5 leucfeg »ltte|l= »nb 1" M?°nz (,,, 3sÄ* sofort h, * SMleuen&^t: W^LZaue. ' «.Ä *bt6'ie. ”"'lk KLWs-E btct ^chl°ffe7 '*SÄ"« rienMädchcn auf Blsmarcksttaße 6. Ms blt unter Garantie h» Müller. Tienstmädchen fj _ Geschw. Peth. es braves MäSchtii! uslilben Arbeiten be- 6m filmt, gesucht, vcb- b- Ab aaren Mode umgeändert. t alle in dieses n werden dchens 6686. cetz^war, isin, Lckersweg 41. ; von «decken nster Ausführung zu \iy. Müller^ tersweg.___________ .färbt und zu ^düts» ifirt Wt Porträt- V __ Lrigitlchen f 2 Kildcr von & * \ i Erinnerungen eine ■ 8ifN ®", M der^L: M - chtiiir- tÄ5/ Rr. 213. Freitag den 17. October ; 1881 Meßmer Anzeiger Amts- und für den Kreis Gießen. •WWW« MulHt «8 e 7. Ersch-int »«ttch mtt "*«<««»• N^skW-n UM -------V-........... -........L-------------- --------------- .-..i-A-.- ----■■ । ■ . 1 -- 1-------J ' —— — — Amtlicher Hheit. Betreffend: Wahl der Commissionen für die Veranlagung der Einkommen- und Kapitalrentensteuer. Bekanntmachung. Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Provinzialausschuß der Provinz Oberheffen zu Mitgliedern der Landescommission für die Einkommen- und Kapitalrentensteuer pro 1885/86 die Herren Rechtsanwalt vr. Dorn sei ff in Gießen, Bürgermeister Bopp in Bellersheim, Georg Steinhäuser in Friedberg und zu Ersatzmitgliedern die Herren Bürgermeister List in Lauterbach, Müller W. Erk in Nidda ernannt hat. Gießen, am 13. October 1884, Großherzogliche Provinzialdirection Oberheffen. ___________________________________________Pr* Boekmann._______________________________ Lang-Göns, am 13. October 1884. Betreffend: Gesuch des Comit^s der Misstonsgesellschast zu Basel, dem Missionar Jakob Thumm zu gestatten, in den evang. Gemeinden des Großherzogthums Missionsstuuden und Missionsvorträge zu halten. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an sämmtliche Pfarrämter deS Dekanats. Im Auftrage Großherzoglichen Oberconsistoriums (laut Verfügung vom 26. Septbr.) benachrichtige ich Sie, daß dem zum Nachfolger des Missionars Bergfeldt zu Frankfurt berufenen Missionar Jakob Thumm gestattet ist, nach vorheriger Einladung durch die evang. Geistlichen Missionsstunden und bei Missionsfesten Vorträge und Predigten zu halten. Dr. Strack. . » Politische tteberficht. Gießen, 16. October. Das Project der signalisirten Congo-Conserenz ist von allen betheiligten Mächten sehr sympathisch ausgenommen worden und kann man nunmehr der Verwirklichung dieses Gedankens mit Sicherheit entgegensetzen. Der Zusammentritt der Conserenz soll Ende October oder Anfangs November erfolgen ; Ort derselben ist bekanntlich Berlin. Gegenstände der Verhandlungen sind: 1) Handelsfreiheit im Becken und an den Mündungen des Congo; 2) Anwendung des Wiener Vertrages, betr. die freie Schifffahrt auf den internationalen Strömen, auf dem Congo und dem Niger und 3) Definition der Formalitäten, welche nöthig sind, damit neue Operationen an den afrikanischen Küsten als effectio angesehen werden. