«ih Nrili» L »te iite^e«iI=L LLLMk,7AL ,5 Smimcrn lk?5 Artmanthk/Ä SÄ®* ^'chch^dmi?ltil! b Menjtaj ®un,$ * -H-®«ttnRra6e 29. « »« verteil'5 ^f»Cwe8 25. ^aden Z V"’ --7' cttj> Neuen-Rän- W* Anzeigen. pikanten, chäftsieuten n. llunternehmern b ein erfahrener Äaufmamt ung und Unterhaltung m )em. rernimmt. derselbe die O:d- idener Geschäftsbücher für alle strengster Verschwiegenheit. i unter K. 105 bei der Er- L 7115 izuleihen. W 4000 Mk. find lie Gidjeityit aus dem w’fdjen StipendmMovd m 1. tambei 1884. it. te^vtat^Wamt Sä)NÜU. 1274 ZohMNgs- 1 ränderung. Wohnung und Uhrmacher- befindet sich maintenant in istadt 47. , HrugA^— empfiehlt sich im , «licken in und.außer dem ”‘rteaW"CraM8WJjBaWTWB«MSMM»MIIIW1Bn i TOI Amtlicher H h ei t. Gefunden: 1 Pferdedecke, 1 Ledertasche, 1 Taschenfahrplan, 1 Henkelkorb, 1 Broche, 1 Pottemonnaie mit Inhalt, 1 Zahnbürste, 1 Deichselnagel, 1 Kindermütze, 1 Streichholzbüchschen, 1 Hundemaulkorb, 1 Paar Leitriemen. Gießen, den 8. November 1884. Großherzogliches Polizeiaml Gießen. Fresenius. _____________ Betreffend: Aufstellung der Voranschläge für die evangelischen Kirchen für 1885/86. Lang-Göns, ban 6. November 1884. 311 thun. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an die evangelischen Kircheuvorstände. Diejenigen unter Ihnen, welche die rubricirten Voranschläge noch nicht aufgestellt haben, werden hiermit nochmals erinnert, dies binnen 14 Tagen Dr. Strack. _______ ui > m || inimr-.— hwih»mmT iWv ■ iMtum''.riiiwniQTa«gn>paMJMBtaaMgn«vgwTMEg»w>g-mai«<<>iaiuo«rgjpa!gTOagMnmiimimgri~nw Deutschland. Darmstadt, 6. November. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben dem Oberst Nüti, Commandeur des Gensd'armerie-Corps, das Militärdienst- Ehrenzeichen für 50 Dienstjahre Allergnädigst zu verleihen geruht. Darmstadt, 7. November. Se. König!. Hoheit der Grobherzog empfingen heute den Major Treilsch v. Buttlar-Brandenfels, Commandeur des SchleSwig- Holsteinifchen Dragoner-RegimenlS Nr. 13, dessen Chef Se. Großh. Hoheit der Prinz Alexander ist, sodann den Major und Abtheilungs-Commandeur v. Mohl vom zweiten Garde-Feld-Artillerie-Regiment. IrarrÜreich. Pari-, 6. November. Die Tongking - Commission berieth heute mit Ferry, Peyron und Campenon. Ferry bestätigte aus Befragen, daß England Frankreich feine guten Dienste für Beilegung des ConflictS mit China angeboten ; von England sei indeß bisher China keine bezügliche officielle Eröffnung gemacht morden, in Folge dessen habe China die Mediation Englands nicht ablehnen können. Clemenceau beantragt Mittheilung der mit verschiedenen Mächten über China gewechselten Correspondenz. Ferry erwiderte, eine Correspondenz dieser Art exiftire nicht. — In Deputirtenkreisen circulirt das Gerücht, es seien directe Verhandlungen zwischen Frankreich und China angeknüpst. England. London, 6. November. Unterhaus. Northcote gab dem Bedauern über den großen Verlust, den das Haus durch den Tod des allgemein verehrten Generalpostmeisters Fawcett erlitten habe, Ausdruck. Der Marquis von Har- tington dankte für die Theilnahme und schloß sich dem Ausdruck des Bedauerns an. Justin Macarthy sprach Namens der Mitglieder der irischen Partei seine Theilnahme aus. Lekgra-HWe Depeschen. Wolff'S t-Legr. TESsLpon-rnr-'Dnrea«. Berlin, 7. November. Seine Majestät der Kaiser unternahm heute Nachmittag eine Spazittfahrt^^^^^^^ fl $ Mac Lean ist heute früh gestorben. — In der gestern unter dem Vorsitze deS Staatsmtntsters, Staatssecretär des Innern v. Bötticher, stattgehabten Plenarsitzung des Bundesraths