Nr. LL. Donnerstag den 17. Januar 1884 WWW Anzeiger Amts- und AnzeiAeblatt für den Kreis Gießen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohu. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Bnreaur Schulstraße 7. C3K Politische Ueberficht. Gießen, 16. Januar. Die angebliche Collis ion eines französischen Panzerschiffes mit dem „Prinz Adalbert" während der Uebersahrt des deutschen Kronprinzen von Genua nach Spanien hat der Preffe Anlaß zu eingehenden Erörterungen dieser mysteriösen Angelegenheit gegeben. Ja, dieselbe ist von gewisser Seite zu einer Staats- und Haupt'Affaire ersten Ranges ausgebauscht worden, indem berichtet wurde, Fürst Bismarck habe der französischen Regierung die Alternative gestellt: entweder sofortige Abbitte durch ihren Botschafter in Berlin oder Krieg l Mäh- rend sich aber nun die Berliner Ossiciösen über diesen ganzen Vorfall bis jetzt „aus- schweigen", liegt jetzt eine Mittheilung der französischen Regierung vor, welche die Affaire denn doch in einem andern, milden Lichte erscheinen läßt. Diese Richtigstellung besagt im Wesentlichen, daß überhaupt kein französisches Kriegsschiff den Cours des deutschen Geschwaders durchkreuzt habe, an demselben sei lediglich der nach Tongking bestimmte Transport-Dampfer „Mytho" vorbei- passirt; dieser habe es allerdings unterlassen, das deutsche Geschwader mit dem sonst vorgeschriebenen Salut zu begrüßen, da derselbe nur von Schiffen, welche mindestens 6 Geschütze führen, abgegeben werde, die „Mytho" aber führe deren nur zwei. Von deutscher Seite ist gar keine Reklamation erfolgt und fallen somit die Nachrichten über die „Abbitte^ des französischen Botschafters de Courcel und über die Absetzung des Kapitäns der „Mytho" in sich selbst zusammen. Das preußische Staatsministerium hielt am Samstag eine Sitzung ab, in welcher es sich dem Vernehmen nach um die Begnadigung des Bischoss von Münster gehandelt hat. Auch die kirchenpolitische Situation überhaupt soll zur Debatte gestanden haben und ein hierauf bezügliches informiren- des Schreiben des Fürsten Bismarck zur Verlesung gelangt sein. Gras Herbert Bismarck, der ältere Sohn des Kanzlers, ist an die deutsche Botschaft in Petersburg versetzt worden. Man legt seiner Versetzung gerade nach der russischen Hauptstadt eine besondere Bedeutung bei und faßt sie als ein erfreuliches Zeichen für die Fortdauer der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland auf, was dem Uneingeweihten freilich immerhin etwas merkwürdig klingen mag. Die Dispense für den preußischen Antheil der Olmützer Erz- diöcese sind, mit Ausnahme von sechs, in Olmütz eingetroffen. Die Sicherheitszustände in Wien erscheinen durch die' jüngste Raub- und Mord-Affaire in der Mariahilfer Straße in einem mehr als bedenklichen Lichte. In einer der belebtesten Straßen der Hauptstadt und fast unter den Augen zahlloser Paffanten ist die grauenhafte That, welche bereits ein Menschenleben gekostet und leider höchst wahrscheinlich noch drei weitere kosten wird, verübt worden. — Mit einer Majorität von 9 Stimmen hat das ungarische Oberhaus am Samstag das Mischehen-Gesetz zu Falle gebracht. Die Debatte ließ an Urwüchsigkeit nichts zu wünschen übrig und warf intereffante Streiflichter auf den Stand des Antisemitismus in Ungarn. Zunächst ist hiermit ein ernster Conflict zwischen Oberhaus und Abgeordnetenhaus, welches der Mischehen-Vorlage zugestimmt hat, entstanden, doch glaubt man nicht, daß dieser