i«Ut 11 Inf-Hegta lPf°^4 pfö. ________2793 w ■*bier ?ortbier j "■ 2767 « Milöd w 'erMrfe 4 «*« Se- * ^erffr| tt I (t.«.) 231808.7» 13448,91 9018,78 4333,55 ___2983,71 . 203, 247843,80 I 2817,93 8898,00 .257357J3 ) 3 2 Zchleenbeckkr. ^Nechner.^ mittelutz t der HandclskaWi' | i 6 Jahren ivM L YleMucht, M ttel bekannt: W n stets ftWrM eoge«»»^ ^rti**®* . ; . Mer“ ^**>3 all« 0r.‘Vrkäs- 5Ss x'S.-- j] 1884. 'S® 18S4 Zweites Blatt Re. 82. 4< @ W LM" Erscheint tLgttÄ mit ÄuSnah'.ne beS MontagS. r Schulstraße 7. PretS vierteljährlich 2*SD?ar! 20 Pf. mit Bringerlühn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar! 50 Pf. Amtkicher Hhsi 5. Betreffend und zu verpflegen^ Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. t Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüsungs-Cammisfion nur dünn ' amiibringen, roemt der sich Dietbenbe im Grohherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, b. h. seinen baiiernbeit Aufenthaltsort hat. 2. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Zaüres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20., Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einzährigea Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1- April des- selben Znhres zu erbringen. 3, Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actensormat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben c. ein UnbescholtcnheitSzengniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; ä. dar Schulzeugnih. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu fein, den Freiwilligen «ährend des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. Zn pos. d : daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für di« Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen rmv Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und Realschulen 1. Ort., sämmtlich nach de« Schema 17 zur tzrsah-Ordnung (L Therl d-r Wehr-Ordnung vom 28. Septbr. 1875 — Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. wirb. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; b. ein Einwilligungs-Attest der Vaters oder Vormunde« mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwillig« während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurustea ■ Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst aus Grund von Schulzeugnissen. Bekanntmachung. Di-ienia-n jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen werde» hierdurch auf die nachchlgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfugen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvoll,tandige U äU WVy| VVUvll y , • r Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der Z8 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatz-Ord. verwiesen. Grobherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Gros. Gteßen, 19. April. Der Kaiser ist nunmehr von seinem jüngsten Unwohlsein erfreulicher Weise wieder gänzlich hergestellt und hat bereits am Dienstag seine erste Ausfahrt — wenn auch noch tm geschloffenen Wagen — unternehmen können. Die Abreise nach Wiesbaden soll daher im Lause nächster W^e erfolgen. Leider dürste aber die Kaiserin verhindert sein, ihren erlauchten Gemahl zu begleiten, da sie sich eine Erkältung zugezogen hat, die, obwohl normal verlausend, der hohen Frau doch große Schonung auserlegt. Die Osterwoche hat uns aus dem Gebiete der inneren Politik mancherlei Neues gebracht, wenn auch die brennendsten Tagesfragen noch ihrer Entscheidung harren. Aus dem Parteiteben sind vor Allem zwei bemerkenswerthe Vorgänge zu verzeichnen: Die Versammlung rheinischer Katholiken in Köln und der Parteitag der süd- und südwestdeutschen Nationalliberalen