ein ZM äugerft an«,- Ä'vH» >agt,^Kaplansgaffe. E“®'n®if6täg y, Ekltersweg 37. j; ’^wTira Labzugebeii. USÄS^g -Lkbr^riamm. ?OrnmernTöep Ostraße 12, H. n, 6627 1ll\ Wr-. Stz-L- L Januar ■""Wnfts Neigen, Wnntn:®er!ftätk s täfflfltit unb io-- her gleichreitig die n Vorstehers ver- inbtmntt, euhMchener Bahn- öärT itentbesitzer. ii Betheiligung Lheilhafte u. schaelle ing neuer lindungen )r,ugt).Ao8führl.Off. vExped.,,^, enstrJOA b79L 'hätten'®'* * * * * 6 ipobcn, Qeitt' >8 unter «erben °"E" ag Abend 6310 Iter Haus. itzzeugnahninnen der t^ped. d. Bl,! te Wärterin, welcher \wt Verfügung stehen, »chnerimen u- Kranke. r Erved. d. Bl. mbrtmis | h tetober 188t oncert ift 3'egler, 3 Herren.) _ < ufrt rpftr, nur Samstag den 18. October 1881 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bmwnet SchukOraße 7. Erscheint mit «e6n^me M «sntag». Prell vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlvhn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Betreffend: Die IkeichStag-wahl««. Bekanntmachung. Nachdem der Unterzeichnete für die bevorstehenden Reichstagswahlen zum Wahlcommiffär des ersten Wahlkreises des Großherzogthums, bestehend ans: 1) dem Kreise Gießen; 2) a“i.te£ ?X!£ ®emSob,: 4. Flensungen, 5. Ilsdorf, 6. Kirschgarten, 7. Lehnheim, 8. Merlau, 9. Nieder-Ohmen. 10. Ober-Ohmen, 11. Ruppertenrod, 12. Wettsaasen, 13. Zeilbach; 3) aus dm^Krnse^ Titten die ^"”^9 4, Groß-Eichen, S. Klein-Eichen, 6. Mittel-Seemen, 7. Nieder-Seemen, 8. Ober-Lais, 9. Ober- Seemen, 10. Ober-Schmitten, 11. Steinberg, 12. Unter-Seibertenrod, 13. Volkartshain; 4) aus b^flreifeJBfibfagen Berstadt, 4.^ Bingenheim, 5. Bisses, 6. Berstädter-Markwald, 7. Bleichenbach, 8. Blofeld, 9. Reichelshttmer Antbeil an Binaenbeimer Mark 10 Babenhausen I, 11. Borsdorf, 12. Dauernheim, 13. Dauernheimer Hof, 14. Schleifeld, 15. Echzell, SäS“ n @ZbSborn"18. Effolderbach, 19. Fauerbach 20 Geis-Nidda, 21/22. Gelnhaar (J enb. u Doman.), 23. Gettenau 24 Heucbelbeim, 25. Hirzenhain, 26. Kohden, 27. Harbwald, 28. Leibhecken, 29. Llßberg, 30. Michelnau, 31. Nidda, 32 Ober-WidderSheim, 33. Ortenberg, 34. Ranstadt, 35. Schwickartshausen, 36. Selters, 37. Conradsdorf, 38. Unter-Schmitten, 39* Unter-Widdersheim, 40. Grund-Schwalheim, 41. Usenborn, 42. Wallernhausen, 43. Wippenbach ernannt worden ist, so bringt berfetbe hiermit zur öffentlichen Kenntniß, baß Samstag den 1. November 1884, Vormittags 11 Uhr, in betn Sitzungssaale bes Regierungsgebäubes zu Gießen die Durchsicht der Protokolle über die Wahlen in den einzelnen Wahlbezirken und die Zusammenstellung des Resultates der Wahlen stattfinden und sodann das Ergebmß der Wahl verkündigt werden wird. Der Zutritt zu dem Lokal steht jedem Wähler frei. Gießen, am 16. October 1884. Der Wahlcommrssar: Dr. Boekmann, Provinzialdirector. Telegraphische Depesche». WcEs UUye. Gorrrspouderrr-A««ea«. Berlin, 16. October. Die Congo-Conserenz tritt Anfangs November zusammen. Auch Portugal hat inzwischen die Einladung zur Conferenz angenommen. Die Einladung an die Vereinigten Staaten wird dieser Tage in Washington übergeben werden. Die Verhandlungen mit England dauern fort. Die an der Conferenz nicht direct interesffrten Großmächte, Italien, Rußland und Oesterreich, sind wie die direct interessirten ebenfalls schon zu Beginn der Conferenz-Verhandlungen eingeladen. Die internationale Asrikanische Gesellschast wird nicht vertreten sein. Braunschweig, 16. October. Die letzten Nachrichten über das Befinden des Herzogs lauten wieder weniger günstig. Die „Bcaunschw. Anzeigen" melden: Nach gestern hier eingetroffener telegraphischer Nachricht hat eine wesentliche Hebung der Kräfte des Herzogs noch nicht stattgefunden. Seitens der Aerzte ist ein Magen-Katarrh constatirt worden. Der Herzog hatte eine unruhige Nacht, doch ist der Puls relativ gut. — Die heute hier eingegangenen Nachrichten über das Befinden des Herzogs lauten: Der Herzog hat eine unruhige Nacht gehabt, der Schwächezustand hat sich vermehrt, der Puls ist weniger kräftig. Osnabrück, 16. October. 