U Stile. N Nr. 118. Mittwoch den 21. Mai 1881 '' Gießener Anzeiger &ret$ vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«. Durch dis Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint mit Ausnahme des MoniaßS. Vrryeatrr Schulstraße 7. rn Besichtigung vorgeführt werden können. Dr. Boekmann. Besichtigung vorgeführt werden können. Dr. Boekmann. An M II. von Rußland, g , Kinder 10 Pfg. Rauscher. .pf- = ®en«rbt unb Ü -ch die lebevstzroße mete , .LchneewMen^mM. 1) Montag den 26 l. M. in Weitershain, Rüddingshausen, Odenhausen, Kesselbach, Londorf, Allertshausen, Climbach und Geilshausen. 2) DienStag den 27. I. M. in Weickartshain, Stockhausen, Stangenrod, Lumda, Beltershain, Reinhardshain und Grünberg. 3) Mittwoch den 28. L M. in Lauter, Queckborn, Harbach, Lindenstruth, Saasen und Göbelnrod. Sie wollen die Bullen- und Eberhalter anweisen, zur fraglichen Zeit zu Hause zu bleiben und die Thiere der Commission bei deren Eintreffen vor- Mhren, auch sich selbst bereit halten, um etwa verlangt werdende Auskunft zu ertheilen. , . Weiter empfehlen wir Ihnen, die Mitglieder des Vereins zur Züchtung und Veredlung der reinen Vogelsberger Rmdvrehraffe, oder solche, welche diesem Vereine beitreten wollen, davon in Kenntniß zu setzen, daß auch Kühe, welche zur Züchtung dieser Rasse verwendet werden sollen, der Commrsston zur an die Großherzoglicken Bürgermeistereien der nachbenannten Orte. Die Besichtigung der Gemeinde-Zuchtfttere und Zuchteber durch die für Ihren Bezirk von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein gewählte -Commission wird an folgenden Tagen stattfinden: e . 1) Samstag den 24. l. M. in Wieseck, Alt-Buseck, Trohe, Rödgen, Groß-Buseck, Beuern, Bersrod, Winnerod und Rerskrrche«. 2) Montag den 26. I. M. in Daubringen, Mainzlar, Treis a. d. Lda., Mendorf a. d. Lda., Staufenberg, Ruttershausen und Lollar. 3) Dienstag den 27. I. M. in Gießen, Heuchelheim, Allendorf a. d. Lahn, Groß-Liuden, Lang-Göns, Leihgestern und Klein-Linden. Sie wollen die Bullen- und Eberhalter anweisen, zur fraglichen Zeit zu Hause zu bleiben und die Thiere der Commission bei deren Eintreffen vor- unt etwa verlangt werdende Auskunft zu ertheilen. v...t,lvV.v» .vw die Mitglieder des Vereins zur Züchtung und Veredlung der reinen Vogelsberger Rindviehrasse, oder solche, welche diesem Vereine beitreten wollen, davon in Kenntniß zu setzen, daß auch Kühe, welche zur Züchtung dieser Raffe verwendet werden sollen, der Commission zur «IN en-dabuhmeineNmitW _ ..... ................. pfn flrjl- » zuführen, auch sich selbst bereit halten, um 1 WdllCril Weiter empfehlen wir Ihnen, die Betreffend: Aufsicht über das Fasselvieh. Gießen, am 17. Mai 1884. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen Betreffend: Aufsicht über das Fasselvieh. Gießen, am 17. Mai 1884. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der uachbenannten Orte. Die Besichtigung der 'Gemeinde-Zuchtstiere und Zuchteber durch die für Ihren Bezirk von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein gewählte Ä5'^5Äse5finttH Ü™ 55®.° Fuß hohe« So .ub-Am hat. 3(tetotm, r ^nc Tötalüberfii nut der Verbindungs-KetteM ÄKK'siiW Commission wird an folgenden Tagen statWden: w, intereflant für teti 11 ara-—««• ' STO n den 2. Sevtembkr 1883. ft :83. Tie EnthMnngsfeierr! n 28. September 1883. ——-_M Beige Otbnng. Familie H-ti»"' zur Verantwortung zu ziehen, und erblickt in diesem Beschluß einen Eingriff in die Kronrechte. Selbstverständlich wird es hierbei im Abgeordnetenhause Niemand eingefallen sein, in die Rechte und Executive der Krone einzugreifen und an und für sich hat ja das Parlament das Recht, eine derartige Aufforderung an die Regierung zu richten. Mißlich bleibt es unter allen Umständen, eine scharf abgegrenzte Scheidelinie zwischen Legislative und Executive zu ziehen und dies trifft auch auf den vorliegenden Fall zu. Es hieß, die deutsch-freisinnige Partei werde die Angelegenheit noch vor Schluß der Session im preußischen Abgeordnetenhause zur Sprache bringen, indessen war es besser, daß dies unterblieben ist, denn praktischen Werth und praktische Consequenzen können derartige Erörterungen zunächst nicht haben. König Karl von Württemberg ist von seinem langmonatlichen Aufenthalt in der Riviera, den er hier aus Gesundheits-Rücksichten genommen, am Freitag wieder in Stuttgart eingetroffen. In Oesterreich wurden in der vergangenen Woche die polr- tischen und parlamentarischen Kreise durch den Exodus der liberalen Partei aus dem Abgeordnetenhause in nicht geringe Aufregung versetzt. Das zweitägige Fernbleiben der Linken von den parlamentarischen Verhandlungen charakteriürte sich als ein energischer Protest der Linken gegen den Vergewaltigungs-Versuch, den Präsident Smolka unter Zustimmung der Rechten in Sachen der Abstimmung über das Meliorations-Gesetz gegenüber der deutsch-liberalen Minorität versucht