Samstag den 19. April 19S1 Mr. 91 VreiK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh rr. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi. Erscheint täglich mit Aurnahme des MonlagS Bnreaur Schulstraße 7. Gießen, am 16. April 1884. SÖ^Ina/Rh. hitlcr GHXS 33 155 4 K//r, in Icridjt über bti le Wähler eir rika cht ab 1 Gießen. angetreten und ist am Donnerstag Morgen wohlbehalten in Darmstadt eingetroffen. In der Schweiz haben die Bestrebungen der englischen „Heils- Armee" eine Neaction gegen dieselbe hervorgerufen, welche sich zum Theit in brutalen Mißhandlungen von Theilnehmern der „Heils-Versamtnlungen" äußerte. Aus den Kantonen Bern und Neuenburg laufen empörende Berichte über die gegen die Versammlungen begangenen Ausschreitungen ein und sind deshalb die Negierungen der genannten Kantone von dem eidgenössischen Justiz-Departement angewiesen worden, weitere Ausschreitungen mit aller Strenge zu verhindern. Der spanischen Negierung ist es gelungen, die sich aus der Insel Cuba bemerklich machende insurrectionelle Bewegung im Keime zu ersticken. Fast sämmtliche aufständische Banden sind von den Regierungs-Truppen vernichtet worden und nur die Bande Aguerro's besteht noch, wird jedoch von starken Militär-Abtheilungen eifrig verfolgt. Die von amerikanischen und französischen Blättern über die cubanischen Verhältnisse gebrachten ungünstigen Mittheilungen werden in einer amtlichen Depesche des Gouverneurs von Cuba als bloße Börsen-Mannöver bezeichnet. In den letzten Tagen hat der Telegraph aus China ein wahres Chaos von sich widersprechenden Nachrichten gebracht, denen zufolge am Pekinger Hofe bald die Kriegs-, bald die Friedenspartei die Oberhand haben sollte. Nach den jüngsten Depeschen scheint nun das Erstere der Fall zu sein Prinz Kong, der Vorsitzende des geheimen Rathes, soll nebst andern Mitgliedern desselben wegen seiner Haltung in der Tongkingsrage in der That abgesetzt werden. Ferner ist der Vicekönig von Canton öffentlich degradirt und die chinesischen Ojficiere, welche für den Verlust von Bacninh als verantwortlich angesehen werden, sind sogar zur Enthauptung verurtheilt worden. In der Administration werden wichtige Veränderungen erwartet und ist eine allgemeine Recrutirung angeordnet; der Gouverneur der Grenzprovinz Jünnan ist ebenfalls nach Peking zur Verantwortung beschießen worden. Die Situation in Peking muß demnach zur Zeit eine recht kritische sein. ' ?rstand. 1-^ an die Grotzh er; o glichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir werden Ihnen ein Exemplar einer von Großherzoglichem Ministerium ausgearbeiteten gedruckten Anweisung zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 15. Juni 1883 über die Krankenversicherung der Arbeiter zugehen lassen. , . ... . gür die Eigenthümer selbstständiger, den betreffenden Bürgermeistereien zugetherlter Gemarkungen sind ebenfalls Exemplare der Anweisung bergeiugt, welche den Eigenthümern resp. deren Vertretern von Ihnen zuzustellen sind. . . Weitere Verfügungen werden nachfolgen, diejenigen Bürgermeistereien aber, welche unsere seither in dem Gießener Anzeiger erlassenen Ausschreiben noch nicht oder nur unvollständig erledigt haben, müssen wir zur umgehenden Erledigung auffordern, wobei wir bemerken, daß dabei insbesondere auch der Gemeinderath sich darüber auszusprechen hat, ob der Versicherungszwang auf die im § 2 des Reichsgesetzes angeführten Arbeiter ausgedehnt werden soll oder nicht. Dr. Boekmann. Diejenigen Einwohner von Gießen, welche Tauben halten, werden hiermit ausgefordert, dieselben ohne Ausnahme vom 19. April bis 17. Mar l. bei Meidung der im Art. 79 des Feldstrafgesetzes vorbestimmten Strafe in den Schlägen eingesperrt zu halten. "Gießen, den 17. April 1884. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. F r e s e n i n Z. .. Politische Ueberficht. Gießen, 18. April. Das Osterfest hat in die allgemeine politische Weltlage keinerlei Veränderungen gebracht und das Gleiche gilt auch bezüglich des Ganges unserer inneren Politik. Die hervorragendsten zur Zeit noch schwebenden Fragen derselben haben während der letzten Tage keine Fortschritte gemacht und was namentlich die angekündigten Veränderungen im preußischen Staatsministerium anbelangt, so ist hierüber noch immer nichts Positives bekannt. Die „Kölner Zeitung" läßt sich nun zwar aus Berlin schreiben, man bezweifele;, daß der Kaiser die angeblich vom Fürsten Bismarck gewünschten ministeriellen Aenderun- gen genehmigen werde, wenigstens für jetzt nicht, indessen bedarf auch diese Meldung noch der Bestätigung. Nachdem der „Ochsenkrieg" zwischen Oesterreich und Ungarn noch in voriger Woche gütlich beigelegt worden ist. richtet sich die Aufmerksamkeit in Oesterreich aus ein Ereigniß, bei welchem alle Völker der habsburgischen Doppel- Monarchie gleichmäßig interessirt erscheinen. Am Montag Abend hat Kronprinz Rudolf in Begleitung der Kronprinzessin die längst projectirte Reise nach Konstantinopel angetreten, wo die hohen Reisenden einige Tage die Gäste des Sultans sein werden. Einen politischen Zweck verfolgt die neuerliche Orient-Reise des österreichischen Thronfolger-Paares zwar nicht, sie hat aber eine tiefgehende politische Bedeutung, welche vornehmlich darin liegt, daß der Erbe des österreichischen Kaiserthrones mit dem Beherrscher des Osmanenreiches in persönliche Berührung tritt; außerdem gedenkt Kronprinz Rudolf auch in Bukarest und Belgrad Besuche abzustatten. Der Sultan nimmt persönlich den lebhaftesten Antheil an den Vorkehrungen, die in Konstantinopel zum Empfange seiner fürstlichen Gäste getroffen worden sind, jo daß man annehmen darf, daß sich der Aufenthalt des kronprinzlichen Paares in der türkischen Hauptstadt für dasselbe Deutschland. Darmstadt, 17. April. Ihre Maj. die Königin Victoria und Ihre Königs. Hoheit die Prinzessin Beatrice von England sind heute Vormittag 9 Uhr 15 Min. mittelst Extrazug von Vlissingen via Mainz hier eingetroffen. Die Hohen Reisenden wurden von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog und Ihren Großh. Hoheiten den Prinzessinnen Victoria und Elisabeth im Salonwagen der Königin, von Sr. Großh. Hoheit dem Prinzen Heinrich auf dem Perron begrüßt. Ihre Majestät wurden daraus von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog nach der mit 4 Pferden bespannten, geschlossenen Equipage geleitet, in welcher die Königin, die Prinzessin Beatrice und der Großherzog Platz nahmen. Den zweiten Wagen bestiegen Ihre Großh. Hoheiten die Prinzessinnen Victoria und Elisabeth. Einen Vorreiter vorauf, fuhren die Herrschaften durch die Rheinstraße nach dem Neuen Palais, woselbst Ihre Maj. die Königin und Ihre König!. Hoheit die Prinzessin Beatrice für die Dauer ihres hiesigen Aufenthaltes residiren werden. Im Gefolge der Königin befinden sich Lady Churchill, die Marqurse os Ely, Vicomte Bridfort, Genera! Sir H. F. Ponsonby und Dr. Reid. in ll* g"s W • 1;$oA ' s «6., -> ti 1 h Betreffend: Die Ausführung des Reichsgesetzes über die Krankenversicherung der Arbeiter. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen aus das Angenehmste gestalten wird. Die Osterseiertage haben Frankreich eine große republikanische Kundgebung gebracht, als welche man die am Montag in Cahors stattgesundene Enthüllung der Gambetta-Statue betrachten kann. Den Mittelpunkt der Enthüllungsfeier, welcher nicht weniger als sechs Minister beiwohnten, bildete die Rede des Ministerpräsidenten Ferry, der dem Schmerze über das zu frühe Hinscheiden Gambetta's Ausdruck verlieh und versicherte, das Andenken Gambetta's werde in Frankreich nie erlöschen. Nach ihm feierte Kriegsminister Campenon in beredten Worten die Verdienste des großen Tobten um die nationale Ver- theidigung und fügte hinzu, daß die französische Armee Gambetta's nie vergessen werde. Den Schluß der Festlichkeiten von Cahors bildete ein glänzendes Banket, bei dem Ministerpräsident Ferry unter lebhaftem Beifall auf die Einigkeit der republikanischen Partei toastete. — Eine Depesche Genera! Millot's bestätigt die am Montag nach vorhergegangenem Bombardement erfolgte Besetzung von Honghoa durch die französischen Truppen. Für die englische Regierung bildet nach wie vor das Schicksal Gordon's in dem von den Rebellen eingeschloffenen Khartum eine Quelle großer - Besorgnisse. Die Verbindungen Khartums mit Berber und Dongola sind auf's ' Aeußerste bedroht, ja zum Theil schon abgeschnitten und man sieht darum im . Londoner Auswärtigen Amte den weiteren Nachrichten über Gordon mit begrerf- 1 sicher Sorge entgegen. — Die Königin Victoria hat in Begleitung der Prm- l Mn Beatrice am Dienstag ihre Reise nach Deutschland von Windsor aus lzöÄS01r‘Und ML Mtk । «■‘ÄM Betreffend: Die Schulferien am Ende des Schuljahrs in der Volksschule. Gießen, am 17. Aprll 1884. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstande des Kreises. Auf mehrfach erfolgte Anfragen thellen wir Ihnen nochmals mit, daß für rubr. Ferien immer diejenige Woche verwendet werden soll, in welche der 1. Mai fällt. Für diesmal sind danach Ferien vom 27. April an zu ertheilen und hat die Schule am 5. Mai wieder zu beginnen. Dr. Boekmann. 7 u $ - a Limite M.___ chemische >ee. des Möglichen." idersioffe joirt rrderobe-GePM Eawmeten Ä (Tüll und M inb LermittelW li « z, NeueMg.^1 ^Flaschenbier-MM it Burschen, idW 1 Darmstädter | SHÄm* sen wirb gegen« die GrpebJJL- ^Eo!he«bttgtt/ I Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Aegypten. Kairo, 16. April. Zibehr Pascha erhielt heute Nachmittag nachstehendes Telegramm Gordon's vom 7. d. Mts.: „Ich habe Sie zum General- v Schreiben der Königin, datirt Windsorcastle, den 14. April, spricht den Unterthanen aller Theile des Reichs den wärmsten Dank für die der Königin und der Herzogin von Albany anläßlich des Todes des Herzogs von Albany bewiesene Theilnahme aus. Die Königin fügt hinzu, sie werde, obwohl durch die schmerzlichen Prüfungen der letzten Jahre sehr erschüttert, doch nicht den Muth verlieren, vielmehr bemüht sein, so lange als möglich für das Wohl des Landes zu arbeiten. Die Königin fpricht der Herzogin von Albany, welche den schweren Schicksalsschlag mtt bewunderns- rverther Resignation Getragen, ihre Anerkennung aus und dankt allen Ländern für Leren Theilnahme, insbesondere dem Nachbarlande, wo der Herzog den letzten Athem- HUg that. Neval, 17. April. Ein gestern Abend ansgebrochener heftiger Schnee- sturm bedeckt Alles mit mächtigen Schneemassen, wodurch die Straßen versperrt werden. Der Schnee reicht stellenweise bis an dis Dächer der zweistöckigen Häuser. Der Eisenbahnverkehr ist eingestellt. Zur Freimachung ist Militär beordert. Durch eine Nachts ausgebrochene Feuersbrunst sind mehrere Häuser uiedergebrannt, auch ist viel Vieh umgekommen. Charkow, 17. April. In dem Processe wegen Unregelmäßigkeiten bei Der Zwieback-Lieferung während des Orientkrieges sprach das Militärbezirks- qericht den General Buschen wegen Fahrlässigkeit und der zweimaligen Vorlegung falscher unvollständiger Abrechnungen aus Eigennutz, sowie den verabschiedeten Obersten Sabo der Fahrlässigkeit und Ueberschreitung der Amtsbesugnisse schuldig. Dagegen sprach das Gericht den Titularrath Wassilieff frei und bewilligte Buschen und Sabo mildernde Umstände. Es erkannte gegen Buschen auf Dienst- enÜasjung unter Befürwortung der Verwandlung der Strafe in einen dienstlichen