F LeitN dea ««Pt«, tirnitn“ nes Seimes !c.) 1 Va3 Mljr, Nathhaujes |n des Vorstandes. 1 Vorstand: :rer. 1$ Bet >r, im Cafe Ebel n legitimiren. Der Borstand. Hof. _<£> vtfi g »2 •: her: 1544 Msik, L Hause. ------------------- .J y. $ ,ber 1884: ik er irg I dkavteN' -ästsl-u""« »" ;nö t sie 0^ !| :rn. . ^selbr v'^ F SÄM tte*tfK 105 6“ ’ 711’ unter I- Rr. 268. Erstes Blatt. Sonntag den 16. November 1881 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. __ , - , r. . . wr, .a Prell vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brin-erich^ ®ö^er GchttkOraße 7. Sn^etni mtt «^r^tne de« ^etttegfc. Lurch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart Amtlicher Hheil. Nr. 30 des Reichsgefetzblatts, ausgegeben den 11. d. M., enthält: (Nr. 1570.) Verordnung, betreffend die Einberufung des Reichstags. Vom 11. November 1884. Gießen, am 15. November 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __________________________________________________ Dr. Boek mann.___ Gefunden: 1 Regenschirm, 1 Botanifirbüchse, 1 Taschentuch, 1 Vorstecknadel, 2 Gesangbücher, 1 Paar Handschuhe, 1 Messer, 1 Halstuch. Gießen, am 15. November 1884. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __Fr eseni us. Darmstadt, 14. November. Das Reichs-Gesetzblatt Nr. 30 enthält: (Nr. 1570.) Verordnung, betr. die Einberufung des Reichstags. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen rc. verordnen auf Grund des Artikels 12 der Verfassung im Namen des Reichs, was folgt: Der Reichstag wird berufen, am 20. November d. Js. in Berlin zusam- menzutreten, und beauftragen Wir den Reichskanzler mit den zu diesem Zweck nöthigen Vorbereitungen. Urkundlich Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedruckten Kaiserlichen Jnstegel. Gegeben Berlin den 11. November 1884. Wilhelm. Fürst v. Bismarck. Telegraphische Depeschen. Wolff>O telSUr. Torrefpou-sm-Nurra». Berlin, 14. November. Der Afrikaforscher Stanley ist Morgens hier eingetroffeu und mit ihm der amerikanische Delegirte, General Sandforv, sowie der Vorsitzende der internationalen afrikanischen Gesellschaft, Oberst Strauch. Stuttgart, 14. November. Der „Staats-Änz." meldet, die ärztliche Behandlung, deren sich der König seit dem Anfänge des vorigen Monats unterzogen, wäre vom besten Erfolge begleitet; auch das Allgemeinbefinden sei in der letzten Woche durchaus befriedigend, dennoch erscheine mit Rücksicht aus die Befestigung der Gesundheit geboten, daß der König diesen Winter nochmals ein milderes und geschützteres Klima aufsuche, der König und die Königen würden deshalb am 18. d. MtS. zu einem mehrmonatlichen Aufenthalt nach Nizza abreisen. Brüssel, 14. November. Amtlicherseits wird die von der „Times" und andern Blättern gebrachte Nachricht, es seien in Brüssel 60 Cholerasälle constalirt worden, für durchaus unbegründet erklärt, mit dem Bemerken, daß in Brüssel nicht ein einziger Cholerafall constatirt worden sei und daß der Gesundheitszustand Hierselbst überhaupt ein durchaus befriedigender sei. Bremen, 14. November. Die Rettungsstation Borkum der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphirt am 14. ds.: Die deutsche Tjalk „Hoffnung", Kapitän Heidhoff, ist am Nordstrande Borkums gestrandet. Drei Personen durch das Rettungsboot „Timmel" der Nordstation gerettet. Hagen, 14. Novbr. In Westphalen, unweit der Blockstation Hengstein, sand Nachmittags ein Zusammenstoß zweier Güterzüge statt. Die Maschinen beider Züge wurden stark beschädigt, ein Packwagen zertrümmert, mehrere andere Wagen beschädigt. Das Geleise war längere Zeit gesperrt, Niemand ist verletzt. Bern, 14. November. Da