in Neustadt a. d. H. Die Kölner Versammlung gestaltete sich zu einer entschiedenen Kundgebung der Anhänger des Centrums für die von den Ceutrums-Abgeord- Neten im Reichstage wie im preußischen Abgeordnetenhause vertretene Politik und die Forderung der Zurückberufung der Erzbischöfe Melchers und Ledochowski kennzeichnet zur Genüge den Charakter der Versammlung. Als eine nicht minder entschiedene Kundgebung, wenn auch nach ganz anderer Richtung hm, ist indessen auch der nationailiberale Parteitag in Neustadt zu betrachten. Die Versamm- lung stellte sich voll und ganz aus den Boden der bekannten Heidelberger Erklärung, so daß der Parteitag wesentlich mit zur Kräftigung der.nationalliberalen Partei beigetragen hat, deren die gemäßigt liberalen Elemente in dem im ^.ause dieses Jahres bevorstehenden Wahlkampfe allerdings auch dringend bedürfen. Was die „Bismarck-Krisis" anbelangt, so involviren die jüngsten Auslassungen der „Nordd. Allg. Ztg." — denen die nun wieder dementirten Gerüchte über den angeblichen Eintritt Miquel'ü in das preußische Ministerium zu Grunde lagen — eine neue Wendung in derselben. Das osficiöse Blatt leugnet, wie man dies wenigstens zwischen den Zeilen herauslesen kann, das Bestehen einer MtnisterkrisiS und demgemäß den angekündigten Eintritt von Minister-Vacanzen; diese Behauptung mag den Thatsachen nicht ganz entsprechen. Immerhin deuten die Auslassungen der „Nordd. Allg. Ztg." in Verbindung mit dem ziemlich bestimmt auftretenden Gerüchte, daß sich der Kaiser für jetzt weigere, in die Entlassung deö Fürsten Bismarck aus dem preußischen Staatsministerium zu willigen, darauf hin, daß die Möglichkeit des Verbleibens des leitenden Staatsmannes'in seinen bisherigen Stellungen trotz aller hierüber coursirenden Gerüchte nicht ausgeschlossen erscheint. , Die von Centrumsblättern gebrachte Nachrrcyt, daß Gras Ledochowski auf seine Würde als Erzbischof von Gnesen-Posen verzichtet habe und daß diese Resignation vom Papste angenommen worden fei, wird von dem Kuryer Poznanski" auf das Entschiedenste dementirt. Da man dem genannten Blatte nahe Beziehungen zu Ledochowski nachsagt, so wirv dieses Dementi wohl Ruch seine Berechtigung haben. rv. , . Die kleinen und kleinlichen Streitigkeiten, welche tn dem Hunten Völkergemisch des österreichischen Kaiserstaates die Nationalitäten-Frage immer wieder entfachen, treten vor einem Ereigniß zurück, dem alle Stämme Oesterreich-Ungarns ein gleiches Interesse entgegenbringen. Das österreichische Thronfolger-Paar hat am Montag seine Orientreise angetreten und ist bereits in Konstantinopel eingetroffen, wo die hohen Reisenden etwa 8 Tage die Gäste des Sultans sein werden. Auf der Rückreise gedenken dieselben auch m Belgrad und Bukarest Station zu machen. Der Ausflug des kronprinzuchen Paares hat unverkennbar seine politische Bedeutung und wird derselbe näment- lich durch die persönliche Berührung des österreichischen Thronfolgers mit Sultan Abdul Hamid jedenfalls mit dazu beitragen, die Beziehungen zwischen der habsburgischen Doppel-Monarchie und dem Osmanenreiche enger zu knüpfen. In Frankreich bildeten die Enthüllung der Gambetta-Statue in Cahors und die politischen Kundgebungen, welche sich hieran knüpften, das Ereigniß der Woche. Das meiste Interesse erregten die Reden, welche die Minister Ferry, und Campenon bei der Enthüllungsseier selbst hielten und da muß denn rühmend hervorgehoben werden, daß diese Reden, wie sehr sie auch den Patriotismus Gambetta's verherrlichten, in keiner Weise für uns Deutsche verletzend waren und dieser Umstand muß um so mehr betont werden, als sie Angesichts des Standbildes