36 20, Salon, "Waffen’ Mfcantie. FBE1S. 'V , ^ille V| \ 1879 ,fc lasche 23 A " 23,, " lb „ 81 333t Hm. Bte. djrmir '»U iefir 945 nücker. ' Mtr. Jt 7 Ctr- „ 1,20 (Ür. „ 1,20 ins Haus. scheid, Ücker Hammer, Preisen «ri< am Kreuz. «EMtW» zchm. § silWandig zu miethen ge- chirmer jr., iblirte Zimmer einem einzelnen Lfferlen nimmt Jr Mer’ auE^l, Gallio^ ir: ier,. n: im der P-An!!äN 1884. den Dirigenten,, 'taogjn^0"!!: ~ nrWr<«lMC n 1. Marz kann r junger Mann, eiben geübt t|t, Fabrik Stellung ^pebihon d. -öl. tünO®eri1 Aissenderg^. w Sgg henachvar» BidinE^ £.n Fachmann Nrritag den 15. Februar 1881 Nr. 89. icßencr A1I zeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vureaur Schulfiraße 7. . ar » I. v^» «« , ®rei# vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Dringerlohn. Erscheint tägttch mit Ausnahme des Montag*. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 5<) Pf. Politische U-b-rficht. Gießen, 14. Februar. Da, preußische Abgeordnetenhaus debaltirl nun schon in die dritte Woche hinein über Den Guttueetat und wenn die noch übrigen Etatstheile ebenso langwierige Verhandlungen beanspruchen, wie das Budget des CultuL- ministeriums, dann läßt sich überhaupt noch gar nicht absehen, zu welchem Zeitpunkt eigentlich der Schluß der gegenwärtigen Session erfolgen wird. Am Samstag beendigte das Haus die Dircussion über da« Ordinarium und erle« digte auch einen Theil der Extraordinariums. Bei der am Montag sortge- seyten Berathung de« Extraordinariums wurden zunächst die Titel 36—50 de« Kap. 15 ohne erhebliche Dircussion genehmigt, dagegen entspann sich über Tit. 51 (2,000,000 JC. zur Vermehrung der Sammlungen der königlichen Museen in Berlin) ein lebhafte« Rede-Tournier, welches Den ganzen übrigen Theil der Sitzung aussüllte. Von Seiten des Centrum» sprach sich neben Dr. Windthorst besonders Reichensperger entschieden gegen die Bewilligung der gedachten Summe au», indem er aussührte, daß eine so hohe Summe zu Kunst- zwecken nicht verausgabt werden dürfe, so lange der Staat noch dringendere Bedürfnisse zu erledigen habe, wie die Erhöhung der Pensionen und Gehälter der Beamten. Sein FraklionSgenoffe Bachem folgte diesem Gedankengange und bekämpfte außerdem die übermäßige Ausstattung Berlins mit Kunstwerken. Diesen Ausführungen gegenüber wies der CultuSminister v. Goßler darauf hin, daß von den vielen zur Confervirung der Alterthümer verwendeten Millionen Berlins nichts, das Rheinland das meiste erhalten habe. Anlangend die Versorgung lebender Kunst müsse sich Berlin lebhast beklagen, während Düsseldorf, Königsberg und Brerlau vortrefflich versehen feien, in keinem Staate herrsche bezüglich der Kunst eine solche Decentralisation wie in Preußen. Nachdem von Den andern Fraktionen sich die Abgg. v. Minnigerode, v. Eynern und Dr. Hänel für die Bewilligung der Position ausgesprochen, wurde dieselbe in namentlicher Abstimmung mit 192 gegen 122 Stimmen angenommen. In einer Abend- Sitzung erledigte das Haus den Rest des Extraordinariums und somit des Cultu«etat». Von Petersburg aus signalisirt man eine bedeutsame Veränderung im Berliner diplomatischen Corps. Es heißt, der russische Botschafter in Pari«, Fürst Orlow, werde feinen jetzigen Posten mit Berlin vertauschen und sei dem gegenwärtigen russischen Botschaster in Berlin, Herrn v. Saburosi, eine andere Verwendung zugedacht. Dian bringt diese Veränderung mit der jüngsten Anwesenheit de« Herrn v. Giers in Friedrichsruhe in Verbindung. Der Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Rußlands ist ein entschiedener Anhänger der von Deutschland inaugurirten Friedenspolitik und gilt es als sicher, daß Fürst Orlow die Gesinnungen des Ministers theilt. Fürst Orlow ist außerdem mit dem deutschen Reichskanzler