die Regierung des Kantons Tessin sich fortgesetzt weigert, der Verfügung des Bundesrathes betreffs der Ausführung einer Zwangsvollstreckung gegen den Gemeinderath von Lugano nachzukommen, so hat der Vundesrath heute einen Commifsar mit den erforderlichen Vollmachten nach Lugano gesandt. Ikeval, 14. November. Der Dampfer „Sirius", am 3- November mit Waaren und Paffagieren von Lübeck nach hier abgegangen, ist bis jetzt nicht angekommen; er ist von später abgegangenen Schiffen nicht bemerkt worden und auch in einen andern Hasen nicht eingelausen. Man vermuthet, der „Sirius" sei untergegangen. Melbourne, 14. November. „Reuters Bureau" meldet: Das Protektorat Englands über die Südküste Neu-Guineas wurde am 6, November auf dieser Insel durch den englischen See-Commandanten in Australien in Gegenwart von 50 Häuptlingen, Eingeborenen und 5 aus der Rhede ankernden Kriegsschiffen feierlich proklamirt. Paris, 14. November. Nach dem Bericht der Seine-Präfektur sind gestern 75 Todesfälle an der Cholera, und zwar 29 in der Stadt und 46 in Hospitälern vorgekommen. Heute sind von Mitternacht bis zum Mittag 10 Todesfälle in der Stadt und 11 in den Hospitälern, zusammen 21 gemeldet. — Nach dem Seine-Präsektur-Bericht kamen von heute Mitternacht bis 6 Uhr Abends 48 Cholera-Todeöfälle vor, nämlich 17 in der Stadt und 31 in den Hospitälern. — In der heutigen Munizipalraths-Sitzung constatirte der Seine-Präsekt, daß die Zahl der Cholera-Todesfälle am Montag mit 98 den Höhepunkt erreichte und allmälig herabging Dienstag auf 89, Mittwoch auf 86 und gestern auf 76. Man dürfe annehmen, daß die energischen Maßregeln der Behörden hierzu wesentlich beigetragen haben. — In Oran und Nantes sind je 3 Cholera- Todeslälle vorgekommen. New-Bork, 13. October. Officielle Berichte über die Wahlmännerwahlen im Staate New-Aork liegen jetzt aus 53 Grafschaften vor. Die Zählung der Stimmen in einzelnen Grafschaften schreitet nur langsam vor. In Newyork und anderen Grafschaften ünd versch ebene Jrrthümer entdeckt worden. Die Majorität ClevelandS dürfte jetzt 1000 Stimmen betragen. SSln, 14. November. Nach dem amtlichen Ergebniß sind bei der Stichwahl im hiestpen Wahlkreise 19,781 Stimmen abgegeben worden, davon erhielt Rentier Dr. Röckerath in Köln (Centr.) 12,722 St. und Fabrikant Wtlh. Leyendecker in Köln (natl.) 7059 St., ersterer ist somit gewählt- BreSlair, 14. November. Im 9 Wahlkreise deS Regierungsbezirks BreSlau ist Kulmtz (conf.) mit 9818 St. bet der Stichwahl gewählt worden. Metzuer (Ctr.) erhielt 9078 St- — Nach bis jetzt vorliegenden Nachrichten ist in der heutigen Stichwahl im Wahlkreise Landrshut-Bolkenhain Dirichlei's (F.) Wahl gesichert. Der conservative Gegenkandidat ist Regierungspräsident Zedlitz. Löbau, 14. November. Fährmann (Fr.) 5483, Pfeiffer (natl,) 2634 St. Fährmanns Wahl ist gesichert. Pirna, 14. Nov mber. Eysoldt (Fr ) mit 9080 St. gewählt, Bake (conf ) erhielt 8bW St. ___ Braunschweig, 14. November. Blos (Soc.) 10,080, Kulemann 8280 St. Dreißig kleine Ortschaften fehlen noch. Blos ist als gewählt zu betrachten Ansbach, 14. November. Kröber.(VolkSp) mit mehr als 1800 St- gegen Jegel (natl) [4500] gewählt. Naumburg, 14. November. Im hiesigen Wahlkreise Naumburg-WeißenfrlS- Zeitz sino bet der Stichwahl bis jetzt für Rohland (dfr.) 8326, für Barth (conferv.) 