1881 Samstag ben 22 November Nk. 271 « Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Breil vierteljährlich 2 Mar-? 20 Pf. mit Brtngerl«chrr Durch die Post bezogen vrertsljäbrlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint IL-lich mit 9hiSn»§tne de- Vtentaft«. Bwv<»n t Schulftraße 7. und der eonservativen Oberhaus-Majorität in Aussicht stand, wird jedenfalls auf dem Wege gegenseitiger Verständigung ausgeglichen werden. Die versöhnlichen Erklärungen, welche Mr. Gladstone in der Montagssttzung des Unter- Hauses über Die Wahlresorm-Bill und über die Bill, betr. die Neueintheilung der Wahlkreise, abgegeben hat, haben ihren Widerhall im Oberhause gesunden, indem von Diesem am Dienstag Die Wahlreform-Bill nach kurzer Debatte ohne Abstimmung in zweiter Lesung angenommen wurde. Auch eine am gleichen Tage zu London abgehaltene conservative Versammlung erklärte sich mit den RegierungS-Vorschlägen und der Resorm-Vorlage einverstanden, unter der Voraussetzung, daß die Regierung eine für beide Theile befriedigende Bill über die Neueintheilung der Wahlkreise einbringen werde. Die allgemeine Politik des Cabinets Bernaert war in der Dienstagssitzung der belgischen Repräsentantenkammer der Gegenstand einer Interpellation des früheren liberalen Cabinets-Chess Fröre-Orban. Besonders wünschte derselbe zu wissen, ob das jetzige belgische Cabinet bei der früheren Politik verharren werde. Die Auskunft des Ministerpräsidenten Bernaert war kurz und bündig, er erklärte, die Regierung habe es nicht nöthig, sich über Verbleiben oder Demission der Mitglieder des Cabinets Malou auszulasien; die Regierung wolle die gowErnementale Action einschränken und dafür der persönlichen Initiative größeren Spielraum gewähren; die Schulgesetz-Frage glaube die Negierung in wahrhaft liberaler Weise gelöst zu haben. Die liberale Opposition wird von diesen schroffen Erklärungen nicht allzusehr erbaut sein. Die am Sonntag in Bukarest stattgesundenen Communal- w ah len sind durchweg im regierungsfreundlichen Sinne ausgefallen. Es dürsten daher auch die am Dienstag begonnenen Parlamentswahlen ein für das Ministerium Bratianu günstiges Resultat ergeben. Von General Gordon sollen aus dem Wege über Dongola schon wieder Briefe in Kairo eingetroffen sein, des Inhalts, daß in Khartum Alles gut stehe. Man kann gegen diese fortwährend in hoffnungsseligem Sinne gehaltenen Mittheilungen Gordon's ein gewiffeS Mißtrauen nicht Unterdrückers, zumal da ietzt £:<* verbürgte Nachricht emgelausen ist, daß Ondermann, das stärkste Außenwerk Khartums, den Sudan-Rebellen in die Hände gefallen ist. ä„,, ' bem Telegraphische Depeschen. Wolff s teuft«. Lorresporrdrrrr-BirrtO«. Berlin, 20. November. Die Eröffnung des Reichstage« wurde durch Seine Majestät dm Kaiser tn Anwesenheit sämmtlicher Prinzen, de« Reichskanzlers und des gesammten Bundesraths vollzogen. Die Dtplomatenloze war stark besetzt. Die Botschafter Frankreichs, der Türkei und mehrere Gesandte waren anwesend; für die Mitglieder der Congoconferenz war eine eigene Loge reservtrt. Die Thronrede war mehrfach von lebhaftem Beifall begleitet, namentlich die Stellen über die Colonialpolittk, die Conferenz und der Schlußpassus. Nachdem der Reichskanzler den Reichstag für eröffnet erklärt hatte, brachte der bayrische Bevollmächtigte ein dreifaches Hoch auf Se. Maiestät den Kaiser aus, welche« begeistert ausgenommen wurde. ,, „ B Hieran schloß sich die erste Sitzung de« Reichstages. Der Alterspräsident Generalfeldmarschall Graf Moltke eröffnet die Sitzung und beruft provisorische Schriftführer. Der Namensaufruf ergibt 262 anwesende Mitglieder. Das Haus Ist also beschluNLhig.