189. Freitag den 15. August 1881 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ' .. - r . - _ . ©reif vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brnigerlohn. Schulstraße 7. Erfchemt tL^lich mit WMme des Monta-l. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. Amtlicher Hheit. Gießen, am 13. August 1884. Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden; hier bie Einsendung der Liquidationen über gelieferte Marschsourage. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grobherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Das nachstehend abaedrnckte Schreiben der Intendantur des XL Armeecorps an Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz theilen mir Ihnen unter der Auflage mit, die Liquidationen über gelieferte Marschsourage allmonatlich an uns einzusenden. — Wir erwarten, daß Sie diese Vorschrift pünküich befolgen. Dr_ Boelmann. Intendantur XI. Armee-Corps. Gaffel, den 25. Juli 1884. Di?i/bestimmen Zeitabschnitte» dem Königlichen Kriegsministerium und bezw. dem Rechnungshof des Deutschen Reichs voMlegenden Control- Rachweisunqcn über die Brod- und Fourage-Empsänge der Truppen haben insbesondere auch die Empfänge von Marichfourage, welche nach Maßgabe der § j d s Ge etzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 zur Verabreichung gelangt , nachzuwelssn. D.e bezug- lichen Eintragungen können unsererseits nur aus Grund der Truppenquittungen vorgenommen werden und ist deshalb die Vollständigkeit unserer Nachweisung von der ^^^oßh^g^ch?Sta^SmMistm"um^gestcüten'"wir"uns^gM>z ergebenst zu ersuchen, die Städte- und Kreisbehörden des ^oßherzogthums sehr geneigtest veranlaffen zu wollen, die Liquidationen über gelieferte Marschsourage ^allmonatlich, spätestens aber am Schluffe des Vierteljahres, an uns emzusen . Politische Ueberficht. Gieße«, 14. August. Die Kaisertage von Ischl beherrschen noch immer das Gebiet der politischen Reflexionen. Erfreulicherweise läßt sich constatiren, daß allerorten die Bedeutung, welche die Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit Kaiser Franz Josef für die Fortdauer des europäischen Friedens hat, anerkannt und betont wird. Auch die „Times", welcher man sonst gerade keine besonders freundschaftliche Gesinnung gegen Deutschland und Oesterreich nachrühmen kann, schreibt, daß bie Allianz beider Reiche eine treffliche Bürgschaft des europäischen Friedens bilde. Das Blatt vergleicht sodann die gegenwärtige Lage mit der des vorigen Jahres und constatirt die merkliche Besserung; heute sei die Ruhe des Welttheiles von ferner Seite bedroht, während im vergangenen Jahre einige dunkle Wolken am politischen Horizonte gestanden hätten. Ebenso äußerte sich der Pariser „TempS" freundlich über die Kaiserzusammenkunst und findet namentlich die Anwesenheit des ungarischen Minister-Präsidenten Tisza bemerkenswerth. Letzterer Umstand verdient allerdings registrirt zu werden, um so mehr, als der österreichische Ministerpräsident, Graf Taaffe, zu der Jschler Kaiserzusammenkunft nicht hmzu- gezogen wurde. Man sieht in der Anwesenheit des leitenden ungarischen Staatsmannes bei der Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem österreichischen Herrscher einen neuen Beweis für den wachsenden Einfluß Ungarns und da Herr Tisza vom deutschen Kaiser in längerer Audienz empfangen wurde, so kann man hieraus wohl mit Recht folgern, daß auch Ungarns Stimme durch Consultirung seines leitenden Staatsmannes bei wichtigeren internationalen Entscheidungen gehört wird. p, , p , „ , . m Der preußische interimistische Geschäftsträger beim Vatikan, Graf Monts, hat, nach einer Meldung des „Osservatore Romano", dem Kar- dinal-Staatssecretär Jacobini gegenüber erklärt, daß der Bericht des Correspon- denten eines Hamburger Blattes über eine Unterredung mit dem preußischen Gesandten v. Schlözer völlig unrichtig sei. Demzufolge sind also wohl auch die angeblichen Aeußerungen des Herrn v. Schlözer über die Haltung der päpstlichen Kurie in den Verhandlungen mit der preußischen Regierung als erfunden zu bezeichnen.^ ^iner Mittheilung der ,V°ff. Ztg.» ist der Hamburger Polizei eine überaus wichtige Entdeckung geglückt, indem sie auf dem englischen Schiffe „Elisabeth" anarchistische Schriften, Dynamit-Bomben und em Mtt- glieder-Derzeichnib der deutschen Anarchisten vorfand. Directe Hamburger Berichte nehmen das Verdienst, den dortigen Anarchisten auf die Spur gekommen zu sein, für die heimische Polizeibehörde in Anspruch. Indessen scheint die Ver- muchung nicht so ganz abseits zu liegen, daß sich daneben auch die Thätigkeit der Londoner Polizei in einer bestimmten Weise bemerkbar gemacht hat. Man erinnert sich, daß vor etwa 14 Tagen gemeldet wurde, von London aus ser der Plan einer anarchistischen Zusammenkunft in Kopenhagen rechtzeitig entdeckt und der dritten Abtheilung in Petersburg angezeigt worden. Bei der engen Verzweigung des anarchistischen Unwesens durch ganz Europa muß man annehmen, daß diese Entdeckung nicht ein vereinzeltes Faktum geblieben, sondern daß sie weitere Maulwurssgänge des Anarchismus blosgelegt hat, von denen einer auch nach Deutschland hinüberführt und hier nunmehr geschickt abgegraben und blos- gelegt worden ist. Bekanntlich findet unter den höchsten Landes-Polizeibehörden der europäischen Staaten und der nordamerikanischen Union schon seit Monaten ein regelmäßiger Austausch aller Nachrichten statt, welche aus die Umsturz, bewegung Bezug haben. Die vier int Hafen von Hamburg verhafteten Matrosen sind jämmtlich Deutsche, aus der Gegend von Stettin gebürtig; sie bekennen