Conflict zum Sturze des Ministeriums Tisza führen wird. Der Pariser „Figaro" macht über die Kriegsvorbereitungen Chinas intereffante Angaben. Alle Seehäfen des Ungeheuern Reiches sind in Kriegszustand versetzt, alle Festungen ausgerüstet und vertheidigungssähig, alle Flußmündungen durch versenkte Torpedos unzugänglich gemacht und ca. 200,000 Mann sind mit Hinterladern ausgerüstet worden. An der tongkingnesischen Grenze stehen 20,000 Mann vollständig ausgerüsteter chinesischer Truppen und weitere 30,000 Mann sind in der Grenzprovinz Jünnan concentrirt, um Kanton wird eine Reserve-Armee, wie es heißt, in der Stärke von 100,000 Mann zusammengezogen. Die Behörden der Provinz Kwangtung treffen ernste Kriegsvorbereitungen, zwischen Kanton und der Grenze von Tongking wird eine telegraphische Verbindung hergestellt und nach der Insel Hainan gehen beträchtliche Truppenverstärkungen ab. Eine Proklamation des Vicekönigs von Kanton fordert die Bevölkerung ans, sich aus den Krieg vorzubereiten und einen Angriff der Franzosen abzuweisen, schließlich gedenkt der Aufruf des friedlichen Ver- hältniffes zu den andern Nationen. Herr v. Giers, der Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Rußlands, wird auf seiner Rückreise von der Schweiz nach Petersburg am 19. oder 20. Januar in Wien eintreffen und daselbst ein paar Tage verweilen. Man legt in den leitenden Kreisen Wiens diesem Besuche des russischen Ministers eine besondere Bedeutung bei, da er auf specielle Einladung des Kaisers Franz Josef erfolgt, auch sind dieser Tage die russischen Botschafter an den Höfen von Wien und London in Montreux bei Herrn v. Giers gewesen und dies hängt offenbar mit dem bevorstehenden Besuche des Letzteren in Wien zusammen. Die Annäherung zwischen Rußland und Oesterreich, welche sich in den letzten Jahren trotz aller gegenteiligen Gerüchte vollzogen hat, wird durch den jüngsten Aufenthalt des russischen Staatsmannes am Wiener Hose jedenfalls einen weiteren Schritt machen und hiermit kann man im Interesse der Aufrechterhaltung des europäischen Friedens wohl zufrieden sein. Die innere Krisis in Spanien hat sich in den letzten Tagen nicht verändert, es ist indeffen Aussicht vorhanden, daß es dem Ministerium Posada de Herrera gelingen werde, sich mit den Corte» in befriedigender Weise auseinanderzusetzen. Auch unter den Parteien greift das Bestreben Platz, das eigene Jntereffe demjenigen des Landes unterzuordnen. In der Deputirten- kammer appellirte der ehemalige Minister Becerra, Vorsitzender der Adreß- Commission, am Samstag im Interesse des Gedeihens und der Ruhe des Landes an die Monarchisten und Liberalen (Republikaner) und sagte, König Alfons XII. habe mehr für die Freiheit Spaniens gethan, als die gesummten Liberalen. Noch 21,000 Mann egyptischer Truppen nebst 84 Geschützen, und vielen Kriegsvorräthen stehen nach ossiciellen Berichten aus Kairo im Sudan. Wenn trotzdem die egyptische Regierung jetzt an die Räumung des Sudan geht, so muß sie entweder alles Selbstvertrauen verloren haben oder die Kriegsmacht des Mahdi muß sich auf Hunderttausende von Streitern belaufen, vielleicht trifft Beides zu. Die Regierung des Khedive erläßt bereite die nöthigen Anordnungen für den Rückzug der egyptifchen Truppen und ist es ihr gelungen, mit den Häuptlingen mehrerer bisher feindlicher Stämme in der Nähe der Route von Suakim nach Berber in ein freundschaftiches Verhältniß zu treten. Man hofft, dadurch die Straße