500 Bergleute des städtischen Kohlenbergwerks Piesberg haben wegen Abänderung der Arbeitszeit ihre Arbeit eingestellt. Kiel, 16. October. AiS Poft- unb TranSport-Dampfer für das westafrikantsche Geschwader tst der Dampfer „Adler" tn Bremerhaven gechartert worden. Bremen, 16. October. Die „Weserzettung" meldet auS Wilhelmshaven: Der zum Consul bestimmte Hofrath G. Rohlfs traf hier ein, um sich auf dem Flaggschiff deS urestafrtkanischeu Geschwaders etnzuschiffen. Pesth, 16. October. Unterhaus. Bei der Adreßdebatte nahm der Ministerpräsident Tisza das Wort und begrüßte freudig das innige Verhältniß Oesterreich-Ungarns zu Deutschland, dessen Zweck die Wahrung des Friedens und die Ausrechthaltung guter Beziehungen mit den Nachbarstaaten, zunächst mit Rußland, sei. Das Wesen des Verhältnisses Oesterreich-UngarnS zu Deutschland bestehe darin, äußeren Gefahren gegenüber zusammenzustehen; beide Mächte seien bestrebt, das Verhältniß zu einem in jeder Beziehung beruhigenden, in loyaler und vertrauensvoller Weise zu gestalten. Dies habe Seitens des Kaisers von Rußland das größte Entgegenkommen gefunden und sei durch die Entrevue in Skierniewice bekräftigt worden. Liverpool, 16. October. Bei Ankunft des gestern Abend aus Philadelphia hier eingetroffenen Dampfers „Lord Clive" wurde von der Polizei ein ungarischer Passagier verhaftet, der ein und ein halbes Pfund Dynamit in einem Gepäck mit sich führte. Paris, 16. October. Der Senat sprach auf Antrag des Grafen St. Ballier heute den Truppen tn Tongking und den Generalen Briere de l'JSle und Negrier, sowie den Admiralen Courbet und Lespes einstimmig feine Sympathie und dankbare Anerkennung aus. — In der Deputirtenkammer kündigten Delafosse und Raoul Duval von der Rechten eine Interpellation über China, Lockroy (radical) eine solche über die aus- wärttge Politik der Regierung an. Die Kammer beschloß, über die beiden Interpellationen bet Gelegenheit ber Berathung über die Credttforderung für Tongking zu verhandeln.^ ^^gramm der „TempS" aus Hanoi meldet: Die chinesische Armee ist in völliger Auflösung begriffen; sie hinterließ viele Todte und Verwundete, sowie bedeutende VorrSthe. Der Höchstkommandirende und viele Mandarinen sind gelobtet. Kriegs- und Marine,Budgets für unmöglich Commission lehnte jedoch dieselben ab. Rom, 16 October. Cholerabericht vom 15. dss. MtS. ES komm vor: In den Provinzen Alessandria 3 Erkrankungen und 1 Todesfall, Aquila 5 Erkrankungen und 4 Todesfälle, Bergamo 2 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Bologna 1 Erkrankung und 2 Todesfälle, BreScia 2 Erkrankungen und 1 Todesfall, Caferta 6 ErkrankungS- und 4 Todesfälle, Cremona 5 Erkrankungen und 2 Todesfälle, Cuveo 19 Erkrankungen und 6 Todesfälle, Genua 12 Erkrankungen und 4 Todesfälle, Ma'land 1 Erkrankung und 1 Todesfall, Modena 4 Erkankuugen und 5 Todesfälle, Neapel 91 ErkrankungS- und 40 Todesfälle, davon tn der Stadt Neapel 81 Erkrankungen unb 35 Todesfälle, Novara 3 Erkrankungen und 1 Todesfall, Pavia 1 Erkrankung und 4 Todesfälle, Pesaro 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Reggio nett’ Emilia 7 Eikrankungen und 4 Todesfälle, Rovigo 4 Erkrankungen und 2 Todesfälle. Univerfitäts - Chronik. Die Universität Berlin erleidet zu Beginn des Wintersemesters mehrere erhebliche Verluste. Aus der theologischen Fakultät scheidet der kaum 32jährige außerordentliche Prof-ssor Dr. Karl Müller aus, um einem Rufe nach Halle zu folgen. D r junge Professor, der vor kaum 3 Jahren dort als Prtvatdocent auftrat, war außer dem greisen Consistorialrath Dr. Gemisch der einzige (!) Vertreter der Ktrchengeschtchre an der Universität Berlin. Die juristische Fakultät