KV. 137, Zweites Blatt. Sonntag den 15. Juni 1SS4 Amts- rmd AnzeigÄsü für ben Kreis Gießen. f&ttWeit: Schulstraße 7. Erscheint mit Ausnahme des MontirgK. «@ge Prrt!S vierteljähcttch 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Lurch die Post bezogen viertelstchrlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Th§ik. Betreffend: Den Remonte-Ankauf pro 1884. Bekanntmachung. Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise 3 und ausnahmsweise 4 Jahren sind im Bereich des Großherzogthums Hessen für dieses Jahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar: am 2. Juli in Alsfeld, „ 8. „ „ Nidda, „24. „ „ Butzbach, „25. „ „ Nieder-Wöllstadt, „ 26, ,> „ Groß-Bieberau, am 21. August in Lampertheim, „ 22. „ „ Bickenbach, „ 23, „ „ G ernsheim, „ 25. „ „ Groß-Gerau. Die von der Nemonte-Ankaufs-Commission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung baar bezahlt. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der Unkosten zurückzunehmen, auch fiiib Krippensetzer (Köpper) vom Ankauf ausgeschlossen und wird es sich empfehlen, hierauf besonders zu achten, damit die Zurückgabe derjenigen Pferde, welche sich innerhalb der ersten 14 Tage nach dem Eintreffen in den Depots mit diesem Fehler behaftet zeigen, vermieden wird. Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und einem Kopfhalster von Leder oder Hanf mit 2 mindestens zwei Meter langen starken hänfenen Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben. Um die Abstammung der vorgefühtten Pferde feststellen zu können, ist es erwünscht, daß die Deckscheine möglichst mitgebracht werden. Berlin, den 26. Februar 1884. Königlich Preußisches Kriegs-Ministerium, Abtheilung für das Remontewesen. Frhr. v. Troschke. Gr. v. Klinckowstroem. MMM fj HHh IIBEaaOBnMMBHgaWMtBmga—gM1-1 wm ■ nm HB E—MI —MlBBga iy<»nwwii«w!^u»™iin»uiM« uhmi Wochenschau. Gtetzeu, 14. Juni. An eine nationale Feier von bleibender Bedeutung kann diesmal der Wochenbericht anknüpsen. Die Grundsteinlegung zum künftigen Reichstags- Gebäude trug in allen ihren Einzelheiten ein entschieden nationales Gepräge und ihr Eindruck wird darum nicht nur bei allen Theilnehmern der glänzenden Versammlung, welche dieser Weiheakt an der Stätte, auf welcher sich das deutsche „Reichshaus" erheben wird, am Montag zusammengeführt hatte, ein unverlöschlicher sein, nein, er wird auch in weiten Kreisen ein unvergänglicher fern. Dessen ungeachtet hat aber die Feier nicht verhindern können, daß sich fast unmittelbar an sie wieder erregte Debatten angeschlossen haben, welche uns die Fortsetzung der Reichstagssession gebracht hat. Zwar bewegte sich die Dis- cussion über den conservativen Antrag auf Abänderung des § lOOe der Gewerbeordnung, mit welchem sich der Reichstag am Dienstag beschäftigte, im Ganzen in gemäßigten Grenzen, dafür trug aber die Mittwochs-Sitzung einen Am so leidenschaftlicheren Charakter. Es handelte sich in der erwähnten Sitzung Am den Antrag Windthorst's auf Aufhebung des Expatriirungsgesetzes, welches die unbefugte Ausübung von Kirchenämtern untersagt, und kam es hierbei zu sehr erregten Auseinandersetzungen zwischen den nationalliberalen Rednern Hobrecht und Blum einerseits und dem Abg. Eugen Richter, sowie den Sprechern Aom Centrum anderseits. Die nationalliberale