wu^ezunächst über die geschäftliche Behandlung von Vorlagen, betr. die Ueberstcht der Reichs-Ausgaben und -Einnahmen für das Etatsjahr 1883/84, ferner Über den Nachweis der Befähigung zum Schiffer auf deutschen Kauffahrteischiffen in kleiner Südseesahrt durch Verweisung an die zuständigen Ausschüsse Beschluß gefaßt. Weiter wurde die Ueberweisung an die betreffenden Ausschüsse beschlossen, bezüglich eines Antrags des Chefs der Admiralität auf unf^etVilltg e Vers etz u n g etn-s' Marine-Unterzahlmetst-rstn den Ruhestand lieber die Vereidigung eines Mitglieds der Verwaltung des Reichs - Jnval'denfonds wurde von dem Vorsitzenden Mitteilung gemacht. Für die Besitzung zweier Stellen für ständige Mitglieder des Reichsversicherungsamls wurden die Sr. Mm- dem Kaiser vorzuschlagenden Beamten gewählt. Für den Fall des Anschlusses Bremens an das Zollgebiet wurden die von den Ausschüssen für den Vollzug desselben vorgeschlagenen Modalitäten genehmigt. Hierauf stellte der Bremische Bevollmächtigte unter Bezugnahme auf diesen Beschluß und unter der Voraussetzung, daß der von den Ausschüssen vorgeschlogene. an Bremen zu zahlende Reichsbeitrag reichsgesetzltch genehmigt werde, den im Art. 34 der Retchsverfassung vorgesehenen Antrag: den Anschluß Bremens an das SoQaebkt zu beschließen. Der Bundesrath erhob nunmehr den Antrag der Ausschüsse mit der Maßgabe zum Beschluß, daß dieser Beschluß erst nach reichsgesetzltcher Genchmigung des erwähnten Retchsbettrags in Wirksamkeit treten soll. Mit Rücksicht darauf, daß die E ganzung der landespolizetlichen Bestimmungen über den Sßen febr mit Sprengstoffen auf Land- und Wasserwegen sich in einzelnen Punkten als erforderlich erwiesen hat, wurde beschlossen, bte Bundesregierungen um den Erlaß dahin aedender Vorschriften zu ersuchen. Zum Schluß machte der Vorsitzende Mittheiluvg über eingegangen-, auf Grund früherer Beschlüsse den betreffenden Ausschüssen zuge- theilte Eingaben.^ November. Bei der Stichwahl im hiesigen Wahlkreise wurde Racke r$>r.) mit 7977 gegen v. Bollmar (Soc.) 7873 St. gewählt. Stuttgart, 7 November. Bet der Stichwahl im 9. württembergtschen Wahlkreise wurde Schwarz (dfreis.) gegen Burkbard (natltb.) gewählt. Kassel, 7. November. Im 8. Kasseler Wahlkreise (Hanau) Hellwig (cons.) gegen ^roW^oO 6™ir [@tld)roa5L] j-tzn L'-bkn-cht 10,221. Schloß- vacher 7V54 Stimmen. 16 Ortschaften mit zusammen 1705 Stimmberechtigten stehen । ' Wft die »Offenbacher Zeitung" meldet, ist bei der Stichwahl iu dem 5.Wahlkreise de« GroßherzogthumS Hessen Liebknecht mit einer Majorität von 2000 Stimmen gewählt worden. Wieshaden, 7. November. (Stichwahl) In der Stadt erhielt Schenk (F.) 4196, Wasserburg (E ) 998 Stimmen, ungültig waren 6. In 10 Ortschaften erhielt Schenck 2160, Wasserburg 938 Stimmen. Schenck's Wahl ist zweifellos. — Zweiter Wahlkreis. Schenck (F ) ist gewählt. Bingen, 7. November- (Stichwahl ] Bamberger 8584, Schauß 6620 Stimmen. Das Reiultat aus einem One, woselbst Bamberger geschlossen gewühlt wurde, fehlt noch. Mannheim, 7. November. Köpfer (VolkSpartei) wurde mit 2500 Stimmen Majorität gewählt. BreSlau, 7. November. (Stichwahl.) Die Socialdemokraten Hasenclever und Kräcker gewählt. London, 7. November. Unterhaus. Gladstone erklärte, die Regierung werde keinerlei pekuniäre Verpflichtungen betreffs Egypten« ohne Genehmigung deS Parla- mmtS etngehen. SchatzamtSsecretär Courtney gab an, daß die Kosten Englands in Egypten während der letzten am 31. März abgelaufenen 6 Jahre 4V< Mill. Pfund betragen. Fitzmauricr