187. Mittwoch den 13. August 1884 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS B«rea«r Schulstraße 7. Bekanntmachung Die Namen der Aussteller dürfen den Preisrichtern vor der Prämiirung am Die Musterung und Prämiirung des Viehes durch die Preisrichter beginnt Vormittags 8 Uhr und ist thunlichst mit Ausschluß des gtabli* kums in abgegrenzten Räumen vorzunehmen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Friedelhausen, am 2. August 1884. Der Präsident des landwirthschastlichen Vereins von Oberheffen. Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau. VotttLfche Ueberficht. Gießen, 12. August. Hinsichtlich der jüngst inJschl stattgehabten Begegnung der Kaiser Wilhelm und Franz Joses taucht jetzt die Nachricht auf, daß diese Begegnung diesmal eine besondere Wichtigkeit und Weihe erhalten habe, weil in derselben die Fortdauer des deutsch-österreichischen Friedensbundes auf weitere fünf Jahre besiegelt worden sei. Man erinnert sich bei dieser Nachricht an die 1879 bekannt gewordene Mittheilung, daß das politische Einvernehmen Deutschlands und Oesterreichs auf fünf Jahre, also bis 1884 abgeschlossen sei, und da dieses Einvernehmen sich jedenfalls auch aus gewisse, sich der Oeffentlichkeit entziehende militärische Vereinbarungen stützt, so könnte das deutsch-österreichische Einvernehmen sehr wohl formell auf je fünf Jahre, der Tendenz nach aber dauernd abgeschlossen sein. Man will wissen, daß der Begegnung der Kars-er von Deutschland und Oesterreich auch eine solche der ersten Staatsmänner dteser Länder, des Fürsten Bismarck und des Grafen Kalnoky folgen werde. Eine Betreffend: Die Viehpreisvertheilung des landwirthschastlichen Vereins von Oberhessen in 1884. Die diesjährige Viehpreisvertheilung des landwirthschastlichen Vereins non Oberhessen soll am Donner-tag den 4. September zu Lauterbach abgehaten wer^en^ Ausstellung von Producten landwirthschaftlicher Thätigkeit, sowie von Maschinen und Geräthen verbunden. Prämiirt werden: 1. Pferde, und zwar: 1) Zuchtstuten mit Fohlen; , 2) Zuchtstuten, bezüglich deren diesjähriger Deckschem vorlregt. 3) Fohlen, die nicht mehr saugen. II. Rindvieh, und zwar: 1) der einheimischen Vogelsberger Gebirgsrace; 2) der Simmenthaler Race und 3) der Kreuzung von beiden vorhergenannten Racen; 4) der Niederungsracen. 3m en^e[^aen uon P^yuten, Gemeinden und Gemeindebullenhaltern, im Alter von 1—2 Jahren; b) Rinder, die sichtbar trächtig sind, von 2-3 Jahren; c) Zuchtkühe. UI. Schweine, und zwar: 1) Mutterschweine, trächtig oder mit Ferkeln; 2) Eber; 3) Zuchtschweine im Alter von wenrgstens Vr Jahre. IV. Schafe, und zwar: 1) Zuchtfchaft in Loosen von wenrgstens 3 Stucken; 2) Böcke. V. Ziegen. Vom Aussteller selbstgezüchtete Thiere werden höher prämiirt, als gekaufte. 'Letztere müssen, insofern sie im Besitze von Privaten sind, eine bestimmte Zert lang angekauft sein und zwar Stuten mit Fohlen mindestens 1 >zahr; Bullen, Rinder, Zuchtkühe und Zuchtschweine Vr Jahr. Fohlen, welche brs zum Alter -von 2Va Jahren noch nicht eingespannt worden sind, sollen vor anderen den Vorzug haben. , ,, ,,, , Die Bewerber haben amtliche Bescheinigungen über dre bezüglich der Thiere geforderten Voraussetzungen beizubringen. Unrichtige Angaben des Ausstellers in Bezug^auf die bestimmten Anforderungen an die concurirenden Thiere haben zur Folge, daß etwa zuerkannte Prämien wieder zurückgezahlt werden muffen und daß der Aussteller m solchem Falle durch 5 Jahre von der Zulassung zu Prämiirungen ausgeschlossen ist. Es kann nur wirklich preiswürdiges, den verlangten Leistungen em- sprechendes Vieh prämiirt werden. Eigenthümer solchen Viehes, welche wegen zu starker Concurrenz keine Prämien erlangen konnten, erhalten auf Verlangen eine durch die Preisrichter festzusetzende Wegentschädigung, wenn sie über 10 Kilometer weit hergekommen sind, und zwar 10 Pfg. für den erfolgen. Die auszustellenden Thiere müssen am 4. September, Vormittags 7 Uhr, Ausstellungsplatz zur Stelle sein. solche Begegnung dürfte wohl kaum nöthig sein, da bereits zwischen Deutschland und Oesterreich vollste Eintracht besteht. Wenn aber Fürst Bismarck, wie es sein Leibarzt Dr. Schwmninger durchaus haben will, tn diesem Jahre noch die Badekur in Gastein benutzt, könnte