verliert deni außerordentlicheni Professor Dr. WMiam Lewis, der als ordentlicher Profesior des deutschen Rechts nach Greifswald geht, auch er ein vorzüglicher Lehrer, der sich neben so hervorragenden Männern, wie Georg Brseler und Heinrich Brunner, zu behaupten vermochte und un- gern vermißt wird. Die Medictner haben den Abgang des außerordentlichen Pro- fissors Dr. Hugo Kronecker zu beklagen, der unter dem Dtrectorium seines Meister3 du Boy Reymond als Vorsteher der specteU-physiologischm Abtherlung des physiologischen JnstttMS fungtrt und sich als Forscher und Lehrer anerkannte Verdienste erworben hat. Er ist zum ordentlichen Profisssr der Physiologie In Bern ernannt. Gleichzeitig verläßt der Professor der Mathematik an der technischen Hochschule Dr. Heinrich Weder Berlin wieder, dem er kaum zwei Jahre angehört hat, um ordentlicher Professor der Mathematik in Marburg zu werden. Auch er steht als Lehrer unfr Gelehrter in großem Ansehen. An seine Stelle ist der Professor Dr. Paul du BoiS Reymond aus Tübingen berufen (geb. 3. December 1831), der jüngere Bruder des Berliner Physiologen. - Das neue zahnärztliche Institut an der Universität Berlin wird zum bevorstehenden Wintersemester in dem Hause Dorotheenstratze 40 eröffnet Die Thätigkeit drS Instituts erstreckt sich sowohl auf den theoretischen, wie praktischen Thetl der Zahnheilkunde. Neben den theoretischen Vorträgen sind für das kommende Semester folgende praktische Curse angtfünbtgt; 1) Poliklinik der Zahn- und Mund- krankhetten mit Einschluß der Extraction der Zähne Montag« bis SamStags 11 bis 1 Uhr vom Director des zahnärztlichen Instituts Professor Dr. Busch. 2) D'e overa- t've Zahobeilkunde. welche tn der Conservirung der erkrankten Zähne durch Plombireu ihre hauptsächlichste Bethätigung findet, Montags biS Ganztags 2—4 Uhr von den Professoren Dr. Pätsch und Dr. Miller gemeinschaftlich. 3) Die mechanische Zahnheilkunde, welche namentlich den Zahnersatz und das Richten der Zahne umsaßt oom Professor Sauer. Da jedoch tn den Räumen des Instituts einstweilen noch kein Platz hierfür vorhanden ist, so wird Professor Sauer diesen Unterricht tn einem Laboratorium erthetlen, welches derselbe in seinem Hause, Schiffbauerdamm 38, eingerichtet hat und Montags bis Samstags von 8 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends geöffnet halten wird. Die Inanspruchnahme der ärztlichen Hülfe tn t>em Institut und dem Sauer'schen Laboratorium steht einem Jeden während fubr£ anberaumten Stunden völlig frei. Für die Gewährung der ärztlichen Hülfe ist der Grundsatz maßgebend, daß die Arbeit ohne Entgelt geleistet wird, das verarbeitete — In der Budget-Commission erklärte Ferry jede wettere Herabsetzung deS - und Marine,Budgets für unmöglich und unterstützte Tirmd's Vorschläge. Die DaS Wetter hat sich plötzlich abgekühlt und ist somtt weiteren Operationen sehr günstig. .TemvS" und andere Journale fordern die Regierung auf. die jüngsten Stege der französischen Waffen möglichst auszunützen und, wenn erforderlich, neue Truppen- sendungm nach dem Kriegsschauplatz zu schicken. China soll gezwungen werden, um den Frieden zu bitten. Einem Telegramm der „Aaence HaoaS^ aus Hanoi zufolge scheinen neue chinesische Armeen tn Tongking eingebunden zu sein. Material dagegen nach bestimmten taxirten Sätzen zu vergüten Ist. Daher geschieht z. B- die Extraction von Zähnen, wenn dieselbe ohne Narkose erfolgt, unentgeltlich, während für Plombtren je nach der Kostspieligkeit des verwendeten Materials 50 bis 1 50 zu ersetzen sind. In allen Fällen unzweifelhafter Bedürftigkeit ist es ivdeß dem betreffenden dirigtrenden Arzte überlassen, die Patienten von der Erlegung der tarifmäßigen Beträge zu dispensiren. — Obgleich der Ende d. M. stattfindenden Feier der Einweihung des neuen Univtrsitätsgebüudes zu Straßburg der Glanz des kaiserlichen