Mr. 9, Freitag den 11. Januar 1884 Kichmer Anzeiger Amts- und Auzeigeblatt für den Kreis Gießen. .. - 2 c. k = an I a Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brtngerlohn. B«reau r Schulstraße 7. Erkhemt tL-ttch mit Ausnahme dos Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Uebersicht. Metz«», 10. Januar. Au» den Grundzügen des Unfallversicherungs-Gesetzes, welche eben dem Bundesralhe vorliegen, ist hervorzuheben, daß abweichend von den früheren Vorlagen die Berufsgenoffenschafteu gewählt sind, welch- gleichartige Betriebe umfassend m der Regel durch das ganze Reich gehen sollen. Die Verwaltung der Unfallversicherungswesens ist auf eine ziemlich freie Selbstverwaltung basirt. Die Schadenersatzleistungen im Falle einer tödtlichen oder zur Erwerbsunfähigkeit führenden Verletzung durch Unfall sind im Wesentlichen dieselben geblieben, wie in der früheren Varlage. Der Beitrag der Arbeiter bleibt beseitigt, die Fürsorge für die ersten 13 Wochen ist den Krankenkassen belassen. Dagegen ist der Kreis der zu versichernden Per- fonen zunächst auf die unter den § 2 des Haftpflichtgesetzes fallenden eingeengt. Die Versicherung erfolgt auf Gegenseitigkeit durch die Betriebrunternehmer. Die Mittel für die Entschädigungsbeträge und die Verwaltungskosten werden durch Beiträge ausgebracht, welche auf die Mitglieder nach Maßgabe der in ihren Betrieben von den Versicherten verdienten Löhne und Gehälter, sowie der statutenmäßigen Gefahrentarife jährlich umgelegt werden. Wird eine Genossenschaft dauernd leistungsunfähig, so gehen ihre Verpflichtungen aus das Reich über. Darüber, ob dieser Fall vorliegt, entscheidet der Bundesrath. Der Beitrag der Arbeiter ist also fallen gelassen. Die Bildung der Berufs- Genossenschaften erfolgt auf dem Wege der Vereinbarung der Betriebs- Unternehmer unter Zustimmung des BundesralhS. Die Beschlußfassung über di- Bildung der B-russgenossenschasten erfolgt durch die zu diesem Zwecke zu einer Generalversammlung zu berufenden B-tri-bSgenoss-n mit Stimmenmehr- heit. Für diejenigen Jnvustriezweige, für welche innerhalb der im Gesetze fest- zusetzenden Frist Anträge auf Einberufung der Generalversammlung zur frei- willigen Bildung einer Berufsgenoffenfchast nicht gestellt worden sind, werden die B-russgenossenschaften durch den Bund-srath nach Anhörung von Vertretern der betheiligten Industriezweige gebildet. Die B-russgenossenschaften regeln ihre innere Verwaltung, sowie ihre Geschäftsordnung durch ein von der Generalversammlung ihrer Mitglieder (Genossenschastsversammlung) zu beschließender Statut. Dar Genossenschastsstatut bedarf zu seiner Giltigkeit der Genehmigung des Reichsversicherungsomts. Den Arbeiterausschüssen ist eine wesentlich erhöhte Bedeutung bcigelegt. Neben der Wahl der Hälfte der Beisitzer zu den Schiedsgerichten und der Begutachtung aller Vorschriften zur Unfallverhütung ist ihnen die Betheiligung an der Untersuchung der Unfälle und ein Wahlrecht zur Entsendung zweier nicht ständigen Mitglieder des ReichsversicherungSamteS verliehen. Was die Schiedsgerichte anlangt, an welche die Verletzten oder die Hinterbliebenen der Verunglückten sich wenden können, wenn sie mit der Festsetzung der Renten rc. von Seiten der GenossenschaftSvorstände nicht einverstanden sind, so ist tu allen wichtigen Fällen Recurs an das Reichsversicherungsamt zugestanden. Die Genossenschaften unterliegen in Bezug auf Befolgung des Unfallversicherungs-Gesetzes der Beaufsichtigung des Reichsversicherungsamtes. Das Reichsversicherungsamt hat seinen Sitz in Berlin; es