5 grenzender Stube, sehr Her und Logis, sowie pr. 1. Febr. u. April Ludwig Lang, Wtftr. (Wetterg. 5\ Zrunbergerstraße 36. Schüler unterer Classen ilt. grpeb^b- Bl- W n, der seine Lehrzeit in ist bestanden hat, sucht Insprüchen anderweitige die Exped.d. Bl-unter 4/i> ©qöoqoo a Buch v ird Brück 6 rlobte. 448 q 7, Januar 1884.0 0 qoodP5>q W *” „ÄS* )tit p*a * ZM; 仫S?S heres oer welch^ i“ * ti5. IS I 1884 Rr. 17. Grst-S Blatt. Sonntag den 20. Januar Bureau r Schul st raße 7. Erscheint tätlich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohm Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Bekanntmachung. Gefunden: 1 silb. Spindeluhr, 1 Brosche, 1 Paar Manschetten und Kragen, 1 schwarz. Handschuh, t seidenes Halstüchelchen, 1 Paar Kinderhandschuhe , 1 kleines Taschenmesser, 1 grauer Herrenhut, 25 Pfennige, 2 Portemonnaie mit Inhalt, wovon eins schon vor einiger Zeit auf der Eisenbahn gefunden wurde, 1 Pincenez, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Zugeflogen r 1 Kanarienvogel. Gießen, den 19. Januar 1884. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. F r e s e n i u s. ___________________________________ __________ Betreffend: Die Lieferung von Obstbäumen. Bekanntmachung. Herr Handelsgärtner Deines in Gießen hat stch erboten, Obstbäumchen, und zwarAepfel- und Birnstämmchen, das Stück zu 1 JL 40 HU liefern- Gießen, den 18. Januar 1884. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Nover. ' I Mgr»WMnSUM»re»K3Wa*MSH>aB8a^^ Telegraphische Depeschen. WoM s telegt. Correspondenz-Bvrea«. Betritt, 18 Januar. Vor dem heutigen von Sr. Majestät dem Kaiser abgehaltenen Äapttel detz Hohen Ordens vom Schwarzen Adler erfolgte die Investitur deS Prinzen Leopold von Preußen. Als ParratnS fungirten Prinz Friedrich Karl und der Erbprinz von Meiningen. Als Ocdenskanzler sunkttontrte zum ersten Male General- Feldmarschall Graf Moltke. m — Abgeordnetenhaus. ReichenSperger (Köln) begründete seinen Antrag. Der katholischen Kirche sei daS Recht gewährleistet, ihren CuUuS frei zu üben, die Aufhebung der Verfassungsartikel habe die Katholiken hierin behindert. Die Machtstellung des Staat» könne durch Beschränkung der Rechte der Kirche nicht verstärkt werden. Die motivirte Tagesordnung der Conservattven entspreche nicht deren früheren entgegenkommenden Erklärungen und verweise nur auf wettere Concessionen; auf Eoncessionen gegenüber dem kanonischen Recht könnten und würden die Katholiken stch aber nicht etnlassen. v. Hammerstetn spricht gegen den Antrag, Schorlemcr führt au», die bisher gewährten Milderungen der Maigesctze brächten der kirchlichen Roth keine Abhülfe; wenn das Volk nicht gläubig erhalten werde, werde der sociale Krieg auSbrechen und um diesen zu verhüten, möge das Haus der katholischen Kirche ihre verfassungsmäßigen Rechte wtedergeben. Nach den Ausführungen Richter'- gegen den Antrag ersucht der CultuSmintster das HauS, dem Anträge nicht zuzusttmmen. Wenn er wider Erwarten angenommen werde, so werde die Staatsregierung ihn nicht sanktioniren. Die ablehnende Haltung der Regierung sei durch die Anwendung und Auslegung bedingt, welche die katholische Kirche den aufgehobenen Artikeln gegeben und welche