Besuchs fehlen wird, verspricht daS auf 3 Tage berechnete Fest doch recht großartig zu werden. Von allen deutschen Universitäten werden Vertreter zugegen fein und die Zahl der alten Straßburger Studenten, welche ihr Erscheinen bereits zugesagt haben, ist «ine beträchtliche. Der Glanzpunkt wird in dem Zuge des gesammten Universitätskörpers von dem alten Schloß nach dem neuen Collegiengebäude und in dem Festacius liegen, bet welchem der zeitige Rector, der mit hervorragendem Redner- talent begabte Professor der Rechtswissenschaft, Sohm, die Rede halten wird. — Der Chemiker Meyer in Zürich hat die Berufung nach der Universität Göttingen angenommen und wird bereits im nächsten Winter seine Lehrthättgkett daselbst beginnen. vermischte-. Darmstadt, 15. October. Gestern Nachmittag verstarb in Folge eines vor einigen Wochen eingetretenen Magenleidens der in wetteren Kreisen bekannte Ober- Landesgerichtsrath KöNiger dahier, zugleich Mitglied deS VerwaltungsgertchtshofS. Derselbe war längere Zett Mitglied der zweiten Kammer und In der letzten Periode seiner Kammerthätigkeit Präsident des Ftnanzausschuffes. Bet der neuen Justizorgaui- sation wurde er zum Ober«Landesgertchtsrath ernannt. Augsburg, 11.October. DaS hiesige Schwurgericht hat einen erst 19jährigen Burschen, den ledigen Schweizer Nikolaus Büschl von Dtlltshausen, wegen Raubmords zum Tode verurtheilt- Derselbe hatte eine Geliebte und ein Kind zu erhalten, weßhalb er den 75jährtgen Schäfer Johann Wagner erschlug und ihn seiner kleinen Baarschaft (ca. 30 JL) beraubte. Der Mörder war geständig, nahm jedoch sein Todes- urtheil kaltblütig hin. Berlin, 14. October. sZur Unfallversicherung.) Wie wir erfahren nehmen bei dem hiesigen Vorstande de8 Vereins deutscher Tabaksfabrtkanten und -Händler die Anmeldungen von Tabak-und Cigarrenfabrtken zur Bildung einer freiwilligen Genossenschaft auf Grund deS Unfallgefitzes einen lebhaften Fortgang. Durch die zahlreichen Anmeldungen ist bereits die Gründung einer einzigen Berufsgenossenschaft der gesammten Tabakmdustrte in Deutschland gesichert und bet dem großen Kreise, sowie den geringen Gefahren der Betriebe dadurch der denkbar billigste Weg etngeschlagen. Sowohl die Etnzelmeldungen als die ganze Organisation sind bekanntlich an gesetzlich genau präcisirte kurze Termine gebunden. Unabhängig davon wird der Vorstand deS Vereins gemäß den in Gotha gefaßten Beschlüssen bezüglich der bet ihm angemeldeten, keinerlei Unfallgefahr in sich schließenden Ctgarrenfabriken, deren Ausscheidung auS der Liste der versicherungspfltchtigen Betriebe beim Bundesrath beantragen. — lieber die Katastrophe bet Catania thetlen wir zur Ergänzung der veröffentlichten Telegramme folgende vom 9. October dattrte Schilderung mit: Gestern gegen 1 Ubr Nachmittags zogen vom westlichen Horizont quer über den Aetna schwarze Haufenwolken herein und daS Meer, bis dahin stürmisch und grau, begann zu rasen und zu schäumen, als ob es von unsichtbaren Ketten gepeitscht würde. 15 Minuten darauf öffnete sich der Himmel und es begann so dicht zu regnen, daß man nicht einen Schritt wett zu sehen vermochte. Der Wind heulte mit unheimlicher Gewalt durch die Straßen und riß Alles mit sich fort, was ihm Widerstand zu bieten wagte; es war eine bange Zett, tu der den Muthtgsten ein geheimes Grauen beschlich und fromme Frauenseelen ahnungsvoll zu Gott um Erbarmen für die Wehrlosen flehten, die draußen auf freiem Felde vom Sturm ereilt würden. Doch Niemand hätte sich denken können, daß der Tag so Gräßliches bringen werde. DeS Unwetters Kraft hatte kaum etwas nachgelassen, als ein Eilbote mit der Schauerbotschaft zur Präsectur kam, daß die unmittelbar an Catania angrenzenden Dörfer Ctbalt, Borgo, Guardia und Ogntssa vom Orkan völlig zerstört, Hunderte von Menschen unter dem Schutt der Häuser begraben, die Felder, Weingelände und