sich als Mitglieder eines Anarchisten-Bundes, der in Hüll seinen Sitz hat und fte haben schon seit Langem die anarchistischen Brandschristen „Der Rebell", bie „Freiheit" rc. nach Deutschland eingeschmuggelt. Der wichtigste Fund, den die Polizei gemacht, ist jedenfalls derjenige des Mitglieder-Verzeichnisses der deutschen Anarchisten. Vielleicht gelingt es jetzt, die Brutnester der unheimlichen Gesell- schäft mit Einem Schlag und radikal auszunehmen. Nach überaus stürmischen, an sc-«ndalösen Vorfällen überreichen Verhandlungen ist die französische National-Versammlung endlich bei den entscheidenden Abstimmungen über den Revifions-Entwurf angelangt. Am Montag nahm sie den Art. 1 der Vorlage mit 523 gegen 139 Stimmen und weiter den ersten Paragraphen des Art. 2, betr. die republikanische Regierung«- form, mit 602 gegen 165 Stimmen an. Selbstverständlich gingen diesen Ab- stimmungen wiederum sehr bewegte Debatten voraus; besonders bemerkenswerth erscheint die Rede des Bischofs von Orleans, Monsignore Freppel. Derselbe erklärte sehr richtig, daß der Artikel, welcher für Frankreich als unwandelbare Regierungssorm die Republik sestsetze, durchaus unnütz sei, denn wenn das sran- zösische Volk die Republik eines Tages müde sei, werde es sich durch den Artlkel in keiner Weise hindern lassen, wieder zur Monarchie zurückzugreifen. Ganz offen bekannte sich der Bischof als Anhänger des Grafen von Paris, was auf der Linken gewaltigen Lärm hervorries, trotzdem gab Msgr. Freppel ungescheut der Hoffnung Ausdruck, daß ein neuer Congreß auf die Erklärung der eroigen Dauer der Republik am 4. Mai 1889 mit der Wiederherstellung der Monarchte werde antworten können. Der geistliche Herr scheint den wankelmüthtgen Charakter seiner Landsleute sehr richtig zu beurteilen. Die englische Regierung ist über die verunglückte Londoner Con- ferenz rasch zur Tagesordnung übergegangen und wendet ihre volle Aufmerk- samkeit jetzt der geplanten Expedition zum Entsätze General Gordon's in Khartum zu. Mit voller Berechtigung wird Gordon nun ausrusen können: „Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt!" Freilich, die Regierung Gladstone's hat lange genug gezögert, ehe sie zu der Ueberzeugung gelangte, daß es schon das Prestige Englands im Orient erfordere, wenigstens den Versuch zur Rettung Gordon S zu machen, dafür werden jetzt in Kairo die Vorbereitungen zu der Expedition um so eifriger betrieben. Dieselbe soll aus einem gemischten CorpS von 4000 Mann englischer und egyptischer Truppen bestehen; dasselbe würde per Schiff bis Dongola am Nil befördert werden und von htsr aus den beschwerlichen Marsch durch die Wüste nach Khartum antreten. In Belgien ist der Kampf zwischen Liberalismus und U l t r a m o n t a n i s m u s auf der ganzen Linie entbrannt. Namentlich das vom Cabinet Malou erlassene neue Schulgesetz ist den liberalen Gegnern des Mm- steriums ein Stein des Anstoßes und haben am Sonntag in Brussel wie in Lüttich große Kundgebungen gegen das Schulgesetz stattgefunden Einstweilen werden aber alle diese Demonstrationen nicht verhindern können, daß das Cabmet Malou seine Position im Parlamente nach Kräften ausnützt. So verwarf m der Montagssitzung Der Deputirtenkammer die klerikale Mehrheit den Antrag der Linken auf Vertagung der Berathung des neuen Schulgesetzes, und trat dte Kammer in die Debatte des Gesetzes ein, welches auch ohne Zweifel im Smne des Ministeriums Malou angenommen werden wird. Das Erdbeben, welches am Sonntag an der nordamerikamschen Ostküste stattgesunden hat, ist das heftigste gewesen, welche» fett 100 Jahren die atlantische Küste der Vereinigten Staaten heimgesucht hat. In New-Dork und andern Städten stürzten die Bewohner unter Schreckensrufen auf bie Straße- Eiue gleiche Planck herrschte in den Badeorten Longbranch, Coney-^sland und Long-Jsland In Boston schwankten die Gebäude in beunruhigender Weise. Von der chinesischen Küste sind seit dem Bombardement von Keelun- durch die Franzosen keine weiteren Nachrichten eingelaufen; jedenfalls ist abec. die Situation zwischen China und Frankreich noch eine sehr gespannte. Darmstadt, 13. August. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 6. August den Geh. Staatsrath in dem Ministerium des Innern und der Justiz Ludwig Hall wachs zum Director, und den Ministerialrath in dem Ministerium des Innern und der Justiz Dr. Bernhard Jaup zum Mitglied der Prüfungs-Commission für das Justiz- und Verwaltungssach zu ernennen. Darmstadt, 6. August. Schluß desGroßherzogl-Regierungsblattes Nr- 21, die Gewerosteuer betreffend. § 15 Den Kreisämtern liegt ob, dafür Sorge zu tragen, daß dle Wahl der Mttglieoer und Ersatzmänner der auf Grund deS Art. 27 deS Gesetzes vom 8. Juli 1884 zu bestellenden Gewerbsteuer-Commtssronen in sämmtlichen Gemeinden des Grotzherzog- thums im laufenden Jahre alsbald nach dem Erscheinen gegenwärtiger Verordnung, in künftigen Jahren aber spätestens btS zum 1- Juli des dem Steuerjahr vorhergehenden Jahres stattfinden. Das Resultat der Wahl ist alsbald dem Steuercommissär, als Vorstand der Commission, mitzutheilen. Vor Beginn ihrer Thättgkeit haben die Mitglieder dieser Commissionen die ux> parteiische und gewissenhafte Erfüllung ihrer Pflichten dem Vorsitzenden mittelst Handschlags an Eidesstatt zu geloben. 