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt bezüglich dieser Angelegenheit: Der Gedanke, die westafrikanischen Fragen auf einer Conserenz zu regeln, habe wie in Frankreich, so auch unter den übrigen hierbei direct interessirten Mächten, bisher bei Belgien, Spanien und Holland, und unter den Mächten, denen Mittheilung von der beabsichtigten Conferenz gemacht worden, bei Oesterreich und Rußland, lebhafte Zustimmung gefunden. Von der „Koblenzer Zeitung" wird ein an den commandirenden General des 8. Armee-Corps, Generallieutenant Freiherr v. Loö, gerichteter kaiserlicher Erlaß veröffentlicht. In demselben giebt der Kaiser seine volle Zufriedenheit mit den Leistungen des genannten Armee-Corps bei der Parade und dem Corps-Manöver zu erkennen und dankt speciell dem General für dessen so erfolgreiche Commandoführung. Als Zeichen der Allerhöchsten Anerkennung ist dem General v. ßoe der Rothe Adler-Orden 1. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe und dem Emaillebande des königlichen Kronen-Ordens verliehen worden. Das den nächsten Reichstag erwartende Arbeitspensum beginnt sich allmälig übersichtlicher zu gestalten. Neben dem Etat wird sich der Reichstag mit der Einführung des Postsparkassen-Systems für das ganze Reich, der wieder erneuerten Dampfer-Subventions-Vorlage und einer hiermit in engem Zusammenhang stehenden weiteren Vorlage, betr. die Errichtung einer überseeischen Bank, zu beschäftigen haben. In sicherer Aussicht steht sodann noch eine den projectirten Nord-Ostsee-Kanal betr. Vorlage und was die socialpolitischen Aufgaben anbelangt, so wird sich der Reichstag neben der Ausdehnung des Unfallversicherungs-Gesetzes auf die land- und forstwirthschaftlichen Gebiete auch mit der Altersversorgung der Arbeiter zu beschäftigen haben. Die nordschleswigasche Frage macht jetzt wieder einmal von sich reden. Es geschieht dies hauptsächlich in Folge eines Hetzartikels der „Times", in welchem Dänemark der Rath ertheilt wird, wegen der Zustände in Nord- Schleswig einen Appell an Europa zu richten, da die Klagen der 250.000 Dänen in Nord-Schleswig ein Schmerz und ein Leiden (a pain and affiction) für die Ohren Europas seien. Von der „Nordd. Allg. Ztg." wird dieser Angriff der „Times" sehr geschickt abgewiesen, indem sie auf die Zustände in Irland und die Leiden der 9 Millionen Irländer hinweist, mit Irland würde die Bevölkerung Nord-Schleswigs keinenfalls tauschen. Der betr. Artikel des englischen Weltblattes ist eben wieder einmal ein Beweis von jener Unverfrorenheit, mit welcher man in England die Splitter in Anderer Augen hervorhebt, ohne den Balken im eigenen Auge zu gewahren. In dem Befinden des Herzogs von Braunschweig ist keine wesentliche Veränderung eingetreten; nach Aussage der Aerzte ist der Zustand des Patienten, in Berücksichtigung des hohen Alters desselben, ein im Allgemeinen befriedigender. Die am vorigen Samstag in Wien stattgesundene feierliche Schlußsteinlegung zum neuen Universitäts-Gebäude war für die Wiener alma mater ein bedeutungsvoller Act. Die größte und wichtigste Hochschule des österreichischen Kaiserstaates hat nunmehr ihren Sitz in einem wahren Palast aufgeschlagen, der ebenso ihrem Range entspricht, als auch von dem Ver- ständniß Zeugniß ablegt, welches alle Faktoren des politischen und culturellen Lebens in Oesterreich der Bedeutung des Universitäts-Studiums entgegenbringen. Dieses Verständniß manifestirte sich in deutlichster Weise in den Worten, mit denen der Kaiser bei der Feier die Begrüßungsrede des Rectors erwiderte und welche in der Mahnung an die studirende Jugend gipfelten, immer mehr in allen Zweigen wissenschaftlicher Erkenntniß, wie in der Liebe zum gemeinsamen Vaterlande zu erstarken. In Frankreich hat mit dem am Dienstag erfolgten Zusammentritt der Kammern das parlamentarische Leben wieder seinen Anfang genommen. Die