Nr. 16L Zweites Blatt. Sonntag den 13. Juli 1S84 Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ■®wrNMlt Schukstraße 7. Erscheint 1 »glich mit Abnahme M Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Ps. mit Brmgerlvtzn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHeit. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach § 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Provinzialausschuß während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Laus der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen. Gießen, am 8. Juli 1884. Der Provinzialausschuß der Provinz Oberheffen. _________________Dr. Boekmann, Provinzial-Director.__ Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach § 10 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Kreisausschuß während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Lauf der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen. Gießen, am 8. Juli 1884. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen. Dr. Boekmann. Wochenschau. Gießen, 12. Juli. Kaiser Wilhelm hat in dieser Woche seine vom besten Erfolge 'begleitet gewesene Emser Brunnenkur beendet und ist nach einem eintägigen Besuch, den er seiner hohen Gemahlin in Koblenz abstattete, am Mittwoch Abend auf der Bodensee-Jnsel Mainau eingetroffen. Hier wird der Kaiser im Kreise der Grobherzoglich Badischen Herrschaften bis zum 14. Juli verweilen und noch am genannten Tage über Rosenheim, wo er Nachtquartier nimmt, nach Gastein abreisen, woselbst die Ankunft am 15. Juli, Nachmittags in der fünften oder sechsten Stunde, erfolgt. In unserer inneren Politik ist eine gewisse Stagnation unverkennbar, die auf Rechnung der nunmehr vollständig eingetretenen politischen „saison morte“ zu setzen isi. Als einziges bemerkenswerthes Ereigniß aus dieser Woche kann der am Mittwoch erfolgte Schluß der Arbeiten des Bundes- rathes hervorgehoben werden. Es ist indessen kein eigentlicher Sesstonsschluß eingetreten, sondern nur eine Vertagung auf unbestimmte Zeit und wirb der Bundesrath wieder zusammentreten, sobald Material für ihn bereit liegt. Wahrscheinlich dürste solches für die nächste Sitzung die Bremer Zollanschluß- Angelegenheit liefern, welche vorläufig noch den Berathungen der ständigen Bundesraths-Ausschüsse unterliegt. Aus der Mittwochssitzung selbst ist die Wahl des Vorsitzenden und vier nicht ständiger Mitglieder des Reichsversicherungs- Amtes zu erwähnen. Eine aufregende Nachricht, diejenige über das Auftreten der Cholera im Bodensee-Gebiet, ist glücklicher Weise fast unmittelbar nach ihrem Austauchen amtlich dementirt worden. Diese allarmirende Meldung wird durch das osficielle Dementi der badischen Regierung darauf zurückgesührt, daß in dem schweizerischen Orte Kreuzlingen bei Konstanz ein zweijähriges Kind an Brechruhr starb, was das Gerücht hervorrief, in Kreuzlingen sei ein Cholera- Todessall vorgekommen, dem in Konstanz mehrere Cholera-Erkrankungen gefolgt seien. Was den Stand der Epidemie im Süden Frankreichs anbelangt, so ist derselbe insofern ein etwas veränderter, als sich die Zahl der täglichen Cholera- Todesfälle in Marseille und Toulon vermehrt hat; am 8. Juli kamen auch in Aix drei derartige Fälle vor. Im Touloner Comitä für Gesundheitspflege -sprach sich Geheimrath Dr. Koch dahin aus, daß die Cholera nach Toulon importirt sei und daß dieselbe sich nicht durch die Luft und die directe Berührung mit Cholerakranken übertrage, sondern durch Excremente von Cholera- kranken. Früchte, Wasser, Getränke seien die gefährlichsten Beförderungsmittel. Die auf