Nr. 62. Donnerstag den 13. März 1SS4L ll“ Erscheint Ikglick mit Ausnahme des MontagS Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. Bmreaur Schulstraße 7. .•?-7 ing Frankfurter Hof. rt9 über die Mn der .l9un9 getroffenen Ver- tarnen: Parier. Vorstand, UV WgLßeO Jast- und Schenkivirthr) Uhr -Schrift J. v. Liebig l-Faffel-, -Extet arika). zur sofortigen Her- • Verbesserung und Speisen und bietet, her Bequem- Bi66 im Haushalte. Tanke. m- und Drogen- Darmstadt, Herr Curl . M, Offenbach Darm- 'p$ifd)e Semite. ,®bw Rinm» durch! »UtWW«1*’ _____rfterei M* w- r ß>» Ez ist eine Vormusterung des gejammten Pferdebestandes des Landes unter Zuziehung von Militär-Cornrniffarien angeordnet worden. ^°^or^aa"den''31.^^är^188^ Morgens 9 Uhr, zu Hungen vor dem Unterthor an der Straße nach Grünberg für die Gemeinden: Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Gill, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe und Villmgen. . Di-nstaa den 1. April 1884, Morgens 9 Uhr, zu Ltch am Röderthor an der Straße nach Gießen sur bie Geinemden . ^Albach, Annerod, Burkhardsfelden, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Hattenrod, Lich mit Kolnhausen, Hof Albach und Müblsachsen, Münster, Rieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Oppenrod und Steinbach. . . Mittwock den 2. April 1884, Morgens 9 Uhr, zu Groß-Linden an der Straße nach Gießen, unweit der Fabnk von Krause, ^Allen^orE?d" Lahn, Garbenteich, Groß-Linden, Grüningen, Hausen, Heuchelheim, Holzheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Ober« DonnciSf^^^3?o«gen« 9 Uhr, zu Gießen auf dem Platz genannt Oswalds-Garten am Neustädter Thor für bie Mend'or^ ' b «da, Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Daubringen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d- Lda., Trohe, Wieseck und Winnerod. An demselben Taa und Ort, Nachmittags 3 Uhr, die Pferde aus der Stadt Großen mtt Schiffenberg. Freitag den 4. April 1884, Morgens 9 Uhr, zu Grünberg auf dem Marktplatz neben dem Schreßhaus für bie Gemeinden Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Keffelbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Oden- Hausen mit Appenborn, Queckborn, Reinhardshaiu, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, S.angenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Q1 . Jeder Pferdebcfitzer ist verpflichtet, seine sämwtlichen Pferde vorzufuhren mit Ausnahme. a) der Fohlen unter 3 Jahren, c) der ©Sten' bU entweder hochtragend sind ober noch nicht länger als 8 Tage abgefohlt haben. In beiden Fällen ist eine vom Ortsvorstande ausgefertigte Bescheinigung vorzuzeigen. Von der Verpflichtung zur Vorführung ihrer Pferde sind ausgenommen: 1) Mitglieder der regierenden deutschen Famllien: > ■ 3) Dienstgebräuche, sowie Aerzte und Thierärzte hinsichtlich der zur Ausübung 4) bie'Walter Pferdezahl, welche von ihnen zur Beförderung der Posten contraetmäßig gehalten werden muß. Pferde, welche aus beiden Augen blind sind, brauchen nicht vorgeführt zu werden, wenn dieses Nebel von dem Ortsvo siand beschnnig i t Uebertretungen hinsichtlich der Stellung der Pferde zur Vormusterung werden nach dem Reichsgesetz vom 13. Ium 1873 mit einer Geldstrafe bis zu ^j^GroÄttroglichen Bürgermeister haben die vorstehenden Anordnungen den Pferdebesitzern noch besonders bekannt zu machen und dafür zu sorgen, daß sämmtliche Pferde vorgeführt und auf den Musterungsplätzen gemeindewelse aufgestellt werden. Sie haben dem^^^^schaft persönlich beizuwohnen, im Verhinderungsfälle ihre Stellvertreter, und alsdann das Dupücat der Pferdeliste, mtt etwaigem Nachtrag zu derselben, mitzubrlngen. Gießen, am 8. März 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Deutschland. Darmstadt, 10. März. Nach der CabinetS-Ordre vom 28. Februar cr. finden in diesem Jahre wieder Uebungen der Reserve und Landwehr statt und üben aus dem 11. Armeecorps einschließlich der Großb- Hessischen (25) Division 8300 Mann Infanterie, sowie außerdem Jäger und Schützen, Feld-Artillerie, Fuß-Artillerie, Pioniere, Mannschaften des EisendahmRegimenis und des Trains, deren Vertheilung später noch erfolgt. Die Uebungen für die Landwehr sind aus 12 Tage, die des TrainS aus 16 Tage und die der Reserve, wenn es wünschenswerth erachtet wird, auf 20 Tage auszudehnen. Beim Train werden außerdem im Monat Mai aus 20 Tage Mannschaften der Reserve derCavallerie eingezogen; die 16tägige Reserve-Uebung des Trains findet dagegen im Herbst statt. Ferner werden auch noch per Armeecorps 26 Reservisten der Cavallerie aus 6 Wochen zu den Cavallerie-Regimcntern eingezogen. Die näheren Anordnungen über den Zeitpunkt der Uebungen bei