Partei mußte schwere Anschuldigungen über sich ergehen lassen; vom Führer der Fortschrittspartei wurde den Mationalliberalen namentlich ihr schwankendes Verhalten in verschiedenen Fragen vorgeworfen und auch die Redner vom Centrum polemisirten in schärfster Weise gegen die nationalliberale Partei, deren Vertreter begreiflicher Weise die Antwort nicht schuldig blieben. Der Windthorst'sche Antrag wurde schließlich mit großer Majorität — fast nur die Nationalliberalen stimmten dagegen — angenommen. -Es folgte hierauf die Discussion über den vom Abg. Ackermann Namens der konservativen gestellten Antrag auf Errichtung von Gewerbekammern, welcher von den socialdemokratischen Abgeordneten durch den Antrag aus Errichtung Doit Arbeiterkammern eine nicht unbedenkliche Erweiterung erfahren hatte. Die Debatte, welche mancherlei interessante Gesichtspunkte darbot, bewegte sich indessen in so weiten Grenzen, daß sie schließlich abgebrochen werden mußte. In der nächsten Sitzung, am Freitag, beschäftigte sich der Reichstag der Hauptsache nach mit der Dampfer-Subventions-Vorlage und für Samstag stand die zweite Lesung der Unfallversicherungs-Vorlage aus der Tagesordnung. Letzterer Gegen- ftand wird den Reichstag wahrscheinlich noch die ganze kommende Woche hindurch beschäftigen, woran sich dann jedenfalls die Berathung der Actiengesetz- Novelle knüpfen wird, vorausgesetzt natürlich, daß die Commission bis dahin mit ihren Arbeiten fertig ist. Was die neuen Steuer-Vorlagen anbelangt, so sind dieselben sammt und sonders noch nicht aus den Ausschüssen des Bundes- rathes herausgekommen und es ist daher immer unwahrscheinlicher, daß sie der Reichstag noch in dieser Session erledigen wird. Die Deputation der Transvaal-Boers hat am Dienstag Berlin wieder verlassen und sich zunächst nach Amsterdam begeben. Die Aufnahme der Abgesandten der fernen südafrikanischen Republik in der deutschen Reichshauptstadt ist namentlich Seitens der leitenden Kreise eine fast demonstrativ freundliche gewesen und die Boers sind auch dafür erkenntlich. Ihr Präsident Krüger erwiederte einer Deputation der deutschen Colonisations-Gesellschaft, welche ihm eine Adresse überreichte, daß die Transvaal-Boers sich stets als zur deutschen Nation gehörig betrachtet hätten und daß sie auch künftig „wie das Kind bei den Eltern" bei dem starken und mächtigen deutschen Mutterlands einen Rückhalt suchen würden. Das wird in England sehr gemischte Empfindungen Hervorrufen. Unter den Vorgängen im Donau-Kaiserreiche haben in letzter Zeit die Wahlkämpfe — dies in des Wortes verwegenster Bedeutung —* in Ungarn die Aufmerksamkeit am meisten gefesselt. An verschiedenen Orten Ungarns und Siebenbürgens sind förmliche Schlachten geschlagen worden, es hat hierbei Todte und viele, sehr viele Verwundete gegeben, was vollwichtiges Zeugniß davon ablegt, mit welcher Erbitterung die Agitation zu den Neuwahlen zum ungarischen Reichstage betrieben worden ist. Am Freitag haben nun die eigenllichen Wahlen begonnen, die sich über eine Woche erstrecken werden und in Anbetracht der vorausgegangenen blutigen Exceffe ist in diejenigen Orte, wo man am meisten eine Fortsetzung derselben befürchtet, Militär gelegt worden, was gewiß bezeichnend für die Wahlen ist.. Erwähnenswerth erscheint auch der