18SM Sonntag den 17. Februar Zweites Blatt Nr. <1 (scheint täqttch mit Ausnahme des Montag-. Bureau r Schulstraße 7. Leiden unsere Ebenen- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinyerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi. Zeigen. ft*1* Ä Ms Lotheftraße 2 UL ia)‘ ^°hercs in iehener Anzeiger Amts- inld Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. '«iS?5 Gießen. 16. Februar. c*n den fragen der inneren Politik nahmen in letzter Zeit die Erörterungen über die von dem Statthalter von Eljab-Lothringen Feldmarschall v Manteuffel, der reichsläudischen Bevölkerung gegenüber eingeschlagene Politik eine hervorragende Stelle ein. Es gaben hierzu verichledeue in den Reichslanden vorgekommene Zwischensülle den ersten Änlast, den n.eisten aber die Reise Herrn v Manteuffels nach Berlin und Friedrichsruhe, welche man mit angeblich zwischen dem Reichskanzler und dem Statthalter bestehenden Differenzen rn^Verbindung brachte. Nachdem schon von der amtlichen „Elsaß-Lothr. Zeitung den hierüber coursirenden Gerüchten entgegengetreten war, geschieht dies setzt auch von Seiten der „Nordd. Allg. Zeitung", ivelche alle Gerüchte über Differenzen zwischen dem Fürsten Bismarck und Herrn v. Manteuffel sür absolut unwahr erklärt und namentlich die säst 50jährige Freundschast hervorhebt, ivelche beide Männer verbindet. Hiermit werden wohl die Erörterungen über bte elf atz- lothringischen Angelegenheiten einstweilen wieder aus den Spalten der Presse verschwinden. Lebhast discutirt wurden in oen letzten Tagen auch zwei m das Gebiet der hohen Politik hinüber spielende Ereignisse. Das eine derselben ist das Erscheinen des Buches „Unser Reichskanzler" von M. Busch, welches über die dem Ausbruche des Krieges zwischen Preußen und Oesterreich vorhergehenden Wochen, wie über die Vorgeschichte des deutsch-österreichischen Bündnisses sehr interessante Mittheilungen enthält. Das andere Ereigniß ist die als sicher geltende bevorstehende Ernennung des russischen Botschafters in Paris, Fürsten Orlow, zum Botschafter in Berlin, welche allseitig als ein weiteres bedeutsames Zeichen für das Einvernehmen zwischen Deutschland und Rußland betrachtet wird. Das preußische Abgeordnetenhaus führte am, Montag die überaus langwierige Debatte über den CultuSetat in der Hauptsache zu Ende und erledigte am Dienstag und Mittwoch die noch restirenden Etatstheile, so daß mit letzterem Tag die zweite Lesung des Staatshaushaltsetats pro 1884/8?) ihren Abschluß erlangt hat. Am Donnerstag war „SchwermStag , woraus sich das Haus auf einige Tage vertagte, um den verschiedenen Commissionen Zeit zu ihren Berathungen zu lassen. Da der Reichstag, wie jetzt von mehreren Seiten übereinstimmend versichert wird,, am 4. März zusammentntt (bte osficiöse Bestätigung bleibt noch abzuwarten), so werden aller Voraussicht nach das preußische Abgeordnetenhaus und der Reichstag wohl einige Zeit neben einander tagen müssen. , r , . a _ ,c Ä Wieder ist einer der alten Waffengefährten des Kaisers zur „großen Armee" abberufen worden. Am Mittwoch verschied in Breslau der frühere commandirende General des 6. (schlesischen) Armee-CorpS, General der Kavallerie v. Tümpling. Geboren den 30. Decbr. 