nach Berber für den Verkehr frei, zu machen und damit die Räumung des Sudan zu erleichtern. Nach einem Beschlüsse der Regierung soll sich der Kriegsminister auf dem Wege über Koroska nach Khartum begeben und die Räumung leiten. E. H. Frankfurt a. M., 15. Zanuar. In Folge einer von Darmstadt mit zahlreichen Unuriajrtfrn ergangenen Einladung hatten sich gestern ca. 80Herren unter Vorsitz deS Herrn Präsidenten Gold mann zur Besprechung über die Errichtung einer ArbeitScolonte hier versammelt. Nachdem Herr Pfarrer Stromberger einen Ucberbbtf .Über die Arbeitscoloniesache in ausführlicher und nach allen Seiten erschöpfender Weise -eWattet hatte, war die Versammlung einstimmig der Ansicht, daß die Colonie nicht nur ein Beoürfniß, sondern auch ein Segen sei und zwar sowohl für die Bevölkerung, im allgemeinen, wir insbesondere für Die armen brodlosen Menschen, welche gerni arbeiten wollen, aber zeitweise keine Arbeit finden können. Für diese find Colonien eine Zufluchtsstätte, um nicht Vagabunden, ja schließlich Verbrecher zu werden. Aufnahme in dieselben finden arbeitsfähige, arbeitslose Männer ohne Unterschied deS Standes, der Religion und dec Würdigkeit. Ihr Ziel geht vor allen Dingen auf eine sittliche Hebung der Colonisien. Sie müssen eine christliche Grundlage haben und aufr die confessionellen Bedürfnisse ihrer Angehörigen gewissenhaft Rücksicht nehmen- Die vorgelegten Statuten wurden mit wenigen Aenderungen al8 provisorische bis zur nächsten Generalversammlung angenommen. Ein Vorstand wurde gewählL mt dem Recht, sich bis auf 30 Mitglieder zu ergänzen. Dem Vertreter des Herrn Oderprästdenten in Kassel wurde der Wunsch des Anschlusses von Kmhrssen auSge- Krochen. Hoffentlich reicht sich Süd- und Nordhessen mit Nassau und Frankfurt die $inb zum Bunde der Bekämpfung der allgemein schwer empfundenen Landplage des WanderbettelS. Wird mit vereinten Kräften diesem Feind entgegengetreten, so bleibt der Sieg nicht auS. Es muß aber betont werden, daß die Colonien allein nicht im Stande find, bett Beitel auS der Welt zu schaffen, wenn nicht Naturalpflege gegen Arbeitsleistung hinzu- tritt- Hebt daS Publikum nicht in ausreichender Weise Selbsthülfe, so haben die beide« vorgefchlagenen Mittel den erwünschten Elfolg nicht- Zur allgemeinen Einficht mutz el kommen, daß jede Gabe, mit Ausnahme eines Teller Suppe, an ortsfremde Bettler die Lüderlichkeit und Faulheit unterstützt. Man übt die größte Barmherzigkeit, wen» man kein baareS Geld gibt, auf das es allein die Vagabunden abgesehen haben, um es schnellstens in Branntwein uwzusetzen. Durch die Gründung dieses Vereins zur Bekämpfung der Wanderbettelet be- iheiligen sich nun auch Hessen-Darmstadt und Nassau mit Frankfurt in Gemeinsamkeit fast aller deutschen Gebiete an einer gewaltigen nationalen Aufgabe. Mit Freuden fei eS ausgesprochen, daß Männer aller Parteien und Richtungen eifrigst theilnehmen. Die Früchte werden so großartig sein, wie das Nebel groß ist, welchem sie abhelfen sollen. Keine Nation hat bis jetzt unternommen, ja nur versucht, mittelst Selbsthilfe und Freiwilligkeit den Strom der Vagabondage einzudämmen. Arbeitscolonien aber nur in Verbindung mit Naturalpflege gegen Arbeitsleistung werden die Vagabondage auS der Welt schaffen. Telegraphische Depeschen. WolK'S LeLegr. Eorre?porr-enz-B«ee°n Bunstn'ich-n PH°I°m-I-r englischen $ab. IlM* Dem G-m-i'nd-r,i» steht e» jederzeit frei, di- Brenner der Laternen und di« Qualität deS