Verweis, die gegen Sabo erkannte Arreststrase wurde durch das Manifest vom 27. Mai 1883 als erlassen erachtet. Konstantinopel, 17. April. Die Yacht „Miramar" mit dem Kronprinzen und der Kronprinzessin von Oesterreich lief in Begleitung der Nachten „N;eddm" und „Taurus" heute früh bet prachtvollem Wetter in den Bosporus ein. Am Eingang der Meerenge wurde das kronprtnzliche Paar von nach mehreren Tausenden zahlenden Personen oller Nationalitäten, vorwiegend Oesterreichern, Ungarn und Belgiern, am Bord der reich beflaggten Lloydschtffe enthusiastisch begrüßt. Die Yacht „Miramar" landete, Begleitet von den genannten Schiffen, um IO1/» Uhr vor Dolma-Bagdsche, wo der Großveztr und der Minister des Auswärtigen die hohen Gäste begrüßte. Sofort nach der Ankunft begaben sich der Kronprinz und die Kronprinzessin in Hof-Galawagen nach Ytldiz Kiosk. Sammtliche in dem Häsin vor Ank-r liegenden Schiff- waren beflaggt. Konstantinopel, 17. April. Das österreichische Kronprinzenpaar wurde am Perron des YildiSkiosks vom Großvezier und den Kämmerern empfangen und in den Thronsaal geleitet. Der Sultan ging dem Paar entgegen und bot der Kronprinzessin dm Arm an, bewillkommnete die Gäste und erkundigte sich nach dem Befinden des Kaisers und der Kaiserin, worauf die Vorstellung der gegenseitigen Suiten und Ver- abreichung von Erfrischungen erfolgte. Nach einviertelstündtgem Aufenthalte ver» abschtedete sich das Kronprinzenpaar. Der Sultan bot der Kronprinzessin Stephanie den Arm und begleitete die Gäste bis zum Perron. Einige Minuten darauf erwiderte der Sultan den Besuch in dem den Gästen zur Verfügung gestellten Kiosk. Das Kronprinzenpaar besuchte Nachmittags die Stambuler Moscheen. Morgen findet Empfang des DiplomatencorpS im Botschaftspalais statt. — Die Pforte nahm ossictell die Demission des griechischen Patriarchen Joachim an und genehmigte die provisorische Ernennung Agathangelos zum Nachfolger, forderte jedoch gleichzettig die Grtechengemetnde auf, zur vorschriftsmäßigen Wahl eines muett Patriarchen zu schreiten. Kairo, 17. April. Zibehr Pascha hat die ihm von Gordon übersandte Ernennung zum Gouverneur Adjunkten h^s Sudans abgelehnt. Lima, 17. April. Der Unions-Gesandte erklärte ossictell, die Anerkennung der Regierung des Präsidenten Iglesias sei unmöglich, da er sich nur durch die Unterstützung der Chilenen halte, die das Land besetzt hätten. Lokale-. Gießen, 18. Avril. Wie leicht manchmal ein Spitzbube zu fangen ist, lehrte ein Bauersmann aus Oppenrod, welchem gestern von einem Stromer eine Uhr mitgenommen wurde. Schon vor Tagesanbruch begab sich unser Landmann hierher, requirirte einen Schutzmann, dem es bei so frühzeitiger Recherche alsbald gelang, das Nachtquartier des GaunerS ausfindig zu machen und denselben noch im Belte abzu- faffen. Die Uhr fand sich noch vor und konnte dem Manne ausgehSndigt werden. Vermischte-. Steinbach, 17. April. Bei der heute hier stattgehabten zweiten Bürgermeisterwahl ging abermals Herr Heinr. Krämer VIL und mtt einer größeren Stimmenmehrheit als bei der ersten Wahl als Sieger aus der Wahlurne hervor, indem er diesmal 100 Stimmen und sein Gegencandidat, Herr Bürgermeister Nicolau« nur 74 Stimme« erhielt, gewiß ein Zeichen, daß Herr Krämer baß Vertrauen seiner Mitbürger in einem größeren Maße als je zuvor genießt. H. Mainz, 12. April. Gestern wurde bei Bischofsheim eine schreckliche That verübt: zwei Knaben im Alter von vierzehn Jahren geriethen beim Schneiden von Weiden miteinander in Streit, bet welcher Gelegenheit einer der Knaben seinem Gegner sein Brodmessir bis an das Heft in die Brust stieß, wobei das Herz getroffen wurde und der unglückliche Knabe, der Sohn des LocomotivführerS Vogt an der Hessischen Ludwigsbahn, tobt zu Boden stürzte. Der Knabe, der diese That