auch die Antragsteller denselben wieder geben wollten. Die Artikel jetzt wieder herzustellen, würde ein schwerer politischer Fehler sein, lieber die Begnadigung des Bischofs von Münster könne er bei der augenblicklichen Lage der Angelegenheit nicht sprechen. Die Begnadtg- ungsordre für die Erzbischöfe von Köln und Posen würde von den Ministern kein einziger unterzeichnen, sie liege nicht im Interesse deS Staates und KtrchenfriedenS, den matt nicht von Jahr zu Jahr, sondern auf längere Zett haben wolle. WaS die Verhandlungen mit Rom angehe, so sei die Regierung entschlosien, selbstständig mit Verbesserungen vorzugrhen. DaS Ministerium sei bemüht, die Last zu tragen, welche die Aufgabe auflege, die Grenzen der Machtbefugnisse zwischen Staat und Kirche inne- zuhalten; er werde nicht der letzte sein, der diese Last trage, wolle, aber seinen Nachfolgern die Last erleichtern. Windthorft erblickt in der Rede des Ministers den Beginn neuer Kämpfe und ersucht den Minister, wenn der Antrag nicht angenommen werde, eine Vorlage über eine umfassende organische Revision der Malgesetze zu machen. Die Commtssionsberathung wird abgelehnt, in der zweiten Lesung spricht Stöcker gegen den Antrag. Fortsetzung morgen. Berlin, 18. Januar. Der Statthalter v. Manteuffel begab sich nach seinem Empfang durch den Kaiser zum Kronprinzen, dem Prinzen Friedrich Karl, August von Württemberg, Moltke und dem Grafen Schleinitz und wurde für Abends zur Kaiserin befohlen. Mittags hatte Manteuffel einen längeren Besuch des Kriegsministers empfangen, auch waren fast sämmtliche Minister bei demselben vorgesahren. Manteuffel erwiderte Nachmittags diese Besuche. Morgen Nachmittag findet beim Kaiser Galadiner statt, woran alle Prinzen des Königshauses, der Erbgroßherzog von Baden, der Erbprinz von Meiningen, der Prinz von Hessen, der Oberceremonienmeister v. Eulenburg und alle Ritter des Schwarzen Adlerordens theilnehmen, welche morgen dem Ordens-Kapitel beiwohnen werden. Paris, 18. Januar. Caffagnac fragte brieflich beim Prinzen Victor an, welche Tragweite die letzten Zwischenfälle hätten, und inwieweit die Bona- partistenpartei auf ihn rechnen könne. Der Prinz antwortete, er werde niemals den gegen seinen Vater gerichteten Anklagen sich anschließen. Er weise mit Indignation jeden Gedanken der Auflehnung gegen die bestehende Gewalt zurück. Ec habe augenblicklich keine Rolle in der Politik zu spielen; dies hindere ihn nicht, daß er seine persönlichen Meinungen über Politik und Religion habe. Er werde aber in der Reserve bleiben, bis die Pflicht ihn rufe, dem Lande zu dienen. London, 18. Januar. Der Verwaltungsrath des internationalen Schiedsgerichts- und Friedens-Vereins nahm einen Beschluß an, in welchem derselbe seinen tiefen Schmerz über das Ableben Lasker's ausdrückt und die edlen uneigennützi«n Bestrebungen desselben für die Ziele des Vereins anerkennt. Lonovn, 18. Januar. Telegramm des „Reutersschen Bureaus" aus Hongkong von heute: Die Zeitung „China-Mall" meldet, in Folge der Vorstellungen der englischen Behörden seien die Vorbereitungen zur Sperrung des Kantonflusses eingestellt worden. Rom, 18. Januar. Der General-Abt Cesare des Benedictinerklosters aus