Gase« untersuchen und gemeinschaftlich mit den Unternehmern urkundl^h lassen — Die hierzu röthigen Apparate, namentlich eine Probeuhr und^Phowmetir" haben die Unternehmer auf ihr- Kosten auf dem R-ihh-us- anf- zuftellen b(S @a(t6. Der Prei« de» Gase? ist aus 6 Gulden pr. 1000 Cu- filffuft -nalischtti Maße? festgesetzt Sollte indessen der G-sammiv-rbrauch der Privaten stch aus M.000 Enbikintz i-lhrlich belaufen so sind di- Unt-rnehm-r o-rpfllcht°l, den ^tla des Gases bis auf 5 fl. 30 fr. pr. 1000 Cub ksuß zu ermäßigen, vorausgesetzt, daß der Preis des Kils-rnsch-stholz-S 6 Gulden für den hessischen Stecken Nicht überftefat „(,nun„cn für baS consumstl- Ga« sind nach d-n durch di- beireff-nd-n GaSuhr-n °ng-,-igt-n Quanlitäien monatlich fest,ustellen und zu bertchtigen. 8 17 Hulettnngsröhren. Diejenigen Privaten, welche vor Eröffnung der Be- leucktuna sich für Abnahme von Ga« bei den Unternehmern erklären und die Zahl der bei ihnen einzmichtenden Flammen angeben, sind derechttgt, die Zuleitungsröhren und deren Legung bis an ihr Eigenthmn unmtgeldlich zu beanspruchen, später haben sie iedoch den Kostenpreis zu bezahlen. , wr ■■ • Für Zuleitungen von mehr alS 50 laufenden Fuß ist über die Herstellung und Kosten derselben eine besondere Uebereinkunft zwischen den betreffenden Parteien zu treffen Auf dem Eigenthum der Abonnenten sind sämmtliche Zuleitungsröhren nebst RuiebSr auf Kosten derselben durch die Unternehmer herzustellen. Die Mitte der Straßen ist immer alS Anfangspunkt des ZuleitungsrohrS bet der Ausnahme der Länge desselben zu betrachten. Zuleitungen dürfen nur durch die Unternehmer gemacht werden. (Fortsetzung folgt.) Monat^Oecemb?/«' V-rsicherungs-V-r-in.s Im $e?lelunaen nnh 9Sin^n»! re2,69 SchadensSlle ongcmelbet und zwar 246 äußere «nh6i? 2i innerliche Erkrankungen. Von den Unfällen batten 6 den sofortigen T°d und ll -'n- gänzüche ober ih-ilw-ise Invalidität der Verleüten >ur Kola- »va NÄMÄ?^rben tm"^Monat^ -"ngetrettn-n Schäden ' 2k27» $trfon™- Alle vor dem 1. October 1883 n^Ä0«-ä;.anb Jn»aIidiiSIsfSlle sind bis auf die von 20 1883 wutben^2998 ’“ßanWÄ «««IW. Vom 1. Januar bis 31. Derember oqq » Schadenfälle angemeldet und zwar 2765 äußere Verletmnaen und a® «««■ sssi i »Ä'iig Vermischtes. Lich, 12. Januar. Vorgestern Abend brach in der Hofratthe des Wilhelm Bender II. in Grüningen Feuer aus und legte dessen Schmer und einige kleine Ställe vollständig in Aiche. Wie man erfährt, soll Brandstiftung vorliegen und ist auch bereits ein verdächtiger GrÜninger Ortsbürger gefänglich eingezogen worden. An demselben Abend brach auch in der Pfarchofraithe zu Eberstadt Feuer aus. Daffelbe ist jedoch im Entstehen gelöscht worden und sollen nur einige Kleider- stücke und Geräthschaften verbrannt sein. Ein befccter Kamin wird als Ursache des Feuers angegeben. Vilbel. Hase zu sein, ist während der Jagdzeit wahrlich kein Vergnügen, umsoweniger aber, wenn gleichsam ein Vertilgungskrieg gegen diese Thiere geführt wird. In einer benachbarten Gemarkung erschien der Jagdpächter nebst seinem Adjutantm und 25 wohlbewaffneten Lrnksmainern und einer Schaar Treiber. Es wurden mehrere Kesseltreiben gemacht mit folgender Jagdordnung: Wer einen Hasen schießt, erhält denselben für 1 Maik, wer einen Schuß abfeuert, ohne den Hasen zu erlegen, zahlt 50 Pfennig. Die Pachtzeit dieser Jagd geht zu Ende und wenn diese Herren noch einige Male in dieser Weise Jagd machen, Dann kann sich bewahrheiten, waS einer