4892 St mwen abgegeben worden. Stuttgart, 14. November. Amtliches Ergebniß der Stichwahl im 2. württem- bergischen Wahlkreis [Stuttgart.] Gewählt Rechtsanwalt Schott in Stuttgart (Vlksp.) mit 11,491 St. Gegenkandidat Overbaurath v. Tritschler in Stuttgart (natlib) 8515 6t. Kiel, 14. November. Bei der Stichwahl im hiesigen Wahlkreise haben, soweit bis jrtzr bekannt, Hänel (dsr) 8494, Heinz«! (Soc.) 8276 St. Saalfeld, 14. November. Amtliches Ergebniß der Stichwahl im 1. Meiningen- schen Wahlkreise (Saalfeld-Sonneberg). Gewählt Senator Witte in Rostock (dfr.) mit 8159 St. Generalsekretär Jerusalem (natl.) 5252 St. Schwerin, 14 November. Amtliches Ergebniß der Stichwahl im 2. Wahlkreise des Grotzherzogthums Mecklenburg - Schwerin (Schwerin - WtSmar). Gewählt Bürgermeister und Geh. Hofrath Haupt in Wismar (natl.) mit 10,525 St. Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg (conf ) 8282 St. Sondershausen, 14. November. Bei der Stichwahl im hiesigen Wahlkreise erhielten Wilson (natl ) 4985, Lipke (dfr.) 5747 St. Osnabrück, 14. November. Bei der Stichwahl im 5. hannoverschen Wahlkreise [Melle - Diepholz] hat nach dm bisherigen Ermittelungen Sattler (nat.) die Majorität erhalten. Marienburg, 14. November. Amtliches Ergebniß der Reichstags-Stichwahl im 1. Danziger Wahlkreis [Elbing-Marteuburp]. Von 14,200 abgegebenen Stimmen erhielt Gutsbesitzer von Puttkamer (conf.) 8038, Gutsbesitzer Dirichlet (dfreis.) 6162 Stimmen. HerSfeld, 14 November. Amtliches Ergebniß der Reichstags,Stichwahl im 6. Kasseler Wahlkreis [HerSfeld-Rothenburg]. Von 9264 Stimmen erhielt Oeconom Seyffarth (conf.) 6384, Dr. Arenhoff (Ctr.) 2880 St. Jena, 14. November. Im hiesigen Wahlkreis sind bei der Stichwahl für Meyer (natl.) 7224 St., für Schönemann (Reichsp.) 6177 St. abgegeben worben; ersterer ist somit gewählt.j Lokales. Gießen, 15. Nornmber. [Sitzung der Stadtverordneten vom 13. November.) Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Batst, Gail, Georgi, Dr. Gutflei sch, Hornberger, Lüde king. Ad. Noll, Aug. Noll, Petri, Scheel, Schopbach, Vogt und Wortmann. Im Anschluß an die Mittheilung von der Wiederbesetzung der Realschuldienerftelle wird der vom Herrn Realschuldirector erstattete Bericht über den Schülerstand der Realschule der Versammlung unterbreitet; auS demselben ist ersichtlich, daß die Anstalt von inSgesammt 560 Schülern besucht wird. — Im Verfolg der Angelegenheit deö Baugesuchs des Herrn Grubendirectors Ehr. Bansa ist derselbe veranlaßt worden, eine Forderung zu stellen für das von demselben an die Stadt abzutretende Gelände an der Nordanlage und für die Nieberlegung von an diese Straße grenzenden Seitengebäuden. Herr Bansa verlangt JC. 7000 Entschädigung für Holzställe und Nebenbau, 10 pr. Dieter Gelände, event. Umtausch von solchem, Versetzung von Thor, Pumpe rc. auf Kosten der Stadt. Die Baudeputatton hat beantragt, Herrn Bansa für das in die Straßeulinie fallende Gelände JC 10 pro lD Meter, für Wegfall von Baulichkeiten 4000 JL zu bieten, einen event. Geländeaustausch und Erstattung der Kostm für Thor- und Pumpeverschung jedoch abzulehnen. Der Antrag der Baudeputation wurde angenommen. — Mit Bezug auf den s. Z. gefaßten Beschluß, Großh. Eisen- bahndirection gegenüber den Wunsch auszusprechen, daß der am Bahnhofe über die Oberh. Eisenbahn nach dem Güterschuppen der Cöln-Gießener Bahn führende Weg im Interesse der Kohlenfuhrleute u. s. w. erhalten bleiben möge, theilt der Herr Bürgermeister ein Schreiben der Eisenbahn-Direction mit, nach welchem diese angeordnet hat, den Weg für den öffenil!L?n Verkehr nunmehr zu sperren. — Ja Rücksicht auf wiederholte Gesuche wurde beschlossen, die Trot.'ouPflasterung der Ludwigsstruße biß zum Rtegelpfad sortzusetzen und dieser Beschluß spättr dahin ergänzr, Daß die Haus bescher zur Deckung der Kosten so viel bdtrag-n sollen, olS ihnen nach Maßgabe de^ demnächst tu Kraft tretenden