8 16. Unter Zugrundlegung deS abgeschlosienen Tagebuchs über Ab- und Zugang der Gewerbe und deS Gewerberegisters nimmt die mit Regultrvng der Gewerb- fttuer betraute Commission im geeigneten Zeitpunkt die Regulirung der Gewerbsteuer au Ort und Stelle vor. Die Commission hat hierbei nicht allein die Richtigkeit der Emträge des Gewerbregister«, namentlich in Bezug auf die Anzahl der Gehülfen, sorgfältig zu prüfen, sondern erforderlichen Falls auch wettere Ermittelungen darüber ein- treten zu lassen. Da, wo der Miethwerth der GewerbSloeale den verhältnißmäßtgen Zusatz zu den fixen Gewerbsteuerkapitalten bildet, dienen die Jmmobiltarsteuerkapitalten des Katasters, nachdem dieselben um ein Drtttthetl erhöht worden sind, alS Anhaltspunkte. In geeigneten Fällen kann die Steuerbehörde zur Ermittelung der Elemente für die Berechnung des verhältnißmäßigen Zusatzes zu den fixen Gewerbsteuerkapitalten besondere Experten verwenden. 8 17. Dte Gewerbtreibenden sind verbunden, auf Erfordern deS Gemeinde- vorstanoes oder des Steuercommisiariats genaue Auskunft über die Verhältnisse, welche auf dte Festsetzung ihrer Gewerbsteuerkapttalten von Einfluß sind, zu erthetlen. 3. Erledigung der Reclamationen. 8 18. Während der jährlich gleichzeitig mit dem SteuerauSschlag festgesetzten ReclamattonStermtne können diejenigen, welche sich durch ihren Gewerbsteueransatz, alS den gesetzlichen Bestimmungen nicht entsprechend, beschwert erachten, dagegen Reclamatton erheben. 8 19. Die Reclamationen können bei dem Steuercommissariat entweder schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Im letzteren Falle ist dte vorgebrachte Reclamatton tm ReclamattonS-Protokolle von dem Reclamanten zu unterschreiben. Verlangt derselbe auf Kosten des unterliegenden ThetlS eine nochmalige Abschätzung und Ausscheidung des Gewerblocals durch neue Experten, so ist dieses in dem Reclamsttons-Protokoll ausdrücklich zu bemerken. Ueber daS stattgefundene Vorbringen einer Reclamatton hat daS Steuer • Corn« m siariat auf Verlangen dem Reclamanten eine Bescheinigung auszustellen. 8 20. Alle Reclamationen werden nach Ablauf der ReclamattonSfrist von dem Steuercommissariat tn eine Tabelle eingetragen und dem Gemeindevorstand zum Gutachten mttgethetlt, welcher dasselbe binnen 10 Tagen nach Empfang der Reclamations- tabelle obzugeben hat. Dem Gutachten deS Gemeindevorstandes fügt die mit Regulirung der Gewerbsteuer betraute Commission das ihrige in einer besonderen Rubrik bet und schickt die so auSgefüllte Reclamattonstabelle an daS Ministerium der Finanzen, Abthetlung für Steuerwesen, binnen vier Wochen nach Ablauf deS ReclamationstermtnS zur Entscheidung ein. Insofern eine neue Abschätzung verlangt worden ist, muß dieselbe vor Einholung deS Gutachten« deS GemeindevorstavdeS angeordnet und vollzogen werden. 8 21. Die Entscheidung des Ministeriums der Finanzen, Abthetlung für Steuerwesen, wird dem Reclamanten in einem besonderen Schreiben durch Vermittlung der Bürgermeisterei bekannt gemacht, wogegen der RecurS an das Finanzministerium innerhalb eines Termins von 4 Wochen, vom Tage der Bekanntmachung an gerechnet, ergriffen werden kann. 8 22. Auf ähnliche Weise werden die Nachlaßgesuche bet den tn den Art. 24 und 25 des Gesetzes vom 8. Juli 1884 bezeichneten Fällen behandelt. Bei Nachlaß- gesuchen tn Todesfällen ist eine wettere Bescheinigung des TodeStagS, als die des Bürgermeisters nicht erforderlich. 8 23. Wenn Reclamationen und Nachlaßgesuche, welche in die Reclamations- tabelle ausgenommen und dem Gemeindevorstand zum Gutachten mttgetheilt worden sind, in Rücksicht auf dte neuerdings zur Erörterung gekommenen thatsächlichen Verhältnisse von der Gewerbsteuer-Commtssion als gesetzlich begründet erkannt werden, so sind dieselben als Remonstration anzusehm, worüber die Commission sofort söW zu entscheiden hat. 8 24. Hinsichtlich der im letzten Absatz des Art. 27 deS Gesetzes vom 8. Juli 1884 vorgesehenen Berufungen, Reclamattonen und Recurse finden die Bestimmungen über die Erledigung bezüglicher Beschwerden bet der Einkommensteuer analoge Anwendung. 4. Bestrafung der Contraventtonen. 8 25. Jeder eine Gewerbsanlage oder Niederlassung im Großherzogthum besitzende Inländer, Angehöriger anderer deutscher Bundesstaaten oder RetchsauSländer, welcher ein Gewerbe Innerhalb des Großberzogthums betreibt, ohne mit dem dazu erforderlichen Patent versehm zu sein, verfällt tn eine Strafe, welche tn dem Doppelten her Gewerbsteuer von dem unbefugt betriebenen Gewerbe für daS betreffende Steuer- fahr oder, wenn der Contravenient schon ein a^reS Gewerbe versteuert, tn dem Doppelten de» von ihm unbefugt betriebenen GewerveS in Ansatz m bringenden Mehrbetrag« an Gewerbsteuer für daS betreffende Steuerjahr besteht. Wenn aber der Betrag der ©träfe hiernach den sechsten Thetl deS fixen Gewerbsteuerkapttal« de« unbefugt betriebenen Gewerbes nicht erreicht oder wegen mangelnder Abgabeunterschlagung eine Strafe sich nicht berechnen würde, so ist der sechste Thetl dieses fixen Gewerb- sieuerkapitals als Strafe anzusetzen. Außer der ©träfe ist die Gewerbsteuer selbst, bezw. der Mehrbetrag an Gewerbsteuer tn allen denjenigen Fällen, in welchen gesetzliche ©teuerpflicht für daS betreffende Jahr besteht, auf einmal zu entrichten. 8 26. Hinsichtlich des Verfahrens bet Anzeigen von Gewerbsteuer»Contra- ventionen bleibt bis ju anderwetter Regelung der 8 25 der Verordnung, die Gewerbsteuer betr., vom 24. December 1860 in Kraft. 8 27. Wenn ein Contravenient nach erhaltener Anforderung der von dem ©teuer- Eommiffariai berechneten Strafe den unbefugten Gewerbsbetrieb dennoch fortseüt, so verfällt er von Neuem tn die tn 8 25 bestimmte Strafe. Eine wiederholte nachträgliche Gewerbsteuerentrichtung findet dagegen in einem und demselben Jahre nicht statt. 