3eitt^una x j bv°°» ihn°» ^en „irdE 'chq Bane, «B Petri »en Nr« 41. ?t u i-Capelle» i i i i « i » >anna Urban । “• ) 1 zu BM, j Entree W Ps^ Kerharbt, Ät 348ö| oalung nn, S!“ä- «* MH-!« , sanft dcm Herrn tW intcrblicbcnen: unb Kinder. Ne. 116. Zweites Blatt. Sonntag den 18. Mai 1SSÄ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint tSKlich mit Abnahme des MontagS. W«re«mr Schulfiraße 7. 33* im Bereich des Großherzogthums Hessen für dieses Juli in H Berlin, den 26. Februar 1384. Alsfeld, Nidda, Butzbach, Nieder-Wöllstadt, Groß-Bieberau, Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Zum Ankauf von Remonten im Atter von vorzugsweise 3 und ausnahmsweise 4 Jahren sind Jahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende Märkte anberaumt worben und zwar: Die von der Remonte-Ankaufs-Commission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenonrmen und sofort gegen Quittung baar bezahlt. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und Her Unkosten zurückzunehmen, auch sind Krippensetzer (.Köpper) vom Ankauf ausgeschlossen und wird es sich empfehlen, hierauf besonders zu achten, damit die Zurückgabe derjenigen Pferde, welche sich innerhalb der ersten 14 Tage nach dem Eintreffen in den Depots mit diesem Fehler behaftet zeigen, vermieden wird. Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und einem Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit 2 mindestens zwei Meter langen starken hänfenen Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben- Um die Abstammung der vorgeführten Pferde feststellen zu können, ist es erwünscht, daß die Deckscheine möglichst mitgebracht werden. Königlich Preußisches Kriegs-Ministerium, Abtheilung für das Remontewesen. Frhr. v. Troschke. Gr. v. Klinckowstroem. Betreffend: Den Remonte-Ankauf pro 1884. B e k a n n t m a ch u n g am 2. „ 8. „ 24. „ 25. „ 26. am 21. August in Lampertheim, „ 22. fi „ Bickenbach, „ 23. M „ G ernsheim, „ 25. H „ Groß-Gerau. Wochenschau. Gießen, 17. Mai. Nachdem sich die Abreise des Kaisers nach Wiesbaden von Tag zu Tag verzögert hat, wird jetzt osficiös gemeldet, daß der Kaiser die Wies- Ladener Reise ganz aufgegeben zu haben scheine. Es wäre dies zum ersten Male seit langen Jahren, daß Kaiser Wilhelm auf die ihm liebgewordene Gewohnheit , seine Frühjahrs-Kur in dem so reizend gelegenen Taunusbade abzuhalten, verzichtete und eö muffen triftige Gründe gewesen sein, welche den greisen Monarchen veranlaßt haben, von dieser Gewohnheit abzugehen. Vielleicht hängt Lieser Entschluß mit der Staatsraths-Frage zusammen, da hierüber anscheinend in den nächsten Tagen eine definitive Entscheidung getroffen wird. Prinz Wilhelm von Preußen hat sich in Begleitung des General- Quartiermeisters der deutschen Armee, Grafen Waldersee, nach Petersburg beheben, um dem dortigen Hofe die Glückwünsche seines kaiserlichen Großvaters «anläßlich der Großjährigkeits-Erklärung des ältesten Sohnes Kaiser Alexanders, des Großfürsten Nicolaus (geb. 1868), zu überbringen. Es ist nicht ohne Bedeutung, baß zum Träger dieser Mission gerade der einstige Erbe des deutschen KarserthroneS gewählt worden ist, da dieser hierdurch in persönliche Berührung tauch mit dem künftigen Herrscher des CzarenreicheS kommt und dieser Umstand dürfte die Intimität in den Beziehungen Deutschlands zu Rußland nur erhöhen. Während in den letzten Wochen die Discussisnen und Erörterungen über die innere politische Lage fast ausschließlich dem Schicksale der Socialisten- Vorlage gewidmet waren, wird jetzt, wo die Entscheidung des Reichstages hierüber gefallen ist, in den Blättern die Nachlese