2S8. Samstag den 11. October M8L iehcner Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. B*r,ew, Schulst--»- 7. todjeint .»«»ich mit «Wmchm- d-s »,«<•«#. ^rch^Post^g-n jährlich - Mark L U ——————IIIIIIIWIIWI lilD 11 —■BMge—gSMGmi htiini'niiiw,iNs>aaB«azwswKaMTOPSBfK»BasaaMMCTawi Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Droschkenbesitzer Heinrich Huhn hat unter dem Heutigen die Erlaubniß erhalten, der seither in Betrieb gestellten Droschke statt der Nummer 6 die Nummer 1 zu geben und eine weitere Droschke mit der Nummer 2 in Dienst zu stellen. Gießen, den 8. October 1884. Großherzogliches Polrzeiamt Greßen. Fresenius.______________________________ zwischen 3 und 5 Uhr gestellt werden. Gießen, den 4. October 1884. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Langsdorfs. Bekanntmachung. Abgesehen von dringenden Fällen und selbstverständlich von Vorladungen stnd die Amtsrichter nur Mittwochs zu sprechen. Anträge bei unseren Gerichts schreibereien können Mittwoch» und Saw»tag» Vormittags zwischen 10 und 12 Uhr, an den übrigen Wochentagen Nachmittags gez. Augusta. Berlin, 9. October. Der hiesigen Stadtverordneten - Versammlung ist auf ihre an Ihre Maj. die Kaiserin gerichtete GeburtStagS-Glückwunsch-Adresse folgendes Allerhöchste Antwortschreiben zugegangen: „Die Zuschrift der Stadt- verordneten an Meinem Geburtstage beantworte Ich mit herzlichem Dank. Ich erkenne darin den Beweis der ausrichtigen Thellnahme für Alles, was Mich betrifft und es ist Mir wohlthuend, daraus zu ersehen, daß sowohl Meine durch Gottes Hülfe ermöglichte Betheiligung an den Kaisertagen in Westfalen und Rheinland, wie die jüngst kundgegebene Thätigkeit der Vereine vom Rothen Kreuz in Genf auch in fernen Kreisen als Eindrücke empfunden werden, die Mein Herz freudig bewegen. Das neue Lebensjahr beginne Ich wie immer mit der Versicherung warmen Antheils an Allem, was die Wohlfahrt der Hauptstadt und ihrer für dieselbe thätigen Vertreter betrifft. Baden-Baden, 2. October 1884. Telegraphische Depesche«. Wolff'» tslegr. Lorresporrdeirr-Bvitsa«. Die deutsche Kolonie Kamerun*). In südlicher und südwestlicher Richtung, daS säst ausschließlich mit Urwald bedeckte Land durchbrechend, münden in den Golf von Guinea, da wo die herrliche Insel Fernando Po aus den blauen Fluthen des Atlantik sich erhebt, zwei Flüsse, der *) Wir verdanken diesen fesselnden Aufsatz der Güte des Herrn vr. Anton Neichenow, welcher Kamerun aus. eigenem achtjährigen Aufenthalte auf das Ge- riaueste htmt. Hamburg, 9. October. Den „Hamb. Nachr." geht aus Friedrichsruh die Mittheilung zu, daß bei dem gestrigen Diner Fürst Bismarck die in letzter Zeit durch die Preffe gegangenen Gerüchte, betr. Differenzen zwischen ihm und dem gegenwärtig als Gast in Friedrichsruh weilenden Botschafter, Grasen Münster, unzweideutig widerlegt habe. Braunschweig, 9. October. Nach bis heute Abend eingegangenen Nachrichten war eine Besserung in dem Befinden des Herzogs nicht eingetreten. Olmütz, 9. October. Gestern Nachmittag fand im Emma-Schachte des Bergwerkes in Polnisch-Ostrau eine Explosion schlagender Wetter statt, wodurch etwa 20 Bergarbeiter gelobtet, andere verletzt wurden. Die Zahl der letzteren ist nocö nicht sestgestellt. Prag. 9. October. Der heute im Landtage vertherlte Antrag der Commission zur Berathung der Zuckerfrage verlangt Erleichterung bezüglich der Entrichtung der Nübensteuer, sowie directe oder indirecte Unterstützung der Zuckerfabriken Seitens der Regierung während