derselben sagte: „Mer losse zwaa Hase üwrig, en Anton unn e Lisbeth!" Was wohl die Grenznachbarn dazu sagen. — Heber den Raubmord in der Eisert'schen Wechselstube in der Mariahilferstraße in Wien verlautet noch: Die Behörde nimmt an, daß baS Verbrechen von langer Hand vorbereitet war. Die Mordgesellen, die mit neuen Hocken bewaffnet waren, lauerten, wie durch Zeugenaussagen erwiesen, auf ber Straße ihrem Opfer auf, man sah sie mit dem Eintritte ber Dunkelheit in ber Nähe bes Thatortes umherschleichen; als bann ber günstige Augenblick für sie gekommen, traten zwei von ihnen in die Wechselstube, indeß ber dritte vor dem Geschäftslocale zurückblieb, um allfällge unvorhergesehene Störungen hintanzuhalten. Die Summe des geraubten Geldes beträgt etwa 3500 Gulden, lieber den unter dem Verdacht des Raubmordes an Eifert verhafteten Gärtner Joseph Bongratz, gebürtig zu GÜns in Ungarn, verlautet folgendes: Derselbe wollte am Abend der Unthat etwa um 6 Uhr in einem Gasthause in ber Mariahilferstraße einen Dukaten wechseln. Der Fremde wurde in eine Wechselstube gewiesen und daraufhin entfernte er sich. Die Personenbeschreibung dieses ManneS stimmte mit jener eines der Thäter vollkommen überein, und dies im Vereine mit dem Umstande, daß Herrn Eifert auch eine Anzahl Dukaten geraubt wurde, führte zu ber Vermuthung, daß dieser Mann einer der Raubgesellen sein könnte. In weiterer Verfolgung ber Spur dieses Mannes ermittelte man, daß derselbe erst am 5. b. M. aus ber gerichtlichen Untersuchungshaft entlassen worbtn war. Er war bes Verbrechens ber öffentlichen Gewoltthätigkelt beschuldigt, die Untersuchung würbe jedoch eingestellt. Pongratz wurde nach Ungarn adgeschoben, kehrte aber sofort nach Wien zurück. Die Polizei ermittelte, daß er vor einigen Tagen Kameraden zur Ausübung eines größeren Verbrechens anwerben wollte. Er würbe Abends kurz nach dem Raubmord in der Mariahilferstraße gesehen und ging eiligst gegen die Westbahnlinie. Auch ber zweite Mörder wurde am 11. b., Abends um 9 Uhr, in Wien verhaftet. Er heißt Rauts. ist aus München gebürtig und war bis vor Kurzem in einer Fenfterputzanftalt beschäftigt. Im Befinden Heinrich Eiserts ist eine Besserung eingetreten. Er ist bei Besinnung und hat einen Verwandten, ber ihn heute besuchte, erkannt und begrüßt, was die Aerzte bei ber Schwere ber Verletzung Überraschte. Wien, 13. Januar. Die schnelle Verhaftung des Naubmörders Pongratz und seines Genossen Dürschner hat wesentlich dazu beigetragen, die erregtm Gemüiher ber Bevölkerung, welcher die mit unerhörter Frechheit ausgeübteUnthat einen jähen.Schreck eingejagt hatte, wieder etwas zu beruhigen. Wie sehr den Wienern die Knie schlotterten, mS!Lm2n au8 bem Umstande ersehen, daß Blätter, welche steif und fest auf den Nacht- wächterstaat schwören, aus Leibesklästen nach Vermehrung der Polizei schrieen. Die Verhaftung Dürschners erfolgte, dem Fremdenblatt zufolge, unter höchst eigenthüm- liajen Umständen. Der Verhaftete brauchte nicht lange gesucht zu werben, er befanb l7iI” ?cn A^hen iencrr welche von Amtswegen Aufgeboten würben, um bem so schwer qq c?l§ten .A^SgEfÜhle Sühne zu verschaffen. Ein gewisser Johann Dürschner, m alt- Bronzearbeitergehülfe, meldete sich am Tage nach dem Morde beim Pouzeirath Stehling und bat um Verwendung als Vertrauensmann, da er in der RA" Dienste zu leisten hoffe. Polizeirath Stehling fiel baS unstete Wesen bes Menschen auf, er hieß ihn warten, zog Erkundigungen ein und erfuhr, daß Dürschner W^er Keund von Pongratz sei. Dürschner wurde nun angenommen und er l ben (Sebeimoolijiftcn gemeinsam auf die Suche. Vertraulich erhielten ^„^Eeren ben Auftrag, Dürschner aufs Genaueste (m Auge zu behalten. Inzwischen verhaftet Es stellte sich aber bald heraus, baß bie ganze Thätigkeit S herauf getiefctet war, die Geheimpolizisten von ber richtigen Spur adzu- le,„ncJL_?.nbh ®1 maert?