Wiedereröffnung des Parlaments fällt mit einem partiellen Wechsel im Cabi- net Ferry zusammen, indem Rouvier an Stelle Heriffon's das Handelsministerium übernommen hat. Herrn Ferry wäre es begreiflicher Weise sehr angenehm gewesen, wenn er vor die Kammern mit der Nachricht hätte hintreten können, daß die Dinge in Ostasien eine für Frankreich entschieden günstige Wendung genommen hatten. Dies ist nun aber bis dato noch nicht der Fall, zumal nach neuerlichen Meldungen von privater Seite die jüngsten Wasftn- Erfolge der Franzosen in Ostasien keineswegs so ausschlaggebend erscheinen, wie die officiellen Nachrichten besagen. In Tongking hat das französische Expedi- tions-CorpS trotz der Niederlage der Chinesen bei Lochnan keine bemerkens- werthen Fortschritte gemacht und erheischt die leichte Verwundung, welche General Nögrier in dem Gefecht davongetragen hat, außerdem eine mehrtägige Pause in den militärischen Operationen. Anderseits hat sich bis jetzt auch die Nachricht von der Besetzung von Keelung und Tamsui durch die Franzosen noch nicht bestätigt. Es ist vielmehr dem Admiral Lespös noch nicht gelungen, die Torpedokette, welche den Hafen von Tamsui schützt, zu durchbrechen und sind die Franzosen bei einem derartigen Versuch mit blutigen Köpfen heimgeschickt worden. Es scheint, daß sowohl die Flotte vor Formosa, wie auch das Expe- ditions-Corps in Tongking neuer Verstärkungen bedürfen, um größere u:d nachhaltigere Erfolge zu erzielen. Während "die Cholera in Frankreich fast gänzlich erloschen ist und auch jenseits der Pyrenäen nur in sehr vereinzelten Fällen austritt, steht Italien von den Alpen bis tief hinab in den Süden noch immer unter ihren Bann. Speciell in Neapel ist die Seuche plötzlich wieder im Zunehmen begriffen, was man dem übermäßigen Genuß von jungem Wein zuschreibt. Der Leichtsinn der neapolitanischen Bevölkerung scheint die furchtbaren Lehren, welche ihr die Cholera gegeben, schon wieder vergessen zu haben. Für die in Catania Verunglückten, resp. deren Hinterbliebenen, hat der König 10,000 Lire gespendet. In den Trümmern der vom Cyclone zerstörten Gebäude sind bis jetzt 32 Todte vorgesunden worden. Die Situation in Kairo scheint dem Ministerium Nubar Pascha allgemach unheimlich zu werden. Daraufhin sind wenigstens die Gerüchte von der beabsichtigten Demission desselben zurückzusühren und führt man als äußerliches Motiv für dieselbe die Weigerung des Khedive an, die jüngsten finanziellen Maßregeln seines Cabinets durch ein besonderes Decret gutzuheißen. Indessen Handel und Verkehr Rother Weizen at 14.80, weißer Weizen at 14.70, >afer at 6.35, Kartoffeln at — Limburg, 15. October. ! Korn at 12.60, Gerste at 8.00, Hafer at macht der Khedive alle Anstrengungen, um die Minister im Amte zu halten, was aus dem Schreiben hervorgeht, welches er an den Ministerpräsidenten Nubar Pascha gerichtet hat. In demselben betont der Khedive die Verpflichtung der egyptischen Negierung, den Ministerpräsidenten und den Finanzminister schadlos zu halten, falls die internationalen Gerichtshöfe die Beschlagnahme des Privatvermägens beider Minister wegen ihrer finanziellen Maßregeln aussprechen sollten. — Die aus dem Sudan vorliegenden Nachrichten lassen erkennen, daß sich die Situation General Gordon's fortgesetzt bessert. Derselbe bekämpft zur Zeit erfolgreich die Rebellen in der Provinz Sennaar, wie er auch die Steuern eintreibt und ist der ganze