1809, trat v. Tümpling 1830 in das Regiment Garde du Corps ein und führte 1863 als Genera^ lieutenant die 5. Jnfanterie-Divifion nach Schleswig-Holstein, welche er auch mit Auszeichnung im böhmischen Feldzuge commandirte. Zu Beginn des französischen Krieges erhielt v. Tümpling das Commando des 6. Armee-Corps, doch ward ihm hier nur selten Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Im österreichischen Abgeordnetenhause haben am Donnerstag die Plenarverhandlungen über die Ausnahmeverfügungen der Regierung begonnen. Da die Ausschuß-Majorität beantragt hat, denselben zuzustimmen, so ist an der Annahme der bezüglichen Vorlagen nicht zu zweifeln, wenngleich die Linke sich Dagegen erklären wird, welche verschiedene Bestimmungen, namentlich aber die Aufhebung der Geschworenengerichte für die Gerichtssprengel Wien und Kornenburg, verwirft. Jedenfalls bekommt die Regierung durch die vom Parlamente sanctionirten Ausnahme-Verfügungen eine starke Waffe gegen die sich auch in dem „gemuthlichen Wien breitmachenden anarchistischen und socialistischen Bestrebungen in bte Han , indessen, diese Waffe ist zweischneidig, sie kann auch »ach anderen Setten hin gebraucht werden und muß man sich vorläufig mit der Erklärung des Mmister- präsidenten Grasen Taaffe beruhigen, daß die_ Ausnahme-Maßregeln nur gegen die Anhänger der Umsturzpartei Anwendung finden würden. _ Die aus Tongking eingehenden Schreckensnachrichten lassen in Frankreich alle Erörterungen über die wirthschaftliche Krisis, über bie päpstliche Gncpilira u. s. w. plötzlich verstummen. Der Fanatismus der annamitischen Manoa- rinen, der heimlichen, geschworenen Gegner der Franzosen, wie Überhaupt der Christen, hat unter der christlichen Bevölkerung in Tongking entsetzliche Massacres herbeigeführt. Allein in der Provinz Thanhoa sind 203 christliche Niederlassungen von fanatisirten Schaaren niedergebrannt und dabei Suiweüe ihrer Bewohner, darunter 23 Priester, niedergemetzelt worden. Gleiche SchreckenSthaten sind in der Umgegend der annamitischen Hauptstadt Hue selbst geschehen, wo mehr als fünfzig Christen umgebracht und mehrere christliche Niederlassungen zerstört worden sein sollen. Nach den Meldungen des französischen Bischofs Gaspar, apostolischen VicarS für das nördliche Cochinchüta, durchziehen durch hochgestellte Mandarinen gedungene Banden das Land unter dem Rufe: „Tod den Franzosen, Tod den Christen'." mordend und plündernd. Bischof Gaspar meldet ferner, daß das Vicariat im östlichen Cochinchina gleiche Gefahr laufe; die Christen in der Umgegend von Tnrane verließen die Dörfer und begäben ' sich nach Quinhon, wo sie Franzosen anzutressen hofften. , _ , . . P In diesen Tagen wird sich das Schicksal des Gab inet -> Gladstone entscheiden. Die Entscheidung des englischen Oberhauses ist bereits gegen Herrn Gladstone und seine egffptische Politik gefallen, denn nut Darmstadt, 31. Januar. Gesetz Entwurf, die Herstellung mehrerer Nebenbahnen betreffend. (Fortsttzung auS Nr. 38 ) Nack, der unter Pos- 1 erwähnten Eventualität winde die Länge der Nebenbahn ca. 17 Kilometer b tragen und die Anlagekosten sind, ohne Gelände-ErwerbungSkosten, zu 940,(W x HE^der unter Pos. o bezeichneten Bahnführung würde dieselbe circa 22 Kilometer lang werden und ca. 1,480,000 JL beanspruchen, weil hier bedeutendere Kostenbautm^in^ 8^8 ft bezeichnete Bahnführung, mit der Richtung über Bönstadt, ergibt eine Bahnlünge von c.rca 23 Kilometer und erfordert ein Anlagekapital von 1,200,000 Jt. Auch hier sind die Kosten für Grunderwerb außer Ansatz §cbl‘cbe"; Wird das letztere Profit -ur Ausführung gebracht, so wird die 23 Kilometer lange Bahnstrecke in ca. IVr Zeitstunden durchfahren. — Der Umweg von Ranstadt über Gießen nach Nieder-Wöllstadt beträgt 79.67 Kilometer und derUmweg von Ranstadt über Gelnhausen nach Frankfurt, anstatt RanstadtNleder-Wollstadt-Frankkurt (49 Kilometer) beträgt ca. 72 Kilometer. — Hiernach wird allerdings die Lier- bmbuna6ba6n SRanPobt Ni-ber-Wöllftabt für bk im SB^tebrSeebiet her ^unaen» Bübingen her Oberbessifch-n Bahn gelegenen Orte unb ble bte '[ämmtlidjen One