Kastanienvälder auf den umliegenden Hügeln bis zur Unkenntlichkeit verwüstet worden seien. Man eilte dahin und fand, daß die Meldung lange nicht dem sich darbtetenden SchreckenSbilde entsprach. Die vielen schönen Land« Häuser, die noch kurz vorher wer weiß welch glückliche Menschen bargen, lagen zerrissen und zerbröckelt da; Hügel von Mauerschutt deuteten die Stelle an, wo früher Dörfer standen, — kein Haus hatte der finsteren Macht der Natur trotzen können. Alles war auf den Boden htngestreckt worden und unter den Steinen, Balken und Eisensparren wimmerten leise die lebendig Begrabenen, Alles, was die Arme bewegen konnte, stürzte sich mit verzweiflungsvollem Ester auf die Ruinen, um dem Tode seine Beute ab- zuringen; und die Arbeit gelang, Gott sei Dank, zum größten Thetle — aber der erste Augenblick war schrecklich. Ohnmächtige, bleiche Frauen, Kinder im zartesten Alter, manche noch in den Windeln, dann aber auch stämmige Burschen und Männer zog man aus dem Schutt hervor, die meisten bewußtlos oder betäubt, fast alle mehr oder minder schwer verwundet. Aber auch Todte mußte es geben: achtundzwanzig bisher ... wer weiß, wie viele noch, bis die Arbeit beendet sein wird! Die Zahl der Verwundeten beläuft sich bis heute Abend auf 500, die alle in den Hospitälern von Catania untergebracht wurden, aber nicht alle wieder genesen werden. Es gibt solche darunter, denen die zusammenstürzenden Balken den Kopf zerschmettert, Arme und Beine weggertssen; einer armen Frau drang ein starker Etchensplitter tief in die Brust, einem Bauer brach das Rückgrat, ein Anderer verlor daS Augenlicht.....Es ist kurzum ein Unglück, daS in vielen Familien die herbste Trauer, in die zahlreichsten nebst der Trauer auch die Noth bringt. DaS Feld ist vernichtet, die schönsten Oltven- pflanzungen sind dem Boden gleich gemacht; die Weinberge sehen auS, als ob sie von innen heraus von einer Riesenhand zerrauft worden wären. Der Schaden beziffert sich nach einer beiläufigen Schätzung auf 4 bis 5 Millionen. Italien ist fett zwei Jahren von so schweren Unplücksfällen hetmgesucht, daß die ganze Welt davon schmerzlich betroffen sein muß. ES genügte nicht Casamicciola; die Cholera mußte das Weh und das Elend noch steigern und nun gesellt sich Catania hinzu. London, 13. Oetober. Der gegen daS Parlamentsgebäude in Quebeck gerichtete Sprengversuch ist dem Londoner so ähnlich, daß dieselbe Urheberschaft unbezweifelbar erscheint. Die Polizei war hüben wie drüben schon mehrere Wochen auf eine neue Unthat vorbereitet; besondere Vorsichtsmaßregeln tm großen Stile waren aber unmöglich durchzuführen, erstens wegen der Kosten und dann wegen der zahllosen Plackereien, welche sie für den Einzelnen im Gefolge haben würden, ohne dadurch eine auch nur annähernde Sicherheit zu gewähren. Hier in London wurde unmittelbar nach den Bahnbofssprengungen größere Vorsicht beobachtet; ich selbst mußte beispielsweise im Gepäckraum von Chartng-Cross mehrere Male ein mit schweren Büchern gefülltes Köfferchen öffnen. Aber einige Wochen nachher schlief die Vorsicht ein, wie dies bet der Natur des Menschen unvermeidlich ist. Der Quebecker Sprengversuch wäre undenkbar gewesen, wenn die Arbeiter auch nur den geringsten Argwohn besessen hätten. Denn Samstag Morgen entdeckten ihrer zwei in einer Ecke deS 2. Stockes unter einem Steinhaufen einen Handsack von ungefähr 50 Pfd. Gewicht; da sie darin die Handwerksgeräthe eines StetnhauerS vermutheten, trugen sie ihn gleichgültig auf die andere Sette des Zimmers. Und doch enthielt er unzweifelhaft die Höllenmaschine mitsammt dem dazu gehörigen Dynamit, der einige Stunden später ein Loch von ungefähr 6 Quadratmeter in die Mauer riß. Das betreffende Gebäude hat die Form eines hohlen Vierecks mit 4 Flügeln von je 90 Mtr. Länge. Drei derselben standen schon seit 3 Jahren fertig und dienten als