Bahnhöfen getroffenen Desinfections-Maßregeln hätten keinen Werth, wor Allem sei die Desinfection der Kleider und Maaren nothwendig. — Von ben in Deutschland zur Abwehr der Epidemie getroffenen Maßregeln ist die vom Hamburger Senat der zuständigen Behörde in Kuxhaven zugegangene Verfügung zu erwähnen, wonach für alle aus dem mittelländischen Meere und speciell aus Marseille und Toulon kommenden Schiffe eine Quarantäne angeordnet wird. Die Verfügung ist sofort in Kraft getreten. In Oesterreich ist nunmehr der erste Abschnitt der Landtagswahl- Campagne, die Wahlen in Mähren und Nieder-Oesterreich, vorüber. Während dieselben den herrschenden Besitzstand der deutsch-liberalen Partei auf dem niederösterreichischen Landtage aufrecht erhalten haben, ist dem Deutschthum in Mähren dadurch, daß fast die Hälfte der Städte diesmal czechische Abgeordnete wählte, eine empfindliche Niederlage bereitet worden. Zur selben Zeit haben die Czechen auch in Böhmen einen bemerkenswerthen Triumph gefeiert, indem bei den Neuwahlen zur Prager Handelskammer 33 Czechen und nur 16 Deutsche gewählt Wurden, in Folge dessen nun auch die Mandate, welche die Prager Handelskammer zum böhmischen Landtage und zum Reichsrathe besitzt, in Zukunft nur noch von Czechen ausgeübt werden. In Frankreich bilden die Revisionssrage und der Streitfall mit China die Brennpunkte des politischen Interesses. Erstere gewinnt jetzt dadurch an Bedeutung, daß ein Theil des Senates entschieden gegen den Revisions-Entwurf in der Gestalt, wie ihn die Kammer angenommen hat, ist und kommt diese Opposition schon dadurch zum Ausdruck, daß sich in der Senatscommission zur Vorberathung der Versassungs-Revisions-Vorlage Freunde wie Gegner der letzteren in gleicher Zahl gegenüberstehen. Die Negierung des Herrn Ferry wird sich aber in der Durchführung der Verfassungs-Revision in ihrem Sinne kaum durch den Widerstand des Senates beeinflussen lassen. In die Affaire mit China ist noch kein neues Moment gekommen und handelt es sich vorläufig noch immer darum, ob die chinesische Regierung gewillt ist, die von Frankreich wegen des Zwischenfalls von Langson geforderte Entschädigung zu leisten. Zur Zeit dauern die bezüglichen Verhandlungen hierüber zwischen den beiderseitigen Bevollmächtigten in Peking wie in Paris noch fotr, man erwartet aber in Paris schließlich ein Nachgeben Chinas. Die Arbeiten der Londoner Conferenz haben auch in dieser Woche keine wesentliche Förderung erfahren. Nur die finanziellen Beigeordneten hielten wiederholt Sitzungen ab, um zunächst die finanziellen Vorfragen baldigst zu erledigen. Von größerem Interesse ist aus London die Meldung, daß das Oberhaus die Wahlreformbill in zweiter Lesung abgelehnt hat. Hiermit kann man diese Maßregel, durch welche nicht weniger als zwei Millionen Wahlstimmen bei den allgemeinen Wahlen neu geschaffen werden sollten, einstweilen als gescheitert betrachten. Es wird dem Cabinet daher nichts weiter übrig bleiben, als im Herbste eine neue Session einzuberufen und dem Parlamente die Resormbill abermals vorzulegen und sollte dieselbe wiederum vom Oberhause trotz der Zustimmung des Unterhauses abgelehnt werden, so müßte nach der Verfassung die Regierung zur Auslösung des Unterhauses schreiten. Diese Taktik der conservativen Opposition ist nicht ungeschickt und wenn sich die Verhältnisse im Sudan und in Egypten bis zum Zeitpunkte der eventuellen Neuwahlen zum Unterhause nicht radikal ändern, so könnten letztere allerdings dem Cabinet Gladstone die von den Conservativen bis jetzt vergeblich gehoffte Niederlage bringen. Für Belgien