18S4 Sonntag den 10. Februar ZwettesDlatt Nr. 3S Amts- und Anzcigtblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Bureau r Schulstraße 7. e Borstand. 'em Leiden ebenen. • s 1 Cafe Leib. Gesangs- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. n von duSninrtS \e> Hausmädchen ellung durch Wallthorstr. 13, sucht von t, Gelbgicher. rn wit Zubehör ^ambrinus", ämilienlogis^ r unb fonftigem ; Avpel, Uhr vm 962 M. ’JU "ermtethem taerfc-21 ^uertzweg^ ' iu «rmittjen AnBäuen 2o. nbntüvAt. « 1,113 Zp3 "?s W-3 ’nen. w b->L"b-h°,. Die „Sedlaeht von Ted". Kwei enalisckie Keitunascorrespondenten — von der „Daily News" und dem „Standard" welche die Armee Baker Pascha's von Trinkitat nach Tolar zum Entsätze dieses Platzes begleiteten und glücklich dem Blutbade entronnen smd, melden geradezu erstaunliche Einzelheiten über die „Schlacht" an dem Brunnen von Teb. Ww entnehmen denselben ^olgend^es^^ Februar, brachen die egyplischen Truppen, 3600 Wann stark von dem Fort auf, welches 5 Kilometer von Trinkitat, dem Hafen am Roth-n Meere entfernt ist- Drei Bataillone Infanterie marschirten compagmeweise^ Artillerie und Eavallerie in der Front und an den Flanken nach allen Seiten auf eine Entfernung von IV2 Kilometer Eavalleriepoften ausfendend. Um 9 Uhr yorre man von den Vorposten an der linken Front Schüste und eine Anzahl Feinde wurde sichtbar. Dieselben wurden jedoch durch drei Schüsse aus Krupp schen Kanonen zer^ streut, allein der Feind erschien wieder auf den Hohen in der Front und rechts, «o auch plötzlich eine kleine gegnerische Eavallerietruppe sichtbar wurde. Es waralso klar, daß der Feind sich von allen Seiten auf die Egypter stürzen wollte und Major^Gile , welcher die türkische Eavallerie befehligte, erhielt Ordres zum Angrist gegen die Gießen, 9. Februar. Unsere innere Politik laborirt seit einiger Zeit an einer gewissen „Ereignißlosigkeit" und auch die abgelaufene Woche trug diese Signatur. Aller- dinaS sind augenblicklich keine großen Fragen aus der politischen Tagesordnung; die Discussion über das Unfallversicherungs-Gesetz ist bis in das tz erschöpft und wird wohl auch erst mit dem Zusammentritt des Reichstages wieder ausgenommen werden und was das preußische Abgeordnetenhaus anbelangt, so ist hier noch immer der Etat an der Reihe und diesem Kapitel läßt sich für weitere Kreise kaum mehr eine interessante Seite abgewinnen. Das preußische Abgeordnetenhaus muß bereits wieder zu Abend- Sitzungen seine Zuflucht nehmen, deren erste es am Mittwoch abgehalten hat. Da der Reichstag dem Vernehmen nach Anfangs März zusammentritt, so muß sich das Abgeordnetenhaus freilich sputen, wenn es bis dahin mit seinen Arbeiten fertig werden will — und ob dies bis zu dem genannten Zeitpunkt geschieht, ist auch noch ftaglich. Hat doch das Haus allein an dem Cultusetat seit Donnerstag den 31. Januar sich abgemüht, und in mancher Sitzung kaum ein Kapitel desselben erledigt — da darf man sich nicht wundern, wenn sich dann die Verhandlungen schier unendlich in die Länge ziehen. Wir leben offenbar in einer Zeit großer Verbrechen. Auf die Raubmord-Attentate in Stuttgart und Wien und die Schauerthaten Hugo Schenk'S ist jüngst in München wieder ein frecher Raubversuch in einem Bankgeschäft gefolgt und in Leipzig endlich sind aus einem Postwagen zwei Geld- beutel mit 80,000 Jt. Inhalt geraubt worden. . c Das österreichische Abgeordnetenhaus wie der Wiener Gemeinderath haben sich in dieser Woche mit den von der Regierung