AM» chGtzx DM" ED! Mdgen. Itrter *■ b 8[ y" $t= Mt von -^L^eniDffl \i 3dt bauert !r tm Saale des Bellevue 3 Garten) 5248 chE ■ Stier 15 Pf. Iem Aesiiche (atet er Untmtlimer ^chafraneck. ^gesundeFrMwünscht tjuftiflen. Zu erfragen Lindenplah l Im*! I ils überall. I r Reiner, 5245 ■ Klosterthor 5. »chten. ttin München über? .Haamaffer« bezeich- t dem Gesuche, dieselbe achtlich darüber zu be- laarwasser enthält der Analyse zufolge durch- aaren nachtheilige tandtheile sind vielmehr lon dem Gebrauche des wohlthätiger Ein- ichsthum der Haare zu steht daher ihrer An- Bedenken entgegen. September 18v<-, Dr 6. C Wittstem. , 40 4 unb Jk 1.10 Sn Kettel, ene Fische —270 -ZÄK'' I fit Mtt | fote Provision ßW «Mm Ästh" ?S,«K 3«Sjr? ;£ ?•*-* „ »um- ui*' DE 18S Zwett-S Blatt. Sonntag den 10. August 1881 Gießener Anzeiger ^"/ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit 9ta8nt$me des Montags. 9*tenttt Schulstraße 7. Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit vringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Wochenschau. Gießen, 9. August. Obwohl die Zusammenkunft der Kaiser von Deutschland und Oesterreich seil längerer Zeit ein alljährlich wiederkehrender Ereigniß ist so beschäftigte sich in letzter Woche doch wiederum die öffentliche Diskussion mit Vorliebe mit ihr. Eine große politische Action ist ja nun allerdings auch die diesjährige Zusammenkunft der beiden erlauchten Kaiser in 31-A nicht ge- roefen, wohl bedeutet sie aber die außerordentliche Stetigkeit und FestiMt des deutsch.bsterreichischen Einverständniffes. Einige politische Aufgaben der Gegenwart mögen deshalb ja immer bei der Kaiserbegegnung in intime Berathung gewqen worden sein, dasür spricht der Umstand, daß der österreichische Minister des Auswärtigen, Gras Kalnokp, während der Begegnung der beiden Monarchen nach Ischl gekommen war. Aber da der politische Horizont in Europa absolut friedlich gestimmt ist, kann die Hauptbedeutung der Zusammenkunft der beiden Lerrsch-r lediglich in der abermals erneuten Constalirung der intimen Beziehun. gen derselben und ihrer Reiche liegen. Daß daraus und aus dem Anschluß Rußlands und Italiens an diesen Friedevsbund auch weiter die Wahrung des europäischen Friedens sich ergeben werde, ist die seste Hoffnung der Volker. Wie aus einer in der gnädigsten Form gehaltenen Cabmetsordre hervorqeht, hat der Kaiser huldvollst das Protektorat über den anläßlich des 4lX)jähnqen Geburtstages Luther« gegründeten „Centralverein der deutschen Luther-Stistung" angenommen. Der Centralverein dient lediglich dem Zwecke, die Erziehung und Ausbildung der Kinder von unbemittelten evangelischen Psar- rern und Lehrern zu erleichtern. . . ... Alz muthmaßlicher Director des Reichsgesundherts-Amts wird in den medicinischen Kreisen Berlins neuerdings Profeffor Skrczeczka, Decernent in der Medicinal - Abtheilung des Cultus - Ministeriums, genannt. Dr Koch, der bislang für den Rachsolger Dr. Struck's galt, hat abgelehnt. Er'glaubt, die geschäftliche Leitung des Amtes nicht übernehmen zu foUen, weil feine Specialforschung seine ungeteilte Arbeit dauernd erfordert. Skrczeczka gilt als eine Autorität aus dem Gebiete des öffentlichen Samtätswesens. Uebri- gens ist es dem Cultusminister gelungen, für Profeffor Dr. Koch