es sich natürlich sehr leicht ereignen, daß der dem Fürsten Bismarck eng besreundete Gras Kalnoky von Wien einen Abstecher nach Gastein macht, um den Fürsten Bismarck zu besuchen. Nach Mittheilungen aus dem Bundesrathe ist der Zollanschluß Bremens an das Zollgebiet des Reiches in vollem Gange. Aus dem nunmehr vorliegenden Bericht der Bundesraths-Ausschüsse sur Zoll und Steuerwesen, über den Antrag Bremens, bett, den Zollanschluß Bremens, geht, wr- mehrfach> be richtet wird, hervor, daß Seitens Bremens dre Höhe der Kosten auf Sninb vorläufiger Veranschlagungen aus etwa 25'/- °ngegebm und beantragt wurde, ungesähr die Hälfte bis zur Max,malsumme von 12 Mill aus Reichsmitteln zu vergüten. Die Ausschüsse ^kannten dieÄlligkeitdies An träges an und stimmten auch der Auszahlung desR°chrzuschussesinvierstat wie bezüglich Hamburgs vereinbart ist, m zehn Jahresraten mit Rücksicht darauf Das Großhcrzogliche Steuer-Comimssanat Gießen «. «, iaffc , ***•- - 20. l. M. an uns abgesendet und diesen ^die, etwa bis dahin noch rückständigen Verzeichnisse der Pflichtigen beigelegt we b^ Gießen, am 11. August 1884. nicht mitgetheilt werden. Die Thiere sind nach Nummern vorzuführen. Zur Preisbewerbung sind alle Angehörigen der Provinz zuge- lassen. Nur die aus Mitteln des Bezirksvereins stammenden Preise werden lediglich den Angehörigen des Kreises Lauterbach, und bei ausgestellten gleich pttiswürdigen Thiere«, Mitgliedern des landwirth. Bezirksvereins Lauterbach vorzugsweise gewährt. . , Die Hälfte der verfügbaren Prämilmngssumme wird ausschließlich für die kleinen Grundbesitzer reservirt und die Bestimmung, wer zu solchen zu rechnen ist, den Preisrichtern überlassen. , Die prämiirten Thiere der kleinen Landwirthe werden be- sonders vorgesührt. Viehhändler als solche sind von der Bewerbung ausgeschlossen. Thiere, welche bereits bei einer Preisverthellung eines Bezirks prämiirt worden sind, können in derselben Categorie nicht wiederholt einen Preis bet der bevor- stehenden Preisvertheilung erhalten. Ein Aussteller kann auf der bevorstehenden Ausstellung in einer Categorie nur einen der bewilligten Geldpreise erhalten.it Ausstellung ist eine Verloosung von Vieh, landwirthschastlichen und sonst nützlichen Geräthen, sowie Maschinen verbunden. Jeder Aussteller hat die Ausstellungszeit bei Meidung des Verlustes der zuerkannten Prämien oder Wegentschädigung auszuhalten. Bezüglich der Erhebung eines Standgeldes bleibt Bestimmung vorbehalten. _ , ,. Dm auszustellenden Maschinen, Geräthen, Werkzeugen rc. sind die Verkaufspreise anzuheften. Die Größe der einzelnen Preise wird von den Preisrichtern bestimmt. Bei den aus dem Staatsfonds fließenden 1000 Mark Mm dieselben bei Großvieh nicht unter 60 Mark und bei Kleinvieh nicht unter 30 Mark pro Stück oder Loos betragen. Im Uebrigen erfolgt die Znerkmnung der Preise nach Maßgabe der für die landw. Vereine gültigen, in Nr. 7 der Zeitschrift für die landwirthschastlichen Vereine in 1882 abgedruckten Prämiirungsordnung. Im Ganzen stehen zur Verfügung; Aus dem Staatsfond..... 1000 Mk. Aus Provinziasvereinsmiteln . . 1000 „ Aus dem Bezirksverein Lauterbach 500 „ Zusammen 2500 Mk. Anmeldungen zur Betheiligung bei der Ausstellung beliebe man bis zum 25. d. M. bei Herrn Rentmeister Lipp in Lauterbach ernzureichen. Die Einlieferung von auszustellenden Erzeugnissen der Landwirthschast, landwirthsch. Maschinen und Geräthen wolle bis spätestens zum 2. September zu, daß die erforderlichen Anlagen in Bremen voraussichtlich in wesentlich kürzerer Zeit fertig gestellt werden können, als in Hamburg. Der Anschluß Bremens und der Unter-Weser erfolgt gleichzeitig mit dem Anschluß Hamburgs an das Zollgebiet. Ausgeschloffen bleiben die Hafenanlagen in Bremerhaven, die angrenzenden Petroleumlager und ein im Nordwesten der Stadt Bremen am rechten Weserufer belegenes Gebiet. Innerhalb dieses Bezirks bleibt der Schiffsverkehr, die Ein- und Ausladung, sowie die Lagerung und Behandlung der Maaren von jeder Zoll-Controle befreit. Von der Conferenz preußischer Bischöfe, die vorige Woche in der uralten Bischossstadt Fulda stattfand, ist als besonders wichtig hervorzuheben, daß die BischosS-Conferenz in einem Immediatgesuche an den Kaiser die Besetzung