erlassenen Ausnahme-Verfügungen beschäftigt. Im Abgeordnetenhause motivirte der Ministerpräsident Gras Taaffe am Dienstag eingehend die betr. Regierungs- Maßregeln, worauf das Haus mit allen gegen 3 Stimmen die Einsetzung einer 24mitgliederigen Commission zur weiteren Berathung der Ausnahme-Verfügungen beschloß. Am gleichen Tage kam die Angelegenheit auch im Wiener Gememde- rathe zur Sprache und wurde der Beschluß gefaßt, an den Reichsrath eine Petition zu richten, wonach die Ausnahme-Verfügungen nur beschränkte Anwendung finden sollen. Im Uebrigen ist die österreichische Negierung gewillt, bei der Durchführung des Ausnahmezustandes möglichste Milde walten zu lasten, was sich schon dadurch documentirt, daß nur gewisten politischen Vereinen in Wien Beschränkungen auserlegt worden sind. — In Ungarn ist die Mischehen- Vorlage einstweilen von der Tagesordnung wieder abgesetzt worden, indem das Unterhaus einen bezüglichen Beschluß gefaßt und die Regierung beauftragt hat, zu passender Zeit zur Regelung der Frage im Reichstage eine entsprechende Vorlage zu machen. . . In Frankreich war wieder einmal eine Munsterkrms „m Sicht , zu welcher der nicht ganz im Sinne der Regierung erfolgte Ausgang der Debatte rn der Deputirtenkammer, betr. die wirthschastliche Krisis, die Ursache zu werden drohte. Jndesten ist es nicht zu der von den Monarchisten, wie den Ultraradikalen allerdings lebhaft gewünschten Demission des Cabinets Ferry gekommen, aber die Situation ist immerhin eine etwas precäre und aus den jüngsten Vorgängen im Senat wie in der Deputirtenkammer erhellt zur Genüge, daß das französische Ministerium so wenig wie seine letzten Vorgänger auf eine zuverlässige Mehrheit im Parlamente zählen kann. Nach einem Telegramm des Admirals Courbet ist in den Provinzen Sontay, Hanoi, Haidzuong, Ram- dinh und Haiphong „Alles ruhig." Für England ist die am Dienstag erfolgte Eröffnung des Parlaments das Ereigniß der Woche. An die Thronrede knüpfte sich sofort in beiden Hausern des Parlaments die übliche Adreßdebatte, welche im Oberhause noch in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch mit der Annahme der Adreste an die Königin beendigt wurde. Dagegen wird der Gegenstand im Unterhause wohl noch einige Sitzungen beanspruchen, zumal noch verschiedene Amendements zu der Adreste beantragt worden sind, darunter eins von den Conservativen aus Ersetzung des gegenwärtigen Cabinets durch Minister, welche das Vertrauen des Landes besitzen. Jedenfalls wird die egyptische Frage der Gegenstand eingehender Verhandlungen des englischen Parlaments bilden, wie dies bereits in der Mittwochs-Sitzung des Unterhauses der Fall war. Der Premier Gladstone erklärte auf eine Anfrage, die Niederlage Baker Pafcha's bestätige sich, von Gordon seien aber noch keine weiteren Nachrichten eingetroffen. Uebrigens berechtigten die jüngsten unglücklichen Ereigniste in keiner Weise zu einer Aende- rung der Instructionen Gordon's, welcher mit sehr bedeutenden discretionären Vollmachten ausgerüstet sei. Der Khedive habe Gordon zum General-Gouverneur des Sudans mit unumschränkter Militär- und Civilgewalt ernannt. Weiter sagte Gladstone, Admiral Hawitt (der Commandant des vor Suakim liegenden englischen Geschwaders) glaube, zur Sicherheit Suakims gegen einen möglichen Angriff der Araber sei eine Verstärkung seiner Streitkräfte noth- wendig, die Regierung habe ihre Maßregeln getroffen, ihm größere Streitkräfte zu geben, um Suakim zu sichern. Die