zu den Verhandlungen über Las Socialistengesetz gehalten. Die Ausbeute, die man hier findet, ist nach den Verschiedensten Richtungen eine sehr reiche und es wird daher diese Materie noch auf Wochen hinaus Anregung zu Betrachtungen und Erörterungen geben. Was die Verhandlungen und Beschlüsse des Reichstages aus dieser Woche an- Lelangt, so wurde am Montag die Verlängerung des Socialistengesetzes in dritter Lesung definitiv genehmigt. Am Dienstag nahm das Haus, gleichfalls in dritter Berathung, Die Gesetzentwürfe, betr. den Feingehalt der Gold- und S'ilberwaarm, und die den Mitgliedern der deutschen Cholera-Commission zu -gewährende Dotation von 135,000 dL, an und genehmigte dann in erster und Zweiter Lesung das Dynamitgesetz, die Ergänzung zur Socialisten - Vorlage. Schließlich wurde nach animirter Debatte die Wahl des Abg. Prinzen Handjery <10. Potsdamer Wahlkreis) wegen zahlreicher vorgekommener Unregelmäßig- Leiten mit 119 gegen 100 Stimmen für ungültig erklärt. Eine recht lebhafte Verhandlung entspann sich in der Mittwochssitzung über die von deutsch-freisinniger Seite eingebrachten Anträge bezüglich Abänderung der Gewerbeordnung. Die beantragten Abänderungen beziehen sich auf Aushebung der Paragraphen, welche die Unterstellung der Handlungs-Reisenden unter den Hausir-Paragraphen und die Beschränkung des Colportagehandels bestimmen. Obwohl von liberaler Seite die Abgg. Dr. Baumbach und Dr. Goldschmidt die betr. Anträge warm befürworteten, wurden dieselben doch abgelehnt und zwar beide gegen die Stim- Titen der liberalen Gruppen und der Socialdemokraten. Für Donnerstag standen verschiedene kleinere Vorlagen und außerdem die dritte Lesung des Dynamit- gesetzes auf der Tagesordnung. Von diesem Tage an hat der Reichstag bereits seine Pfingstserien angetreten, da er sein vorläufiges Arbeitsmaterial gänzlich erschöpft hat. Die noch restirenden Vorlagen über die Pensionsgesetze, die Un- Mversicherung und das Actiengesetz werden von den Commissionen erst nach Pfingsten fertiggestellt werden können. Von sonstigen Wochenbegebenheiten interesfirt am meisten der Vor dem Reichsgerichte spielende Proceß Kraszewski. Derselbe hat am Dienstag eine Wendung genommen, welche ihn zu einem politischen Ereigniß Von höchster Bedeutung stempelt, Diese Wendung wird durch die Verlesung eines Schreibens des Reichskanzlers an den preußischen Kriegsminister v. Bronsart- Schellendorf involvirt, aus welchem zunächst hervorgeht, daß seit dem Jahre 1864 in Paris eine Polnisch-Militärische Gesellschaft (Towarzystwo Zolnierry- polski) besteht, welche die Wiederherstellung Polens als Zweck verfolgt und deshalb mit Officieren polnischer Nationalität in deutschen, rusfischen und österreichischen Diensten Verbindungen unterhält. Im Jahre 1873 wurden die Mitglieder der Gesellschaft von dem Obersten Samuel im französischen Kriegsministerium zu Spionirdiensten gegen Deutschland verwendet, ja, einige Jahre später etablirte die französische Regierung zu gleichem Zwecke ein förmliches Nachrichten-Bureau, dessen Mittelpunkt in Dresden und dessen thätigster Agent eben Kraszewski war. Diese sensationellen Enthüllungen, durch welche namentlich die französische Negierung schwer compromittirt erscheint, lassen dem Aus- gange des Proceffes mit größter Spannung entgegensehen. Im österreichischen Abgeordnetenhause hat die Linke wieder einmal einen Strike in Scene gesetzt. Derselbe schreibt sich daher, daß nach der in dritter Lesung gegen die Stimmen der Linken erfolgten Annahme des Meliorationsgesetzes der Äbg. Sturm die Wiederholung der Abstimmung beantragte, da die Linke sich