der noch unbesetzten katholischen Psarrstellen in Folge der früher erfolgten Absetzung der betr. Pfarrer durch Begnadigung derselben erbeten hat. Ebenso glaubt man, daß die Conferenz der Bischöfe bezüglich der Errichtung einer katholisch-theologischen Fakultät an der Universität Marburg und der Frage der Vorbildung der katholischen Geistlichen wichtige Schritte erzielt hat. Wie in Marinekreisen verlautet, hat der Reichskanzler Fürst Bismarck sich in energischer Weise der Geestemünder Firma „Rablen" angenommen, deren Proviant-Kutter von englischen Fischern ausgeraubt worden- Der Reichskanzler soll nicht allein in dieser Angelegenheit eine ernste Note nach London abgesandt, sondern auch directe Weisung an die kaiserliche Admiralität ertheilt haben, in Folge welcher diese das Wilhelmshavener Stations-Commando angewiesen hat, schleunige maritime Maßregeln zur weiteren Verfolgung der Angelegenheit zu ergreifen. Das Handschreiben des Kaisers von Oesterreich, durch welches bezüglich mehrerer Orden eine Statutenänderung verfügt wird, durch welche die Verleihung des Adels aufgehoben wird, findet bei der öffentlichen Meinung eiiie zustimmende Aufnahme. Es wird in Oesterreich anerkannt, daß es von hohem Werthe für das Bürgerthum ist, daß feine natürliche Ausgabe im Staate aus dem Munde des Monarchen uneingeschränkte Anerkennung erfährt. An die Adresse des Bürgerthums wende sich das Handschreiben des Kaisers, und sein Inhalt laute: „Die ihr Bürger seid, bleibt Bürger und erfüllt als solche euere Mission!" Die Verdienste des Bürgers werden auch künftig der vollen Würdigung begegnen, die äußere Auszeichnung werde denjenigen nicht fehlen, die sich ihrer würdig gemacht haben, aber der Bürger soll es nach der Absicht des Monarchen sein, der decorirt wird — nicht der Zukunsts - Aristokrat. Das „Neue Wiener Tagebl." betont, daß das kaiserliche Handschreiben gewiß den berechtigtsten Motiven entsprungen fei; sein Zweck könne nur darin bestehen, den Ausschreitungen des Ehrgeizes und der Eitelkeit entgegenzuwirken. Während der General-Debatte über die'Versassungs- Mevision gab es am Freitag in der Nationalversammlung zu Versailles Wieder einen großen Tumult, da die monarchische und radikale Opposttion nicht zugeben wollte, daß nur solche Punkte in der Nationalversammlung verhandelt werden dürften, welche vorher von den Kammermehrheiten beschloffen worden seien. Die Sitzung mußte zeitweise vertagt werden. Als die Ruhe wieder hergestellt war, schritt man zur Specialdebatte der einzelnen Artikel Der Verfassungs- Revision. Ein von Barodet emgebrachtes Amendement, welches die Einberufung einer constituirenden Versammlung verlangt, wurde bei der Vorfrage mit 493 gegen 286 Stimmen abgelehnt. Barodet und sechs andere Deputirte, welche das Amendement mitunterzeichnet hatten, verließen hierauf den Saal. Die egyptische Affaire hängt auch Seitens der englischen Regierung jetzt vollständig in der Schwebe und wendet man sich in England wieder den inneren Angelegenheiten zu. Im Oberhause stellte Lord Redesdale die Anfrage, ob die Regierung in der Herbstsession die Neueintheilung der Wahlkreise zugleich mit der Bill über die Erweiterung des Stimmrechts einbringen weroe. Lord Granville ertheilte hierauf eine verneinende Antwort. Die Unruhen in Brüssel anläßlich der erregten Kammerverhandlungen wegen Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen Belgiens mit dem päpstlichen Stuhle haben sich, Dank entsprechender Vorbeugungs-Maßregeln, nicht erneuert. Die betr. Vorlage, welche die belgische Regierung zur Ernennung eines Gesandten beim päpstlichen Stuhle ermächtigt, wurde mit 73 gegen 44 St. angenommen. Telegraphische Depesche». Wolfl'A telegr. Torrefpondenz-Dvrea«. Berlin, 11. Aug. Der Gesandte beim päpstlichen Stuhle, v. Schlözer, hat sich heute Vormittag auf einige Tage von hier zum Fürsten Bismarck nach Varzin begeben. Bonn, 11. August. An dem gestern und heute stattgehabten großen Wettstreite deutscher Männer-Gesangvereine haben sich im Ganzen 56 Vereine betheiligt. Der Aachener Gesangverein „Hilaria", der bei dem gestrigen allgemeinen Wettstreite bereits den ersten Preis, eine vom Fürsten von Hohenzollern gestiftete goldene Medaille erhalten hatte, trug auch bei dem heutigen