dem Monte Vergine ist in der letzten Nacht in seiner Wohnung ermordet und die Wohnung ausgeraubt worden. Zwei Bedienstete des Abtes wurden verhaftet. Madrid, 18. Januar. In Folge Annahme des regierungsseindlicherr Adreßentwurfs durch die Cortes ist eine Ministerkrise eingetreten. Der König berief den Kammerpräsidenten und die Parteichess zur Berathung. Petersburg» 18. Januar. Die Leichen der bei der „Jeannette"* Expedition Verunglückten haben gestern Orenburg passirt. — Die „Deutsche Petersb. Zeitung" veröffentlicht ein Privat-Telegramm aus Khartum oont 15. ds., wonach der Afrika-Reisende Dr. Junker sich gesund und wohl int Niam-Niam Lande befindet und sein Begleiter Dr. Bohndorf glücklich in Khartum angekommen ist. — Aus Anlaß des heutigen WafferweihfesteS hat die übliche glänzende Auffahrt der Hofstaaten, Staatswürdenträger, des diplomatischen Corps, ber Generalität und des Officier-Corps^nach dem Winterpalais stattgefunden. Die Militär-Fahnenweihe wurde im Beisein der Majestäten in der programmmäßiges feierlichen Weife vollzogen. Kairo, 18. Januar. Ein amtliches Telegramm aus Khartum meldet, das ganze umliegende Land sei in offenem Ausruhr. TifliS, 18. Januar. Heute Nachmittag gegen 1 Uhr fand eine ziemlich heftige Erderschütterung mit unterirdischem Getöse statt. Lo-aleS» Gießen, 19. Januar. sSitzung der Stadtverordneten vom 17. Januar.) Anwesend : Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Batst, Gail, Georgi, Dr. Gutfletsch^ Hoch, Homderger, Kauf, Ad-Noll, Aug.Noll, Petri, Scheel, Schopbach, Simon, Vogt und Wort mann. — Der § 2 des Gasbeleuchtungsvertrags vom 17. September 1855 lautet; Die Dauer dieses Vertrages ist auf drettztg Jahre, vom 1. October 1856 gerechnet, festgesetzt. Zwei Jahre vor Ablauf der Vertragszett soll gegenseitig erklärt werden, ob eine Verlängerung des Vertrags verlangt wird. Wenn aber keine solche Erklärung stattfindet, so ist der Vertrag nach Ablauf von 30 Jahrm stillschweigend auf wettere 5 Jahre als erneuert zu betrachten und soll von 5 zu 5 Jahren in ähnlicher Weise fortgesetzt werden, bis eine Kündigung do« einer der contrahirendenr Parteien an die andere erfolgt. Zur Beurtheilung der Frage, ob Verlängerung oder Kündigung des Vertrags erfolgen soll, wurde die Sache der vereinigten juristischen und Finanz-Commission zur Berichterstattung überwiesen. — Betreffs des Vertrages mit Großh. Landes-Universität bezüglich der Armenproxis theilt Herr Bürgermeister unter Hinweis auf bereits gepflogene Verhandlungen mit, daß Großh. Landes-Universität diesen Vertrag definitiv mtt Wirkung vom 31. December 1884 gekündigt hat. Hierauf bezügliche Vorlagen werden der Stadtverordneten-Versammlung nach Ausarbeitung zugehen. — Dec Voranschlag der evangelischen Kirche für 1884/85 soll der Finanz- Commission zur Begutachtung mttgetheilt werden- — In Ergänzung des Pachtvertrags wegen der Octrolerheberfteüe am Seltersthor wird ein von Großh. Ministerium beau- haß ter Zusatz genehmigt, welcher nähere Bestimmungen über Vornahme von Bauveränderungen an dem westlichen Tborhause am Seltrrstbor enthält. — Octrotrück- Vergütung an daS Militär, hier die Octrotsätze für Hammelfleisch betr-, wird beschlossen, für