Localstatuts zufallt. Hiergegen tst Herr Gsstwtrttz I. Lenz vorstellig geworden mit der Erklärung, aus die Pflasterung verachten zu wollen, wenn ihm die angesonnenen Kosten nicht erlassen würden. Herr Locomot.v- füdrer Bergen erklärt sich ebenfalls gegen Entrichtung irgend welchen Beitrags ur.D stellt das Gesuch, ihn in Nückstcht auf schon gehabt Kostenauslagen hiervon zu entbinden. Die Versammlung beschließt, auf ihrem fn dn letzten Satzung gtfaßten Beschluß zu beharren. — Das Gesuch des Herrn Ehr. Petri V. um Rückerstattung von Kosten für Straßenauffüllung in der Löbrrstraße, welche Auffüllung Gesuchsteller vorgenommen hatte, ehe dec Ausbau der Löberstraße beschlossen wurde, wird ab: gelehnt- — fEisvereins Mit Herannahen des Winters hat 'auch derjenige unserer Vereine, dessen Lebensbedingung der Wiirter selbst ist, wieder Zeichen seines Daseins gegeben. Nachdem vor 4 Wochen die erste Vorstandssitzung des Eisvereins nach längerer Unterbrechung gehalten, wird nunmehr, wie aus dem Jnseratentheil des gestrigen Blattes zu ersehen, am kommenden Montag die jährliche Generalversammlung der Mitglieder stattftnden, in welcher über das vergangene Jahr Rechnung abzulegen und für oaS kommende der Vorstand zu wählen ist. Dank dem regen Interesse, welches dem Verein im vorigen Winter trotz der für das Eisvergnügen abnorm ungünstigen Temparaturverhältnisse entgegengebracht wurde, ist es — wie wir hören — dem Vorstande möglich gewesen, den größeren Theil der bedeutenden Verpflichtungen, welche aus der ersten Anlage, namentlich aus dem Bau der Dämme, entsprangen, zu erfüllen. Aber auch jetzt noch harren dem Vereine beträchtliche Ausgaben, wenn er die gesteckte Aufgabe voll und ganz erfüllen soll. So hat es sich als nöthig herausgestellt, einen Theil des Dammes mit Brettern zu verschalen, sowie durch Anlage eines weiten Thors die Dämme gegen die häufig eintretenden Hochwässer der Wieseck zu sichern. Es ist ferner zur Vermeidung von nassen Füßen beim Betreten und Verlassen des Eises eine große auf Pfählen stehende Zugangsbrücke errichtet, und endlich auch die größere Ausgabe nicht gescheut worden, welche aus dem Bau einer festen Halle erwächst. Dieselbe wirb, wie man uns mitthellt, einerseits das Inventar des Vereins, Bänke, Besen rc., andererseits eine bei der körperlichen Anstrengung des Schlittschuhlaufens gewiß uöthige Restauration aufnehmen. Wenn man unS weiter noch mittheilt, daß für den kommenden Winter auch die Abhaltung von Concerten und Eisfesten in Aussicht genommen ist, so dürfen wir also hoffen, daß auch der Eisverein seinen Theil dazu beitragen wirb, um das Gießener Publikum, und zwar nicht nur dem Schlittschuh laufenden Theil, die Unbilden winterlicher Witterung vergessen zu machen. Wir wünschen dem jungen Verein, dessen Begründung besonders von den Eltern so freudig begrüßt wurde, daß sich die Erhaltung des Interesses an ihm durch eine große Zahl neuer Mitglieder bethäligen möge! Ziesten, 15. November. Ter am gestrigen Abend zu Ehren des Professors Dr. G ottschict in Wenzels Saalbau abgehaltene Commers, an welchem sich die gesammte Studentenschaft mit Ausnahme des 8. C. betheiligte, verlief in der glänzendsten Weise. .Herr Scriba als jetziger Präsidirendcr des Turnus eröffnete denselben. Nach bent Absingen des ersten Liedes ergriff Herr stud. theol. Looo das Wort, um Herrn Professor Gottschick im Namen sänmirlicher Theologen seinen Dank auszusprechen dafür, daß er einen ehrenvollen Nut nach Heidelberg abgelehnt und seine bewährte Lehrkraft der Gießener Universität erhalten habe, worauf Herr Professor Gottschick für diese Ovation herzlich