engeren Wettstreite Den Sieg davon und erhielt den in einer großen goldenen Medaille bestehenden Ehrenpreis Sr. Maj. des Kaisers und eine von Ihrer Maj. der Kaiserin gestiftete prachtvolle Vase. Brüssel, 11. August. Die Kammer hat den Antrag der Linken aus Vertagung der Berathung des neuen Schulgesetzes mit 66 gegen 35 Stimmen verworfen. Die Kammer trat darauf in die Debatte des Schulgesetzes. Versailles, 11. August. Die Nationalversammlung hat den ersten Artikel der Revisions-Vorlage mit 523 gegen 139 Stimmen angenommen, nachdem zwei hierzu gestellte Amendements verworfen worden waren. London, 11. August. Der „Times" wird aus Durban gemeldet, die Regierung des Kaplandes habe eine Proklamation erlaffen, in welcher sie erklärt, daß sie die Walfisch-Bai nebst dem anliegenden Gebiet annectire. — Wie es heißt, würde der Effectivbestand der englischen Armee in Egypten mit Rücksicht auf die projectirte Expedition nach Khartum aus 10,000 Mann erhöht werden. London, 11. August. Unterhaus. Gladstone erklärt: Der Schutz, den die Regierung Australien bezüglich Neu-GuineaS zugesagt habe, erstrecke sich auf die Süd- tüste Neu-Guineas, östlich von dem Gebiete welches holländischersettS beansprucht würde: die nördlich liegenden LandeSthetle und die nördlichen und östlichen Inseln leien ausgeschlossen. Innerhalb der englischen Schutzlinien würden die Eingeborenen gegen Ungesetzlichkeiten seitens der Engländer, sowie der Ausländer geschützt werden Askley fügt hinzu, für Neu-Guinea werde ein Obercommissar ernannt werden der von dem Gouverneur der Fidschitnseln ganz unabhängig sei. Hatttngton erwiderte auf Anfrage, die Vorbereitungen für die Expedition, um Gordon Hülfe zu bringen seien getroffen. — Fthmaurlce theilte mit, daß der baldige Abschluß eines Handelsvertrags mit Mexiko zu erwarten sei, welcher auf eine Reihe von Jahren die Behandlung der metstbegünsttgten Nation gewähre. Northcote regte zur Diskussion über Egypten an. Er verlangte unter Angriffen auf die Politik der Regierung näheren Aufschluß über die Misston Northbrook'S. Gladstone tritt für die Politik der Regierung ein, lehnte jede wettere Auskunft über die Mission Northbrook'S ab und verthetdtgte das englisch,französische Abkommen, jedoch nicht um dasselbe zu dtskutiren, denn daS Abkommen sei jetzt tobt und war für andere Verhältnisse berechnet, die jetzt vorüber seien. Der „Daily Telegraph" bestätigt, daß die in Ottensen verhafteten vier Mattosen eines englischen DampferS Mitglieder eines in Hüll durch einen Zweigverein vertretenen kommunistischen Arbeitervereins feien. Die Hüller Polizei hätte bereits seit geraumer Zeit baS Treiben dieses auS zahlreichen Mitgliedern bestehenden Vereins überwacht, jedoch bisher keine Veranlassung gefunden, gegen denselben einzuschreiten. Konstantinopel, 11. August. Der vor einiger Zett von Briganten entführte Sohn deS Consuls m Rodosto wurde gegen ein Lösegelv von 4000 tückisch Pfund, worauf die Briganten ihre ursprüngliche Forderung von 7000 Pfd. ermäßigt hatten, in Freiheit gesetzt. , Ikom, 11. August. Der „Offervatore Romano" meldet, der preußische interimistische Geschäftsträger bei Der pästlichen Kurie, Gras Monts, habe dem Kardinal'Staatsskcretär Jacobivi gegenüber Den angeblichen Bericht des Corre- fponbenten eines Hamburger Blattes über eine Unterredung mit dem preußischen Gesandten v. Schlözer für völlig unrichtig erklärt. — Im Laufe des gestrigen Tages wurden in den inficirten Ortschaften der . Provinzen Genua, Maffa e Carrara und Turin 11 neue Cholerafülle con- statirt, von Denen 7 tödtlich verliefen. Außerdem ist eine am Samstag an Der Cholera erkrankte Person gestorben. New-Aork, 11. August. Das gestrige Erdbeben erstreckte sich längs der ganzen Küste von Maine dis Maryland und westlich bis zum Alleghany- Gebirge. Die größte Heftigkeit erreichte dasselbe in Hartford in Connecticut, wo mehrere Personen zur Erde geworfen und verletzt wurden. In verschiedenen Quartieren von New-Iork und andern Städten stürzten sich die Bewohner unter Schreckensrufen aus Die Straßen und die Polizei hatte Mühe, dieselben zur Rückkehr in ihre Wohnungen zu bewegen. Eine gleiche Aufregung herrschte in den Badeorten Longbranch, Coney-Island und Long-Jsland. In Boston rour* den 6 Erdstöße verspürt, bei welchen die Gebäude in beunruhigender Weisl schwankten. Man hält dieses Erdbeben für das stärkste, das seit 100 Jahren in den Vereinigten Staaten an Der atlantischen Küste stattgefunden hat. L o fa l e S. Gieße«, 12. August. sTurnerts cheS.j Der Gießener Turnverein wird sich an dem vom 16.