Zusammentritt des kroatischen Landtages, auf welchem sich die Starcevicianer schsr. wieder durch ihr wüstes Treiben bemerklich gemacht haben. Außerdem kam in der Agramer Landstube am Dienstag die Wappenschlld-Affaire zur Sprache, die in Kroatien bekanntlich viel böses Blut gemacht hat. Der Landtag ging zwar schließlich zur Tagesordnung über, es steht aber zu befürchten, daß die Schllder-Angelegenheit trotzdem noch stürmische Scenen Hervorrufen wird. — Der Proceß vor dem Wiener Ausnahmegerichte gegen den des dreifachen Mordes angeklagten Anarchisten Stellmacher hat mit der Verurtheilung desselben zum Tode geendet. Auf dem Gebiete der hohen Politik hat die Woche ein be- merkenswerthes Ereigniß gezeitigt, die französisch-englische Convention wegen Egypten. Die Convention beschränkt sich in der Hauptsache auf die schon bekannten zwei Punkte, von denen der erste die Dauer der englischen Okkupation Egyptens bis zum 1. Januar 1888 fixirt, während der zweite die Einsetzung einer internationalen Controle über die egyptischen Finanzangelegenheiten betrifft. Das Uebereinkommen bedeutet einen entschiedenen Triumph der französischen Politik über diejenige Englands und dem entsprechend ist in Frankreich die Stellung des Cabinets Ferry hierdurch wesentlich gestärkt, diejenige des Cabinets Gladstone in England aber bedenklich erschüttert worden. Allseitig betrachtet man jenseits des Canals diese Zugeständnisse an Frankreich als eine nationale Schmach und wenn Herr Gladstone, wie er beabsichtigt, dem englischen Parlamente in kommender Woche die osficielle Mittheilung von dem Abschlüsse des englisch-französischen Abkommens machen wird, dürste er böse Dinge zu hören bekommen. Falls aber das Parlament dieses Abkommen nicht sanctionirt, dann ist nicht nur das Zustandekommen der Conferenz in Frage gestellt, sondern auch das Cabinet Gladstone in seinem Weiterbestände mehr als je gefährdet. Aus Italien liegt eine wichtige Kundgebung des Ministers des Aeußern, Mancini, bezüglich der marokkanischen Frage vor. Aus den Mittheilungen, welche der Leiter der auswärtigen Politik Italiens über den Stand dieser Angelegenheit in der Deputirtenkammer machte, läßt sich unschwer erkennen, daß in Marokko ein sich förmlich kreuzendes Jnteressenspiel besteht und daß namentlich Frankreich mit Italien in dem Bestreben concurrirt, den möglichsten Einfluß in den marokkanischen Angelegenheit zu gewinnen. Eine euro-- päische Complication, wie aus den Mancini'schen Erklärungen weiter erhellt, ist indessen aus der marokkanischen Frage vorläufig nicht zu befürchten. Die eclatante Niederlage, welche die belgischen Liberalen bei den am Dienstag stattgefundenen Ergänzungswahlen zur Repräsentantenkammer erlitten haben, hat bereits die Demission des Ministeriums Fröre-Orban zur Folge gehabt. Weiter sind in Brüssel, wo die Klerikalen mit bedeutender Majorität siegten, den Wahlen ernstliche Ruhestörungen gefolgt. Am Mittwoch Abend zogen Volksmaffen singend und schreiend durch die Hauptstraßen Brüssels und begingen hierbei grobe Ausschreitungen gegen die als ultramontan bekannten Hausbesitzer. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen und ist die Untersuchung eingeleitet. Ueber die eigentliche Lage im Sudan ist auch in dieser Woche nichts Gewisses bekannt geworden. Nach wie vor kreuzen sich die verschiedensten MM Attgemeiner Anzeiger Ueche Helene & Amalie 182S Flasche X 1.50, Erdö-Benue b. Tokay in "Ungarn. Heu und Grummetgras Seibfoefertigtr !adurte$H5bcl 3912 werden billig abgegeben. 2895# Fr. Weinhardt, Neustadt 55. 640 e 1250 430 2. 3. 4. 5. 'Gerüchte und namentlich das Schicksal Berbers erscheint noch so ungewiß wie zuvor. Auch die neueren Nachrichten, denen zufolge Berber in voriger Woche von den Aufständischen überfallen und wobei die gesammte Garnison niedergemetzelt worden sein soll, werden jetzt von Kairo aus, allerdings aus englischer Quelle, wieder dementirt. Die Liefere Zteinkohler Scheitholz Hospital pro Wege der Subr Offerten sm d. Is., Abl Vemaltungsln der Aufschrift Materialien" ei die Bedingunc können. Gießen, den Großh. Direc »s ™ Hochachtungsvoll! Bre Gewerkschaft der Zeche Helene & Amalie. Die aus $ V I. anderau Heugrases Wiesen, in dl sachsen, Ober wird nicht sondern Doimmlr Vormitta abgehalten. sachsen. Lch, nm 11 Fiirstln Berge-Borbeck !. Juni 1884. c. wahren uns hierdurch, unseren werthen Abnehmern und Interessenten dchr ergebene Ntittherlung zu machen, daß wir Herrn August Schmidt, Bessungen-DarmKadt den Alleinverkauf unserer für maschinelle Zwecke (Schacht Selenel Wascksre^'un^G gleich geeigneten Kohle, sowie unserer Ah«^fr.J.b.-ik ^lei,,r0bUC^ btc Provinzen Starkenburg und fcnlR SeT “96“ b°bett Unb ^t°n en. Aufträge gen? Herrn Derfaufe von meinen Wiesen. 4021 H. Becker, Südanlage 7. 2.10, 1.10, 0.60, Medicinal-Tokayer-Ausbruch, per Vi Flasche » " 'f „ */a „ „ „ „ ,, Flacon pr- Vi Flasche.X 1.70, Medicin. Rothwein, Msneser-Äusbruch, pr. IHittwod) Mo loü das Hengx^ der Herren I. Vermischte-. Brünninghausen bet Hörde. An gewaltigen Eichen ist Westfalen nicht iiA* er nCr 15. solcher Form und Größe, wie in hiesiger Gegend stand, tst doch leicht zu stnden. Dieser Waldriese, der ein Alter von über 600 ^abre erreicht, also schon zu Kaiser Barbarossas Zeiten exjsttrt hat, schied sehr unaern non itnhr ÄAEwachsenen Nachbarn, indem er beim Transport sehr hartnäckig that und der 8Nenschheit seine Kraft dadurch zeigte, daß er den Wagen derartta ba^Ur zermalmt wurde. Am vergangenen Sonntag hat die U^nracht weichen wüsten; ein Gespann von 15 kräftigen Rossen ? m? ! en ouf der Straße dahin, bei der Wegschgffung aus dem Walde sollen sogar 26 Pferde nothig gewesen sein. An allen Wtrthschaften hielt der oon einer un” allÄn»8^lÄ^rlnnenge begleitete Transport an, was für die betreffenden Pferde "Echt sehr erbaulich war, da derselbe inzwischen in den Erdboden vÄank Der behauene Stamm hat einen Inhalt von etwa 1000 Cubikfuß, eine Länge von fidrS * "en Eleren Durchmesser von 4V2 Fuß. Wie^man hört, Ostwie J?tudd tn meVef ^Ol^8n^rrrRfar 5000 erstanden und soll für Frieds bÄen wstd bestimmt sein, der dieselbe wahrscheinlich für eine Hammer-Chabotte Auf bem °lN Sonntag Nachmittag von schweren Gewittern heimgesucht. Au^dem^flachen Lande wurden mehrere Personen durch Blitzschläge getödtet und einige p " i „ f * .Vs „ „ 0.80, Tokayer Szamorodner, alt gezehrt, nicht süß, per Flasche 1.60, Dem Herrn Emil Fischbach in Gießen hab- ich d-n All-in- verkauf meiner, chemisch analysirtcn garantikt ächten Tvkayer 9t«8(UtWCltte übertragen und verkauft derselbe: Das 600jährige