8 28. Die Bürgermeistereien find verpflichtet, darüber zu wachen, daß Niemand in ihrer Gemeinde ein Gewerbe betreibt, ohne mit dem dazu erforderlichen Patent Der» sehen zu sein und sind verbunden, die Contravevienten dem Steuer - Commissariate unzuzeigen. , S 29. Die competente Gerichtsbehörde bet Gewerbsteuer - Contraventionen ist dieselbe, wie bet den Contraventionen gegen die Gesetze und Verordnungen über die indirecien Auflagen, und daS gerichtliche Verfahre« richtet sich ebenfalls nach den für letztere bestehenden Vorschriften. 8 30. Bezüglich der Gewerbsteuercontraventionen der Angehörigen anderer deutscher Bundesstaaten, ReichSausländer und außerhalb des Großherzogthums wohnender Inländer, welche sämmtltch weder Gewerbsanlagen noch Ntederlaffungen im Großherzogthum besitzen, bleibt die Verordnung vom 10. Januar 1835 (Nr. 4 des Regierungsblattes) mit der Maßgabe tn Kraft, daß die tu 8 2 dieser Verordnung bestimmte Strafe nach den im Art. 30 deS Gesetzes vom 8. Juli 1884 vorgeschriebenen Stempelsätzen bemessen wird. 5. Besondere Erlaudnißscheine in einzelnen bestimmten Fällen für In- und Ausländer. 8 31. Zum Tanz- und Musikhalten an öffentlichen Orten, zum Theater- und Marionettenspiel, zum Kunstreiten und andern öffentlichen Darstellungen oder Belustigungen werden keine für das ganze Jahr gültige Patente ertheilt. Die Erlaubniß dazu muß jedeSmal bei dem betreffenden Kreisamt oder den hierzu ermächtigten Localbehörden nachgesucht werden, wofür die festgesktzim Tarifansätze in jedem einzelnen Falle mittelst des Ausfertigungsstempels erhoben werden. Oeffentliche, gegen Bezahlung stattfindende musikalische Productionen, welche nicht gleichzeitig mit Tanz verbunden sind, unterliegen, gleichviel ob durch dieselben ein Erwerb ober Gewinn bezweckt wird oder nicht, den für die öffentlichen Vorstellungen und Belustigungen ertheilten Bestimmungen. 8 32. Die Tarifsätze für das Tanz- und Musikhalten an öffentlichen Orten sind in der bezüglichen Verordnung vom 10. December 1857 und in der Bekanntmachung vom 27. November 1874 enthalten. Von Theater» und Marionettenspiel, Kunstreitern u. s. w. werden für jede Woche 8 JL 60 $ oder für jeden Tag, an welchem eine Vorstellung stattfindet, 1 30 & erhoben. Zuwiderhandlungen werden nach der Verordnung vom 21. März 1843 (Nr. 14 des Regierungsblatts), bei Tanz- und Musikhalten an öffentlichen Orten, mit Berücksichtigung deS 8 3 der Verordnung vom 10. December 1857 (Nr. 36 des Regierungsblattes) bestraft. 8 33. Gegenwärtige Verordnung tritt, soweit tn 8 26 nicht anders bestimmt ist, an die Stelle der Verordnung vom 24. December 1860, die Gewerbsteuer betreffend. Die Verordnung vorn 8. November 1870, die Vollziehung deS Gewerbsteuergesetzes, insbesondere die besonderen Erlaudnißscheine in einzelnen bestimmten Fällen für In» und Ausländer betreffend, ist aufgehoben. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Grobherzoglichen Siegels. Darmstadt, am 23. Juli 1884. (L. s.) Ludwig. Finger. Schleiermacher. _ r — Die „Fuld. Ztg.E schreibt: Wir erhalten auS zuverlässiger und bester Quelle folgende Mithetlungen: Dte angebliche Errichtung einer katholischen Facultät an der protestantischen Landesuniversität Marburg beschäftigt noch immer die Presse, katholische wie ntchtkaiholische. Wir glauben, daß die katholische Presse in dem Bestreben, vermeintlich bedrohte kirchliche Interessen zu wahren, sich etwas zu sehr hat htnretßen lassen und auf eine Sache zu viel Gewicht gelegt hat, welche dieses ihrer Quelle nach nicht verdient. Wir können noch einmal auf daS Bestimmteste versichern, daß tn allen hüsigen kirchlichen Kreisen bis in dte höchste Spitze hinauf nicht allein von derartigen Verhandlungen absolut nichts bekannt ist, sondern auch ebenso absolut nicht die geringste Neigung besteht, entgegen den Erfahrungen der Mainzer Ktrchenbehörde mit der Universität Gießen und dem Widerstreben des Fuldaer Domkapitels gegen ein früheres derartiges Project, solche Bestrebungen in irgend einer Form zu unterstützen. Demnach ist auch leicht zu beurtheilen, watz von der Mittheilung nichtkatbolischer Blätter zu halten ist, daß bei der jüngsten Bischofsconferenz diese Frage in Berathung gezogen sein soll. Abgesehen davon, daß auS diesen Conferenzen außer den öffentlichen Publikationen der Hochwürdigen Herren Bischöfe nie etwas in dte Oeffmtlichkett dringt, also alle Mtttheilungen über die Berathungsgegenstände nichts weiter als Vermuthungen sind, lag zu der angedeuteten Berathung gewiß nicht die geringste Veranlassung vor. Es könnte sich noch um die Frage handeln, ob nicht wenigstens von Seiten der Staats- regierung eine derartige Absicht bestehe und jene Angabe über angeblich ftattgehabte Verhandlungen einstweilen ein ballon d’essai sein solle. UvS scheint diese Verrnuthung wenig Wahrscheinlichkeit für sich zu haben. Sollte ein solcher Plan wirklich mit Zustimmung der geistlichen Behörde, welche wir für absolut unmöglich halten, ins Werk gesetzt werden, so müßte die bisherige protestantische Universität Marburg simultanisirt werden. Nun würde dieses aber in Marburg selbst die entschiedenste Opposition finden: auch glauben wir nicht, daß für die Simultantsirung protestantischer Anstalten so viel Geneigtheit herrscht, als leider von jeher für dte Stmultanisirung katholischer Anstalten. Jedoch lohnt es sich nicht der Mühe, diese Discusston weiter fortzusetzen, da sie nach unseren Informationen ganz gegenstandslos ist. Wir können daher nur wünschen, daß sich wenigstens die katholische Presse durch derartige Vermuthungen nicht weiter beunruhigen lassen möge und nicht mehr Gewicht darauf lege, als sie