°£en wurde, daß Dürschner versucht hatte, Pongratz von feiner ZerhaMng in Kenntniß zu setzen, wurde er sofort selbst in Haft ge- SSSSSi b£te /Engeleiteten Erhebungen so gut wie erwiesen, daß Dürschner Aufpasser gespielt hat und vor dem Hause Wache hielt, während die Mordgesellen ihre grauenhaft- Arbeit verrichteten. * MEllegesuch.^ Ein neunjähriger Reisender in Spiritus sucht für seinen ver- fforbenen Chef einen neuen Prinzipal in obiger Flüssigkeit. - 14- 3flD Asü SS;*'" {teiaert < ” «renlj S” i 85 *” 566 *terben®^n* W etiii mi D»rchl° 8au<, Werk- unb 222 Men- Md K mit 67 Mm. M Fichteilsiangen m Die Zusmmenkuns -Grünbergersttaße am Puschen. Gießen, am 15. Jai GroMMMrzer M A. Brau WM in betn Wtt-Wv 6t iülptitag, d. 21. Zl ■[offen in den Distrikte Merheegivald unb J vechchert werden: M Wen- und Ki< w 20-48 Ctm 10-18 Mir. L Mm., 153 Aadel-SiLM - unter demM ßnden sich bi Schnichch ui Dienstag, 22.c 50 Kchm-Stämm' ®m, Duichn., Länge, 8? Durch" Lange, 102 ^-Stämme ™"- Durchm, ,, iianqe, 95m ?'tt' Rudel,8,., Wüt r ben 1 ä'SR'I -.chK *. ; • V' w?rtn ‘iner V11^ ■358 rt "»den Ä < 'h?,'" bie ch 6 10c« Su- ««,, Ä ben *” Stz Öffnung h„ » Ä« i-f*Ärg luwÄ ifn«?1 ^1,te der Mme derLLkg, n. "ud einige kleine DoiUeßen und ist >0en worden. derstodt Feuer ;r dnlßt Wider, 6 M Ursache des 9e Th'ere gefühn ^er nebst feinem iQöT Treihn. Es Wer einen Hasen due den Hasen zu >e und wenn diese sich bewahrheiten, n unn e Lisbeth!« i der Mariahilfer, rbrechenvon langer bewaffnet waren, i Opfer auf, «an S umherschleichen: von ihnen in die um allsiillge un, ten Geldes beträgt des an Eifert ver, rlauiet folgendes: Gaflhiufe in btt eine Wechselstube lg dieses ManneS i Vereine mit dem cbe, führte zu der In wettern Verum 5. d. M. aus ir des Verbrechens >t fedoch eingestellt. Wie« zurück. Die mag eines größnen i Raubmord in der Auch der zweite Gr dB MO ikanftalt leftiW' (ft bet Seflnnunj W, r»i8 Ne $«|te •bet$ WW°dunb taten GkwLdtr d-r etnrni«Ni'.®4«1 . feft auf Nn M leltiei fW’-.g t Wst ei8«Ä?b wrrkn, »d-M ;ti, um bnuf“ gibaiiu ®W® ibemSDlarbiM® -GZ 5^5 bie 00^ r hä** M Schiffs« achrichten. Bremen, 14. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Oder, Capt. R. Sander, vom Norddeutschrn Lloyd in Bremen, welcher am 30. Deeember von Bremen und am 1. Januar von Southampton abgegangen war, ist gestern Mittag wohlbehalten in Newyork angekommen. ______ 731) üeber die Höhe der Kneten, welche die Elnrxkkeng einer Anzeige In eint oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals entläuft sehen, wen° von der Annoncen - Expedition von MAAMENSTEEW ♦. Grünebaum, mech. Schuhfabrik. 2o9 2 bis 3 Zinuner u Küche (parterre) zu vermieden. Bahnhofstr. 39. Ankunft in Gießen von: Frankfurt l'1, 8«, 99*, 11", 1»** 2« 430, 7U, 8^*, 10 ö, la«*. Marburg 6«, 721. Cassel 5’3*,810*, ll”, 4", 6^* n s Lvetzlar 7™. 