Niederlage Baker Pascha's scheint übrigens in London einen gewaltigen Eindruck hervorgerusen zu haben. Es wurde schleunigst ein Cabinetsrath einberufen und das Kriegsministerium trift Vorbereitungen zur Absendung beträchtlicher Verstärkungen nach Egypten, wie es heißt, von 8000 Mann. Das am Dienstag in Suez eingetroffene und nach Bombay bestimmte Truppen-Transportschiff „Euphrates" ist nach Suakim beordert worden. iireit* bei St#*/ Darmstadt, 31. Januar. Gesetz-Entwurf, die Herstellung mehrerer Helienbahnen betreffend. (Fortsetzung) Die Großh. Regierung ist der Ansicht, daß unter den vorliegenden Projekten für Nebenbahnen daS Project Hungen-Laubach besondere Berücksichtigung verdient. ES handelt sich dabei wesentlich darum, ein größeres industrielles Etablissement, die Fried- rtchshürte bet Laubach, welches für die wirthschaftlichen Verhältnisse der Gegend von hervorragender Bedeutung ist. zu stützen, indem eS mit dem Hauptbahnnetz in directe Verbindung gebracht wird, sowie auch die bednitendercn Orte Laubach und Vtlltngen in daS Bahnnetz zu ziehen. Ohne die Errichtung der projectirten Bahn würde die FriedrichShüte voraussichtlich die Concurrenz mit ähnlichen, besser gelegenen Etablisst- ments nicht auf die Dauer bestehen können. Das Aufgeben der FriedrichShütte wäre für die Bewohner der Gegend, welchen sie mannigfache Verdienste bietet, sehr zu beklagen, und für die Verwerthung der Naiurproducte, insbesondere von Holz rc., höchst nachtheiltg. Dagegen steht zu erwarten, daß durch die Errichtung der Bahn nicht nur die vorhandene Grwerbthäligkeit belebt, ausgedehnt, die Verwerthung der Naturproducte erleichtert, sondern daß auch die Landwirthschast in jener Gegend gefördert wird. Die Nebenbahn Laubach-Hungen wird für die Oderhessische Bahn Gießen-Gelnhausen eine Saugader bilden, welche geeignet lft,o auch den Verkehr der beme.klen Hauptbahn zu ördern und deren Einnahmen zu erhihen. Sprechen nach dem Vorstehenden allgemeine Staats- und Wirthschaftsinteresserr ür den Bau der genannten Nebenbahn, so »st doch auch nicht zu vei kennen, daß einzelne Gemeinden und Interessenten an dem Bahnbau ein besonderes Interesse haben, und mit Rücksicht darauf, baß in absehbarer Zeit eine Verzinsung deS Anlagekapitals mit 4 pEt. nicht in Aussicht genommen werden kann, erscheint es billig, den betheilkgten Gemeinden und Interessenten, außer der kostenfreien StrUung deS für die Bahnanlage erforderlichen Grund und Bodens, noch einen Geldbeitrag in Höhe von 40,000 «X ar* zusionen. Dieser Geldbeitrag wird nach Artikel 5 deS Gesetzes vom .... .betreffend »te Nebenbahnen, verzinst und amoTffirt, sobald die Nettoertiägnisse der Nebenbahn Hungen-Laudach 4 pEt. des Anlagekapitals überschreiten. 3) Nebenbahn von Nidda. Station Der Oberhessischen Eisenbahnen, nach Schotten. Bezüglich dieses Projects kann auf die der Großh- Regierung und den Ständen zugegangenen Vorstellungen, sowie auf die in der Druckschrift „SecundärbahN'Projicte im Großherzogthum Hessen" unter Nr. 5, Seite 55 bis 71 tncl., gegebene Relation Bezug genommen werden. ~ . . , Für die Linie Nidda-Schotten wurde von dcm Localcomite zunächst eine Schmalspurbahn in'S Auge gefaßt. Die Länge derselben war zu 13.5 Kilometer angenommen und eS sollte die Bahn mit 8/< ihrer Lange auf das Straßenplanum gelegt werden. Die m 400,000 JL. berechneten Anlagekostin erwiesen sich bet näherer Prüfung als zu aeri 1 veranschlagt und wurden auf 440,000 JL erhöht. In diesem Betrag waren