ein di- Aus- bei uns I. nur 257 yw m. » 8- nt. | Hamburg A iwar für ttwoch rrtigen Mstag ssen laimunb. SW ,ds 8 M tagslM». e, Mtt-ckHe leitet- tatt. 256 hnh°M^ .rä'f,' b. nd-t Stelle ,r ftr* 8. Donnerstag den 10. Januar 1864 Kießmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Brrrearrr Schulstraße 7. Erscheint tägNÄ mit Ausnahme des Montags. PretS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn-. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Lyrik. Nr. 2 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben am 5. d. M., enthält: l'Nr. 1525.) Bekanntmachung, betreffend die Uebersicht der Uebergangsabgaben und Ausfuhrvergätungen. welche von Staaten, nm innere Steuern auf die Hervorbringung oder Zubereitüng gewisser Erzeugnisse gelegt sind, erhoben beziehungsweise bewilligt werden. Vom 29. December 1883. Gießen, den 8. Januär 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Betreffend: Da» Ersatz-Geschäft für 188«. Bekanntmachung. Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr-Ordnung fordern wir alle im Jahr 1864 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten, Gymnafiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschaftsbeamte, Handlungsdisner, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit auf, -sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stanimrolle in der Zett »oa» 13. Januar bi» zum 1. Februar I. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geborsN sind, ihren Geburtsschein und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Loosungs- Schein vorzulegen. Wir machen zugleich darauf aufmerksam, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe brs zu 30 Mark oder mit Hast bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung :c. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, find deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen An- Meldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lasten. Gießen, am 2. Januar 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspondenr-Brrrearr. Berlin, 8. Januar. Das Abgeordnetenhaus erledigte die heute zur Berathung stehenden Theile des Etats. Umwalle und Windlhorst brachten im Laufe der Debatte die angeblich principielle Versagung der Fahrpreis-Ermäßi- gung an die Besucher katholischer Versammlungen zur Sprache. Windthorst behielt sich vor, bei Anwesenheit der in der Frage betheiligten Minister auf die Angelegenheit zurückzukommen und eine Mittheilung der diesbezüglichen Instruction zu veranlaßen. Für morgen steht die Berathung der Eisenbahn- Verstaatlichungs-Vorlage auf der Tagesordnung. — In der heutigen Conserenz der Vertreter der Negierung und der Vertreter der Hamburger Bahn wurde Seitens der Regierung keine Offerte gemacht, sondern nur Besprechungen über die finanziellen und die Verkehrs- verhältniffe der Bahn gepflogen. Dresden, 8. Januar. Die Petitions-Deputatirn der ersten Kammer beantragt, die Petitionen gegen den Officier-Consumverein unter Anerkennung der vollen individuellen Freiheit der Officiere in der Wahl ihrer Bezugsquellen auf sich beruhen zu lasten. München, 8. Januar. Der Landtags-Abgeordnete Oberst Berg ist gestern Abend, während er das Stenogramm der von ihm am Vormittag gehaltenen Rede revidirte, von einem Schlaganfall getroffen worden und gestorben. London, 8. Januar. Ein Telegramm der „Times" aus Philadelphia meldet: Gestern wurde im Repräsentantenhause eine Bill eingebracht, wonach Der Präsident, wenn eine fremde Regierung den Import amerikanischen Pökelfleisches verbietet, befugt sein soll, die Einfuhr von Weinen, Liqueuren und anderen Erzeugniffen dieses Landes in die Unionsstaaten zu verbieten und das Verbot ausrechtzuerhalten, bis die erwähnte Beschränkung ausgehoben ist. — Die „Times" meldet in einer zweiten Ausgabe, Nubar Pascha habe das Präsidium des neuen egpptischen Ministeriums angenommen und Edgar Vincent zum Finanzminister ernannt. Kairo, 8. Januar. Telegramm der „Agence Havas." In dem von den Ministern eingereichten Demissionsgesuche heißt es, die englische Regierung verlangt, daß wir den Sudan aufgeben sollen, wir haben aber kein Recht, denselben auszugeben, weil er ein uns anvertrautes Besitztum. der Pforte ist. Die englische Negierung sagt, Egypten müsse den ihm ertheilten Rathschlägen ohne weitere Discussiou folgen, das verletzt das organische Rescript vom 28. August : 1878, welches besagt, daß der Khedive mit und durch die Minister regiert. 