persönlich befreundet und würde daher die Ernennung des ersteren zum russischen Botschaster in Berlin ein neues Moment sein, das für die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens spräche. Das Plenum des österreichischen Abgeordnetenhause s wird sich in diesen Tagen eingehend mit den für Wien und Umgegend erlassenen Ausnahme-Maßregeln zu beschästigen haben. Am Montag beendigte der zur Prüfung derselben eingesetzte Ausschuß seine Vorberathung. Die Majorität des Ausschusses erklärt sich in ihrem Resumö im Ganzen mit den Regierungs-Verfügungen einverstanden und empfiehlt deren Genehmigung, nachdem Der Ministerpräsident Gras Taaffe erklärt hat, daß die Regierung von den Ausnahme- Maßregeln nur zur Bekämpfung der anarchistischen Bestrebungen Gebrauch machen werde. Auch mit der zeitweiligen Aushebung der Geschworenengerichte für die Gerichtssprengel Wien und Korneuburg erklärte sich die Majorität einverstanden, während die Minorität die Rückgängigmachung dieser Maßregel beantragt halte. Es ist kaum zu bezweifeln, daß sich auch das Plenum des Abgeordnetenhauses im Sinne des Antrages der Ausschuß-Majorität ent- scheiden wird. Das Verhältniß der französischen Republik zur päpstlichen Kurie erfährt jetzt durch eine Encyklika, welche der Papst an den französischen Episcopat gerichtet hat, eine neue Beleuchtung. Die Encyklika ist sehr versöhnlich gehalten und hebt hervor, daß Frankreich, trotzdem es zuweilen eine feindselige Gesinnung gegen die Kirche bekundete, niemals lange vom rechten Wege adgewichen sei. Sodann erinnert sie an den Ursprung des Concordats und betont, daß die Gründe, welche zum Abschluß desselben geführt, auch heute noch ausreichend seien, um das Concordat ausrechtzuerhalten. Schließlich spricht der Papst die Hoffnung aus, daß es gelingen werde, die Bande der Einigkeit zwischen Frankreich und dem heiligen Stuhle wieder fester zu knüpfen, da hierin stets eine Quelle von Vortheilen für beide Theile gelegen habe. Die ganze Kundgebung drückt offenbar den Wunsch des Vatikans aus, sich mit Frankreich wieder in möglichst gutes Einvernehmen zu setzen und die gegenwärtig an der Spitze der französischen Regierungsgeschäfte stehenden Männer werden, wenn sie klug sind, schwerlich die dargebotene Hand ohne Weiteres zurückweisen. Für das Ministerium Gladstone sind recht stürmische Tage gekommen, nachdem es sich immer mehr herausstellt, daß Mr. Gladstone mit seiner bisherigen egyptischen Politik Schiffbruch gelitten hat. Die Mißerfolge der unter Englands Einfluß inscenirten Action der egyptischen Regierung im Sudan haben die öffentliche Meinung Englands in hohem Grade gegen das Ministerium Gladstone aufgeregt und dieser feindseligen Stimmung wagen selbst die Regierungsorgane nicht entgegenzutreten. Das Schicksal des Gladstone'jchen Labinets hängt von der Annahme oder Ablehnung des TadelLvotums ab, welches die Conservativen im Unterhause gegen die Regierung am Dienstag beantragt haben; auch im Oberhause ist von der conservativen Opposition ein gleicher Antrag gestellt worden. In unterrichteten Londoner Kreisen glaubt man übrigen«, daß Gladstone und Lord Granville, der Minister des Auswärtigen, sich selbst im Falle einer Ablehnung des Tadelsvotums nicht mehr lauge würden halten können, falls der Gang der Ereigniffe im Sudan nicht eine rasche unt> entschieden günstige Wendung nimmt. Von einigermaßen günstiger Wirkung für die Regierung bei den parlamentarischen Verhandlungen über die egyptische Frage dürste noch der Umstand sein, daß General Gordon nunmehr wohlbehalten in Berber eingetroffen ist. Er ist also weder den Beduinen in die Hände gefallen, noch gezwungen worden, unverrrichteter Sache nach Korosko zurückzukehren. Die Aufmerksamkeit der türkischen