besteht aus mindestens drei ständigen Mitgliedern, einschließlich der Vorsitzenden, und aus acht nichtständigen Mitgliedern. Der Vorsitzende und die übrigen ständigen Mitglie- Ser werden auf Vorschlag des Bundesraths vom Kaiser auf Lebenszeit ernannt, von den nichtständigen Mitgliedern werden vier vom Bundesrath aus seiner Mitte, und je zwei mittelst schriftlicher Abstimmung von Ben GenossenfchaftS- vorständen und den ArbeiterausschUffen gewählt. Die Amtsdauer der nicht-- ständigen Mitglieder währt 4 Jahre. Das Stimmenverhältniß der einzelnen Genossenschaftsvorstände und Arbeiterausschüsse bei der Wahl der nichtständigen Mitglieder bestimmt der Bund-srath unter Berücksichtigung der Zahl der versicherten Personen. Die Kosten des ReichSversicherungsamts und seiner Verwaltung trägt das Reich. Die Aufsicht des Reichsversicherungsamts über den Geschäftsbetrieb der Genossenschaften hat sich auf die Beobachtung der gesetzlichen und statutarischen Vorschriften zu erstrecken. Das Reichsverficherungsamt ist befugt, jeder Zeit eine Prüfung der Geschäftsführung der Genossenschaften Dorzunehmen. Die Abneigung einzelner europäischer Länder — darunter auch der deutschen Reiches — der amerikanischen Trichine aus Unkosten des leiblichen Wohlergehens der eigenen Staatsangehörigen Asyl zu gewähren, ist von den transatlantischen Schweinehandel-Jnteressenten sehr übel vermerkt worden. Auf ihre Anregung wird denn auch wohl die telegraphisch signalisirte Einbringung einer Bill im nordamerikanischen Repräsentantenhause zurückzuführen sein, mittelst welcher ein Repressalienkrieg gegen Die europäischen Widersacher des Imports von gesundheitsschädlichen amerikanischen Schweinefleisch- waaren angebahnt werden soll. Bekanntlich behaupten die amerikanischen Schweinezüchter und Schweinehändler — und die von ihnen beeinflußte Presse schwört Stein und Bein auf diese Behauptung — daß die von ihnen zu Con- sumzwecken hergestellten Präparate völlig tadellos in sanitärer Hinsicht seien, daß die dawider geltend gemachten Bedenken gegen besseres Wissen erhoben würden, und sich mithin der Ausschluß des amerikanischen Schweinefleisches aus den betr. europäischen Staaten, namenlllch auch aus Deutschland, als eine dem amerikanischen Geschäft zugefügte Chikane charakteristre. Die gänzliche Hinfälligkeit dieser Theorie haben die „Berl. Polit. Nachr." noch kürzlich an einem, der amerikanischen Presse selbst entlehnten, besonders drastischen Beispiel nachgewiesen; weiteres, sehr instructive« Material zur Beurthellung der Sache verdanken wir den Veröffentlichungen in der „Nordd. Allg. gtg." Um so gespannter wird man sein dürfen, wie die Urheber der Eingangs erwähnten Bill es anstellen werden, ihrem nackten Krämer-Eigennutz ein passables Mäntelchen umzuhängen. Denn daß die transatlantische Speculation in gesundheitsschädlichem Schweinefleisch ihre Frivolität so weit treiben werde, mit dürren Worten für die nordamerikanische Trichine bei Vermeidung von R-pr-ffali-n eine Art völkerrechtlichen Passepartouts in Anspruch zu nehmen, wollen wir trotz der sprichwörtlichen Rücksichtslosigkeit des 6o - adoack - Systems der Herren Dankees einstweilen doch nicht glauben. Seit dem 1. d. Mts. ist nun auch die deutsch- Sprache als die amtliche für die Gemeinde Dietz eingesührt und haben sich die B-hörD-n und Beamten der Gemeindeverwaltung derselben zu bedienen 1) bei Schreiben und Berichten an Behörden, deren Geschästssprache die deutscbe ist; 2) bei öffentlichen Bekanntmachungen, unter Beifügung einer französischen Uebersetzung; 3) bei Führung