RegierungsbureouS; an dem vierten, in welchem das Parlament untergebracht werden sollte, fehlte noch daS Dach. Um halb 1 Uhr erfolgte die erste Sprengung, sie durchbrach die Mauer deS 3. Stockwerks, nahe bet der Eingangsthür des Sitzungssaals und überschüttete die ganze Nachbarschaft mit einem Hagel von Schutt und Steinen. Entsetzt stürzten die Beamten aus den übrigen Flügeln, deren Scheiben zu Staub zerschmettert waren, hinaus; es erfolgte die polizeiliche Untersuchung, als gegen 3 Uhr die zweite Sprengung stattfand, diesmal am Nordende des Gebäudes, wo das Gemäuer doppelte Dicke besitzt. Eine Menge von Kropfsteinen wurden herausgerissen, so daß der Umbau der ganzen Seite unvermeidlich erscheint. Zum Glück wurden nur zwei Menschen, und zwar unerheblich, beschädigt, denn die Maurer waren beim ersten Knalle draußen mit dem Mittagessen beschäftigt und hatten seitdem auf Befehl des Bauunternehmers das Gebäude nicht wieder betreten. In Erwartung eines dritten Anschlags warb das ganze Vtertel mit Soldaten umstellt. DaS canadische Cabinet hat einen Preis von 1000 Dollars auf bie Entdeckung der THSter auSgesetzt. Die französischen und irischen Arbeiter beschuldigen sich gegenseitig der Thäterschaft und sind darüber hart aneinander gerathen. — Einfluß des heißen Wassers auf den Wuchs und die Fruchtretfe der Pflanzen. In der „Täglichen Rundschau" führt F. v. Levetzow in anschaulicher Weise des Nähern aus, von wie wohlthättgem Einfluß btc Anwendung deS heißen Wassers auf die Entwicklung der Pflanzen ist. Wesentlich die beiden Erfahrungssätze: „Kälte hebt tm Boden die WurzelthStigkeit auf oder hält sie doch zurück und hindert somit auch die weitere Entwicklung der oberen Pflanzentheile" und „Wärme ruft im Boden die Wurzelthätigkeit wieder wach und befördert in demselben Maße die Entwicklung von Zwetg, Blatt, Blüthe und Frucht", begründen des Genannten Anschauung und fft u. a. eine der praktischen Regeln, welche sich für den Blumenliebhaber und Gärtner aus derselben ergeben. Kränkelt eine Pflanze, erscheint btc Erde schwarz oder entwickelt sie einen modrigen Geruch, so sorge man, falls sie sich noch feucht anfühlt, durch Auf- lockern der Oberfläche mtt einem spitzen Holze (bei Ericas, Cacteen und sonstigen Pflanzen, deren zarte Wurzeln an der Oberfläche streichen, darf dies nicht geschehen) und Zuführung frischer Luft für möglichst rasche Verdunstung der Feuchtigkeit und begieße sie bann, nachbem man sich Überzeugt, daß daS AbzugSloch des Topfes nicht verstopft ist, mit auf 36 Grad R. erwärmtem Wasser. War im Boden vorhandenes schädliches Gewürm Ursache deS Kränkelns der Pflanze, so wird es durch den heißen Guß vernichtet, während derselbe den Wurzeln der Pflanze, welche wunderbarerweise noch höhere Grade ertragen, nicht schaden soll. Ist dann die Erde soweit wieder ab- getrocknet, daß neues Gießen erforderlich erscheint, so wird das Verfahren noch etn- bis zweimal wiederholt und die Pflanze wird bald wieder ein kräftiges Wachsthum -eigen. Auch das Gießen gesunder Pflanzen soll, wenn irgend thunlich, mit warmem Wasser geschehen. Ein wiederholtes heißes Begießen nach erfolgter Bildung der Trauben wird ferner alS das beste Mittel empfohlen, in minder günstigen Jahren dem Uebelstande vorzubeugen, daß der Wein bei unS so häufig nicht zur vollkommenen Reife gelangt. — sRaffinirteS Manöver einer Mörderin ] In der Stemberger Frohnfeste ist seit einiger Zett eine Frauensperson Namen« Aloisia Berger tnterntrt, welche ihren Hausherrn auf bestialische Weise ermordete. Eine Zellengenossin der Berger, die wegen etneS geringen Vergehens tnternirt, demnächst auf freien Fuß gesetzt werden sollte, richtete nun jüngst an die Mörderin die Bitte, sie möge ihr doch eines ihrer zahlreichen Kleider scheuten, da sie deren jetzt bei ihrer voraussichtlich längeren Haft nicht bedürfe. Stach einigem