verübt, ist seit dieser Zeit spurlos verschwunden. Frankfurt a. M., 14. April. In der L...straße spielte ein Wagnerenthnsiast Tag aus, Tag rin auf seinem Flügel und brachte dadurch seinen Nachbar, einen Kaufmann, fast zur Verzweiflung. Emes TageS ging dieser zu dem ewig spielenden Nachbar und bat ihn, das Instrument von seiner Wand hinweg tn ein anderes Zimmer zu stellen. Aber man erklärte ibm kurz, die Wohnung sei nun einmal in der vorhandenen Weise eingekeilt und eine Aenderung könne um so weniger vorgenommen werden, als die Braut des Lehrers, eine Klavierlehrerin, selbst angeordnet habe, daß daS Instrument an der bctreffenden Wand siebe. Als der Kaufmann dies hörte, ging ihm ein Schauder durch die Glieder, denn noch Schlimmeres, als er bis jetzt schon ausgestanden, hatte er nr erwarten. Er eilte zur Polizei und bat sie um Hülfe. Wir bedauern, hieß es, Ihnen nicht willfährig sein zu können; daS sind Priv-ttsachen. So muß er denn suchen, sich selbst zu helfen. Der Kaufmann ließ zwei electrische Schellen an der Wand deS Nachbars anbringen. Fing nun der Wagnerenthusiasi an zu spielen, so wurden die Glocken — sie haben den Klang eines Feuer-Allarmweckers — tn Bewegung gesetzt. Der musikalische Nachbar gerieth über den furchtbaren Lärm erst m gelinde, dann tn entsetzliche Verzweiflung. Nun besuchte er den Nachbar, um denselben um Abbülfe zu bitten. Aber der Kaufmann antwortete, die Etntheilung der Wohnung gestatte eine Abänderung der Glockenanlage nicht. Die angerufene Polizei antwortete auch dem Wagnerianer: DaS sind Privatsachen. Kurz, nirgends fand der Arme Hülfe gegen die unausgesetzt rasselnden Schellen. Endlich kündigte er die Wohnung < und heute zog er aus. Als der Flügel htnauSgetragen wurde, öffnete der böse Nachbar sein Fenster und ließ mtt heiterem Blicke noch einmal das Geläute mit voller Kraft arbeiten. Wiesbaden, 12. April. Am Donnerstag früh hat, nach dem „Rh. K ", im Nerothale in der Nähe der Leichtweißhöhle ein Pistolenduell zwischen einem hiesigen Referendar und einem Lieutenant stattgefunden; ersterer ist durch einen Streifschuß am Kopfe verletzt werden. Berlin, 12. April. Großes Aufsehen macht die gestern entdeckte Unterschlagung, welche sich der Rendant einer Poltzeikasse, Otto, in der Höhe von 80,000 JL schuldig gemacht hat; der Schuldige bat sich durch Selbstmord der Strafe entzogen. Da er fen gellnbe, ni» denselben um 8 der Wohnung ge- Wtyt antwortete ds fanb btr Anne e er bie Wohuun- öffnete der döse Geläute mit voller »ÄH ‘®a6l«n«S ■°N Nd dem „Rh. R", Int chen einem hiesigen men Streifschuß am reckte UnterschlüMg, n 80,000 JL schuldig e entzogen. Da er r, so wurde plödliL noch 75.000 X wn Haftbefehl war nfi b begab sich tn tim fiorbkne, ber über Io F; die EinnahM r Wann zu der w 'üssev schon geraame m Tode noch M ner Droschke to b» i hinteren Tbeil w ler der ErtriokM, serS an vrrschiedm -deutete ihn @W ienb wieder aus de° )eT auS dem See gl- löQia zur Leflunuas ,e geben, «N*1 n«P«f“nalM ait Jemand sonst«" DObl einsehen sich in der bikanM .beblbMm *® ä'B "•äs nöx hje Frauen dein LoJ«r! ® ........ ! ÄS 1 llouo^'' . flberflflb' ne« in eines OVdaßtt erb--^ Aaober- 6„ ln »«!•” , Sw 3*5 Ä tf*«*** «daltnim Mosaik-Fußboden au3 rämischen, auf die Kante gesetzten glasirten Ziegeln. Dw Aushebung gelang vortrefflich. Das Werk ist jetzt im Eaunou Street-Hotel ausgestellt. --------- Gingesandt. Vietze«, 17. April. Nachdem der Winter und mit ihm die Zeit der AbenvgolteSdtenste und kirchlichen Aufführungen vorüber ist, erlauben wir unS, noch einmal auf einen schon in öffentlichen Blättern ausgesprochenen Wunsch aufmerksam zu machen, den unseres Wissens auch die hiesige evangelische Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung einstimmig zu dem ihrigen gemacht hat. Es ist dteS