jenes Mannes gehalten wurden, der mit Recht als der eigentliche Träger der Revanche-Idee gelten konnte. Vielleicht darf man den günstigen Verlauf der Feier von Cahors als ein erfreuliches Symptom für die guten offtaellen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich betrachten. Was die Vorgänge in Ostasien anbelangt, so dürfte die erfolgte Besetzung von Honghoa durch die Franzosen als der Abschluß der militärischen Operationen im eigentlichen Tong- kina zu betrachten fein. Die neuerdings aus Peking einlaufenden Allarmnachrichten lassen indessen vermuthen, daß die Kriegspartei am Pekinger Hose wteber die zur Reit herrschende ist, die auf einen vollständigen Bruch mit Frankreich hinarbeitet. Neue und ernstere Verwickelungen in Ostasien sind demnach nicht ausgeschlossen. In England beginnt die erregte Discussion über die egyp- tische Frage einer ruhigeren Erörterung Platz zu machen. Man sieht die Lage Äordon's in Khartum nicht mehr als eine so hoffnungslose an, wie sie die Oppositions-Blätter immer hinstellen, wenn man sich auch nicht verhehlt, daß seine Situation weit davon entfernt ist, eine beueidenSwerthe zu sein. ES scheinen aber bie Dinge in Khartum in ber That nicht so schimun zu stehen, als sich vermuthen ließ; besonders sind die Verbwbungen ber Stabt nach Vor- den zu nicht gänzlich unterbrochen, ba von Gorbon noch immer von Zeit zu Zeit Nachrichten einlausen. Mit Spannung sieht man in London bem Ergebnch ber Verhandlungen Admirals Hewett mit dein König Johannes von Abysstnien entgegen, bereu eigentlicher Zweck aber noch strenges Gehermniß ist. Die Aufmerksamkeit ber spanischen Regierung würbe in letzter Zeit burch die cubanische Frage in Anspruch genommen. Wiederhol tauchten auf Cuba Jnsurgentenbanben auf, die inbessen sämmtlich, bis aM diejenige Aguerro's, von den Regierungstruppen niedergemacht worben dem erscheint die Situation aus der Insel nicht unbedenklich; es herrscht hie>. «ine große wirthschaftliche Krisis, die ihren Ursprung in der mißlichen Lage der Zuckerindustrie, der Hauptindustrie der Insel, hat. Die spanische Regierung scheint so gut wie nichts zu thun, um dieser Rothlage abzuhelfen und die Klagen -er durch Mißernten und die Sclavenemancipation schwer geschädigten Zucker- Plantagenbesitzer zu berücksichtigen. Es, ist daher begreiflich, daß die Verstimmung auf der Insel immer mehr um sich greift und daß früher oder später abermals ein ernster Aufstand ausbricht. In Konstantinopel ist ein kleiner Ministerwechsel eingetreten. Der Minister des Aeußern, Arifi Pascha, hat aus noch unbekannten Gründen seine ^Entlassung erhalten und ist durch Affym Pascha ersetzt worden, der schon einmal kurze Zeit Minister des Auswärtigen war. Aus Egypten sind in dieser Woche keine belangreichen Nachrichten eingegangen. Zu erwähnen ist jedoch eine Depesche Gordon's an den englischen Generalconsul Baring in Kairo, in welcher u. A. gemeldet wird, daß am Blauen Nil Alles gut stehe. In Folge von inneren Zwistigkeiten int Lager des Mahdi in El Obeid sei die von diesem gegen Khartum organistrte Expedition wieder aufgegeben tvorden und befänden sich anscheinend zwei Parteien gegen den Mahdi in Aufruhr. Eine anderweitige Bestätigung dieser Meldung liegt zur Zeit nicht vor. Gegen den Präsidenten der central-amerikanischen Republik Guatemala ist aus politischen Motiven ein Attentatsversuch begangen worden, doch erhielt der Präsident nur eine leichte Verletzung. BerrvifchtsH. Wanne (Sr. Bochum), 11. April. In dem nahe gelegenen Walde deS Grafen Droste-Nesselrode-Reichenftein, dem sogenannten Emscher-Bruch, worin Edelhirsche unterhalten werden, trafen