der StandeSregister und den hierauf bezüglichen Bekanntmachungen ; 4J bei Verhandlungen mit Personen, deren Muttersprache die deutsche ist, sowie bei der Bescheidung von Eingaben und Vorstellungen, welche in deut- scher Sprache abgefaßt sind. Von dem gleichen Zeitpunkte ab müssen sich auch die Unterbeamten der Polizei-, Forst- und Bauverwaltung, sowie die Unter- beamten der birecten und indirecten Steuern der deutschen Sprache bedienen; dasselbe güt von der amtlichen Geschäftssprache des Amtsgerichts und der Ge- richtsvollzieher in Metz. Auch für die benachbarte Gemeinde Diedenhofen find die gleichen Bestimmungen wie für Metz erlassen worden. Es ist hierdurch ein weiterer Schritt geschehen, die Bevölkerungen dieser beiden städtischen Bezirke dem Deutfchthum zuzuführen. Die Petersburger Polizei hat durch die Ermordung ihres Chefs Ssudejkin nicht nur einen tüchtigen Beamten verloren, sondern sie ist, wie man behauptet, durch dieselbe auch noch in andere Verlegenheit geratheu. Der Ermordete war ein Mann von großem Ehrgeiz, der stets bestrebt war, den Erfolg s-iner Entdeckungen möglichst sich allein zuzuschreiben und zu seiner Spionirerei möglichst wenig Kräfte zu verwenden. Gerade in letzter Zeit sollen die Faden der Wirksamkeit der politischen Polizei in Petersburg fast ausschließlich in fernen Händen gelegen haben und wie er im Verkehr äußerst verschwiegen war, so hat er auch keine schriftlichen Anhaltspunkte zurückgelassen. Das Buch, in dem er sich Namen und Adressen zu notiren pflegte, trug er immer und auch an fernem Todestage bei sich — und dieses Buch haben die Mörder mitgenommen, die ihrerseits die in demselben enthaltenen Notizen schon verstehen und manche Warnung an ihre gefährdeten Genoffen ergehen lassen werden. (Das „Reuter'jche Bureau" meldet, Jablonski habe selbst der Frau Ssudejkin d-n Tod ihres Mannes gemeldet und bann, als bie Frau fortstürmte, bas Schreibpult des Ermordeten erbrochen und alle wichtigen Papiere desselben mitgenommen). Die egyptif chen Verhältnisse entwickeln sich rasch und drängen in beschleunigtem Tempo jenen Bahnen zu, welche England zu erreichen von jeher wünschte. England hätte schon nach der Schlacht von Tel-el-Kebir die egyptische Regierung offen in feine eigene Hand nehmen können. Frankreich würde einen Augenblick aufgeschrieen haben, aber sonst hatte kein Hahn danach gekräht. Das stand seit jenem Tage fest, an dem die Mächte den Einmaych der englischen Truppen geschehen ließen. Aber das englische Cabmet zog es vor, die egpptischen Zustände sich derart entwickeln zu lassen, baß ste dre dauernde Einmischung Englands forderten und entschuldigten. Man ließ also eayptische Ministerien walten, überließ ihnen die Verantwortlichkeit, benahm ihnen aber auf Tritt und Schritt die Freiheit des Handelns, roie anderseits bie Unterstützung seitens der englischen Macht. Die Folge roar, daß Die Stellung dieser Ministerien unhaltbar, weil verächtlich wurde. So hat auch das Ministerium Sherif Pascha den Platz verlassen und damit Raum geschaffen für die letzte Zwifchenstation, welche die britische Politik vor der Ausrichtung einer klaren Schutzherrschaft zu durchlaufen gedenkt. Die egyptischen Ministerien haben mit jedem Wechsel ihren national-egyptischen CharEer mehr und mehr eingebüßt; jetzt endlich wird allem Anschein nach etn Mann da» Heft ergreifen, der den Egyptern für einen Fremden, für einen Vertreter englischer Anschauungen gilt, Nubar Pascha. Geht es so weiter, so wird, wenn es nach der öffentlichen Meinung Englands geht, auf Nubar eine rem englische