hatte. Dieser Protest hatte denn auch die Wirkung, daß Smolka eine halb und halb Abbitte leistende Erklärung abgab, in Folge dessen die Linke am Donnerstag wieder vollzählig im Abgeordnetenhause erschien. Mit der protokollarischen Aufnahme der Erklärung des Präsidenten und einer Gegen-Erklärung der Linken war die zweitägige Fehde beendet, welche es den Deutschen liberaler Richtung jedenfalls gezeigt hat, wie wenig das Haus ihrer praktischen Mitwirkung entbehren kann. Im Uebrigen begann im österreichischen Abgeordnetenhause vorige Woche die General-Debatte über den 6. Abschnitt der Gewerbeordnung, die sich zu einer Verhandlung über die sociale Frage im großen Style gestaltete. Die auswärtige wie die innere Politik des Cabinets Ferry hat in der jüngsten Zeit zwei Triumphe gefeiert, die erheblich, zur Befestigung der Stellung des gegenwärtigen französischen Ministeriums beigetragen haben. Für die innere Politik liegt dieser Triumph in dem Ergebniß der Gemeinderathswahlen, denn es ergiebt sich jetzt, wo auch die Stichwahlen bekannt sind, daß die übergroße Mehrheit der französischen Gemeinderäthe ganz oder theilweise aus Anhängern des gemäßigten Republikanismus zusammengesetzt ist, mit welchem Erfolge die Regierung des Herrn Ferry wohl zufrieden sein darf. Dieser Erfolg hat Herrn Ferry bereits ermuthigt, das Project der Verfassungs-Revision, Nr. 14 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 17. d. M., enthält: (Nr. 1540.) Gesetz, betreffend die Prisengerichtsbarkeit. Vom 3. Mai 1884. (Nr. 1541.) Gesetz, betreffend die Anfertigung und Verzollung von Zündhöhern. Vom 13. Mai 1884. Gießen, den 20. Mai 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. MM W «falt aus steh en. Der Reichstag ist, entsprechend der allgemeinen Erwartung, am vorigen Donnerstag in die Psingstferien gegangen und ist seine nächste Sitzung einstweilen noch unbestimmt. Eine Unterbrechung wird indessen diese Ferienpause burd; die Grundsteinlegung zum neuen Reichstagsgebäude erleiden, welche dem Vernehmen nach am Pfingst-Samstag vor sich gehen soll und zu welchem feierlichen Akte sich die Reichsboten jedenfalls in großer Zahl wieder in Berlin ern- finden werden. In der Zwischenzeit ist den verschiedenen Commissionen des A Reichstages Gelegenheit gegeben, ihre Arbeiten fleißig zu fördern und hat es ' der Präsident v. Levetzow in der Schlußsitzung an kräftigen Ermahnungen in dieser Richtung nicht fehlen lassen, so daß das Plenum bei feinem Wieder- 1 Ein z"? sÄ^auf Johanni Zusammentritt hoffentlich genügenden Arbeitsstoff vorfindet. Was das preußische unb #aU§ar’L LlidmgsstEi Wgeordnetenhaus anbelangt, so boten dessen Verhandlungen in der letzten Zeit nichts besonders Erwähnenswerthes dar und nur die Debatte vom vorigen "555^Samstag über den Windthorst'schen Antrag, betr. die Revision der Maigesetze, .^Iten. Mrste in die Verhandlungen des Abgeordnetenhauses noch einmal einen lebhaf- rh* 4,« itercn Schwung gebracht haben. Da dasselbe mit seinen Arbeiten so ziemlich 193 jerttg ist, ausgenommen die Steuervorlagen, die aber für diese Session in der ell vott . Kommission „begraben" bleiben, so konnte der Schluß der preußischen Landtags- Session am gestrigen Tage bereits erfolgen. Der Erlaß des Kaisers, den er als König von Preußen an das / Ctaatsministerium gerichtet hat, wird in parlamentarischen Kreisen und in der 79 Ew Pc-esse noch lebhaft erörtert. Bekanntlich kehrt sich der Erlaß gegen den Beschluß Hs preuß. Abgeordnetenhauses, die Regierung aufzufordern, Beamte, welche sich einer Überschreitung ihrer Amtsbefugniffe haben zu Schulden kommen lassen, len " Fr. Teipel ÄiW ».IW* 20 ma| lai zu Lollar: Die Verzichtleistung des Kaisers auf seine diesjährige Wies- badener Reise hat zu beunruhigenden Gerüchten über den Gesundheitszustand des Mgr hohen Herrn Anlaß gegeben. Es ist indessen erfreulicher Weise zu con< su M.' Haliten, daß sich der Kaiser durchaus srisch und gesund befinvet, wie dies auch Dsrstund^, bei den Truppen-Bestchtigungen, denen er letzthin beiwohnte, zu bemerken war. --In den letzten Tagen conserirte der Kaiser wiederholt mit dem Reichskanzler Fürsten Bismarck und bringt man diese Conferenzen zum Theil mit der Staats- rathsfrage in Verbindung. Die Nachricht, daß Fürst Bismarck die Genehmigung feines kaiserlichen Herrn zum Rücktritt aus dem preußischen Staatsministerium - welche Angelegenheit mit der Reactivirung des Staatsrathes mehr oder Ininder in Zusammenhang steht — erhalten habe, wird als verfrüht bezeichnet, wenigstens soll die endgiltige Entscheidung des Kaisers in beiden Fragen noch großen Staates. Wir haben als Großes, als Ganzes nur das Reich. Der Süddeutsch: weiß, daß allein im geheiltgsten Namen des Reiches seine Zugehörigkeit zu einem Großen besteht. In den süddeutschen Herzen lebt die Liebe und Verehrung zu dem Kaiser, dem Horte gegen den Partikularismus und die Liebe