Regierung wird wieder einmal durch eine revolutionäre Erhebung in Anspruch genommen. Der Schauplatz derselben ist die Insel Kreta (Kandis, deren christliche Bewohner durch die türkische Mißwirthschaft schon zu wiederholten Aufständen getrieben worden sind. In Konstantinopel scheint man die jetzige Erhebung sehr ernst zu nehmen, denn es ist eine verhältnißmäßig bedeutende Truppenmacht, ca. 5000 Mann, aus Smyrna und Salonichi nach Kreta beordert worden. Deutschland. —1. Darmstckdt, 13. Februar. (Zweite Kammer der ßanbftänbe.] Nach Eröffnung der heutigen Sitzung beantwortete Mtntstertalrath Jaup Namen« oer Regierung bie Interpellation b<8 Abg. Schröder, die Grundlage für die Erhebung von Communalsteuern betr. Die Antwort stellte als Hauptgrunbfatz auf, daß die Communalbesteuerung nicht von der vorauSgegongenen Staatsfteuer abhängig fe», allo auch solche Obstete, welche von einer StaotSfteuer befreit sind, dennoch zu der Communalsteuer herangezogen werden können. Nachdem von dem Abg. Schröder Besprechung dieser Antwort beantragt worden war, hoben die Abgeordneten Schröder Böhm, Maurer, v. Rabenau, Wolf«kehl und Möhn die eveut. l>aerechtigkeit, resp. Zweifelhaftigkeit dieses Verfahrens hervor, verwiesen auf da« Reichsgesrtz, die Doppelbesteuerung betreffend, und gaben der Hoffnung Ausdruck, daß baldigst ein Gesetz, welches die Communalbesteuerung regelt, zu Stande kommen möge. Die Steuergesetze, deren nochmalige Berathung neulich schon, durch die Recommunication erster Kammer veranlaßt, begonnen halte, wurden sodann zu Ende gebracht. Die bet dem Kapttalrentensteuergesetz noch bestehenden Differenzen erledigte die Kammer im Sinne der Beschlüsse der ersten Kammer und beschloß, da Großh. Regierung nicht für opportun hielt, eine Erklärung im entsprechenden Sinne abzugeben, nach längerer Debatte, in welcher sich besonder« die Abgg. Schröder, Wasserburg, Metz, Muhl, Heinzerling und Maurer für Annahme auS- sprechen, das Ersuchen an Großh- Regierung zu richten, beide Gesetze, da« Einkommensteuergesetz und die Kopttalrentensteuer, nicht getrennt, resp. eines ohne das andere zur Publikation gelangen zu lassen. A _ Bet dem Gewerbsteuergesetz und dem T a r i f beharrte dte Kammer auf sämmtltchen früheren Beschlüssen, sowie auf dem an Großh. Regierung gerichteten Ersuchen wegen Revision deS Gewerbst.uertarif« u. s. w. Die Mttthetlung Großh- Ministeriums deS Innern und der Justiz, betr. die Ueberfichten über die Einnahmen und Ausgaben deS Vici»alwegbau- fond« der Provinz Reinhessen für die Jahre 1879, 1880 und 1. Quartal 1881, wurde zur Kenntniß der Kammer genommen und ebenso beschloffen, dte erste Kammer davon in Kenntntß zu setzen. Den Antrag Schröder auf Einführung einer Scala der Prämten- sätze bei der LanbeSbranbverstcherungSa nftalt erledigte die Kammer, nach- dlm Abg. Schröder sich mit dem Ausschußantrag einverstanden erklärt hatte und da dte Regierung die Vorlage bet der nahen Vollendung der Vorarbeiten in baldige Aussicht stellt, im Sinne des Außschußantrag«. . _ _ BeMglich des Antrags der Abgg. Schröder und Genossen auf Aufhebung de« Gesetzes vom 3. Mai 1858, die Bildung der Ortsvorstände bett-, und des Absatzes 3 dks Art. 1 deS Gesetze« vom 22. November 1872, die Mitwirkung der Forensen bet Festsetzung des GemetndevoranschlagS betr gab die Ne- gterung nach näheren Ausführungen der Abgg. Schröder und Frank die Erklärung ab, noch nicht in der Lage zu sein, dem Jnttiativantrag der Abgg. Schröder und Genossen Folge geben zu können und bleibt derselbe deßhalb trotz der Zustimmung der Kammer vorläufig ohne Aussicht. , Bei zweiter Lesung des Enteignungsgesetzes wurde im Wesentlichen dieses Gesetz wie etz auS der ersten Berathung hervorgegangen, angenommen und nur