^o 2 Uhr findet die zweite Sitzung statt. Tagesordnung: Präfi- dmten^bl^n, 20 November. Es ist schon gemeldet worden, daß Deutschland und die amerikanische Union bte Association Africaine anerkannt haben. Ich erfahre nun zuverlässig. daß diese Anerkennung selten« Deutschlands vor etwa 12 Tagm durch«eine mit der Association abgeschlossene Convention erfolgt ist, in welcher ousdrücklrch die Sicherheit deS freien Handels im Gebiet der Association stipultrt ist. Man ist übrigens n Kreisen der Conferenz, namentlich unter den kaufmännischen Interessenten, die sich aus Anlaß derselben hier eingefunden haben, der Meinung, daß der Congo der Association ganz m übergeben sei. Das deutsche Schriftstück, dos der Konferenz rugegangen und heute bereits von der niedergesetzten Commission berathen worden tft, be.chäftigt sich nur mit der Freiheit von Handel und Schifffahrt auf dem Congo. Die Commission wird sich außerdem nur mit der Festsetzung geographischer Abgrenzungen, aber nicht, wie einzelne Blätter melden, mit Besitzansprüchen beschäftigen. Paris, 20. November. Dem „Temps" zufolge würde die Erhöhung deS Ein- gangSzolles auf ausländisches Getreide 3 Frcs. nicht übersteigen. . , . - Der Marinemintster erhielt eine Depesche, wonach die Bai Tadiura bet Obock von den Franzosen besetzt ist. DaS Journal „PartS" schreibt, einem Telegramm Bridre's vom 15. November zufolge seien die Kanonenboote .Eclair und .Trombe", als sie nach Vervrovtantirung Tyenquans den hellen Fluß heruntergefahrev, ;°m F-lnbe heftig angegriffen worben, wobei 1 Matrofe gelobtet, 8 «erwunbet würben. Oberst Tuch-Sn- fei obgefenbet, um bte Gegend nom Retnbe ju Zubern unbbleer- mflbete Garnison Tuy-nqu-nS abjulbfen. JBritre fügt hinzu, eS seien MO Ehlnesen siznallNrl, welche ben rothen Fluß h-rabkSmen, er fei aber bereit, dieselben zu em- pfangen. — ,’BarlB' melbct ferner, es würben drei Kreuzer ersten Ranges, „smagon*, ,2gperonje* und ,$imangel* ausgerüstet, um da« Geschwader in Ostasten zu verftürke^ Kongre^ bir lanbwirlhschasllichen Vereine sprach stch einstimmig für Erböbuua der R5Qe auf ausländisches Getreide au«. . , . — Bon Mitternacht bl« Abends 6 Uhr 25 Cholera-Todesfälle, davon 6 in der Stadt, 19 in den Hospitälern. — In Nantes gestern 2 Cholera-TodeSfälle. u. Madrid, 20. November. Gestern tn Toledo zwei Cholera-Todesfälle, in 20. November. Der Eisgang auS dem Ladogasee hat begonnen; 5 Grad Kälte und Schl'tt-r.b^hn . c. Bremen, 20. November. Die Rettungsstation der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphirt: Am 19. November von dem russischen Schmier „Anna Victoria", Kapitän Weide, gestrandet bei Arcona, mit Schwefelkies von Dortrecht nach Wolgast bestimmt, 8 Personen gerettet durch das besohlen. N oll 6« Hl. Irandplah ( hlstrab V gUpPJ^ Politische Ueberficht. Gießen, 21. November. Die letzten Stichwahlen zum Reichstage liegen nun zwar schon mehrere Tage hinter uns, aber noch immer klingt die Erregung, welche diesmal gerade die engeren Wahlen hervorgerusen hatte, in der Presse der verschiedenen Parteien nach. Die diesmaligen Stichwahlen bieten allerdings einen reichen Stoff zu Erörterungen und Betrachtungen dar, Betrachtungen, die für den, welcher aufrichtig Deutschlands Größe und Wohlergehen wünscht, allerdings nicht immer erfreulicher Natur sind. Inzwischen lenkt die am Donnerstag erfolgte Eröffnung des neuen Reichstages den Blick