der Krisis durch Beleihung der Waare oder Warrants. Die vom Abgeordnetenhause angeregte Enquete-Commission solle unverzüglich einberufen werden, um über die Sanirung der Zucker- Industrie zu berathen, die Regierung solle womöglich Vereinbarungen mit Deutschland über die Regelung der Besteuerung der Zucker-Industrie treffen. Paris, 9. Octover. „Havaö" meldet auö Hanoi: Ncgcler ftteß gestern bet Kep auf 6000 chinesische Reguläre, welche ein von Verschanzungen umgebenes Central- schanzwerk besetzt hielten. Dre Chinesen begannen den Angriff und suchten die Franzosen zu umringen. Das Gefecht dauerte von früh 9 bis Nachmittags 2 Uhr und endete mit der Flucht der Chinesen und deren Rückzug nach der chinesischen Grenze; die Chinesen, vom Rückzüge abgeschnttten, flohen in vereinzelten Haufen in der Richtung nach Daognau und wurden verfolgt. In Kep, wo die Chinesen bemerkenswerthen Widerstand leisteten und welches die Franzosen umzingelten, mußte Bresche geschossen werden, daS Centralschanzwerk wurde mit dem Bayonnett genommen. In Kep allein verloren die Chinesen 600 Totste. Die Franzosen gingen sehr muthig vor und opertrten mit solcher Umsicht und Entschiedenheit, daß man sich der Rückzugsltnie deS Feindes bemäcktigen konnte. Das gesamwte Kriegsmaterial der Chinesen und eine große Anzahl von Maulthieren und Pferden fiel in die Hände der Franzosen. Von den Franzosen 1 Cavitän und einige 20 Mann tobt, 8 Officiere und 50 Mann verwundet, Negrier und 1 Ordonnanzofficier leicht verwundet. General Briere ist nach dem Schauplatz der Operationen abgegangen. Alexandrien, 9. October. Das Journal „Phare d'Alexandrie" wurde wegen eines Artikels zu Gunsten der Wiedereinsetzung des Exkhedive Ismail Pascha auf drei Monate suSpendirt. Catania, 9. October. Die Zahl der in Folge des Cyklon hier Verunglückten beträgt bis fitzt 27 Tobte und 350 Verwundete, welche aus den Trümmern der ein- gestürzten Gebäude ausgegrabkn wurden. Der Schaden beläuft sich hoher als bisher angenommen wurde, und wird jetzt auf 5 Mill. Lire geschätzt. Kamerun und der Djamur oder Bimbiafluß. welche in einen spitzen Winkel rusammen- fließend, an ihrer Mündung ein weites, über dreißig Quadratmeilen umfassendes gemeinsames Delta bilden. Das von diesen beiden Strömen eingeschlossene Dreieck besteht auch oberhalb deS MündungSlandeS zum größten Theile aus sumpfiger Niederung und wird im Westen von einem vulkanischen, zu dem 12,000 Fuß hohen Kamerunptt ansteigenden und an seinem Südende schroff in das Meer abfallenden Gebirgszüge begrenzt. Durch Vereinigung zweier Quellströme, deS Wuri und Abu gebildet, ist der Kamerunfluß b-inahe in seinem ganzen, freilich verhältnißmäßigen kurzen, etwa sieben bi« acht deutsche Meilen betragenden Laufe schiffbar; nur an seinem oberen Theile, dicht unterhalb deS genannten Zusammenflusses, wo er sich in drei durch QuerkanSle miteinander in Verbindung stehende und somit zahlreiche Inseln bildende Arme theilt, wird tr schmal, stellenweise flach und nur für kleinere Boote passirbar. So weit als der Kamerun daS Delta durchströmt, auf etwa 5 deutsche Mellen seines unteren Laufes, gleicht er eher einem tief in daS Land sich hineinzitheudeu MeereSbusen als einem F!vfl- indem er hier eine Brette von wohl 10btS 15 Kilometer zeigt. Das MündungS- land, entstanden durch Ablagerung der ungeheuren Schlammmaffen, welche Kamerun und Djamur, wie die meisten Flüsse WestafrtkaS, mit sich führen, wird von zahlreichen bretteren und schmäleren Kanälen