Nil von Berber bis nach Sennaar, der am blauen Nil gelegenen Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, in seinen Händen. In Peru wollen noch immer keine ruhigeren Zustände Platz greisen. Jetzt macht sich gegen den Präsidenten Iglesias eine immer mächtiger werdende Bewegung geltend, deren Leiter der General Caceres ist. Die Bewegung zu Gunsten der Präsidentschaft Caceres' nimmt im Süden und Centrum des Landes zu und hat ihm General Canevaro 4000 gut organisirte Truppen zur Ver- fügung gestellt. Vermischtes. Berlin, 12. Oktober. Eine Katastrophe, die den sofortigen Tod eines Menschen und die lebensgefährliche Verletzung zweier andern Personen zur Folge hatte, trug sich heute Nachmittag in der dritten Stunde auf dem Grundstück Schwedterstraße 28, Ecke der Koftanten-Allee, zu. Die 4. Etage eines Seitenflügels wird von einem Pyrotechniker Callwttz bewohnt, gleichzeitig aber auch theilweife a!8 Laboratorium für an- zuferttgende FeuerwerkSkörper benutzt. Kurz nach 2 Uhr erhielt Callwitz den Besuch eines jungen Menschen, dessen Name bisher nicht zu ermitteln war, der sich, während C. in der Küche zu ihun hatte, mit einer brennenden Cigarre im Munde in daS Labo- ft** 1!! & "'V Jak' ÄÄ W\ . n Ehevertr Frankfurt, 15. October. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu at 2.70-3.30, Stroh at 2.00—2.30, Eier das Hundert at 5 40—6.00, Butter 1. Qualität at 1.15, 2. Qualität at 1.20, Kartoffeln per Centner at 1.75—2.00, Kohlrabi 3-4 H pr. St., Erbsen 100 Kg. 24.00—32.00 Nothkraut pr. St. 10—20 Poularden at 0-0, Huhn^L 1.00—2.00, 1 Ente at 2.00—2.70, 1 Taube 40-60 H, Hahn at 1.90-2.00, Gans at 4-7.00, Welsche at 5.00-8.00 Telegraphische Depescherr. toolff’6 telss». Torrespondem-Vmeea«. Berlin, 15. Oktober. Se. K. K. Hoheit der Kronprinz trifft am Mittag des 24. dsS Mtü. hier ein und wird TagS darauf die Sitzungen des StaatSrathS eröffnen. Die Kronprinzliche Familie kehrt erst einige Zett später hierher zurück. — Der „Reichs-Anz. meldet: Der Provtoztalsteuerdirector Jordan (Magdeburg) ist zum Mitglied des StaatSrathS ernannt. — Die „Nordd. Allg. Ztg.^ hört, daß die Bemühungen, für deutsche Firmen, welche im Golf von Guinea Handel treiben und Niederlassungen besitzen, ein gemeinsames Organ zum Verkehr mit der RetchSregierung zu schaffen, erfolgreich gewesen seien. In Hamburg habe sich ein Syndikat für Westafrika gebildet, welchem biS jetzt Wörmann, Jantzen, Thormälen, Wödber und Brohm, Gödelt, Witt und Busch, G- L. Geiser und Max Brumbach beigetreten sind. — Dieselbe Zeitung berichtet: Der technischen Commission für Seeschifffahrt, welche am 13. b. M. hier zusammengetreten ist, wird auch eine Vorlage über die Ausrüstung der Seeschiffe mit NahrungS- und Heilmitteln, insbesondere mit spectellen Mitteln gegen Skorbut zugehen, wozu daS Auftreten deS Skorbuts auf deutschen Kauffahrteischiffen Anlaß gegeben hat. — Gutem Vernehmen nach wird Se. Majestät der Kaiser Ende dieses oder Anfang des nächsten MonatL zu mehrtägigem Aufenthalte nach Wernigerode sich begeben, um einer Einladung deS Grafen Stolberg zu Jagden auf Roth- und Schwarzwild Folge zu leisten. Frankfurt a. M., 15. October. Der Landgraf Friedrich von Hessen ist heute früh hier gestorben. Kiel, 15. October. Die „Kieler Ztg." meldet: Prinz Heinrich hat sich heute bei der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität inscribirt. Brüssel, 15. October. „Echo" meldet anläßlich