die bessere Beleuchtung der inneren Kirche durch GaS, anstatt der seither verwandten schlecht dienlichen und selbst nicht ungefährlichen Petroleumlampen. Jeder, der z. B. bei der letzten schönen PafsionSaufführung die Kirche in ihrer ärmlichen, geradezu gefährlichen Beleuchtung gesehen hat, wird den Eindruck gehabt haben: „Hier ist ein Mißstand vorhanden, dessen baldigste Abhilfe dringend nothwendig ist." Wir zweifeln nicht, daß auch die Väter unserer Stadt hiermit einverstanden sein und ihre Beihilfe zur geplanten Veränderung in der jetzigen paffendsten Zeit nicht versagen werden, zumal da bei den mancherlei Aufführungen (Oratorien u. dgl ), zu welchen erfahrungsgemäß die Stadikirche benutzt wird, die Herstellung einer zweckmäßigen Beleuchtung Angehörigen aller Consessionen zu Gute kommt. Trotz Wasierleitung und dem berühmten städtischen Brunnen vor dem Gail scheu Hause befinden sich die Bewohner der Neustadt zur Zeit in großer Wasserverlegenheit. Die Wasserleitung ruht in kühler Erde, die Pumpe »st seit 10 Tagen entfernt. Wenn auch die kalte Witterung keinen großen Durst macht, dürfte es immerhin im allgemeinen Interesse und nicht zum mindesten in demjenigen der Hausfrauen liegen, endlich wieder einmal Wasser in nächster Nähe zu holen. Wir bitten d^er den verehrltchen Stadtvorstand aeneigtrft Sorge zu tragen, daß entweder die Wasierleitung eröffnet, oder doch wenigstens die sogen. Gail'sche Pumpe wieder in Tätigkeit gesetzt wird. Mehrere Bewohner der Neustadt. 731) Ueter <£• Höhe der Kosten, welche die Einrnekwng einer Anzeige In ernt oder wfrthre verursacht, wird man 6tob niemals enttäuaoht sehen, wenn maa von dw Annoneea - Expoditien von MAA«ENSTE»Ai «fr VO&S.iSS* 1= Frankfurt a. M. (Karlaruho, Stuttgart oder Münehen) auvor Aiukunft einfordert, die R.ueh hinsioht» der fffr de* jeweiligen Zweck geeigneten Blatter auf flrrund roioher Erfahrnes«* and griindlioher Bee bashtnngee zuverlässigen Rath ertheOt Kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. , Gottesdienst. Samstag, den 19. April- Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Dr. Naumann. Sonntag Quasimodogeniti, den 20. April. Dornrittags 9‘/2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Confirmation der Gymnasiasten und Stadtschüler und Feier des heiligen Abendmahls. (Die Genieinde wird gebeten, die 10 ersten Bankreihen vom Altar der Kirche aus für die Angehörigen der Confirmanden frei lassen zu wollen.) Nachmittags 2l/a Uhr: P arrer Diitgeldcy. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen der Gemeinde. Die Kinderkirche fällt aus. tDie nächste Vorbereitung findet Freitag, den 25. April, Abends 6 Ubr, in der Kirche statt.) Am Sonntag, den 27. April, Nachmittags 2 Uhr, Vorstellung und Prüfung der zu confirmirenden Realschüler. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 20. bis 26. April besorgt: Pfarrer Dr. Naumann. Anmerkung. Für den Kirchenbaufonds gingen im Januar, Februar und März d. I., durch die Opferbüchsen in der Kirche, weiter ein 21,12 «A; Gesammt- summe bis jetzt 5848,19 A Katholische Gemeinde. Weißer Sonntag. (Quasimodo geniti.) Don 6 Uhr an: Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der bl. Eommu- nion. t/alO Ubr: Hochamt und Predigt; unter demselben findet die Ersteommunion der Kinder statt. 3 Ubr: Andacht und Erneuerung der Taufgelübde Seitens der Erst- communikanten. Collecte für die St. Josephs-Anstalt zu Klein-Zimmern. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 615 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 750 Uhr. Iagiwerpschtung. SamStag den 26. April I. I., Nachmittags 3 Uhr, soll aus hiesigem Rathhaus die der -Gemeinde Langd zustehende Jagd, ca. 2200 Morgen Feld und ca. 400 Morgen Wald, aus weitere 6 Jahre verpachtet werden. Langd, am 15. April 1884. Großh. Bürgermeisterei Langd. Ront Haler._____2732 Bekanntmachung. Die aus Donnerstag den 24L l. M. und Freitag den 25. l. M. in den Districten Natt, bezw. Mühlberg, Hörnes und März, acker ausgeschriebenen Holz- Versteigerungen finden nicht an genannten Tagen, sondern Montag dm 28. I. Mts., bezw. Dienstag den 29. I. Mts. statt. Papiermühle, Post Londorf, am 14. April 1884. Freiherrliche Obersörsterei Rabenau. Ebel. 2651 Holz-Versteigerung. Mittwoch den 23. April d.J., Vormittags 8 Uhr anfangend, kommt im Geilshäuser Gemeindewald nachstehendes Holz zur Versteigerung: 18 Eichen-Stämme mit 4V2 Fstm. 113 Nadel- „ „ 39 vorm. Geschw. Meier in Gießen.2748 Zur kosmetischen und hygieiuifchen Pflege von Mnnd und Zähnen zur angenehmsten Reinigung, Beseitigung van Mnnd- und Tabakgeruch, Zahnweinstein, Zahnschmerzen, zur Sistirung der Zahnfäule (Caries, und um den Zähnen blendende Weiße zu verleihen, ist unübertroffen die aus der Bayrischen Landes- Ausstellung 1882 prämiirtc Aromatische Zahnpasta aus der Kgl. Bayr. Hof-Parfünteriefabrik zu Nürnberg. Allein-Verkauf ä 50 bai Heinrich Wallach, 1605 Gießen. @--e Darmstädter Pserdemarkt-Ioose Ziehung r 23. April 1884. Gewinne i W. v. 24,000 Mk. Loose ä J> Mk. versendet die General-Agentur L. F. Ohnacker, Darmstadt und alle Looseverküufer. 1607 9- —® 2554 Ein Haufen Mist und eine Parthie Holzkohlen abzugebcn. Eduard Mittwoch den 23. d. Mts , Nachmittags 3 Uhr, sollen in der Hofraithe des Herrn Oeconom Konrad Rinn IIL, Große Mühlgasse 37, zwei gebrauchte Pflüge, drei Stück Koblen- kästen 2C. aus dem landwirthschaft- lichen Institut meistbietend gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 18. April 1884. Großherzogl. Universitäts-Rentamt. __________Schmitt.______2753 JmmMimverkaus. Mittwoch den23.April d.J«, Nachmittags 1 Uhr soll die dem Konrad Fiedler von Alten-Buseck gehörige Hofraithe und Grundstücke im Gemeindehaufe dahier versteigert werden. Alten-Buseck, am 15. April 1884. Großherzogl. Ortsgericht Alten-Buseck. ________Wagenbach._____2733 Samstag den 19. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraithe dahier 1 vollständiges Bett, 2 Strohstühle, 3 Kleiderschränke, 1 Kommode, 1 Pultchen, 1 Stoßkarren, 1 Buffet und 1 Wirthsschrank meistbietend versteigert werden. Gießen am 18. Llpril 1884. Geißler, 2752 Gerichtsvollzieher. Aeikgeöotenes. 2666 Früh -Rosen-Kartoffel verkauft ___Fischer, Große Mühlgasse 4. Hch. Sehmall $e|T. »°f empfiehlt: 1449 Aus der Brauerei I. G. Henrich in Frankfurt Vi gL V-Fl. Frankfurter Lagerbier 20 12 H „ Exportbier 25 „ 14 Bairisch. Brauerei F. Erich, Erlangen. Vi Fl. V2 Fl. ff. Lagerbier 30 15 H Pilsener Lagerbier Vi Fl. 40 H, Vr Fl. 20 Alle gangbaren Sorten Mineralwasser in stets frischer Füllung. HrrschbrateN zu habett bei 2728 Wildhändlex Ehrl» Höhere Mädchenschule pt Gießen. Die Aufnahme für die höhere und erweiterte Mädchenschule findet Montag den 21. April, von 9 Uhr an, im Conferenzzimmer statt. Die sechsjährigen Kinder werden im Lokal Nr. 10 (zu ebener Erde, rechts voin Eingang) ausgenommen, ebenfalls Morgens zwischen 9 und 12 Uhr. Erforderlich ist für solche, die noch keine Schule besucht haben, die Beibringung eines Impfscheins, sowie die genaue Angabe des Geburtstages des Kindes wie des Namens und Standes des Vaters oder Pflegers, bei auswärts geborenen Kindern die Vorlegung des Geburtsscheins. Kinder, die schon die Schule besucht haben, bringen ein Zeugniß über den seitherigen Schulbesuch bei und, wenn sie über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung über geschehene zweite Impfung. Das Schulgeld der höheren Mädchenschule beträgt für Klasse X, IX und VIII: 32 X, für Klasse VII, VI und V: 48 für Klaffe IV und III: 60 Jt, für Klasse II und I: 72 Das Schulgeld der erweiterten