die Kosten für Grunderwerb mit 24,300 JC. einbegriffen. ... .. Bei der näheren Erwägung deS Proi'cts tm Allgemeinen entstand zunächst d e Frage, ob eS räthlich sei, für diese Bahn allein die Schmalspur zu wählen. Unzweifelhast würde eine Schmalspurbahn für den Personen- und für den Stückgut-Verkehr genügen. Da indeffen insbesondere auch auf Langholztransporte, Baumaterialien, und Schlachtvieh-Transporte gerechnet werden muß, so käme die Umladung auf S ation Nidda in Betracht. Auch würde man auf die Benützung des Wagenmaterials Der Oberhessischen Eisenbahnen für die Strecke Nidda-Schotten verzichten müssen. Innerhalb de« Berkchrsgebiets Der Oberhessischen Eisenbahnen würde eine Schmalspurbahn für die verhältnißmaßig kurze Strecke Nidda-Schotten dauernd eme Betriebserschwerung bilden. Mit Rücksicht hierauf wurde die Frage erwogen, ob, unter ben Doilkflenben Verhältnissen, sich die Wahl der Normalspur, trotz höherer Anlagekoften, mehr empfehlen werde. In der genannten, den Ständen übergebenen Schrift ^Secundärbahn-Projecte im Großherzogthum Hessen", wurden die Anlagekoften einer Normalspurb-Hn zu 490,000 JL veranschlagt. Indessen haben spätere Unterfuchungen ergeben, daß mir diesem Betrag nicht ausgereicht werden wird, daß d e Kosten auf ^0,000 ^4 und, nach Abzug der GeländeerwerbungSkosten (welche hierbei aus 2o,000^ geschätzt wurden), auf 525,000 JL zu veranschlagen sind. Trotzdem hiernach b'e Herstellung ^ner Normalspurbahn ca. 100,000 «X mehr erfordert, als einer Schmalspurbahn, erscheint doch Die Wahl Der Normalspurbshn in Dem vorliegenden Fall am räthlichften. Die Großh. Regierung empfiehlt den Bau einer Nebenbahn von Nidda nach Schotten. Schotten ist ein gewerbsfleißiges Städtchen und es kann wenn eS direct mit dem Eisenbahnnetz verbunden wird, in gewerblicher Beziehung mehr und mehr entwickeln. SLottm, am Fuße deS Vogelsbergs, bietet Bewohner deS Vogelsbergs eine geeignete Station mm Uebergang auf die^isenbahmn und für ben Verkehr mit den Naturproducten, sowie m-t den gewerblichenl und land wirthschaftlichen Erzeugnissen der Gegend. Zwischen Schotten und Nidda besinden sich mehrere Ortschaften und einige gewerbliche Etablissements, welche der Bahn Verkehr bringen können. Die Bahn ist auch für die ausgedehnten Domanialwaldungen deL Vogels^ergs^von^B^eutung^ bcr Ansicht, daß, wenn der Bau der Bahn auf Staatskosten erfolgt, den betheiligten Gemeindin und Interessenten, außer der kosten- freien Stellung des für die Bahnanlaaen erforderlichen Grund und Bodens, noch die Leistung eines Geldbeitrags von 25.000 JL angesonnen werden kann. Dieser Geld- S \ v.a Gesetzes vom . . . , betreffend die Nebenbahnen, verzinst und amortisirt, sobald die Nettoerträge der Bahn Nidda-Schotten 4pCt. des Anlagekapitals überschreiten. solgU -H Wlicholdt. t*nf;e alten MW Hit i®1' • arabische Cavallerie, welchen Befehl er angeblich sehr glänzend ausführte, dabei aber beinahe in einen Hinterhalt geriet!), denn nachdem er die feindliche Cavallerie einen Kilometer weit verfolgt hatte, stürzten plötzlich Specrträger aus dem Busch hervor. Major Giles retirirte gegen die Front und nun wurde von allen Seiten, außer im Lücken, ein Gewehrfeuer eröffnet. Die von Baker Pascha geführten Truppen waren überrascht worden, obgleich der Angriff erwartet werden konnte, da die Vorposten schon einige Zeit vorher sich immer näher an die Haupttruppe herangezogen hatten und in Unordnung gerathen waren. Von den Officieren bet denselben mar