der Communalwahlen, Sonntag werde in Antwerpen eine beträchtliche Truppenzahl zur Verhinderung von Ruhestörungen concentrirt. Paris, 15. October. Die Budget-Commission lehnte die Vorschläge Tirard's bezüglich Herstellung des Budget-Gleichgewichts ab und beschloß, an den früheren Beschlüssen festzuhalten. Sie wird am Freitag Herrn Ferry über die Mittel zur Herbeiführung neuer Ersparnisse hören. AubervillierS, 15. October. Heute früh ist hier ein sporadischer Todesfall an der Cholera vorgekommen. Rom, 15. October. Cholerabericht vom 14. dsS. MtS. ES kamen vor: In den Provinzen Alessandria 3 Erkrankungen und 2 Todesfall, Aqutla 9 Erkrank- unaen und 6 Todesfälle, BreScta 2 Erkrankung«- und 1 Todesfall, Caserta 2 ErkrankungS- und 2 Todesfälle, Cremona 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Cuneo 41 Erkrankungen und 15 Todesfälle, Genua 11 Erkrankungen und 15 Todesfälle, Modena 2 Erkankungen und 1 Todesfall, Neapel 125 ErkrankungS- und 57 TodeS- fälle, davon in der Stadt Neapel 95 Erkrankungen und 47 Todesfälle, Novara 4 Erkrankungen und 5 Todesfälle, Parma 1 Erkrankung und 1 Todesfall, Pavia 15 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Pesaro 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle, Reggio nell' Emilia 1 Erkrankung und 3 Todesfälle, Rovtgo 2 Erkrankungen und 1 Todesfall. Paris, 15. October. Eine Depesche des Generals Stiere de l'Jsle meldet: Oberst Donnier nahm nach einem glänzenden Gefecht am 10. d. M. eine die Festung Chu beherrschende Höhe weg — einen Stützpunkt des großen verschanzten Lagers, welches von 5 kaffemattirten Forts gedeckt wird. Die Chinesen versuchten TagS darauf wieder zum Angriff überzugehen, aber unsere Artillerie richtete so großen Schaden unter ihnen an, daß sie in der Richtung nach Langson entflohen, ihre Verluste werden auf 3000 Mann veranschlagt, unter denselben ihr commanbtrenber General. Unsere Verluste betragen 20 Tobe, barunter 1 Ossicter, unb 90 Verwundete, worunter 2 Offictere. Die von dem Obersten Dannier geschlagenen chinesischen Truppen gehörten den besten Truppen deS Kaiserreichs an, waren gut bewaffnet und manöverirten nach europäischer Weise. Stiere de l'JSle betrachtet die Invasion in Tongktng als vollständig zum Stillstand gebracht. Nach her amtlichen Liste betragen unsere Verluste in der RekognoScirung am 8. ds. bet Tamust 16 Tobte und 49 Verwundete. Petersburg, 15. October. Aus den erstatteten Bericht von der vollzogenen Kiellegung der Panzerschiffe „Katharina", „Tschesme" und „Sinope" und der Grundsteinlegung der Sewastopeler Trockendocks hat der Kaiser folgendes Telegramm an den General-Admiral Großfürsten Alexis gerichtet: „Ich danke für den Bericht und freue mich der begonnenen Wiedergeburt der Flotte für das Schwarze Meer. Gebe Gott ihr den Geist der alten braven Flotten- Mannschaft, damit sie dem Vaterlande treu und würdig diene." Das Telegramm wird durch Tagesbefehl des General-Admirals bekannt gemacht. Kairo, 15. October. Entsprechend dem Schreiben des Finanzministers vom 13. September, welches die Suspension der Amortisirung der unificirten Schuld anordnete, versügte das Ministerium heute, daß die Zahlung der Einnahmen aus Eisenbahnen und Telegraphen an die Staatsschuldenkasse am 16. October, die Zahlung der übrigen Einnahmen und speciell der für die Staatsschuld bestimmten Einkünfte am 26. October wieder ausgenommen werden. Washington, 15. October. Bei