Jubiläum der Schuhmacher-Innung. Berlin, 10. Zunl. Unsere Schuster veranstalteten heute einen überaus glänzenden und wohl- gelungenen Festzug zur 600jährigen Jubelfeier ihrer Innung. Der Zug setzte sich gegen 12 Uhr von der Arttlleriekaserne am Kupfergraben aus tn Bewegung und ging die Lmden und die Wilhelmstraße entlang nach der neuen Welt in der Hasmhetde. Man Zahlte über 8000 Thetlnehmer. Zwei Großmarschälle, die Meister Elsner und Tegen- «cker, eröffneten ihn. Hinter dem dann folgenden Musikcorps trugen die Meister Severus und Druke die beiden alten Jnnungsfahnen, denen die Mitglieder des ^nn- ungsvorstandes zur Sette schritten. Ihnen schlossen sich die Deputationen von 19 auswärtigen Innungen an, die zum Theil mit Fahnen erschienen waren. Die nächste Gruppe des Zuges bildeten die Deputationen oon 39 Berliner Innungen, die mit etwa 50 Fahnen erschienen waren. Zahlreiche dieser Innungen hatten ihre Gewerksembleme mitgebracht, so die Goldschmiede, die Schmiede u. a., so daß dieser Theil des Huaes ttn überaus farbenprächtiges B'ld darbot. Den sich nun anschließenden historischen Festzug eröffnete eine Reitergruppe aus dem 13. Jahrhundert, die auS dem Stadtherold in Begleitung eines bewaffneten Stadtknechts und eines Trompeters, sämmtltch in Berliner Stadtfarben gekleidet, gebildet wurde. Ein Stadtpsge mit der Privilegien- Urkunde auf rothem Kissen folgte ihnen. Derselbe schreitet der von 6 Gesellen ae- tcagenen Jnnungslade aus dem Jahre 1284 voran. Die Lade, die reich mit Silber beschlagen tst, war mit Gutrlanden geschmückt. Der nun beginnende Zug der Handwerker, der von Festordnern mit Marschallstäben begleitet war, gab ein anschauliches Bild der verschiedenen Jahrhunderte, welche durch die Trachten angedeutet, aufwärts vom Lehrling den Gesellen, den Meister und schließlich des letztern Stellung tn der Stadtverwaltung als Rathsherrn zur Darstellung bringen. In jeder der so gebtldet-n 6 Gruppen trägt etner der Gesellen von den tn damaliger Zeit herrschenden Fuß- dikletdungsmoden ein oder mehrere tn größerem Maßstab ausgeführte Modelle als hocherhobenes, bekränztes Emblem, welches auch durch Aufschrift den jedesmaligen Zeitabschnitt bezeichnete. So zeigten sich tn den Gruppen der verschiedenen Jahrhunderte von der soltdern zugespitzen Schuhform des 13. Jahrhunderts ausgehend, dir übermäßig langm Schnabelschuhe des 14. und 15. Jahrhunderts, die breiten Kubmäuler und Z^entatzen des 16., die mit mächtigen, kreisrunden Goldrosetten oder mit seidenen Flügelschleifen verzierten Schuhe des 17. Jahrhunderts, deren Träger mit großen Allongeperücken einherschrittcn und endlich die Schnallenschuhe der Zopfzeit. Schließ- finbAuA^er freilich unhistorische, aber gefürchtete Pantoffel der gestrengen Haus- ehre Berücksichtigung, und ferner ein Stiefel, der bereits 800 Jahre alt und als Erb- stück in einer Familie von Generation zu Generation gewandert ist. Als historische Erinnerung ging die dem 14. Jahrhundert angehörende Figur des tapferen Schuh- Sagan (Schuhmachermeister Handel), der allerdings in An- betracht des weiten Wegs hier ohne den historischen Stelzfuß erschien, der Grupp; des betreffenden Zettabfchn.tts voran. Die Glanzgruppe des Zuges bildete die des 16 Jahr- hundertS, die vom Verein der künstlerischen Interessen