nichts zu bemerken. Mittlerweile hatte die Infanterie die früher einexercirten Bewegungen auszuführen begonnen, um ein großes Carrö zu bilden. In der Front und auf der linken Seite, 311111 Theil auch auf der Rechten war das Manöver gelungen, allein in den übrigen Theilen und im Rücken zeigten die Compagnien eine wilde regellose Masse. Zn diesem Augenblick stürzte der Feind trotz der Wachsamkeit der Cavallerie- und Infanterie-Vorposten plötzlich mit wildem Geschrei ans dem Gebüsch hervor und griff namentlich die linke Seite und die linke Front des Carrög mit Wuth an Die verzweifelten Anstrengungen der Egypter, in die gehörige Stellung zu kommen, das Durcheinander der Befehle, das Chaos im Rücken, wo 300 Kameele, alle Bagage und Com- missariatswagen einen Weg in das Innere des Carrös sich zu erzwingen suchten, spottete jeder Beschreibung. Was als Rückendeckung dienen sollte, war eine wilde Masse von Menschen, Pferden, Mauleseln und Kameelen, welche sich bis ins Centrum hinein zog. Die Ncgersoldaten aus dem Sudan, welche die linke Seite und einen Theil Der Front bildeten, standen eine Zeit lang fest, wurden aber bald durch das Eindringen ihrer cgyptischen Collegen und der Kameele demoralisirt. Die egyptische Cavallerie fing zuerst an zu fliehen, die Officiere voran. Was fiel, wurde massacrirt. In ihrer Panik feuerte die Infanterie in ihrem sog. Carre nach allen Seiten und der Oberbefehlshaber, Baker Pascha, welcher sich mit seinem Stabe außerhalb des Carres vor der Front befand, wurde beinahe von seinen eigenen Leuten todtgeschossen. Ein egyptischer Soldat wurde in unmittelbarer Nähe des Correspondenten der „Daily Rems" von einem Kameraden erschossen und Capitän Cavalieri wurde in derselben Weise getödtet. Zuletzt bot die Scene ein Bild wilder Metzelei. Die Egypter warfen ihre Gewehre fort, fnieten nieder, erhoben ihre Hände und baten um Gnade. Die Araber ergriffen aber die Feiglinge im Genick, durchbohrten sie von hinten mit ihren Sperren und schnitten ihnen die Köpfe ab. Diese fürchterliche Metzelei dauerte während der ganzen Flucht, auf einer Strecke von 8 Kilometer bis zu dem Fort, welches die Trupven am Morgen verlassen hatten. Das Jauchzen der Araber und das Geschrei ihrer Opfer war schrecklich. Nach 8 Minuten, nachdem der plötzliche Angriff der Araber begonnen hatte, befand sich die ganze egyptische Armee auf der Flucht. Von einem Sudan- Regiment, das 400 Manu stark war, kehrten nur 70 Mann zurück. Von dem türkischen Bataillon nur 30. Eine aus Italienern bestehende Compagnie von 36 Mann wurde vollständig vernichtet. Den Arabern sielen in die Hände: 4 Krupp- und 2 Gatlina- Kanonen, 3000 Gewehre, 36000 Pfund Munition für die Kanonen und eine Masse Gewehr-Patronen- Schon auf dem Marsche hatten die Truppen weder Disciplin noch Festigkeit gezeigt. „Als ich bei einer Jnfanteriecolonne vorbeiritt" — erzählt der Cor- respondent des „Standard" — beschloß ich sofort, mich, falls der Feind angreifen sollte, diesen Soldaten nicht anzuvertrauen, denn ich war überzeugt, daß sie bei dem ersten Angriff ausreißen würden. Diesem Entschlüsse verdanke ich es wahrscheinlich, baß ich am Leben geblieben bin." Oberst Sartorius hatte sich in dem Carrö befunden, machte aber vergebliche Anstrengungen, die Egypter zu sammeln. Schließlich gelang es aber auch ihm, wie Baker Pascha, sich durch den Feind durchzuschlagen. Dr. Leslie, Morris Bey und Capitän Walker sah man sich mit Schwert und Pistole in der Nähe der Kanonen