—19. August stattfindenden Msttelrhelnischen Krerssest in Wiesbaden mit ca. 30 Turnern bethetltgen; an dem Wettturnen, welches am 18. d., Morgens 6V2 Uhr begtunt, betheiligen sich 3 Turner. — Die Leser machen wir hiermit nochmals auf die in Wenzels Hotel Bellevue ausgestellte Gemälde-Sammlung aufmerksam. Der Besuch war bis dato sehr gering und ist der Besitzer durch verschiedene Umstände gezwungen, einen Therl der Gemälde bedeutend unter dem Ausstellungspreisr zu verkaufen. Wir machen deshalb darauf aufmerksam, weil der Verkauf und die Ausstellung nur noch bi« Donnerstag Abend dauert und für Viele es sich nicht leicht wieder Gelegenheit bieten dürfte, zu billigem Preise eiu gutes Gemälde zu erwerben. — Bei dem gestrigen Gewitter, welches nach 7 Uhr über unsere Stadt zog, schlug der Blitz in eine Erle auf der Insel oberhalb des Badenburger WehreS ein und zer- splitterte den Baum. ________________________ Vermischte-. Karlsruhe, 5. August. Gestern früh hat vor der hiesigen Strafkammer ein Monstreprozeß gegen den Handelsmann Hirsch HauSmaan voa Flehtngen begonnen, für den vorerst 4 Tage in Aussicht genommen sind. Hausmann ist angeklagt des gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Wuchers, der Erpressung, deS Betrugs, der Vernichtung und Fälschung von Privaturkunden. Die Anklageschrift bildet ein umfangreiches Werk von nahezu 80 Seiten und beim Durchlesen derselben weiß man nicht, ob man fich mehr über die bodenlose Frechheit des Angeklagten oder über die naive Auffassung von GeschaftSangelegenheiten — gelinde ausgedrückt — der Hineingefallenen wundern soll. Der Beklagte, 48 Jahre alt, betrieb schon seit Ausgang der 60er Jahre in den Ortschaften der Amtsbezirke Bretten und Epptngen und in den Württemberg- schen Oderämtern Brackenheim und Maulbronn einen ausgedehnten Btehhandel, mit dem er das gewerbsmäßige Ausleihen von Geld in nutzbringender Weise zu verbinden wußte. Mit geringen Mitteln beginnend, ist derselbe heute ein reicher Mann, dessen Geschäftsausftände — ganz abgesehen von seinem bedeutenden Liegenschaftsbesitz in zahlreichen Orten — allein nur nach den in GerichtShänden befindlichen Schuldschemen und Pfandbriefen berechnet, sich nahezu auf 300,000 JL, für bte ihm mehr als 400 Schuldner haftbar sind, beziffern. „Die Schamlosigkeit und rücksichtslose Härte aber", so heißt es in der Anklageschrift, „mit der Hausmann lange Jahre hindurch nicht nur die vorhandene Nothlage der bäuerlichen Bevölkerung in den von ihm heim- gesuchten Orten auSzubeuten verstand, sondern auch durch Benutzung des Leichtsinnes und der Sorglosigkeit derselben feinen Schuldner erst in Noth und Armuih brachte» hat ihn zum gefürchteten Dränger eines ganzen LandesthetleS gemacht, der tn seiner strafgertchtltchen Verfolgung eine Befreiung von schwerem Drucke sieht." Schon im Jahre 1873 wurde der „gerichtskundige Wucherer" HauSmann wegen Kapitattenten- steuerdefraudatton bestraft und im Jahre 1881 vom Lanogericht Heilbronn wegen Betrugs zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Zu Anfang dieses Jahres wurde derselbe der betrügerischen doppelten Liquidstellung angezeigt und diese Anzeige gab dem hiesigen Landgerichte Veranlassung, sammtliche Papiere HauSmann's mit Beschlag zu belegen. Das Ergebniß der Durchsicht der in 58 SpecialfaScikeln und 12 BetlagefaSc keln zusammengehefteten Schuldscheine, Pfandbriefe, Verweisungen, Quittungen, gerichtlichen Ausfertigungen und Urtheile und die darauf gestützte Vernehmung von mehr alS 200 Zeugen gab zu dem heute beginnenden Proceß die genügende Grundlage. DaS Verfahren Hausmann's bestand im Wesentlichen darin, daß er Leuten, die sich in Geldverlegenheiten an ihn wendeten, bte gewünschten Darlehen gegen Verschreiben höherer Summen und sehr häufig auch noch besonderen Provifionen für den Fall der Nichtrückzahluug innerhalb äußerst kurz gestellter Fristen aushändigte. In sehr vielen Fällen wurde neben der