des Schuhmachergewerks gestellt ®ar* Der Verein hatte in wahrhaft künstlerischer Weise die Ausführung der Hans Sachs-Gruppe übernommen. Der Meistersinger war in einer nach dem Nürnberger $a«n8fSa?S5?enfm? D0T Bildhauer Stermcker gearbeiteten Statue in Kolossalgröße L^urde auf einem prachtvoll draptrten und mit Gutrlanden reich geschmückten Wagen gefahren. Zu beiden Seiten des Wagens gingen die Vereinsmit- glieder in der Tracht lener Zeit, während 4 Stadttrompeter der Gruppe voranschritten. iS1 c?c historischen Zuges machte endlich eine Gruppe aus dem noch in lebhaftem Andenken stehenden lustigen Handwerksburschenleben. Hinter dem historischen ^nÜLW*r® ^^?hmachermeister Hartwig die neue Jnnungsfahne getragen; das JnuungS-RtprSsenlonlemCollegium und Jnnungsmilglieder begleiteten dieselbe. So» dann folgten die zwölf Wagen mit den Veteranen und Ehrenjungfrauen, jeder Wagen von dni Vereinen der einzelnen Berliner Bezirke und der Gesellschaft, die ihre Lade mit sich führten, begleitet, i übern Verein schritt ein Musikcorps voran, vor dem letzten Wagen Singen die Zöglinge der Berliner Schuhmacher-Fachschule. Alle Thetln b ner vugen als Festschmuck Kornblumen im Knopfloch. Der Kaiser und der Kronprinz, die vom C0£?eS kaiserlichen Palais aus den Zug an sich vorüberziehen ließen, wurden mir stürmischen Hochrufen begrüßt, alle Fahnen senkten sich, die MusikcorpS spielten die ^»-^hymne. AlS der Zug die Wtthelmstraße passirte, traten Fürst Bismarck und feine Gemahlin rntt Söhnen, Tochter, Schwiegersohn und Enkeln an's Fenster, um den Zug anzusehen, die Thetlnehmer des Festzugs zogen unter Hüteschwenken und unauf- Mrufm, für welche der Fürst immer auf's Neue freundlichst dankte, vor- Musikcorps spielten: ^Deutschland, Deutschland über Alles". Alle Straßen Zug passtrte, waren von dichten Menschenmassen bedeckt, der Festzug wurde ElM durch die geringste Unordnung gestört. Der Himmel war und blieb zwar trübe, aber der Regen hatte doch aufgehört und der Volkswitz, der heute Morg-n d E Parole ausgegeben hatte, die Schuster haben Pech, wurde erfrmlicher Weise Lügen V^ratt. (Eöln. Ztg.) g-regt. In Birmingham schlug der Blitz während des Gottes- dienstes in einer Kirche ein, führte durch die Zersprengung eines Gasrohrs eine kleine Explosion h^bei und zerstörte die Orgel. Nur mit Mühe gelang eS, eine Panik ab- zuwenchen. Die Taschenuhren des am Chore beschäftigten Personals blieben stehen und der hinter der Orgel beschäftigt war, wurde der Hut vom Kopfe geriffen. Niemand trug Verletzungen davon. v loufifc -rzShlt-!n Prlllotbrlcf aus d-r Nieder- lausitz. Die Musikanten halten tn einem benachbarten Dorfe flott aufgespielt und auf- gegossen und kehrten todtmüde spät Nachts zu Wagen heim. Unterwegs verlieren sie, ohne es zu bemerken, die m Wachstuch etnyehüllte Baßgeige. Ein Arbeiter, der seinen Kameraden Nachts in der Fabrik ablösen muß, zieht desselben Wegs, hält die Baß- «Ä! /?r S1] nitlbeQ Thier, das auf der Lauer liegt, tritt ctn paar Schritte zurück und » r* # jl11 Jj? bcn ^bib. Das Thier brummt unheimlich, ocr Mann erschrickt, eilt hstm, holt 5 Mann zur Hülfe, worunter der Fabrikoesitzer mit geladenem Gewehr, sie rücken dem Bär (kenn dafür halten sie das Thier) muthig auf den Leib Der Fabrikant schießt und trifft, aber