bilden die Senatswahlen das Ereigniß der Woche. Nach dem Ausgange der Kammerwahlen konnte an dem Siege der klerikalen Partei auch bei den Senatswahlen nicht mehr gezweifelt werden und dieser Sieg ist in einem Umfange erfolgt, wie er selbst von den Liberalen nicht befürchtet worden war, denn die klerikale Mehrheit im Senat beträgt, abgesehen von den sich nothwendig machenden Stichwahlen, 17 Stimm«. Dieses Resultat hat denn auch in Belgien große Erregung hervorgerufen, die sich namentlich in Brüssel und Gent durch ernste Demonstrationen gegen die Anhänger der katholischen Partei kundgab. Durch das energische Einschreiten der Polizei wurde schließlich in beiden Städten die Ruhe wieder hergestellt. Die Nachrichten über eine zwischen Oesterreich und Montenegro eingetretene Verstimmung werden entschieden dementirt. Es hieß, Fürst Nikita habe sich bei den Mächten beschwert, well von Oesterreich angeblich Befestigungen an der herzegowinisch - montenegrinischen Grenze aufgeführt würden und Oesterreich habe den montenegrinischen Herrscher energisch aufgefordert, einen Cordon an der Grenze zu ziehen, um den Uebertritt von Insurgenten aus der Herzegowina nach Montenegro zu verhindern. Von Wien aus wird nun versichert, daß an beiden Meldungen kein wahres Wort sei und die Beziehungen zwischen Oesterreich und Montenegro den freundlichsten Charakter trügen. Die Wahlbewegung in der nord amerikanisch en Union wird mit der bevorstehenden definitiven Nominirung des demokratischen Präsidentschaftscandidaten sich zu ihrer vollen Höhe entfalten. Zu diesem Zwecke ist in dieser Woche die demokratische Nationalconvention in Chicago zusammengetreten und wird sich dieselbe vermuthlich für den Gouverneur von New-Iork, Cleveland, entscheiden. Great Aamaqua-Land. Von vr. Fr. Müller. , t . (Nachdruck verboten.) Was ich in meinem neulichen Artikel über die deutsche Colonte Angra-Pequcna avdeutete und als sichere Vermulhung hinstellte, ist nun schon etngetreten und es l eß sich auch ohne viele Mühe vorauSsehen. Deutsche Unternehmungslust und Thatkraft hat den Weg nach dem Innern bereits eingeschlagen und neue Entdecker sind wiederum unterwegs, um neue wette Gebiete, fruchtbarer als die sandig- Meeresküste, für deutsche Arbeit zu gewinnen. Ob die Reichsregierung alle diese Unternehmungen mit der Flagge Deutschlands decken wird, das kann man freilich noch nicht wißen, *emi auo> wir hören, noch keineswegs sicher seine Stelle wohl einstweilen un* der Universität Heidelberg ist nach festgestellte Programm ausgegebeu Rufe folgend, Erlangen verlassen werde, soll, wie sein. Im Falle des Weggangs Ehebergs dürfte besetzt bleiben. — Für die Feier des 500jährigen Bestehens dem „B. Tbl." von der Commission das vorläufig Vermischtes. Darmstadt, 9. Juli. Todesfälle gewaltsamer Art wurden im Monat Mar- im Großherzogthum Hessen 39 verzeichnet, darunter durch Verunglückung 18, durch Selbstmord 20, durch Mord 1. Im Monat Ap-tl kamen 48 Todesfälle gewaltsamer Art vor, und zwar durch Verunglückung 24, durch Selbstmord 21 und durch Mord unb tödtltche Körperverletzung 3. , v a Mainz, 9. Juli. Die „M. Z." erfährt, daß auf Anordnung des Großherzogin Kreisamts das Polizeiamt angewiefin wurde, während der großen H!tz: besondere sanitäre Maßregeln zu ergreifen. So müssen beispielsweise sowohl öffentliche als private Schlachthäuser von allem Unrath freigehalten und besonders muß durch Zuführung von Wasser verhindert werden, daß sich Gerüche verbreiten. Außerdem müssen die Straßenrrnnen täglich mehrmals begossen werden, damit keine Kehrichte oder sonstigen