Zögern ging die Mörderin auf die Bitte ihrer ZeUengenossta etn und versprach, ihr mehrere Kleider zu schenken, doch nur unter der Bedingung, daß jene einen von ihr (Berger) verfaßten Brief gleich nach ihrem Austritt aus dem Grfängniß an das K. K. Kreisgericht in Olmütz per Post expedire, was jene Person berettwilligst versprach. Der Zufall aber wollte es, daß daS Gespräch dem Untersuchungsrichter bekannt wurde, der nach dem Briefe fahnden ließ. Das Schreiben wurde in einem ©4iub ber Verbrecherin gefunden. In dem Briefe gibt etn Unbekannter an, baß er dm Mord an Körner einerseits aus Eifersucht, andererseits um sich in den Besitz deS Körner'schen Vermögens zu setzen, begangen habe und schildert den ganzen Hergang des Mordes dis in die kleinsten Details. Zu erwähnen ist noch, daß Aloisia Berger ihrer Zellengenossin auftrug, sie möge sich in unauffälliger W'.ise in bte Körner'sche Wohnung schleichen, sie werde daselbst an einem nicht näher zu bezeichnenden Orte einen Schlüssel finden, den sie unbedingt dem Briefe beilegen müsse. Dieser Schlüssel wurde nun thatsächlich von den GericvtSorganen an bezeichneter Stelle gefunden und war dies der Kassaschlüssel der versperrt gefundenen Wertheimer Kasse. Dieser Schlüssel also sollte als Beilage des Briefes die Glaubwürdigkeit der Angaben des fraglichen MorderS beweisen und wollte Aloisia Berger ohne Zweifel mtt jenem Briefe den ganzen Verdacht auf einen anfangs verhafteten Färbergehilfen, der bald wieder in Freiheit gesetzt wurde, wälzen. Man kann aus diesem Dupirungs-Manöver der Mörderin ersehen, mit welchem Raffinement sie einen Unschuldigen in namenloses Unglück stürzen wollte. — sAbgesührt.) Dem Besucher Helgolands wird das dem freundlichen Bade- Eilande eigenthümliche Institut der Lästerallee wohl in Erinnerung fein; hat er doch selbst bet seiner Landung durch diese Gasse Spießruthen laufen müssen und sie bei längerem Aufenthalte vielleicht um seine eigene werthe Persönlichkeit bereichert. Kam da zu Ausgang der diesjährigen Saison als Badegast ein einzelner Herr an, der, sowie er den Fuß aufs Land gesetzt, von den bekannten diensteifrigen Knaben angefallen wurde, die ihm Plaid und Handkoffer abnehmen wollten. Als der Ankömmling sich wehrte und seine Sachen nicht aus der Hand gab, ftug ein naseweiser Bursche, in der Meinung, eS mit einem „Grünen" zu thun zu haben, ob dem Herrn dann vielleicht eine Droschke gefällig sei. Drob großes Gaudium in der Lüsterallee. Der Ankömmling aber streifte die lachenden Gesichter mit einem vielsagenden Blick und sagte dann zu dem Burschen: „Eine Droschke nicht, aber einen Esel kannst Du mir besorgen; denn ich sehe, die sind hier vertreten." — sSarg zur Rettung Scheintobter, j Dieser Tage machte tm Waldborngarten zu Berg bei Stuttgart, rote rotr dem St. „N. Tgbl." entnehmen, der Mechaniker Mat. Schilling Proben mit dem von ihm conflruitten Sarg, welcher scheintobt Begrabenen die Möglichkeit ber Rettung aus ihrem fürchterlichen Grabe gibt. Die Er- ftnbunfl ist folgende: Etn Sarg von der gewöhnlichen Form, ber nur etwas breiter und höher ist als sonst, birgt in seinem unteren Theile eine Mulde, welche mit zwei Stiften in den Schmalseiten des äußeren Sarges liegt und bet der geringsten Bewegung des darin Liegenden wie eine Wiege in Schwingungen versetzt wird. Im Sargdeckel befinden sich zwei runde Oeffnungen in welche lange Röhren von Eisenblech gesteckt werben, bte auf Mannshöhe über ben Boden heraufreichen und dem Begrabenen Luft zu- und abführen; durch eine der Röhren geht außerdem ein Draht von unten herauf, der mit einer Glocke in Verbindung steht, die am Ende des Rohrs befestigt ist und bei der geringsten Schwingung ber Mulbe im Grabe oben lautet. Diese Glocke ist alSbann mit einer zweiten entfernten, etwa in ber Wohnung des Friedhofwächters, in Verbindung gesetzt, welche gleichzeitig