dieses Fletsch diejenigen Sätze in Anrechnung zu bringen, wie sie für Kalbfleisch bestehen. — Zu dem Gesuche um Ausbau der Wilhelmsstraße bis zur Ludwigsstraße liegen der heutigen Versammlung die Forderungen der Grundbesitzer vor, welche bet dem Straßenausbau wegen des Gcländeerwerbes interessirt sind. Es wird dem Anträge der Baudeputat'on, welche sich theils für Bewilligung, theils für Herabsetzung der angesetzten Geländepreise erklärt, entsprechend Beschluß gefaßt. — Die s. Z. von den. Hausbesitzern an der Löberstraße in Aussicht gestellte Beisteuer zu den Kosten der Trottoirpflasterung ist nur von einigen entrichtet worden, wogegen die Herren Chr. Petri V. und Chr. Helm ihre Weigerung zur Zahlung dieses Betrages mit der verspäteten Herstellung qu. Pflasterung motiviren. Es soll, entgegen des auf Entfernung des Pflasters vor den Häusern gen. Hauseigenthümer zielenden Antrages der Baudeputatton, auf dem Wege der Klageerhebung gegen dieselben vorgegangen werden- — Das Gesuch des Rentners Dr. Ad. Mettenheimer um Verbesserung eines AbfahrwegeS wird abgelehnt. — Die zur Beseitigung dtv. Uebelstände in Betreff der Ableitung des Wassers aus dem rechtsseitigen Graben der Grünbergerftraße nöthig werdende Geländeerwerbung von den Herren Karl Heil und WinterS Erben soll, da die Forderung der Eigenthümer zu hoch ist, durch Expropriation durchgeführt werden. — Die Herstellung der Stocktreppe in dem Schulhause auf dem Oswaldsberg wird genehmigt. — Die Holzversteigerung vom 7- Januar wird genehmigt. — Der Bestand der Realschule beträgt nach dem in der Sitzung erstatteten Berichte in Realschule 1. und 2. Ordnung und Vorschule insgesammt 581 Schüler. Gießen, 19. Januar. [1. Sitzung der Großh. Handelskammer am 8. Januars Anwesend die Herren Ed. Silbereisen, L. Georgi, S- Heichelheim, A. Katz, R. Scheel, Ad. Ztntzer- „ t . Bei Eröffnung der Sitzung durch den bisherigen Vorsitzenden, Herrn Eduard Stlbereisen, gibt derselbe eine kurze Uebersicht über bte Thättgkett der Kammer iw Äerfloflenen Jahre. Die Zahl der Eingänge, welche in 18 Sitzungen zu erledigen waren, beüef ^rr^Heichelheim sprach dem bisherigen Vorsitzenden und dessen Stellvertreter im Namen der Mitglieder der Handelskammer den Dank der Kammer für ihre sorgfältige Führung der Geschäfte aus. Die übrigen Mitglieder schließen sich dem Danke durch Erheben von den Sitzen an. t . . . Hierauf schritt die Kammer zur Wahl des Vorsitzenden und des Stellvertreters desselben für das Geschäftsjahr 1884. Zum Vorsitzenden wurde mit 5 Summen Herr Eduard Silberetsen, zum Stellvertreter mit 4 Stimmen Herr L- Georgi von Neuem gewählt. u _ Beide Herren nehmen die Wahl dankend an. __ Der Vorsitzende macht der Kammer darauf die Mittheilung, daß die Acten über die im Deermber v. I- ftattgehabten Neuwahlen von dem Ministerium deS Innern »ub der Justiz zurückgekommen seien. Die Wahlen sind bestätigtc worden. Ein Schreiben deS Herrn Dr. Landgraf tn Mannheim ersucht um Ueber- sendung eines Verzeichnisses der hiesigen Cigarren- und Tabakfabrikanten. Dem Wunsche soll willfahrt werden. Vermischte». Hamburg, 18. Januar. Der am 11. Januar hier Verhaftete, welcher deS DynamitattentatS in Frankiurt verdächtig