Ueberreste in Verwesung übergehen können. Die Wirthe werden angehalten, ihre Pissoirs und Aborte täglich mindestens zweimal mit frischem Wasser zu bespülen und Desinfektionsmittel anzuwenden. Offenbach, 8- Juli. Ein Schwindler eigner Art machte am Sonntag unsere Stadt unsicher. Er bestellte Spengler, Wagner, Specereihändler, Schuhmacher unb- Schneider in die Franksurterstraße, wo sie bedeutende Arbeiten oder Lieferungen erhalten sollen. Bei dieser Bestellung sprach er dann von der argen Hitze und dem starken Durst und wußte sich bet einigen der Geschäftsleute als Erkenntlichkeit für das in Aussicht stehende Geschäft einige Schoppen oder ein Trtnkg ld zu verschaffen. Gestern gingen mm die verschiedenen Geschäftsleute in die Frankfurterstraße, um das Geschäft fertig zu machen. Allein das war vergeblich, die Stute waren betrogen. Marburg. 8. Juli. Am letzten Sonntag Morgen fand ein Einwohner des Dorfes Münchhausen oberhalb seines Ortes, an der Landstraße nach Wollmar hin, einen Mann liegen, dm derselbe für krank hielt und mit sich in seine Wohnung nahm. Dort angelangt, zeigte es sich, daß der Aufgefundene einen angeschwollenen Arm hatte und, nach dessen Ursache befragt, erklärte derselbe, daß er von einem Nebenarbeiten dem Backsteinformer Philipp Götz aus Ronsdorf, während der gemeinschaftlichen Arbeit in Todenau (Amt Battenberg) anläßlich eines Wortwechsels mit einem Stück Holz auf den Arm geschlagen und am späten Abend in der Schiafhütte noch arg. mißhandelt worden sei und wolle er sich jetzt nach Marburg begeben. Etwa eine Stunde später erlag der Fremde seinen Verletzungen und bleibt cs der gerichtlichen. Untersuchung vorbehalten, wettere Aufklärung über diesen Vorfall ans Tageslicht zu bringen. München, 7. Juli. Wie die „Frelb. Nachr." melden, hat der Professor der Zoologie an der Universität Freiburg, Geh. Hofrath Dr. Weismann, einen Ruf an die Münchener Universität an Stelle des in Ruhe getretenen v. Siebold erhalten und angenommen. — Daß der Nationalökonom Dr. Eheberg, dem an ihn ergangenen worden. Die Feier soll vom 2. August 1886 ab sechs Tage währen. Se beg'nnt am Montag Abend mit der Versammlung der auswärtigen Deputat onen in der Festhalle^ welche auf einem noch zu wählenden Platze erbaut werden soll. Dienstag halten in der Aula die auswärtigen Deputirten ihre Ansprachen. Abends ist Fett auf dem Schlosse. Mittwoch: Feierlicher Aufzug der Mitglieder und Gäste der Universität, von dieser ausgehend, in die Heiligaeiftkirche. Festrede des Prorectors. Großes Festmahl, im Saale des Museums. Fackelzug der Studenten und solcher, welche es gewesen sind. Donnerstag: Verkündigung der Ehrenpromotionen und Frühstück für die erschienenen Ehrendoktoren- Freitag: Historischer Festzug oder historisches Festspiel im Schloßhofe. Abends: Festcommers im Bandhause des Schlosses. Samstag: Aus- flüge in die Umgegend. Schloßbeleuchtung, Feuerwerk auf dem Neckar, später Illumination der Stadt und Feuer auf den nahegelegenen Bergesgipfeln. Wegen des historischen Feftzuges will die Commission an hervorragende Künstler sich wenden, während das von der Stadt gewünschte Festspiel, wenn thunlich, von Victor v. Scheffel zu erbitten ist. Wiesbaden, 7. Juli. Der »Rhein. Erf." schreibt: Nachdem man lange nichts von räuberischen Anfällen in unseren von Promenadewegen durchzogenen Wäldern gehört hat, wurde am letzten Samstag Nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr ein hiesiger- Einwohner auf seinem Spaziergang von Dambachthal durch den Wald nach der Kanzelbuche von einem anständig gekleideten Manne mittlerer