empfiehlt: 1883r Rhrrii-Wtin pr. Ltr. 50 Pf., 1881r pr. Ltr. 75 Pf. Sonntag den 24.Iebruar: Tanzmusik in der Restauration H. Schmidt 1. Le 3. Sei 4. en 6. 6m 7. Sri 8. Pr- 9. 3“t 18. 3« 19. Sui 20. Rai «t. Bei Gelegenheit des am Sonntag den 24. Februar er., Nachmittags 3V2 Uhr, stattfindenden MaSkenzugeS halte ich mein Htitel oder DaS liederliche Kleeblatt. Große Zauberposse mit Gesang in 3 Acten von I. Nestroy. Musik von A. Müller. Anfang 7j/2 Uhr. — Ende 10 nach Uhr. F. Braurecht. Baron Lleblg’s Malto - Leguininose - Mehl, -C'hocolade und -Chocolade-Pulver von Starker L Pobuda, Kgl. Hoflieferant, Stuttgart. 142 Beste blutbildende und leicht verdauliche Nahrungsstoffe für Kinder und Erwachsene, von vielen medicin. Autoritäten warm empfohlen. Niederlage in Gießen bei Carl Schwaad und H. Kinkel, Conditorei. eif 1290 Ein rnöblirtes Stübchen zu ver- miethen.__________ Sandgasse 47. 1291 Das obere Logis meines Vorderhauses ist zu vermiethen, beziehbar sofort. ____Emil Junker, Asterweg 7. 1303 Eine Stube zu vermiethen. ______Wallthorstraße 49 I. 1305 Ein Familienlogis zu vermiethen __ ..bei Earl Heil, Schützenstraße. 1306 Der zweite Stock meines Hauses zu vermiethen. Heinzerling, Rügelpf. 2. 1285 Ein kleines Logis sofort zu vermiethen bei Wwe. Plank, Wolkengasse. Todes -Anzeige. 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