in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag zwei Förster mit einem in hiesiger und auch anderer Gegend als sehr gefährlichen und dieserhalb schon mehrmals bestraften Wilderer KriegSmann aus Bochum zusammen, auf den man im genannten Walde schon seit längerer Zeit fahndete. Die Aufforderung der Beamten, die Waffe zu strecken, beantwortete er damit, daß er auf einen der Förster feuerte. Dieselben gaben nun auch ihrerseits Schüsse ab, worauf der Wilddieb tobt zu Boden sank. Die gerichtliche Feststellung bc§ ThatbestandeS hat heute stattgefunden. Jedenfalls wird diese Nachricht viele Forftbeamte in der Provinz beruhigen, deren Leben durch diesen leidenschaftlichen Wildschützen oft in Gefahr gestanden hat. Sein Leib war mit Narbe« von Schrotkörnern aus früheren Kämpfen wie übersät. Neapel, 15. April, lieber den Vorfall in der Kaserne „Piazza Falconi" werden folgende Einzelheiten gemeldet: Sonntag Abend um 10 Uhr gerteth ein Soldat NamenS Salvator MtSdei mit einem feiner Kameraden in Streit, ergriff ein Gewehr und feuerte zwei Schüsse auf ihn ab. Der erste Schuß rief allgemeine Be» stürzung unter den andern Soldaten hervor, die sich in d-m Zimmer befanden, und da sie den heftigen Character ihres Kameraden kannten, flohen sie eiligst in den Hof. Unterdessen war der Soldat, auf den MtSdei geschossen hatte, tobt zu Boden gefallen. Mtsdet schloß nun die Thür, löschte die Lichter aus und stellte sich an’8 Fenster, um von da au8 mehr al5 fünfzig Mal auf die i« dem Hof versammelten Kameraden zu schießen. Fünf Soldaten fielen tobt nieder, drei wurden schwer verwundet. Als sie ihre Kameraden fallen sahen, stürzten endlich mehrere Soldaten hinauf, brachen die Thür deS Z'mmers ein, in dem sich Misdei befand, entwaffneten den Mörder und brachten ihn in Sicherheit. c _ — Wie die „Rh. und R -Ztg " berichtet, wurde einem Mann-', der als Branntweinliebhaber bekannt ist, in einer Wtrthschaft in Holthausen ein hübsches Sümmchen Geld versprochen, wenn er e8 über sich gewänne, eine ganze Stunde vor einem SchnapS zu sitzen, ohne denselben auch nur anzurühren. Der Mann ging auf den Vorschlag ein und es gelang ihm auch, sich 35 Minuten lang zu demetstern- Da aber vermochte er es nicht länger mehr auszuhalten, er ließ das versprochene Geld im Stich und goß den Schnaps hinter die Binde. Ein Theil der Wettenden brach in Helles Gelächter au8, andere aber sagten mit Ernst: „Da sieht man wieder die furchtbare Macht der Leidenschaft des Branntweintrinkens." — [Wobei ] AuS Paris erhält die „F. Z" folgende Mittheilung: Herr Dreyfuß, ein Juwelen- und Antiquitätenhändler in der Rue des Martyrs, hatte am vergangenen Sonntag der Frau X-, in der Rue Notre-Dame-de-Lorelte wohnhaft, ein altmodisches Schretbpult aus Eichenholz für d>e Summe von 350 Franken abgekauft. ES war ein großes, im Wege stehendes HauSgeräth, mit dem Frau X in der That nichts Besseres anzufangen wußte und sich dessen auch bereitwillig entledigte. Am Montag Abend klingelte es an der Thüre des Herrn Dreyfuß gewaltig. Es war Frau X., die in athemlosem Lause dahergeetlt kam, um eine bedeutende Summe Geldes zu reclamfrcn, die, wie sie sagte, in dem alten Schretbpulte eingeschlossen sei. Da e8 jedoch schon etwas spät war, um die Sache zu untersuchen, so bat Herr Dreyfuß die grau X, am andern Morgen wiederzukornmen. Am Dienstag früh nun untersuchte man das fragliche Möbel in Gegenwart der Eheleute X. und der Schatz ward vorgefunden. Er bestand in nicht weniger als 250,000 Franken tn Werthpapieren. Herr X. hatte sich nämlich vor einiger Zeit nach Amerika begeben und vor seiner Abreise diesen kleinen Schatz in daS fragliche Pult