überzeugt halte, daß die Majorität gegen das Gesetz gewesen sei. Da Präsident Smolka dieses Ansinnen aölehnte, verließen die liberalen Abgeordneten den Saal und erschienen auch in der Mittwochssitzung nicht. Dieselbe wurde vom Präsidenten mit einer Ansprache eröffnet, in welcher er die Unthunlichkeit einer zweiten Abstimmung darlegte, versicherte, im besten Glauben gehandelt zu haben und sein Bedauern darüber aussprach, daß ein so großer und geachteter Theil des Hauses fehle. Schließlich erklärte der Präsident, er werde künftig bei jeder Abstimmung, namentliche Abstimmungen ausgenommen, fragen, ob Jemand das Wort zur Abstimmung verlange. Da diese Erklärung des Präsidenten gewissermaßen einer Satissaction für die Linke gleichkommt, so erschien dieselbe wieder vollzählig in der Donnerstagssitzung des Abgeordnetenhauses, womit der parlamentarische Strike beendigt fein dürste. Das wichtigste Ereigniß für Frankreich war aus dieser Woche das Bekanntwerden des Vertrages von Tientsin, durch welchen die Tongking- Expedition ihren Ausgang gesunden hat. Der Vertrag bedeutet einen durchschlagenden Erfolg der ostasiatischen Politik des Cabinets Ferry und hat derselbe entschieden dazu beigetragen, das Vertrauen der Franzosen zu der gesammten auswärtigen Politik ihres gegenwärtigen Ministerpräsidenten zu stärken. Die nächsten Folgen des Tientsin-Vertrages werden die theilweise Zurückziehung der französischen Truppen aus Tongking und der Abschluß eines französisch-chinesischen Handelsvertrages fein. Es heißt, die aus Tongking zurückbeorderten Truppen würden nicht birect nach Frankreich zurückkehren, sondern vorläufig nach- Madagaskar birigirt werben. — Die Pourparlers zwischen Frankreich und England wegen der Conferenz haben noch zu keinem Resultate geführt. Der von der Opposition im englischen Unterhause in der Sudanfrage abermals gegen das Ministerium Gladstone am Montag und Dienstag unternommene Sturm ist von letzterem wiederum abgeschlagen worden. Mit einer Majorität von 28 Stimmen lehnte das Unterhaus das von Hicks-Beach gegen Gladstone beantragte Mißtrauens-Votum ab, was allerdings einen formellen Sieg des englischen Premiers bedeutet, aber selbst alte Parteigenossen Gladstone's, wie der Deputirte Laing, haben sich bei dieser Gelegenheit scharf tadelnd über die Politik Englands im Sudan ausgesprochen und es ist sehr fraglich, ob die liberale Partei Herrn Gladstone auch dann noch halten wird^ wenn der fernere Verlauf der Sudan-Rebellion sich zu einem vollständigen Fiasco der Gladstone'schen Politik gestalten sollte. Abgesehen von diesen Vorgängen im Parlamente wird aus England von neuen verbrecherischen Versuchen der Dynamithelden berichtet, die indessen durch die Wachsamkeit der Behörden vereitelt worden sind. Aus den übrigen beiden europäischen HauplstggLen« «Wien und Rußland, ist in letzter Zeit wenig Bemerkenswerth-S zu verzeichnen aewesen. In letzterem Lande spielten wieder einmal eine Reihe schmutziger Processe und in Italien rüsten sich die Oppositionsparteien, um dem recon- ftruirten Cabmet Depretis in den bevorstehenden Kammerverhandlungen über die Eisenbahn-Convention eine entscheidende Schlacht zu liefern. In New-York ist plötzlich eine Börsenkrisis ausgebrochen, da mehrere angesehene Bankfirmen fallirt haben und sind diese Fallissements durch ve^ fehlte Privatspeculationen des Präsidenten der Second Nationalbank und durch die hierdurch entstandenen Verwickelungen herbeigeführt worden. Eine Anzahl von Banken hat sich associrt, um der Börsenpanique Einhalt zu thun. Vermischtes. Risckofsbeim 11. Mai. Gestern stand der von Frankfurt