von dem Parteigezänk ab und läßt ihn den Aufgaben desselben sich zuwenden. In deren vorderster Linie stehen die Colonialpolitik und die Socialresorm, welche daher der neubegonnenen Legislatur-Periode ihr Zeichen aufdrücken werden; ob die Lösung gerade dieser Aufgaben durchgängig im Sinne der Reichsregierung erfolgen wird, steht freilich noch dahin, zumal da die Parteiverhältniffe im neuen Reichs- tage noch der Klärung bedürfen. . ., . Jm Bundesrathe wie im preußischenStaatsrathe sind dieser Tage wichtige Angelegenheiten zur Erledigung gelangt. Jener genehmigte die Postdampfer-Subventions-Vorlage und den bekannten Antrag Ackermann, betr. Abänderung von § lOOe der Gewerbeordnung, wonach bekanntlich Meistern, welche keiner Innung angehören, das Halten von Lehrlingen verboten werden kann, dagegen hat der Bundesrath den Antrag Windthorst, das sog. Expatriirungs- gefetz aufzuheben, abgelehnt, mithin auch den Reichstagsbeschluß, durch welchen der Antrag Windthorst mit großer Mojorität genehmigt wurde. Die National- liberalen, welche fast allein dagegen stimmten, werden, da der Bundesrath nunmehr ihre Auffassung theilt, über deffen Votum eine besondere Genugthuung empfinden. Der preußische Staatsrath seinerseits hat die Postsparkaffen-Vor- lige nach langer und animirter Discussion im Wesentlichen g'emäß dem Regierungs-Entwurf angenommen. . Die für Dienstag, den 18. November, angekundrgt gewesene zweite Sitzung der Congo-Conserenz hat erst am folgenden Tage stattgesunden. Das Programm der Conferenz scheint noch immer nicht in allen seinen Einzelheiten sestzustehen, was bei der Massenhaftigkeit des zu bewältigenden Materials allerdings nicht Wunder nehmen darf und da die Verhandlungen geheim gehalten werden sollen, so wird sich wohl über dieselben vorläufig nichts Wesentliches wiedergeben lassen. . Die „Nordd. Allgemeine Zeitung" stellt das gelammte Resultat der Reichstagswahlen — mit Einschluß der fünf erforderlichen Doppelwahlen — wie folgt, zusammen: Conservative 78, Reichspartei 28, Nationalliberale 51, Centrum 100, Welfen 10, Polen 16, Deutschsreisinnige 67, Volkspartei 7, Socialdemokraten 24, Elsässer 15 und 1 Däne. Da hiermit die von anderer Sette gemachten Angaben noch differiren, wenn auch nicht wesentlich, so dürfte erst das osficielle Mitglieder-Verzeichniß des Reichstags endgültigen Aufschluß ertbeilen. Am Dienstag ist der Schluß der in Pesth versammelt gewesenen Delegationen beider Reichshäiften erfolgt. Der Minister de« Auswärtigen. Graf Kalnoku sprach in der österreichischen Delegation die Anerkennung und den Dank de« Kaisers siir die patriotische Auffassung und Opferwilligkeit aus, von denen die Delegirten bei ihren Berathungen und Beschlüssen geleitet worden seien Ebenso bankte der Minister Namens des gemeinsamen Ministeriums für das demselben bewiesene Vertrauen und Entgegenkommen. In der That sind die diesmaligen Delegations-Verhandlungen ganz besonder« glatt verlaufen und auch an den sonst üblichen kleinen Differenzen zwischen den beiden Delegationen hat es diesmal gänzlich gefehlt. Besonders hervorzuheben tst, daß die auf Er. Haltung des Friedens gerichtete Politik des Grasen Kalnoky und. namentlich fein strenges Festhalten am Bündniß mit Deutschland im Allgemeinen die Unterstützung und Anerkennung der Delegationen gesunden hat und so kann die öfter* reichliche Regierung aus dieser Bahn sortschretten, ohne auf irgendwelche Heißsporne, mögen sich dieselben im magyarischen, czechischen oder polnischen Lager vorfinden, Rücksicht