und Dankbarkeit zu dem Fürsten Bismarck, dessen gewaltige Thaten uns unvergessen bleiben. Wir begrüßen es, daß der Kanzler bte Socialreform in die Hand genommen hat. Der Reichstag ist der zweite Fels deS Reichs. Wolff (Stuttgart) erklärt die Zustimmung der Württemberger von der deutschen Partei zu dem Heidelberger Programm und der heutigen Resolution. Sie seien in Württemberg durchaus national und liberal- Die reacttonären Bestrebungen fänden bei ihnen keine Stelle. S«e anerkennen, daß die sociale Gerechtigkeit die Grundlage der nationalen Politik des Reichs sein müsse. F-.fte Allianzen mit den Parteien links oder rechts haben sie nicht. Sie wollten eine große deutsche Bürgerpartei über das ganze Reich hin, dazu sei der heutige Parteitag das Signal. Hierauf nimmt M quel (Frankfurt), stürmisch begrüßt, das Wort. Er sehe jetzt, daß seine süddeutschen Reisen genützt hätten. Ec habe seit 1866 keine so begeisterte Versammlung wie heute gesehen. Sie sei die Antwort auf den Versuch, Süddeutschland gegen den Norden zu verhetzen und auf die elenden Zeitungsartikel, die ihn unb Bennigsen verfeinden wollten. Die Heidelberger Erklärung sei bereits das national Aktionsprogramm. Es gebe aber auch Fragen, die nicht Parteisache sein dürften, dazk. gehören die Kirchen- und Zollfragen. Der Werth der Heidelberger Erklärung liegst in der Anbahnung der neuen socialen Gestaltung durch das Reich. Vom Gesichtspunkte der wahren politischen Freiheit könne er eine Partei nicht mehr als liberal an-- erkennen, die überall den Individualismus und den Freihandel als Parteisache predige: i Die Nationalltberalen seien nicht die Diener der Regierung, sondern dir Förderer der; Volkswohlfahrt. Sie wollen aber positiv mit der Regierung Zusammenwirken. Den/ anderen Parteien gegenüber wollen sie zuerst selbstständig sein, dann später vielleicht mit ihnen paktiren. Der heutige Tag werde der wichtigste Gedenktag sein. (Großer Beifall.) Aub (Mittelfranken) erklärt rückhaltslos die Zustimmung zur heutigen Erklärung. Ebenso Fries (Weimar) und Geusel (Leipzig). Mit einem Hoch auf den Kaiser wurde die Versammlung geschlossen, nachdem die Resolution, welche wir im gestrigen Blatte schon mittheilten, einstimmig angenommen war. ernstlich in Angriff zu nehmen, welches seine Spitze zunächst gegen bte reactw- nären Elemente des Senats richtet. In der auswärtigen Politik aber hat der leitende französische Staatsmann einen noch größeren Triumph durch den Abschluß des Tientsin-Vertrages gefeiert, der Frankreich eine fast dommirende Stellung in dem südlichen Ostasien verleiht und seine Wirkung auch auf den andern Gebieten der auswärtigen französischen Politik äußern wird. Es heißt denn auch bereits, daß in den Vorverhandlungen über die Conferenz England einige der französischen Forderungen bewilligt habe, anderseits schreibt jedoch die „Pall Mall Gazette", daß es wahrscheinlich zu keiner Conferenz kommen werde. Die jüngste „egyptische" Debatte im englischen Unterhause hat zur Klärung der Situation im Sudan wenig beigetragen. Indessen ließ sich aus den Verhandlungen doch entnehmen, daß es der englischen Regierung gar nicht einsällt, Khartum durch eine größere Expedition zu entsetzen und verschanzte sie sich hierbei bequemer Weise hinter den klimatologischen Hindernissen. „Sieh zu, wie Du durchkommst"; diesen wohlseilen Rath giebt die englische Regierung dem General Gordon, und ebenso sollen sich die Gouverneure von Dongola und Berber selber helfen — eine nette Politik, das muß man sagen! Zu erwähnen ist noch, daß Lord Granville in der Freitagssitzung des Oberhauses auf eine Anfrage betreffs Gordon's erwiderte, derselbe habe mehrere glückliche Ausfälle gemacht und befinde sich gesund und wohl; zu was braucht sich also die englische Regierung graue Haare um sein Schicksal wachsen zu lassen? Die Großjährigkeits-Erklärung des russischen Thronfolgers, des 1868 geborenen Großfürsten Nicolaus, ist am Sonntag am Petersburger Hofe unter großer Feierlichkeit erfolgt. Fast sämmtliche größeren Höfe Europas hatten aus diesem Anlasse Vertreter entsendet, unter denen Prinz Wilhelm von Preußen die hervorragendste Stelle einnahm. Derselbe überreichte dem Großsürsten-Thronfolger den ihm vom Kaiser Wilhelm verliehenen hohen Orden vom Schwarzen Adler und das Großkreuz des Rothen Adler-Ordens. Die Börsen-Panique in New-Jork beginnt sich allmälig wieder zu legen. Eine Depesche vom Freitag meldet, daß nach der durch das Fallissement Hendy verursachten Baisse wieder Beruhigung und eine wesentlich gebesserte Tendenz eingetreten sei. Berlin, 18. Mai. lieber die Verhandlungen auf dem nationalliberalen Parteitag, welcher heute hier stattfand, entnehmen wir der „Franks. Ztg." das Nach- stehende.