beS rückgelegenen BogelSbergS, eine nicht unwesentliche Abkürzung dis WegS nach Frankfurt a. M., sowie Zeit- unb ÄoflenetfparniB bet betreffenben ElsenbahntranSnorte bcrbeifübren. so baß btefe TranSoersalbahn im Berkchrs - Intereste ber Provinz Oder- Mf ins Feuer schütte. Gedacht, gethan, Krach! Die Frau Ist am Arme schwer verwundet und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, der Ösen gesprungen, sämmtliche Fensterscheiben der Stube zertrümmert. Zum Glück bet diesem Unglück konnte der bofe Feind durch die offene Ofenthüre entfliehen: wä-e letztere geschlossen gewesen, so würde sicherlich der Ofen in Fetzen gegangen und die Frau getödtet worden fein. Frankfurt, 11. Februar. Eine Metzgcrssrau in der Schustergasse wollte gestern Adend für einen Kunden eine Cervelatwurst abhängen, sie nahm deshalb einen Stuhl, flieg auf denselben, hängte die Wurst ab, gerieth aber dabei mit ihrem Trauring unbemerkt in den eisernen Haken, sprang, ohne etwas zu ahnen, ab, blieb hängen und riß sich factisch den Goldfinger aus der Hand. Die junge Frau liegt schwer krank darnieder. Frankfurt, 12. Februar. Auf der Strecke Mainz-Frankfurt der hessischen LudwigSbahn, auf dem Zuge Nr. 50, welcher gestern Abend von Mainz um 7 Uhr 20 Min. abfuhr, geritih der Schaffner Backes, ein noch junger Mann, unterhalb Bischofsheim unter die Räder, so daß ihm beide Beine abgefahren wurden. Wahr- sckeinlick batte er das Trittbrett verfehlt. Dcr Verunglückte wurde alsbald aufgefunden und nach Mainz in daS Spital verbracht, wo er gegen 11 Uhr starb. — Beim Mahdi sind die Avancements-Verhältnisse sehr günstig. W>'enämlich dieser Tage die „Polst. Corr." schrieb, ist der Bursche eines deutschen Artillerie-Offiziers, welcher dem Mahdi in die Hände fiel, wegen feiner artilleristischen Kenntnisse zum General ernannt worben. — In Folge vielfacher Wünsche und Anfragen aus allen Theilen des Reiches haben die Unterzeichneten, unterstützt von gemeinnützigen Gesellschaften, eine Vereinigung zum Zwecke unentgeltlicher Rath sertheilung an freie Hülfskassen gebildet. Die in Berlin errichtete Centralstelle wird sowohl den Vorständen bestehender eingeschriebener ober anderer Hülfskassen behufs Unterstellung unter das neue KrankenverstchcrungS-Gefetz — welche schleunigst erfolgen muß — als auch den Unternehmern neu zu gründender Hülfskassen behufs Statutenabfaffung durck mündliche und schriftliche Auskünfte, sowie durch Normalstatuten, Formulare und Anweisungen zu Diensten stehen. — Dieselbe wird andererseits allen Vorständen von Kranken- imb Begrävnißkassen für baldige Einsendung ihrer Statuten, Jahresberichte und statistischen Uebersichten febr verbunden fein, um eine Zusammenstellung der in Deutschland bestehenden freien Hülfskassen zu veranstalten. Alle Anfragen und Einsendunaen wolle man unter Beifügung der vorhandenen Statuten a* den mitunterzeichneten Rechtsanwalt Dr. Edmund Friedemann zu Berlin W., Potsdamerstraße 26b, abreffiren. Berlin, im Februar 1884. BÜchtemann, Heinrich Flinsch, Mitglied des Reichstages u. Mitglied des preuß. preuß. Abgeordnetenhauses. Abgeordnetenhauses. Dr. Max Hirsch, G. Lipke, Mitglied des Reichstages. Mitglied des Reichstages. Rickert, Mitglied des Reichstage« u. preuß. Abgeordnetenhauses. F. Schenck, Mitglied des Reichstages. F. Waltz, General-Director. Dr. Edm. Friedemann, Rechtsanwalt. Ludwig Loewe, Mitglied des Reichstages u. preuß. Abgeordnetenhauses. K. Schrader, Mitglied deö Reichstages. Allgemeiner Anzeiger. Ausverkauf, Wegen Geschäftsverlegung verkaufe, um gänzlich damit zu räumen, nachstehende Maaren zu und unter Kostenpreis.' 