dankte und auf das Vivat, Fioreat, Crescat unserer Alma mater toastete. Auf das Wohl unseres greifen Heldenkaisers sowie auf das unseres Landessürsten wurde von Herrn Scriba ein donnernder Salamander commandirt. Herr Kleeberger, Vorsitzender des Wingolf brachte ein Hoch aus auf die zahlrnch erschienenen Herrn Professor, n. Herr Professor Thaer, zur Zeit Rector der Unwersität, dankte im Namen des Senat-S für die freundliche Einladung und schilderte sodann die edle Gegenseitigkeit, die auf den deutschen Hochschulen im Gegensatz zum Auslande zwischen Professoren und Studierenden bestehe und Lette sein Glas auf das Wohl der Gießener Studentenschaft. Herr stud. theol. R ein- hardt als erster Vertreter der Bummlerschaft hielt sodann eine fulminante Rede, in welcher er die Gemüthlichkeit Gießens hervorhob, welche tute keine andere Musenstadt es verstehe, dem Studierenden angenehme Stunden zu bereiten. Herr Professor Harnack toastete auf das Wohl der Vertreter des Turnus, worauf Herr stud. hist. Ot to der Frauen und Jungfrauen Gießens gedachte. Erst in später Stunde trennten sich die einzelnen Theilnehmer, mit dem Bewußtsein, einen gemüthlichen und genußrcichen Abend verlebt zu haben, an ivelchem nicht den ge- ringften Antheil das glänzende Arrangement des Herrn Wenzel hatte.Z. Vermischte Ä. Hanau, 14. November. Heute Mittag 12V2 Uhr erfolgte ein Zusammenstoß zweier Züge zwischen dem Ostbahnhof und der Pulverfabrik. Circa 15 Todte, viele Verwundete. Hanau, 14. November. Bei dem Zusammenstöße auf dem Bahnhofe wurden sofort 13 Personen, meist Landleute, getödtet. Einige zwanzig zum Theil fchwer verwundet. Die Verwundeten wurden ins hiesige Landkrankenhaus überaeführt: von denselben sollen angeblich auch schon zwei gestorben sein. Die Hanauer Aerzte waren sämmtlich zur Hilfeleistung zur Stelle. Das Heroorziehen der zwischen den Trümmern steckenden Todten nahm fast drei Stunden in Anspruch. Die meisten Leichen sind furchtbar verstümmelt. Die Namen der Verunglückten sind noch nicht bekannt. Berlin, 14. November, lieber den Eisenbabnuufall bei Hanau wird amtlicherseits mitgetheilt: Bei dem Zusammenstoß des Personenzngs 26 mit dem Güterzug 304 vom Bahnhof Hanau sind nach den bisherigen Ermittelungen 12 Personen getödtet, 20 zum Theil schwer verletzt worden. Die Schuld scheint, soweit bisher ermittelt ist, die Station Hanau insofern zu tragen, als sie den Zug 26 von Niederrodenbach annahm, während Zug 304 noch nicht in den Bahnhof Hanau eingefahren war. Hanau. 14. November. Das Eisenbahnunglück, bei welchem, soweit bis jetzt konstatirt werden konnte, 6 Passagiere getödtet und 12 Passagiere, zum kleineren Theil schwer, verwundet worden sind, passirte heute Mittag 12 Uhr. Das Unglück war die Folge einer merkwürdigen Verkettung von Zufällen. Der um 12* 2 Uhr Mittags in Frankfurt von Fulda fällige Personenzug stieß etwa 800 Meter oberhalb des Ostbahn- hoss Hanau auf einen dort vor dem Bahnhofs-Abfchlußsignal haltenden Güterzug. Der Fehler war also der, daß allem Anschein nach die Station Hanau den von Niederrodenbach kommenden Personenzug zu früh angenommen hatte, währenb der erwähnte Güterzug vor dem Abschlußsignal stand. Durch das in einer sehr scharfen Eurve erfolgte Auflaufen des Personenzugs auf den haltenden Güterzug kamen dem Anschein nach einige Personenwagen, nämlich zwe^ Wagen vierter Klasse, je ein Wagen dritter und zweiter Klasse und der Packwagen aus dem Geleise. In demselben Augenblick fuhr auf der Strecke Hanau-Elm, aljo in dem nebenan liegenden Geleise, ein Güterzug autz der Station Hanau und erfaßte nun die entgleisten Wagen. Wäre