läutet, so daß der Wächter sofort von dem Erwachen eines Begrabenen tu Kenntniß gesetzt wird. Der Erfinder wurde bei diesen Proben vor einem zahlreichen Zuschauerpublikum in den Sarg gelegt, der in ein V/2 Meter tiefes Grab versenkt und vollständig mit Erde bedeckt wurde. Der Begrabene blieb eine halbe Stunde in seinem engen Gefängniß, ließ sich oft durch Glockenzeichen vernehmen, hörte, was man zu ihm durch daS Rohr hlnuntersprach und gab selbst Commando zu seiner Befreiung. In den nächsten Tagen will er einige Demonstrationen in Stuttgart, wo möglich im CircuS, geben und bann feine Erfindung in Regensburg und Wien zeigen. — (Ein anonymer Wohlihäter.) Unter ben Beträgen, welche von privater Seite den HilfScomitSs in Rom für die Heimgesuchten in Neapel zur Verfügung gestellt sind, befindet sich besonders einer, der Gegenstand v'eler Besprechungen in der ganzen römischen Presse gewesen ist. Am 5. September begab sich nämlich ein elegant gekleideter Herr nach dem Palazza BraSchi, der von dem Generalsecretär de« Ministeriums des Innern, Herrn Morana, bewohnt ist und erbat sich Audienz. Der Portier verlangte die Karte des Unbekannten, bekam aber zur Antwort, daß das nicht nöthig sei; er sei Bürger der Stadt und habe eine wichtige Mittheilung zu machen. Der Herr wurde bald darauf eingelassen, und indem er dem Generalsecretär ein ergebenes Compliment machte, benachrichtigte er diesen, daß es ihm übertragen sei, eine Geldsumme zu Gunsten der Cholerakrankcn zu deponiren, und mit diesen Worten überreichte er Herrn Morana 61.000 Lire in Banknoten. Auf die Frage, wer der edle Geber sei, antwortete er, daß dieser unbekannt zu bleiben wünsche. Hiergegen war natürlich nichts einzuwenden unh her Herr entfernte sich, kam aber am folgenden Tage wieder und bepontrte noch 9000 Lire, um, wie er sagte, „bte Summe abzurunden". WaS nun den Namen des Gebers betrifft, so sehen wir uns in den Stand gesetzt, mitzutheilen, daß eS der Martne-Commandeur Landberg aus Schweben ist, der auf eine so großartige und vollkommen gentlemanlike Weise dem bedrängten Süden zu Hilfe gekommen ist. — Eine spaßhafte Wahlanekdote erzählt die Sonneberger Wahlzeitung. In verschiedenen Orten des Herzogthums, schreibt sie, kommt es vor, daß die Landbewohner sich int Wirthshaus rastren lassen. — So saß kürzlich ein Bauer schon halb rasirt in ber Gaststube, während ringsherum flott politifirt wurde. „Wen wählst Du denn?" fragten ihn plötzlich seine Genossen. „Ich wähle Zeitz!" gurgelte der Halbrasirte. — „Dann laß'n sitzen — rasir' nicht weiter", war ber Ruf, ber von allen Seiten lebhaft unterstützt würbe. Unb das halbrasirte Opfer seiner Ueberzeugung mußte sich ausS flehentlichste Bitten verlegen, um sich auS seiner Bartwildniß völlig zu retten. Erwirb bte Operation schwerlich zum zweiten Male im Wirthshaus vornehmen lassen. — sUnglücksfall) Nach Meldungen französischer Blätter hat sich bei dem Kloster Grand Chartreuse bei Grenoble etn schrecklicher Unfall zugetragen. Von dem Berge oberhalb der Terraffe deS Klosters, gerade als die Mönche, 40 an der Zahl, auf derselben spazieren gingen, lösten sich FelSmassen ab unb begruben 5 Mönche Bremen, H Nürnberg, Capt- 1. Oclober von « ongetommen.____ -s-tzr dlO®'J?tU das etr Aili Haufe, «a W tNvu" M essifc1 Mich «J 18h° h,r ßjulpedell, 900 £ Bezirk der Grobk Landgerichte der P> Vergütung. Subu Dienstag bei Aor/Mags 7. 11. 8. 9. 10. sollen zur Sieferun niGoimege vergel 1. ca. 2. ■ 3. „ 4. , 5. „ 6. „ 40 M 100 „ 200 „ 400 „ 100 „ 600 „ aus 6D HS 600 Si 600 „ 600 „ /ttilaj iitn säS Nur 1/893 < Flur I/SgMfff 6100 ®1Wrjt wn 8-11 Mich Die Liefen«! »om 21,-23. L $ Miere« Lecommer mb W Offerten, Mldjnft «ersehe, prmine in den vc vureauausgehängtei einzule de, 11. „ 600 „ Ord.-Rr. 1-3, werden zusammen • 0 Quf bi, • jmi! 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