zu nehmen. Kommende Woche wird in der französischen Deputirten- 1a mm er wiederum eine Entscheidungsschlacht stattfinden. In der Montagssitzung der Deputirtenkammer ist auf Antrag des Minister-Präsidenten Ferry der nächste Montag, eventuell noch der folgende Tag für die Debatte über die neue Kreditoorlage für Tongking festgestellt worden und wird es sich hierbei um einen Kampf um die Weiter-Existenz des Ministeriums Ferry handeln.. Sowohl die radikale Linke wie die monarchistischen Parteien, die sich in ihrem gemeinsamen Haffe gegen das jetzige französische Cabinet begegnen, sind ent- schloffen, gegen die Tonking-Vorlage und damit also auch gegen das Ministerium All stimmen und hoffen hierbei auf die Unterstützung derjenigen gemäßigteren Nepublikaner, welche die ostasiatische Politik der Regierung nicht billigen. Diese Hoffnung steht indessen aus sehr schwachen Füßen, denn die Verhandlungen der Deputirtenkammer vom vergangenen Montag über den erwähnten Antrag wiesen für Ferry eine nicht unbeträchtliche Majorität aus und diese wird ihm auch bei dem bevorstehenden parlamentarischen Entscheidungs-Kampse schwerlich sthlen Der drohende Conslict, welcher in England bezüglich der Wahl- reform-Angelegenheit zwischen der Regierung und der liberalen Partei einer* Md der eonservativen Partei anderseits, resp. zwischen der liberalen Unterhaus* Ft MmawT) Kreuz 6. n jetzt bis Neujahr eine Wem wem? sagt die les.___________________ ... v L Wtke tu WWW itttM __ Lckersweg 21-____ tüchtiges M-chm, m allen Hausarbeiten erfahren, ten gesucht. sZrau W» "5iät6r4wiü»er7iisil «,#16 R-tWhttstt' jtaieniwtjSL—r- inL^rling^ chulzttlgnifftn j« iSSA* Bl.__—; H i" Hin» n obet6*«. btn •n M betii^tijen, rtin 'M-" $«tbem i?; Lanstem^ linenstrickerei von Pietsch 11. aller Arten StrüiO, nUngen, Jacken, Ar. »menwesten, wollen» u. er Herren. Unterhoten. > MLdchen'UnterröSt. von Strümpfen enWU in ColonialwaM' Rettungsboot „H. H. Meier." Harte Brise au-3 Nordnordost, starke Brandung. Unter den Geretteten befindet fich eine Frau. Kopenhagen, 20. November. Im Folkething beantragte heute die Linke, die Regierungs-Vorlage über die Arbetterversicherung als durch die gestrige Tagesordnung erledigt anzusehen, wonach die Verhandlung über alle Regierungs- Vorlagen sistirt werden soll. Conseilpräsident Estrup erklärte, er halte nächst der Vertheidigungs-Vorlage die sociale Resorm für die wichtigste der Regierungs-Vorlagen, die neue Form, die Vorlagen zu begraben, verändere in keiner Weise die Situation, er verlange ein positives Programm. — Der Präfident des Folkethings vertagte die Sitzungen bis aus Weiteres, da alle vorliegenden Berathungsgegenstände Durch Die gestrige motivirte Tagesordnung erledigt seien und nichts Neues vorliege. London, 20. November. Ein Artikel der „Times" verfichert, es sei zweifellos, daß die Regierung den Bericht Lord Northbrook's nicht annehmen könne; Northbrook habe eine englische Anleihe für Egypten von 16 Mill. Pfd. Sterling empfohlen und daß die Zinsen aller Anleihen ausrecht erhalten würden zu dem durch das Liquidationsgesetz festgesetzten Betrage. Um möglichst ein finanzielles Gleichgewicht herzuftellen, habe er ferner vorgeschlagen, daß alle Kosten der Occupations-Armee von England getragen und Die Ausgaben für Militär und Polizei herabgeminDert würden; die SuSpenDirung der Amortisi- rung solle erfolgen zu Gunsten der Zinsen Der neuen Anleihe. Northbrook glaube aus diese Bedingungen hin die Zustimmung der Mächte zur MoDlfication des Liquidationsgesetzes