schlecht; das Thier brummt wiederum fdtlam^ Noch einmal aber rücken sie ihm allesammt zu Leibe mit Mistgabeln, Beilen und Stöcken und machen ihm den Garaus. Es gibt keinen Ton mehr von sich. Und nun sehen was sie gemacht haben. Sie greifen andern Tags tief in ihre Tasche und zahlen nicht nur den Baß, sondern auch Schwetggeld, aber wohin sie kommen, hören sie von der Barenjaad. - [®'n BörsmwIM Ein b-k-nnter BSrs-nsp-cuIant in Wien, b-t dem fett bem großen Krach von 1873 der Geldmangel stationatr geworden war und der bald ^r.balddort Geld borgt, ohne an das Zurückzahlen zu denken, kam an einer der X" und warf sich nachlässig in halbliegeuder Stellung auf eine Banke des Schottenringtz vor dem Borsenpalais. Ein als Witzbold bekannter DiS- ponent einer »WeltfirmaE sieht dies und ruft seinem Nedenmanne zu, indem er auf den Daltegenden weist: „Nun, Gott sei Dank, der Geldmangel hat sich gelegt!" Unter ungeheurer Heiterkeit bat die Börse den Witz sofort aufgegriffen. Art ra h[^ln Jörfble Wissenschaft.) Aus Paris wird uns geschrieben: Pasteur n fe'"en großartigen Forschungen über das Wesen und die Bc- ber Hundswuth eine ganze Reihe verschiedenartigster Thiere, Hunde, Affen, 13 ^°?nr Dbjccten seiner Experimente gemacht. Vor einigen. e,i ouSgesetzt, an einem Menschen zu expertmentiren. TrJnfabCmlC Wissenschaft kürzlich erfolgten Darstellung der Möglichkeit einer Paralpsirung der Hundswuth durch eine Art Einimviuna fdirteb iBm ein- M»** V-rgnüg-nd-r JmpfmMd/K PrAchmß ®£ob“£5t“nßen über deren Wirkungen auch an einen- Menschen machen könne. Er — der Student — setze unbegrenztes Vertrauen in bfp Iah Snab*1 Gelehrten und würde cs nicht bedauern, selbst wenn er hierbet schließlich denn doch fein ßeben einbüßen sollte. Er bringe der Wissenschaft gern dieses Opfer und bitte nur, daß der Professor den Namen des edlen Jüngers Aeskulaps geheim halte, da zu befürchten sei, daß sonst seine Eltern gegen das Ansinnen des Ä/^^utyigen jungen Herrn ernstlichen Protest einlegen würden. Professor Pasteur lÄLb cS aö der überraschenden Resultate, die er bereits erzielt hat, begreiflich ?nHA<,ehl»t?UAkaben Unb Iebnte bfl8 Anerbieten des wackeren Jünslmgs dankend, aber , , — Haus der Vestalinnm in SBom.] lieber die Ausgrabungen in dem d/r Vestalinnen in Rom unterhalb der Kirche Sonia Maria Eibetahic', über wclebe schon wiederholt berichtet worden ist, wird neuestens von dem römischen :$ltnT beschrieben: Der im Verlause dieser Ausgrabungen zu Ta«-geäderte Scbatz an Sculviuren und Jnschrist-n hatte noch nie seinesgleichen. c!Se flanie ®Q[Ierie antiker Sculpturen — und so kann man &at“f? ?.er ®wtz-VestaIinnen gleichsam bevölkerte Atrium der SBifta lp-. 3n dem südwestlichen Säulmgange des Atriums en weniger als 16 Marmorstatuen In verschiedenem Zu- der Erhaltung, acht Piedestale und zwischen denselben große Bruchstücke von Ornamenten und Wandverkleidungen aus verschiedenfarbigem Marmor aus- «Dstrzehn Tage lang entdeckte man täglich in der anfgehäusten Äopkf die Füße einer Statue, das Gestell einer Säule™ bie Ecke S Piedestols. an deren Ausgrabung man alsbald ging. Im Gan,en beträgt die nnb'ÄkÄh'mH qn?