ihrer Quelle nach verdienen. Die in liberalen Blättern erschienenen Nachrichten über die angeblichen Gegenstände der Verhandlungen beruhen Überhaupt lediglich auf Vermuthungen. Wie wenig Glaubwürdigkeit diese Nachrichten verdienen, geht schon daraus hervor, daß Herr Gaßmann daS Protokoll geführt haben soll, was schon der Natur nach — wegen deS vertraulichen Charakters der Verhandlungen — nicht möglich sein kann und nicht der Fall gewesen ist. In liberalen Blättern ist bis jetzt in zwei Abthetlungen ein gleichlautender umfangreicher Bericht über die Konferenz der preußischen Bischöfe erschienen. Derselbe begegnet uns außer in der „Han. Ztg " und „Elberf. Ztg." auch in Berliner Blättern. Das ganze Gerede ist einer Besprechung und Widerlegung gar nicht werth. Was in dem Bericht über die Verhandlungen deS Episkopates gesagt ist. sind lauter Vermuthungen und ganz unbegründete Vermuthungen oder bester gesagt Hallucinatiouen des VerfafferS. Telegraphisch« Depesche«. Wolff'« teUftt. Lorresporrdem-Brrreaa. Berlin, 13. August. Dem Vernehmen nach wird die Taufe des jung* sten Sohnes des Prinzen Wilhelm am 31. d. Mts. im Stadtfchloffe zu Potsdam stattfinden. Se. Maj. der Kaiser traf heute Vormittag, von Babelsberg kommend, hier ein und wurde von einer zahlreichen Menschenmenge, welche vom Bahnhose bis zum Palais Ausstellung genommen hatte, jubelnd begrüßt. Se. Majestät nahm im Palais Vorträge und militärische Meldungen entgegen und kehrte um 2 Uhr nach Babelsberg zurück, wo Nachmittag- bei dm Majestäten ein kleines Diner stattfinden wird. Wien, 13. August. Wie die „Polit. Corresp." meldet, wird der Minister des Auswärtigen, Graf Kalnoky, morgen Vormittag 11 Uhr nach Varzin abreisen, um dem Fürsten Bismarck einen Bufuch abzustatten. Pari«, 13. August. In der kleinen Ortschaft Omergues (basses alpes) starben in zwei Sagen 40 Cholerakranke. Loudon, 13. August. Ein Telegramm des „Reuter'schen Bureaus" aus Shanghai von heute bestätigt, daß der Tsungli»Z)amen gegen das ohne vorgängige Kriegserklärung erfolgte Bombardement von Keelung bei den Mächten Protest erhoben habe und fügt hinzu, der Tsungli - Damen habe den Entschluß ausgesprochen, den Forderungen Frankreichs Widerstand zu leisten. Vicekönig Lihung-Tsang sei wegen Verkaufs chinefischer Handelsschiffe an ein amerikanisches Haus unter Anklage gestellt worden. — Nach einer Meldung aus Brighton ist heute Nachmittag aus dem dortigen Bahnhofe der Herzog von Wellington gestorben. Rom, 13. August. In den bereits inficirten Ortschaften sind gestern 11 Cholerafälle, darunter 8 mit tödtlichem Verlauf, ferner sind in Der Provinz Parma 4 Cholerafälle, darunter 2 ebenfalls mit tödtlichem Verlauft vorgekommen.________________________________ Lokales. Gießen, 14. August. [15. Mittelrheinisches Turnfest.) ©ämmtliche preußische StaatSbahnen haben für die Besucher deS Turnfestes in Wiesbaden die RetourbtlletS vorn 15. bis incl. 20. d. M. verlängert- Vor der Abreife müssen diese BilletS auf dem Festplatz (Wohnungsbureau) mit einer Tectur beliebt werden, sowie der Billetexpedttion zur Abstempelung vorgelegt werden. p.-A- W?.' 44. Tr 2'/i Wr‘J Prei 6 ccgflpV ÄS Äü -WS S'S! Msonceri c in der FejMe ll SÄ Mischling des . MiNgaiiU"SeU' wIDeilung unb M - Sonnt ouf dem Festplatz Die zur Maschinen! Lieferungen mit Mit dem 15- d satze tut Schr Grünberg, Lich Erquelines anb$ Gießen, den 1 Großherz U Sinb, ®etal Mäd, Dam< Nit leit eine s 7 {* S1' *•5 C eilN * °°n Gj BEeinlieserun tarabeit, a. m ü öetan b. aus • man Zimmerarbeit, Dachdeckerarbei Schreinerarbeil Schlofferarbeit^ Glaserarbeit, Weißbmderarb Spenglerarbeit Wen mitte® werben. ... Die Qffei mlOens Montag , t Mui «f beut to« ”Ne 2, etr W in den ty Mgigen A “Mmsbebi liegen, (üJJH ben 8$** LHZx rrz.» ' «&*»« '““"•ttS ttgft-ut ev:rbftru^"«ff-nd. fflwunb bete Cun, Ä«»arta tGtioit« ta bra äefittben, i«, & $' blntelitn < | Ibret V°M „a4 *Mn, Minolta Mein son berartiatti '»'"bihSide mit btt ™ mm tlnhübtttj SWen. Itmnii) l,«M|»et «littet m । ta 8«otinng gejogen btn ifftntltdjtn Pnbll- ; DtffmtlUtdt bringt Mtttt als Bnmuthungm Veranlassung vor. 8 Don Seiten btt 6taat8: r angeblich staltgehabte -eint diese Vermthuns Plan wirklich mit Zo> iglich halten, ins Werk t Marburg fimnltantfut »erste Opposition finden tischer Anstalten so viel »g katholischer Anstalten, ochufttzen, da slt nv- iher nur wünfifien, da^ athungen nicht weilt! e, ßr ll)tn Quell, )ttn üdn die angeblichen if Dirmthnngen. Wit n daraus hervor, bö6 er Natur nach - wegen ich sein kann und nicht i zwei Abtheilungen ei» preußischen Bischöfe er? ) Merf-Zig." auch in i und Widerlegung ger $ Episkopates gesagt ist. ngen oder bester Mi !v. b die Taufe des M StadtMe zu W Babelsberg fomment welche vom AM earüßt. Se. WB Majestäten ein W> 11 Uhr nach w JJa (K»**; ESL n W-v WJe b en E :en yave ^ Ke« lAft** *n**'*\ tttitiaß *s*- »* Vermischte-. P-A. Wiesbaden, 11. August. [15. MittelrheintscheS Turnfest.) DaS Pco- a-arnm für da« 15. Mtltelrhetntsche Turnfest rft folgendermaßen festgefetzt worden: SamStag, 16 August. Vormittag« 10 Uhr Sitzung des KretSauSschusieS, Nachmittags oi/. uhr- 44. Turntag deS MtttelrheinkreiseS tm Saalbau Schirmer; constttutrende Setzung des PretSgertchtS und deS BeurthetlungSauSschusse« für Musterrtegen. AbendS 6 Uhr D rfammluog der Turner Wiesbadens auf dem Marktplätze, Abmarsch mit Musik nach dem' Festplatze, in der Festhalle 25jährtge Stiftungsfeier (verbunden mtt Fahnen- we he) deS älteren Turnvereins, CommerS, GesavgSoorttäge und Militärconcert, elektrische und bengalische Beleuchtung des ganzen FeftplatzcS