den gestrigen Staatswahlen für Ohio siegten die Republikaner mit einer Majorität von 16000 bis 20,000 St. Nach den aus West-Virginien vorliegenden Wahlberichten erzielten die Demokraten eine Majorität von 5000 Stimmen. bei frei ''»"jeder 6792 rätotium begeben haben soll. Wenige Minuten später hörte man einen donnerähnlichen Knall, während gleichzeitig eine mächtige, von einer Hellen Stichflamme begleitete Rauchwolke aus den Fmstern berC-'schen Wohnung, sowie aus bem zertrümmerten Dachstuhl brang unb ein förmlicher Regen von Mauersteinen, Dachziegeln, Balken u. s. w. herab- stürzte. Die zufällig auf dem Hofe befinbliche Frau eines dort wohnenben Maurer« F., sowie ein vieljährtges Ktnb wurden von den herabfallenden Stein» und Schuttmassen überschüttet. Frau F. hatte neben Verletzungen im Gesicht unb an den Händen einen complicirten Armbruch und das Kind so schwere Kopfverletzungen davongetragen, daß Selbe in ärztliche Behandlung gegeben werden mußten- Beim Eintreffen der ersten Spritzen brannte die C 'sche Wohnung, sowie ein großer Theil des Dachstuhls. In die brennenden Räume vorbringend, fanden die Löschmannschaften den muthmaßlichen Urheber der Katastrophe, jenen Eingang« erwähnten jungen Mann, tobt im Zimmer liegen- Derselbe würbe sofort in bas Odductionshauö geschafft. Die Adlöschung«- arbeiten zogen sich bi« gegen 6 Uhr hin. r r ~ Berlin, 15. October. Bei einem gestern Abenb ausgebrochenen Feuer im Depot ber großen Berliner Pferbebahn (Schönebera) würbe, wie jetzt festgestellt, ein Theil bes Depot« in Asche gelegt. Von ca. 400 Pferbestänben blieben 296 intakt. Sämmt- liebe Pferde sind gerettet: soweit biß jetzt übersehbar, sind 10 Wagen verbrannt. Die verbrannten Vorräthe sind nickt sehr bedeutend, da in dem abgebrannten Thetle nur die Tagesrationen lagerten. Die Gesellschaft erleidet keinen Schaden, da Alles versichert ist. Gegenwärtig ist eine Commission auf der Brandstelle anwesend zur Feststellung der Höhe des Schadens. Der Betrieb ist in keiner Weife gestört. Die verbrannten Gebäude waren nicht Eigenthum ber Pferbebahngesellschaft, sondern gemiethet. Lampertheim, 13. Octcber. „WaS ein Dörnchen geben will, spitzt sich bet Seit* Gestern Abend begaben sich die hier stattonitten beiden Gensdarmen in die Wohnung eines gewissen Hetweck, um denselben zur Abbüßung einer Forststrafe nach Lorsch adzuführen. AlS der eine GenSdarm den Herweck, ber sich renitent zeigte, packen wollte, schlich sich ber 13jährige Sohn des Herweck hinter den Gensdarmen Weyrich und stach demselben ein Messer in den Rücken. Weyrich ist schwer verletzt und hatte großen Blutverlust, lebensgefährlich soll die Wunde jedoch nicht sein. Der Junge sowohl wie fein Vater wurden heute geschlossen nach Lorsch abgeführt. DaS sind die Folgen der Erziehung, die tagtägliche Unterhaltung in vielen Familien ist: „ich steche Dich zusammen, ich drehe Dir's Messer im Leib herum u. s. w * Stolp, 9. Oktober. Wie noch ber Aberglaube auf dem Lande herrscht, zeigt folgende Affaire: Im Jahre 1882 starb in bem Dorfe Woblanst die Schwiegermutter deS Tagelöhners Mielke unb im Jahre barauf vier seiner Kinber. Dieser Umstand brachte den abergläubigen Menschen zu der Annahme, daß seine verstorbene Schwiegermutter ein „Neuntödttr" fein müsse, vor dem man erst Ruhe habe, wenn man der Leiche den Kopf abgestochen. Er verständigte sich deshalb mit den Tagelöhnern Damaschke unb Fischer unb begaben