durchzogen, welche bald größere Flußarme mit- einauber verbinden, balb enger und enger werden und alS Sackgassen schließlich im Sumpfe verlaufen. , Ä . , . . D . Q In landschaftlicher Beziehung zeigt da« Delta eia sehr einförmiges, dürftige« Gepräge. Den Baumbestand bilden fast ausschließlich die Mangrove, deren Wurzeln netzförmig den kahlen, schlammigen Boden Überspannen. Nur an einzelnen hoher gelegenen Stellen finden sich Weinpalmen oder die stachligen Pandanen, deren lange, schilfförmige, mit starken Dornenhaken besetzte Blätter in einer Spirale um den Stamm geordnet sind, ziehen in dichten Hecken die Ufer sich entlang und bilden oft die prächtigsten BoSketS. Auch menschliche Ansiedelungen vermißt man im Delta Nur hin und wieder zeigt sich ein Fischerkanoe und an einer höheren Stelle deS Ufers steht wohl eine einsame Hütte, welche Fischer nach ergiebigem Fang aufsuchen, um zu rasten und ihre Beute an der Sonne zu trocknen. Oberhalb des MündungSlandes verengt sich der Strom, wenngleich er auch hier noch eine viertel oder halbe deutsche Meile Breite hat und für große Seeschiffe befahrbar ist. Während das rechte Ufer noch flach und sumpfig bleibt, von Oelpalmen- waldungen bedeckt, zeigen sich auf dem linken stark ansteigende Hohen, auf welchen in ununterbrochener Folge und recht malerischer Gruppirung eine Reihe Negerdorfer sich hinzieht, während vor denselben im Flusse eine Anzahl Schiffe, die Wohnungen^und Depots der europäischen Kaufleute, verankert liegen; denn hier ist die Handelsstation „Kameruns", über welcher jetzt die schwarz-weiß-rothe Fahne weht. Die Ortschaften der Neger gewähren einen recht Mündlichen Anblick. Ü berall herrscht die größte Reinlichkeit und Sauberkeit. Die niedrigen, auS Mattengeflecht. nicht aus Lehm hcrgestellten Hütten stehen zerstreut, umgeben von üppigen Ptsang- und Bananenplantagen. Hin und wieder erhebt sich eine schlanke Kokospalme, die mit ihren langen Fiederblättern die Strohdächer schattet, beleb: von goldgelben Webervögeln, deren künstliche Beutelnester an den^Blotisp-tzen düngen Jams- und Kassave(Maniokan) -Felder schließen an die Ortschaften sich an, so west das Hügelland reicht; dann aber hemmt dichte, dunkle Oelpalmenwalbung die Schritte- In üppigster Fülle, aus Büschen, Stauben unb Punzen gebildet, schießt das Untersolz auf und verwirrt sich zu einem unburdjbrtnpWn : faftiße.u^l^tt.dge Äanna^rten, Farren m4t ihren zarten, mehrfach unb mannigfach ^fieberten Blättern, Orchibeen, welche die mobernbrn Reste alter Baumstämme bedecken, dazwischen da« Heer der Lianen, der Schlingpflanzen, welche balb bünn wie Zwirnssäben, bald starken Aesten gleich in phantastischen Wiuburigm die Stämme umschlingen, Baum und Zweige ver- btnben, alles wie mit einem dichten Netzwerke umspannen. Uebereinstimmenb mit der Ueppigkeit der Vegetation entwickelt sich die Thierwelt in großer Manntgfalttgkelt. Auf den Lichtungen im Walde, aufden schmalen, sich hindurchzichenben Pfaden, wo die Sonne das dichte Laubbad) durchbricht unb die duftenden Pflanzen und Sträucher öffnet, schwärmen zahllose Schmetterlinge in jeMjer Farbenpracht. Wespen mit metallisch schimmernden Flügeln, bunte Käfer, narmntlich die Familie der Bockkäfer, sind reich vertreten. Gewandt laufen iEichbornchen die Baumstämme hinauf, um von den Früchten zu naschen. Groß F ebermäuse hängen an den äweigen unb streichen aufgeschreckt im Zickzack burch bte Luft, um sofort tn dichtes Gebüsch wieber einzufallen. RothsLnäbellge KönigSsischer fitzen