und der Abänderung der öconomischen Verhältnisse in der Verwaltung der egyptischen Schuld zu erlangen; er befinde sich hierbei aber in dem verhängnißvollen Jrrthum, daß er nicht nöthig zu haben glaube, sich an die Inhaber der Obligationen zu wenden, welche die nothwendigen Opfer zu bringen haben würden. Das Cabinet könne eine solche Poluik nicht adoptiren. Die „Times" chrerseits befürwortet die Herstellung eines eingestandenen Protektorats oder eine Reduction der Zinsen für die ganze egyptische Schuld und eine Garantie Englands für die Zahlung eines Zinfenmimmums während der Dauer der englischen Occupation. Die Eröffnung des Reichstags. Berlin, 20. November. Der Kaiser eröffnete den deutschen Reichstag mtt lobender Thronrede: Geehrte Herren! Zch freue mich, oah es mir vergönnt ist, Sre selbst zu begrüßen und heiße Sie im Namen der verbündeten Regierungen wiükommrn. Es gereicht mir zur besonderen Grnugthuung, oaß die Wünsche, welch-ich tn meiner Botschaft vom 17. Novewb-r 1881 an dieser Stelle kundgegeben habe, seitdem auf dem Wege zu ihrer Erfüllung wesentlich Fortschritte gemacht haben. Ich (Mnchme daraus am Abend meines Lebens die Zuversicht, daß der stufenweise Ausbau der begonnenen Reform schließlich gelingen und für den inner«n Frieden im Reiche die Bürgschaften Herstellen werde, welche nach menschlicher Unvollkommenheit erreichbar sind. Unsere nächsten Schritte tn dieser Richtung werden in der Ausdehnung b>ialiges Menben W Anz< In dttK de« Heinri Skinba*, S- $1. Dr. de" Jakob Steivb , wege Großh. g( * 31. W rannt: AnMgti Meint trab in d der dmP »«thMkndil „ Mt. 1 >'■ Dem Prj„ 7 M «48 ben 2ln Vermischte-. Friedberg, 18. November. Am Wahltage früh flasterte auf dem hüsigen ca. 400 Fuß hohen Stadtk.rchthurwe eine weiß- Fahne mit der Aufschrift: „Wählet Hinze!" Wie dieselbe über Nacht auf den Kirchthurm, gekommen, soll untersucht DCtbtnßonau, 18. November. Nachdem man über bas schreckliche Eisenbahnunglück bet Hanau fast nur von dcn aut so traurige Weise um's Leben Gekommenen, sowie von den schwer Verwundeten gehört hat, so dürste cS doch wohl am Platze sein, auch über einzelne Fälle von Rettungen zu berichten. So z. B. rettete sich ein Ofsictcr durch einen Sprung aus dem Wagen, er siel zufällig gegen einen Soidaterl, der ihn auffina. Der Inhaber eins großen Geschäfts tn Hanau, der mtr fünf Soldaten m einem Eouve saß, rettete sich mit den Soldaten tn gleicher Welse. Ein beherzter Metzger au« Hanau reitete nicht nur sich, sondern auch ein junges Mädchen, welche? er mttrtß durch e'.ney Sprung au5 dem Wagen, und Beide kamen mit dem Schrecken davon. Der Handelsmann Strauß von Heldenbergen folgte dem auf so schreckliche Weise verunglückten 22jährtgcn S,mon Strauß von Büdesheim, dessen Tod tu allen Kreisen der dortigen Gegend so große Therlnohme erweckte, zur 4. Klasse. Er war wohl der Einzige, der unverletzt au8 dcn Trümmern desselben herauSkroch. Er we'.ß nicht« Näheres Über den ganzen Vorgang zu erzählen, doch soll der Unfall einen so tiefen Eindruck auf ihn gemacht Haden, daß sein Aussehen wohl um zehn Jahre gealtert sei. Literarisches. — Ein fröhlich .Glückauf" rufen auch wir dem neuen Jahrgang der »Deutsche« Rornanbidliolhek" (Stuttgart, Deutsche VerlagS-Anstalt, vorm. Eduard Hallbeiger) zu. Fängt sie doch diesmal wieder im höchsten Grade interessant an und hat sie uns doch tn zwölf Jahren reichlich den Beweis geliefert, daß sie immer mehr hält, als sie verspricht, daß sie die besten Romanschriftsteller an sich zu fcsseln weiß und