der Infanterie werden noch von den General-Commandos, bezw. bei den Specialwaffen von den obersten Waffen-Jn- stanzen getroffen. Die Einberufung von Premier-Lieutenants der Landwehr-Infanterie, Jäger, Fuß-Artillerie und Pioniere zu den Uebungen bei der Linie behufs Darlegung ihrer Befähigung zur Beförderung zum Hauptmann, soll in möglichst umfangreichem Maße statifinden. Auch freiwillige Dienstleistungen von Premier - Lieutenants mit Hauptmanns»Qualificat>on, sowie von Hauptleuten können genehmigt werden. Auch inaktive oder dem Beurlaubtenstande angehörige Osficiere, welche im Falle einer Mobilmachung als Adjutanten Verwendung finden, können zu einer 6wöchigen Dienstleistung einberufen werden. Die Militär-Telegraphisten des Beurlaubtenstandes — mit Ausschluß der bei der StaaiSeisenbohn-Telegraphie angestellten — werden in diesem Jahre auch zu den Uebungen des Festungs-, bezw. Militär-Telegraphen herangezogen. Wegen Einziehung von Assistenz- und Unterärzten haben die Corps-Generalärzte das Weitere zu veranlassen. Zu den Landwehr-Uebungs-Bataillonen, soweit sie nicht in Barackenlagern untergebracht sind, werden Lazarethgehilsen nicht herangezogen, dagegen sind Lazarethgehilfen der Reserve zur Hebung auf 20 Tage in die Garuison-Lazarethe ein- zuziehen. 1 Italien. , Nom, 10. März. Der Prinz unb bie Prinzessin Leopvlb von Bayern beabsichtigen, am Mittwoch mittelst bet Gottharbbahn bie Rückreise anzutreten unb werden sich morgen Nachmittag von ben Majestäten verabschieden. — In her Deputirtenkammer weigerte sich der Präsibent unter Berufung auf die Geschäftsordnung, dem Deputirten Farina das Wort zu erthellen. Die Kammer ertheilte Letzterem jedoch auf eine bezügliche Anfrage das Wort, weshalb der Präsident sein Amt niederzulegen beabsichtigt. Aegypten. Kairo. 10. März. General-Consul Baring erklärt die Nachricht für unbegründet, daß General Gordon die Rettung der Garnisonen ohne starke Truppenmacht für unmöglich erklärt habe. . , — Aus Suakim von heute wird gemeldet, das 42. Infanterie-Regiment und das 10. Husaren-Regiment hätten bei Zareba, 8 Meilen von Suakim unb 10 Meilen von Tamanhit, einer Verschanzung Osman Digma's, ein Lager bezogen , bie übrigen englischen Truppen würden Mittwoch früh den Vormarsch beginnen. Amerika. Washington, 10. März. Bon dem deutschen Gesandten v. Eisendecher wurde dem Staaissecreiär ^reelinghuysen heute der Erlaß des deutschen Re^^anzlersi ja» gestellt, mtt welchem die Resolution des amerikanischen ReprSsentantenhaus-s anläßlich des Todes Laskers zurückgesendet wird. ^Der PrSsident ieß dem Repräsentantenh^ heute die Mittheilung des Staatssecretärs Freelinghuysen bezüglich der Lasker schen Resolution mittelst einer Botschaft zugehen. Hierauf wurdeeinAnNag oufeine Resolution eingebracht, welche Bedauern über den Vorgang ausdrückt und wiederholt die Thetlnahme des Hauses an dem Verluste, den der deutsche Re chstag durch den Tod Laskers erfahren bekunden soll. Dieser Antrag wurde dem Ausschuss- für das Auswärtige überwiesen. Von einem anderen Mitglied- des Repräsentantenhauses wur^beantragh den Staatsminister Freelinghuys-n zur MMb-ilung von Abschriften aller auf den Gesandten Sargent in Berlin bezüglichen amtlichen-Schriftstücke an das Haus auszusordern.____________ Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eovrespondtnz'Burrau. Berlin. 11. März. Die Sitzung des Abgeordnetenhauses begann heute 11 Uhr Vormittags. Eingegangen war eine Interpellation des Abg. Zelle, betreffend die iünasten tumultuarischen Vorgänge in R-u-Steltin. Auf der Tagesordnung stand zunächst die zweite Lesmig der schlesischen Landgüterordnung. Dieselbe wurde, nachdem sie von dem Minister Lucius im Interesse des Bauernstandes.nochmals -mpsohl-n worden war, nach den CommissionSantragen angenommen. Bet der Vorlage über die Secundärbahnen wurde der von der Commission in Bezug auf di- Verwendung der Ueberschüsse neu hinzugesügte Paragraph, gegen den sich der Finanzminifier ausspralp, abgelebt; im^Uebr"gen gelangten sämmtliche zum Bau vorgeschlagenen Bahnlmien fo- wie die sonstigen Bauausführungen und Neuanschaffungen durchweg nach den Cow- missionSanträgen zur Annahme. Di- Novelle zum PcnfionSgesetz wurde ebenfalls genehmigt. Die nächst« Sitzung findet Freitag statt. Auf der Tagesordnung steht die Inter« pellatton Zelle. — Der Feldmarschall Graf Moltke erläßt einen Ausruf, in welchem er behufs einer quellenmäßigen Darstellung der Kriege Friedrichs des Großen durch den großen Generalstab alle Behörden, wissenschaftlichen und Famtlten-Verbände, sowie Einzelne, tu deren Befitz sich auf diese Kriege bezügliche Schriftstücke, Karten und Pläne