Ist, ist Schriftsetzer und heiß Friedrich August ReinSdorf (nicht Rahlsdorf. Seine Papiere lauten auf Reimstorf. Er ist aus Sachsen gebürtig). Kurz vor seiner Verhaftung soll es zwei Compltcen gelungen sein, nach England zu flüchten. Reinsdorf soll verschiedene Vorbeßrasungen gehabt haben und auch tn den Hödelproceß verwickelt gewesen sein. Frankfurt a. M-, 18. Januar. Der des Dynamit - Attentats Verdächtige scheint Schriftsetzer Friedrich August ReinSdorf zu sein, der sich in den Jahren 1877 und 1878 in Leipzig aufgehalten hat. Dort hat er in den soclaldemokratischen Versammlungen, tn welchen er den anarchistischen Standpunkt vertrat, sich öfters bemerk« lich gemacht. Seine Ansichten fanden den lebhaftesten Widerspruch der Socialdemo- kraten Marx'scher Richtung und sein Auftreten hat oft zu tumultuarischen Scenen Veranlassung gegeben. Wenn wir nicht irren, hatte Reinsdorf tn Letpzig sich zuerst Len Namen Bernstein beigelegt und sein wirklicher Name würbe erst später bekannt. » Mannheim, 18. Januar. Bei hiesigen, der socialdemokratischen Partei angehörenden Personen werden seit einigen Tagen sehr umfassende Haussuchungen noch fortgesetzt vorgenommen. Es führte eine solche gestern zur wetteren Verhaftung etnes Arbeiters Namens Mtldenberger. D'e vor einigen Tagen durch die Polizei mit Beschlag belegte Kiste enthielt einige Tausend Exemplare der neuesten Nummer deS Züricher „Soclaldemokrat". Der hiesigen Behöroe war über das Eintreffen der verdächtigen Kiste eine diesbezügliche Anzeige von Tuttlingen aus zugegangen. — (Die Mädchenmörder Schenk und Genossen.j Je weiter die polizeiliche Untersuchung über die Gebrüder Schenk und den Mitschuldigen Schlossarek fortschreitet, mit um so größerer Klarheit stellen sich olle die ungeheuerlichen Thaten dar, die mit beispielloser Verwegenheit von diesem Verbrecherconsortium im Laufe der letzten Jahre auSgeführt worden sind. Es war ein planmäßiges Vorgehen, welches die Mölder befolgten und waS die Frechheit Hugo Schenks besonders markant erscheinen läßt, ist, daß der Mann, kaum daß daS eine Opfer beseitigt ist, schon daran denkt, dos zweite nus dem Leben zu schaffen. Im Monate März des vorigen Jahres wird er nach verbüßter zweijähriger Haft entlassen; er knüpft die Bekanntschaft mit den beiden TtmolS an. die bald darauf unter Mörderhand enden; er köderte Theresia Ketterl, welche die Bekanntschaft mit ihm mit ihrem Leben bezahlen muß, und während ihm die Organe der Polizeibehörde schon auf der F-rse sind, begeht er noch den Mord an Rosa Ferenczy. Dabet unterhält er mit zwei anderen Mädchen, Josephine Eder und Emilie Höchs- Mann, einen sehr intimen Verkehr und correspondirt mit so und so viel anderen Mädchen. Fürwahr, eine Systematik des Verbrechens, wir sie in so grausamer Kaltblütigkeit selten angewendet fein mag. Und ihm zur Seite die beiden Helfershelfer: der eine der leibliche Bruder, der andere ein Schlosser, der, zu träge und verworfen, sich auf ehrlichem Wege sein Brod zu verdienen, lieber zum Verbrechen greift. Karl ^Schenk, der Anfangs entschieden leugnete, irgend welchen Antheil an den seinem Bruber zur Last gelegten Verbrechen zu haben und einen gewissen zuversichtlichen