Größe trotzig um Geld angesprochen und, da er eS verweigerte, mit einer Pistole bedroht. Nachdem der Räuber so das Portemonnaie deS Spaziergängers erpreßt hatte, verlangte er auch dessen Uhr, welche der Betreffende aber nickt mitgenommen hotte. Doch ließ Jener ihn nickt eher ziehen, bis er alle Taschen desselben durchsucht hatte. Alsdann entfernte sich der Wegelagerer mit der Entschuldigung, er müsse so handeln, denn die Juden hätten ihn ruinirt. Ludwigshafen, 6. Juli. Eine schauerliche That wurde dieser Tage von einem Geistesgestörten auf dem Hemshof ausgeführt. Heber dieselbe und deren muthmaßliche Ursache wird folgendes mitgetheilt: Der 34jährige Fabrikarbeiter Theobald Hartung erhoffte von seiner Tante eine Erbschaft, doch änderte dieselbe einige Tage vor ihrem Tode das Testament, wodurch der Fabrikarbeiter von dem Genuß der Hinterlastenschafti gänzlich ausgeschlossen wurde. Dieses setzte er sich in den Kopf und ging schon seit einig» Zeit mit Mordplänen um, so daß seine geängstigte Frau den Vater des Arbeiters zur Beruhigung des letzteren kommen ließ. Heute Vormittag schloß Hartung die Fensterläden seiner Wohnung, dann ergriff er ein Beil und erschlug seinen 65 Jahre Vater mit demselben. Der Körper des Unglücklichen soll an verschiedenen Stellen « Ä ?oUU ber Dom Irrsinn befallene Mörder erschlagen, doch wurde dasselbe noch rechtzeitig von der Mutter der drohenden Gefahr ncJffiJrt wollte schließlich selbst das Leben nehmen, wurde hieran jedoch un^ ins^ptta^ verbracht e n 0C 2Bunbcn betbringen konnte. Er wurde verbunden . w Elberfeld, 4. Juli. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gestern auf „Crefelder Eisenbahn" in der Nähe des Wasser- Jd« h Jua!” ^ch Jungen im Alter von 10 bis 12 Jahren aufgestellt,, als der Zug in Sicht war, und gewettet, wer am längsten die Ankunft des Qnaeä «hf brfnft?«10nh Vorsichtsmaßregeln des Locomotivführers, den Zug zum Stehen enhnl die Burschen zu verscheuchen, hatten keinen Erfolg. Der hug war endlich so nabe an sie herangekommen, daß sie die Flucht ergriffen aber zu spät- einer TfidTp SSiEh? $ ?uf bK Schienen, daß ihm der Körper durch die Maschine in zwei Bä s SK»Ä SSfifÄSSWÄ:SÄKS Dorgeftern war, werben über den Fall ganz entsetzliche vorgenommen worden einem 7jShrigen Buben, dem Sobneen?« »"Ä?1" Mittwoch ist der Kleine und dort von demselben ins Wasser aeftn^n*™^,«18' n?r» ^°8 Rheinuser gefolgt ewporkam und sich, laut nach Vater unh° e*”'• v S ba8 erttinkeude Kind klammerte, da wurde e, BOn bem iuäenhiK ro-c6Le,enb ’ „™,n bk Quaimau.r an, D" Kopf des ertrunkenen Kindes zeigt >ude^ ett^7»m^m8c|i°6en- Schlage mit einem Steine herzurühren schttnt I1 bte non einem scheinen läßt, ift der Umstand daß der bk J10* entsetzlicher er- bie aber gerettet werben konnten ins tbIrJ‘l0? frflbc,r zweimal Kinder. Diebstahls gegen den Jungen schwebt. 28 “ unb ba6 heute eine Anklage wegen verkrümelten und^chwa»Nnn"ge7vWn^n''taÄSr X" ei?em ^I-Heigen. verübt worden. DaS Mädchen eine £a1« 6 clCn r e,ne8 Geometers in Afrika sind wohl faule Gründungen möglich; aber das konnte sich jeder Kenner der südafrikanischen Verhältnisse denken, daß die nächsten Ziele sich landeinwärts richten mußten. Die Engländer haben gerade dies auch gefürchtet und sie fürchten eS immer noch, bis sie eben vor der vollendeten Thatfacke stehen. Ich zweifle durchaus nicht, datz die englische Cap-Colonie nunmehr den Gartep- oder Orange-Strom für immer zur nördlichen Grenze haben und daß die deutsche Colonisation nicht ruhen wird, biS sie östlich und immer weiter östlich von Angra-Peqaena die Transvaal-Republik