^ Saale des Architektenhauses wurde heute Mittag 12 Uhr der Parteitag der nattonalltberalen Partei eröffnet. Es waren etwa 520 Mitglieder, darunter aus Bayern 50, aus Baden 15 anwesend. Als erster Vorsitzender sungirte Staats- ministcr a. D. Hobrecht, als zweiter und dritter Kiefer (Baden) und v. Wolff (Stutt« gart). Schriftführer sind Meyer (Jena) und Holtzmann. Auf Antrag Stephani'S wird Hobrecht durch Acclamation zum Vorsitzenden gewählt. r Hobrecht eröffnet sodann die Versammlung mit einer Ansprache, in welcher er hervorhebt, daß die Partei gegenüber der Vereinigung der Secessioniften mit der Fortschrittspartei von vornherein überzeugt gewesen sei, daß sie nach jeder Seite hin eine selbstständige Partei bleiben müsse. (Beifall ) Wenn Gegner und falsche Freunde einen Riß innerhalb der Partei verkündigt hätten, so solle der heutige Tag die falschen Propheten zu Schanden werden lassen, und wenn der heutige Tag zeige, daß die Partei mit dem Gefühle der Sicherheit ausspreche: „Wir vertreten weite Kreffe der Bevölkerung", und weder nach rechts noch nach links blicke, so habe der heutige Tag seinen Zweck zum Wohle der Partei und deS Vaterlandes erreicht. Nunmehr des Näheren auf die Stellung der Partei zu den Fragen der Gegenwart eingehend, verweist der Redner hinsichtlich der Stellung der Partei zur Armee auf die Rede Mquel's in Neustadt, welche den Standpunkt der Partei genügend kennzeichne. Die Pensionsgesetze anlangend, spricht er die Hoffnung auf eine Emtgung mit der Regierung bezüglich der Communalsteuerpfltcht der Officiere aus. An dem Zolltarif von 1879 wolle die Partei festhalten und jeder Aenderung widerstreben. Wenn es auch früher oder später geschehen müsse, die Grundlasten der kleinen Grundbesitzer den Communen zuzuweisen, so seien die Mittel dazu gegenwärtig noch nicht vorhanden. Die Mehrbelastung der Rübenzucker-Industrie habe schon v. Bennigsen, den man zu allgemeiner Freude hier gesehen, befürwortet. Dem Socialistengesetze habe die Partei nicht freudig, aber mit Berücksichtigung der Verhältnisse, zugestmimt; ein Bleibendes solle das Gesetz nicht sein. Wer übrigens meine, das Gesetz habe keinen Erfolg gehabt, verkenne das Wesen des Gesetzes. Die Gefahr eines Mißbrauchs der diskretionären Polizeivollmacht sei geringer gewesen als diejenige der abnormen Zustände, welche in den Verhältnissen der Arbeiter im Jahre 1878 geherrscht, und welche Redner näher entwickelte. Damals sei, wenn das Gesetz nicht gekommen wäre, die ganze Verfassung in Frage gestellt worden. Die Partei habe damals zu brr von der Regierung übernommenen Aufgabe der social- politischen Reform Stellung genommen, und wird dieS, wie Redner glaubt, auch in Zukunft thun. In einer der letzten Sitzungen habe der Reichskanzler die Zahl der Probleme noch um eins vermehrt: das Recht auf Arbeit. Unzweifelhaft habe dem Reichskanzler die verhängnißvolle Deutung dieser Losung seitens der Socialdemokratie lerngelegen. Die Partei müsse sich dem gegenüber ihre volle Unabhängigkeit wahren. Wir halten dafür, daß unsere Grenze nach rechts und links sehr scharf gezogen ist, daß die Gewerbefreiheit nicht weiter beschränkt werden darf, als es das Gesammtinteresse erfordert. Was uns von der andern Seite scheidet, ist die Auffassung unserer Stellung zur Regierung. Wir haben uns nie zu einer persönlichen Opposition gegen den Reichskanzler verleiten lassen. Wir werden nie vergessen, was wir dem Fürsten Bismarck verdanken und glauben, daß wir dabei die Bevölkerung hinter uns haben. (Lebhafter Beifall.) v. Benda verliest die dem Parteitage zu unterbreitende Erklärung und sagt, es komme in dieser Erklärung nur auf das Zeugniß an, daß die Partei in vollem Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit, in verjüngter Kraft, in vollster Einmüthizkeit, in alter Treue zu Kaiser und Reich dastehe. v. Bennigsen (mit Hochrufen und minutenlangem Beifall begrüßt, Alles erhebt sich von den Sitzen): Der freundliche Empfang beweist mir, daß ich recht gethan habe, zu erscheinen. Gegner und falsche Freunde meinten, uns geschlagen zu haben und ver- theilen zu können. Die heutige Versammlung werde die Gegner überzeugen, daß die Partei noch auf dem alten Programm stehe. Der gegenseitige Haß der Parteien gegeneinander und die feindliche Stellung derselben zur Regierung könne nicht fortbauern. Die Nationalliberalen umfaßten alle Lebensstellungen, alle Länder, mehr wie jede andere Partei. Das Zentrum fei keine politische Partei, die Conservativen seien hauptsächlich eine Partei des Ostens und der preußischen Tradition. Die nationalliberale Partei sei durch die Verschmelzung von Secession und Fortschritt nothwendiger wie je geworden. Man werde staunen, welchen Aufschwung sie nehmen werde. Die Heidelberger Erklärung sei die naturgemäße Entwickelung des Programms von 1881. Der Haupiunterschied gegen den Fortschritt sei die Socralpolitik, in der die Nationalliberalen den Kanzler unterstützen wollen. Der Fortschritt wolle zwar auch helfen, leugne aber den Rechtszwang des Staates. Redner