gegen die Feinde nach allen Seiten vertheidigen — sie sind schließlich aber der Uebermacht erlegen. Nachdem die Verfolgung aufgehört hatte — die Araber scheinen die Kanonen der Kriegsschiffe gefürchtet zu haben, allein es befand sich in dem Augenblick gar kein Kanonenboot im Hafen — stürmten die Fliehenden an die Seeküste, um sich der dort vorhandenen wenigen Boote zu bemächtigen. Daran wurden sie aber durch die englischen Officiere gehindert, und hätte der Feind auch hier noch einen Angriff gemacht, so hätte er den Rest der Truppen ohne Widerstand niedermachen können. Die Araber zeigten eine offenbare Verachtung gegenüber den Egyptern, denn es kam vor, daß ein einzelner Araber eine ganze Anzahl egyptischer Soldaten angriff, und ein einzelner berittener Araber griff sogar eine ganze Cavallerie-Abtheilung an. Er verwundete den egyptifchen Commandanten, welcher zu sehr erschreckt war, um sich zu vertheidigen. Schließlich wurde der kühne Araber von einem englischen Ofsicier erschossen. Die Araber, welche an Zahl geringer als die Egypter waren, griffen mit solcher Tapferkeit an, daß die englischen Correspondenten ihre Bewunderung dein Gegner hichtt versagen können. So viel ist klar, daß von einer Beherrschung bce Sudan durch die Egypter nicht mehr die Rede sein kann. Die Araber haben sich ihren bisherigen Beherrschern in jeder Beziehung überlegen gezeigt. Der Fellah ist ein guter Bebauer des Bodens, aber zum Soldaten taugt er nichts. L 0 k a t e s. tt Gießen, 8. Februar. Dem uns vorliegenden, den Zeitraum vom 1. April 1882 bis -um 31. März 1883 umspannenden Verwaltungsbericht über die Stadt Gießen, welcher ein interessantes Spiegelbild der fortschreitenden Entwickelung unseres Gemeinwesens ist, entnehmen wir die Antwort auf folgende Fragen: Wie hoch beliefen sich die Einnahmen und Ausgaben? Die ordentlichen Einnahmen betrugen 430418,28 JL, darunter aus den Waldungen 66 496,92 JL und 91153,42 JL vom Octtot; die außerordentlichen Einnahmen betrugen 123 000,54 JL Die Summe der Umlagen betrug 247777,83 JL; die Hauptsumme aller Einnahmen belief sich demnach auf 801196,65 Allgemeine Die ordentlichen Ausgaben bez'fferten sich auf 572422,20 kmpsiP Für g'uSnht He” a ,68abth r Ausgaben D O2 K tträUßönb der ^vpen der £rQ6e rjQÄ Macht "l'hrschlech .t^Ueret ®etben. ff» b*e.®fTfCll, Dlt“ Wkch«, für ble «■*# bet JJen0®0tren. ’bl»®taw "jjeflenbm @b bt «nftlrbent lftb»^n „'»•.fit 8M| '“’n« nlchi °ch, Arheilgen, dm, Kommen, n, Äroß-Gerau, ladt, Ginsheim, ild, LurkhardS, Sheirn, Alsfeld, ifladt, Eich und Bercine steht in 'tgliedschaft mit 't sich auf 52. aben brlnflenb Vereins (Vor- iftabt) gelangen )er Postdarnpfer r am 20. Januar war, ist heute b i etc. n zur Kenntnis t Inserenten in: on von Rudolf 73 eige, d°ß M" > »n: Zacken für tr. J-cken, )-lentinen, Iagd-Vcrpachtung. Montag den 11. Febr. 1884, Vormittags 11 Uhr, soll auf hiesigem Rathhause die der Gemeinde Ettingshausen zustehende Feld- und Waldjagd, bestehend in 1)06,8 Hektaren in 3 Abheilungen aus weitere 6 Jahre an die Dreistbietenden verpachtet werden. An demselben Tage um 12 Uhr soll auch die der Gemeinde zustehende Fischerei aus 6 Jahre verpachtet werden. Ettingshausen, den 30. Januar 1884. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. Laun spach. 