dte zu Art- 2 nach dem Antrag deS Abg. Osann beschlossene Aenderung, daß alle« EnteignungSrecht nur durch Gesetz allein verliehen werden könne, dahin modificirt, daß einem Antrag de« Abg. Dtttmar gemäß dem Reich, den übrigen Bundesstaaten und den Etsenbahnunternehmungen auch durch landesherrliche Verordnung solche« Recht verliehen werden dürfe. , , „ . Außerdem wurden von der Kammer einige kleinere Gegenstände von unwesentlichem Inhalte erledigt und der Antrag der Abgg. Schade und Genossen auf Erhebungen über die Lage des kleineren und mittleren Grundbesitze« auf die morgige Tsgekordnung zur Berathung gesetzt. Amerika. New>Nork, 12. Februar. In einem von Mitgliedern der Producten« böse abgehaltenen Meeting wurde ein Antrag angenommen, welcher der Regie« rung die Einführung einer Untersuchung und Prüfung der Schweine und der von Schweinen herrührenoen Produtte in Bezug auf deren Qualität Empfiehlt^ Dabei aber zugleich ausspricht, daß der Vorschlag Frankreich» betreff» mikroskopischer Untersuchung der Schweine und Schweineprodutte einem Einfuhrverbote gleichkommen würde. — Die Überschwemmung in Cincinnati ist noch immer im Steigen, un- terhalb Cincinnati hat fich die Lage ständig verschlimmert, die von bort eingehenden Schilderungen sind herzzerreißend. Jk um sowohl den Fabriken, zu gewähren. Wie schon bet als Handel und Verlkedr. Gießen, 13. Februar. Der heute und gestern dahier abgehaltene Viehmarkt ■ war stark befahren. Aufgetrieben waren 1784 Stück Rindvieh und 551 Stück Schweine. Bei Zucht- und Arbeitsvieh war der Handel ziemlich lebhaft und blieben die Preise den früheren gleich. Nächster -DZarft: Dienstag den 4. und Mittwoch den 5. März d. Js. Frankfurt, 13. Februar. Auf dem heutigen Markt kostete der Gentner jgcu jk 3.00-3.60, Stroh Jk 3.10—3.50, Eier das Hundert Jk 6.20—9.60, Butter 1. Qualität Jk 1.00, 2. Qualität Jk 1.10, Kartoffeln per Gentner Jk 2.25—2.ot), Kohlrabi 3-5^ per Stück, Erbsen 100Kgr. 19-28 ^L, Rothkrant per St. 12—30 Poularden Jk 0-0, Huhn^L 1.50-2.20, 1 Ente Jk 3.00-4.00, 1 Taube 50-00^, Hahn Jk 1.70-2,00, Gans Jk 5-8.00, Welsche Jk 7-10.- BermischteS. Darmstadt, 13. Februar. Gestern Vormittag * 1 * * */28 Ubr hat sich der Second- lieutenant Frhr. Stromer v. Reichenbach des Großherzogltchen Feldartillerte'Regiments Nr. 25 (Großherzogltches Artillertecorps), soweit die Ermittelungen ergeben Haden, aus Unvorsichtigkeit beim Entladen seines Revolvers erschossen. Der beklagenSwerthe junge Mann lebte noch eine Zeitlang und starb dann an innerer Verblutung. (Darmst. Ztg.) Telegraphische Depesche ttolff’« teuge. 8*rrtfpeni>tnveu««ti. Berlin, 13. Februar. Ja der heutigen Sitzung veS Abgeordnetenhauses wurde die zurückgestellt gebliebene Post für die Erwerbung der SvetchergehSude auf der MuseumLtnsel in namentlicher Abstimmung mit 169 gegen 150 Stimmen angenommen Der Antrag des Abg. Bender, nach welchem die für die Lehreremeritenpeasionen geforderte Dumme von 700,000 Jk um 100,000 .X erhöht werden soll, gelangte, entgegen dem Anträge der Budgetcommlssion, nahezu einstimmig zur Annahme. Ferner wurde der von dem Abg. Bitter in Betreff der den Geistlichen zu gewährenden Stolgcbühren- Entschädigung in der von der Commission vorgeschlogenen Fassung angenommen. Schließlich wurden die allgemeinen Bemerkungen und daß Etatsgesitz selbst ge» nehmigt. Leipzig, 13. Februar. Die Nachrichten über Ergreifung der Thäter de» hiesigen Postraubes sind nach Erkundigungen an competenter Stelle nicht richtig. BreSlau, 13. Februar. Der General Der Kavallerie, v. Tümpling, zuletzt commandirender General des 6. Armee-Corps, und Der Geheime Gommer* zienrath Nuffer sind gestorben. , Paris, 13. Februar. Nach einem Telegramm Des Admirals Courbet vom 8 d. Mts. sind