nach Mainz be- HImmte Prrsouevzug geradr im ®egriff, die Station ju »trioff«, alä btc 3°s.ss-n eines Wagens plötzlich einen starken Ruck verspärten, dem augenblicklich ein gewaltiges Krachen und ein Regen von Glas- und Holzsplittern folgte. Als der Zug zum Stehen gebracht war, konnte konstattrt werden, daß glücklicher Weise nur ein Passagier, dieser leider schwer am Arme, v-rletzt war. Von einem Güterwagen des begegnenden Zugl-s hatte sich ein schweres Fatz losgelöst und war gegen den Personenwagen gestürzt^ bem wirken der Arbeiter - Colonieen ] Seit dem bestehen Wilhelmsdorfs bis Ende 1883 belaufen siÄ die Einnahmen und Ausgaben auf 249,550 X. Der Äßfienbeftanb am 1 Januar 1884 war 1666 «X- Unter den Einnahmen sind hervor- ^ihch-n/uno-r,inSlich- Darlehen der wesitälpchen Stände der Rh-tnitch-n Stände 10 000 X Schenkung des Kronprinzen au6 dem JubüöumSfondS 10,000 X, Hau-collecie in Westfalen 45,595 X. Beiträge von weftfäl-schen Städten Krisen und (Semptnben 7 932 X- — Unter den Ausgaben sigurtreu für Landankänse 63,973 für Bauten 45,830 X, Inventar und Betten für 360 gleichzeitig verpflegte Kolonisten 26 800 X, Inventar und Bauten für Landwtrthschafl 22,044 X, für Kleidung der Colonisten 28,369 X, für Verpflegung der Colonisten iucl. der gesummten General- rosten 6W X. 1882 unb 1883 wutben 1584 Colonisten in 108,843 Tagen verpflegt Die Kleidung kostete vr. Kopf täglich X 0.26, gesummte übrige Verpflegung X 0.59, also in Summa X 0,85 pro Kopf und Tag. Von den Colonisten sind ca. 116 Morgen Land 3-4 JJufc tief rajolt und dadurch der Werlh des Morgens von 50 X auf 200 X erhöht; folglich ist der Werth um 17 400 X erhöht. — Es sind 15 Morgen Rteselwtese gebaut. Slnkauispreis 100 X, jetziger Werth 400 X, ergibt eine Preissteigerung von 15,(X)0«^L. Die übrigen Meliorationen an Wegbauten, Garten u. f. f-, zu 7600 X angeschlagen, ergibt eine Vermehrung des Dodenwerthes um 40,000 X- Son ben 108,843 V-rvfl'g-tag-n fallen 21,900 auf anb-rweltig- Arbe tm In b-l> W-rkstätttn u. f. f-, in bet Kolonie für Epileptische unb blechen also für ^Arbeiter. Kolonie 86,943 Pfleg-tan-, mit welchen eine Grunbverb-fferung W-rth- von 40,000 X erreicht ist. Danach hätte sich der VerpflezunsStag in ber Colonie zu n cht aunii 44 bezahlt gemacht. Da nun die Verpflegung 85 pro Kopf gekostet, so sind 41 4 pro $aa unb Kops zuzuschietzen gewesen, baS Wbi für 108,843 V-rpfl-gungS- Mg-einen Zuschuß von 54,273 X in zwei Jahren, ES ist hierbei zu b.rückstchsiger, 1) ba6 bte Colonisten zum Theil recht schwach unb unfiih g zu,^ Arbeit an omm-n unb viele barutn krank gelegen haben, 2) baß -/, sämmtlicherArbetlsiage auf die 6 Winter- mDn<,t®f0H b"'n 1584 Colonisten erhielten 1224 bmch Vermittelung des VorstanbeS anderweitige Stellung. Das Fehlen der Arbeits- und Wanderbücher hat die Beur- theilung der Handwerker erschwert und es Ist auch von dem Gesichtspunkte aus erforderlich, daß im Interesse der Arbeiter auf ordentliche Legitimationen gedrungen wird. — Unter den 1584 Colonisten befunden sich 890 Unbestrafte, 694 Bestrafte, und zwar 61 mit Zuchthaus, 254 mit Gefangntß und 370 mit Haft und Detention. 