erklärte, die Einladung zur Congo-Conferenz in Berlin bezeichne den erüen Gegenstand der Verhandlungen über die Handelsfreiheit deS Congobeckens, hlerÄV ss^m die lNigermündungen nicht erwähnt. Zweiter Gegenstand sei die Anwendung der vom Wiener Congreß für die Donau angenommenen Grundsätze, betreffend freie Schifffahrt auf internationalen Strömen, auf dem Congo und dem Niger. Die Frage des Handels im Ntgerbecken ist mithin nicht in die Gegenstände der Der- handlungm einbegriffen. Fitzmaurice theilte ferner mit, daß daS Gebiet im AmbaSbey jüngst unter die Autorttät Englands gebracht worden sei. Wien, 7. November. Wie der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel gemeldet wird, ist in Folge einer Intervention des Sultans die der Eisenbahn- Gesellschaft für die Orientbahnen angedrohte Sequestration unterblieben. Der Sultan hat der Pforte den Auftrag ertheilt, mit der Eisenbahn-Gesellschaft von Neuem in Verhandlung zu treten. Bremerhafen, 7. November. Gestern Abend 10V». Uhr brach auf dem Lloyddock ein Feuer aus, welches in kürzester Frist die Tischlerei, die Zimmerei und die Werkstatt für Anfertigung der Segel zerstörte. Um 2 Uhr war, nachdem die Gebäude eingestürzt waren, eine weitere Gefahr beseitigt. London, 7. Novbr. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Tientsin von gestern, daß der Gouverneur von Hanan Truppen nach der Provinz Fukien zusammengezogen habe, um den Ober-Commandanten der südlichen Provinzen Tsot-Sung-Tang zu unterstützen. Paris, 7. November. Seit gestern Mitternacht bis heute Mittag sind 4 Cholera-Erkrankungen, aber kein Todesfall gemeldet worden. Der Herd der Epidemie scheint die Straße St. Marguörite und das Quartier St. Antoine zu sein, wo die Bevölkerung in sehr ungünstigen sanitären Verhältnissen zusammengedrängt ist. Von Seiten der Behörden werden fortgesetzt alle Vorsichts-Maßregeln gegen die Verbreitung der Seuche getroffen. — Die Gesammtzahl der in den letzten drei Tagen an der Cholera erkrankten Personen beträgt 21. Von denselben starben 13. — Im Generalrach der Seine erklärte der Polizeipräfekt betreffs der Cholera, daß seit Mitternacht 27 Erkrankungen und 7 Todesfälle constatirt seien. Dies sei, verglichen mit der Bevölkerungszahl, eine unendlich kleine Zahl, und lasse annehmen, daß die Epidemie bald wieder erlöschen werde. Der Seinepräfekt sagte, die anzuzeigenden Fälle ließen sich nicht als eine Epidemie im eigentlichen Sinne bezeichnen. Nantes, 7. November. Gestern kamen hier drei, in Oran ein Cholera- Todesfall vor. Paris, 7. November. Die Tongking-Commission bewilligte den von der Negierung beantragten Kredit von 17 Millionen. Im Lause der Berathung erklärte der Minister des Aeußern, Die Regierung werde, falls der Conflict mit China nicht beigelegt werde, noch vor Ablauf dieses Jahres für die Unterhaltung der Truppen im ersten Semester 1885 einen Kredit von 40 Millionen beantragen. . — „TempS" erfährt, in^der nächsten Woche würden im Mmistenum de- Aeußern Verhandlungen ftattsinden, um vor der Congo-Conserenzchber die Grenze und Territorien mit Frankreich und der internationalen afrikanischen Gesellschaft im Congobecken eine Verständigung herbeizuführen und damit gewisse noch streitige Punkte zu ebnen. Oberst Steach und Arthur Stevens würden die Afrikanische Gesellschaft bei diesen Verhandlungen vertreten. New-York, 7. November. Nach den letzten, heute früh hier emge- gangenen Berichten hat Cleveland im Staate New-Dork eine Mehrzahl von 1000 Stimmen erhalten und wäre danach seine Wahl zum Präsidenten