dieser Güterzug nicht unglücklicherweise in dem Augenblick der Entgleisung der vorerwähnten Personenwagen in dem benachbarten Geleise gefahren, so würde es wohl ohne irgendwelche Verletzung an Personen abgegangen sein. Die Namen der Todten und Verwundeten — unter den Todten befinden sich ein Packmeister und zwei Schaffner — konnten noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden, die Todten und die meisten Verwundeten sind sämmtlich Passagiere vierter Klasse. Der Zug war glücklicherweise nicht sehr besetzt. Der Schaden an Material ist bedeutend, wie aus dem beschriebenen Verlauf des Unglücks leicht erklärlich. Die Aerzte waren sehr bald zur Stelle, auch die Staatsanwaltschaft war sofort vertreten. Die Verletzten sind in das Hanauer Lazareth transportirt worden. Die Geleise sind gesperrt, so daß die Passagiere von beiden Richtilngen an der Unglucksstatte umsteigen müssen. Das Geleise nach Berlin wird bis 7 Uhr Abends wieder betriebsfähig sein. — Es ist möglich, daß unter den zahlreichen Trümmern noch Tvdte oder Verletzte sich befinden. (Fr. Ztg) Theater. _. —d. Gießen, 15. November. Die verständige Bescheidenheit, mit der G- v. Moser sein neues Opus einen Schwank nennt, beweist, daß er selbst erkennt, was dem Stück zu einem guten Lustspiele fehlt; dies zu untersuchen, wollen wir darum gerne den bekannten Gegnern des liebenswürdigen Dichters überlassen und stehen unsererseits nicht an, den Schwank „Harun al Raschid" für eine der besten Novitäten auf diesem Gebiete zu erklären. Der erste Akt giebt die Exposition knapp, klar und spannend: Die Frau des jungen Arthur Duval ist verreist, seine zänkische Schwiegermutter hält ihm Haus; Verdruß und Hang nach Abenteuern treiben ihn fort, er macht unter dem Namen Harun al Raschid die Bekanntschaft einer jungen hübschen Kunstreiterin; aber eines Tages folgt ihm die schlaue Amazone und macht ihm in seiner Wohnung einen unerwarteten Besuch. Der höchst erstaunten Schwiegermama wird sie als die erwartete Nichte ans Amerika vorgestellt, die sich ausquartirt, um nicht zur Last zu fallen; um die Verlegenheit des armen Khalifen voll zu machen, erscheint natürlich — aber ohne init der falschen zusammenzutreffen — die wirkliche Nichte. So einfach und naheliegend diele Schürzung des Knotens ist, so interessant, ergötzlich und fein erdacht sind die daraus folgenden Verwechselungen und Verwickelungen, die besonders darauf basiren, daß die Cirkusfee der Schwiegermutter gegenüber ihre Nolle als Nichte aus Amerika so lange als möglich durchführt, so daß erstere ihren 9teffen zur Erwerbung dieser „guten Parthie" anspornt. Die tausend Aengste des Herrn Duval bestehen vor Allem darin, feine Nichte bis zur heiß ersehnten Abreise der lieben süßen Schwiegermama vom Hatlse fern zu halten; es gelingt nicht, sie erscheint am Arm ihres Bräutigams, eines Malers, den sie sich rasch durch ihr hübsches Gesicht und Bleistiftsskizzen erobert hat, die inzwischen zurückgekehrte Frau Duval erfährt und verzeiht, die Schwiegermutter erjahrt.und verzeiht nicht, sondern wird ohnmächtig und beschließt abzureisen, und die Rossebändigerin, überwältigt vom Heimweh nach ihren Hengsten und dem hohen Seil, kehrt in ihren Cirkns zurück- Das Stück ist von Anfang bis zu Ende im drolligsten, bisweilen geistreichen Hlunor geschrieben, manche Secnen sind von einer überwältigenden Komik. Gegen den Vorwurf der Unmöglichkeit verwahrt sich Moser dadurch, daß er das Stück in Paris spielen läßt, und: „so etwas kommt in Paris vor", sagt Sardou. Die Darstellung war,flott und abgerundet und fand in Folge dessen ungeteilten und unermüdlichen