eine andere, diesem zusagende Stellung zu finden. Seit einiger Zeit, und besonders nach den großen Erfolgen der Hygieine-Ausstellung, ist in dem genannten Ministerium die Errichtung eines „Hygieinischen Instituts" geplant worden, einer Anstalt, welche, al« eine Abzweigung der Berliner Universität und analog ben bereits bestehenden physiologischen rc. Instituten zur Ausbildung der jungen Mediciner als dringend nothwendig erkannt worden ist. Dem Professor Dr. Koch ist nun das Directorat dieses neu zu errichtenden „Hygieinischen Instituts angetragen worden und derselbe hat dieses Anerbieten bereitwillig acceptirt. , Alle bedeutenden Blätter Oesterreichs und Ungarns feier« ten die Zusammenkunst Kaiser Wilhelms mit dem Kaiser Franz Josef in J chl als ein bedeutsames Ereigniß für das Wohl Oesterreich-Ungarns und Deutschlands, ja, ganz Europas. Das osficiöse Wiener „Fremden-Blatt schrieb, das deutsch-österreichische Bündniß sei nicht nur ein Product der politischen Interessen, sondern auch der Gesinnung und Ueberzeugung, und die „Neue Ar. Presse betonte, daß sich der Geist der Gemeinsamkeit zwischen Oesterreich und Deutschland immer enger knüpfe und jedes Jahr in der Kaiserbegegnung in Ischl einen herzlicheren Ausdruck sinde. — In Ischl, das während der Anwesenheit Kaiser Wilhelms einer einzigen Triumphstraße glich, fanden während der Kaiser- beaeanung am Mittwoch die Festlichkeiten wie früher statt. Nachmittags war grobe Galatasel, zu welcher Kaiser Josef den Kaiser Wilhelm persönlich abholte, und Abends war Galavorstellung im Theater, wohin sich beide Kaiser wiederum gemeinschaftlich begaben. Die Einwohnerschaft und die Badegäste inJschl begrüßten die beiden Monarchen bei jeder Gelegenheit enthusiastisch, und bildeten die Kaisertage in Ischl ein wahres Freudenfest. , Die russische Regierung scheint die Ausschreitungen gegen Mische Staatsangehörige jetzt sehr streng ahnden zu wollen, denn in Folge der ^Mden- krawalle in Kunawino sind dem Gerichte zu Nischny-Nowgorod 46 Ruhestörer überwiesen worden. Es ist wunderbar, aber nun doch unzweifelhaft wahr, daß gerade derjenige Staat, der mit der größten Strenge Schutzmaßregeln gegen die Cholera einsührte, nämlich Italien, diese Seuche nun doch auf fernem Gebiete hat. Nach Mittheilungen der italienischen Regierung sollen in Grenzorten des nordwestlichen Italiens allerdings nur einzelne Fälle und nur bei solchen Personen eingetreten sein, die aus Frankreich gekommen waren. Es tritt aber durch diese Mittheilung nur noch mehr die Thatsache hervor, daß die fünftägige Quarantäne, die Italien gegen alle die Grenze pafsirenden Reisenden üben ließ, nichts genutzt hat. Das Choleragist ist entweder viel längere Zeit im Stillen haftbar, ehe es zum Ausbruche der Krankheit kommt, oder es wird überhaupt noch auf eine andere Art verbreitet als die Aerzte annehmen. In den Sitzungen der Nationalverfammlung zu Versailles, die sich mit der Berathung der Verfassungsrevision beschäftigt, haben sich die tumultuarischen Scenen Seitens der Opposition nicht wiederholt und konnte die Plenarberathung am Donnerstag begonnen werden. Von den in der Eommissionsberathung gestellten Aenderungsanträgen wurde nur derjenige von Andrieux angenommen, wonach bestimmt wird, daß kein MMied eines