als entschieden anzusehen. Mit den vorstehenden Angaben stimmen auch die von sämmtlichen demokratischen Journalen gebrachten Berichte überein. Die „New- Aork Tribüne" bleibt indeß dabei, daß Blaine eine Mehrzahl von 1000 Stimmen erhalten habe. Lokale-. Gießen, 8. November- [GoncerL] Bezugnehmend auf unfern Bericht in der Donnerstagsnummer dieses Blattes, wollen wir es nicht unterlassen, heute nochmals auf das am Montag den 10. d. Mts. stattfindende hochinterefiante Concert ganz besonders aufmerksam zu machen- Unsere Stadt besitzt so viele musikliebende und musiktreibende Einwohner und doch finden verhältnißmäßig wenig musikalische Aufführungen statt, so daß neben den Concerten des Concert-Bereins jeder eingeschaltcne Musikabend, der etwas Gutes bietet, mit Freuden begrüßt werden müßte. Das einzige Mittel, unsere musikalischen Verhältnisse zu heben, ist das Entgegenkommen von Seiten des Publikums, damit jeder Künstler, der das Wagniß unternimmt, auf eigenes Rifico zu concertiren, neben den Lorbeeren auch den finanziellen Erfolg mitnimmt. — Der Ruf, welcher den am 10. d. Mts. Mitwirkenden vorangeht, ist ein so bewährter, daß an einer allgemein interessanten Aufführung gar nicht zu zweifeln ist- In Betreff des Programms ist eine gediegene Wahl getroffen worden. Wir finden auf demselben neben Beethoven, Mozart, Bach, Schumann, Mendelssohn, Schubert, auch Werke neuerer Meister, wie W- de Haan. Rubinstein und v- Holstein, letztere drei durch herrliche Duette für zwei Frauenstimmen vertreten. Daß die Damen Frl- Helene und Marie Hoffmann uns mit diesen Sachen m erfreuen gedenken, wissen wir ihnen besonders Dank und zweifeln auch kaum, daß die musikliebenden Leserinnen und Leser dieses Blattes durch zahlreichen Besuch des Concerts das Interesse an demselben bethätigen und den nach auswärts vielverbreiteten Ruf, Gießen sei eine kunstsinnige Stadt, rechtfertigen werden. y. Gießen, 8. November. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag sind die Hydranten-Schildchen in den Reuenbäuen, Neuenweg und Gartenstraße abgerissen worden und verschwunden. Welcher biedere Jüngling mag sich wohl hier wieder verewigt haben? — Heute Nacht veranstaltete die Schutzmannschaft eine Razzia auf obdachloses Gesindel. Eine Anzahl dieser Gattung wurde aus einem Strohhaufen an der Marburger Straße herausgezogen. Vermischtes. Darmstadt- In Hessen gibt es 2,192,014 Obstbäume, davon tn Starkenburg 814 615, tn Oberhessen 838,123 und tn Rheinhessen 539 376 Stück. Der Gesummt- werth des geernteten Obstes belief sich auf 3,281,869 jt, davon entfallen auf Starkenburg 1,234.889 JL, Oberhessen 728,731 JL und Rheinhessen 1,318,249 Jfc Mainz, 4. November. Die nun beendigte Lotterie für den Bau einer katholischen Kirche im Gartenfeld hat nach keiner Sette befriedigt. Eine erkleckliche Anzahl Loose blieb unverkauft, welche das Comtte selbst gespielt und damit, wie man hört, einen großen und eine Anzahl kleinere Gewinne erzielt hat- Trotzdem sind die Veranstalter von dem Ergebntß unbefriedigt, denn die Lotterie hat für den Ktrchenbaufonds nur einen verhältnißmäßig sehr kleinen Nettoertrag geliefert; unbefriedigt ist der Haupte debttor der Loose von seinem Geschäft und unbefriedigt ist auch die große Masse der Loose-Inhaber, welche mit leeren Händen oder ganz kleinen Gewinnen ausgegangen. Die Kosten der Lotterie waren sehr bedeutend, die Chancen unendlich gering; den wenigen großen und spärlichen kleinen Gewinnen stand etne Unmasse von Nieten gegenüber. (gtft Ztg.) Frankfurt a. M-, 