rechtfertigt die Mitwirkung der Nationalliberalen an dem Zustandekommen der deutschen Reichsverfassung unter der Führung des größten Realpolitikers Bismarck. Die Reizbarkeit des Reichskanzlers sei psychologisch erklärlich. DaS Ueberschäumen seiner Kraft müsse ertragen werden. Man müsse an die Zeit denken, wo der Kaiser, Bismarck und Moltke nicht mehr an der Spitze stehen. Der Haß der Parteien lasse bann schlimme Krisen befürchten. Es könnte die Nation unter ungünstigeren Umständen wie 1870 zur Verteidigung ihrer Errungenschaften herausgefordert werden. Das Wohl des Vaterlandes gebe den Nationalliberalen über Alles. Der linke Flügel sei mit dem rechten im Wesentlichen einig, wie die Heidelberger Erklärung zeige. Nur eine würdige Haltung der Liberalen im Parlament könne bas Vertrauen zu bem Liberalismus gegenüber bem Ansturm ber Reaction aufrecht erhalten. Unter bem stürmischen Beifall schloß der Redner, zur Einigkeit bei den Wahlen auf- fordernd, damit bte Partei demnächst in Selbstständigkeit gegenüber ber Regierung zur Lösung der weiteren Aufgaben beitragen könne. Abg. Kiefer (Baben): Wir Südbeutschen stehen nicht auf bem Boben eines Telegraphische Depesche«. Wolff'S telegv. Eorresporrdrm-Brrrearr» Berlin, 19. Mai. Seine Majestät ber Kaiser nahm heute Vormittag mehrere militärische Meldungen entgegen, empfing den Prinzen von Hohenlohe-Ingelfingen unb arbeitete mit dem Civtlcabinet; später confertrte Seine Majestät noch m t bem Minister v. PuUkanur. — In bem Abgeordnetenhause empfahl heute ber Abgeordnete v. Kühne den Antrag des Gesammtvorftandes, betreffend das neue Landtagsg^bäude. Die Abgeordneten Graf Limburg-Stirum, Janßen und Richter sprachen dagegen und zwar äußerte sich der letztere ans finsnziellen Gründen gegen alle Bauprojrcte, während die Abgeordneten Heeremann unb Douglas sich für den Antrag erhoben. Die Abgeordneten? Reichensperger und v. Zedlitz empfehlen, das jetzige ReichstagSgebäude als künftiges Gebäude für bas Abgeordnetenhaus in Aussicht zu nehmen. Bei ber Abstimmung wurde ber auch hierauf gerichtete Antrag bes Abgeordneten Janßen unter Ablehnung bes Antrages des Gesammtoorstaades angenommen. — Alsdann erledigte das Haus noch einige Petitionen, worauf der Präsident die übliche Geschäftsübersicht gab. Nachdem der Abgeordnete v. Bockum-Dolffs dem Präsidium für die Geschäftsleitung jjepanit hatte, schloß der Präsident die Sitzung mit einem dreimaligen Hoch auf den König.— Abends 7V2 Uhr wird der Schluß der Session erfolgen. — Das Herrenhaus genehmigte in seiner heutigen Sitzung das Gesetz, betreffend die Stempelsteuer für Kauf- und LieferungSoertrage, ferner den Nachtragsetat, sowie die Gesetzentwürfe, betreffend die Bestimmung deS Wohnsitzes im Sinne bes Rheinischen Gemeinde-Verfassungs-Gesetzes und bte Ergänzung ber Städteordnung für die sechs östlichen Provinzen. Der Regierungscommissar hatte die Ablehnung des letztgenannten Gesetzentwurfs beantragt. — Der P> äsident Iheilte sodann dem Hause die Einladung zu einer gemeinsamen Sitzung ber beiden Hauser des Landtages im Abgeordnetenhaus': für heute Abend 71/» Uhr mit. Das Mitglied o. Bernuih dankte bem Präsidenten für die Leitung ber Geschäfte. L K-K ä.>5 Ste^i, Ersuch, fifliMtiti i£i bereits J» R ^berger (5tFis W N B8N ch« Mkh, | Ät «äfe N'-Lr r hn Skstligen am geordnete v. Äü^ki Maube. Die Asg-si)- °S£sm und zirar Schiü cte, während die AbM M Die Abgeordchr rgSgebäude aU tünjtiats n' Bet der AbstiivM; Janßen unter Ablcho^ Sbonn erledigte das te Wbersichtgab. NaW : Ges-astslettung gedÄ n Hoch auf den Äonij,- !Mig das Gesef-, betieM den Nachlragsetat, |ow im Sinne des Rhelnilltzü dteordnung für die sch chnung des letzigevanA M Hause die (hlabur B im Adtzivrdmirnhar! nKe dem PrWeM L' iMersicht und schlsfiü Vormittag vieh^x eine Maichat noch mt Äußerung des Abgeordiütii n Samstag, betrtffenb ts? ssm, daß dasZM sei; dem prWschm^ Ader selbst wenn W >L durch die HchißkMü die Wahrung der eigM U ob sie sich dMlbdieA' FratersifirmdeSEkM, iten Injurien einschüÄ^ a zu unterstützen,^^ -- trage der NeubesehW W sehr vahe ge^ en sei, 2ebo6ow8fi * «fi tana mH dtt yW scheu Regierung, Ü»* Mski unb Mi ^ ?thauS und Verlusts ^jährige FeMg । t Mtsanz. st M j^igtfetn, «"19* !ESS.