die Mandarinen, welche die Niedermetzelung der Christen in Phanhoa zulieben, aus Befehl des Hofes von Hue vor Gericht gestellt und bestraft worden. _ 4 L London, 13. Februar. Unterhaus. Der ParlamentS'Secretar der Admiralität, Campbell-Bannerman, erklärt die Blätter-Meldungen, daß der Vice- admiral, Herzog v. Edinburgh, mit dem unter ihm stehenden Geschwader nach dem Rothen Meere beordert sei, für gänzlich unbegründet; der im Rothen Meer befindliche Contreadmiral Hewett besitze Das volle Vertrauen der Regierung, und diese wünsche demselben jede in ihrer Macht stehende Unterstützung zu gewähren. — An General Stephenfon, den Commandanten von Kairo, ist der Befehl abgegangen, den sofortigen Abmarsch bir drei besten Bataillone und eines Husarenregiments von Kairo nach Suakim vorzubereiten, um, wenn möglich, Tokar Hülfe zu bringen und, falls dies nicht ausführbar, die Häsen des Rothen Meeres zu vertheidigen. Die Garnison von Alexandrien soll, soweit dies noth- wenoig, nach Kairo verlegt, Alexandrien soll in diesem Falle durch Flotten- Mannschasten besetzt werden. Außer den oben angegebenen Truppen befindet sich ein aus Indien kommendes schottisches Regiment an Bord des „Jumna" auf dem Wege nach Suez, dasselbe soll sich ebenfalls nach Suakim begeben. Das ganze ApeditionS'CorpS steht unter dem Befehl von General Graham. Rom,' 13. Februar. Die Note des Vatikans bezüglich der Propaganda von Rom giebt eine Geschichte dieses Instituts und weist nach,, der universelle Charakter desselben bedinge dessen vollständige finanzielle Selbstständigkeit. Die Note erinnert auch an vorausgegangene für die Propaganda günstige gerichtliche Urcheile und schließt, indem sie anzeigt, daß der Vatikan zur Sicherung der neuerlichen Schenkungen geeignete Maßregeln im Interesse der Propaganda ergreifen werde. Geheckt icWitt hätten, um Fein Deficit aufhmme« zu lassen und bei einem Gehalt von 11,5 pEt. sogar eine Verzinsung M »cttencapttalß mit «pEt. etngetretf* wäre. Nach obiger Ausstellung kommt man logischer Weise » der Schlußfolgerung, daß Rüben unter 11,5pCt. Zuckergehalt bet den heutigen Zuckerpreisen nur bann noch verarbeitet werden dürfen, wenn Producenten mit einem Preise von 1,10 Jk und darunter sich zufrieden erklären, daß aber Fabriken, welche nicht tn der Lage sind, zu diesen Preisen sich ausreichend Rüben schaffen zu können, besser thun, ihren Betrieb zu schließen und nicht ferner diesen großen Aufwand von Capital und Intelligenz einem unrentablen Unternehmen zu widmen. Der erste Verlust ist der kleinste. In vorstehender Aufstellung ist berechnet, daß O,1 pCt. Zuckerbalt von 882,090 Gentner Rüben mindestens 750 Gentner Zucker zum Werthe von 20,250 «X nach heutigen Zuckerpreisen repräsentirt. IpCt. Zucker in der Rübe, da ja die Ver- arbeitungS- re. Kosten dieselben bleiben, für obiges Quantum 202,500 Jk werth ist ober auf den einzelnen Gentner berechnet ca. 23 Pfg., sobald der Zuckergehalt in der Rübe sich über 11,5 pCt. erhebt. heutigen geringen Zuckerpreisen gezahlt werden können, ___auch den Rübenproducenten einen angenehmen Nutzen _ gesagt, sucht sich die Zuckerindustrie andere Wohnstätten, und es liegt daher sehr wohl im Interesse der jetzt bestehenden Zuckerfabriken, für reichhaltige Rüben nicht m'.t den Preisen zu geizen, da sonst die Gegenden, welche jetzt ihre Rüben dem großen Markt der Provinz Sachsen zuführen und die dafür Millionen Mark an Esseubahnfracht alljährlich zahlen müssen, gezwungen werden zum Bau eigener Fabriken. Werden aber obige Preise mindestens gezahlt (und eS kann sogar noch etwas mehr sein, da z. B. für Rüben von 13.5pCt. nur 1,56 Jk berechnet werden, während Weferlingen solche Rüben mit 1,90 Jk verwerthete), bann hat eß wohl noch gute Weile mit