früheren französischen Herrscherhauses zum Präsidenten der französischen Republik erwählt iverden darf. — In der Kriegsentschädigungsfrage ist Frankreich mit China noch immer zu keiner Einigung gelangt und sollen eventuell Zwangsmaßregeln gegen China in Anwendung kommen. Der französische Resident in Hue ist angewiesen worden, den neuen Kaiser von Annam nur dann anzuerkennen, wenn derselbe alle Bestimmungen des mit dem Gesandten Patenotre abgeschlossenen Vertrags acceptirt. Außer den beruhigenden Er klärungen der englischen Minister über den weiteren Verlauf der egyptischen Frage ist es in derselben bis jetzt zu keinen weiteren Aktionen gekommen. Die englischen Zeitungen betonen, daß nun England entweder Egypten aufgeben oder die unverhüllte Verantwortung für die egyptische Regierung übernehmen müsse. Das bedeutet wohl, daß die Annexion Egyptens durch England bevorsteht. Wie es heißt, wird der erste Lord der Admiralität, Northbrook, seine Informationsreise nach Egypten Ende August unternehmen. ________________ DifferenMM ?um Uortheil der nationalen Seeschifffahrt. ftaft überall, wo die Wirtschaftspolitik eines Staate« dem Schutzzollsystem huldigt, hat man auch Versuche gemacht, durch zollpolittsche Maßregeln der einhetm,sch-tt Seeschifffahrt, dem einheimischen Seehandel und den einheimischen Seehäfen gewisse Vortheile vor dem AuSlande zuzuwenden. Die in dieser Richtung angewendeteu Maßregeln sind verschiedenartig in ihrem Wesen und in ihrer beabsichtigten Wirkung. Am bekanntesten ist W muerdlng« durch eine Petition von Hamburger Kaufleuten auch für Deutschland in Vorschlag «-brachte Surtaxe d’entrepöt, das heißt ein Zuschlagszoll auf die Einsuhr überseeischer Producte. wenn dieselben nicht direct auS dem Productionslande, sondern indtrect unter Ver- mittlung deS ausländischen Zwischenhandels üb« ausländisch- «folgt Der Zweck dieser Maßregel ist der, den einheimischen Einsuhrhanbel zum directen Bezüge der überseeischen Products zu zwingen, um dadurch dem fremden Zwischenhandel fetnett Gewinn zu entziehen. Die Surtaxe d’entrepöt srägt nicht darnach, ob die Gasuhr auf einheimischen oder fremden Schiffen erfolgt; sie trifft lediglich die mdtrecte Einfuhr im Unterschiede zur directen — dagegen verfolgt dcr sogenannte FlaggmzoL odn- die Surtaxe de.pavillon den Zweck, die einheimischen Schiffe zu begünstigen. Der Zuschlagszoll trifft in diesem Falle alle unter fremder Flagge etngeführten Waaren, «l-Aoiel. ob die Einfuhr direct oder indtrect erfolgt. Der Handel an sich ist also hier nicht der yeßün®tfldM Maßregeln miteinander kombintrt; so in England während der Geltung der bekannten Nav-gationsakte von lb6O—1849, in Frankreich von 1816-1866, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika bi« heute. In Frankreich besteht zur Zeit nur noch die Surtaxe d’entrepöt, der Zuschlagszoll auf indtrecte ®lnfu6@ln brttteB System hat seit 1882 Oesterreich - Ungarn angenommen, Indem e, Zollermätzigungen für Kaffee, Cacao, Gewürze, Th«, Palmöl, Kokosnußöl und Jnd g» für den K-ll gewährt, daß diese Artikel über einen öfterretchi ch.ungarischen Seeha en (Trteft fttume) einaeben Hier wird also nicht die dtrecte Einfuhr, auch nicht die Ein- fuhr unt«Anheimffcher Flagge, sondern nur die Einfuhr über die