Beifall- Frl. Adele Belgrad spielte die fesche Kunstreiterin mit all der kecken Grazie, die diese Rolle erfordert, und gefiel allgemein sehr gut- Von den übrigen Mitwirkenden müssen wir Frl. F. Eng und Herrn Schwarz das Lob zollen, daß sie sich entschieden gebessert haben und gestern «.Frl. Eng als Adele Duval, Herr Schwarz als Arthur Duval) recht gutes leisteten- Die anderen Rollen waren sämmtlich gut besetzt- Das Streben der Direktion, das Publikum mit den Novitäten so rasch und durch so tüchtige Aufführungen bekannt zu machen, verdient volle Anerkennung; wir hoffen auf eine mehr als einmalige Wiederholung und find überzeugt, daß „Harun al Raschid" an einem Sonntage aufgeführt, einen weit bedeutenderen Erfolg haben würde, als ihn die „Lachtaube" hatte- — Wir gestatten uns, die Regie auf das löbliche Institut der sogenannten Bühnenküsse aufmerksam zu machen- — D-e bereits wegen ihrer großen Vorzüglichkeit und ReeMtät er Stück 100—1.50, Hahnen pr. Stück 0.85—1.00, Enten per Stück ./L 1.40—1.70, Gänse per Pfund 40—50 H, Welsche 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfund 68—70 .H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 54—60 H, Hammelfleiich 60—70 H, Kalbfleisch 56—60 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 3.00—4.40, Milcb per Liter 12—16 H, Zwiebeln per Ctr. JL. 4.00—5.00, Weißkraut pr. Stück 3—7 731) üebor die Höhe der Kosten, welche die Elnrtioke&g einer Anzeige ! Dmen- leier Glanz« kr (Mn eganj brr Wäsche macht r billige Preis, welcher ung derselben In jedm derselben garanlin selbst ute Unschädlichkeit dieser ^artigen Glanzes üba, meisten guten Eolonial- m dahier abgehaltenee 4 Stück Schweine. 3b lretseWung. Mchster ,’efc Mer ptr ffiixb v„ fläfematte 2-3 L>, -0,55 4 Hübner vn ■ ©tfldf 41.0-l.Tü, LsenfieR yn Punv -60 H, ^ammdfteiid) , S.00-4.40, ^lllUck per At pr. Stück 3-7 4 15 ein« Anzeige !v o"i. äwAt «eben, wenc mai ' & VOLLEM it Awkmifr eiiM^ Üt >ier auf Grand idohtr i ertheilt MdeWt^ m mit Marine Gon. 6 SchuhmacherHell'rlü Johann Georfl Ruppe! bc e Albert. TpchM ÄÄ sÄfS 51Us£ Tochter bei xie Dchl^al. * w olbers 3rl?br,£od)Ier des ÄanlDlCrflr/r ^oh. $fUir S^^Bch'arbeit^ Friedrich MA erinnsttrs 5 ^tW! , . 1 Dem Wp sstoveinber, 1- Ktz'E «e A 9 Fahre al ' M ® 3? nid» inrb®'^ P»'Ä , 'M"J*Ä sKsL-x AAS' Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 8. November. Eduard Friedrich Heinrich Keogmann, Schlossermetster und Dorothea StrouL, Tochter des verstorbenen HafnerS Frievrich Karl Strauch. Den 12 November. Johann Heinrich Wolf und Katharrae Becker, Tochter deS ^£im®enfd%Un3o^ ein Wittwer, und Katharine Klingel- h°s« »on Colberem «etaolt«. D-n 9 November. Dem Taglöhner Konrad Wehner ein Sohn, Balthasar Karl, Den 11. November. Wilhelm Klöpper, Kaufmann, alt 43 Jahre, starb den 9. Nov mber. Dm 12. November. Carl Ludwig Neuenhagen, Kgl. preußischer Oberförster a. D., ült 56 Jahre, stark) den 10. November. Den 13. Nov mber. Jakob Bauer, Scrtbent, alt 58 Jahre, starb den 10. Novbr. Denselben. Philipp Konrad Krauskopf, Schneider, alt 74 Jähre, starb den 11. November. Brodpreise vom 16. bis 30. November 1 884. 1 Kgr. (2 (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 48 n nr-CTtKESB 3S ) Schlvarzbrod 2. Sorte 42 ) Schwarzbrod 2. Sorte 63 (4 (2 (4 . 27 (4 (6 der Bäcker Md.) Weißbrod . . . 27 . 54 2 1 2 1 2 3 der Brodverkäufer 1 Kgr. (2 Pfd.l Weißbrod . 2 1 2 3 1 2 3 Gießen, den 15. November 1884. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fr es eni u s. geborcn^ben G.