Verwaltung folgen. Die Logik der Dinge verlangt Has so: England muß mit der thatsächlichen Macht auch die Verantwortlichkeit für Ordnung und Ruhe übernehmen. Der Widerstand des Khedive ist nicht ernst zu nehmen. Der Khedive spricht es selbst aus, daß er nach der Schlacht von Tel-el-Kebiv drei Wege vor sich gesehen: er konnte erstens sich öffentlich den englischen Wünschen fügen und sie im Geheimen bekämpfen; er konnte zweitens sich fraglos allen britischen Anforderungen unterwerfen; er konnte drittens gegebenen Falles feine abweichenden Ansichten äußern und sie fallen laffen, wenn sie den Briten nicht gefielen. Die Betretung des dritten Weges mußte das Ansehen des Khedive's in den Augen der Egypter vollends zu Grunde richten; zedoch der Khedive hat eine eigenthiimliche Lebensphilosophie; er findet, daß das Rechte in Egypten stets unpopulär fei; unbeliebt fei der Arzt der die Hauser desmficire, und unbeliebt der Richter, der die Spitzbuben abstrafe. Tewsik dreht nun diesen seinen Erfahrungssatz unlogischerweise stillschweigend um und hielt also jenen dritten Weg ein, welcher der wohlmeinenden Ehrlichkeit eines Privatoerwalters, aber nicht der staatsmännischen Klugheit und Wurde eines Herrschers entspricht. Ein solcher Mann auf dem egyptischm Throne ist der machte«et be,r dürg-rm-isterwahl In demDSrfchenB. bei Nidda ma^ie em Wähler folgende Bemerkung: Wir wählen den alten Rüraermeifter niLL wieder, denn er hat die Gemeinde unnöthig um Geld gebracht Da bat er vor 2 ^abren gemacht"! argeschafft und hat bis heute noch keinen Gebrauch uan deMben Weimmn^"bat°i>'em ^°-?^°!?"iernehmer der elektrischen Bahn, Herr maeitiat bafe Mr ^ankfurt Offmbacher Trambahn-Gesellschast fe"n roerbe 8 b S$eilfitetIe Sachsenhausen-Oberrab bis Ansang Februar betriebsfähig Halle" Uand fich^un^V'^^gust 1876 erfolgten Branbe der „Frucht- 9 4 nD *tc9 tn "">erer Stadt außer dem „Frankfurter Hof" kein Saal, in welchem Amim Zur Bezahlung btr den bei der Wen L «ngelegten MMtn fällig rotier Armine festgesetzt, ur Wag den 1 mstag „ i Mittwoch j Donnerstag „ i W In ereil,enten i Rbcrt, die Mung, ÄW p nehmen x der Echr lcgitimiren. ; Zugleich wird Demeri fallenden ^^sf-ntcn der etab- ®'«tn 3iratnr WL- "LL'L —Kehr notorisch die Ursache vieler merkwürdigen optischen Phänomene, z. B. der Nebensonne " '“SÄ’—!Sw”Ä,t.»i,< w»Jj iT-TÖ““ anfammeln das Sonnenlicht noch so spät nach Sonnenuntergang und so s.üh vor Sonnenaufgang i'fl-ctirt bSttw,^ vorliegenden °i-l zahlreicheren und ausaedednter n Beobachtungen läßt aber erkennen, baß man es nicht m.t ben opnsche« Mukuna"n solchen meteorischen Staubes zu thun hat. Solche Wirkungen hätten nahezu Me,ch»ilia übe? große Str.cken der Erdoberfläche erkennbar werben wüffen, während ÄntVbem Sühnten der in Rn 9?nSten der Erdodrrfläche ein deutliches Gesetz der Folge sich erkennen ließ mhbifflar Allaemetnen in solchem Sinne, daß man setzt unzweifelhaft die mächtigere vulkanische« Phänomene in der Sundastraße zwischen Java und Sumatra als ba& Ut,a*l&mbe? MVw*ÖtTe8aennben Berichten aus sämmtlichen Erdtheilen und nach ben Auszeichnungen verschteb.ner deutscher Schiffe, welche bereits norl unserer Seewarte veröffentlicht worden sind, ergibt sich mit Sicherheit zunächst Folgendes. veroffenmwr o i » ganz scharf charaktensirte Phänomen ungewöhnlich ausgedehnter, andauernder und intensiv gefärbter Dämmerungen ist im Laufe des Labres 1883 an keiner Stelle der Srdoberfläch« vor dem Tage d-r vorerwähnten gewaltigen Eruption von Krakatoa (am 26. und 27. August) beobachtet wocden. gewcul g ^as Phänomen