befinden, auffordert, geeignetes Material dem großen Generalstabe leihweise im Original oder tn Abschrift zugängig zu machen. — Der Kronprinz reist morgen Abend nach Kiel ab, fährt Donnerstag von dort mit dem Dampfer „SHotuS* dem Prinzen Heinrich bis Frtedrichsort entgegen und kehrt von dorten mit dem Prinzen nach Kiel zurück, wo die Ankunft Nachmittags 2 Uhr erfolgt. Nach dem Diner erfolgt die Rückreise nach Berlin. London, 11. März. Auf eine Petition hiesiger Kaufleute und Bankiers um Verbesserung der telegraphischen Verbindung zwischen England und Holland erwiederte der General-Postmeister Fawcett, er erkenne den mangelhaften Zustand der bestehenden Kabel vollkommen an und sei seit langer Zeit bemüht, demselben abzuhelfen. Die Arrangements seien nunmehr beendet und es sollten sofort Schritte gethan werden, um die telegraphische Verbindung in einer dauernden und befriedigenden Weise wieder herzustellen. Rom, 11. März. In der heutigen Sitzung der Deputirtenkammer verlas der den Vorsitz führende Vicepräsident Spantigati ein Schreiben des Präsidenten Farini, in welchem dieser seinen unwiderruflichen Entschluß mit» theilt, in Folge des gestrigen Vorfalles das Präsidentenamt niederzulegen. Die Redner aller Parteien, sowie der Minister Mancini schlugen der Kammer vor, Farmi um Zurücknahme seiner Demission zu ersuchen. Hierauf wurde eine von Grimaldi eingebrachte Tagesordnung angenommen, durch welche die Deputirtenkammer ihr Vertrauen zu Farini bekräftigt und die Demission desielben ablehnt. Washington, 11. März. Der Präsident Arthur übermittelte dem Repräsentantenhause bezüglich der Lasker-Angelegenheit auch das Schreiben des Staatssecretärs Freelinghuysen, welches die Beileidsresolution begleitete, sowie die bezügliche Correspondenz des Gesandten Sargent, außerdem ein Memorandum des Staatssecretärs Freelinghuysen über die Rückgabe der Resolution durch den deutschen Gesandten v. Eisendecher. Rach diesem Memorandum erklärte Staatssecretär Freelinghuysen bei der Rückgabe, nachdem Fürst Bismarck be- schloflen habe, die Resolution der Körperschaft nicht zu übermitteln, an welche sie gerichtet gewesen, habe der Präsident an das Verfahren der deutschen Negierung hinsichtlich der Resolution keinen Wunsch zu knüpfen. In einem Briefe Freelinghuysen's an Sargent vom 10. März wird auf die Geschichte der Vereinigten Staaten hingewiesen, welche alle unfreundlichen Muthmaßungen bezüglich dieser Angelegenheit ausschließe. Freelinghuysen schließt mit der Erklärung, obgleich die Nichtübermittelung der Resolution an den deutschen Reichstag in Amerika bedauert werde, gehe die Sache keinen der Heiden Zweige der amerikanischen Regierung etwas an. Des Handwerks „güldener" Boden. Nachdruck verboten. „Solch' schlechte Zeiten, wie gegenwärtig, können doch unmöglich schon dagewesen fein*. Wie oft hört man Dtefe Klage und hauptsächtlich ist es der Handwerkerstand, der dieses Klagelied fort und fort ertönen läßt. Es wird wohl von keiner Seite bestritten werden, daß namentlich das Kleivhandwerk gegenwärtig in einem für seine Angehörigen, wie für die Gesellschaft recht unbefriedigenden Zustande ist, aber über die Wege, welche einzuschlagen sind, um eine Hebung des Handwerkerstandes zu bewerkstelligen, gehen die Ansichten so recht weit auseinander. Insbesondere sind es dieHand- rverker selbst, welche, durch den nun über zehn Jahre anhaltenden Druck aus das Erwerbsleben, der vielen Versuche müde, auf Abwege gerathen sind, anstatt Besserung herbeizuführen, immer größere Unklarheit in ihre Verhältnissc bringen. Die Mehrzahl der Handwerker, namentlich tn den Mittel- und Kletnstüoren, wollen ein Aufblühen ihres Standes durch Abänderung der Gewerbefreiheit herbeiführen in der Weise, daß wieder, wie im Mittelalter, womöglich obligatorische Innungen oder fakultative mit ge, w ff en Vorrechten der selbstständigen Meister etngeführr werden sollen. Andere suchen das Verlangen nach dem alten Zunftzwang durch den Zusatz „zeitgemäß wodificlrt" zu mildern, streiten aber untereinander heftig über das Matz der Modtfication. Noch andere verwerfen, gleich dem Verfasser, allen und jeden Zwang und hoffen auf eine allmähliche Reform des Gewerbestandes durch sociale Mittel. Em Hauptmittel tn dieser Beziehung wird immer eine tüchtige entsprechende Ausbildung des Lehrlings tn technischer, tntellectueller und sittlicher Htnsichr sein, wie endlich auch gute Fortbildungsund Fachschulen fördernd und bessernd einwirken werden. Um alles in der Welt aber soll man nicht die Gewerbcfrage als eine Sache der Politik ober Gesetzgebung betrachten. Nur zu häufig übersteht man, datz in dieser Angelegenheit einesthetls persönliche