träumerisch auf trockenen Baumwipfeln. Die kleinen Honigsauger ober Sonnenvogel, deren Gefieber in allen Metallfarben glänzt unb prächtig Im Sonnenschein funkelt, die Vertreter der Kolibris in ber alten Welt, schaukeln sich in ben ©Ältnauflanjen ""d Hetzen flatternd vor ben Blüihen, bte sie mit ihren langen feinen Schnäbeln nach Käfern burchsuchen Auf Insekten lauernd, sitzen an ben Baumstämmen große Eidechsen, die Agameno, bei unserem Erscheinen bedächtig mit ben feuerroten Köpf-n uickenb- Laut krächzend streichen Schaaren von Graupapageien über bte Baumw pfil, während die Zibetkatze durch bas D'cktcht schleicht und auf die zierliche weißgrfleckte Buschanmope lauert im Gestrüpp das größte Raubthier ber Kamerungegenb, ber geschmeidige Leopard. Neben diesen interessanten Firmen beherbergt der Urwald unter fe*nner^ aber auch viele, welche dem Europäer sowohl wie dem Eingeborenen zur !Sroßttn Plage werden. Die Mücken oder Mosquitos gehören natürlich zu ben‘ scheinungen. Viel lästiger aber als btefe werben bte Sanbfliegen, ^nikroSkovifch kleine Insekten, welche zu Tausenben ihre Opfer überfallen, Gesicht unb Hänbe schwarz bedecken und ein unertrSaltches Jucken auf der Haut erzeugen. , - Ein anderes Jnsect, welchem der Beherrscher ber Erbe ohnmächtig entgegentritt ist die Wanderamcise. In dicht geschlossenen Reihen marschiren die nach Millionen zählenden Schaaren dieser Thüre durch den Wald. Als ein schwarzes, etwa zollbreites Band zieht sich der Zug auf dem Boden durch das Gras dm. Sobald Wege oder freie Plätze zu überschreiten sind, werden zur Sicherung der Schaar die Soldaten ausgestellt. Diese haben die doppelte Größe der anderen Ameisen und biete, m t starken Zangen bewehrte Köpfe. Sie bilden zu beiden Setten des Zuges Spalter, die drohenden Waffen nach außen und in die Höhe richtend. Zwischen ihnen hindurch drangen sich neben und übereinander, immer vorwärts die Wandernden. Man kann stundenlang den Zug beobachten, ohne das Ende oder nur eine Verminderung der Wandererwahrzunehmen. Sobald die volaufztehenden Plänkler drL wandernden Heeres eine Stelle gefunden haben, welche Beute liefert, breiten die Ankommenden sich über das Gebiet aus. Jeder Grashalm, jedes Blatt, jeder Zweig ist jetzt mit den Kerfen bedeckt. Was von lebenden Wesen nicht eiligst bet Annaheruna der Ameisen entflieht, muß Ihnen erliegen. Alles Ihterische Leben wird an der betreffenden Waldtsstelle vernichtet. Aber auch der Mensch muß sich hüten, an einen solchen von Wanderametsen überschwemmten Platz zu gerathcn, denn im Augenblicke sind Hunderte an den Beinen in die Höhe gelaufen und rächen sich für die Störung mit wüthenden Bissen. In den Quellflüssm des Kamerun, namentlich im Wurt, sind die Flußpferde außerordentlich häufig; dort wimmelt es auch von den stetigen Begleitern jener Dickhäuter, den Krokodilen und in den Vorbergm des Kameiungebirg^s treten Elephanten in ungemeiner Häufigkeit auf. Nicht selten werden von den Eingeborenen Elephantev- zähne gebracht, welche ein Gewicht von 120-150 Pfund ousweisen. Die Eingeborenen der Kamerungegend sind tm Allgemeinen von schönem, kräftigem Körperbau, haben aber häßliche Gesichtszüge, was besonders bei dem weiblichen Geschlecht auffällt. Ihre Hautfarbe ist ein ziemlich Helles Braun. Hinsichtlich Ihrer geistigen Fähigkeit stehen sie hinter vielen anderen der westafrikanischen Küstcn- stämme zurück. Es ist ein stumpfes, träcus der Bildung wcn'g zugängl chetz Volk, daher auch die dort stationtrten englischen