erreicht hat. Deutschland kann aber ob des Geschicks seiner dorthin auswandernden Söhne sanz beruhigt sein; dieselben gehen einem Klima entgegen, das ihrer allgemeinen Con- stituiion nur zusagt, sie nicht durch extreme Hitze und Kälte quält und ihnen eine ^ructt bar feit deS Bodens bietet, wie fit dieselbe anderSwo nicht sobald wieder finden. Der Himmelsstrich ist ziemlich gemäßigt und nur tief im Innern, gegen die Wüste hin, die sich nördlich auSdehnt, weht manchmal ein heißer Wind, der aber gewiß eines Tages von Weinbauern und anderen Planlagtnbesitz-rn wohl geschätzt werden wird. Im Allgemeinen kann man sagen, datz unsere einheimischen deutsche Früchte in ganz Ramequa-Land gedeihen und datz die Ufergebiete das Fish-River, wenn einmal die dortigen Gebirge einigermaßen vernünftig bewaldet sind, zu den herrlichsten Gegenden der Erde gehören werden; denn vielfach kann dem Wassermangel der kleinen Nebenflüsse sehr wohl durch Menschenhand abgebolfcn werden. Der Strom aber, von dem rch eben rede und der ob feines Reichthums an Fischen in Südafrika allbekannt ist, er hat gerade die Richtung von Nord nach Süd und sein Thal ist den warmen Nordwinden offen; ihn werden unsere deutschen Landsleute zuerst kennen lernen, denn die umliegenden Berge sind eben jene Objecte der Spekulation auf Kupferminen und Eisen, um welche e§ fick in der neuesten TageSpresse handelt. Zwischen Angra-Pequena und der TranSvaalgrenze dehnt sich freilich ein Raum aus, in den man das deutsche Reich wohl zweimal hineinlegen kann; aber Jene, die von ritsig ausschweifenden phantastischen Unternehmungen reden, müssen eben wissen, daß immer nur ein kleiner Theil jmeS weiten Gebietes den Angriffen der Auswanderer zufallen kann, so lange letztere nicht tn solcher Masse auftreten, wie in den Vereinigten Staaten. Nicht sehr weit jenseits des Fish-FlusseS in der Richtung von Angra«Pequena nach Bethanien beginnt die Kalahari - Wüste, welche an mehreren Stellen sogar den Orange-Strom erreicht, speciell auch, wo der Strom kurz vor der Einmündung des Molcpo im Mittelläufe den großen Katarakt von circa 400 Fuß Sturztiefe hat. Die südliche Hälfte des der Ansiedelung offenen Gebietes ist dadurch in zwei Theile ge- theilt, die aber ihrerseits beide sehr fruchtbar sind, und ich glaube, nach den Ackerbauleistungen der Griqaa's zu urtheilen, daß man dort die Wüste durch vernünftige Benutzung des Wassers genau ebenso gut wird in Ackerland verwandeln können, wie tn Egypten. Jedenfalls werden sich nun bald zahlreiche Berührungspunkte mit den Stämmen der Hottentoten regeln und so ist vielleicht auch über diese eine kurze Mittheilung er- wünicht. Man darf sick vor Allem diese Völker nicht als total wild vorstellen, denn sie haben tn der That mehr Civilisation, als man bei dem noch geringen Vordringen der Missionäre erwarten sollte. Der Sprache nach gehören alle Eingeborenen Südafrikas einer großen Familie an, die man die der Bantuvölker nennt. Diese Bantu zerfallen in die ZuluS, die Betschuanen und die Hottentotten; mit den letzteren haben wir, mit den ersteren bte Engländer und mit den zweiten die Boers zu thun, wobei die deutschen Colonisten jedenfalls im Vortheil sind; denn mit den in zahllose Stämme zerfallenen Hottcntottm ist wirklich gut fertig zu werden. Unter ihnen finden sich wieder drei Haupttheile: 1) Die sogenannten Colonialhottentotten im Caplande, die nicht ungebildeter sind als die Neger in Nordamerika; 2) die Korana ober Koraqua, unb 3) bte Nama ober Namaqua. Die Hottentotten zeigen sogar ein gewisses stolzes Bewußtsein unb nennen