Trotz zur Schau trug, hat nunmehr auch das Geständniß abgelegt, in Gemeinschaft mit seinem Bruder Hugo die Köchin Theresia Ketterl zu Anfang des Monats August 1883 in der Nähe von Lilienfeld erschossen und dann ins Wasser geworfen zu haben. Damit -erscheint nun diese von Hugo Schenk energisch geleugnete Mordthat auch erwiesen. Nach abgelegtem Geftändniß verließ den Büreaudiener Karl Schenk seine Fassung und er, der früher so zuversichtlich gewesen, ist jetzt gebrochen. So viel demnach bis jetzt festfteht, hat Schlossarek tn den Fällen Timal und Ferenczy, Karl Schenk tm Falle Ketterl Mithülfe geleistet. Immer aber war selbstverständlich Hugo Schenk dabei. Der Umstand, daß die Köchin Kettcrl erschossen wurde, mühin denselben Tod fand, wie die bisher unbekannt gebliebene Ermordete aus dem Payerbacher Graben, hat diese letztere Affatre wieder in den Vordergrund gerückt. Die Polizeibehörde befaßt sich ein» gehevdst mit diesem noch nicht aufgeklärten Morde und es wurde die Verfügung getroffen, daß die seiner Zeit aufgefundenen Effecten der ermordeten Frauensperson mach Wien gebracht werden, damit man dieselben möglicherweise hier agnoscire. Die polizeilichen Erhebungen dürften kaum vor drei Wochen beendet fein, dann erst werden Die Verhafteten dem Landesgerichte eingeltefert werden. — Hugo Schenk ist ein Mann Lem das Epitheton „schön" ohne weiteres beigelegt werden kann. Seine einnehmenden Gesichttzzüge, die Sorgfalt, die er auf seine Erscheinung verwendete, seine gefälligen, weltmännischen Manieren und die gebildete Ausdrucksweise, deren er sich bediente Ilaffen es begreiflich erscheinen, daß er auf Frauenherzen Eindruck machen konnte! Dieser beabsichtigte Eindruck muß tn den vorliegenden Fällen um so größer und nachhaltiger gewesen sein, als Schenk vornämlich mit alternden Mädchen verkehrte, die ohnehin an den Mann ihrer Wahl keine so hohen Anforderungen stellen, und so erscheint rs begründet, daß sowohl Theresia Ketterl als Rosa Ferenczy ihren Bekannten von Dem noblen und schönen Mann erzählten, den sie zum Geliebten hätten und daß Emilie HöchSmann iu dem Wahne bestärkt werden konnte, Schenk sei (wie er ihr vorgeredM rin Graf ober ein Fürst, der als politisch Compromittirter sich nicht als solcher zu «kennen geben dürfe. Hugo Schenk war stets elegant und nach der neuesten Mode gekleidet. Er tragt gegenwärtig bloß einen sorgfältig gepflegten Schnurrbart, der Backenbart ist rasirt. - Durch die eingeleiteten Erhebungen erscheint es übrigens so gut wie nwiesen, daß Hugo Schenk neben der gewerbsmäßigen Ermordung von hetrathslustigen Mädchen auch noch Verbrechen in anderer Richtung verübt haben muß Darauf deutet wohl auch der Umstand hin, daß sich Sonntag Vormittags bet der Wiener Polizeibehörde ein Juwelier meldete, der folgende Angaben machte: Im Sommer des vorigen Jahres sei ein etwa 35jähriger Mann, auf welchen die Personsbeschreibuna Hugo Schenks vollkommen paßt, zu ihm in das Geschäft gekommen, habe sich für einen russischen Bauunternehmer ausgegeben, der im Begriff stehe, sich zu verehelichen, und habe ein schönes Brautgeschenk zu kaufen gewünscht. Der Fremde ließ sich verschiedenen Schmuck vorlegen und wählte dann einen im