Missionare nur geringe Fortschritte machen. Die Kleidung besteht sowohl bet Männern wie bei Frauen nur tn einem schmalen, um die Hüften geschlungenen Streifen Baumwollevzeuges, welches von den Europäern etngeführt wird. In Ermangelung e n-s solchen wird em Gü t l aus trockenen Bananenblättern angefertigt Kmder gehen ganz nackt. Die Weiber durchbohren ihre Ohrlappen, bisweilen auch die Nasenschetdewand und stecken durch die entstandenen Löcher, um dieselben zu erweitern, Propfen von GraS und Bananrnblättern, welche nach und noch mit größeren vertauscht werden, so daß die Odrlappcn schließlich tn einen großen Ring aufgezogen sind. Auch o-rwendm sie viel Sorgfalt auf die Herstellung recht künstlicher Haartouren, inbem sic einen vom W'rbel spiralig nm den Kopf laufenden Scheitel oder eine Scheitelung von drei concentrischen Kreisen abtheilen und das Haar zwischen den Scheiteln tn zahlreich: kleine Flechten zusamm ndrehen, durch welche dann häufig ein recht künstlich aus Elfenbein geschnitzter und mit Ebenholz ausgelegter Pfeil gesteckt wirb. (Schluß folgt.) GerwischteS. Hannover, 7. October, lieber ein ents.tzliches Verbrechen berichtet der „Hann. Cur." wie folgt: Im Hause Ritterstroße 7 wohnt die von ihrem Ehemanne, dem Kohlenhändler Ernst Maßmeyer, getrennt lebende Frau Dorothea Maßrmyrr, geb. Lohmann, welche mit dem ebenfalls verwittweten damaligen Arbeiter Ernst Maßmeyer im Januar d. I. in die zweite Ehe trat und in diese drei Stiefkinder htnüberführte. Der eheliche Friede währte nicht lange, denn bereits im Juli trennten sich die Ebeleute, und während die Frau im Hause Nitterstroß: 7 verblieb, verzog der Gatte nach Klein-Vahrenwald. Heute früh gleich noch 6 Uhr erschien Maßmeyer, bewaffnet mit einem langen Messer, an der Wohnung seiner Ehefrau, sprengte gewaltsam die Thür auf und drang sofort auf die wehrlose Gatt rr ein, der er einen Stich in den Hals und zwei Stiche tn den Unterleib versetzte; als der in demselben Hause wohnende Locomotioheizer August Schmktt, von dem Hilfegeschrei der Frau Maßmeyer herdeigerufen, deren Wohnung betrat und den Rasenden von weiteren Angriffen abhalten wollte, wurde er ebenfalls von Maßmeyer durch zwei Stiche tn den Hals schwer verletzt, worauf Maßmeyer sich selbst dos Messer nicht nur tn das Herz stieß, sondern mit demselben sich auch noch einen Schnitt tn den Hals beibrachte, worauf er alsbald verstarb. Paris, 6. October. Der Polizei ist es gelungen, sich einer gefährlichen Diebesbande, welche tn der letzten Zeit Paffy, Auteuil, Neuilly und Boulogne unsichn machte, zu bemächtigen. Dieselbe war vom 25. September bitz 2. October achtmal in verschiedene Häuser etngebrochen und hatte reiche Beute gemacht. Bei ihrem letzten Diebstahl — sie brach des Abends um 8 Uhr bet einem Kohlenhändler ein, bei dem sie 3000 Frcs. tn Bankscheinen erbeutete — wurde sie erwischt. Als sie tn das Haus etndrang, wurde sie von zwei Agenten bemerkt, welche nachdem sie den Polizei- commisfar benachrichtigt halten, ihnen nachfolgten. D e Diebe, vier an der Zahl, begaben sich nach Grenelle (Stadtthetl von Paris auf dem link n Setneufer), wo sie tn einer Kneipe etnkrhrten. Die Polizei folgte ihnen nach und drang in das Zimmer, wo sich die vier Strolche befanden. Zuerst überrascht, zogen sie alsbald ihre Revolver und Dolchmesser heraus. Ein heftiger Kampf entspann sich, bte Poltzeidiener behielten aber die Oberhand. Fast allen Kämpfern waren die Kleider vom Leibe gerissen; einer der Strolche war ganz nackt und