dem Bau. Werden aber nur Preise von 10 Pfg. für das Procent Zuckergehalt und noch dazu erst über 12pCt. Gehalt beginnend, geboten, wie solches z. Z. hier und da versucht wird, so liegt eben ein unberechtigt hoher Gewinn auf der Verarbeitung dieser Rüben und der Bezug solcher wird binnen wenigen Jahren ein Ende erreicht haben. Ein Landwirth. In tabellarischer Form würden daher für Zuckerrüben von 11,5 Procent Zuckergehalt gleich 1,10 " 12,0 „ , , 1.21 12,5 , , , 1.33 130 , , 1,44 13,5 , , , 1.56 14,0 „ , , 1,67 14,5 , „ 1,79 Der „Magdeburger Zeitung" entnehmen wir folgenden Artikel: Zur Zuckerfrage. Wie viel ist der Gentner Zuckerrüben resp. wie viel ist daS Procent Zuckt.’ta her Rüde werth? I In Rr. 608 Ihrer geschätzten und auch in landwirthschastlichen Kreisen so viel gelesenen Zeitung ist ein Aufsatz enthalten, welcher sich mit ber Frage der Ueberpro- duction von Zucker beschäftigt und zu dem Resultat kommt, baß die f. Z. für Zuckerrüben gezahlten Preise bet den heutigen niedrigen Zuckerpreisen zu hoch und damit eine Rentabilität der Zuckerfabriken unmöglich gemacht sei, die Gefahr einer Ueberprobuctton von Ruder drohe und eine Aenderung in die,en Verhältn.ssrn dringend nothwendtg sei, wenn nicht der Ruin der jetzt so blühenden Zuckerindustrie herbeigeführt werben solle. Gewiß ist, baß Alles aufgeboten werben muß, um die gesunde Basis der Zucker- tndustrie zu erhalten, jedoch liegt die Gefahr wohl nicht fo nahe unb nur das wird sich Niemand verhehlen, wer mit offenen Augen dem Aufschwung der Zuckerindustrie gefolgt ist, daß solche sich eine andere Heimath sucht, daß ihr das HauS zu eng, die alten Räume nicht mehr gefallen und eine Auswanderung aus den j tzt mit Zuckerfabriken übersäten Gegenden früher oder später statifinden wird. In vielen Gegenden bereits mit offenen Armen willkommen geheißen, wird dieser Gast, welcher sich neue Heim- ftatten sucht, anderseits mit Mißtrauen beobachtet, seinen Verheißungen nicht recht geglaubt, aber noch gibt es viele Gegenden tm großen deutschen Reich, wo er Platz finben unb sich wohl fühlen wird ES wtrben bieß alle bte Bezirke sein, welche, vom Klima unb Boden begünstigt, zuckerreiche Rüben bauen, denn darin liegt der ganze Schwerpunkt der heutigen Zuckerfrage. Trotz des so außerordentlich vermehrten Anlaufs von Rüben seitens der Zuckerfabriken werden solche doch fast ganz allgemein nur nach dem Gewicht bezahlt und erst in neuester Zeit macht sich daß Bemühen ernstlich geltend, Rüben nach Gehalt zu kaufen. Früher dahin zielende Versuche haben stets bald wieder aufgehört, da kein Maßstab gefunden wurde, welcher beiden Theilen gerecht ward, aber man sollte doch meinen, daß die übliche Polarisation uns vorlausig genügen könnte, bis etwas Besseres gesunden wäre. In welche Weise der Gehalt der Rüben auf die Rentabilität einwlrft, wie unter ähnlichen Verhältnissen, bei gleich vorzüglicher | Verwaltung, die eine Zuckerfabrik mit einem Deficit, die andere mit einem außerordent- i ittchen Überschuß arbeitet, möge in nachstehenden Zeilen verglichen werben. Dor Kurzem würbe in diesem Blatte der Geschäftsbericht der Höllischen Zuckersiederei-Compagnie für die Campagne 1882—83 vetöffentlichi, wonach solche mit einem Verlust von ca. 62,183 Jk gearbeitet unb rechnet man eine Verzinsung deS Actien- capital« mit 50,000 Jk hinzu, einen Verlust von ca. 112.183 Jl. zu verzeichnen hatte. In bemfdben Jahre, also unter gleichen Geschäftsconjuncturen, hat bte Zuckerfabrik Weferlingen ihren alten Aciien (der Hälfte) eine Divibende von ca^2pCt., ber^anderen Hälfte ca. 46pCt. auSbezahlt. — Beide Fabriken verarbeiteten in Diffusion 700,000 bis 800,000 Gentner. Die höllische Fabrik liegt mitten in der Stadt, hat theuere Lohn- »eryältnisse, theuere