sich btefe bret Männer nun in ber Nacht vom 12. zum 13. Mat, mit Spaten versehen, nach bem Frtebhof, öffneten ba« Grab und den Sarg, sahen aber von bem Abstechen des Kopfes ab, ba, wie sie angeben, ber „Neuntödter sich nicht mehr rührte." Gegen alle Drei würbe in Folge beffen die Anklage erhoben, Mielke entging jeboch seiner Strafe, denn er folgte nach einem halben Jahre seinen Kindern in den Tod, während Damaschke gestern von ber hiesigen Strafkammer mit 10 Tagen Gefängntß bestraft mürbe. Gegen Fischer, ber nicht erschienen war, mürbe zmangsweise Labung beschlossen. Eltville, 13. October. Der Mörber beS Taglöhnets Michael Rieth ist in ber Person de« AmtSboten Becker hier bereits verhaftet. Wie man bem „Rhein. Cour." schreibt, hat Becker bem ihn verhaftenben GenSbarmen, bte schauderhafte That begangen zu haben, bereit« eingestanden. Da« Messer, mit bem er den Morb verbracht, will er in ben Rhein geworfen haben. Becker und Rieth wohnten in demselben Hause und lebten feit längerer Zttt in Feindschaft. Paris, 13. October. Der gestern von Pari« abgegangene Luftballon von Saint ValeS landete bei Saint Soupplet (Seine unb Marne). ValeS bemerkte, baß bas Thermometer, baS 9 Grab auf brr Erbe gezeigt hatte, bei 1000 bi« 1600 Mir. über berfelben auf 14 Grad stieg. Man schließt daraus, baß baS kalte Weiter der letzten Tage nicht von Dauer fein wird. — Heute Nacht gegen 1 Uhr verhafteten die Polizei- Agenten bet einem Weinwirib einen alten Mann, welcher daS WirthShaus nicht verlassen wollte. Zum Polizeicommffsar geführt, stellte eS sich heraus, daß derselbe 104 Jahre zählte uno aus der Irrenanstalt von Sichre entwichen war. Theater. —d. Gießen, 16. October. Die vielbesprochene Novität „Der Probepfeil- von Oscar Blumenthal ging gestern über unsere Bühne. Der Inhalt des Stückes ist kurz folgender: Der alte joviale Baron Leopold v. b. Egge hat die Absicht, seinen geliebten Neffen Hellmuth mit Beata, der Tochter seines Freundes, des Grafen Dohnegg, zu verhetrathen; bem steht nur eines im Wege, bte beiden wollen einander nicht. Hellmuth ist von einer glühenden Leidenschaft für eine geistreiche und reizende Wittwe, die Hortense von Walnack, erfaßt; Beate ist im Begriff, ihr Herz an ihren Klavierlehrer zu vergeben, einen schwarzlockigen Polen von diScreter Herkunft, für den alle Damen, besonders ober sie und ihre an ber Clavier- seuche erkrankte Mutter schwärmen, während ber alte Graf am liebsten allen Clavier- spielern bte Hände in lebenslänglichen GypSoerbanb legen möchte. Der Baron ist durch diese Sachlage nicht entmuthigt; er sieht in den allerersten Neigungen ber betben nur einen Probepfetl deS kleinen Schelmen mit bem Köcher, ber, ohne Widerhacken sich leicht wieder ausziehen laßt. Während er mit Hortense einen feinen Wort- und Jntrtguenkrtea beginnt, bestrebt er sich, den Polen Bogumil Krasinskt, gegen den ein dunkler Verdacht in ihm aufsteigt, zu entlarven. Sein Freund, ber Rittmeister von Debenroth schafft ihm unwiberlegliche Beweise, daß Krasinskt zu Genua unter bem Namen Enrico Pasaua ein arme« Mädchen schändlich bestohlen unb betrogen hat; und in bem Augenblick, wo am Schluffe eines musikalischen Feste« im Hause beS Grafen bte entzückten Damen dem polnischen Compontsten ben Lorberkranz fpenben, tritt ber Baron vor, beweist, baß ber Pole seine Kompositionen gestohlen hat unb baß er ein elender Betrüger, ein musikalischer Tartüffe ist, ber es