man mußte für ihn Kleiber von b?r Präftciur holen. Ein Polizist war sehr Übel zugerichtet. Die vier Diebe wurden gesesselt und nach oer Polizeipräfectur gebracht. Der Polizei gelang es nicht, die ganze Bande dingfest zu machen. Sie nahm aber die Hauptmitglieder derselben fest, nämlich ihren ersten Anführer, der, erst 19 Jahre alt, Sohn eines Gendarmen und Schwager eines Polizri- dieners ist, den zweiten Anführer (26 Jahre) und zwei der Hauptmtzlleder, von denen der eine 21 und der andere 18 Jahre alt ist. Letzterer gehört einer guten Kausmanns- familie tn Grenelle an und war seit 6 Monaten verschwunden. — Das Aude- Departement ist seit einiger Zeit tn Angst und Schrecken. Dort treibt fich eine Räuberbande unter dem Befehl eines gewissen Campllla herum, welche alles ausplündert. Gestern erhielt die Polizei die Anzeige, daß Campill-r sich mit seinen Leuten in einem unbewohnten Hause in der Nähe von Orgeix aufhalte. Gendarmen wurden abgesandt und daS Haus umzingelt. Camptlla und seinen Leuten gelang es aber nach einem heftigen Kampfe dadurch zu entkommen, daß sie das Haus anzündeten und in den in der Nähe gelegenen F'chtenwald flüchteten, wohin man ihnen zu folgen sich nicht getraute. Die Gendarmen hatten auf die Räuber gefeuert, als sie über die Fels n hinübersprongen, aber keinen getroffen. — sDurchgebrannte Schafes Der „Franks. Ztg." wird aus München geschrieben: Das „Durchbrennen" scheint nachgerade kein Privilegium des homo bipes, sveciell der Kassirer, mehr zu sein, sondern auch bte vierbeinigen Bewohner unseres Erdballs anstreben zu sollen. Wie wenigstens dem „Münchener Fremdenbl." aus Haard bei Bad Kissingen gemeldet wird, hat daselbst in der Nacht vom 2. auf den 3. October die beim Wirthshause eingehegte Schafheerde des OrttS die Hürde durch- brochen und ist durchgebrannt. Die Zahl der Durchbrenner beläuft sich auf 108. — Bei Menschen sind solche Massen-Echappements bisher noch nicht üblich — und es war am andern Tage der Verbleib derselben noch nicht erutrt worden. Ob die Behörde nach Hamburg und Bremen telegraphirt hat, meldet der Correspondent des „Fremdenbl." leider nicht- - Die Singhalesen, jene Ureingeborenen der Insel Ceylon, die 'feit Monaten durch ihre ethnographischen Vorstellungen in den Hauptstädten Deutschlands, so auch in Frankfurt, so viel Interesse erregt haben, sind vorgestern mit dem Dampfer „Elektra" der King-Sin Linie von Hamburg aus tn ihre ca. 10,000 englische Meilen entfernte Heimath abgedampft. In ihrer Begleitung befanden sich die Managers Mr. Johannes Casten und William Gander, bte die Söhne der Tropen im April d. I. mit dem Dampfer „Aglaja" nach Europa gebracht hatten. Die zahlreichen Elephanten die sich bei der Karawane befanden, sind in Hamburg zurückgeblieben, um demnächst an Zoologische Gärten, Menagerien rc. abgegeben zu werden. ^Italienische Weinproductlon.) Das „Mainzer Journal" vom 15. September probt: Faßt man die Weinvroduction im Verhältnis, zum Flächenraume tn’8 Auge, so ist Italien das wichtigste Weinland der Erde; im Durchschnitte der letzten 5 Jabre hat galten ungefähr 29 Mill. Hektoliter Wein jährlich probudrt. Bei feiner Rangiruna der Weinbau treibenden Länder Europas tn Bezug auf absolute Menge der Production nimmt eS die zweite Stelle ein, da es in dieser Beziehung nur von Frankreich übertroffen wird. Trotz der schon längere Seit bestehenden großartigen Production hat der Export von Wein aus Italien stch bis vor Kurzem doch nur in sehr bescheidenen Grenzen