4 Wir geben unsere Demission, weil wir verhindert sind, in Gemäßheit der Constitution zu regieren. Protokoll der Generalversammlung des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen vom 3. Januar 1884 -n Hungen. Der Director eröffnet b*c93;rfammlung, welche von cj. 150—180 M tgliedern find Landwnthen dr benachbarten Kreis' bcsucht mar, und begrüß* unter de» Erschienenen insbesondere den Großb. Generalsecretär, Herrn Ockonomie'c-.ih Dr. Weiden- hammer ans Darmstadt, sowie den Präsidenten des landwirthfchafll ch>n Provinz al- vereins für Oberh'ssen, Herrn Baron Adalbert von Rabenau. Herr Mlnislerialrath Dr. Zaup Hobe bedauert, mcht erscheinen zu können. Wenn auch, so bemerkt der Director, der landwtrthschaftliche Bezirksverein al§ solcher feine Zuckerfabrik errichten wolle, so könne doch eine Frage wie die erste der Tagesordnung in einer VeretnSversammlung besprochen werden und zeige die große Zahl der Erschienenen das lebhafte Interesse, welches man dieser Sache entgegen- drinse t Er rrtheckt sodann Herrn Ksmerroth Weber von Laubach das Wort über Frage 1 der Tagesordnung: Die Errichtung einer Zuckerfabrik auf Aetiew an einem noch zu bestimmenden Punkte der Eisenbahn von Gießen nach Gelnhausen. r r ,, „ , Herr Kammerrath Weber führt aus, daß er sich hauptsächlich darauf beschrankt.» wolle, anzugeben, wie die Idee zur Gründung einer Fabrik entstanden sei, da man die Vortheile des Zuckerrübenbaues bereits anderwärts genügend erörtert habe. ES müße jeder Landwirth anerkennen, baß etwas geschehen muß, um den landwirtbschaft- lrchen Ertrag in die Höhe zu bringen, aber es gäbe keine Cultur, die einen solchen Er» trag liefere, wie die der Zuckerrüben. Doch nicht dieser Ertrag allein sei in Anschlag zu bringen. Es werde auch der Ertrag aller landwirthschastlichen Produkte durch die für den Zuckerrübenbau nöthige bessere Bearbeitung deS Bodens wesentlich gesteigert. Das Bestreben, der Landwirthschaft in hüfigem Bezirk zu diesem Betrieb zu verhelfen, wurde unterstützt durch die Fabrik Waghäusel, welche alle Risikos übernahm und den Landwtrthen nur die Verpflichtung auferlegte. 15 Jahre lang Zuckerrüben zu liefern. Anfangs wollte Waghäusil eine Zwetgfabrik in Hungen gründen, verschob aber diesen Plan ganz unerwartet. Durch diese Verhandlungen ist die Idee entstanden , selbst eine Zuck rfobrik auf Actten zu errichten. Bei einer Versammlung zu Nidda wurden schon 871 Morgen zum Rübenbau zugesagt, so daß man annehmen mußte, das für eine Fabrik erforderliche Quantum Rüben würde beschafft werden. Auf Grund dieser Thatsache ist ein Statutenentwurf für eine zum Zweck der Errichtung einer Zuckerfabrik zu bildende Gesellschaft gefertigt und gedruckt worden^ welcher vorgelegt und verthetlt wird. Es bleibt jedem dann nach Einsicht desselben überlaffen, ob er sich dem Unternehmen anschlteßen will. Referent gebt noch kurz auf den Inhalt der Statuten ein, nach welchen das Grundkapital 800,000 X betragen soll. Davon sollen vorerst 1000 Aktien im Betrage von je 500^L ausgegeben werden. Ewe Aktie zu 500 verpflichte, zwei Morgen Rüben zu bauen. 1600 Morgen genügten aber schon. Zur Erleichterung des Beitritts werden vorerst nur 10% eingezahlt, dann bis zur Höhe von 50% Raten nicht über 20%. Die übrigen 50% können auch noch theilw tse durch Abrechnung auf Rübenltcferungen eingezahlt werden. Es sei aber nöthig, rasch an's Werk zu gehen. Der Dtrector dankt dem Referenten für seinen Vortrag und eröffnet Me- $l0fufffon. 9Iba[bert v Rabenau: Jede Sache habe zwei Seiten. @3 sich nicht leugnen, daß die Landwirthschaft aus der Zuckerfabrikation einen hoM tn winn gezogen hat. Derselbe entstehe nicht blos aus dem Rübenbau, fonbm$rertrflß Folge der besseren Bearbeitung des Bodens aus dem hierdurch erzielten gebaut der Nachfrüchte. Auf einem Rübenboden find 16 Ctr. Wetzen l"- Avlrd hierauf worden. Sodann sind die Dividenden seither sehr hohe gewesen. '^QmferfQbrtfctt eine Zusammenstellung aus der Frankfurter Zeitung verlesen, wonack^ Die Aktien in der Provinz Hannover von 6,4%—70% D videnden bezahlt feln, von 500 erschienen jedoch hoch; ein geringerer Betrag mochte t>a6 der Be- Herrn v. Oven aüs Hungen: In den Statuten fe‘ qua dem geringeren trag der Actie in zwei Theile zerlegt werden könne, so da^ , Rüben Manne möglich fet, sich zu beth-iligen. Außerdem werde. » verliest Redner ankaufen. Bezüglich der Nothwendtgke't der Errichtung Dreissteiaerung der Körnen eine Druckschrift, worin nachgewiesen wird, daß an # *w{t fol^n überschwemme- ftüchte nicht gedacht werden kann, da das Auslaß . manchen von dem Unter- Dte Möglichkeit einer Ueberproduktion von Zuck«" Achten. Weiter komme in nehmen ab. Doch sei eine solche dermalen zü veiurun baare8 Gew Betracht, daß der Landwirth durch eine Zuckenavrtr geraoe zu n Q erhalte, wo er dasselbe besonders nötbig g Me Agiation für den Herr Oekoromierath Dr. Wetden^mm ? Gegend sonst nicht zur Zuckerrübenbau begonnen, weck b'ß LarMü . * 4qoa xu Friedberg für Er- Entwicklung kcmmcn fann. Er Jn6°" Aaa gteüerMem if» »nbern rtchtung einer Zuckerfabrik aufgett^en. ^t^vendiakeit Man muß allerdings Ai. «Ärsw » äJ» M 23L 419 Im Jahre Im Jahre 157 Im Jahre 208 öl 91 aus Gegen das Jahr 1882 weibl. 