ist im Allgemeinen nach diesem Zeitpunkte um so früher beobachtet worden, je geringer die Entfernung des Beobachtungsortes vom Schauplatze jener Geschwindigkeit der Ausbreitung des Phänomens ist dabet eine derartige gewesen, daß sie tn keiner Weise durch die gewöhnlichen, der meteorologischen Forschung unterliegenden Lustftrömungen, über deren Regionen jene Theilchen weit hinaus ges ttttben worden sind erklärt werben kann; vielmehr liegt jene Geschwindigkeit weit über den größten Windgeschwindigkeiten nach der Sette derjenigen Geschwindigkeiten hin» welche die nemre Gastheorie den einzelnen Gasmolekülen zuntheilt und welche sich der Geschwindigkrit der Fortpflanzung der Schallbewegung nähert. 4) Während in einigen Fällen, besonders an dcn dem Schauplatze der Katastrophe näheren Orten, aus den Details der Beobachtungen nicht mit Sicherheit entschieden werden kann, ob die Dämmerungsphänomene auch nach ihrer Ausdehnung und Dauer für den Sitz der Ursache der optischen Erscheinungen in sehr hohen Luftschichten sprechen- ist in anderen zahlreicheren Fällen mit einiger Sicherheit zu schließen, daß die das Sonnenlicht so andauernd und so intensiv reflecttrenden materiellen Theilchen sich tn Höhen von mehr als 60 Kilometern, vielleicht tn Höhen von einigen 100 Kilometern Über der Erdobetfläche befunden haben, also in Regwnrn, tn welche man früher nach den gewöhnlichen Dämmerungs-Erscheinungen bte äußersten Grenzen der Atmosphäre setzte, in welchen sich aber nach den beim Aufleuchten und Verschwinden der Sternschnuppen gemachten Messungen, wenngleich in großer Verdünnung, noch zahlreiche Gasmolrküle befinden, die durch ihre kinetischen Geschwindigkeiten dem mit noch größeren Geschwindigkeit erfolgenden Eindringen der Sternschnuppen (Meteorkörperchen) so- großen Widerstand entgegensetzen, daß dadurch sehr hohe Temperaturen hervorgerufen und letztere Körperchen meistens gänzlich zerstiebt werden. _ 5) Auch die Analogie früherer Fälle des Vorkommens von so ungewöhnlichen Dämmerungsphänomenen spricht dafür, daß bte bet vulkanischen Eruptionen erfolgte Ausschleuderung teinft vertheilter Massen b-s tn sehr hohe Schichten der Atmosphäre das ursächliche Moment btldet; denn ganz ähnliche Wahrnehmungen sind unter anderen tn den Jahren 1831 und 1731 nach vulkanischen Eruptionen unterseeischen Ursprungs, die im Mittelländischen Meere stattgefunden hatten, tn Europa gemacht worden Von dem oben erwähnten Ausbreitungsgcsetze finden allerdings im weiterem Verlaufe der Erscheinung einige Ausnahmen statt, welche darauf hindeuten, daß die Geschwindigkeit der Ausbreitung jener, von dcn mächtigen Explosiv-Kräften überhitzter Dümpfmassen zerkleinerten und in große Höhen emporgeschleuderten Theilchen nach verschiedenen Richtungen hin etwas verschieden und am stärksten in den ersten Tagen nach der Katastrophe gewesen ist, während die Ausbreitung tn den späteren Wochen langsamer und ungleichartiger erfolgt ist, vielleicht unter dem Zusammenwirken der ursprünglichen Geschwindigkeiten und Richtungen mit den kinetischen Geschwindigkeiten tn den obersten Luftschichten, sowie mit den Anziehungen der Erde, des Mondes und der Sonne. — Eine genauere Verfolgung solcher Phänomene unter sorgfältiger Maß- besttmmung ihres örtlichen und zeitlichen Verlaufes scheint in Verbindung mit den Sternschnuppenphänomenen dazu bestimmt, uns sehr erhebliche Aufschlüsse über die Zustände in den höchsten Schichten der Atmosphäre zu geben, welche sich sonst der unmittelbaren Beobachtung entziehen. Lynceus (in der „Nat.