961 waren Evangelische, 616 Katholiken, 7 Israeliten. , r , ... ®te größte Schwierigkeit für den Vorstand liegt darin, daß rechte Muß zu finden in Bezug auf Verpflegung und Belohnung der Colonisten. Deßhalb Hut er sich durch die Noth. daß noch immer sich Leute einsinden und eindrängen, die auch avßrr der Colonie ihr Brod finden konnten, gezwungen gesehen, in diesem Winter von 2Vz Groschen aus 2 Groschen — 20 4 pro Tag herunter zu gehen. Dabet sind noch immer pro Kopf für ^-Tag41^8zuz«n. Q()() $Qgabonbcn 3ur Nachhaft ln Corrections- ansialten verurthetlt worden. Danach würde sich die Gesammtzahl auf 20C0W stellen. Bei dem Anschlag von 1 X pro Kopf und Tag wüiben dafür 70 bis 80 Mill. erforderlich sein. Hat in Wilhelmsdorf ein Zuschuß von je 33 1583 versinkenden Menschen zu einer Existenz verholfen, so ergibt sich, von Anderm zu schweigen, daß der materielle Gewinn ein außerordentlich großer ist. _______ Alexandrien. Bei dem großen Brande in Port-Said, welcher das in der Nähe des Friedhofs westlich von der Hauptstraße liegende arabische Viertel einäscherte, sind auch einige arabische Kinder, welche von ihren auf die Bergung der geringen Hab-, selt-keiten bedachten Eltern im Stich gelassen worden, dem Feuer zum Opfer gefallen. Da die Flammen an verschiedenen Orten gleichzeitig emporzüngeltev, glaubt man, daß duS Feuer gelegt worden tft Der materielle Verlust ist em sehr großer und für die betroffenen armen Araber ein äußerst empfindlicher. Gegen 1500 Wohnungen liegen in Schutt unb an 6000 Personen befinden sich obdachlos. Die Verzwe'flung der Araber ist eine unbeschreibliche. Auf die erste Kunde von der Katastrophe ließ der Khedtve sofort Zelte rxpediren und 3000 egpptische Pfund zur ungesäumten Vertheilung an die Bevürftigsten anweisen. Die Europäer in Port-Said leiteten eine Hülfsaksion ein unl> die erste Subscriptionsliste weist eine Summe von 18.000 Frcs. aus. Das dort-ge griechische Confulat sammelte in einigen Stunden 2000 Frcs. Unter Vorsitz deS Gou- vernems Tewfik bildete sich ein aus 20 Mitgliedern bestehendes Hülfsconutt, um bte Hülfeleiftung zu centralisiren. Das Beispiel Port-Saids fand allenthalben xm Lande einen erfreulichen Wrderh-ll. UcberaÜ b.lden sich Hülfscomrte's und Europöer wie Einheimische wetteifern tu brüderlichem Einvernehmen, um das Loos der armen Unglücklichen möglichst zu erleichtern. — Ueber die am 27. v. M. in Spanien auf der Strecke Madrid-Ciudad-Rrah Badajoz stattgehabte Eisendahn-Katastrophe, bei welcher ein gemischter Zug auf der Alcudta-Brücke entgleist und in den Fluß gestürzt ist, bringt das Centralblatt der Bauverwaltung von dem gegenwärtig in Madrid befindlichen techntschen Attache, Bau- Jnspector Hinckeldeyn, nähere Mtttheilungen. Den ersten unklaren und unvollständigen Nachrichten, welche am Abend des Unglückstages nach Madnd gelangten, folgten bald ausführliche Berichte, welche keinen Zweifel darüber ließen, daß die Katastrophe furchtbarer gewesen, als je eine in Spanien fett dem Bestehen der Eisenbahnen und daß namentlich der Verlust an Menschenleben ein entsetzlich großer geworden sei. Der verunglückte Zug bestand aus vier Wagen dritter Classe, zwei Wagen zweiter Classe, eteem Wagen erster Elaste, drei Viehwagen mit 500 Stück Schafen und einem Gepäckwagen am Schluß, Außer den Zugbeamten und den Wachtmaunschaften (in Spanten wird jeder Zug von zwei bis drei Mann der Guardia Civtl begleitet) befanden sich im Zuge 171 Soldaten, welche nach beendeter Dienstzeit in ihre Heimathsorte befördert werden sollten, und 21 Reisende. Die Brücke, auf welcher die Entgleisung stattgefunden, liegt 4 Kilometer von der Station CH llon, 6 Kilometer von Almaden und 279 Kilometer von Madrid; sie hat drei mit eisernen Fachwerksträgern auf Steinpfeilern überdeckte Oeffnungen und führt die Bahn in einer Höhe von etwa 9 Meter über den Fluß, der geivötznlkch nur wenig Wasser führt, in Folge der Regengüsse der letzten Wochen aber um 2 Meter gestiegen war. Die Entgleisung erfolgte betm ersten Strompfeiler; die Locomottoe stürzte über die Brüstung und riß alle Wagen, mit Ausnahme