sick, wohl aus Verachtung gegen bte ureinßtborenen Buschmänner, Khoi - Khot, b. h. Menschen der Menschen oder Blüthe ber Menschen. Mst den Namaquas treffen nun bte Deutschen zuerst zusammen unb sie werden an benfelbcn gelehrige Diener finben, die freilich nicht hübscher sind rote echte Aethiopier. Die Gesicktsfarbe ist schmutztggelb in doppelter Hinsicht, der Schädel niedrig, die Backenknochen stark unb eckig, die Lippen dick, die Augen klein und fdblau, bte Nase äußerst platt und ber Wuchs klein. Dabei sind diese interessanten Gestalten von oft unglaublicher Stärke unb zugleich von einer natürlichen Schlauheit, datz man ihnen mit großer Leichtigkeit einfach durch Zeichen klar machen kann, wa8 sie thun sollen. Die Sprache ist im ersten Augenblick hetterkeiterregend; mit heiserer Stimme, so rote in Amerika die Indianer reden, stoßen sie sehr rasch ihre scharfen, spitzen Kehllaute hervor, rote aus ber Tiefe der Brust und schnalzen dazwischen, so daß sich das Ganze rote der „Gesang" eines Truthahns anhört. In ber Capcolonte gibt es Hottentottkn, die nur noch englisch reben, wozu bie bürgerliche Gleichstellung mit ben Weißen, bte schon seit bem Jahre 1828 besteht, nicht wenig beigetragen hat. AllerbtngS kann man dies Englisch kaum ohne Lachen vernehmen unb eS ist auch nicht leicht zu verstehen, weil es mit allerlei Fremdwörtern ber Spanier, Malayen unb Hollönber vermengt ist. AlS Hirten und Wagenlenker hat man biese starken Arbeitskräfte recht gern, nur bürfen sie keinen Schnaps sehen, denn sie Übertreffen sogar bie Irländer noch an Völlerei, wenn sie's eben haben. Soll darum aus ber neuen Colonie etwas werden, so ist eine strenge Aufsicht über bte Branntwein-Einfuhr nur bringenb anzuraihen; benn ohne bie Eingeborenen geht bte Sache nun einmal nickt und unter der Herrschaft des Branntweins ebenfalls nicht. Sehr stark ist dies Volk nicht an Kopfzahl, denn es wird tn der ganzen Gegend nördlich vom Orangefirom nur etwa 20,000 Köpfe zählen, woran die sehr häufige Vermischung mtt Weißen die Schuld trägt. Die Nachkommen solcher Ehen beißen Griqua« unb sind eine ben braunen Stammeltern burchauS überlegene Rasse, bie sich südlich ber Wüste mit Vieh- und Straußenzucht beschäftigt und als Reiter den Mlssions- posten gute Dienste leistet. Die eigentlichen Namaquas bewohnen schnell errichtete kleine runde Hütten, bie auS Flechtwerk gemacht unb mit Binsen gebeckt sinb. Die Wilden benutzen besonders ben Bast ber Schlinggewächse tn den Wäldern zu ihren „Bauten"; dieser Bast rotrb gesammelt, getrocknet und für den Gebrauch wieder in heißem Wasser aufgewetcht. Bei einem Umzug nach einer andern Weidestelle packen sie die Matten und bte ganze HauS- etnrichtung auf ihre Ochsen und so sieht man sie fortwährend truppenwetse baS Land durchziehen. DaS Baugerüst ihrer Hütten bilden Baumäste, welche sie in heißem Master krumm gebogen haben; diese Aeste bilden mit ben Mattenwänden ben Sattel, auf bem die würbige Gattin in ihrer ganzen unaussprechlichen Häßlichkeit thront, bte Kivber im Arme und auf den Knieen, während da« Geräthe, bte Töpfe, Milcheimer au3 Vast unb Rinbeschalen, an dem Sattel ringsherum hängt. Nebenher marschirt der mit Schaffell und Zeuggürtel bekleidete Gemahl, der wenigstens schon Bastsanbaien kennt unb seine Jagdflinte niemals von sich läßt, schon weil er sich nicht nur lästiger Werden von Svrtngböcken und Jnyalas, sondern gelegentlich auch einzelner, sich durch ihre Wildheit bekanntlich auszeichnender Caplöwen zu erwehren haben kann, abgesehen von Panthern, Flußpferden, Schlangen unb ähnlichen gemüthlichen