2 1 3 8 l 22 16 2 12 4 2 4 11 w« 16 101 107 konnte nicht festgestellt werden, der verstorbenen Personen, so 11 8 5 1 9 4 1 17 Der Dtrector: Noo er. Preußen, Bayern, Baden, Württemberg, 212 243 19 21 20 15 25 20 7 18 8 Der Schriftführer: Fuhr. weniger männl, weibl. Die einzelnen Sterbfälle ver: sich auf die Monate: Januar . Februar- März . . April Mai Juni Juli August . September October November December 14 49 1 16 Welt: 94 . 63 Im Jahre 1883 Gruppirt man nun die geborenen Kinder nach dem Religionsbekenntmß der Eltern (bei den unehelichen nach der Mutter), so erweist sich, daß bei den ehelichen Kindern von 405 deren Eltern von gleicher Confession waren und 50 aus Mischehen hervorgingen. P. r Die unehelichen Geburten vertheilen sich auf: 140 Mütter evangelischer Confession, 66 „ katholischer „ 3 4 4 6 9 4 4 2 1 2 1 18 35 31 26 27 26 11 15 18 24 33 81 22 8 3 3 V-n 23 Gießener Männern erkoren sich 10 Frauen aus ihrer Vaterstadt, und “ÄX fee« « •«te1» »Cfriint ctc li hnemet Bei 13 Personen, 11 Männern und 2 Frauen, ob sie ledig, verheirathet oder verwittwet waren- Gruppirt man die Sterbfälle nach dem Alter ergibt sich folgendes Resultat: Es starben: Betrieb selbst ist keine Gefahr vorhanden, weil einesthcils die Reichsregierung eine bedeittende Industrie mcht schüd'gen und wul andernthells die Co»>umtwn so zu- uehmen wird, daß sie der Produktion las Glnchgewicht halt. Aucy sei es Thatsache, daß eine Industrie, welche sich heimisch gemacht habe, von dericnigm einer anderen G-'oend nicht übertroffen werden könne. Die hiesige G-gens ist eine geborene Rüben- gc/end. Wenn es gelmgt, eine Rübe mit 11% Zuckergehalt produciren, so wird man zweifellos schon ein glänzendes Geschäft machen. Bezüglich der Geldaclten sei ihm zu Gunsten des Statuts ausgefallen, daß, wenn Kapital ausgenommen wird, die Geldactionäre keine Dividenden beziehen. D-e Fundrrung muß vorsichtig sein und die Thetlhaberschaft möglichst gesichert werden, da es bedenklich ist, Kaufrüben zu suchen. Sonst habe er bet dem Statut kein Bedenken. Er wünsche dem Unternehmen Glück. Herr Kammerratb Weber: Wenn man ein solches Probet in S Leden ruft, so nehme man eine große Verantwortung auf sich. Es wird der Fabrikation wahffchetn- iltcü eine größere Steuerlast auferlegt werden. Wmn aber auch weiter nichts erreicht Wirb, als eine Verz'nsung des Kapitals zu 5, 6 und 7 %, so ist schon viel gewonnen- Die Rüben bauenden Landwtrthe sollen auch zugleich die Actionäre s^n, Geldactionäre also die Rübenoctionäce nicht überstimmen können, weil beider Interessen verschieden sind. Es ist auch dafür zu sorgen, daß wir uns noch eine große Anzahl Kaustüsen sichern, woraus wieder Vorthelle für Mtnderbegüterte entstehen. In Waghäusel sand man den Zuckergehalt der Rüden in diesem Jahre geringer, was seine Ursache tn den Wttterungsverhältn'ssen haben solle. Herr Adalbert v. Rabenau: Mein Bedenken bezüglich der Einzahlung von 250 X ist durch das Gesagte gehoben- Das Geld zur Fabrik wird man aber nur chekommen durch SoUdarhast der Rübenbauern. Man muß immerhin die Mögltchkett inS Auge füllen, ob man mit Rübenactien auskommt oder nicht- Herr Oeconom Fülberth von Utphe: Die Rübenactionäre müssen in Friedberg -ie Zinlen der Geldact'onäre decken. Er habe seit 1879 Rüben gebaut und sei recht -ufrieven gewesen. Es wäre ihm heute noch lieber, wenn Waghäustl die Fabrik gebaut Ifitte, aber da dies nicht der .Fall sei, halte er dafür, selbst rasch ans Werk zu gehen. Er würde recht gern beitreten, wenn er genügend lange über sein Pachtgut verfügen könnte- Wie man höre, wolle die Gemeinde Echzell eine eigene Zuckerfabrik bauen, wahrend sie sich besser hier betheiligen würde. Herr Kamwerrath Weber: Durch § 15 des Statutenentwurfs sei Herr Fülberth feimn Bedenken enthoben. Hiernach dürfe der Pächter seine Actien an seinen Nachfolger verkaufen. Eventuell übernehme sie dtc Fabrik. „ _. Herr Pfarrer Hildebrand aus Echzell widerlegt, daß Echzell