und locale, andernthetls aber vorzugsweise technische und weltwirthschastltche Gefichtspunke maßgebend sind. DaS Allerletzte aber ist das Zurückwünschen des alten Zunftzwanges. Die Zünfte gingen hauptsächlich an der wetteren Verbreitung der Arbettsthetlung, der Maschinen und des Großkapitals und an der durch die heutigen Transportverhältnisie (Eisenbahnen, Dampfschifffahrt) erleichterten Beweglichkeit von Menschen und fertigen Handwerksprodukten zu Grunde. Die Franzosen, Engländer und Amerikaner erkannten die segensreichen Einwirkungen, welche die Schnelligkeit der Beförderungsmittel mit sich brachten, wett früher, Deutschland fam fünfzig Jahre später erst zu dieser Einsicht. Jetzt leiden wir darunter, und der Umstand, daß die Einführung 6er wirthschastltchen Freiheit mit der größten politischen und finanziellen Umwälzung zusammenfiel, brachte die allgemeine, durch den Milltardenzauber für die Zustände tn Deutschland noch verschlimmerte gewerbliche Erschütterung. Ein Hauptirrthum unserer deutschen Handwerker besteht aber noch darin, daß sie die Wiederherstellung besserer Zustände immer und immer nur von außen, niemals aber von innen erwarten, daß sie endlich fort und fort die Gesetzgebung, nur nicht sich selbst reformtren wollen. Nur für Diejenigen ist der gute alte Spruch „Handwerk hat .einen güldenen Boden" wahr, welche selbst einen guten Grund gelegt haben und als ebendige Kräfte darauf schaffen und walten. Was nützen alle Belehrungen tn Wort und Schrift, wenn man mit Sehnsucht alte, längst abgethane Zetten wieder zurückerfthrtt, wenn ohne jeden Sinn und Verstand fortwährend das Ideal des früheren deutschen Handwerksmeisters mit langer Pfeife und Zipfelmütze, das echte Abbild des deutschen Michels, geschildert wird, der infolge -,er ZwangStnnungen frei von unwürdiger und „erdrückender" Concurrenz geblieben sei, er über gute Gesellen und Lehrlinge verfügt habe u. s. w. Was nützt es, wenn undert- und tausendmal gepredigt wird, daß das beste Mittel, gute Gesellen und Lehrlinge zu bekommen, nur tm Vorbilde liege. Es Hilst alles nichts, der deutsche Hand- we.'ker hat eben ein zähes Fell, er will nicht einsehen lernen. Der Staat, und immer wieder der Staat, der soll helfen. Zu dieser Einsichtslosigkeit kommt noch häufig ein falscher Stolz. Und dieser falsche Stolz ist es, welcher gute Kräfte aus dem Handwerk hinausdrängt, anstatt daß sie das Höherhinaus im Handwerke selbst suchten. Wie oft hört man sagen: „Mein Sohn soll einmal nicht nur ein Handwerker, wie ich selber werden, der hat Talent, der ist zu etwas Besserem geboren." Gesetzt aber, der gute Junge hätte wirklich gute Anlagen, — Elternaugen wittern bekanntlich ungeheuer gern in ihren Kindern schlummernde Talente — machen ihn diese guten Anlagen wirklich untauglich zum Handwerk? Müssen sie wirklich daselbst verkümmern oder untergehen? Mit Zuversicht darf wohl behauptet werden, daß nicht nur unsere gewerblichen, auch unsere socialen Zustände im Großen und Ganzen weit bester wären, wenn über die Berufsart der Mehrzahl unserer jungen Leute ein verständiger praktischer Sinn enb chiede, weniger kurzsichtige Eitelkeit und mißverstandene Zärtlichkeit herrschte, und wenn endlich der Gewerbestand nicht so gern als ein Asyl für Unfähigkeit betrachtet würde. »Der Junge ist dumm, der muß Schuster werden", heißt es. Als ob beim Schuhmacherhandwerk nur Dumme Platz nehmen könnten. Wie selten mag es wohl vorkommen, daß ein halbwegs begabter Kopf vom Vater zu diesem Handwerk gedrängt wird. Ei bewahre, der muß Kaufmann werden, der muß studtren oder gar sich zum Künstler ausbllden! Solchen traurigen Verirrungen allein aber ist eS zuzuschreiben, daß wir im Gewerbestande Meister haben, die gar keine Meister sind, während ander«- theils darbende und verkommene Handelsbefliffene, Kunststümper und „©tcdenlofe* aller Art in Hülle und Fülle, auf der Erde herumstrolchen, den Mitmenschen zur Last. Eine bessere Utberlegung und größere Einsicht bei der Berufswahl aber würde endlich die Zahl der unzufriedenen und unglücklichen Menschen bedeutend vermindern und die zahlreichen Fälle von Trunksucht, Irrsinn, Verbrechen aller Art und Selbstmord würden sicher abnehmen. ES liegt also sehr viel in den Händen deS GewerbSmanneS selbst, sollm die Zeiten besser werben. Es heißt nur daran arbeiten nnd, wenn im Handwerke Selbstachtung und Zuversicht, wo sie noch bestehen, erhalten und gestärkt, und wo sie fehlen gepflanzt und gepflegt werben, bann wird das Handwerk auch wieder einen güldenen Boden bekommen. Napoleon sagte zu seinen Soldaten: „Jeder von Euch trägt den Marschallstab im Tornister". In ähnlicher Weise könnte man den