bewegt, erst fett 1879 ist hierin ein sehr bemerkenswerther Aufschwung eingetreten. Im Jahre 1874 führte Italien nur 272,220 Hektoliter Wein aus, bier?8 Exportquantum ist im Jahre 1878 nur auf 536,830 Hectoliter gestiegen, im folgenden Jahre trat aber ein plötzlicher Aufschwung auf 1,076,580 Hektoliter ein und »m vergangenen Jahre ist fast das doppelte Quantum ixportirt worden. Die Bezüge des französischen Handels haben gegenwärtig den Hauptantheil an diesem Aufschwünge; Frankreich importirte tm Jahre 1874 aus Italien nur 73,926 Hectoliter Wein, tm Jahre 1876 war dieses Quantum auf 238,380 Hektoliter gestiegen, tm Jahre 1878 aber wieder auf 173,387 Hektoliter gefallen, tm folgenden Jahre trat bann eine plötzliche Steigerung auf 682,926 Hektoliter ein, dieses Quantum stieg im Jahre 1880 auf 1,831,086 Hektoliter, also auf fast das Dreifache des Vorjahres, sank seitdem wieder etwas, im vergangenen Jahre hat sich das aus Italien nach Frankreich importirte Weinquantum auf ungefähr l. Dre Pfarrgeschäfte in der Woche vom 12. bis 18. Oktober besorgt Pfarrer Schloff er. Katholische Gemeinde. 19. Sonntag nach Pfingsten. Von 6 Uhr an: Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl- Commu- nion. VzlO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Die vom heiligen Vater vorgeschriebene Andacht, welche auch an allen Werktagen um 7 Uhr Morgens gehalten wird. GMesdienst in der Synagoge. Schlußfest. Frertag Abend 5 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 61» Uhr, Sonntag Morgen 8 Uhr, Sonntag Mittag 4 Uhr, Sonnlaa Abend 610 Uhr. h.';Ä >> aber JQnt K2880 auf b?tr^lttleber latzer ;wPortftfe und ZrUN lmd Schwung Jjj unters MöbertnWM jolgenden %»Stu ?76 tottber»te lank * Sm^runn65' ’ ca* b?r k n0r b,r "im 3lb„ hWm uf 2,114 qnn & auf 80 aus mehr ?' echte Jj als bag ib eft n und Steä §»Ä! ®Utn drr durch di- ÄV»S latzfähigkett bttfdben Ded im Obntnnthal İnhlt(b bayerisches mbwhtb und Haupt, “b n 4t aushöite, das mit einem feiner M- * Königs Don u°M Innsbruck, den \ königlich bayerischen »lautende Abschrisl der T damalige Gemeinde- EWrtS amerikanischtt "e erste ans Amerika ehördtti hielten dieselbe 3 soviel Baumwolle In tt M torlgen 3(tyc§ n. u. Starck ist es zu rkeS über die Kunst, tQnntwtrb, lst Heun ne§ Wnlrs belasten ftemtfen, als besten laaMb Knorr zum n nor kurzer Zeit erst torgrab honoris causa mstk zu Theil geworden. daß es in der Bälde ichermigSvnein.s Im und zwar 377 äußere Unfällen batten 7 den ttät der Berlehten zur it September 16. Neu 6 Personen- Alle vor d Jnvalidttätssälle find egultrt. 6639 m dahier oufgeflfHt ist. eachtung. M't großem bellungen betrachtet und Uten SeaLtung bestens M. wobl Jedermann bte Werk m Augenschein r und Bersertiger dieser dt Gießen» t. aumann. tobet. ■D- n»»;gSK | gangen -1 .g n 97 &1 ^"g^Llt-b-r b-i-r-t I JlittM 4 11,1 — Wie wir hören, hat der bekannte ital. Exporteur FranceSco Cirio in Turin mit einigen der ersten Häuser Italiens und Deutschlands eine Gesellschaft gegründet, um unter der Leitung erfahrener deutscher Fachleute daS ital. Wetngeschäft ?u betreiben und diesen Weinen die ihnen gebührende Anerkennung im Auslande zu verschaffen- Es ist der neuen Gesellschaft gelungen, den Herrn Geheimen Hofrath Prof. vr. R. Fresenius in Wiesbaden zur Uebernahme der Controlle und Analyse zu gewinnen und bürgt dieser Name dafür, daß daS Publikum für billigen Preis einen garantirt reinen und guten Wein erhält! Wir glauben diesem Unternehmen ein günstiges Prognostikon stellen zu können. Allgemeine Verkäufe und Verpachtungen, Betheiligungen, Stellen-Vakanzen re. werden am sichersten durch Annoncen in zweckenffprechenden Zeitungen zur Kenntniß der bez. Reflektanten gebracht; die einlaufenden Offerten werden den Inserenten im Original zugesandt. Nähere Auskunft ertheilt die Annoncen-Expedition von Rudolf Messe, Frankfurt a. M-, Roßmarkt Nr-3. Vertreter in Gießen: Heinrich Wallach, Marktplatz 8. 