für sich eine Fabrik gründen wolle; es würde sich den anderen Gemeinden anschließen, wolle aber bet der Frage über den der Fabrik zu gebenden Platz berücksichtigt fein. Herr Adolf v. Rabenau: Der Grundsatz müsse ausgesprochen wr-rden, daß die Fabrik die Transportkosten der Rüben und Schnitzel übernehme, dann werde der Ort der Fabrik gleichgültig fein. Herr Adalbert v- Rabenau fragt mit Bezug auf eine vorher gemachte Bemerkung, was der Grund gewesen sei, weshalb man die Vergütung der Transportkosten für Entsermmgerr rmter 8 Kilometer ausschließen wolle. Herr v. Oven: Der Satz sei alter Uebung entnommen, wonach man auf eine Entfernung unter 2 Stunden unentgeltlich liefere und dadri die Rückstände mitnähme. Er erwähnt sodann noch den Kostenpunkt und glaubt, daß dann genügende Sicherheit bestehe, wenn auslänglich Rübenland beschafft sei. Wenn das Geschäft gut gehe, Formte wohl auch Geld aufgenommen werden. Herr Oeconom Schlencke vom Haidthofe: Die in der Nähe der Fabrik Wohnenden Rübenbauern haben noch den Vortheil, daß sie dm bei der Fabrikation gebildet werdenden Kompost für billiges Geld mttzunebmen in der Lage sind. Auch aus diesem Grunde könnte von einer Frachtoergütung auf Entfernungen von unter 8 Kilometern abgesehen werden. Herr Adalbert v- Rabenau bemerkt darauf, daß die Ansichten bezüglich dieses Kompostes sehr getheilt wären. Man habe sogar geglaubt, derselbe veranlasse den Rückgang des Rübenbaues und stelle deshalb in neuerer Zsit in dieser Beziehung Versuche an. Der Director spricht sich dahin aus, daß man heute nicht zu sehr ins Einzelne einzugehen brauche, dies vielmehr der constituirenden Versammlung der Actionäre über- laffen könne. Er verliest hierauf Briefe, wonach sich auch Landwtrthe in der Gegend von Marburg und Frohnhausen für das Unternehmen interessirten. Auch diese seien Willkommen zu heißen. Herr Kammerrath Weber will die Plahfrage hier nicht berühren. Die definitive Erledigung dieser Frage stehe den Actionären zu. Herr Pfarrer Hildebrand meint, man brauche nicht bis nach Marburg zu gehen, hier in der Umgegend werde der Bedarf gedeckt. Der Director glaubt dasselbe, begrüßt es aber doch mit Freuden, daß in weiteren Kreisen sich die Theilnahme gezeigt habe. Je größer die Fabrik werden könne, um so besser sei es für olle Bcthe'ligte. Herr Bürgermeister Habicht aus Echzell möchte doch auch noch einige specielle Fragen besprochen wissen, worauf unter Zustimmung des Directors auch einge- gangen wird. Nachdem noch Herr Pachter Hoffmann von Hof-Güll und Andrre sich zur Sache geäußert hatten und sich weiter Niemand zum Wort meldete, erhält dies zum Schluffe der Referent, Herr Kammerrath Weber, welcher erklärt, daß in 10—12 Tagen eine constituirende Versammlung abgehalten würde. Die vorher noch aufgeworfene Frage des Herrn Baron v. Oven: Wo bringen wir in diesem Jahre unsere Rüben hin? wird von demselben dahin beantwortkt, daß er glaube, die Fabrik könne bis nächsten November fertig sein. Bezüglich der Maschinen habe er schon Erkundigungen einge- zogen und die Antwort erhalten, daß dieselbn bis zu dieser Zeit fertig feien. Es wird nun von Seiten des Vorsitzendcn des zur Ausführung des Unternehmens gewählten Comics eine Liste in Circulatiou gtsttzt, worauf man die Anzahl der für den Rübenbau zuzufichernden Morgen Gelände einschreiben möge, was aber vorerst ohne alle Verbindlichkeit sei. Als Resultat der Einschreibungen ergibt sich, daß einschließlich der früheren Zeichnungen mit Hinzurechnung einer brieflichen Anmeldung 1725 Morgen Rübengelande zugefichert worden sind. Der Director glaubt es hiernach als sicher ansehen zu können, daß die Fabrik errichtet werde und wünscht, daß das Unternehmen zum Wohle der Landwirth sch ast gedeihen möge. Die Versammlung wird hierauf wegen vorgerückter Zeit geschloffen. Statistische Mittheiiungen über den Civilstand der Stadt Gießen im Jahre 1883. Mitgetheilt vom Standesamt in Gießen. ras 1883 betrugen 101 Paare und ergibt sich mithin gegen tuj cum eine Abnahme von 17 Paaren- W11 Interesse sm?" e°nfc!fion bcr Getrauten werden nachstehende Mitthcilungen 2 „ israelitischer „ Die Mütter vertheilen sich nach dem Geburtslande wie folgt: ~ Hessen, 6 23 «W40?1 ntlW gpiit ergthw, ®.’y( W SSä» SÄ;* ffW Opfit «I* W mit eltttm W°' Mufft -S16 iitiollel; ft!