*S a Sn’ÄÄ’w«! w»* N„ r'KL ■ Zchtz StföffiS benutzen, um auch die polnische Frage wieder aufzurollen 'und womöglich das Polenreich nochmals wieder herzustellen. Eine polnische Legion sollte zu diesem Behufe im geeigneten Momente auf der Seite einer kriegführenden Großmacht erscheinen und ist es hauptsächlich Frankreich gewesen, worauf diese Polen ihre Hoffnung richteten, fie scheinen aber auch versucht zu haben, Oesterreich oder Rußland bet der zeitweiligen Spannung zwischen diesen Möchten für ihre Pläne zu gewinnen. Kraszewski hat nun offenbar auch dadurch bet einigen ausländischen Regierungen stch einzuführen gesucht, daß er vorgab oder vielleicht auch den Auftrag übernommen hat, Kundschafter- und Sptondienste bezüglich der Wehrfähigkeit Deutschlands zu leisten. Kraszewski hat dies aber nicht direct selbst gethan, sondern dazu wieder Unteragenten benutzt. En solcher dunkler Ehrenmann ist ein Schriftsteller Adler, welcher leider in Deutschland nicht dingfest gemacht werden konnte, da er sich im Auslande aufhält. Dieser Aoler warb nun für Kraszewski als eigentlichen Spion den preußischen Hauptmann a. D. Hentsch, einen befähigten Mtliiär und begabten Milttärschriftsteller. Hentsch hat darauf zunächst nur für Adler Berichte und Beschreibungen über Einrichtungen des deutschen Heeres, Mobilmachungspläne, neue Erfindungen, Festungspläne u. s. w. geliefert und Adler hat diese A' beiten an Kraszewski und dieser dieselben wahrscheinlich an einen Abtheilungschef des französischen Krtegsministeriums gesandt. Beide Angeklagte leugnen natürlich den letzten Endzweck ihres Thuns, Kraszewski will mit gar keiner fremden Regierung in Verbindung gestanden haben und Hentsch will einfach miliiäcwissenschaftliche Arbeiten für Fachblätter geliefert haben. Aus dem Briefwechsel zwischen Hentsch und dem Vermittler Adler geht aber ganz deutlich hervor, daß es sich um Berichte an eine fremde Regierung über solche Gegenstände handelte, woraus dem Vaterlande bedeutender Schaden erwachsen kann und welche im Strafgesetzbuchs unter die Paragraphen des Landesverraths fallen. Wie es nun unter Spitzbuben und Lumpen in der Regel der Fall ist, betrügt auch einer den andern So hat 3. B. Hentsch dem Adler, resp. dem Kraszewski zuweilen ganz werthlose Berichte oder angebliche geheime Bücher für hohe Preise aufgehalft, Adler hat dafür sich wieder dadurch gerächt, daß er Hentsch später ganz miserable Honorare (?) für die Spionage zahlte und später auch an Kraszewski e'ne Erpressung unter der Androhung, Kraszewskt's Briefe an die preußische Regierung senden zu wollen, vornahm. Trotz dieser Betrügereien der Spione unter einander ist aber auch notorisch Landesverrath von den Angeklagten geübt worden, denn die Gutachten des Krtegsministeriums und des Großen Generalstabes sagen, daß die Mtttheilungen des Hentsch über den neuen Kriegsbrückenbau, über die Rewontirung der Armee im Kriegsfälle und über neue Pulversorten einer feindlichen Macht von großem Nutzen sein können. Der Ober- retchsanwalt beantragte deshalb gegen Hentsch 10 Jahre und gegen Kraszewski 5 Jahre Zuchthaus, und erkannte das Reichsgericht, wie eine Depesche meldet, am gestrigen Tage über ersteren auf 9 Jahr Zuchthaus und über v. Kraszewski auf 3Vr Jahre Festunasstrose. Kaud-l uud BeEshv. Gießen, den 20. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete,: Butter per Pfund X 0.90—0.98, Hühnereier pr. Stück 4—5 H, Enteneier pr. Stück 5—0 Gänseeier pr. St. 10—00 H, Käse St. 4—9 Käsematte 2—3 H, Erbsen pr. Liter 20 Linsen 30 H, Tauben per Paar 0,50—0,80 H, Hühner per Stück X 1.00—1.50, Hahnen pr. Stück X 1.40—1.80, Enten per Stück X 2.30—2.80, Welsche X 11—12, Ochsenfleisch per Pfund 66—70 Kuh- und Rindfleisch 50—60 H, Kalbfleisch 40—50 Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 64—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 3.50—4.00, Milch per Liter 13—18 H, Zwiebeln per Ctr. X 18—00, Kirschen per Pfund 60 Frankfurt, 19. Mai. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Angetrieben waren 400 Ochsen, ca. 15 Bullen, ca. 500 Kühe und Rinder, ca. 205 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 63—00, 2. Qual. X 54—00, Kühe und Rinder l.Qual. X 58-60, 2. Qual. X 40—50, Kälber 1. Qual. X 56—58, 2. Qual. X 48—50 per 100 Pfund Schlachtgewicht. Frankfurt, 19. Mai. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer X 20—20y2, fremd. X 19-Vr, Roggen eff. hies. X 15V2—I6V2, fremd. X 15Vr,bis 163/4, Gerste eff. hies. u- Wetterauer X 17—18, fremde X 18—19, Hafer eff. hiesiger X 15‘/2—16, fremder X 15‘,2—16V4. — Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthren von 50 Ctr. X 37. Branntwein osi. obne Faß X 42. Kirchliche Anzeigen der tu angel. Gemeinde. Gottesdienst. Himmelfahrttag, den 22. Mai. Vormittags 9^2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 2 Uhr in der Friedhofskapelle: Pfarrer Dingeldey. Wafferwärme der Lahn. Am 20. Mai, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: 13V? R- - Luftwärme 16« R- Rübsamen. keine weitere Aktion und ließe sich billig jetzt die Frage aufwerfen, inwieweit ein derartiger nomineller Anspruch gilttg sei. England hat aber Ansprüche darauf vor andern Mächten auf den allgemeinen Grund wegen der Nähe an Englands Besitzungen. Eine deutsche Niederlassung ist jüngst dort errichtet, aber das konstituirt an und für sich nicht einen Anspruch. Betreffend den Schutz britischer Interessen ist die Negierung in Corre- spondenz mit der deutschen Regierung und während des Schriftwechsels.wisse er nicht, daß ein