Mädchenschule beträgt für die drei unteren Klassen, die für beide Schulen gemeinsam sind, 32 M., für die fünf oberen Klassen, also vom Alter von 9—14 Jahren, 40 «M. In beiden Schulen ermäßigt sich das Schulgeld für das zweite Kind derselben Familie um ein Drittel, bei jedem folgenden um die Hälfte und zwar auch dann, wenn Kinder die eine imd die andere Schule besuchen. Für begabte und brave Kinder unbemittelter Aeltern sind von dem Stadtvorstand Freistellen bis zu 5 Procent der Gesammtzahl jeder der beiden Schulen bewilligt morden. Die Gesuche um solche Freistellen sind an die Direction der höheren Mädchenschule zu richten. Gießen, den 16. April 1884. 2697 Die Grosjh. Direction der höheren Mädchenschule: ___Vigelius._______________________ Großh. Realschule I. und II. Ordnung su Giesen. Anmeldungen werden am 21. April von 8—12 Uhr und 2—4 Uhr im Schulgebäude entgegengenommen. Die Aufnahmeprüfung findet am 22. April statt. Der Unterricht beginnt am 23. April, Vormittags 7 Uhr. Gießen, den 15. April 1884. Großherzogliche Realschul-Dirrktion. 2678 Soldan. chulbncher 2745 der hiesigen Lehranstalten, in dauerhaftem schönem Einband, vorräthig in der Ferber'scfoeu ^uchJaandlung, Kirchenplaß. Verein der nationalen und liberalen Partei. fleiierüfoerfammfung Samstag dsrr 19, April, Abends 8 Uhr, im Cafe Balzer. Tagesordnung: Stellung des Vereins gegenüber der jüngsten Parteibildung. 2717 Der Vorstand. Inspektor, welcher sich zu Acquisitionen eignet, unter günstigen Bedingungen sofort gesucht. Thätige Vertreter anderer Branchen bevorzugt. Adresse: General-Direction der Sächsischen Vieh-Versicherungs-Bank in Dresden. 2742 Mein Geschäft befindet sich jetzt bei Herrn Carl Euler II., Neustadt 52. 2739 Sommer&wd9 Obst- und Gemüse-Händler. GmpfschlZmg. Da ich mich entschlossen, die von mir seit 20 Jahren in Bielefeld betriebene SsCleidermacherei hier fortzusetzen, bitte die geehrten Damen Gießens und Umgegend um Ihre werthe Kundschaft. Werde nur gute Arbeit liefern. Sophie Gerhards, geb. Tegeler, 2736 Neustadt 57 F. _ 2750 Ein junger Kaufmann sucht in einer anständigen Familie Kost und Logis. Offerten mit Preisangabe beliebe man unter C. an die Expedition dieses Blattes zu richten. 2724 Eine Köchin, welche aüch'Haüs- arbeit verrichtet, mit guten Zeugnissen, wird gegen guten Lohn auf sofort gesucht. Westanlage 21. 2722 Pensionäre finden gute Auf- > nähme. Bismarckstraße 14 III. I Ein Lehrling mit guten Schulkennt- uissen gesucht. Jacob Grünewald, 2730 Bankgeschäft. Gesucht anständig möblirtes Zimmer zwischen Aula und Kirchenplatz. Offerten unter H. 10 befördert die Exped. d. Bl. 2627 Eine sehr gut gehende Wirthschaft ist zu verpachten und bald zu übernehmen. Nähere Auskunft bei 2707 Wilh. Krämer. 2705 Kräftiges Dienstmädchen mit guten Zeugnissen sucht Frau Wiese, LudnÄgsplatz 8. 2635 In der Nähe der höheren Schulen gute Pension frei. Näheres in der Erped. d. Bl. 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Hausburschen ?c., welche etwas Caution stellen können, sofort zu übergeben. Näheres bei ____I. Blitz. 2193 Ein Lehrling mit guten Schulkenntnissen für sofort gesucht von .Arnold Müller. 2662 Einen Lehrling sucht Louis Schultze, Maschinen- und Waogenbauer. ____________________Walltbor 53.__ Strohhüte werden gewaschen, gefärbt und nach den neuesten Formen faeonirt. Muster zur Ansicht. 1653 C. L. Gail, Seltersweg 22. Danksagung. Allen Denjenigen, welche unfern lieben unvergeßlichen Gatten, Schwager und Onkel, zu seiner letzten Ruhestätte geleitet, sowie für die zahlreichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dingeldey am Grabe, sprechen wir unfern tiefgefühltesten Dank aus. 2747 Frau Link nebst Angehörigen. Redacfion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. CH r. Pietsch) in Gießen.