« ®oli gewesen sein, und zwar Mi bei seiner Frau o Bregenz, 3-3o nacht den Im v pairone onzuzünden, uc Fonst. W m*lt- gkschadigt, Fenster W plofionöstelle zeigte fid) Unfugs selbst würbe s seiner ganzen Bekleide letzt in baS Krankenha nurben weniger erhebl in Bregenz gekauft u werben. Hagen, 6. Ja Aolkszlg." zusolge, hn Herdecke zugetragm- £ uab zwar eine Person, Herdecke ab und einan 3)amm unterhalb des haft aufeinander. Bei Nen kmmende Loko fchbudni, und nahm st w Bearnien der Be bafyttommtnben Masst non selbst giSffnet - ; Ionen waren sawwilich der Katastroch, Mst ,, - Einen nttti seinen „NecensiMn" Wien die Fräulein r Paar Bratmler He bleiben könnten. Ma mittel der guten Bild Friese hatte |$re Au 3*-flten, wie etwa mar andererseits das ein's es regnet." «■ÄV1 SW finb dH -"X; ZK W gy Oq 9filt nur dealen tin!?nhE!roeTbe- Ziel. ^ußerhatb f?5’ o 455 36 Mehrgeburten sind überhaupt 11, und zwar 10 Zwillings- und 1 Drillingsgeburt vorgekommen, gegen das Jahr 1882 ein Zuwachs von 5 Mehrgeburten. Die Zwillingsgeburten vertheilen sich wie folgt: eheliche: 2 mit nur Knaben, 3 mit Knaben und Mädchen, 3 mit nur Mädchen; uneheliche: 1 mit Knabe und Mädchen, 1 mit nur Mädchen. Die Drillingsgeburt, welche außerehelich erfolgte, erzielte nur Mädchen. Todtgeboren wurden 19, gegen 1882 also 12 weniger- Es kamen 7 Knaben, 4 ehelich, 3 unehelich und 12 Mädchen, 5 ehelich und 7 unehelich, zur Welt- Die Gesammtzahl der Sterbfälle beträgt 487 und zwar-289 männliche und 198 weibliche Personen. Der Zuwachs der Sterbfälle im Jahre 1883 beträgt 66 Personen mehr als in 1882 und zwar 65 männliche Personen und 1 weibliche Person. Im akademischen Hospital, in der Entbindungsanstalt und in Prioathäusern, sowie todt aufgefunden starben 116 ortsfremde Personen und zwar 82 männlichen und 34 weiblichen Geschlechts- Dem Civilstande nach starben 296 ledige Personen, gegen das Jahr 1882 — 30 mehr, und zwar 174 männlichen und 122 weiblichen Geschlechts, 114 verheirathere Personen und zwar 77 Männer und 37 Frauen, 64 verwittwete und zwar 27 Wittwer und 37 Wirtwen. •■R'S’S KA ä; bi- iessttN W 7 u den V' SÄ L V k Ä L e Ä. während d^Woche Di- Zahl der Todesfälle Kmder starben 2^ davon das' eine an ^4 betrug im Ganzen 5. Tage alt, an Krämpfen. Von den' 3 anbere< nur einige schwindsucht, eine an Rose. rwuchjenen Personen starben 2 an Lungen- ... jRtetfÄXÄ'JSÄ'Ä S, SJiÄA'jj „ Sachsen. Das Verhältniß der Anerkennung der Vaterschaft ift gleich den letzten Jahren ein sehr geringes gewesen- Es wurden von 208 außerehelich geborenen Kindern nur 9, und zwar 3 Knaben und 6 Mädchen, anerkannt, so daß noch 199 nicht anerkannte Kinder verbleiben. eben hsirathetcn Proteftabtinneii und 4 gingen Misch- ®laute?Är,f*n”€n s ?»". dm katholischen Mannern heiratheten 2 isräcliMch-n 'i'-br-nd o nut Protcltantinnen die Sh- schlossen. £ie Ä fite 4 011 d-r Zahl, erkoren sich mir Frauen ihres Glaubens, anlangt, so blieb sich dasselbe b^'s"" v°rhcrg-bcnoen dmhre eingegangenen Mischehen «SO »?- •“ ***- *» = lieniaeV1' $ealm' unb Künstler, mithin gegen das Jahr 1882 §aLL^n7 deren = 5 weniger gegen 1882. Än “i9£t 18& Zunahmen?Warm *' Si“ craic6t fidt) flcßcn bn5 W 1882 eine atter 3W U'b ift hier eine Zunahme ron M IM —7F--— Nach dem Civilstande oerheirgtheten sich. 77 lebige Personen = 19 weniger gegen das Jahr IM. 4 ledig- Männer mit Wittwen = 2 mehr gegen 1882. 19 Wittwer mit ledigen Frauenspersonen — 4 mehr gegen 1882. 1 Wittwer mit 1 Wittwe — 4 weniger gegen 1882. . Durch die Eheschließungen wurden 9 Kinder legitumrt welche th-llw-ise bei der Geburt durch die außerehelichen Väter schon anerkannt worden waren, theilweise bet ber ^^chf'^ung Anerkannt wurdem^^ ^borenen Kindern waren 313 Knaben und QRA finb mitbin aeaen das Jahr 1882 — 87 Kmder mehr geboren, und rwar^3^K^aben^weniger^und^O^Mädchei: mehr. Vor: diesen im Jahre 18^3 geborenen Kindern waren 21?Knaben und 243 Mädchen ehelicher, unb 101 Knaben und 107 Mädchen unehelicher Geburt- Im Jahre 1882 kamen ehelich zur Welt. Knaben .... &&& Mädchen • . . • ^7 1883: Knaben . Mädchen . mithin in 1883 mehr 1882 kamen unehelich zur Knaben . Mädchen - 1883: Knaben . Mädchen . mithin in 1883 mehr 289 198 66 23 theilen männl- weibl. männl- unter 1 Jahr . 48 32 7 von 1 bis 5 Jahren 47 38 — „ 6 „ 10 .„ . 24 15 10 „ 11 „ 15 „ . 5 2 1 „ 16 „ 20 „ . 11 9 4 „ 21 „ 30 „ . 28 19 2 „ 31 „ 40 „ . 34 18 15 n 41 „ vO „ . 25 10 7 , 51 „ 60 „ . . 26 11 11 .. 61 „ /O „ . 18 16 „ 71 „ 80 „ . 18 16 5 ,, 81 „ 90 „ . 