Lehrlingen zurufen: „Jeder von Euch kann Großrndustrieller und Fabrikherr werden, habt nur Kopf und Hand und Herz dazu und rührt Euch gehörig!" Daß dies kein leerer Wahn ist, daß aus armen Gesellen bedeutende und reiche Fabrikherren geworben, lehren uns Tausende von Beispielen, und daß Niemand davon ausgeschlossen ist, danken wir der Gewerbesreiheit. Der kleine Handwerker hat aber die Großindustrie nicht als bösen Feind anzusehen, sondern theilS als Bundesgenossen, theils als die höhere ihm selbst zugängliche Rangstufe des eigenen Berufs. Nur muß er sich sorgsam hüten, jener diejenigen Gebiete streitig machen zu wollen, in welchen sie ihm naturgemäß überlegen ist. Wir stehen wieder vor dem Zeitabschnitte, an welchem Tausende von Knaben tn’8 praktische Leben übertreten und daher dieser Mahnruf. Mögen die Eltern ja strenge Prüfung halten, damit von den erwachsenen Söhnen ihnen nicht der Vorwurf gemacht werde: „Ihr Eltern seid an meinem traurigen Schicksale schuld, hättet ihr mich nicht zu diesem Berufe gezwungen.* Den neuen Lehrlingen aber möge noch besonders für spätere Zeiten, für ihr ferneres Wohl und Fortkommen dringend an’S Herz gelegt werden, daß Fleiß, Nüchternheit, Ausdauer, rasche Anwendung der zweckmäßigsten Werkzeuge, gute Maschinen und Arbeitsmethoden, strenge Gewissenhaftigkeit, sowohl in der Wahl be8 Materials, als auch in ber Ausführung der Arbeit und besonders in der Innehaltung deS Ablieferungstermins, Unterlassen des WirtbshauSbesuches während der Arbeitszeit und Strenge gegen sich selbst, damit, wenn sie einmal selbst Meister geworben, Gesellen unb Lehrlinge ein gutes Vorbild haben, die besten Mittel sind, das Handwerk wieder zu heben. Dann erst wird das Sprichwort wieder wahr werden: „Handwerk trägt einen güldenen Boden". Den gegenwärtigen Meistern aber möchte man zurufen: „Aevdert Euch selbst, so werden sich auch die Zeiten ändern!" Wenn von dem Gesagten aber nur einige Körnchen auf guten Boden fallen unb Früchte tragen, so wird der Erntesegen ein tausmdfacher sein. Das malte Gott! Lokale». G Gießen, 12. März. sSterblichkeft in Gießens Die Zahl der Todesfälle während der Wocke vom 2. bis 8. März belief sich im Ganzen auf 10 und zwar mürben Kinder und Erwachsene zu gleichen Theilen betroffen. Ein Kind im erstm Lebenslahre starb an Keuchhusten, von vier älteren je eins an Diphtherie, Krebs, Htrnentzündung, Nierenentzündung. Bei den erwachsenen Personen war Todesursache: Lungenschwindsucht, Bronchienentzündung, Unterleibstyphus, Krebs, Altersschwäche je einmal. Vermischte». Marburg, 11. März. Der hier inhaftirte rc. Hedderich wird heute an den Tbatort tranSportirt, um namentlich auch die Dörner zu zeigen, an denen er sich das Gesicht verkratzt haben will. Ein Geständniß seiner grausigen Thai soll er noch nicht abgelegt haben. Friedberg. In der Weiterau nehmen die Feldmäuse in entsetzlicher Weise überhand. Ernste Maßregeln zu ihrer Vertilgung sind bringend geboten, wenn sich die Landwirthe nicht großen Verlusten aussetzm wollen. Fritzlar, 8. Mörz. Am 6. d. M. wurde zwischen hier unb Ungedanken von einigen am Bau der Eisenbahn Wabern-Wlldungen beschäftigten Arbeitern ein Akt brutalster Rohheit verübt. Ein des Weges kommender ruhiger und nüchterner Zimmermann aus Geismar würbe, ohne die geringste Veranlassung dazu gegeben zu haben, von denselben angefallen unb derart mißhandelt, daß er heute seinen Geist aufgegeben hat. Der Verstorbene hinterläßt eine Frau und sechs noch unversorgte Kinder. Einer der Thäter wurde noch an demselben Abend in Ungedanken von dem hiesigen Gendarmen H. verhaftet und geschloffen hier eingeliefert. Hoffentlich wird es gelingen, ber übrigen Thäter auch recht bald habhaft zu werden. — Ein anderer bei diesem Bau beschäftigter Arbeiter kommt vor Kurzem zu dem Handelsmann M. in Ungebanfen, um etwas zu kaufen. Da er jedoch kein Geld hat und M- ihm nicht borgen will, so entfernt er sich unter Drohungen und Schimpfworten. In der darauffolgenden Nacht vernimmt M. ein Geräusch und gewahrt, daß eine Leiter an seinem Hause aufgestellt ist. Es ist außer Zweifel, daß ein Verbrechen verübt werben sollte, welches jedoch glücklicherweise verhütet wurde. Geisa, 9. März. Gestern kam bei Wiesenfeld ein trauriger Unglücksfall vor. Der 16jährige Sebastian Bohn von dort wollte sich bei einem nach Hause fahrenden Wag-n (sein Vater hatte Dung fahren lassen) aus ein Pferd setzen; auf einer etwas abschüssigen Stelle waren die Pferde in Trab gekommen und als schlechter Reiter war er vom Pferde gefallen und unglücklicherweise hängen geblieben. Die Pferde haben ihn nun geschleift und so zertreten, daß Arm und Bein entzwei unb die