eingeschlosien. Bei seiner Rückkehr berührte er ihn nur, um die fälligen Coupons einzukassiren und begab sich dann wieder auf Reisen und zwar diesmal in die Schweiz. Bei seiner Wiederankunft in Parts am Montag Abend erfuhr er zu feiner Bestürzung, daß seine Frau das Pult veräußert hatte, und Frau X. selber war nicht weniger bestürzt als er, als sie durch ihren Mann von dem Betrage der in einem geheimen Fache deS Möbels verborgenen Werthpapiere in Kenntnitz gesetzt wurde. Glücklicherweise waren diese in die Hände eines Ehrenmannes gerathen, der sich denn auch sofort anschickte, die 250,000 Franken dem Eigentümer zurückzuerstatten. Nun kommt die noble Erkenntlichkeit dieses Letzteren Außer sich vor Freude, sein Gelb wieder erhalten zu haben, bot er dem Herrn Dreyfuß sofort ein — Gläschen Cognac im nächsten Weinladen an . . . allein Herr Dreyfuß schlug da« noble Anerbieten aus. — [Scherzfrage.] Was ist eine standesgemäße Partie? — Wenn ein Bier- brauer eine Hopfenstange betreibet. __________________ Aufruf ;ur Gründung einer Arbeiter -Colonie für das Großherrogthum Hessen und den Königlich preußischen Regierungsbezirk Wiesbaden. Schon seit Jahren wird mit Recht darüber geklagt, daß auf den Landstraßen eine große Anzahl ardeitS- und mittelloser Menschen herumzieht, welche auf die öffentliche Unterstützung angewiesen sind und dadurch nicht nur der ansässigen Bevölkerung zur Last fallen, sondern auch Gefahr laufen, körperlich und moralisch zu Grunde zu gehen. Wohl hat man in anerkennenswerther Weise durch Gründung von Antibettelvereinen und durch ähnliche Einrichtungen diesem Hebel entgegenzuwirken gesucht; diese Maßregeln haben tnbefftu nur in sehr beschränktem Grade die Belästigung der Bevölkerung gemindert, eine gründliche Abhülfe wurde aber nicht geschafft, wie auch auf diesem Wege den Arbeitslosen auf die Dauer nicht geholfen werden konnte. Und doch muß gerade in dieser Richtung etwas geschehen, wenn man bedenkt, daß der größte Theil der arbeitslos Umherziehenden ursprünglich wirklich Arbeit suchten, und daß auch unter Denjenigen, die schon lange umherziehen, sich immer noch viele finden, die gerne Arbeit nehmen, wenn ihnen solche geboten wird, und die freudig die bdfenbe Hand ergreifen, um sich au§ ihrem leiblichen und sittlichen Elend herauszuarbttten. Von diesen Anschauungen ausgehend, hat Pastor von Bodelschwingh, unterstützt von andern für das Wohl ihrer Mitmenschen begetsterien Männern, in der Nähe von Bielefeld die Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf gegründet, welche den Aweck hat, männliche Arbeiter» welche keine regelmäßige Arbeit gefunden haben, aufzunehmen, sie an regelmäßige Arbeit zu gewöhnen, dadurch leiblich und sittlich zu stärken und ihnen die Mögliche kett zu gewähren, wieder nützliche Glieder der menschlichen Gesellschaft zu werden. Die In der Colonie Wilhelmsdorf erzielten Resultate sind so sehr zu Tage gr» treten, daß in anderen Gegenden unseres deutschen Vaterlandes das Beispiel Nach- ahmung gesunden hat; in Schlesien, Hannover, Braunschweig, Schleswig - Holstein Brandenburg, Württemberg, Bremen-Oldenburg sind Colonieen gegründet worden, in Baden sind vorbereitende Schritte grthan, um so dringender ist auch für unsere Gegend ein gleiches Vorschretten geboten und cd wurde deßhalb in einer am 14. Januar l. I. zu Frankfurt a. M. abgehaltenen, stark besuchten Versammlung ein Verirr für Gründung einer Arbeiter-Colonie für das Großherzvg- thuM Hessen und den Königlich Preußischen Regierungsbezirk Wiesbaden gegründet. Die Anstalt, welche arbeitsfähige arbeitslose Männer ohne Unterschied des Standes der Religion und der