specieller Schutz nothwendig sei. London, 19. Mai. Den „Daily News" wird aus Affuan vom 17. d. Mts. telegraphirt, daß der britische Agent in Berber, Cuzzi, und ein Neffe Hussein Pascha Kalifas auf der Flucht aus Berber von räuberischen Arabern unweit Abuhamed gefangen genommen wurden. Petersburg, 19. Mai. Der „Regierungsanzeiger- veröffentlicht ein kaiserliches Manifest, welches bte erfolgte Großjährigkeit des Großfürsten-Thronfolgers und dessen Jnetdnahme auf treuen Dienst für den Kaiser und bas Vaterland zur öffentlichen K nntniß bringt und m t folgenden Worten schließt: „Aus Gottes Gnade bauend glauben wir, unser Aller inbrünstiges Gebet werde erhört werden. Möge Gott die junge Seele unseres Erstgeborenen und dermaletnstigen Nachfolgers tn den heiligen Gelübden für den ihm von Gott angewiesenen bohen Beruf kräftigen, möge Göttin das Herz und in den Verstand desselben seine Wahrhe t und Weishelt legen , möge ihm Gottes reichster Segen zu Theil werden, zur Erleuchtung und Befestigung tn redem fluten Vorhaben und zu jeder rechten That!" — Se. K. Hoheit der Prinz Wtthelm empfing heute Vormittag im Winterpalais d!< Vertreter der hiesigen deutschen Kolonie und des deutschen Wohlthatigkeitsoereins, fotrie die von den deutschen Gartenbau-Ausstellern abgesandten Delegirten. Später begab sich Se. K. Hoheit zum Kaiser und zu der Kaiserin nach dem Anitschkoffpalals und wohnte dann gemeinsam mit dem Kaiser einer Besichtigung der zuletzt aus- gehobenen Mannschaften von dm in Petersburg und Umgegend garnisonirenden T-uppentheilen bei, die auf dem Platze vor dem Winterpalais ftattfand. Heute Nachwittag gedenkt Se. K- Hoheit eine Umfahrt durch die Stadt zu machen und die Kunstschätze in der Eremitage zu besichtigen. Für morgen ist eine Besichtigung von Kronstadt in Aussicht genommen, wohin der Großfürst Alexis den Prinzen Wilhelm be- gleltcn jDtrb.^ empfing der Grobfürst-Thronfolger im Anitschkoffpalais das dramatische Corps. Um 5 Uhr findet ein Galadiner im Winterpalats statt, zu sichern die Geladenen, sofern sie preußische Ordensauszeichnungen besitzen, dieselben anzulegen (|janbe^-'eIep,amm QU§ Dflts meldet, daß der Statthalter des Kaukasus, Fürst Dondukoff-Korfsakoff, am 14. d. M- in Merw angenommen ist. Konstantinopel, 19. Mai. In Bey.Puzari bei Angora sind am 17. d. Mts. durch eme Feuersbrunst gegen 1500 Gebäude zerstört worden, darunter 11 Moscheen und GO Kirchen-Etablissements; 11 Personen sind dabei um's Leben gekommen Verwischtes. Mainz, 19. Mai. Heute Nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr zogen über Stadt und Umgegend mehrere von heftigen Regengüssen und Hagelschlag begleitete äußerst fernere Gewitter. Au8 allen Richtungen laufen Nachrichten über den Schaden ein, welchen die Gewitter an den Feldfrüchten verursacht haben. Unmittelbar an dem Le-nibera in den Gemarkungen Mombach und Budenheim ging ein wolkenbruchartiger R-aen nieder, der auch eine Strecke des Bahnkörpers der Linie Mainz-Alzey zerstörte, so daß bei Verkehr auf kurze Zeit gehindert war. Auch die Gewitter der verflossenen Nacht haben in der biessettigen Provinz bedeutenden Schaden angerichtet; be onders wvrden die Weinberge zwischen hier und Worms arg mitgenommen. Hier schlug der Blitz zweimal ein, ohne indeß bedeutenden Schaven zu verursachen. Mannheim, 15. Mai. Heute Nachmittag gegen 5 Uhr entstand durch die ßTploUon eines Benzirckrssels in der Kramer'fchen Färberei in der Schwetzingerstraße ein bedeutender Brand, der ein großes vierstöckiges Gebäude in Asche legte und großen Schaden an Geräthen und Material verursachte. Leider erlitten drei Arbeiter schwere Verletzungen und dürfte einer derselben schwerlich am Leben bleiben. - sDcr Landesverrothsproceß gegen Dr. v. Kraszewski und Hauptmann a. D. H-ntsch.l In der letzten Woche hat sich vor dem Reichsgericht zu Leipzig der schon leit mehreren Monaten durch die Verhaftung der Angeklagten vorbereitete Landesverraths- pi-occh gegen den Schriftsteller Dr. v. Kraszewski und den ehemaligen preußischen ßtauptmann Hentsch abgespielt und im Wesentlichen Folgendes ergeben. KraSzewski, eltn hervorragender polnischer Parteigänger und Flüchtling aus dem letzten polnischen Aufstande, lebte seit dem Jahre 1863 in Dresden, erst als Ausländer und spater als sächsischer Angehöriger. Dort hat Kraszewski entweder selbst einen gehermen Polenclub gegründet oder ist doch M tglied eines solchen geworden, welcher Polenclub sich zum Bleie gesetzt hatte, irgend welche europäische Verwickelung^ und Kriege dazu zu Allgemeiner Anzeiger. Zur Saison. Carl Stieber, Marktstrasse 18 empfiehlt Unterjacken, Unterhosen, Somwerhandschuhe, Schürzen, Kragen, Manschetten und Corsetten bei reeller Bedienung zu den billigsten Preisen. » Alleinige Niederlage der ächten Normal Hemden, Jacken nmd Hosen von Prof. Or. Jäger. Die Ringofen-Kalkbrennerei von CtsrS Cfarietigsta & O- zu SteeclCH bei JOSMHlkel a. Lahn (Verladestation: Ilerkerbaeb) empfiehlt hiermit ihren Primcr hydrrruiischeK StÄßL-Knik (vor anderen Lahnkalken, laut vorliegenden Zeugnisses, durch seine stärkere hydraulische Eigeuschast sich auszeichnend), sowie Chemisch reinen Marmorkalr zur gefälligen Abnahme bestens. ======== Mässige Preise. — Coulante Bedienung. 