802 Die zum Nachlaß der verstorbenen Katharina Früh gehörigen Gegenstände sollen , _ Donnerstag den 14. Februar l. I., Nachmittags 2 Uhr, h int Hause des Herrn Wirth Moser, Neuen Bauen, versteigert werden; dieselben bestehen in: einem einthürigen Kleiderschrank. Magdkiste, sehr schönen Frauentlcidern u. Weißzeug, einigen Stück Leinentuch, sehr guten und neuen Frauenhcmden, Unterröckcn, Schürzen, Strümpfen, Bettüberzügen, mehreren goldenen Ringen rc. 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Bl. .eiibflili Entree-J find von heute ab bis bei Herrn Iriseur Ger ?u haben. 11 Uhr V. Minuten: Grosse Quadrille hierauf bis zum Schluffe des Maskenfestes Colonnentänze; Billete ä 2 Mark Dienstag, 12. Februar, Hardt, Kndenptatz " Damen haben Es ist nut gestattet, im Ballanzug oder Maske zu erfcheiueu. Dcmaskirung gegen 11 Uhr, ohne Zwang. WenzeFs Garten Donnerstag den 14. Februar 1884: Grosser SME* Nur anständige Masken haben Zutritt. Anfang 8 Ahr. Nur echt mit dieser Schutzmarke: "1 Matz-Extrsrt u. (Karamellen*) v. L. H. Pietsch &. Co., Breslau. I Die durch zahlreiche Dankschreiben anerkannt, bewährtesten und besten diätetischen Genußmittel bei Husten, Keuchhusten, Catarrh, Heiserkeit, Verschleimung, Hals- und Brustleiden, vom einfach. Catarrh bis zur Lungenschwindsucht. — Außer zahlreichen Anerkennungen besitzen wir auch ein Dankschreiben Sr. Heiligkeit Papst Leo XIII. v . *) Cxtract ä Flasche JL 1,1,75 und 2,50. Karamellen » Beutel 30 und oO^ Zu haben in Gießen bei Gg. Wilh. Weidig. in der Hadt gelegen. i u dein billigen \a Vuebbnr ai» [ M lUhnnelden^ & »ft n’f^cV er N wirf'.» SJirf'rf „jin#' t ,en Hausi, Selters nung von fünf neu hergerichlet, n, zu vemiethen -ziehen._________ r IL Stock, enth. imer re., mit oder shaiscnrernisr, p> lhen- H. N-ami. -iev mit Cabinet itk, 3RarÜplaft. S zu verrnielhtn. Uk^MühWc. "B'ßimnur und orplatz, some ein- rniethen bei , Grünberger^ - Stadt Wohnung, ner, Küche k., ab? pro 1. April an billig zu otr: in der Exp^d. «l. se, Alittstr. 11, ist ; nd aus 7 Zimmern 1. April d.J und n!furterstr. .ll, der au? 5 Zimmern | fort zu vermielhen^ h.Geitze Wive- I m ersten ^to(f, 1°' I "‘Tw-! >r mit Cabinet- iäue 17, Beilage )u Nr. 35 des „Nehmer Anzeiger". Herrn Louis Wenzel, Seltersweg, in 9) rt Herrn Kaufmann Braun, Vertragsmäßig sind amtlichen Verkäufer verpflichtet, stets einen an- Frau Wilhelm Becker, Bürgermeister W i ß n e r, Gerson Jacob, Wirth Casper Schomber, Bürgermeister Wagner, Bürgermeister Römer. n if u u die Allendorf (Lahn) Alt-Buseck Groß-Linden Hausen Heuchelheim Hochelheim Hörnsheim Kinzenbach Klein-Linden Leihgestern Lützellinden Rödgen Steinberg Trohe Watzenborn Wieseck Ferner: Londorf Kesselbach Wermertshausen Mddingshausen Odenhausen Gellshausen Allertshausen n ft tt in tt 1J bei 2) 3) „ 4) 5) „ 6) „ 7) » 8) „ bei ft Herrn Heinrich Schmidt II., Wolfstraße. „ Gastwirth Wagner, „ Anton Dill mann, „ Johannes Feller, „ Kaufmann Fink, „ „ M. Kuder, „ Anton Jung, „ Johannes Schmidt, „ Vorsteher P f a s f, „ Philipp Lenz, „ Jacob Bender, „ Gastwirth Altenheiner, „ Wilhelm Balser, Frau Heuser Wittwe, Herrn Georg Koch, „ Kaufmann Dreyfuß, „ Karl Dorfeld. Gießen tt gemessenen Vorrath von Postwerthzeichen zu führen und die einzelnen Marken zu keinem höheren als dem Betrage ihres Werthes an das Publikum abzulassen. Im Allgemeinen hat der Verkauf während der ganzen Zeit, in welcher das Geschäftslokal des Verkäufers geöffnet ist, stattzuftnden, jedenfalls aber innerhalb der für den Verkehr mit dem Publikum festgesetzten Dienststunden der Ortspostanstalt. Gießen, im Februar 1883. Kaiserliches Postamt. Ritsert. C. Orbig, Bahnhofstraße, I. W. Kurz, Neustadt, PH. Nau & Comp., Wallthorstraße, Heinzerling L Tribus, Seltersweg, Christoph Bieker, Brandgaffe, Th. Wittlich, Marktstraße, Rudolph Schlabach Wittwe, Bekanntmachung Amtliche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen bestehen von per Mtr. Ctr. 1.20 Tannenholz geschnitten . gehackt . . AL 7.00 , 8.00 , 9.00 , 1.20 rennholz beste Qualität. Eisengiesserei und Waagenfabrik Carl Schenk Darmstadt. Fuhrwerkswaagen. Diehwaagen. Butterwaagen. Dreimal- und Centefimalwaagen in Eisen. Milchwaagen. 