Würdigkeit aufnimmt, soll daö Werk freier V-rttnSthättgkett fttv» wie auch der Eintritt in die Anstalt, daS Verbleiben in und der Austritt aus derselben lediglich von dem sreiwilligen Entschluß dcö Pfleglings abhängt. Die Anstalt ist demnach kein Ort, in welchem die Arbeiter durch bte Anordnung einer Gerichts- ober Polizeibehörde Aufnahme finden, sie muß deßhalb auch lediglich durch die freie Vereins- tbätigkett gegründet und unterhalten werden. Sie wird zwar der thatkräftigen Unter- stützung der Behörden wcht entbehren können und diese Unterstützung wird ihr nicht fehlen, sie ist aber zunächst auf die Beiträge Derjenigen angewiesen, die em H.'rz für die Notb der Brüder haben und gerne bereit sind, an dieser ächt rettgtös-sittltcherr Thättgkett mitzuarbeiten. Indem der unterzeichnete BereinSvorstand hiermit um die thatk>'äftige Hülfe bet seinem LiebtSwerk bittet, bemerkt er, daß mit Genehmigung des Großh. Hessischen Ministeriums und des Königlich Preußischen Herrn Ober Präsidenten in der nächsten Zeit eine Collecte tn dem VereiuSdezirk erhoben werden wrrd. Die Gründung der Colonie bedarf reichlicher Mittel und auch ihre Unterhaltung wird nicht ohne ständigen Zuschuß möglich sein; wir zweifeln jedoch nicht, daß, wie anderwärts, e« auch bet uns gelingen wird, das Ziel zu erreichen. Wir bitten unsere Mitbürger, n:cht nur her Collecte ihre Theilnahme zuzuwenden, sondern such durch Bildung von Locai-Comitt's und in anderer Weise für die Sache thätig zu sein and erbitten uns Beitrittserklärungen» sowie Bewilligung von Beiträgen. Möge unser Wort frenndl che Aufnahme und einm kräftigen Widerhall in den Herzen unserer Mitbürger finden! Frankfurt a. M., den 3. April 1884. Allmann, Bürgermeister zu Bingen. von Berlepsch. Amtmann zu Hoch- brtm a. M. Boek mann, Dr., Provinzialdircctor zu Gießen. Braden, Dr., Kreisrath zu Friedberg. Cramer, Gutsbesitzer zu Wiesbaden. Deitz manu, Pfarrer zu GrävenwieS- bach. Gold mann, Dr., Geheimerath, Obere consistorial-Präsident zu Darmstadt. Heller-Gölzenleuchter zu Frankfurt a. M- von Hergenhahn, Polizeipräsident das. Heyl, Geh. Commerzienrath zu Worms. Hilf, Justf-rath zu Limburg. Hirsch, F. L, Gutsbesitzer zu Alsheim. Kalle, F., Stavtvorsteher zu Wiesbaden. Kückler, Vrovinzialdirector zu Mainz. Küchler, Bürgermeister zu Worms. Ladenburg, Geheimerath zu Frankfurt a. M. von Marquard, Provinzialdirector zu Darmstadt. May, Arthur, Rentner zu Frankfurt a. M. Miquel, Oberbürgermeister das. Münzenberger, Geist!. Rath und Stadtvfarrer das. Ohly, Ober-Bürgermeister zu Darmstadt. Pons ick, Dr., Rechtsanwalt zu Frankfurt a. M. Frhr. A. von Nordeck zur Rabenau, zu Friedeihausen bet Lollar. Rothe, Kreisrath zu Offenbach. Schlosser, Pfarrer zu Frankfurt a. M. Sonnenberg, H., Kaufmann das. Stamm, Justizrath zu Wiesbaden. Stammler, Dr., Landgerichtsdirectorzu Gießen. von Strauß, Dr., Polizeipräsident zu Wiesbaden. Stromberge r.Dr, Pfarrer zu Zwingenberg. Walther, Dr., Decan zu Nieder-Ingelheim. Walz, Pfarrer zu Bad Nauheim. Allgemeiner Anzeiger. Schulbücher für flijmualien, Real, Lächler- uni) 81ai)lfchulen in soliden selbstgefertigten Einbänden empfiehlt Ernst Balser, Buchhandlung und Buchbinderei. Neißzeuae — Winkel — Reißbretter — und sonstige Schulbedürfniffe in bester Qualität billigst. 2751 e 9i e i 8 e bb in Knöpfen - Perlen- und Chenille-Besatz, Franzen, Spitzen in aken Farben, Ornaments, Agraffen, Bänder empfiehlt in großer Auswahl zu sehr billigen Preisen 2369 Robert Haas, Selterswcg 57. JVB. Mache aus eine Parthie billiger schwarzen Spitze aufmerksam. üSelir preiswerte Offerte!i Eine große Partie Amhaaema mit feiner Einlage, bin ich in der Lage zum Fabrikpreise, per "/io Kistchen Mk. 3.30, abzugeben. ' Carl Merkel Tabak- und. 