einheimischen See- Häsen zum Unterschiede von der Einfuhr über die Landgrenze, mag letztere nun per Achse Ober X* BÄ "dZN'Lrtige Differenzialzölle, wenn sie in Deutschland zur Anwendung kommen würden, namentlich den beiden großen ^ordsee- Plätzen Hamburg und Bremen einen beträchtlichen Zuwachs an S^^nnreichem Handelsverkehr zuführen würden; wenn auch andererseits sowohl die Surtaxe d entrepdt oUetn als auch n.mentltch dieselbe in Verbindung mit der Surtaxe ^ Pavillon dem Seehandel manche lästigen Beschränkungen auferlegt, die ihn verhindern, jede sich irgendwo bietende günstige Conjunktur oder Frachtgelegenhett miizunehmen. seiner «Ln nnM K-« (x.o _ ninbei wie aesaat naturgemäß vornehmlich Bremen und Ham» bürg in Betracht kommen — eine sür'wette Thetle Deutschlands mit empf>ndltchen Nachtheilen veAiundene Verschiebung der Zufuhrwege aller überseeischen Bedürsntßarttkel h«beigfführt w«den Ete,r. bc5auptin Gegner der Maßregel, würde das ganze industriereiche und stark bevölkerte Gebiet deS Rheins durch die Verlegung der Einfuhr übtt die belgischen und niederländischen Häfen an der See nach betroffen werden Ein Bl'ck auf die Karte, ein Blick auf den ganz besonderen Um- flinb hfl? her nerfVbrrctdifie KIu6 nicht nur Deutschlands, sondern Europas, der Rbew bni6tb n Deutschland mündet daß also der ganze gewaltige Rheinverkehr so wett « d e Einfuhr überseeischer Güter vermittelt, unter die Surtaxe fallen und dem «weck der Maßregel gemäß lahm gelegt werden müßte, genügt, um ^Befürchtungen de« Westen, unh Südwestens Deutschlands nicht ganz unberechtigt «scheinen JU loffmnn nun allerdings jur Beruhigung daraus hin, daß angeblich die in ^efterre!L Unaarn1M2 »u Gunsten non Trieft unb Fiume eingesührten Differenzial- ^lle an eblub keine Ver heuerung der betroffenen Artikel bewirkt hätten und zwar be6bal6 weil der Detailhandel in diesen Artikeln (namentlich Kaffee und Tcchakl eine so bedeutende Rolle spiele, .daß derselbe die Ausgleichung etwa elnhetenber ;,rinnf(Ininer «enien mit Leichtigkeit übernimmt." Ob dies« Hinweis aus die Uebernahme der ^ eventuell entstehenden Vertheuerung durch den Detailhandel da« Nbe naebitt über die Verlegung der Einsuhr non Antwerpen und Rotterdam nach Bremen und HambÜrg hinreichend zu beruhigen nermögen wird oder nicht, woge dabinaeftellt bleiben Jedenfalls ist die gegenwärtige Lage unseres Handelsi usb Äbe S mit E ns-hiuß deS Detailhandels wenig dazu angetham neue «nste^Beun- ruhigungen durch urnachen, so daß wir nur wünschen können, d W°»- d« d’entrepöt — mag sie Diesem fegen-, Jenem unheilschwanger erfa-etnen mowre so schnell, wie sie am wirthschastspolttischeu Horizont aufgetaucht ist, auch wieder verschwinden. . , w E Wir brauchen wirklich endlich Ruhe._________ eimejchtm, ohne dieselben zuvor auf die Gesetzwidrigkeiten ausmerrfam zu wwn Das hiesige Polizeiamt hat bezüglich der Constatirung A hi«. (s;*nhmnnnf*oft erlaßen- resp. In taktvoller Weise zur Beseitigung derselben aufzufordern, wird die Schuhmannschaft daran erinnert, daß fie, die zum Schutze der Bürger und zur Verhütung straf- Larer Handlungen und Ueberrretungen berufen ist, die Pflicht hat, wo sie solche lieber- Iretungen wahrnimmt, zuuLchft die Betreffenden in höflicher Werse darauf aufmerksam zu machen und zur