-Ztg."). Lokales. Gießen, 9. Januar. (Theaters Fern von allem Raffinement führt uns der „Verschwender" vonFerd. Raimund Personen und Situationen in einfach schlichter Weise vor und berührt sympathisch die Gemüther durch eine ernste, sittliche Lcbens- anschauung. Aber weder der gesunde und tüchtige Sinn, noch der poetische Schimmer, mit dem Raimund durch ganz eigenartige Einwebung märchenhafter Elemente, ja selbst allegorischer Züge und Figuren seine dem wirklichen Leben entnommenen Bilder zu umkleiden we>ß, alle Schärfe und Klarheit in der Zeichnung der Hauptfiguren vermöchten auf unser heutiges, an stärker gewürzte Kost gewöhntes Publikum keine . besondere Anziehungskraft mehr auszuüben, wenn nicht andere Factoren, wie hier das Benefiz eines beliebten Schauspielers, hinzuireten. Das Haus war in allen Thetlcn ßefüüt. Unter d-r langen Reihe von Personen, die der Theaterzettel auszählt, sind nur wenige für den Gang der Handlung von wesentlicher Bedeutung; es sind: Cheristane- Azur, Flottwell, Rosa und der Kammerdiener Wolf; alle übrigen find Nebenfiguren, und es sei gleich von vornherein bemerkt, daß dieselben im Allgemeinen befriedigend^ zum Theil sogar, wie der Chevalier Dumont (Herr PeterS) und „Das alte Weib" (Frau Bred e), gut dargestellt waren. Fräuletn Kohrsen I. erfreute als „Chsrtstone" durch anmuihige Erscheinung, und Herr Schreiner brachte das räthselhafte Wesen ^Azur- angemessen zur Erscheinung. Von diesen beiden Vertretern der übersinnliche Welt hob sich vor Allem die realistische Gestalt des Valentins (Herr Voigt) mit wirkungsvollster Deutlichkeit ab. Seinem „Hobelliede" konnten wir nicht mehr bei» wohnen. Seine Geliebte rmd spätere Gattin Rosa wurde von Fräulein Hoffmann S ebenbürtiger Weise verkörpert. Der Kammerdiener Wolf, der sich durch Betrug zum Reichthum emporschwingt, aber unter den Qualen des bösen Gewissens seines Glückes SSUfk ds vermag, fand durch Herrn Rick eit gediegene Darstellung. Der' Stä^eLbJ,e§R@nÜcfe8 toirb^ Do" £e?rn Schönwasser gegeben, der sich bemühte, beiden Phasen seines Aufiretens zu martiren. SDen österreichischen Volksdiglect hatte Niemand inne; die Chöre gingen herzlich schwach. „ , Gießen, 10. Januar. (BülowsConcerti Der Rilletverkaus bat ffck fo- Ftä^fta?^ 17‘< bem Aage des Abschlusses des Vorverkaufs, fammts JJ1f « Werden. Der Preis ist übrigens im Hinblick auf andere KÄ 10 •* und ein G-ll-riepiatz 3 Jt «L'' ÄJ.» «'fe; Aühr vo Der des große NAgorridor b Är* ss-fc ja Mir-1"1 wtii M di- NW" “Ä“! s®->- Slt! SIU «uf d? 2007 0®.; 11 ";7”r fofiunaäwänbenUo7£ „nibk I”1 ° 1 eines In d-n für 1000 «Ibonfisoe l bin Micken Menen Mrie 240 $«fonen, i Gebäude würbe also bt sonen sassm. Der gan hat einen LMM v> einen solchen von 14 3' durch 683 flammen e Armleuchter ä 4 Flam des TerralnS dürften s Bersin, 7. Ja Nachmittag kurz nach ■ mit ihren Dampf- uni ganger-linier den Linde Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegv. Eorrespondem-BrsLearr. Berlin, 9. Januar. Das Abgeordnetenhaus genehmigte in zweiter Lesung dis Dorlaae betreffend den Erwerb der Oberschlesischen Eisenbahn, der Schweidnitz-Frei- burger und der Rechtm Oderufer-, der Altona-Kieler, der Posm-Kreuzburger und des Livve'schen TheilS der Hannover-Mindener Bahn, nach den Commtsstonsanttägen. Im Lause der Debatte wurde seitens der Regierung erklärt, sie werde von dem ihr durch die Verstaattlchung der Freiburger Bahn zustehenden Recht, bte Bahn Potsdam-Colberg au erwerben, keinen Gebrauch machen. Eine Bahnverbindung zwischen Swinemünde und Wollin'sei projcktirt und de Vorarbeiten hierzu im