nur auf Beaten« Mitgift abgesehen hatte. Deren junges Herzchen blutet nicht lange; sie verliebt sich rasch In Hellmuth, ber seinerseits burch bte Entdeckung, daß Hortense eine alte Jugendliebe de« borntrten Rittmeister« ist, bedeutend ernüchtert ist; bte beiden haben sich einander nichts vorzuwerfen, bte Verlobung kommt zu Stande und ber Baron hat seinen Zweck erreicht. — DaS Stück hat manche Fehler nicht, bte wir in ben neueren Lustspielen finden, andererseits besonder« ben Vorzug eines geistreichen unb witzigen Dialogs. Neu unb interessant ist bte Idee, einem Abenteurer auf einer unserer socialen Krankheiten, dem Clavierfieber, eine günstige OperationSbastS zu schaffen. Doch hätte dieser Einfall nichts « Werth verloren, wenn ber Autor einige geistreich fein sollenbe Bemerkungen über Mcharb Wagner und dessen Schöpfungen unterlassen hätte. Es ist übrigens doch zu viel gesagt, wenn Berliner Freunde des Autors behaupten, baß baS Stück einen so bebrütenden Fortschritt auf bem Gebiete beS Lustspiel« bedeute. Die Darstellung war gut unb fand den reichlichen Beifall des bichtbesetzten HouseS; boch soll damit nicht gesagt sein, baß bei ber erwarteten Wiederholung nickt manche« noch flotter gehen dürfte; so ließen z. B. die Gruppenscmen vor unb nach bem Concert zu wünschen übrig. Tadellos waren bte Leistungen bes Frl. v. Jage- mann (Hortense) rind deS Herrn Halm (Bogumil Krasintzki). Der nächste Freitag gibt uns Gelegenheit, unfern beliebten Komiker Herrn Voigt in ber Posse „Em gemachter Mann" eine seiner Glanzrollen spielen zu sehen. Die Posse ist Repertoirstück der größeren Theater (Berlin rc) und wir machen hiermit da? Publikum darauf aufmerksam. KK W * w SÄS :»*•* Gieße». /L Oberamts ßerpMung Srundl Montag den J Achmw! «dm in dmi A ktibutfl bei W> daLichtenau,1 mti fünf A-cker ai sirauch, Geman lief) verpachtet. Gießen, am 14 Grohherzogtiche^ Koehler, w Situe M ®c M. matinirft Berliner Rolli Lpeckbückinge Neue russ, Kri Lardinen in X Talz- und Cft Sardellen, Ca Champignons Corned beef Ochsenzunge Holländer Ka joivie vorzüglicher einpfiehlt billigst Ferd (vorm. Gg. Fst. Hiin Atpfel-Gelee Achfi empfiehlt billigst ___ Re। Mrji| Kieler £ mW 16. öclobtx. at Dlumrnthal üicilt Binoi ßeopolb l 8tata, btt Zotte l nur eines im ffiw, mbtn Letbtnschüfl fir erfaßt; Beate ist iw azlockgen Polen von ihre an der Clavin- lebsten allen Clasia- 6tt. Dtt Baron ist Neigungen ber beiden )tr, ohne Werhacken ntn feinen Wort- imb tn§ft gegen den ein unb, btr Nittuieistet inoft zu Genua unter Wahlen unb betrogen । Festes im Haufe deS Lorberktanz fr* gestohlen hat unb b rt ÄS 'Sä Uten HÄ (einen 3®“ «,*«<« f* - ri-i-A . d lw etner_un(eret (ocioi™ O ÜWÄ* ,,,-n bei HW‘< ' *k?A ?nb 6 tntatt ÄAe en ü(rb Qnnt “'S1 -b^S» L°Lbm LL/Zb« SSgSy fein ^UDbJatte brt. •S.M«, leist Ä k. nenn man b« ■; b» satt ,oe eten bag Grab unb 1 ’ £ °"Seben, der ° Folge besfm ble te nach einem halben der hiesigen Straf- der nicht erschienen l«l Rieth ist in der dem .Rhein. Cour.' 'haste Thai begangen Tb verbracht, will er Ttnftlbtn Hause unb (jene Luftballon von Boles bemerkte, daß 1 biS 1600 r. Über le Wetter ber letzten Mitten bh Polmt- bauS nidit ntrlafftn btrfdbt 104 3al)u ü 1170, Ära 6795 J^anfftnann 6698 Verbesserte Theerseife 6799 empfiehlt billigst aus JJ. jReUer* Neustadt. 25. n 6580 fügung. 11 11 ii ii 11 ii ii ii empfiehlt 6748 f'i’. 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