Besetttgung derselben anzuetfern. Nur oann, wenn dec Aufforderung absichtlich oder ohne zwingende Gründe nicht entsprochen wird, haben die Schutzleute nach genauer Feststellung deS Thatdestandcs gegen den der Uebertretung Schuldigen Strafanzeige zu erstatten. Stets soll sich die Schutzmannschaft eingedenk sein, daß sie zum Schutze des Bürgers berufen ist und daher zunächst ihr Augenmerk auf d'e Besetttgung solcher Mißstände und Gesetzwidrigkeiten richten, welche in der That die Bürger belästigen und nicht bei der Constattrung geringfügiger Uebertcetungen die Ermittelung wichtigerer Strafhandlungen außer Acht lassen. Berlin. Im Re chSgesundheitsamte hat der Geh. Regierungsrath Dr. Koch nach seiner Rückkehr uuS Frankreich am 23. Juli vor einem kleinen auserwählten K e.se von Fachmännern seine Erfahrungen und Ansichten über di« Cholera dargelegt. Diesem Vorträge wohnten bet: der Geh. Rath Prof. Dr. o. Bergmann, Generalarzt Dr. Coler, Geh. Rath Dr. Eulenberg, Docent Dr. B. Fränkel, Stabsarzt Dr. Gaffky, Geh. Rath Prof. Dr. Hirsch, Geh. Rath Prof. Dr. Leyden, SanitätSrath Dr. S. Neumann, Medicinalrath Dr. Pistor. Generalarzt Dr. Schubert, Geh. Rath Dr. Skrzeczka, Geh. Rath Dr. Struck, Geh. Rath Prof. Dr. Virchow, Geh. Rath Dr. Wolffhügel. Vor Eröffnung der Sitzung demonstrirte Geh. Rath Koch mehrere m-kroskopffche Präparate der Cholera-Bacillen und erklärte die Methoden ihrer Darstellung. Selbft- verftändlich war es für die Anwesenden nicht allein von hohem w ssenschaftlichen, sondern auch persönlichem Jntrrrsse, den vtelgesuchten Urheber der schrecklichen Seuche zum ersten Male in Augenschein zu nehmen. Geh. Rath Virchow eröffnete alSdann die Sitzung mst der Erklärung, daß er die Einladungen erlassen habe auf Wunsch des Herrn Koch selbst, weil dieser es vorläufig für unttzunltch erklärte, tu größerer Versammlung seinen Vortrag zu ballen. Hierauf nahm Geh. Rath KoL das Wort zu seinem mit Spannung erwarteten Vorträge, welcher zum Thetl in der jüngsten Nummer der „Berliner klinischen Wochenschrift" bereits oorliegt. Da es für Jedermann von hohem Interesse sein muß, die eigenen Ansichten des gegenwärtig ohne Frage bedeutendsten Forschers auf dem Gebiete der Volkskrankheiten über die uns Allen drohende Cholera in authentischer Form zu hören, so geben wir hiermit nach dem „B. T * einen allgemein verständlichen Auszug des streng wissenschaftlich gehaltenen Vortrages. Der berühmte Gelehrte begann mit der Erklärung, daß man zur Einführung sanitärer Schutzmaßregeln, namenilich gegen Seuchen, vor allen Dingen möglichst fest begründeter wissenschaftlicher Grundlagen bedürfte, weil es sich dabet nicht allein um sehr kostspielige Unternehmungen, sondern auch um das Wohl und Wehe vieler Menschen bandelt Leider sei das noch nicht überall der Fall und namentlich der Cholera gegenüber fehle es an einer solchen festen Basis. Allerdings sei bereits eine Menge von Ansichten über das Wesen, die Verbreitungs- und Ansteckungswetse der Cholera geäußert und verschiedene Theorien darüber ausgestellt worben; doch gehen die Metnungrn so weit auseinander, daß man sie nicht ohne Weiteres olS Stützen und Ausgangspunkte für die Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Seuche annehmen kann. Nach Darlegung der Differenzen in