des schließenden Gepäckwagens, welcher auf dem Geleise blieb, m.t sich in die Tiefe. Die vier letzten Personenwagen blieben in schiefer Lage hängen, gestützt auf d.e vordersten, vollständig überflutheten Wagen. Dem Bremser des unversehrt gebliebenen Gepäckwagens gelang es zunächst, die in einem der letzten Wagen befindlichen drei Mann der Guardia Cwil freizumachen, um bann mit diesen gemeinsam die Rettung der Insassen der Übrigen Wagen zu versuchen. Ihre Anstrengungen waren insofern von gutem Erfolge, als alle Personen in den wasserfrei gebliebenen Wegen gerettet wurden, wenn auch viele von ihnen schwere Verwundungen erlitten hatten. Die in dm vordersten Wagen befindlichen Soldaten aber hatten ihren Tod gefunden, ehe ihnen Hülfe gebracht werden konnte. Bei der Kalte der Nacht hatten die Unglücklichen alle Fenster geschlossen, so daß an Rettung für sie nicht zu denken war. Nach den letzten Berichten betragt die Zahl der Todten 59, die der Verwundeten 56. Die Entgleisung ist, wie die Untersuchung außer Zweifel gestellt bat, von ruchloser Hand absichtlich herbkigeführt. Man hat ermittelt, daß auf einer Sette drei Schienen durch kunstgerechtes Ausziehen der Schienennagel von den Schwellen losgemacht und daß auf beiden Seiten der Brücke einige Telegraphenftangm abgesägt und abgehauen, außerdem die Drähte fämmtltch durchschnitten waren. Anfangs war man geneigt zu glauben, baß der Unthat politische Absichten zu Grunde lägen, erkannte aber balo die Hinfälligkeit dieser Vermuthmig. Nach Allem, was bisher bekannt geworden, scheint hier vielmehr ein schändlicher Racheact vorzultegen. Vor einiger Zeit war es nämlich auf derselben Strecke der Wachsamkeit eines Zugführers gelungen, die von einer Räuberbande nächtlicherweile versuchte Beraubung eines Güterzuges zu verhindern und einen Theil der Räuber verhaften zu lassen. ES ist nun wahrscheinlich, daß die damals Entkowmenm sich cn dem Zugführer dadurch zu rächen gedachten, daß sie den in ber Nacht des Unglücks in derselben Stunde fälligen, von ihm geführten Güterzug zur Entgleisung brachten. Die von ihnen bewirkte Zerstörung der Telegraphenleitung aber hatte zur Folge, daß, wie eS in der spanischen Eisenbahnordnung vorgeschrieben ist, ber Güterzug an der Station vor der Brücke zurückblieb, während der fahrplanmäßige gemischte Zug weiterfahren mußte und so anstatt des Güterzuges vernichtet ward. — Die norwegische Universität Christiania, an der seit zwei Jahren auch Frauen den Vorlesungen beiwohnen dürfen, hat durch einstimmigen Beschluß des Odels- things das Recht erhalten, weibliche Studenten in Prüfungen und Stipendien gerade so zu behandeln wie die jungen Männer. ____ Montag den IS. Mar, Nachmittag- 2 Uhr, sollen bei Johannes FelSer JErben in Gfross-JDlntfen 1 Paar Fahrochsen, 1 Kuh, 1 2 jähriges Rind, und 1 Fasselochs 3463 meistbietend versteigert werden. IeikgeZotmes. 3392 Ein altdeutsches Pultche«, Nußbaum, zu verkaufen. Südanlage 10, IV Damen-, Mädchen- u. Knabenhüte schon von 50 H an, empfiehlt in großer Auswahl 3415 Sl. Fangmann. Carl Schuhe II. 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Redacflpn: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. CH r. Pietsch) iu Gießen. Schuls Die neuen DesM 2 Seite 1 ” A. ®e*ld 1) D>- 2. Ü 2) DI- 2. S tunftäeW ' 3) Die 2. I 12500 X llommenk, die L k ,-ift-» «-UM I *16TS Klaffen feWfffej Homm'n ca- 1 Pti-t* wen den höheren E ;3.04 pZt. erreicht i «Einkommen 3 8 pSi i Progression In der !P-occnlsatz von 3.0- 'Promtlatz fortbestel 5) Die 2. Ka bkgmnm, die 1. Kar B. Bezüglich 1) Die 2. Ko «ntknstklM nicht au 2) Die 2. Kar Simtner läßt