8\ 9w H3i, 12*, 3« 432 (ps. 8'**, ll?o. Cms-Cobleuz 7", lnur v- Weilburg) 94l>f V*, 3“, fpb Sn* Deutz 113i, 432, Ur« Fulda 1129, 429, 10. Lauterbach 8>o, n» 429 iy. Gelnhausen 925, 335, tzsv. Nidda 625, 925, Z35 ß56. * bedeutet Schnellzug. Die fetten Ziffer« dre Nachtstunden. Statt jeder besonderen Anzeige theilen wir Freunden und Bekannten mit, daß unsere liebe Gattin, Mutter, Schwester und Schwägerin Marie Merkel, geb. Lcmp, heute Morgen V25 Uhr nach langem schwerem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stilles Beileid bitten Die trauernden SmtcrbLiehcucn. Gießen, den 16. Januar 1884. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3 Uhr vom HerMaamiü im Alter von 4% Jahren. 415 Apotheker Sollmann und Frau. Todes-Anzeige. (Statt jeder besonderen Ansage.) Gestern Abend kurz nach 8 Uhr nahm uns Gott auch unser zweites Kind -M^Eine zweitstillende Amme sucht Stellung pr. Anfang Februar. _ _____Süd-Anlage 15, parterre. 373 Ein zuverlässiger SpengLergeselle auf Bau- und Ladenarbeit gesucht von Bernh. Kullmann, Marktstraße. Stadttheater m Giessen. Donnerstag den 11. Januar: Zweites und letztes Gastspiel des Herrn G-reven vom Stadt-Theater zu Köln. Außer Abonnement. Hanscouverts mit Firmendruck in allen Farben und Qualitäten von 2.30 pro mille an und höher empfiehlt Ottmar Köhler, (vom 1. December an). Abfahrt von Gießen nach: Frankfurt 2SO. 4-o, 5"», tz8r, Zis*, nao !*> 445 76 * 750. Marburg 8^, 8". Caffel 12'9*, 12,9, 343, 953» lies 120* 445, 8'4*. Wetzlar 6-«, 820*, 12* 12» 442, 455, 7-* T\ «05 (geht bis Betzdorf). Ews°Covlenz 6« 820* vj>, 4", 7* 7»o (geht bis Weilburg). Deutz 6" 12^°, 455. Fulda 6", ins, 5 Lauterbach 6‘», IP*, 5, 7». Gelnhausen 825, 12'\ 4". Nidda 82», 12« 440, 7". Vermischte Anzeigen. 410 Gesucht pr. 1. 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Für die herzliche Theilnahme bei der Beerdigung unseres guten Vaters, Schwieger- und Großvaters - Conrad Schultheis sagen Allen den herzlichsten Dank. 416 Gießen, den 16. > Januar 1884. Die trauernden Hinterbliebenen. Wermietßungen. 4i7 Möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Eduard Plank, Marktpl. 427 Ein Logis zu vermiethen bei __G. Unverzagt, Kaplansg. 5. 423 Ein möbl. Stübchen an saub. Arbeiter zu vermiethen. Seltersweg Z5. 351 Ein elegant möbl. Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Schulstr. 9. 42Ö Ein neu herger«chtetes Logis zu vermiethen. Spengler Schneider' Wallth. 258 Ein Logis im Vorderhause zu ver? miethen. Carl Burkhardt, Neustadt. 271 Logis zu vermiethen, 2 Zimmer, Cabinet, Küche nebst allem Zubehör. __ 163 Wegzugsbalber ist die zweite Etage, 5—6 Zimmer, Bleichplatz, nebst Zubehör, per 1. April anderweitig zu vermiethen. 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In her kilji srjs-w SÄ leist«»--» i”fJ“ ettaffen. 1 einem Widm» Wi und dir für die ©iöcefe W« PMik der prchWN gemacht Hal Zm preußisch Generaldiseussion über nahmt oder Ablehnung falls dürsten aber die auch ein Wort mchm Der Stattha Herr v. Manteuffel, hc über sein Wirken in i von Baron Zorn v. B gegen den Statthalter g Miifftnmirh Derlei tm Weiteren mit; der t ländiiche Beamtenthum, jüngsten Zeit aus. Er gegen ihn bestehe, er m von ihnen ihm in and Hungen über den Gar Statthalter die Jnsmaj und Nachgiebigkeit die ei' Muß sch; erhöbet gefolgt und thue dies v. Manteuffel poch übe v. Uottivell, und über M er schließlich ländischen Verivallung abhiinge. Der Bund he; OA chen Herren, du B** ä 9 Stimmen ®ajoti Wen Male abqtl( *nMen SmaK WrÄ feiert »erben. UM ** cht 8* ÖVSÄ L'tzKL und untprn ? n Und «-r Vertust Qt Pi ^thest^tz 5 Mde ebenfnrr? ^ung f)etBrÄeri Adnnrai ft unb bOf jü* Na 5. u*>«