Gange. D«e von den Privatbahnen übernommenen Credite werde die Regierung nicht weiter, als das Bedürfniß es erfordere, tn Anspruch nehmen und über den Rest nur mit Genehmigung des Landtags verfügen. Die Vorlage über die communale Besteuerung der Bahnen werde dem Landtage in kürzester Zeit zugchen. Der Antrag Strombeck's, die Kündigung der Prioritätsanlehm der verstaatlichten Bahnen durch ein Gesetz, anstatt, wie die Vorlage will, durch den Fiaanzmintster erfolgen zu lassen, wurde von Windtherst unterstützt, vom Hause aber abgelehnt. _ a . n . . Nächste Sitzung morgen. — Tagesordnung: Landgüterordnung und Jagd- ordnuna. Paris, 9. Januar. Eine Depesche des Admirals Courbet aus Hayphong vom 31. Decemder v. I. sagt: Nach genauen Ermittelungen verlor der Feind bet der Einnahme von Sontay 400 Todte und 600 Verwundete; unter ben letzteren befinden sich der Führer der „Schwarzen Flaggen" und sein Vertreter, unter den Gelödteten sind mehrere chinesische Officiere. Der Feind ließ in Sontay 89 Geschütze von Bronce oder Gußeiien, darunter 7 gezogene, sowie 400 Kilogramm Dynamit und 150,000 Geschosse zurück. Paris, 9. Januar. Das Gerücht von der Erkrankung Grövy's ist unbegründet; Gr^vy empfing heute Brisson. London, 0. Januar. Die „Times" bringt über Hongkong Nachrichten aus Haiphong vom 5. d. Mts., wonach bereits General Bichot Sontay mit 1000 Mann besetzt hält; Courbet befindet sich in Hanoi. Die Umgegend von Sontay ist vom Feinde geräumt. Honghoa ist ebenfalls verlassen. Bei der Einnahme Sontay soll den Franzosen die Uneinigkeit der aus Annamiten mit schwarzen Flaggen bestehenden Garnison zu Statten gekommen sein. Die Garnison von Bacninh soll lediglich aus Chinesen bestehen. Rom, 9. Januar. An dem Feftzuge nach dem Pantheon nahmen etwa 25,000 Personen mit 1500 Fahnen und 80 Mustkcapellen Theil. Die Spitze des Zuges bildeten die Muntcipalität, das Centralcomitö der Wallfahrer, Senatoren, Deputirte und Delegirte der italienischen Colonien; um 11 Uhr erreichte die Spitze des ZugeS daS Pantheon. Die K'rche ist schwarz braptrt unb mit Wachskerzen und Spirttusflammen erleuchtet. Das Grabmal Victor Emanuels umstehen Veteranen, unmittelbar vor demselben ist ein Grenadier aus der Zeit Karl Alberts postirt, an welchen der König heute früh einige wohlwollende Worte richtete. Der Zug bewegte sich langsam an dem Grabe vorbei, auf welches die hierzu erwählten Commissionen Kränze in allen Größen legten. Unter denselben ragen besonders ein prachtvoller Kranz des königlichen Hauses, sowie die Kränze der Stadt Rom unb der Territorialarmee durch ihre Schönheit hervor. Das Grabmal verschwindet ganz unter Blumenspenben. In der Kirche sind sämmt- liche Mitglieder der römischen Communal- unb Provinzialräthe, mit Ausnahme einiger klerikalen, sowie eine große Anzahl italienischer Bürgermeister anwesend. Während die Spitze des Zuges das Pantheon durch eine andere Pforte verläßt unb sich außerhalb besselben allmälig anflöft, sind bte Mitte des Zuges unb bte letzten Thetlnehmer noch im Anmarsche nach drm Pantheon. Nom, 9. Januar. Nach ber Pantheonfeier wollte ein notorisch irrsinniges Jnbivtduum, den Obelisken erkletternd, das Volk haranguiren. Der Mann wurde verhaftet und verwundete sich hierbei leicht mit einer Scheere. Die Ordnung war sonst musterhaft. Hongkong, 9. Januar. Nach Nachrichten aus Hanoi vom 2. b. hat dort am 28 v. M. eine furchtbare Explosion stattgefunben. Zwei französische Batterien wurden fast ganz zerstört, ein Artillerist wurde getödtet unb 3 Artilleristen verwundet, in ben in ber Nähe bes Explosionsortes