^October^ ßa(f(rer ggu^lm Rinn eine Tochter, Luise, geboren den 191 ^Densllbm. Dem Bürstenmacher August Gerrke eine Tochter, Elise Wilhelmine Antonie aeboren den 23. September. Denselben. Dem Brauer Karl Kinkel ein Sohn, Friedrich Emil Karl Wilhelm, geboren^den^ OctM^ Sattlermeister Franz Senner eine Tochter, Emma Elisabeth, ^.bo lo S ft :« U, o w CT S Jacken für Männer, Frauen und Kinder.7570 Zsir empfehle mein assortirtes Lager in Kaisermänteln, Winter-Ueber- ziehern, Schlafröcken, kompletten Anzügen u. f. w. 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November Tanznnterlialtung im Ihorn. Eintrittskarten sind bei Herrn Felsing (Neuenweg) und an der Kasse zu haben. 7565 Der Vorstand. Durch vortheilhafte Abschlüsse mit den größten Fischereien bin ich in der Lage, meinen werthen Kunden sämmtliche Fluß- und See-Fische in tadelloser Waare und zu billigsten Preisen anzubietcn. Es werden von mir nur die feinsten Fische bezogen und sind einige Sorten in der Saison stets vorräthig. Nicht Vorräthige werden auf gütigen Wunsch in kürzester Frist geliefert. Geehrte Herrschaften, welche vorztehen, Bestellung auf regelmäßige Lieferungen machen zu wollen, haben einen Vortheil darin, daß sie auch bei knappestem Fange die bestellten Fische pünktlich empfangen. Zu diesem Zwecke erlaube ich mir, dieser Tage eine Liste circuliren zu lassen, in welche verehrte Abnehmer die diesbezüglichen Einträge vornehmen wollen. Hochachtungsvoll! C. G. Kleinhenn Colonialwaaren-, Delikatesten- und Msch-Handluna 7594_________________________________Kr««zplatz 1.___________________________ Die Mitglieder des „Vereins hessischer Lehrerinnen" sowie Alle, welche den Zwecken desselben (Gründung eines Heimes :c.) ihre wohlwollende Theilnahme gewähren, werden hierdurch auf Mittwoch den 19. November, Nachmittags Vz3 Nhr, ur allgemeinen Versammlung in den oberen Räumen des Nathhauses zu Darmstadt eingeladen. Tagesordnung: Vorlage des Vereins-Statuts, Wahl des Vorstandes. Darmstadt, im November 1884. Für den einstweiligen Vorstand: 7476____________________________L. Pfnor, Pfarrer.__ Schützenhöf Möhct, 1 Schreibtisch mit verschließbaren Schränken und Aufsatz, 1 Bnreautisch, 2 Sessel, 1 feines NLHtischchen, 2 neue Bettstellen, 1 Bettstelle mit Matrazze, 1 Sopha, 1 freistehendes elegantes Etagere, Petroleumherd- chen, 1 Schaukel, 1 Puppenküche u. s. w. bei 7555 LouiS Rothenberger, ________________Neuenweg 22.______ 150 Paar neue Buckskin-Hosen, Parthie-Waare, ä 8.—, 100 Paar neue Winter-Hosen, ä x 4— bei Louis Rothenberger, 7554______________Neuen weg 22.__ 1 Partyie neue Wiener und Patent Schlittschuhei Louis Rothenberger, 7553_____________Neuenweg 22._____ Getragene Winterüberzieher, sowie Stiefel kauft Louis Rothenberger, 7552_____________Neuenweg 22.______ 7593 Gesucht 8 bis 10 Wagen Garten-Dünger. Offerten mit Preisangabe unter N. 106 nimmt die Exped. d. 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November, I Eröffnung in de ihn die nächsten ist der MMr-§ laufenden Ausgab also um 6,028,5k auf 11,622,762 , Der Etat der \{ dämmen Mgl aus, der de; M an einmaligen 2 Das bei land vom 4. \ angeregt, scheint desterr Eindruck daher fein „Ci ad acta legen meldet, daß dic braunschweigische D-rurg trialle Mud bei Seit} Samen der fünf) stlmmend erklärt We», 'i Pr»,rnig wib ®n «"ft ton Skiern * bet «fett ÖS* ’M Ni- “■ unb bie M» sch noä «4®™ (iejen miirich d in* . berfelbe betätigt, jarjtung, d°d b Wn üllanbaten । furt a. 3R.j % Mgdebiltg, W> ™ Den jocialben diele Srjoige bei gatteten bei den näheren Erörtert gange wenigstens der erhallen hat den Verlust der dieselben die snd erreichen. Dass nnb Ä ta 107 X@rfr‘t>if 43 i W,, il“1> ftt NttSWt SÄ?011 E »«tlgg^tbe ist. s°i * bnuj^tiien