2 Sämmtliche Kleiderstoffe, fertige Damen- und Kinderwäfche, Damen- und Kinderkragen, Krausen, «L tz Thlipfe, Dorstecker, weiße, farbige und schwarze Schürzen, Stickereien, Filzrocke, Unterzeuge, Handtücher zum Aussticken, Paradehandtücher rc. Set Sämmtliche Kurzwaaren, wie Zwirne, Knöpfe rc. 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Die Lieferungen der nachstehenden Bedürsniffe für das Grobherzogliche akademische Hospital zu Gießen pro 1884/85 sollen auf dem Wege der Submission vergeben werden: 1) Fleischwaaren, 2) Backwaaren, 3) Specereiwaaren, 4) Milch, Butter und Eier, 5) Bier, 6) Eis, 7) Schreibmaterialien. Ferner werden ausgeboten: 1) Das Reinigen der Wäsche sür'S Dienstpersonal, 2) Das Reinigen der Oesen und Heerde, 3) Daü Reinigen der Senkgruben und Fortschaffen der Abfälle, Asche, Kehricht re-, 4) Die Abgabe von Knochen und Gespül. Die näheren Bedingungen können aus dem Verwaltungsbureau des akademischen Hospitals an den Wochentagen, Rachmittags von 3—5 Uhr, ein gesehen werden. Unternehmer wollen ihre Offerten, versiegelt, mit entsprechendem Vermerk, bis zum 25. Februar 1884, Nachmittags 12 Uhr, auf das erwähnte Bureau portofrei einsenden. Giessen, den 13. Februar 1884. Grotzherzogüche Direktion des akadem. Hospitals, ioto Conkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Dröscher & Simon in Gießen ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Ver- theilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerth- baren Vermögensstücke der Schlußtermin auf Donner-tag d. 6. März 1884, Vormittags 8*/2 Uhr, vor dem Großherzoglichen Amtsgerichte Hierselbst, Sitzungssaal Nr. 18, bestimmt. Gießen, den 7. Februar 1884. Neidhart, 965 Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. Mgdverpachiung. Donner-tag den 21. d. M., Vormittags 11 Uhr, soll die der Stadt Grün berg Anstehende Wald- und Feldjagd von 9527 Morgen, in mehreren Abteilungen auf 6 oder 12 Jahre, in dem hiesigen Rathhanse verpachtet werden. Grünberg, den 13. Februar 1884. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. _ Pracht. 1075 Mittwoch den 20. Februar, Nachmittags 2 Uhr soll die den Jeh. Kraft Brühl II. Erben gehörige 1/705 106 Meter haltende Hoiraitbe in den dienen Banen, sowie 1 706/31 Meter haltende Grabgarten das. öffentlich meistbietend unter den vor der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. 880 Im Auftrag: Müller, Ortsgerichtsmann. Im WelnetuU, Bahnhofstraße, sollen DienStag den 19. Februar, Nachmittags 2 Uhr, sämmtliche Wirthschaftsgeräthe, bestehend in Tischen, runden u. langen, Wiener Stühlen u. anderen, Bierapparat, Eisschranl, Flaschen- n. Gläser- gestellen, Hängelampen, Gläsern u. Flaschen u sonstigen Gegenständen versteigert werden. 1094 Eichene Gart enpfosten abzugeben bei 332 2acsb Rinn XV., Htttchelheirn. Das Neueste in Masken, Papiermützen rc. 2C. empfiehlt billigst 900 Friedrich Weicker. Kleider - Sammete und Bänder in sämmtlichen Farben, offerirt billigst 927 A, Fangmann. mit Firmendruck in allen Farben und Qualitäten von 2.30 pro niillc an und höher empfiehlt Ottmar Hohler, _____________Lindenvlatz.__»86 Für Brauer! 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Trauermarsch beim Tode Siegfrieds, aus der Bäuerischer Gesangverein. Samstag ÄeR Ä3. Februar, Abends 8 Uhr, in Cafe Leib; Theatralischr Abrudunlerhattung und Gesangs- Concert, nachdem Tau?. Karten a 1 Ji. sind bei den Vereinsmitgliedern zu haben. a) Allegro coh brio. b) Marcia funebre. c) Scherzo, d) Finale. Allegro molto. Arie: „Dich theure Hallea aus der Oper „Tannhäuser“ (Fräulein Kraus) Wilhelm Krämer, Gießen, Bleichstraße Nr. 3, Berkaufs-Bermittelung vo« Ammvbilieu feder Art. Permiethirng von Wohnungeu und Geschü