Frachten nach der Bahn und nicht billige Feuerung. Die Wrferlinger Fabrik liegt ca. anderthalb Meilen von der nächsten Bahnstation, hat auch hohe Löhne, muß Alles per Achse verfrachten und auch die gesammte Feuerung ca. 1 Meile weit holen. Die balltsche Fabrik hat «ber Rüben von 10,9 pCt Zucker verarbeitet und mit 1,37 Jk per Centner bezahlt, wahrend die Weferlinger Fabrik Rüben mit ca. 13,5pCt. Zucker zu 1 Jk per Gentner von ihren Acttonären rc. empfing. Hätte bte Weferlinger bte 750,000 Centner Rüben auch mit 1,37 Jk per Centner bezahlen müssen, wie die Höllische Fabrik, so wäre die Dividende allerdings auf ca. 54 resp. 27pGt. berabgeminberf, aber auch bamit konnte man sich einigermaßen zusrieben erklären, besonders bei einem Rübenpreise von 1,37 Jk per Gentner. Die Welferlinger Fabrik hat demnach ihre Rüben mit ca. 1,90 Jk per Gentner verwerthet, während die Höllische Fabrik in demselben Jahre nur 1,20 Jk für ihre Rüben hatte zahlen dürfen, um ohne Verlust au arbeiten- Es liegt also eine Werthbiffermz von ca. 70 Pfg. per Zentner Rüben vor und zeigt sich, wie unbegründet die Forderung ist, welche Einsender beS Berichts in Nr. 608 d. Ztg. stellt: bte Verringerung ber Rübenpretse auf höchstens 1 Jk per Gentner frei Fabrik. Sinb auch bie Zuckerpretse seit ber Gampagne 1882—83 bis heute um ca. 12pGt. gefallen, so würben nach obiger Aufstellung bte Rüben boch immer noch mit 1,14 resp. 1,10 jk verwerthet werben. Der Bericht ber Höllischen Fabrik sagt ferner, baß sie aus ben verarbeiteten 882,090 Gentner Rüben mit einem Gehalt von 10,9 pGL Zucker 81989,88 Gentner Zucker gewonnen habe. Hätten btefe Rüben nun aber mehr Zuckergehalt gehabt, fo ist cß wohl nur sehr mäßig gerechnet, wenn wir für biesm Mehrgehalt dasselbe Verhältntß an Zuckergewtnn annehmen, wie bet der ersten, 10,9 pGt. und würbe bemnach inbtefen besseren Rüben jebes zehntel Procent ca. 750 Gentner Zucker ergeben haben, was zum Preise von 27 Jk per 100 Pfd. 20.250 Jk außmacht. -so daß also Rüben von. 11,2 pCt. Lokales. tt Gießen, 8. Februar. Was gibt Gießen für seine Armen aus? (Aus dem Verwaltungsrechenschaftsbertcht für 1882/83.) Für die Armenpflege wurden tm Rechnungsjahre 1882/83 aufgewendet: 1) von der Armenkasse 21479,09 Jk; 2) von der Plocktschen Stiftung 3481,52 Jk, tn welcher Summe jedoch ein Zuschuß von 2700 Jk zur Armenkasse enthalten ist; 3) Zuschuß aus der Stadtkasse 16 600 Jk, sodaß ber Gesammtauswano für bie öffentliche Armenpflege 38860,61 Jk beträgt. Die Gesammtzahl ber Familien unb etnzelftehenden Personen, welche ftänbige Unterstützungen erhielten, betrug 293 Hierunter befinben sich 161, welche auf Grund beß Gesetzes über ben Unterstützungs-Wohnsitz ihren Unterstützungs-Wohnsitz hier erworben haben. Ebenso erheblich istbteZahl ber vorübergehend mit Gelb, Kleibern, Brennmaterial, Lebensmitteln u s. w. unterstützten hier wohnenben Famtltrn und einzeln st.henden Personen, bezw. berjenigen, welche auf Grund des mtt der Landes» Universität abgcschlossenen Vertrages unentgeltliche Aufnahme in dem akademischen Hospital fanden, und solcher, welchen daß Schulgeld erlassen wurde ober für bereu .Rtnber Schulbücher angeschafft wurden. Außerdem wurden 22 Kinder auf Kosten ber Armenkasse in Privatpflege gegeben, darunter 10, deren Eltern resp. Mütter hier nicht heimathberechtig! waren. Im Bürger-Hospital befanden sich 21 Personen —13 Männer und 8 Frauen — außerdem vorübergehend 2 Kinder. Die Zahl der von dem Frauenverein für Armen- und Krankenpflege angenommenen Diaconissinnen, welche im Bürger-HoSpital Wohnung und Mittagskost erhalten, erhöhte sich tm Etatßjahr 1882/83 auf 5. Für 6 tn daS Landrs-Hospital Hofheim unb für 3 in die Landeß-Jrrenanstalt Heppenheim aufgenommene Personen hatte