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Bürgermeisterei Langsdorf. Köhler. 891 Jeifgeöotenes. RTHB von H. SARDEMANN in EMMERICH a/EK Dieser nnübertr. Medirinal - Leberthran ist in seiner Güte und Wirksamkeit seit Jahren erprobt und im In- u. Auslände ärztlich empfohlen. Nur ächt in Originalflaschen ä 1 Mk. 60 Pfg, 1 Mk. 25 Pfg. und 80 P fg., derselbe eisenhaltig ä 1 Mk. 40 Pfg. in Giessen bei Friedrich Leo. 514 638 per Flasche T ♦ n) 0 empfiehlt unter Garantie der 13. NB. Zu beziehen bei dem Unterzeichneten und folgenden Verkaufsstellen : Burg Gleiberg. *«****ch*"***^*ch|**l**IH*«§ch»********ckch eine 1.50 1.50 2 — 2 — 2.50 2 — Carl Schwaab, Seltersweg 11, Gebrüder Adami, Mäusburg 14, Georg Wilh. Weidig, Marktplatz 21, Conditor H. Kinkel, Marktstr. 32, C G. Kleinhenn, Kreuzplatz 1, Priorate secco sup. Valdepennas Malaga-Xerez Oporto Malaga Madeira Madeira (sehr alten) Montilla Pajarete Lacrima-Cbristi AHcante Moskatel per Flasche 1.30 Jul. 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Blatt der T sessor in der pl das Fach der r zu beruten. -L Tat hcut!gen Eltzuiig erster Kamme NW i steuer, btt welch foro'e ble soastige beschWgtm, mtnr sah ganz za strich Regieiung tn der harrenden Bes-tn antassang (Stofeb Za Art. 1- rattonspslichi man ohne Uemei Eine« An frei zu lassen, ga zu Art. 35: Str 15 Jil Steuers tü fomi Um Uebrla Bet der Be trat blt Kammer o. Rabenau '".der früheren i WOimj der feit M MoerüLM '^ung des Consfii . Bern weiter von SM S«: Ä ^ton^acfe FRIEDRICH BAUMANN ^bagll Giessen, Neuenweg 7 Werkstätte, 2248 übnnacherei, Electro- i| fi ,tl ji mcchanik. .wi.fcSJta Haustelegraphenanlage. Ende 10 Uhr. Anfang 7'/- Uhr. S) Lollar, den t. Februar 1884. Sonntag den 10. Februar: auf der Wellersburg wozu ergebens! einladet Phil. Weller. Der Vormund: C. Geißler. empfehlen in Originalpackung in I I I «0001 I I I 8 I I I I 14+ Zur Veröffentlichung diene hiermit, daß das seither von Hrn. August Zimmermann in Lollar geführte Colonial- und Cisenwaaren-Geschäft auf Rechnung dessen Söhne Karl und Wilhelm Zimmermann in der bisherigen Weise unter der alten Firma weiter betrieben wird. Montag den 11. Februar: k. Vorstellung im V. Abonnement. Auf vielfaches Verlangen: Hopfenrath’s Erben Volksstück mit Gesang in 5 Akten von H. Wilken. Wilhelm Krämer, Gießen, Bleichstraße Nr. 3, Verkaufs. Vermittelung von Immobilien l-der Art. vermiethuug von Mahnungen und Geschäft-lokalen. .'..n Warme Bäder bei Andr. Euler, Nordanlage 5 täglich im Winter geöffnet an Wochentagen von Morgens 7 Uhr bis Abends 8 Uhr, „ Sonntagen „ „ *1 „ „ Mittags 1 Uhr. Die Zellen sind durch Dampf geheizt. Verschiedene Salze, Mutterlauge und Bade-Extracte sind in der Bade-Anstalt zu haben. Abonnements werden jederzeit angenommen. 07 Maschmenstnckcm von Kar» Pietsch u. Anfertigung aller Arten Herren-, Damen- und Kinderstrümpfe, Socken, Unterjacken und Unterhosen in Wolle und Baumwolle. 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