Provision noch alS „Zählgebühr" eine namhafte Gegenleistung, meist für die Haushaltung Hausmann's, je nach Bedarf BekleldungSgegenstände, Gänse, manchmal auch Tagelohnarbeit versprochen, wie denn in einzelnen Fällen HauSmann ihm gehörige Grundstücke von dem Schuldner gewissermaßen im Frohnde- weg bebauen ließ. Auf seinen Rundgängen bei den Schuldnern wußte Hausmann gewöhnlich durch Klagedrohung ein neues Geschäft durchzusetzen und die maßlosestm Preise zu stellen, dazu noch Provisionen der unsinnigsten, 200—300 p6t. übersteigenden Hohe. Einen der Hauptpunkte der Anklage bilden die sogenannten Abrechnungen des Angeklagten, in denen meist aus den Zinsen und Provisionen eine neue Schuld zusammengerechnet wurde, wobei jedoch die früheren Schuldscheine in Kraft blieben. Dabei beruhte auch die äußere Form auf betrügerischen Manipulat onen, indem H. Gulden und Mark in einer Abrechnung durcheinander auffttllte und so bei den ohnehin beschränkten Schuldnern eine Verwirrung hervorrief. Dieselben verließen sich eben auf „bte Richtigkeit bes Scheine«" und „bie Ehrlichkeit bes Gläubigers". Und durchschaute ja ein Schuldner die Manipulationen Hausmann's, so wußte derselbe durch Klage- drohung ober Anerbieten neuer Darlehen seinen Mann hinzuhalten. In seiner Wohnung zu Flehtngen hielt HauSmann an Sonntagen förmliche „Amtstage" ab, an benen bte Leute oft von Morgens bis in bte späte Nacht warten mußten, bis sie von ihm gerufen, burch stundenlanges Reden und Rechnen ermüdet und durch den Genuß von Spirituosen aus Hausmann's Keller betäubt, willenlos unterschrieben, was ihr unersättlicher Gläubiger zusammengerechnet hatte. Dm Schluß bildete gewöhnlich Vergantung des Anwesens des Schuldners oder ein hoher Pfandeintrag für Hausmann. Geschäftsbücher irgend welcher Art fanden sich nicht vor. Interessant ist, daß in Folge der Wirksamkeit beS Wuchergefetzes vom 24. Mai 1880 bte wucherischen Provisionen au8 den Schuldscheinen verschwanden und bte Bewucherung tn der verschleierten Form Turnverein wird fitb Wt in Wiesbaden am d., Morgens irnzeis HM Bellevue r bis dato sehr gering in Theil der Gemälde lachen deshalb daraus iS Donnerstag Abend in dürste, zu billigem "bwatf»t'a% *«ie[elben iyr Regung herrschte in Jn Boston M-. llnruhigender Weise is seit 100 Jahren Kunden hat. isere Stadt zog, schlug WehreS ein und zer- mrwäb'.ger, weist in erzwungenen Verträgen ausbedungener Kaufpreise und Aufgelder sorlgesttzt wurde. Den Grund zu diesem jahrelangen wucherischen Treiben findet die Anklage In der großen Abneigung der Landbevölkerung, dritten Personen Einblick in Ihre VermögenSverhältnisse zu gestatten, ferner in der fett 10 Jahren bestehenden gedrückten Lage der Landwtrthschaft. In der heutigen S'tzung wurden sech« Fälle behandelt, der denen nach Zeugenaussagen daS wucherische und bettügerische Treiben deS Angeklagten erdl ch erhä tet wurde. Karlsruhe. 9. August. In dem Wucherproceh wurde HauSmann nach sechS- tägiger Verhandlung zu sechs Jahren Gefängntst. 8000 JL Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust verurtheilt. . , r . Schermbeck. 6. August. KieSbaggerer haben auS der Lippe bei Schermbeck einen oorweltltchen. versteinerten, vollständig gut erhaltenen Backenzahn eines MammuthS (Elephas primigenius) gehoben. ES 'st ein sogenannter Blätterzabn, der eine Länge von 28 Ctm. eine Bre i< von 15 Ctm. und eine Dicke von 8 Ctm. hat. Die Krone dieses RiejknzahneS bildet eine Ellipse, von welcher der große Durchmesser 16 Ctm. und btr kleine 8 Ctm ist; sie enthalt somtt einen Flächeninhalt von 113,04 Qu.-Ctm. DaS Gewicht ist 25 Kgr. Ganz besonders ist hier zu erwähnen, daß der Schmelz oder das Zahnbein, die äußere Bekleidung dieses Zahnes, sehr gut erhalten ist, wetzhald man die Blätter desselben auf der Kronenfläche deutlich unterscheiden kann. Dieser oo geschichtliche Fund b>findet sich in dem Besitze dcS GasthofbtsitzerS Bümmtng htersttdst^^^. g Die Hinrichtung deS Anarchisten und mehrfachen Mörders Hermann Stellmacher wurde bereits 5 Minuten vor der festgesetzten Zett um 5 Uhr Vollzogen Die Straßen vor dem LandeSgertcht waren von der StcherhettSwache ab« gesperrt, doch war. weil über die Hinrichtung nichts in die Olffentttchkett gedrungen war, keinerlei Zudrang