3 12 3 Alter unbekannt 2 1 hs,j* r13 Knaben imi. lfc-3 'S.1*;»- lsbekenntniß der ;l den ehelichen 1 aus Mischehen en letzten Zähren neu Kindern nur nicht anerkannte und 1 Drillings- grbnrten. Mädchen. men 7 Knaben, Welt. rnliche und 198 :gt 66 Personen >erson. Privathäusern, männlichen nnd fahr 1882 == 30 erheirathei: Pervar 27 Wittwer estgestellt werden, icn Personen, so 3 4 4 6 Jahr 1882 weniger männl, weibl- 1 2 1 9 4 4 gl'«"»*! je, künstlerischen Standpunkt, eine R'esenleistung sein. An 21 aufeinanderfolgenden Tagen werden21 Conceikein solaend^-n Städten stattfinden: Eisenach, Frankfurt a. M. (dreimal), Darmstadt, Würzburg, Erlangen, Nürnberg, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Mainz, Neustadt a. H., Gtest en, Wiesbaden und Kassel. — Bedenkt man die Reise, die täglich durch Veränderung des Concertlocales notwendige Probe, das kolossale, immer abwechselnde Programm, — eS gehört ein Bülow und ein Orchester, doS wie das Meininger mit Begeisterung zu seinem genialen Chef aufblickt, dazu, um eine solche That zu Stande zu bringen- Gießen, 9. Januar. (Theater.) Das Stück, das sich Herr George Voigt ru seinem Bemfice erwählt, „Der Verschwender" von Raymond verbindet den tiefsten lyrischen Humor mit der Zauberwelt deS Märchens in opernartiger ^orm. Da Herr Voigt zu den Lieblingen des Publikums gehört, so bedarf eS nur dieses Hm- weises, um ihm e n volles Haus zu schaffen- S e t m l f <1 t H. Darmstadt, 8. Januar. Der aus WetHktrchen gebürtige Rekrut Winter bei der Leib-Compagnie des 1. Jnf.-Reg'ments Nr. 115, welcher stit gestern Mittag aus der Kaserne verschwunden war, wmf sich, nach dem „T. A. , gestern Abend vor den 6 Uhr 40 Min- hier etnlreffenden Aschaffenburger Zug und wurde von demselben Überfahren und entschlich verstümmelt. Der Leichnam wurde von der Maschine am Ueber- gang der Frankfurterstraße abgeworfen, doch war die eigentliche Unglücksstelle, wie die herumltegenden Kärpertheile beweisen, etwa 300 Meter weiter aufwärts. Nachts wurde der Leichnam durch Militär entfernt. Köln 4 Januar. In der Mordaffaire Stockhausen hat sich noch immer keine Spur ergeben, welche auf Die Thäter letten könnte; was in htesigen Zeitungen von Verhaftungen erzählt wird, ist eitel Fabel und auf einige Verhöre zurückzu ühren, die resultatlos verliefen. Daß noch kein greifbares Resultat erzielt worden, geht aus der heutigen Bekanntmachung der König!. Regierung hervor, dcrzUfolge die für die Entdeckung der Mörder ausgesetzte Belohnung von 300 auf 1000 erhöht wird. Während so der Doppelmord in der Weihnachtsnacht noch von tiefem Dunkel umhüllt ist, hört man von neuen blutigen Thaten. In Langel bet Worringen, wenige Stunden von hier, erlag in der NeujahrSnacht der Inhaber der dortigen Herberge den Wunden, die ihm Tags vorher beigebracht worden waren; von wem? muß erst die Untersuchung ergeben, welche sich einstweilen auf drei Individuen erstreckt, die vorher In Worringen einen Embruch verübt haben sollen. Heute machte in hiesiger Stadt ein vor Kurzem entlassener Postunterbeamter einen mörderischen Angriff gegen einen ganz harmlosen Hausgenossen, einen unverhetratheten Commis von 30 Jahren. Der Thäter hatte seinem Opfer mit einem französischen Faschinenmesser an der Treppe aufgelauert und ihm mit einem Hieb den Schädel gespalten. Der Verwundete wurde tn'S Hospital geschafft, es ist wenig Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens vorhanden. Der Verbrecher ist verhaftet; sein Motiv kann, da eine Beraubung ausgeschlossen erscheint, nur Rache gewesen sein, und zwar soll der Unselige die That begangen haben — weil der Commis nicht bei seiner Frau waschen lassm wollte. Bregenz, 3.Januar. Ein 23jährigerSchustergesille machte sich in der Neujahrsnacht den Spaß, im vollbesetzten Wirthshauslokal „Zur Neuen Welt" eine Dynamit- p atro ne anzuzünden, um so daS „Neue" anzuschießen. Die Folge war, wie man der „Konst. Zig." mittheilt, furchtbar. Das geräumige Lokal ist in ollen Theilen bedeutend geschädigt, Fenster sammt den Vorfenstern und Mob»! ar zertrümmert. An der Ex- plostonsstelle zeigte sich ein großes Loch im Ztmrnerboden. Aber auch der Urheber deS Unfugs selbst wurde schwer mitgenommen. An Armen und Füßen wurde ihm mtt seiner ganzen Bekleidung auch daS Fleisch vom Leibe gerissen und er mußte schwer verletzt in das Krankenhaus gebracht werden. Zwei Mädchen, welche zur Seite saßen, wurden weniger erheblich an den Füßen verwundet. Die Dynamitpatronen wurden in Bregenz gekauft und es wird der Verkäufer wohl auch zur Rechenschaft gezogen werden. Hagen, 6. Januar. Ein entsetzlicher Eisenbahn-Unfall hat sich, der „Köln. VolkSztg." zufolge, hmte Nacht auf der rheinischen Eisenbahn zwischen Hagen und Herdrcke zugetragen. In der Nacht gegen 12 Uhr fuhren zwei Locomotiven ohne Train und zwar eine