Äfe bur $efl,atlnncn 21 Slaluen oder Reste von solchen und 13 Piedestale mit Inschriften, deren eine aber vollständig ausgemeißelt ist. Leider b8ers^en.flbcS ^?UfClnt?1 weniger als vier Kalköfen, welche Geschichte eines daselbst verübten Kunstmaffacre erzählen und von Neuem TO? ^oufe?be von unschätzbaren Werken der altrömischen Kunst auf diesem ^CfA tott b(t «I eine I« DK. «et üllf Ukiler Pasteur die Bt» . Affen, einigem lentiren. »Wf ihm ein lofeffors n einen! n in ble teet n dieses slulaps am des Pasteur ld, aber in dem ic’, über ömischen lagen zu -gleichen, anu man er Vesta Atriums tttm Zur törfe von nor auf- ebäufltn bie Ecke ragt die i Mm . Leider a, welche n Neuem if diesem im Rom daß der er Stelle stiedestale n Corpus lihum an Iften auf dl cia gc- orkommt. Publlciw lus einer gemeißelt, mtbarldt Brennmaterial Lieferung. Die Lieferung des für verschiedene Universitäts-Anstalten für den Winter "1884/85 erforderlichen Brennmaterials, bestehend in: soll im Submisfionswege vergeben werden. Mittwoch -en 18. Juni, Morgens 9 Uhr, soll das Heugras von den Wiesen der Herren I. H. Busch Erben, „ „ Gg. Chr. Spruck Erben, „ „ Karl Löber Erben, „ „ L. Labroisse Erben, „ „ Daniel Ebel Erben, des Herrn 0r. Melchior,Frankfurt a/M. „ „ Dr. Vogt, Allendorf, „ „ Fritz Schwan, Wetzlar, Christian Jughard, und von den ineinigen und noch verschiedenen anderen meistbietend versteigert werden. Vormittags 9 Uhr ist der Anfang am Neuenweger Thor, Nachmittags 2 Uhr an der Bleichstraße bei dem Haufe des Herrn Rechtsanwalt Steinberger. Gießen, den 12. Juni 1884. 6. „ Bekanntmachung. Die auf Dienstag den 17. Juni l. I. anberaumte Versteigerung des HeugraseS von den Fürstlichen Wiesen, in den Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Niederbessingen, wird nicht an diesem Tage, sondern Domikrstag den 19. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, abgehalten. Zusammenkunft: Mühlsachsen. .Lech, am 11. Juni 1884. Fürstliche Rentei Ltch. Kreiling.4019 des Landwrrthschaftlichen Vereins zu Frankfurt a/M. Erste Versteigerung von Pferden, Wagen, Geschirren und Reitzeugen Montag den 23. Juni er., Vormittags 10 Uhr, Ostendstraße Nr. 30. Anmeldungen nimmt entgegen und ertheilt Auskunft das 3715 Sekretariat des Landwirthfchaftlicheu Vereins. BeiohhaltigeB von Haus- und Küchengeeäthen bei 3378 am Kreuz, im Windecker'schen Hause. Gg. 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Juni 1884, Ztachmittags 5 Uhr, soll das Heugras von der der Neustädter Schäferei-Gesellschaft gehörenden Wiese, 1993 Klafter haltend, bei der Wiese selbst öffentlich meistbietend versteigert werden- Dw Zusammenkunft ist um 5 Uhr auf der Lahnbrucke. Gießen, den 13. Juni 1884. 4056 Wilhelm Lindenstruth. Ieilgeöotenes. Ein Haus inmitten der Stadt, mit Hofraum, Brunnen u. Gas- ist zum bil- festen Preise 12000 Jä unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt I. Blitz.3518 Senfen, Sidjefn, Wetzsteine, Aartosselhacken empfiehlt billigst Wilhelm Seibert, 3848 Marktstraße. Erfrischend, wohlschmeckend, kühlend. pe'ig’Ss» Man. str stosse einen llonboa in einem Glane, giest» Vfanrr tu Hitd augenblicklich ist-unter VmrüJncts ein Glas Jtra üse-Liinonade fertig. Cltronen-, Erdbeer-, Himbeer-, Johannisbeer-, Kirseheo- und Orangen-Geschmack, sowie einer Sorte, geeignet durch Aufgicsscn von Wasser und Wein zur Herstellung eines Glases Champagner-Imitation. 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