Eingeweide heraushingen. Als die Pferde zum Stehen gebracht wurden, war Bohn eine Leiche. — Von der Lahn schreibt man dem „Nass. Boten": Die Zigeunergeschichte aus dem Amte Weilburg hat sich in Nichts aufgelöst. D*e festgenommene Seiltänzer- Gesellschaft hat nachgewiesen, baß sie bie Kinder auf rechtmäßige Weise in Pfl-ge hat; so mußte sie wieder in Freiheit gesetzt werden. Mainz, 11. März. Durch eine furchtbare Detonat'on wurde gestern Abend ein junger Mann in ber Neustadt erschreckt, als er eben im Begriffe war, in den Neubau des Herrn N. zu gehen. Es stellte sich nach dem „M- A." heraus, daß eine Tynamit- Patrone die Ursache war, welche von böser Bubenhand bortbingelegt worben war, so daß sie sich beim Oeffnen ber Hausthur entzünden mußte. Zum Glück ist weiterer Schaden nicht verursacht worden. München, 10. März. Ein vor einigen Tagen mit 15 000 3L durchgebrannter Lehrling einer hiesigen Getreidefirma wurde in der Nackt vom 8. auf den 9. ds. in einer Wirthsckast des Vorortes Schwabing festgenommen. Das hoffnungsvolle Bürschlein hatte von seinem Raube binnen drei Tagen immerhin schon 600 JL an den Mann resp. an das Weib gebracht. Elberfeld, 5. Marz. Aus der in ber Stadtverordnetensitzung gestern vorgelegten Abrechnung ber städtischen Gasanstalt §ür 1882/83 ergibt sich der hohe Heber? schuß von 475,267 JL, statt der etatsmäßigen 324,200 3t Hiervon sind 405,722 3t in bie Stadtkasse geflossen und 69,544 3t der Wafferwerkskasse zur Deckung ihres DeficitS für 1882/83 vorgeschossen worben. (Köln. Ztg.) Stuttgart, 4. März. ^Allgemeiner Deutscher Versicherungs-Verein.) Im Monat Februar 1884 wurden 264 Schadenfälle angemelbet unb zwar 228 äußere Verletzungen unb 36 innerliche Erkrankungen. Von den Unfällen hatten 1 ben sofortigen Tob unb 15 eine gänzliche ober theilweise Invalidität der Verletzten zur Folge. Von den Mitgliedern der Sterbekasse starben im Monat Februar 18. Neu ausgenommen in den Verein wurden tn diesem Monate 2087 Personen. Alle vor dem 1. Decbr. 1883 eingetretenen Schäden incl. der Todes- unb Jnvaliditätsfälle sind bis auf die von 20 noch nicht genesenen Personen vollständig regulirt. 1755 Aetre^nd Anmeldi Stiftungen, ’ Iß Septeinbe juW, a* mündlich bei Gießei Amtliche in \ ( II " < H 1 ( H ' II II II Mücke Betreuend Die Steile ei für die Strec Beuern-Geils! grenze) und di Gichen-Krvfdoi tzm (Staatefti zendach fLnck Heim-Windhos ledigt und foÜ neu besetzt nie Bewerber bis längstens Stelle bei B ringer in G bei Bezirksbau Giehen schristli! selben sind N< und seitherige «erbers auszus etmigeZeugniss Leistungen ähnln Gießen, am t Der Kreisaussch Dr. $ m Börm Wen m alt« werden: Die Zahl der TodeSM en auf 10 und zwar würben kmd Im ersten LehensKt Krebs, HtrnentzÜndung, esursa-e: Lungenschwind: schwäche je einmal. a..ää IN tm soll!, b| I 3?ta Unb I ° Jlle®»nb baoon als bj(en >., , «e t(man. Hen, jtnet J( .WnsIHt »o* * *■**„',"I *“'« icht bet i a ulb- Rssös DRttti6t einen gülbentn :n: -^endnt Euch selbst,! Hüten Hoben sollen und ■ ®»8 walte Gott! erich wird heute an den zeigen, an denen n M achten Thai er noch W in enWWr W vgend geboten, wenn M hier und Ungedanken von [fügten Arbeitern ein 811 jer unb nüchterner Zimmw ng dazu gegeben zu haben ate seinen Geist aufgeM unversorgte Kinder. Wi lanfen von dem W »öffentlich wirb c§ öd* fln anberet Bet btefem ®a Wann SR. in M-banl-i ihm nicht borgen w«ü bet baranffoWn Na m seinem Hause ausM ben sollte, lrt,i trauriger llnglüRsall :• r.n *"•“* j SS»'" ign mrdk “"“Sw »’* • isw ■* «Tf; t vom 8. ^LffeSirl^ .««»«"Sw®* chon 6V0 * 3Ä*‘ä& -SZHx Ei »gesandt. Gießen, 12. März. Die gestrige Generalversammlung deS hiesigen Vereins der deutschen FortschrlttS- partet war sehr zahlreich besucht. Im Interesse der liberalen Sache begrüßte man freudig die Vereinigung beider liberalen Parteien und beschloß einstimmig eine Resolution folgenden Inhalts: „Die heutige Generalversammlung deS Vereins der deutschen Fortschrittspartei zu Gießen genehmigt die von der deutschen Fortschrittspartei und der liberalen Bereinigung behusS Verschmelzung beider Parteien getroffenen Vereinbarungen und ändert unter Annahme deS in der parlamentarischen Eorrespondenz unter „EinigungSpunkte S 1—5" bezeichneten Programms ihren seitherigen Namen in den: Verein der deutschen freisinnigen Partei um." Seit Bekanntwerden der Vereinigung beider Parteien finden fortwährend zahlreiche Anmeldungen neuer Mitglieder statt. Zur gcfl. Beachtung. Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheilung über Inserate rc. können n*r nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegE ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Expedition zu keinerlei Auskunftsertbeilungcn befugt. Offertenbriese sind — soweit keine bestimmten aea^nfbririnev Abmachungen getroffen wurden — in der Ervedition abzubolen. Verkäufe und Verpachtungen, Betheiligungen, Steilen-Vakanzen etc. werden am sichersten durch Annoncen in zweckentsprechenden Zeitungen zur Kenntnitz der bez. Reflektanten gebracht; die einlausenden Offerten werden den Inserenten im Original zugesandt. Nähere Auskunft ertheilt die Annoncen-Expedition von Rudolf Msffe, Frankfu r t a. M-, Roßmarkt Nr- 3. 73 Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Betreffend: Die Stiftungen der Frau Hofgerichtsrath von Krug und ihres Sohnes des Hofgerichtsraths Dr. Karl von Krug. Anmeldungen zu dem Bezüge von Zinsen aus den oben bezeichneten Stiftungen welche nach Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 16 September 1875 an 30 Stadtarme, deren Auswahl dem Stadtvorstande zusteht, ausbezahlt werden sollen, sind bis zum 20. März er. schriftlich oder mündlich bei der unterzeichneten Stelle ernzubrmgen. Gießen, den 12. März 1884. Großherzogliche Bürgermersterer Gießen. 1763 _________A. Bramm. _________________________ Bekanntmachung ff ff ff Flensungen Ilsdorf Kleineichen Lardenbach Merlau Stockhausen Weickartshain ff ff ff II ff ff iu ft w Amtliche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen befinden sich: bei Herrn Gastwirth Steuernagel, „ Bürgermeister Bast, „ „ Müller, „ Schreinermeister Lein, „ Specereiwaarenhändler Schlosser, „ Gastwirth Jochim, „ „ Becker, „ Bürgermeister Langohr. „ Wettsaasen „ „ Mücke (Hessen), den 7. März 1884. _________________ Kaiserliche Postagentur. Betreffend: Die Anstellung von Kreisstraßenwarten. Die Stelle eines Straßenwartes für die Strecken Winnerod-Bersrod- Beuern - Gellshausen (Gemarkungs- grenze) und diejenige für die Strecken Gießen-Krofdorf (Landesgrenze), Gießen (Staatsstraße) - Heuchelheim - Kinzenbach (Landesgrenze) und Heuchelheim-Windhof (Staatsstraße) sind erledigt und sollen auf 1. April d. Js. neu besetzt werden. Bewerber haben ihre Meldungen bis längstens 20. d. M. für die erste Stelle bei Vezirksbauaufseher Ma- ringer in Grünberg, für die zweite bei Bezirksbauaufseher Seuling in Gießen schriftlich zu erstatten; in denselben sind Namen, Wohnort, Alter und seitherige Beschäftigung des Bewerbers aufzuführen, außerdcni sind etwaige Zeugnisse über frühere Arbeitsleistungen ähnlicher Art anzuschließen. Gießen, am 10. März 1884. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen. Dr. Boekmann. 1768 Zreitag den 14. d. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause versteigert werden: veranschl. zu Maurerarbeit M. 85.— Schreinerarbeit „ 230.— Weißbinderarbeit „ 56.50 das Kleinmachen des Brennholzes für die städtischen Gebäude, das Reinigen der Oefen, das Errichten von Schutzgeländern in der Lahn und die Aufräumung von Fluthgräben in der Gemarkung. Gießen, den 10. März 1884. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 1703 Corsette« deutsche und französische Fabrikate, Kinder-CorskNs empfiehlt in bekannter großer Auswahl Robert Haas, 1700 Seltcrsweg 59. Donnerstag den 13. März c., von Nachmittags 2 Uhr an, sollen die Ausputzreifer von den Schoorbäumen, sowie 7 Linden und 3 Kastanienbäume auf dem Lutherberg versteigert werden. Anfang auf der Schoor an der Pipp'schen Schanze. Gießen, den 12. März 1884. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 1764 Holz-Versteigerung. Dienstag den 18. März 1881, Vormittags von 9 Uhr an, sollen in dem Allertshäuser Gemeindewald, Distrikt Langenbruch rc., nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: 15 Nadelstämme, von 17—25 Etm. Durchmesser und 7—16 Mir. Länge, 48 Eichen-Derbstangen von 9—12 Etm. Durchmesser und 3—6 Mtr. Länge, 341 Nadel-Derbstangen, von 7—13 Etm. Durchmesser und 8—13 Mtr. Länge, 1550 Nadel - Reisstangen von 4—7 Etm. Durchmesser, 3 Rm. Buchen-Scheitholz, 20 Rm. Buchen-Stammknüppel, 5600 Wellen Buchen-, Eichen-, Nadel- und Weichholz (meistens Buchen- Durchforstungsreisholz), 1 Rm. Buchen-Stöcke, Die Zusammenkunft ist im Distrikt Langenbruch bei Nr. 1 des Brennholzes. Allertshausen, den 10. März 1884. Großh. Bürgermeisterei Allertshausen. Römer. 1746 Freitag den 14. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraithe dahrer Sophas, 2 Kommoden, 1 Secretär, 1 ovaler Tisch, 1 Spiegel mit Goldrahmen, 1 runder Tisch, 1 Kleiderschrank, 1 Wagen und sonstige Gegenstände meistbietend versteigert werden. Gießen am 12. März 1884. Geißler, 1767 Gerichtsvollzieher. Alle Diejenigen, welche den Vertrieb von Loose« zum hiesigen Prämiirungs- und Verloosungs-Markt zu übernehmen geneigt sind, bitten wir, sich baldigsi an uns zu wenden. Allendorf a. d. Lda., den 10. März 1884. Großh. Bürgermeisterei Mendorf a. d. ?da. Bieber. 