Personenzug-Maschine von Hagen und eine Güteczug-Maschtne von Herdecke ab und einander entgegen. Diesseits des Ruhr-Vladukts, auf dem hohen Damm unterhalb des hohen KmSberges, stießen beide Maschinen mit voller Dampf- krast aufeinander. Beide Maschinen, sowie ihre Tender, sind total demoltrt. Die von Hagen kommende Lokomotive wurde ohne Tender, Maschinist und Heizer zurückge« schleudert, und nahm ihren Weg nach Hagen zurück; in der Vorhalle wurde dieselbe von einem Beamten der Bergisch-Märkischen Bahn, der durch das fortwährende Flöten der daherkommenden Maschine aufmerksam geworden war — d«? Ventil hatte sich nämlich von selbst geöffnet — zum Stehen gebracht. Die auf den Maschinen befindlichen Personen waren sämmtlich von den Maschinen herabgeschleudert worden und wurden nach der Katastrophe, meist schwer verletzt, unweit der Unglücksstelle aufgefunden. — Einen netten Theaterkritlkus hat die „Stroßb. Volksztg." Wir heben auS seinen „Recmsionen" nur folgende köstliche Stelle hervor: „Mit dem Schminken sollten die Fräulein vorsichtiger sein. Man kann Schminke auftrügrn so stark, daß ein Paar Brabanter Hengste von Herrn Schwarzmann's Rollfvhrwagen darin hängen bleiben könnten. Man kann auch schminken so, daß das Schmink-n als Unterstützungsmittel der guten Bildung des Gesichts und des angenehmen Teints erscheint. Fräulein Friese hatte ihre Augenlider geschminkt so, daß die Augen selbst eine Symetrie zeigten, wie etwa man sähe einen Menschen, der einerseits das Auge rims Chinesen, andererseits das eines Tschnktschen hätte und sie blinzelte dabei wie eine Gans, wenn es regnet." — [Del auf die Wogen.) In England werden bekanntlich seit einiger Zeit systematische Versuche gemacht, um die Wirkung des Oels auf den Wellengang zu erproben und sind bisher geradezu überraschende Resultate erzielt worden, die sich für die Schiff ahrt als von großer Bedeutung erweisen dürften. In allen Fällen verwandelte die Ausgießung einiger Gallonen Oel die stürmischste See zu ruhigem Fahrwasser und einige dec transallanttschen Dampfergesellschaften haben bereits die Frage in Erwägung gezogen, ob es nicht rätylich sei, ihre Schiffe mit einem Oelvertheilungs- apparat zu versehen, um im Falle eines gefährlich hohen Wellenganges einen Schutzwall gegen Sturzseen zu schaffen. Am Montag wurden abermals im Hafen von Folkstone, welcher seiner offenen Lage wegen j?de heftige Bewegung des Meeres mitempfindet, interessante Versuche mit der Oelaufschüttung gemacht. Von drei Stellen aus sollte Oel auf das Wasser gepumpt werden, wozu ein Netz schwimmender Bletröhren conftru'rt wurde. Es galt nur, den äußersten Punkt mit Oel zu versorgen, wozu eine kleine Barke verwendet werden sollte. Der Wellengang war jedoch so stark, daß man Be- ibenten trug, das schwache Schiffchen die Fahrt unternehmen zu lassen, als dem Bootführer der Gedanke kam, die Wirkung des Oels von der Barke aus zu versuchen. Das Resultat war überraschend. Kaum waren einige Kübel voll von dem Bug der Barke aus auf das Wasser gegossen und das Wellenspiel hörte auf, auf spiegelglatter Bahn zog die Barke über die heftig bewegte See hin und erreichte ohne Schwierigkeit ,ihr Ziel. Als man von den drei Stellen zugleich das Oel auszupumpen begann, war die Wirkung dieselbe; in ganz kurzer Zeit lag der Hafen ruhig wie ein Teich da, wahrend außerhalb seiner „Oelgrenze" die Wellen heftig auf- und adwogten. Die Wirkung hielt eine volle Stunde nach und die Kosten betrugen kaum zwei Pfund. Man hofft nun I» ......... amMUHsrogB—a— den Hafen von Folkflone durch eine systematische Anwendung von Oel auch im stürmischsten Wetter für ein- und auslaufende Schiffe sicher machen zu können und trifft die hierzu nöthig^n Vorbereitungen. Giugelavdt. Aus dem Kreise Wetzlar, 8. Januar. In einer der letzten Sessionen des hessischen Landtags war bekanntlich der Antrag gestellt, die hessische Universität Gießen eingeh.'N zu lassen. Demselben lagen vorwiegend finanzielle Rücksichten zu Grunde. Mtt großer Spannung sahen wir zur Zeit dem Ausgang der Devatte über diesen auch für uns schwerwieg'nden Gegenstand entgegen. (Segen den bett. Antrag zu piotcfttren, dazu fehlte uns freilich der Titel. Unfern eigenen Humanitären Interessen, die wir tn diesem Falle nur veitreten hätten, standen ja die finanziellen gegenüber, die unsere hessischen Landsleute zugleich berührten. Aber um so lebhafter war die Zustimmung, die das stattgehabte Skiuttnium gefunden, und um so herzlicher die stille Freude, die dasselbe besonders auf dem Lande erregt hat. Das