und der Festhalle. — Sonntag 17 August, Morgen« 6 Uhr Weckruf; von 7 Uhr ab Empfang der ankommenden Turner an den Bahnhöfen; 11 Uhr Aufstellung deS FestzugeS in der Wellrig- Walram-, Hellmund-, Helcnen- und Bletchstraße; Mittag« 12 Uhr großer durch die Stadt nach dem Festplatze. Nach Ankunft daselbst Aufmarsch der Turner in 16 Reihen, Begrüßung«- und Festrede de« 1. Bürgermeister« Herrn Dr v Jbell- allgemeine Freiübungen und Schauturnen; von 3Va Uhr an Vorführung der Musterrtegen der zum Mettelrheinkret« gehörigen Gaue und Vereine, Concert in der Festballe, ausgeführt von der Capelle de« Hessischen Füsilier-RegimentS Nr. 80, unter ter Leitung tnS Herrn Musikdtrettors MünL, Concert auf dem Feflplatz, aus- aeführt von der Copelle des Nasi. Feld-Artillerte-Regiment Nr. 27, unter der Leitung be« Herrn Stabstrompeter« Beul. Abend« 8 Uhr Commer«, GesangsoortrSge und MtlttSrconcert in ber Festhalle und im Freien; elektresche und bengalische Beleuchtung deS ganzen FestplatzeS. — Montag, 18 August, Morgen« 51/i Uhr Weckruf, 6Vi Uhr Sitzung deS PretSgerichl« in der Bürgerschützenhalle, 7 Uhr Beginn de« PreiSturnenS, 10 Uhr Concert auf dem Frstplotze; ^Nachmittag« 2 Uhr Festessen in der Festhalle, während desselben Concert; 4 Ubr in der Festhalle Concert der Capelle der 80er, auf dem Festplatze Concert der Capelle be« Nasi. Feld'Art -Regt«. Nr. 27, Volksfest, Tanz- belustigung; Abends 7 Uhr PreiSvertheilung in der Festhalle, GefangSvorträge, Concert tn der Festhalle und auf dem Fchplatze; elektrische und bengalische Beleuchtung be« ganzen Festplatze«. — Dienstag, 19. August, Preis- und Schaufechten der im Mtttel- rhetnkretse bestehenden TurnveretnS-Fechtrtegen. Ausflüge in die Umgegend von Wiesbaden; Morgen« 7 Uhr Sitzung de« PretSgertchtS, 7'/, Uhr Beginn de« Preisfechtens mit Fleuret, Säbel, Schläger; Mittag« 1 Uhr gemeinsames Festessen, nach demselben Fortsetzung des Preisfechtens, Nachmittag« 4 Ubr Schau- und Kürfechten in allen Waffengattungen, Mllitärconcert, Volksfest, Tanzbelustigung; Abends 7 Uhr Prets- vertheilung und Concert in der Fefthalle, elektrische Beleuchtung be« ganzen Fest- platzes. - Sonntag. 24. August: Nachfeier. Nachmittags 4 Uhr Allgemeines Volksfest auf dem Festplatz-. Marburg, 10. August. Am SamStag voriger Woche machte ber Landwirth Rupertu« Grau in HeSkem einen etgenthümltchen Fang; derselbe ging mit seinem kleinen Dachshund die Zwesterohm entlang, als sein Hund plötzlich lebhaft zu bellen ansing. Nachdem Grau näher trat, bemerkte er, wie tm Schilf ein Fischreiher mit seinem Hund tn Streit gcrathen war und zwar tn einen so lebhaften, daß der Reiher die Anwesenheit Grau'« gar nicht beachtete, sondern eigentlich diesen erst gewahr wurde, al« ibn derselbe an den Flügeln faßte und zu seinem Gefangenen machte. Grau hat den Reiher lebend dem Vorstand des hiesigen Fischereiwesen« vorgeführt und dafür die von dem Verein ausgesetzte Fongprämie erhalten. Wie wir hören wird ber Reiher auSgestopft und demnächst tm Laden des Henn Dula dahier ausgestellt werden. Bereit« im vorigen Jahre hatte Herr Grau da« Glück, zwei Fischottern zu erlegen und erhielt auch hierfür die ausgesetzten Prämien. SchiffSnachrichten. Bremen, 13. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein. Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 2. August von Bremen abgegangen war, ist heute 4 Uhr Morgen« wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 13. August. [Per transatlantischen Telegraph) Der Postdampfer America, Capt. G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. Juli von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten in Baltimore an- gekommen. Handel und Derdebr. Limburg, 13. August. Rother Weizen (neu) J4 1590, weißer Weizen X 00.00, Korn (neu) X 11.90, Gerste (neu) X 9.00, Hafer (neu) X 7.60, Erbsen —, Kartoffeln X —. Frankfurt, 13. August. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 2.30—2.70, Stroh X 1.70—2.00, Eier das Hundert X 4 60—5.00, Butter 1. Qualität «X 1.00, 2. Qualität X 1.30, Kartoffeln (neue) per Centner X 2.50—3.50, Kohlrabi 4—5 H pr. St., Erbsen 100 Kg. 12.00—16.0J vH», Rothkraut pr. St. 25—30 4, Voularden X 0—0, Huhn 1.50—2.20, 1 Ente X 3.00—4.00, 1 Taube 60—00 H, Habn X 1.70—2.00, Gans X 4—0.00, Welsche X 7—12.— Temperatur am 14. August (Mittags zwischen 11 und 12 Uhr). Wasserwärme der Lahn I8V20 R. — Luftwärme 20° R. tm Schatten. Rübsamen. Merhesjische Eisenbahnen. Mit dem 15. b. M. treten birecte Tarifsätze für Schwellentransporte , zwischen Grünberg, Lich unb Büdingen einer- und Erquelines andererseits in Kraft. Gießen, den 11. August 1884. 5332 ____Großherzogliche Direktion. Submission. Die zur Erbauung eines Maschtnenhauses erforderlichen Lieferungen und Arbeiten, und zwar: JL Backsteinlieferung, veranschl. zu 180,00 Maurerarbeit, „ „ 1927,77 Steinhauerarbeit: 549,50 407,00 447,83 263,64 212,02 239,40 96,28 283,58 85,10 sollen mittelst Submission vergeben werden. Die Offerten hierfür find bis längstens Montag den 18. l. Mts., Pormittags 11 Uhr, auf dem städtischen Baubureau, Gartenstraße 2, einzureichen, woselbst vorher in den üblichen Amtsstunden die einschlägigen Pläne, Voranschläge und Uebernahmsbedingungen zur Einsicht offen liegen. Gießen, den 12. August 1884. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 5312 A. Bramm. Zeilgevotenes. Kinderleibchen, Geradehalter für Kinder, Mädchen-CorsetteS, Damen «CorsetteS zu billigen Preisen bei 5265 __Auguste Friesse, In einem größeren Ort in der Nähe von Gießen ist ein Baus worin feit Jahren mit bestem Erfolg eine Bäckerei betrieben worden, unter günstigen Bedingungen billig zu verkaufen. Näheres bei 5143 W. Krämer, Bleichstraße 3. a. aus Lungstemen, veranschl. zu b. aus Sandsteinen, veranschl. zu Zimmerarbeit, veranschl. zu Dachdeckerarbeit, „ „ Schreinerarbeit, „ „ Schlofferarbeit, „ „ Glaserarbeit, „ „ Weißbinderarbeit, „ „ Spenglerarbeit, Allgemeiner Anzeiger. Jmmobilienverkauf. Mit Hinweis auf die in Nr. 170 dieses Blattes vom 24. Juli d. I. enthaltene ausführlichere Bekanntmachung, bringen wir wiederholt zur öffentlichen Kenntniß, daß die dem Großherzoglicheu Hause — Familieneigenthum — in der Gemarkung Bergheim, Kreis Büdingen, zugehörige Forsthofraithe Dienstag den 16. September I. I., Vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich meistbietend verkauft wird. Ortenberg, am 22. Juli 1884. Großherzogliche Oberförsterei Ortenberg. T h a l e r. 4896 Billigstes Wasch- und Reinigungsmittel! | JULIUS BESSEY | SCHUTZMARKE DE LINCK'S , HÄr" E | STUTTGART. | Br. Linck’s Feltlaugenmehl Igg absolut unschädlich für Gewebe und Farben, von allen Hausfrauen, Wäschereien, Bleichereien, Hotels, Fabriken und Staatsanstalten als das beste anerkannt. VT.,., nr.lif ’n Paqueten mit nebiger Schutzmarke, auf welche til tt-Vll l genau zu achten, weil minderwerthige Producte mit nachgeahmter Packung im Handel sind. Zu haben in Giessen bei den Herren: Gebr. Adami j. Brückmann Ferd. Drebes 8. Elsoffer Emil Fischbach Fritz Flimm E. Hainbach R. Hecker Carl Hoffmann L. Kalkhoff Fr. Leo P. J. Moebs W Seuling in Friedberg bei Herrn F. Hilbrecht’s Wwe. „ Wies eck bei Herrn M. Löwenstein H. Völzel II. Grün berg bei Herrn Carl Schmierer. 1894 4870 •Jos. Bark Schulstraße 5. Kinderhemden, von 30 Psg. an per Stück, Damenhemden, von 1,30 Mark an per Stück. Wegen baulicher Veränderung meines Locales verkaufe von heute X ab, um rasch zu räumen, sämmtliche Wäsche und Weißwaaren zu und unter Einkaufspreisen. M n u tf Herrenhemden, „ 2,50 teste Damen- (t Kinder-Regeoiiiantel sind eingetroffen. 5328 Gebt'. Stamm. Täglich frische Preiselbeeren sowie alle Sorten Obst zum Einmachen empfiehlt die 5304 Obst- unb Gemüsehanblung von 3* Weisel, Settersthor. Selbstgefertigte Kelterschrauben empfehlen billigst 4882 Jean Hern & Cie« Nette Holl. Bollhäringe, feinst nmrinirtc Häringe empfiehlt billigst 5188 Carl Petri. Erfrischend, wohlschmeckend, kühlend. • Man uritOT* Uonbou tu m GIm . gttstt tfamr tu nlld augenblicklich Ul wit«« Un.iHJercu «tu Gla. Bmute-Llnxonude Jnllf. mit Cltronen-, Erdbeer-, Himbeer-, Johaimlebeer-, Kirschen- und Orangen - Geschmack, sowie ciuer Sorte, geeignet durch Aufgiessen von Wa-iser und Wein zur Herstellung eines Glases Champagner-Imitation. Die Brause-Llmonade-Bönbons (patenk in d. wieiiL Staaten) bewahren eieb vorzüglich bei allen ErftischuDgsbedürürissen, und and daher eowol im Sommer ah im Yfl/iter, gans besondere auf Reisen, LandpartieiW**len, Manöver, eowie Bällen, Concertea etc. za empfehlea. Auf die bequemste mi(t5?^oelhtc Art*— io einem Glas Wasser — geben sie ein büehsi aogeaehees and kühlendes, dabei sanitäres Getränk. Schachteln ä 10 Bonbons I Ml. — Pfg. do. ä 5 . 0 . 55 . Kktchen mit 96 • ö . 60 9 an obigen Frachk-Aromeo asaortirt). Für Exyort nasser deutschen nrit engl, span-, hoMod^ italienisch., schwel, ress., arah., todiseb., chines-, französ. etc. Etiketten. Ferner Brause-Bonbons mit metficamentoseni Inhalte nach ärztlicher Vorschrift mit genauer Angabe der im Bonbön enthaltenen Dosis des Arzneimittels. (Eisen, Chinin, Pepsin, Magnesium aalphnricum. Kalium bsomatum, Lithium car- bonieünh >'atrnuy salicylicnm, Coffüionm) nnr in Apotheken erhältlich. Gebr. Stollwerck, Köln. Die Brause-Limonade-Banbcme sind in fast allen Niederlagen Stollwerck'scher Chöooladee end Bonbons vorr&thig, oder werden aal Verlangen ton denselben verschrieben. ___________434__ Nuhschalen-EXtraKt zum färben blonder, rother und grauer Kopf- und Barlhaare aus ber königl. bayer. Hofparfümerie- Fabrik von C. D. Wunderlieh, prämiirt Nürnberg (gegrünbet 1845). Rein vegetabilisch, ohne jebe metallische Beimischung, garantirt unschäblich. Dr. Orfila’s Nussöl, zur Stärkung und Wachsthum des Haares unb zum Dunkeln berfelben; zugleich ein eines Haaröl. Beide h 70 bei Herrn Heinr. Wallach, 4179 Markt. Hotel Bellevue (Wenzel’s Garten). Sonntag den 17. August 1884: Notiz. Gravelolle^Feier. 2ME* Näheres Morgen "WS 534t empfiehlt 5205 Louis Lony. Die Dampf-Kaffee-Brennerei . von A. Zuntz sei. Wwe., t# bringt ihre Spezialitäten Gebr. Java-Kaffee’s Berlin, Bonn flogr. 1837. Oegr. 18«. Hoflieferant, in empfehlende Erinnerung. Alleinige Niederlage in Glessen bei 4031 J. M. Schulhof. MalMcke aus schwerem Zwilch, pr. St. Mk. 1.50, empfiehlt Martin Scheel, 5337 Marktplatz.______ Lahnkies u. Sand in gewöhnlichen Sorten stets vorräthig. Anfahren wird schnellstens besorgt. 4823________L. Chr. Rübsamen. Salz von der Großherzogl. Saline Bad-Nauhelm aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leichtlöslichkeit, Kochsalz, Viehsalz, Badesalz, Eissalz, Mutterlauge, letztere in Salinenkannen, alles bester Qualität, rote allgemein anerkannt, ist stets vorräthig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann J Ch B. Bopet auf dem Markt in Gießen. Grossh. Salinen- und Bergamt 2654 Bad-Nauheim,______ Schürzen für Damen u. Kinder, weiße und farbige, in den neuesten FayonS, HauShaltungSfchürzen aller Art in großer Auswahl, Corsetten in allen FayonS und Qualitäten, Hormner-Unterröcke 2C. 2C. empfiehlt zu billigsten Preisen J. II* Fuhr, 4784 Sonnenstraße 25. Jermietyungen. 5207 Gut möblirtes Zimmer zu ver- miethen._______________Seltersweg 71. 