3975 r Anzeiger. Einträge ;um Mrmen-Kegister unterzeichneten Gerichts. 1. Siegmund Heichelheim, Inhaber der hiesigen Firma „Aron Heichelheim", hat die dem Friedrich Röse dahier in Gemeinschaft mit Max Guggenheim und Gustav Müller ertheilte Collektiv - Prokura zurückgenommen, so daß nur noch die beiden letzteren ermächtigt sind, die Col- lektiv-Prokura zu zeichnen. 2. Moses Löser, der bisherige Inhaber der Firma M. Löser dahier, ist gestorben und seine Wittwe Settchen geb. Flörsheim berechtigt, das Geschäft unter der seitherigen Firma fortzuführen. Sie hat ihrem Sohne Louis Max Löser dahier Prokura ertheilt. -3. Das von Wernhard Dietz unter der Firma W. Dietz dahier betriebene Geschäft ist auf Hermann Dietz dahier, dem seitherigen Prokuristen des Geschäfts, mit allen Aktiven und Passiven übergegangen. Derselbe führt die seitherige Firma fort. -4. Friedrich Ernst Fehsen - feld dahier, Inhaber der Firma „E. Heinemanns Universitätsbuchhandlung und Antiquariat von Fr. Ernst Fehsenfeld" hat diese Firma in Fr. E. Fehsenfeld umgeändert; die frühere Firma wurde gelöscht. — Frau Fehsenfeld, Pauline geb. Rhein- bold, hat Prokura. Es betreiben: 5. Theodor Speyer zu Wieseck unter der Firma Th. Speyer Cigarren-Fabrikation und Handlung. 6. Karl Fröhlich zu Gießen unter der Firma seines Namens ein Manufacturwaaren - Geschäft. Gießen, den 7. October 1884. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Müller. 6646 Dienstag den 14. Moder, Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Hause der Frau Bäcker Busch am Kreuz Wegzugshalber gut erhaltene Möbel, als: Kleiderschrank, Betten, 1 Kinderwagen, Kinderbettstelle, Tische, Stühle, sowie Küchen- und sonstige Haus- geräthe, meistbietend versteigert. 6582 Freiwilliger Gutsverkauf. Unterzeichneter beabsichtigt seine in bestem Zustande befindliche Hof- raithe mit angrenzenden Grab- und Grasgärten nebst dem dazu gehörigen Gut, bestehend in ca. 60 Morgen gut bewirthschaftetem Ackerland und ca. 36 Morgen Wiesen, aus freier Hand zu verkaufen. Darauf Reflectirende können bei dem Bevollmächtigten der Darmstädter Renten- u. Lebensversicherungs-Anstalt, Herrn Georg Kurtz jun. in Alsfeld, das Nähere erfahren, welcher gerne bereit ist, den Preis und die sehr günstigen Zahlungsbedingungen mitzutheilen. Ober-Gleen (Kreis Alsfeld), den 8. October 1884. 6640 Johannas DwgeL Der NeichslagsabZeordnele Herr Dr. Mflelsch wird Sonntag den IS. October, Nachmittags 3 "Uhr in Hunden im Saale des „Solmfer Hofes", Ab®nds 8 "CJhr im Saale des „Holländischen Hofes" zu Lieh Bericht erstatten über seine seitherige Thätigkeit im Reichstage. Alle Wähler werden zu zahlreichem Beuche freundlichst eingeladcn. 65 96 Das liberale Lmniw. Wähler-Versammlung in Wieseck. bei Herrn A« Ziegler Samstag den 11. October. Abends 8 Uhr« Die Reichstagswahlen und die Stellung der Arbeiter pi denselben. Referent: C Ulrich. Alle Wähler sind freundlichst eingeladen. 6623 Das Comite. IeikgeLotenes. Aechte Frankfurter Würstchen frisch eingetroffen bei 45656____________L. 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