durch die Fülle des Gebotenen — durchschnittlich zwölf Romane — wie durch den Reiz der Abwechslung nnS zu fesseln versteht. Zehn Romane brillanter Erzähler sind bereit« angekündtgt und die beiden, mit denen begonnen war, erwecken die größten Erwartungen. Ist Hieronymus Lorm'S „Schöne Wienerin" ein farbenreich-« Bild de« alten guten Wien der vormärzltchen Zeit, ein ebenso pikant als spannend beginnender Roman mit den interessantesten Figuren au« der Aristokratie, Plutokratie und Kunstwelt, au« denen die oielumworbene Heldin anziehend hervorragt, so führt un« Gregor Sawarow in dem .Adjutanten der Kaiserin" an den prachtstrotzenden intriguemeichen Hof der Semiramt« de« Nordens, deren berühmter Günstling Potemktn der Held der mit dem ganzen Zauber seiner auf dem Parkett de« Hosteben« so bewanderten Feber geschriebenen, romantischen und ebenso siguren- al« handlungsreichen Geschichte ist. Diesen beiden gleich von Anfang an so lebhaft fesselnden Romanen folgen: „Die tolle Braut" von Eugen Sal'Nger; „Die Lehnejungfer" von Emile Erhard; „Der Erlachhof" von Osstv Schubin; „Zu spät geliebt" von Gräfin M. Keyserling; „Daniela" von B. Oulot; „Am Berge Urta" von Frh. von Suttner; „Der Weg zum Glück" von Karl Frenze!; „EamoeS" von Adolf Stern u. A. Auch das Feuilleton laßt sich besonders hübsch an und verspricht viele Unterhaltung. Und so muß sich die „Dfa£ «oben oertrat, I-h fo S IU8«M md fei*, tn " W an al|d>™ Sel’irtMbtoHmu! 5J« an, um fite Sebeutun) g»tata«nft bffl Sein,! Zechen om bcbiobltüten n, 1 rwlskbkn bet großen WüSi eten Wichen. Eisen, Wl allnlscht Ausbeutung iu du- des die afrikanischen Iroiw :n Magneteisen ber Kala^ wie btt Eisenvrrhüiiunk i übt würbe, llnb wenn te« ich glößienWs Itn UnM 1 bearbeitet werben, jo wirb non bem HHlftreit um bin le et in Suropafi Grenzen nt welches über jede deutsche Stadt, Provinz, über jeden Kreis ober Bezirk, über säwmt- liche Poft-, Eisenbahn- und Telcgropheusiattonep, sowie über Gerlchtsbarkett, Bodenertrag, Handel, Industrie rc. die zuverlässigste Auskunft gibt und welches darum auch ein werthvolles Hand- uno Hausbuch bildet, das tn seiner schönen Ausstattung zugleich jeden Büchcrtisch ziert. Etz ist kurzum ein Buch, das in jedem Bureau, jeder Expedition und jeder Schule, Überhaupt tu jeder Bibliothek srtn sollte und — last, not least — feines noch nicht dogewkscnen btQtcen Preise« w^gen auch sein kann. Eingesandt. m Gießen, 21. November. Wie w r aus der Nr. 272 d. Bl. ersehen, beabsichtigt der „Gießener Z'therkranz" ein Co n cert zum Besten des „Verbände« Gießen der Retchßoberfechtschule Magdeburg" Sonntag Abend auf dem Lenz'sÄen Fellenkeller zu geben. Der löbliche Zweck dieses Concerts läßt von Seiten eine« jeden Musikfreunde«, sowie Interessenten des Verbandes auf ein recht gefüllte« Hau« schließen. Sodann ist die Z thermusik an hiesigem Platze eine so verbreitete, daß ein Jeder an einem solchen Concert Interesse hegen werd und namentlich wo obiger mtldthättger Zweck oorltegt. .... r. Handel und Verkehr. Limburg, 19. November. Rother Weizens 14 45, weißer Weizen JL 14.30, Korn vH. 00 00, Gerste «X 9.45, Hafer Jt 6.45, Kartoffeln ä 100 Pfund JL. 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JL 0.00. 731) Geber die Höhe der Konten, welche die Einrückung einer Anielge lu esue oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttänneht Rehen, wen? mnh von der Annonoen - Expedition von JfflÄ AKEfVSTElÄ «fl* Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder Mäncheu) zuvor Auskunft einturiiert,