Neugieriger -u verspüren. So waren denn außer massenhast vertretenen Just'zsoldaten kaum 20 Personen anwesend. Die Hinrichtung wurde nickt im gewöhnlichen Leichenhofe, sondern ausnahmsweise 'm ersten Btnnenbof deS Gerichts- gebäudes vollzogen. Stellmacher schritt mit gebundenen Händen ruhig und gefaßt hinter dem Kerkermeister her zum Pflock, wo der Scharfrichter Willenbacker, sichtlich aufgeregt, feiner wartete. Der Scharfrichter that nun rasch seine Pflicht. Der TodeS- kampf war h-ftig und dauerte vier Minuten. Der Pfarrer Koblisckrk sagte, Stellmacher habe seinen Zuspruch hartnäckig zurückgewtesen und sei in seinen Jrrthümern gestorben. Das sonst üvltcke Todtengebtt unterblieb. Stellmacher blieb trotzig bis zum letzten Augenblick; er hinterließ seinem Verthetdiger einen Adschiedsbrtef au seine Frau, welche er crmabme, ihre zwei Kinder gut zu erziehen. — sVacante Stell,n für Militäranwärter im Bezirk diS 11. Armeekorps Bezirk des König!. Eisenbahn«BetrtebsomteS Altena. 9 Aspiranten für den StationS- und Cxpeditionsdtcnst. beim Eintritt 75 JL Monatsremuneration, steigend. — Auf der Strecke Cassel-Frankfurt, bezw. Friedberg «Hanau, Eisenbahn « Betrtebsamt zu Cassel, 4 StationSaspiranten, je 75 JL monatlich, steigend. — Blankenhain. Dircctorium dcS Karl - Friedrich «HoSpttals, 2 HülfSwärter bet Geisteskranken und SiechtN, V 220 JL jährlich und freie Station. — Büdingen. Postamt, Landbrtef- träger, 550 JL Gehalt jährlich und 60 J4. Wohnungsgeldzuschuß. — Casiel, Bahnpostamt Nr. 26, Postschaffner, 800 JL Gehalt jährlich und 180 v4L WohnungSgeld- zusckuß. — Guntersblum. Postamt, Postverwalter, 950 JL Gehalt jährlich und 180 JL WohnungSgeldzuschuß. — Weblhrtden. Köntgl. Strafanstalt. 900 JL Gehalt jährlich und freie Dienstwohnung; Aussicht auf Verbesserung. — Wiesbaden, Postamt, Landbriefträger, 720 JL Gehalt jährlich und 180 JL WohnungSgeldzuschuß. Daselbst , Bürgermeisteret, 4 Nachtwächter, je 504 JL. jährlich. — W'ndecken, Amtsgericht. GerichtSdtener, 800 JL Gehalt jährlich nebst dem gesetzlichen WohnungSgeld- -usckust. ___ Literarische-. Laueregurkenzeit und Entenbraten. Alle Zeitungen haben ihren Lesern bereits vermeldet, daß jetzt die Rett der saueren Gurke und mit ihr die der Enten da sei. Die Entenjagd der Presse hat begonnen. Interessant dürfte nun die Mtttbeilung sein, daß eS der Verlag von Richard Eckstein Nachfolger (6or! Hammer) in Berlin unternommen hat, eine ganze Entenzucht, in sauberem Bändchen vereinigt, in die Welt zu führen. DaS Werkcken hat Schulte v. Brühl, einen jüngere», höchst begabten und humorvollen Schriftsteller und Caricaiuristen, von dem auch demnächst bei Braun u. Schneider in München ein humoristisches, reich IllustrirteS Merkchen erscheint, -um Vcrfaffer und betitelt sich: Meine Entenzucht. — Schulte v. Brühl ist derzeit Redacteur einer mitteldeutschen Zeitung und, wie eS beißt, find die in dem Büchlein vereinigten Entrn bereits in vielen Zeitungen gedruckt erschienen und haben fast ganz Dttitschland durchschwommen. Man darf auf daS in seiner 2H einzig in unserer Literatur dastehende, originelle Merkchen gespannt sein und werden wir beim Erscheinen desselben nüber darauf zurückkommen. Eingesandt. ", n Gießen, 12. August. Gestern Nackmittag kurz nach 4 Uhr hatten die Passanten der Lahnbrücke Gelegenheit, einen seltsamen Vorgang wahrzunebmen. Es Ihf nämlich ein Soldat, wie ihn Gott geschaffen, vom Badeplatz deS Militärs, also jenseits der Lahn dem Ufer entlang über die Lahnbrücke. biS es Herrn Bade-Annalt«Besitzer Franz gelang, am Neustädter Viadvct dem Menschen den Weg abzufverren und festzuhalten. AuS welcher Veranlassung der Mann solchen ungewöhnlicktn Gang genommen, konnte Einsender nicht bestimmt genug erfahren. Hoffentlich wird jedoch die Sacke von zuständiger Seite einer näheren Betrachtung unterzogen. x. Y. Z. Handel und Verkehr. Gießen, den 12. August. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund vA 0.80—1.00, Hühnereier pr. Stück 5—6 Enteneier pr. Stück 6—0 Käse St. 4—7 Käsematte 3—0 Erbsen pr. Liter 22 O», Linsen 32 Tauben per Paar 0,50—0.60 Hühner per Stück JL 1.00—1.60, Hahnen pr. Stück JL 0.50—0.70, Enten per Stück v«. 