den bisherigen Anschauungen geht der Vortragende dtrect zu den Elfahrungen über, welche er im vergangenen Jahre in Egypttn und Indien bei den Sectionen von Choleraletchrn gemacht hat. Trotz sorgfältigster Untersuchung aller Organe des Körpers und des BluteS — was nebenbei gesagt mit hoher Gefahr für den Secirenden selbst verbunden ist — fand er nur im Darm, sonst nirgends, t-efe und auffallende Veränderungen. Das Interesse concenlrtrte sich also ausschließlich auf die Veränderungen des Darmes, welche in vrslen Fällen außerordentlich schwerer, in anderen leichterer Natur waren. Bei der mikroskopischen Untersuchung des Darmes und seines Inhaltes stellte sich heraus, daß entsprechend der Sckwere der krankhaften Veränderungen eine Einwanderung von Bakterien stattgesunden halte. Diese Bakterien waren zum Theil oberflächlich, zum Theil tiefer in daS Gewebe eingedrungen. Bezüglich des DarminhaltS war Anfangs kein klares Bild zu gewinnen, da eine Unzahl der verschiedensten Bakterien sich darin vorfanden, so daß man auf die eigentlichen Cholera-Bacillen gar nicht aufmerksam werden konnte. Erft nachdem Koch einige frische, rapid verlaufene Fälle untersucht hatte, in denen es noch nicht zu Blutergüssen in die Darmschleimhaut oder zu fauliger Zersetzung gekommen war, erkannte Koch, daß, je reiner, je frischer die Fälle waren, um so mehr e m bestimmt« Baktertenal vorherrschte, die ganz gleichen Charakters war. Dieser Befund lenkte selostverftändlich seine Aufmerksamkeit immer mehr auf diese Bakterien und er begann sie nach allen Richtungen zu untersucherr. Diese Bakterien Lat Koch wegen ihrer eigenthümlichen Form „Komma-Bacillen" genannt; durch die Zablenangabe ihres Umfanges kann man kaum eine richtige Vorstellung über ihre Größe und Längs erhalten, so unendlich klein sind dieselben selbst in vielhundertfacher Vergrößerung unter dem Mikroskop. (Die Trichine ist im Vergleich zu diesen Bachen ein Riesenthier und selbst der Schwindsuchts-Bacillus übertrifft sie noch bei Weitem an Größe.) Doch sind die Cholera-Bacillen plumper und dicker als die Schwindsuchts- Bac llen und mit einer leichten Krümmung versehen, welche für gewöhnlich nicht stärker als die eines Kommas ist. In manchen Fällen ist diese Krümmung eine doppelte, indem sich an das eine Komma ein zweites anlegt, so daß ein lateinisches s daraus entsteht. Ferner wachsen die Cholera Bacillen häufig zu mehr oder weniger langen Fäden aus, welche sehr zierliche, lange Schrauben bilden und die größte Ähnlichkeit mit den im Blute von Rückfallfieber-Kranken gefundenen „Spirochacten" haben. Wegen Lieser eigenthümlichen Entw'ckelungsform ist Koch zu der Annahme geneigt, daß der Komma-Bacillus gar kein echter Bacillus (Stabchenpilz), sondern eine Uebergavgsform zwischen Bacillen und Svtrellen bildet. Der Komma-Bacillus wächst in Fleischbrühe außerordentlich schnell und reichlich, bewegt sich darin sehr lebhaft und wmn sich eine Menge angesammelt hat, so schwärmen sie durcheinander, „wie ein Schwarm tanzender Mücken". Außerdem wachsen die Komma-Bacillen in Milch, im Blut und sog. Nährgelatine, wobei sie sehr charakteristische Eigenschaften entwickeln. Am besten gedeihen die Bacillen bei einer Temperatur zwischen - also bei Körperwärme, doch sind fie gegen niedere