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April 1884t, Nachm. 2 Uhr laßt der Verein für Geflügel- und Vogelzucht fein reichhaltiges Inventar an Hühnerställen, Tauben- und kleineren Vogelkäfigen, Freßgeschirren re. in der Wallthorstraße auf dem Hofe der früheren Adlerhofraithe, gegenüber dem Casö Leib, öffentlich versteigern. 2485 Der Vorstand» Dienstag den 22. Aprü, Nachmittags 2 Uhr. sollen aus dahiesigem Ortsgericht die dem Daniel Weller V. gehörigen Grundstücke Flur vil/228 1625 Meter Acker auf der großen Weide „ Xiii 388/1 162 Meter Acker in der Kropbach, „ XVI u/272 88 Meter Acker in der Kropbach, die Wingert, „ XV/275 2950 Meter Acker auf der kleinen Weide meistbietend versteigert werden. Gießen, den 15. April 1884. Großhcrzogliches Ortsgericht. 2672_____________Müller._________ Oefferrtliche 2603 Versteigerung am 23 April 1384, Vormittags um 9 Uhr im Hose der Zeughaus-Kaserne, von Pferde - Geschirr und Stall- fachcn, sowie Aextsn u. Beilen. 1. Bataillon, 2. Großh. Hess. Jnstr.- Regiment (Großherzog) Nr. 116. 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Dm liberale Wahlo^mite drr Rrichstagswahl von 1881. der hiesigen Lehranstalten, in dauerhaftem schönen, Einband, vorrathig in der Ferber’schen Buchhandlung, Kirchcnplatz. Unser Reichslagsahgeordnetcr Herr I)r. Gutfleisch wird Sonntag der». 20. April, Nachmittags 4 Nhr, im Saale von Wemel's Garten ?u Gießen Bericht über die letzten Reichstagssesfionen erstatten, wozu wir alle Wähler ein- laden. Indem ich streng reelle und solide Bedienung zusichere, sehe ich recht zahlreichem Besuche entgegen und zeichne Darmstadt, den 1. Aprll 1884. 2616 Hochachtungsvoll Jakob W'ZMßL. Akademischer Gesangverein. Montag, den 21. April er., Abends ?V2 Uhr, werden die Proben für das 10. wittelrheinische Mufikfest in der kleinen Aula fortgesetzt. Von den bis jetzt in Mainz angemeldeten 114 Mitgliedern unseres Vereins werden nur diejenigen zur Mitwirkung zugelassen, welche von nun au regelmäßig die noch näher zu bestimmenden Proben besuchen. 2668 Der Borstand. Strohhüte werden gewaschen, gefärbt nnb nach den neuesten Formen geändert innerhalb 8 Tagen. Muster zur Ansicht bei JL» gBertrnndf KermieLPmrgen. 2696 Der untere Stock, LudwigSstraße 12, zu vermiethen und am 15. Juli zu beziehen. 2691 Ein möblirtes Zimmer mit oder Ohne Cabinet zu vermiethen. , Ludw. Orth, Neuen Baue^ll.^, Vie l In her ' als rvtzbar- A md 18b7Jein war das Pro l welche wtftj« der Pai'fer M Di-l-r d-r mW SMutN-rBrt ®ar bafier blt . Abanberunlien u mehr am 10, d. finb bie bei bei bringend wtß>e' „Trambahn", n wdentüdie M Es säge hier kurz darzu Die Lich fleben würbe, sicht ihrer Erbe Da dieser Plai Firma Siemen wahrende Tiell Llchterselber LSngstragern 6 Den Führgele-se ben mH ihnen wobei selbflveist gehalten wurber Bahn arbeitet, Menschen noch unb dem bierbi leuchten Wetter Störungen geh können, war e Publikums, be: Stromes, wie war unb nunt Bock, ferner au Frankfurt unb Bei her; elngeflanflenen Ende 1881 unle die Siromleitun Äul letzterer lie beiden Drahtenl und zncsteich 00n Bei der g 'lW angebrach A- teit§ „Galgen" n Mögen worben Drahtseile getrau Nontal lltfltnl bStj1'tn W8ld 0 n Choni M ®«Wmt »bitt” ^!e Fahrgesih^ Sen* der Leser, ?oöe Kraft ber 6'8 $lr h ,mt;n «taft 8|| 06! fi«6,16,1 .6 777,-°°. K«.r L" - ist von NachMittags 3 Uhr an täglich geöffnet. Für ein seines, kühles Glas Exportbier, sowie für gute Speisen ist bestens gesorgt. Hochachtungsvoll 248 ( C. Hess, „?um Kndeuhof . 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