Anwohnern ber Fürthen in ben Strömen. Die Putzsucht ber Milben erstreckt sich auf Nase, Ohren. Hals, Arme und Knöchel, wobei besonbers Perlen beliebt sinb. Daher versah sich auch ber Reisenbe l L?nbon roteber mit vielen Säckchen Perlen, für bte man ben Häuptlingen bte HoheitSrechte mit leichter Mühe abhandelt, da sie von denselben dodh kaum einen einen deutschen Unternehmer wird eS jetzt kaum ein besseres Ge- sckaft geben, als wenn er baldigst einige von den neuen Reichsu^terthanen Südwest- ?srikaS zu kiner Rundreise durch Deutschland gewinnen könnte und es wundert mich in der ^Lbat, daß davon noch nichts zu hören ist. Vielleicht trägt diese Anregung dazu bei, daß wir baldigst in Berlin, Dresden, Leipzig rc. uns eines Hottentottenbesuches und sehen, daß eS nicht einmal so arg wäre, wenn wir Jemanden wirklich zu den Hottentotten wünschen könnten. 6 _ , bW‘ Eingeborenen ,u allererst bedürfen, b. h. an Sulturprobucten au« - S 8 roor-n. b,ffe” Feuerungsmittel, Werkzeuge aus Eisen und Stahl, sp- *?, c. /,bungSgegenftande. Der Ackerbau kommt für jetzt doch Immer noch In »weiter Sink, 618 einmal mehr deutsche Vorbilder dort leben; ersteren Wink aber lasse sich ,,bivn deutsche Fach - Industrielle gesagt sein; er wird es gau. gewiß nicht bereuen. sobald er erst In der Mission Bethanien oder Schepmannsi darf eine Verbindung ang-knüpft hat, und hierzu wird sicher bald Rath werden n lange nichts neu Kälbern : ein hiesiger alb und) der rhig um Grlb Nachdem dec mgte er cncb och ließ Jener ibonn entfernte :nn die Juden s»,$s ML *‘oc& unb Mr K-L "“Wen, '|u Mpülen !?"> unfete *Q4ir unb- ?»«• «Hallen »arten ff für d°z |g ff«i. «eftern 1 b“3 S-schSft fe?5*1« d-z ,*« 6ln, '«toMgnnh. y«! h-ile ’Jiebtnarbeiter t tinent ©tßtf "lte noch ora n. Etwa eine 'r gerichtlichen 18 Tageslicht Professor der einen Ruf an erhalten unb 'n ergangenen neSwegs sicher lnstwe>len un- elberg ist nach nn auSgegebm befl'nntatn «der Festhalle, iStflg halten in Fest auf dem llcioerftiäi, von roßeS Festmahl te es gewesen ück für die eres Festspiel Im imskag: Aus- Neckar, später i. Wegen des sich wenden, :t0r o. Scheffel Lage von einem i muthmaWe obalb Hartung ^age vor ihrem interlaifenschast ging W W er des Arbeiters ß Hartung die einen 65 W äiedenen Stellen efallene Mörder ohenden Gefahr rbe hieran ourbe verbunden sich gefiern auf L di-« ihren I diS 3«6‘ ,“b' iitfl rum Stehen er XU spat.' r soll nach Lage AÄ Ss |LZS SÄ: ents^?s?nder, im Hause befindliche» Knopffabrik gegangen und hier hatte sich daS Mädchen angeblich viel Knöpfe genommen. Darüber Zank und Aeußerungen beS MävchenS: Dummer Zunge und Schafökopf. Der Bursche, hierüber erbost, läuft tn die Küche, holt ein Hackbeil und zertrümmert damit dem armen Kinde den Scbädel. Er schleppte dann die Leiche IN den Keller und versuchte run, sich selbst tn gleicher Weise zu tobten, was ihm aber nicht gelang. Auf sein Geschrei kommen die Angehörigen und Nachbarn herbei und entdecken die gräßliche Blutthat. Der unselige Mörder liegt jetzt im Krankenhause schwer darnieder. - [Die veränderte Frau.) Die „Äoln. Volks-Ztg." schreibt in ihren Wochen- Plaudereien: Auch das Dt-nstmadchen, das sich schlau au5 der Klemme riß, verdient der Vergessenheit entrissen zu werden. Madame N. aus der Mohrenstraße war von der R" Boote Damstai MergMK yiu Am 15. I, vom 1. August i Dr. Friedrich dc Dr. Gustav Pri M.Föpplzuj iowie den belegin - in den Ruhest am 4. Juß ZB-d! ;i 8, MilW bts Sro , an derns. T den ^araiti a. Darwgai ^nstiz hat durch [ iLfr" Ueli bk' , Maiygn ber^' Reaimei 7 dieMoff? tni Mer degeiß ^DrrK ein. 3, Sä« i