Werthe von mehreren tausend Gulden Dann machte er verschiedene Versuche, diesen Schmuck von dem Juwelier heraus^ -Abstand darauf, den Schmuck nicht aus den Händen zu geben, <£e nicht der Kaufschilling erlegt sei. Der Fremde entfernte sich, versprach, am nächsten Tage zu kommen und den Schmuck zu kaufen; er kam aber nicht. — Es ist auch durch r*1 (AegrWftrr in ’ ®'l», Nord- MÜMien 152’;. ©olbrente 751/ Hm Ä 83/i, 0",« Ztoai n, n etc. ;-» iur Senntnii en Inserenten im hon von Rudolf 73 Mts ©legen. 1 GiWoh mit Leiö zu Meßen, mtne Friederike lglöhner Ludwig nachers Friedrich i mit Margarethe :n. '. mit Katharine Netzen. 16. Kaust gier des Handels- iTfl Heinrich Koch Otto Dleffcvbach , Dem Schneider Har bei derMain- iltsübeth. 12. Et» sischen Infanterie , Rosalte Louise ein Sobn, Eaei pttkus Otto Nßl rots eine Tochter. Hannes Seth A ;e Tochter, SoB te Tochter, AM Ludwig Hetlirilt alt, Tochter M 44 Jahre s es SchuhMY chn deS Ar^M ne von Metttnö^ ilt. lö-Helnim >. Marie CaroM des Pension^ w «5iftn«1,b3* iter. August«, 8*" ««rii*’ Batte ** let, ein** ZUgrmeiner Anzeiger. 490 n 20-39 20 6,11 fr 11 500 u H n u 11 fi tf n 12 25 30-75 14—38 Der Realschulkasserechner: Enders, Stad trentmeister. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Walz. Den ersten Tag kommen die Eichen-, Buchen- und Kiefernstämme, den Zweiten Tag die Fichtenstämme zum Ausgebot. Die Zusammenkunft ist jedesmal Morgens 9 Uhr am Burkhardsfelder- weg in den Langenbuchen. Lich, am 18. Januar 1884. Bekanntmachung. Die Realschulgelder pro III. Quartal 1883/84 — Octbr., Novbr., Dezember — können binnen 8 Tagen an den Zahltagen Dienstag. Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 18. Januar 1884. == 40,20 „ = 451,30 „ 13 Kiefernstämme „ u,±i „ Unter dem Eichen-, Buchen-, Fichten- und Kiefernstammholz befindet sich sehr schönes Schnittholz. Holzversteigerung. Freitag den 28 und Samstag den 26. dS. Mts. werden im Licher Gemeindewald in den Districten Langenbuchen und Gänsweide (Forstwartei Hinterwald) versteigert: 48 Eichenstämme von 20—40 cm Durchm, bis 14 m Länge = 29,52 fm, 60 Buchenstämme „ 533 Fichtenstämme „ Holzverfteigerung im Grüninger u. Dorf-Giller Markwald. Freitag, d. 28. Januar 1884, Vormittags 9V2 Uhr anfangend, soll versteigert werden: Bau-, Werk-, Gruben- und Schnittholz. 177 Eichenstämme von 18 bis 73 Ctm. Durchmesser mit HO Festm. 284 Kiefern- und Fichtenstämme von 14 bis 42 Ctm. Durchmesser und 6 bis 21 Mtr. Länge mit 70 Festm. 8 Stäinine Weißbuchen mit 4 Festm. Die Zusammenkunft ist auf der Kreisstraße von Garbenteich nach Dorf- Gill im Wald. Grüningen, am 18. Januar 1884. Großh. Bürgermeisterei Grüningen. 507 Lei dich. Ieikgeöotenes. 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K es S e o fa K Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind in der Ricker’schen Buchhandlung (Sonntags nur bis 12 Uhr) und in der W. Rudolp h’schen Musi- Amsterdam 1883. Goldene Medaille. A 1—18 14—18 30—34 65-70 67-71 16—20' Vermischte Anzeigen. Ein Lehrling mit den nöthigen Vorkenntnissen auf Ostern gesucht. 478 PH. Lotz, Lackfabrik. Mr RI bat die Nähschatulle ge- Z 01 monnen. Ww. Müller. "* Stuttgart und Frankfurt a. M. 1881. Goldene Medaille. Dermketyrmgerr 497 Zwei kleine Familienlogis zu ver- a. Adagio. b. Allegretto. c. Finale (presto agitato). 