5206 Ein gut möblirtes Zimmer zu vermiethen.________________Lindenplatz 4. 5189 Der mittlere Stock des Dr. Weichel'schen Hauses, Wilhelmstraße 21, bestehend aus 7 Zimmern, Burschenstube, Gartenantheil nebst allem Zubehör, ist auf 1. October zu vermiethen._______________ 5160 Ein kleines Familienlogis per September zu vermiethen. S. Katz, Asterweg. „Germania“ M8 Ä Schneidert R.-Patent Nr. 26588. Brüder Schmidt, Eisenkurzwaaren- und Werkzeughandlung, Magazin für Haus- u. Hüchengeräthe Seltersweg 2 (a. Kreuz) im Windecker’schen Hause, empfehlen ihr reich assorlirtes Lager in Amerik* Ofen nach den neuesten Systemen, als wie: Schneider’s Patent, „Kronjuwel“ 1884, Lönholdt’s Patent. Alleinverkauf der amerikanischen Ofenfabrik von Paul Belssmann in Nürnberg. Regulier-Rüllofen in grosser Auswahl. Modell 1884. ))' „ G-ermania“ Vortheile: Regulirbar mit einem Griff; keine seitlich strahlende Wärme; Bedienung des Ofens bei geschloss. Thüren; mit Chamotte- steinen eingefasster Feuerkorb. Auf Wunsch besorgen wir auch das Aufstellen der bei uns gekauften Ofen und übernehmen jede Garantie für Heizeffekt und guten Zug. „Kronjuwel0 Modell 1884 mit gewöhnl. Regulirung und Re- gulirung mit nur einem Griff; in schwarz, halb vernickelt und ganz vernickelt. 5339 Mainzer Kirchenbau-Mterie. Die Ergänzungs-Loose IV. Claffe können nur noch heute eingelöst werben, als sonst anderweitig darüber verfügt wird. Expedition des „Gießener Anzeiger". Mchweihe zu Heuchelheim. Unterzeichneter ladet ein geehrtes Publikum von Gießen und Umgegend freundlichst ein. Für gute Speisen und Getränke und einen separaten Tanzplatz für Gäste ist bestens gesorgt. Textor'- Exportbier und Gießener Aetienbier. 5336 Heinrich. Volkmann. Landwirthschafts Schule Worms. 23. Jahrgang. Das Wintersemester beginnt am 1. November. — Programme und Auskunft zu erhalten durch die 5054 Direction Dr. Schneider. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß unser lieber unvergeßlicher Vater, Schwieger- und Großvater I. Sommerlad, Khrer i. P. in seinem 87. Lebensjahre heute Mittag um 2 Uhr durch einen sanften Tod von seinem langen Leiden erlöst wurde. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Reiskirchen, den 13. August 1884. Die Beerdigung findet statt Freitag den 15. d. M., Nachmittags um 3 Uhr. 5335 Blitzableiter-Anlagen unter Garantie und bewährtester Construction, bei billigster Preisnotirung, liefert und stellt auf Carl Stehr I., Ludwigsplatz. Theoretisch und technisch richtige Herstellung und vorzügliche Leitungsfähigkeit kann durch viele Atteste nachgeroiesen werden. 4241 W* Gratis i vers. Anweis. Rett. v. Trunksucht ohne Miss. W. O. Kaltenberg in Reinickendorf. .5284 In einer anständigen Familie wird Pension gesucht, für einen Schüler der höheren Lehranstalt. Wegen den Bedingungen wende man sich Hotel Prinz Carl. Reise vergütet! Bei hohem Salair gesucht ein junges Mädchen, welches selbstständig Corsets anfertigen kann. Offerten unter T. 978 befördert die Annoncen - Expedition von Wilhelm Scheller in Bremen.5340 5333 Gesucht auf sofort ein möblirtes Zimmer mit Cabinet. Adressen abzugeben an Kreisdiener Egly. 5342 Ein Familienlogis im Hinterhause zu vermiethen._________Marktstraße 18. 4972 Möblirtes Zimmer mit oder ohne Kost zu vermiethen. Bahnhofstraße 6. 4154 Die Familienwohnung in den Mansarden meines Hauses zu vermiethen. __Dr. Dornseisf, Schulstr. 10. 5151 Mehrere Zimmer, mit oder ohne Möbel, geeignet für Offiziere, vom 15. Septemberzu vermiethen. Wallthor 21. 5279 Ein kleines Familienlogis zu vermißen.____________Sonnenstraße 27. 5303 Ein groß., schön. Zimmer, möbl-, z. verm.__________Ludwigstr. 5 I, nördl. ‘Prt h mit angrenzender Stube, sehr UV All gut. Keller und Logis, sowie Laden mit Logis pr. sofort zu oer- miethen. ' Ludwig Lang, 251 Marktstr. (Wetterg. 5). AermWte Anzeigen. Wer kaust 5334 dies. Wein, vielfach Rietzling. 100 L. 36—42 X; den Ankauf besorgt Küfer S t rauch, Heppenheim a. B. 5322 Während der Ferien werden bei einem Lehrer Nachhülfestunden, auch in Mathematik und Sprachen, ertheilt. Adresse in der Expedition. 5306 Ein P serdeknecht wird gesucht ____________Karl Plank, im Pfau. oaooooaaoicxjooaoaaa 8 Wormser 8 8 Gewerbe-Loose, o 8 Ziehung «nwiderr. 25. Septbr.« ä 1884. Gewinne i. W. von 9600 XX W Loose ä Mk. I.— versendet die Gene- X y ral-Agentur 4624 K U A. Dinkelmann, Worms, g » und alle Looseverkäufer. q OOOOOODOOIQCXÖOOOOO Ein Wort an Alle, welche -franz-sifch, Englisch, Italienisch, Spanisch ober Russisch wirklich M. spreche« lernen wollen. Gratis und franko r» beziehen durch die »osenthal'sche Verlagshandlung in Leipzig. 5208 1—2 Pensionäre finden gute Aufnahme. Näheres bei der Exp. d- Bl- Mode». Eine tüchtige Arbeiterin, welche auch sehr gewandt im Verkauf, gesucht von V. Breivogel, Modes, 5314 Mainz. Redacfiou: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) tzr Gießen. I as imE' u Gieße Kaiser 8 endigten Di# der täglichen Er fowie der in bei Herr zumeist Er spendenden Bau der Kaiser jetzt ladungen zu 91 Meiden. D Hochzeit des Fi Kreis gesuchte bestimmt beizuir berg an der S> Der bei um als Genera Bagern Truppe M noch einig Die Kai durch die Zusam dm Ursten^ dn iM Mir, ihm. und dm1 nächsten Woche Varzin genann aus Wien bis Die kü Herr v. Schlö- mit der preuß^ be§ Tages-Jnt Ichäststräger bi gegenüber -■ Üblichen 58t Unterredung n erhält sich in ntenti nur ein Datican geböte ^sgesprochen 1 Alican kennzei "blche behaupte 6er definitiv bef , Die in wch- **ie 111 energisch »«X ^laufen und * bie J » L9ar "icht eintret sfe *'4';