Temperatur^ empfindlich und wachsen, wenn auch entsprechend langsamer, noch bei 16 bis 170 C Weitere Versuche haben sogar gezeigt, daß sie auch daS Frieren bei 10° Kälte S?nz sut vertragen können. Dagegen entwickeln sie sich nicht, wenn ihnen Luft und Sauerstoff entzogen wird. 3® Ganzen wachsen die Komma-Bacillen außerordentlich rasch, ihre Entwickluna erreicht schnell einen Höhepunkt, auf welchem sie sich nur kurze Zeit halten und nimmt dann schnell wieder ab. Am besten kann man diese Vegetatronsverhältnisse beobachten, wenn man Substanzen, welche reich an Komma-Bacillen sind, auf feuchte Erde bringt ober auf Leinwand ausbreitet und tn feuchtem Zustand erhält. Ein solches Präparat, welches von der mit Entleerungen beschmutzten und feuchten Wäsche eines Cholera- nanken stammt, wurde vom Redner demonstrirt und zeigte fast nur Komma-Bacillen. Sehr lange hält indeß dieses üppige Wachsthum n cht an, schon nach zwei bis drei Tagen fangen sie an «bzusterben und andere Bakterien, namentlich Fäulmßbaktericn, treten auf. Koch möchte fall ann-chmeri, daß, wenn man die Komma-Bacillen von vornherein in eine ausgefaulte Flüssigkeit bringt, sie gar nicht recht zur Entwicklung r bald absterben. Dies* Punkt ist insofern wichtig, weil eS nicht gleichgültig ist, ob die Komma-Bac llen, wenn sie in eine Abtttttsgrube hineingelangen, bort einen guten ober einen sehr schlechten Nährboden finden. Im ersteren Falle werden sie sich vermehren und müßten durch Desinfection zerstört werden, tm le|teren Falle aber würden sie absterben und es würde keiner weiteren Desinfection bedürfen „ UeJier,nbcn Einfluß entwicklunghemmrnder Substanzen auf das WachSthum der Komma-Bacillen hat Koch eine Reihe von Untersuchungen angestellt, wobei er bemerkt. « "och keine Desinfection ist. Das von Davaine als ?Eerten bezeichnete Jod hat sich hier nicht bewährt. Alkohol hält die Entwicklung der Bacillen erst bann auf. wenn es in einem Gebalt von 10 Procent ^?Esammten vorhandenen Flüssigkeit gegeben wird — eine Concentration, die praktisch nicht mlhr verwendbar ift. A-dnltch nerbält sich Kochsalz. Eis-nsulphat, Alaun, Kamxb-r, CarbolsSure. Pf-ffermünzöl. Kupsersulphat, Chmin unt> Sublimat, welch I-tztercs sich au» bi-r allen anderen Substanzen weit überlegen zeigt. Hierbei ergab sich auch die auffallende Thatsache, daß die Komma-Bacillen, wenn sie getrocknet werden außerordentlich leicht absterben, oft schon nach zwei bis drei Stunden. Nie aber gelang /£n?Etf 24 Stunden in trockenem Zustande lebensfähig zu erhalten. Dieses Resultat ist insofern wichtig, als man dadurch ein Urtheil über den Dauer- rustand der Bacillen erhalten kann, was für die Lehre der Entstehung der Cholera von besonderem Werthe ist. Es wurden Choleradejecüonen und Darminhalt von Choleraleichen auf Leinwand in feuchtem Zustande gelaffen, damit sich die Komma-Bacillen unter den günstigsten Bedingungen entwickeln konnten. Nach verschiedenen Retten wurden Stücke der Leinwand getrocknet, also z. B. nach 24 Stunden, nach emiaen Sagen, nach mehreren Wochen, um zu sehen, ob sich nicht doch tn dieser Helt irgendwie ein Dauerzustand gebildet haben würde. Denn die Jnfection durch Cholerawäsche 1 einzige unbestrittene Beispiel für das Vorhandensein eines wirksamen Jn- fectionSstoffeS, welcher