2) Italienische Suite nach Nicolo Paganini für die Violine . . a. Air. b. Marsch. c. Barcarole. d. Romanze. e. Moto perpetuo. (Zum ersten Male.) 3) Der Wanderer (für Baryton) 4) a. Gavotte (Nr. 2, g-moll) für Klavier . . b. Variationen (E-Dur) ....... 5) Parsifal-Paraphrase für die Violine . . . 6) a. Impromptu (in Fis-Dur) für Klavier . . b. Concertwalzer für Klavier 7) a. Zwei venetianische Lieder (für Baryton) b. Wanderlied 8) „All’ Ungherese“, Concertslück für Violine . «hb P1BQUETB0BEII-FABRIK | Drittes Ooncert (im 92. Vereinsjahr) azn Sonntag den 20. Januar 1884, Abends präcis 5 Uhr im Saale des Gesellschsstsverrins unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Professors August Wilhelmj (Violine), des Herrn Pianisten Rudolph Niemann und des Herrn Opernsängers Dr. Franz Krückl. PROGRAMM. 1) Sonate (opus 27, No. 2, cis-moll) für Klavier von L. v. Beethoven. Der Concertflügel ist aus der Hof -Pianoforlefabrik des Herrn Robert Seitz in Leipzig. 20-Francs-Stücke . . . do. in V, . Ingusche Souvereigns Russische Imperiales . . Ducaten Dollars in Gold . . . Stadttheater in Giessen. Wegen anderweitiger Festlichkeiten bleibt Sonntag den 20. Januar das Theater geschlossen. Montag den 21. und Dienstag den 22. Januar: Gastspiel des Herrn G-reven. tSKST Zum letzten Male: ’H&fE Der DeOeisteid©nt* Große Operette in 3 Akten von Millöcker. Anfang 71/2 Uhr. - Ende nach 10 Uhr. Preise der Plätze: Im Vorverkauf bei Hrn. Friseur Gerhard: Loge 2.80, Sperrsitz JL 1.80, I. Platz JL 1,40. Abendkasse: Loge 3.— , Sperrsitz JL 2.— , I. Platz JL 1.50, Gallerte 60 F. Brautlecht. . 513 Einen braven Kellnerjungen sucht sofort Fritz Sott)), Restaurateur. Sonntag, den 2V. Januar: Concert im Chausseehaus. 496 Anfang 4 Uhr. machen. Näheres bei dem General-Agenten Chr. Emil Derscliow. Offenbach a. und dessen Agenten 4*5 Ä- S^nihof, Gießen. Mit den neuen Schnelldampfern des Norddeutschen Lloyd kann man die Reise von Bremen nach Amerika ZshÄne.A,ws8ieht. Sonntag den 20. Januar, Nachmittags >/,4 Uhr: Cfomcert» , ausgeführt von Mitgliedern der Regimentsmusik. Gut chaussirter Weg. Druck und D-rl-g der BrLh llchci^Drück^ci (FrTHr. Pietsch) in «i-ßeu. ®«e heutige Nummer enthält 2 Blätter. 19 Grosse Gallusstrasse 19 Fermanente Ausstellung (20 Musterzimmer). Möbel aller Art. 498 In meinem Hause ist der Eckladen mit Wohnung per 1. October ds. Jahres zu vermiethcn. __WUH. Montanus, Marktstr. 34. 481 Laden mtt Comptoir und Wohnung, sowie der 2. Stock, bestehend aus 5 Zimmern mit Zubehör, auf sofort zu vermiethen. Julius Noll, Seltersweg 53. von ,, GEORG SCHOTTES 51Ö] LogiS, sowie einzelne Zimmer, neu herger-, gleich beziehb. Neuen Bäuen 20. ""508 Der mittlere Stock und eine Manr sardcnwohnung sind zu vermiethen bei W. Wagner, Frankfurterstr. 41. Fra/und^Mutte^° ^^ilnahme bei der Beerdigung unserer lieben Marie Merkel geb. Lemp reichen Blumenspenden, insbesondere Herrn Pfarrer r. Naumann für seme so trostreichen Worte am Grabe und bei wir^Al^n ^All?n ^^en Schwestern für ihre treue Pflege, sagen wir Allen, Allen Ulstern herzlichsten Dank. y