Votum der Kammer, welches für den ungeschmälerten Fortbestand der betr. Hochschule vlatdirte, bewies, daß die Majorität der Ansicht ist, daß in einer so eminent wichtigen Frage der finanzielle Gesichtspunkt unmöglich den Ausschlag geben kann, daß man auch in Hesstn keineswegs geneigt ist, das Jnteresie an der Wissenschaft an sich wie tm Dienste der Menschheit dem des Geldbeutels zu opfern. Auch für uns wäre die Annahme des bez. Antrags von unberechenbaren Folgen gewesen. Den übrigen Fakultäten die schuldige Ehre, so hat sich die mebici Nische in Gießen die größten Verdien sie um unsere ländlichen Kreiseingesessenen seit langer Zeit erworben; die dortige Klinik ist für ste von unschützbarem Werthe gewesen. Wie benßeiDenoea aus dem Groß- hcrzogihum nämlich, ,o Hai fu auch Denen aus den angrenzenden Geb-etSiheilen, besonders auS unserem Kreise, bereitwillig ihre Thore geöffnet. Um so mehr verdient dieses'die wärmste Anerkennung, als in dem geringen Pflegegrld (70 H pro Tag) durchaus kein öttquivalcnt für die ärztliche Behandlung, Logis und Verpflegung gefunden werden kann, weitere Opfer aber weder gebracht noch beansprucht werden. Wer unsere ländlichen Verhältnisse kennt, weiß, daß die meisten Landleute nicht im Stande sind (aus Mangel an Zeit, Geschick und Grlv), ihren Angchör/i'N.Mk. 2.60, per VrA. M. 1.50, empfiehlt 261 Friedrich Leo. Hochfeine Harchäse s ,^hr fett fein und pikant im Geschmack, 400 Stück JL 4,— versendet franko gegen Nachnahme die Harzkase-Fabrik von Hoch LII Stiege i^gry Berlinische JebeNs-Nersicherungs-Gesellschast. Gegründet 1836. Der int Jahre 1884 an die mit Anspruch auf Dividende Versicherten zu ver- theilende Gewinn für 1879 stellt sich auf Mk. 565 760, die Prämiensumme der Theilnahmeberechtigten beträgt Mk. 1 768 000. Die hiernach zu vertheilende Dividende von 32ü/o wird den Berechtigten auf ihre im Jahre 1884 fälligen Prämien in Anrechnung gebracht. Die Dividende pro 1885 beträgt voraussichtlich 32% der 1880 gezahlten Prämien, „ 1886 , „ 32% „ 1881 „ _ . » .1887 „ „ 32Vj% „ 1882 .Die Gesellschaft schließt jede Art von Lebensversicherungen gegen feste und billige Prämien. Aussteuer- und Leibrenten-Versicherunaen werden unter den günstigsten Bedingungen effectiiirt- Versichert waren Ende 1882 21 663 Personen mit ...... Mk. 107 809 300 Vers -Summe „ und Mk. 150 399,50 jährl. Rente. Garantie-Capital Ende 1882 . . Mk. 30 983 027.1 Berlin, den 29. December 1883. Direktion der Berlinischen Lebens-Versicherungs-Gesellschast. Weitere Auskunft wird gern ertheilt, auch werden Anträge auf Versicherungen entgegengenommen von §82 ___________Wilh. Mosler, Gießen, Zchillerstraße 11. Vermischte Anzeigen. 273 Ein Junge, der Schreiber werden will, kann auf meinem Bureau cintretcn- ______ Dr Dittmar, Rechtsanwalt. 270 Eine tüchtige perfecte Köchin auf sofort gesucht von Frau Schultze, Vermiethsfrau. Vermietßungen. 271 Logis zu vermiethen, 2 Zimmer, Cabinet, Küche nebst allem Zubehör. ______H. Schaffstädl. 263 Grünbergerstraße 14 ist ein Logis von 6—6 Zimmern nebst allen Bequem - lichkeiten zu vermiethen.___________________ 259 2 möbl. Zimmer u Küche (parterre) zu vermiethen. Bahnhofftr. 39. 277 Ein unmöblirtes Zimmer mit Kammer an ein einzelnes Frauenzimmer zu vermiethen. Frau PH. Schlatter. 278 Ein Zimmer mit Bett zu vermiethen». Ernst Koch, Schuhm., Kirchenpl. 18. Holz-Versteigerung. Dien-tag den 15. I. M., von Vormittags 9 Uhr an, sollen in den Staufenberger Gemeindewaldungen, Distrikt Eichwald, Eicheheeg und Lahnkopf nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden. A. Bau« und Nutzholz. 51 Eichen-Stamme mit 9,72 Fm., 62 Nadel-Stämme mit 30,06 Fm., 1 Buchen-Stamm mit 1,32 Fm., 14 Eichen-Stangen mit 0,63 Fm., 298 Nadel-Derbstangen mit 11,27 Fm., 795 Nadel-Reisstangen mit 6,35 Fm. B. Brennholz. 32 Rm. Buchen-Scheit, 42 Rm. Eichen-Scheit, darunter 14 Rm. für Küfer und Glaser, 18 Rm. Nadel- Scheit, 173 Rm. Buchen-, Eichen- und Nadel-Knüppel, 78 72 Hundert Buchen-, Eichen- uud Nadel-Reisig, 38,7 Nm. Buchen-, Eichen- und Nadel-Stöcke. Der Anfang ist beim Eichwald an der Sahlenwiese. ; Staufenberg, am 7. Januar 1884. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Vogel. 280 Die Gemeinde Villingen beabsichtigt die 8000 Parzellen enthaltende Brouillon der Parzellenvermeffung ihrer Gemarkung cöpiren zu laffen und wollen die betreffenden Herren Geometer ihre deßfallsige Offerten bei unterzeichneter Bürgermeisterei einreichen. Villingen, den 8. Januar 1884. ' t Großh. Bürgermeisterei Villingen. 262 Koch.