die Armenkasse das Pfleggeld zu ent» richten und zwar bet 5 auf Grund des Gesetzes über ben Unterstützungs-Wohnsitz. Ferner waren 2 Kinder in der Rettungsanstalt Arnsburg und 1 Kind in ber Blindenanstalt tn Friedberg auf Kosten der Armenkasse untergebracht. — In Gemäßheit beß S 28 beß Gesetzes über den Unterstützungs-Wohnsitz mußten 134 männliche und 28 weibliche oitflfrembe Personen — bie ersteren zum weitaus größten Thule Hanbwerks- burschrn — im Laufe des Jahres 1882 in bas akademische HoSpital unb 30 männliche Personen wegen Platzmangel tn bte Herberge zur Heimath, von welcher aus sie ambulatorisch behandelt wurden, aufgenommen werden und weitere 30 dergleichen Personen wurden mit Kleidungsstücken und in sonstiger Weise unterstützt. Außerdem wurde von dem Polizeiamt eine Prostituirte in bte Klmtk etngemtefen. Das Vermögen der Armenkasse hat sich im Etatsjahr 1882/83 auf 350113,51 Jk, dasjenige ber Plock'schen Stiftung auf 100771,43 Jk erhöht. Gießen, 13.Februar. sT Heater.) Aus einem guten Roman ein gutes Drama herauszuschneiden, ist nicht fo leicht: baß Gegentheil hat Wtthelmtne v. Hillern mit ihrer „Geyer-Wally" bewiesen. Diejenigen, bie über bie rührseligen Birch-Pfeifferiaden mitleidig bie Achseln zucken, haben eS noch nicht vermocht, ihr es an geschickter Mache unb ergreifender Wirkung gleichzuthun. Die Fabel in „Dorf unb Stadt" ist nicht gerade compltcirt, aber die Faden ber Handlung sind mit einer Geschicklichkeit verschlungen, daß sich vom Anfang bis zum Ende die Anthcilnahme des Zuschauers lebendig erhält. Die Art ber Schürzung des Knotens erinnert an die besten Vorbilder der Meister französischer Dramevtechnik. Fraulein Kohrs en I. konnte zu ihrem Benefize keine glücklichere Wahl als dieses Schauspiel treffen, denn überall, wo sie ihr Spiel nicht bis zur Höhe der klassischen Tragik zu steigern hat. wo bie Darstellung beß Naiven Sentimentalen ihre Aufgabe I tst, wirb sie stet» reussiren. Auch bas „Code" fanb in ihr eine höchst sympathische, zutreffende Repräsentantin, die sich insbesondere eines sehr löblichen Maßhattens befleißigte. Eine Hauptschwierigkeit der Partie, der Dialect, ist für sie nicht vorhanden: sie schwäbelte in ganz herziger Weise. — Herr Muff mar der Urtypus eines biedern Schwaben, auch er beherrschte den Dialect vollständig. — Herr Schölermann gab den Professor mit allem Nachdruck, mit edlem Feuer tn Spiel unb Sprache. — Haltung unb Spiel beß Fräulein Pögner I. (Gräfin Felseck) war baß einer echten Aristokratin. — Auch Herr Schönwasser (Fürst) bewegte sich mit noblem Anstande. Die ausgesprochene Begabung der Frau Breve für Rollen wie bie beß Bärbel, kam chr sehr I zu Statten. — Ohne die Uebrigen zu nennen, die sich um bte Aufführung noch ver- | bient gemacht haben, sei constatttt, daß Niemand auf die Bretter kam, dessen Spiel man als störend hätte bezeichnen müssen. Daß manches noch besser gegeben werden konnte, soll damit nicht bestritten werben. Die ganze Vorstellung nahm unser gespanntes Interesse unb rückhaltloses Lob in Anspruch. Der Saal war namentlich in ben vorberen Reihen dicht besetzt. „e* *5» a im % edjti! M__: N” Vom soll bie ber < stehenbe Wald- Morgen, in aus 6 ober 12 Klhhause uer Grünberg, Großh. Bist Ich-! Dienstag Nack soll aus hie Geineinbe 6! auf weitere werben. ßlitnbatf), t Großh. Büi Ho! Mittwo- 2 Uhr ab, wirt heim rnidweri. Gcm.Mlde i 1 Stämme Mir. Du /yefrm.; 2 61 JfL Hi = 0,82 101,47 Fff Uvrennha 241 Reiser. JNorf, ben IDiö Ätzkn un Ärzßkiiiin Letzen MzenBaubeü Etelne soll & K $orm Arainm'schtx Wiftert wen WH, den «ihr n«h 5; C,; * »hi shC| M. äutnioit , ?’ i« Mi WttaW * 1 tD dn Dir schor °°h» sihr *n nl(&t mit bn ßtoßen MM ^bahchacht au.' ?' 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