1747 Größte Auswahl der 1694 aller neuesten DamenAeiderstoffe in jeder Preislage, Cacliemire von den billigsten bis'zu den allerfeinsten Qualitäten. Besonders mache fiir Confirmanden auf einen sehr preiswürdigen Posten ä «X 2,50 per Meter aufmerksam. $. Weimersheim Nachfolger. Die Destillation von S. Elsoffer edelste Waare Vanille Arac 1762 X —.29 empfiehlt in anerkannt besten Qualitäten: Branntwein, zart und stark, per Liter..... Ligueure, als: Kümmel, Kirsch, Pfeffermünz grün und weiß, Anis, Himbeer, Persico, Wachholder, Englischbitter, Pommeranzen per Liter....... Magen- u. Jägerbitter, Frucht- u. Zwelschenbrannt- wein per Liter ......... Hamburgertropfen, Boonekarnp, Alter Schwede, Ani- sette, Sellerie, Zimmt, Ingwer per Liter . per Liter „ -48 „ —.48 1.20 2— 2— 3.— —.60 2.50 4.50 —.80 1.50 2.20 3.50. do- ächt und rein . Cognac do. rheinisch . do- ächt französisch, Rum per Liter . do- Jamaica . do. seinen Jamaica do. edelsten Jamaica Meine Ausstellung Pariser Original - Modelle beginnt am 2S. Marz und lade ich zum Besuche freundlichst ein. Hochachtend jPfte Ettinger* 1751 S eltersweg 71. F. Brautlecht. A Zu dieser Vorstellung ladet ergebens! ein L. Muff. Stadttheater in Giesssn. Mittwoch den 12. März 1884t: Außer Abonnement. R Benefiee sür den Oberregisseur Herrn Ludwig Muff. Zum ersten Male: ''3ÜSGZ» Novität! Das Kind vom Lande Novität - Genrebild in 3 Abtheilungen von Adolf Müller- Hierauf: Gin gebildeter Hausknecht. Posse mit Gesang in 1 Act von Kalisch. Anfang 7Vz Uhr. — Ende 10 Uhr. Icikgebotenes. Die so beliebt gewordenen Uhrfeder-Carselts Patent Ziegler sind wieder in neuer Sendung eingetroffen und unterhalte in denselben, sowie in sonstigen deutschen und französischen Eor- setts großes Lager. 1748 I. Kaan jr., Kreuz- Consirmanden. Cachemir, sowie fertige Anzüge, von den geringsten bis zu den feinsten in großer Auswahl und zu sehr billigen Preisen, und Anfertigung nach Maaß empfiehlt J. Schmücker* 1759 vorm. H. M. Jughardt. Geslhiistsbülher vonJ.C.KömgLWHarhj und Edler & Krische, Hannover iu Frbrikpreisea®. joiiraalt, sslaNdkii, Stroma eigenen Fabrikates solid und stark gebunden ca. 15 pCt. billiger wie Hannöverische empfiehlt Emst Kaiser Buchbinderei. Hch. Schmoll 8-ss. 8°f «npfiehlt nachstehend sehr feine Biere: Frankfurter. Brauerei I. G Henrich. 1 Flasche -/- Nasche Lagerbier 20 12 ff. Exportbier 25 „ 15 „ Bairisch. Brauerei F. Erich, Erlangen. 1 Flasche Vr Nasche ff. Lagerbier 30 H 15 Pilsener. Bürgerliches Brauhau- in Hilfen. 1 Flasche Ve Nasche ff. feinst. Lagerbier 45 H 23 P, Jedes gewünschte Quantum wird sofort frei in's Haus geliefert; sämmt- liche Biere sind stets in meiner Wirth- schast im Zapf. 1449 Mein Lager in den neuesten Tuchen und Buckskins re. re. bringe hierinit in güt. Erinnerung, sowie Anfertigung nach Maaß. Für solide Arbeit und gutes Passen der Kleider wird Garantie geleistet. 1760 «5. Schniiicfier* DermieMngen. Gut möbl. Zimmer zu vermiethen. 1745 Marktplatz 2. 1771 Logis, sow. einz. Zimmer, neu her- ger., gl- bezb., zu verm. Neuen-Bäuen 20. """1766 Grünbergerstraße 14 ist der H. und TU. Stock mit je 5 Zimmern nebst allem Zubehör zu vermiethen und kann der HL Stock sogleich bezogen werden.^ —1752 Ein Logis zu vermiethen bei Carl^Vogt, Metzger.^ 1749 Kleines Mansardenlogis mit oder ohne Gartenantheil zu vermiethen. Frankfurterstraße 103. _ 1761 Ein kleines Familienlogis zu ver-- miethen.______________Sonnenftraße 27. 1757 Ein Logis, 3 Zimmer, Küche 2C* im Vorderhause, eine große u. eine kleine Werkstätte pr. 1. Mai zu vermiethen. I. Schmücker, Marktstraße 8. Vermischte Anzeigen. 1750 Ern braves Dienstmädchen, welches in allen häuslichen Arbeiten bewandert ist (Kochen wird nicht verlangt) wird auf sofort gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. Die Nr. 23 enthält: c S1 -V> Einladungen ,mtb trank, 3" Äohl »er Ka unb dann die Ä ni S Dräfid'M nild im Abgeordnete ier Kaiser fort, in Anspruch ge nicht zu langer für M, «en1 lieber an den 116 die Gesche Die Audienz t Die V Auspicien beg deutschen freit Glieder der l lann aber gie Reichstages dl Ans die Reich! Die Ge Bord wird aui Die an 'begonnene und auch das nitii inneren Berhä redner der Lr setzenden födei lediglich gegen tote Carneri i Wigkeit der ü Hrungen Cai "erlegene Anin schwerlich para, Ein Dy gegenwärtigen o U in Frankr «scheint noch ij, ej" Packet aufge, «»MMN ^>cht des ange Ntet, daß ra N habe, bi f?chnunds £M da JJ* nchiig L"di-°rlear Mb erwartet, ^Meinen Ni d^ationei, g, Colonnen Uili SS“8 N öliges "Z^rz-Flae zu flj