3434 Taschen-Fahrpläne bei H. Kühn, Papierhandlung. 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Sämmtliche Kleider werden sehr bMg, bedeutend unter dem Einkaufspreis abgegeben, um möglichst rasch damit zu räumen. Am liebsten würde ich das Lager ungetheilt an einen Wiederverkäufer sehr billig ablassen. 3254 Äermcmw Kat®«, im früheren Heich.elh@im,fd)tn Laden. Arbkitsvergebung. Die zur Unterhaltung der Kirche und Pfarrgebäude zu Londorf für 1884 erforderlichen Arbeiten, nämlich: veranfchl. zu 1. Schlofferarbeit (hierunter ein eisernes Thor) 158,- JL 2. Schreinerarbeit 26,— „ 3. Weißbinderarbeit 34,50 „ 4. Maurerarbeit 31,— „ 5. Dachdeckerarbeit 51,— „ worüber Voranschlag und Bedingungen bei dem Unterzeichneten eingesehen werden können, sollen mittelst öffentlicher Submission in Accord gegeben werden. Deßfallsige Offerten werden bis zum 26. d. MtS., Nachmittags 2 Uhr, an unterzeichneter Stelle angenommen und in diesem Termine sofort eröffnet. Londorf, am 16. Mai 1884. Für den Kirchenvorstand: Im Auftrag: Unger, Bauverwalter. 3506 Gr«svrrstkigrrunft Die Grasnutzungen an den Lahnufern und auf dein Leinpfad in den Gemarkungen Gießen und Heuchelheim, sollen Freitag den 23. Mai d. I., Vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle versteigert werden. Die Versteigerung beginnt auf der Weidenstrauchswiese, unterhalb des Bahnhofs, am rechten Lahnufer, und wird loosweise auf die ganze Strecke fortgesetzt. — Die resp. Gr. Bürgermeistereien werden ersucht, dieses gegen die vorschriftsmäßigen Gebühren in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 19. Mai 1884. Großh. Kreisbauamt Gießen. Walter. 3532 Mittwoch den 21. Mai l. I., Nachmittags 2 Uhr, werben in der Flett' schen Hofraithe dahier 1 Schrank mit Glasaufsatz, 1 Sopha, 1 Kommode u-1 Konsolchen, ferner 2 Schweine öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. Bühner, 3525 Gerichtsvollzieher. Mittwoch den 21. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flettffchen Hofraithe dahier 1 photographischer Apparat, 6 gepolsterte Stühle, 1 runder Tisch, 1 Spiegclschrank, 2 Sopha's, 3 Com- moden, Conoersations-Lezikon unb Gartenlaube, 2 Kleiberschränke, 1 Spiegel, 1 Nähmaschine meistbietend versteigert werben. Gießen, am 20. Mai 1884. Geißler, 3549 Gerichtsvollzieher. JettgeZoienss. Ein großes gut eingerichtet, billig abzugeben bei 3542 Emil Fischbach. Ca. 20 Centner Packheu verkauft Heinr. Schomber, 3554 Robheimer Straße 56. Neue 3546 Matfes-Krmge bei C. G. lileinieemi. Ernst Baiser' empfiehlt: evangel. unb kathol. Gesangbücher. In gut erhaltene Decken werben neue Texte gebunben. 2870 Burg Gleiberg. Am Himmclfohrttage: VBäSiSwr-Coeicerl von einem Thkil der hiesigen RrgimentsmusiK unter Leitung ihres Kapellmeisters Herrn C. Krauße. sssi ■Anfang 4 XThr,_______Hntree 30 Ffg. Burg-Ruine M'enherg. Am Hrmmelfahrttage: Harmonie-Coneert wozu ergebens! einladet Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pfg. 3559 Turnverein: Heute, Dienstag Abend: Turnhalle. Donnerstag Morgen 6Uhr: Sammlung am Bahnhof. Gießen, den 20. Mai 1884. 3535 Die trauernde Familie: Georg Böck. vom i ÄMH Die trauernden Hinterbliebenerr- Gießen, den 19. Mai 1884. Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag 3 Uhr Sterbehaus, Feldschlößchen, aus statt. 3539 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mittheilung, daß unser lieber Gatte und Vater Karl Straub heute Morgen 9 Uhr nach langem, schwerem Leiden in seinem 42. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Danksagung. Allen unseren Freunden, Verwandten und Bekannten, sowie ihren ehemaligen Mitconfirmandinnen, welche unserer lieben, uns so plötzlich durch den Tod entriffenen einzigen Tochter und Schwester das Geleite zur letzten Ruhestätte gaben und durch reiche Blumenspenden ihre Theilnahme an dem herben Verluste bewiesen, insbesondere aber Herrn Pfarrer Dr. Naumann für seine trostreichen Worte sprechen wir unsern tiefgefühltesten Dank aus. Gesucht nach auswärts auf 1. Juli gegen guten Lohn eia anständiges, tüchtiges Zimmermädchen, welches nähen und bügeln kann. Gute Zeugnisse erforderlich. Näheres iii^der Exp^d. b.JBL 3538 3540 Ein ordentliches Dienstmädchen auf sofort gesucht von Oekonom Einheuser, neben der Aetienbrauerei. RähmssehiMU aller Systeme werben gut unb rasch reparirt bei W. Graf, 3548 Mechaniker, Schloßgasse 17. 3541 Gesucht werben Mädchen, welche selbststänbig in der Küche bewanbert sind, gegen hohen Lohn, sowie auch Kindermädchen. 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