1.10—1.30, Gänse per Stück 0.00—0.00, Welsche JL 00.00—00.00, Ochsenfleisch per Pfund 68—70 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 50—60 Hammelfleiich 60—70 Kalbfleisch 50—54 4. Kartoffeln per 100 Kilo JL 5^0—7.00, Milch per Liter 13—18 H, Zwiebeln per Ctr. 10—11. Frankfurt, 11. August. (Getreide-Preise.l Weizen eff. hiesiger und Wetterauer JL 18‘/4—’.j, fremd. JL 18-Vg, Roggen eff. hies. X 16—fremd, jl 15—16»/., Gerste eff. hies. u. Wetteraucr JL 00—00, fremde JL 00—00, Hafer eff. hiesiger ** 15—Vr, fremder JL 15—3/«. — Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. v4L 37. Branntwein eff. ohne Faß JL 42. Frankfurt, 11. August. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- ftieben waren 300 Ochsen, ca. 20 Bullen, ca. 500 Kühe und Rinder, ca. 225 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. 70—00, 2. Qual. JL 60—66, Kühe und Rinder 1. Qual. 60-00, 2. Qual. JL 40—50, Kalber 1. Qual. JL 60-00, 2. Qual. v4L 52—54 per 100 Pfund Schlachtgewicht. 3m? gest. Beachtung. Schriftliche Anfragen wegen Auskmfftserthrstung über Inserate k. können h*c nur daun beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt t'st. Heber Jnicrate bezüglich deren Offerten ehuu reiften sind, ist die n «i keinerlei Auskunftsenhciluugen befugt. Off«» scheine« J SäiS Ä’nfe ischt" Lütttl W Allgemeiner Anzeiger. Im Kamen des Grohher^ogs! In der VrivatKlagesache der Ehefrau desJacobKrämerlV. D! a r g a r e t h a geb. Hohen st ein in Steinbach, vertreten durch Großh. Rechtsanwalt Dr. Reatz, Privatklägerin, gegen den Karl Krämer IV. in Steinbach, Angeklagten, wegen Beleidigung hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen in seiner Sitzung oom 26. Juni 1884 für Recht erkannt: Angeklagter wird wegen Beleidigung in eine Geldstrafe von fünfzehn Mark, eventuell in eine Haftstrafe von vier Tagen, und zur Tragung der Kosten des Verfahrens einschließlich der der Privatklägerin erwachsenen noth- wendigen Auslagen verurtheilt. Der Privatklägerin wird die Be- fugniß zugesprochen, das Urtheil in seinem entscheidenden Theile einmal im „Gießener Anzeiger" binnen einer Woche nach Zustellung einer Urtheilsabschrist auf Kosten des Angeklagten bekannt zu machen. (gez.) Gebhardt. F. d. A.: (L S.) Reidhart, Gerichtsschreiber. Für die Abschrift pro Dr. Reatz Dr. Zimmer nt ann, Gerichts-Accessist. 5310 5291 Zum Jugcndfest empfehle Cpheu- .kränzchen, pr. Stück 20 u. 25 H, sowie Aähnchen in allen Farben. F. Rüger, Kreuz. Submission. Die zux Erbauung eine- Maschinenhauses erforderlichen Lieferungen und Arbeiten, und zwar: «X Backsteinlieferung, veranschl. zu 180,00 Maurerarbeit, „ „ 1927,77 Steinhauerarbeit: a. aus Lungsteinen, veranschl. zu 549,50 b. aus Sandsteinen, veranschl. zu 407,00 Zimmerarbeit, veranschl. zu 447,83 Dachdeckerarbeit, „ „ 263,64 Schreinerarbeit, „ „ 212,02 Schlofferarbeit, „ „ 239,40 Glaserarbeit, „ „ 96,28 Weißbinderarbeit, „ „ 283,58 Spenglerarbeit, „ „ 85,10 sollen mittelst Submission vergeben werden. Die Offerten hierfür sind bis längstens Montag den 18. l. Mts., Uormittags 11 Nhr, auf dem städtischen Baubureau, Gartenstraße 2, einzureichen, woselbst vorher in den üblichen Amtsstunden die einschlägigen Pläne, Voranschläge und Uebernahmsbedingungen zur Einsicht offen liegen. Gießen, den 12. August 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 5312 A. Bram m. Die Anfertigung von Steppdecken übernehme in schönster Ausfühmng zu billigen Preisen. Herrn. Äug. Müller^ 3278________Seltersweg.______* 5309 Gesucht ein junges ordnungsliebendes Mädchen aufs Land, zu einer ruhigen Familie. Marburgerstr. 7. Mittwoch den 13. d. M., Nachmittags 2 Uhr, soll die der Friedrich Fürst Wwe., entweder im Ganzen oder getheilt, einer freiwilligen Versteigerung an Ort und Stelle ausgesetzt werden. Gießen, den 9. August 1884. Großherzogliches Ortsgericht. 5282 Lüdekiug. Bekanntmachung. Zur Vergebung der Lieferung des bei der untengenannten Verwaltung erforderlichen Bedarfs an Lager» stroh. ca. 616 Gentner, ist ein öffentlicher Submissionstermin auf Dienstag den 19» August er., Vormittags 10 Uhr, in deren Bureau, anberaumt, woselbst die Lieferungsbedingungen zur Einsichtnahme ausgelegt sind. 5285 Gießen, den 9. August 1884. Großh. Garnison-Verwaltung. Donnerstag den 14. 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