einem bestimmten Gegenstand anhaftet. Wenn irgend wo ein ^uerzustand zu finden war, bann hätte es gerade in der Cholerawäsche geschehen wuffen. In allen diesen Versuchen hat sich ober niemals ein Dauerzustand nachweisen lassen. Wenn die getrockneten Sachen untersucht wurden, zeigte es sich, daß die Komma- Bacillen abgestorben waren. Hi" bricht der Bericht über den Vortrag ab, die Fortsetzung erscheint demnächst. . > f in Bonn abgehaltenen Studentencommers zu Ehren des scheidenden Professors Maurenbrecher wurde folgendes, an die Germania des Tacitus. über welche der Gefeierte noch am Morgen des Tages in der Universität gesprochen hatte, anknüpfende launige Lied gesungen: ö An einem Sommerabend im Schatten des heiligen Haind, Da lagen die alten Germanen und tranken immer noch etn8. Da kam deS W-g8 von ferne ein römischer Mann zu Fuß, Der sprach: »Guten Tag, msine Herren, ich heiße Tacitus Von Ihres Landes Sitten schreib' ich eine Biographie, D'rum möchte ich Sie bitten, erklären Sie mir Lk." Da schwiegen die alten Germanen und reichten ihm einen Krug; Er trank in kurzen Zügen, sprach bald: „Jetz' hab' ich genug." Da lachten die alten Germanen auf beiden Ufern des Rheins, Und ließen ihn spinnen und ttinken noch eins und immer noch eins. Und als er am anderen Morgen sich seinen Jammer besah, Da schrieb er voller Rache in seine Germania: „Es wohnen die alten Germanen auf beiden Ufern des Rheins, Sie liegen auf Bärenhäuten und trinken immer noch eins." 4qqa ~ ^ie Lebensverficherungs-Gesettschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit 1830 gegründet, hatte im ersten Halbjahr 1884 sehr günstig- Geschäftsergebnisse zu verzeichnen, indem während dieser Zeit 498 Versicherungsanträge mit 2 40170Ö Jt. me^r beantragt und an Sterbefallen 17 350 JL weniger angemeldet wurden, als im Ersten Halbjahr 1883^ Der Versicherungsbestand ist auf 37 851 Personen und 209 Millionen Versicherungssumme gestiegen, was gegen den 1. Juli 1883 einen Zuwachs von 2069 Personen und 14 410 500 ergibt. In derselben Seit ift bQt Aru^gen um 41/« Mill onen JL gewachsen; dasselbe beträgt jetzt 45 Millionen sicher angelegt. An Versicherungssummen hat die Gesellschaft bis jetzt ^Millionen ausgezahlt und an Dividenden an ihre Versicherten 14 Millionen rückvergütet. Verkäufe und Verpachtungen, BeLheiligungen, SLellen-Bakanzen iu~ werben am sichersten durch Annoncen in zweckentsprechenden Zeitungen zur Kenntniß der, bez. Reflektanten gebracht; dre ernlaufenden Offerten werden den Inserenten im Original zugesandt. Nähere Auskunft ertheilt die Annoncen-Expedition von Rudolf W-Uach^LarLtz 8? 3. V-rtr-t°r tn @i = 6cn: Heinrich Allgemeiner Anzeiger. Mr Gotel- und Priuutküchen neueste und beste Construction Wärmschränke, Dmtspieße, Käste etc. eigener Fabrik, liefert in eleganter und nur dauerhafter Waare J. Hohlwein, Helenenstraße 23, Wiesbaden. 510t Preisliste gratis. itimci um. Hameln SpecialfttbriCi für Dreschmaschinen für Hand-, Göpel- und Dampf-Betrieb. Göpel für 1 bis 4 Pferde. Locomobilen von iy3 bis 10 Pferdekräften. Futter- schneidmaschinen verschiedenste Sorten, worunter neueste Patent-Maschine. IJIußtrirte Cataloge auf Anfrage gratis und franco. 5259 Geschw. 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