liegenden Häusern und Kasernen wurden große Verwüstungen angerichtet. Man glaubt, daß bte Explosion durch einen unglücklichen rru- fall heroorgerufen mürbe. — Zweitausend Annamiten griffen am 28. v. M. einen französischen Posten an, welcher von 50 Mann Marineinfanterie verthetdtgt wurde. Nach mehrstündigem Kampfe zog sich der Feind mit einem Verluste von 100 Tobten und Verwundeten zurück. Oberst Brtomal hat die aufständischen Banden tn der Provinz Namdtnh vollständig geschlagen. — Der Transportdampfer „Mytho" ist in Haiphong eingetroffen. Kairo, 9. Januar. Die telegraphische Verbindung mit Dongola unb Berber ist unterbrochen. — Gerüchtweise verlautet, Baker Pascha sei nach Kairo zurückberufen. Newyork, 9. Januar. Morgen wirb für ben verstorbenen Dr. Eduard Lasker in bem hiesigen Ernanueliempel ein Trauergottesbtenft abgehalten, an bem sich alle hiesigen jüdischen Gemeinden beteiligen werden. Die Leichenrede wird von Karl Schurz gehalten. Heber die ungewöhnlichen Dämmerungserscheinungen der letzten Monate. V°n Mtt- Nov-mb-r an bis noch in die letzten Tage sind auch in Europa Abend- und Morgen-Dämmerungen von ungewöhnlicher Dauer, Jntenfivität und k-l-genttich Ä^^ö-^wise'n si" b fe h f'Cr S: Sie üVi: !? und ng* ""6«4 ? swf« bß a*« ®e f’ Miet UEch-wpIgtzk [|wbttMt|8e Motl^unj « im««8 °r° 1« »eit über "Weiten Ma w-lche sch bet' Ul -chchi-de» '9 unb Dmer Mlptechm, ' vah ble bag ft'« -n Jv Kilometern m stüher itüdf. « Atmosphäre w btt Tterv- lroch zahlreiche i noch größeren körperchen) so- hervorgerufekr lngewöhnlichen tionen erfolgte rr Atmosphäre m sind unter unterseeischen uropa gemacht I im welkten inten, dah die iten überhitzter Lheilchen nach ersten Tagen iteren Wochen nenwirkm der chwindigkeiten Mondes und ^aittger Maß- dung mit den hlüsse über die sich sonst der t führt uns dec einfach schlichtrr sittliche Ledens- ischr SchiMer, tmente, in selbst lenen Bilder zu aupifiameuver^ Publikum keine -n, wie hier das in allen TM szahlt, find nur falb: Cheristane, OebenW- nen b-'«K Da« alte alsFhE? -Mlhaste Wesen ier übnsinnlichcn , nicht mehr beu -Ks *yt.* Sfr** »tftS {SÄ’* ass* sch«« SSfia* -nd-d»S-«- ™ep! Alles fluthete betten, wurde jedoch bald von der en mässe aufgebotenen Schutzmann- schäft, welche die Passage an dieser Straße abgcsperrt hatte, zurückgedrängt. DaS Feuer war im Erdgeschoß des Prinzessinnenpalais entstanden und zwar hatte sich ein Dalken entzündet. Nach einer Stunde bereits konnte die Feuerwehr abrücken. Bebra, 4. Januar. Vor einigen Tagen stieg aus dem von Cassel kommenden Zuge auf der Station Hönebach eine Dame aus, legte ein lose zusammengeschnürtes Bündel auf dem Perron nieder und stieg dann wieder ein. Nach Abgang des Zuges fand der Portier das Bündel und entdeckte in demselben einen etwa drei Monate alten kräftigen Weltbürger. Die Frau des Stations-Assistenten hat einstweilen das Kind in Pflege genommen, lieber den Verbleib der Dame wurden alsbald umfassende Nachforschungen angeftellt, die b!s jetzt aber noch keinen Erfolg hatten. Bonn, 4. Januar. Eine fast beispiellose Rohheit wurde hier verübt. Ein im Sterben liegender junger Mann sollte mit den Sterbesakramenten versehen werden. Vor dem in einer engen Gasse liegenden Hause hielt gerade eine Schmutzkarre. Der Vater des jungen Mannes ersuchte den Fuhrmann, um den Eingang seines H«uses frei zu machen, seine Karre etwas vorwärts oder rückwärts zu fahren. AlS seinem Ersuchen keine Folge geleistet wurde, faßte er selbst das Pferd; da aber ergriff der Fuhrmann die Schippe und spaltete mit einem wuchtigen H