7. November. Das Resultat der gestrigen Stichwahl, so schreibt man uns aus Frankfurt a- M, welches ich Ihnen bereits telegraphisch mtt- theilte, wurde mit einer Spannung erwartet, wie sie wohl noch bet keiner einzigen der vorhergehenden Wahlen zu Tag getreten ist. Obwohl das Wahlergebniß ja erst lange nach 7 Uhr Abends bekannt werden konnte, war tn den beiden Localen, in denen die Wahlcom t4s der streitenden Parteien tagten (tn der Restauration von Pfuhl auf der Zeil die Socialdemokraten und in der „Concordia" auf dem Großen Htrschgraben die Demokraten) doch schon Nachmittags kaum noch ein Plätzchen zu finden. Je weiter aber der Abend vorrückte, um so gewaltiger wuchsen auch die Menschenmassen7-dte sich vor den beiden Localen ansammelten. Tausende und Abertausende harrten von 6 Uh^ ab auf die Anfangs spärlich, dann immer zahlreicher und schneller einlaufenden Berichte aus den einzelnen Wahlbezirken, bis endlich bald nach 1/29 Uhr ziemlich gleichzeitig in beiden Lagern das Wahlresultat, der Steg Sabors (Socialdemokrat) bekannt wurde. Am tumultuösesten ging es nun natürlich auf der Zetl und den anstoßenden Straßen zu, in denen die Menge Kopf an Kopf gedrängt stand und brausende Hochrufe für Sabor erschallen ließ. In allen Wirtschaften und Cafäs herrschte das regste Treiben die ersten Extrablätter, die das genaue Wahlresulat brachten, wurden wie warme Semmeln vergriffen und es begann nun ein nochmaliges Dtscuttren der verschiedenen Wahlchancen, das bis in die späte Nacht anhielt und in seiner ganzen Ausdehnung von den meisten Hausfrauen wohl kaum gebilligt worden sein dürfte. — Zu bemerken ist noch, daß sowohl die Hauptwache als auch die Constablerwache Verstärkungen erhalten hatten und daß sich die gesammte Schutzmannschaft auf den Beinen befand. Man mochte bet einem Zusammenströmen so vieler Tausende von Menschen Ruhestörungen befürchtet haben. Glücklicher Weise verlief jedoch die ganze Agitation ohne nennenswerthe Unruhen. So viel aber kann ich als feststehend bezeichnen, daß demjenigen. der sich an diesem Abend zu Krakehl und Carambolagen aufgelegt fühlte, di- wunderbarste Gelegenheit geboten war, neben seinem Triumph Über den Steg Sabors als billige Zugabe eine gehörige Tracht Prügel Heimzutragen. o. K. Frankfurt a. M. Die Judengasse soll nun wirklich in allernächster Seit vom Erdboden verschwinden. Schon im Mat d. I. war den noch stehenden fünf- unddretßtg Häusern der Ostseite — die Westseite mußte schon Anfangs der siebziger Jahre wegen Baufälligkeit ntedergelegt werden — das Todesurthetl gesp ochen worden weil ein Haus dem Einsturz drohte und dadurch auch die Nachbarhäuser gefährdete. Aber es hielt gar zu schwer, die Bewohner zur Räumung der Wohnungen zu bewegen. Zwar die Trödler, welche in den Erdgeschossen ihr Heim aufgeschlagen hatten, veranstalteten einer nach dem andern einen „Ausverkauf" und siedelte sich dann in der Nachbarschaft an. In dm oberen Stockwerken jedoch hauste eine ziemliche Anzahl armer, meist christlicher Mtether, welche sich mit allen Mitteln gegen daS Verlassen der ihnen lieb gewordenen Räume sträubte, in denen sie Überdies, da die Stadt Etaen thümertn der Häuser ist, billiger al8 anderswo wohnten. Es kostete viele Mühe und noch mehr Geduld, bis endlich tn den ersten Tagen des Octobers die Localchronik melden konnte: Die beiden letzten Insassen der Judengasse sind ausgezogen und sitzen inmitten ihrer Habseligkeiten wie Marius auf den Trümmern Karthagos auf dem Pflaster, bis eine andere Unterkunft für sie gefunden ist. Sobald ein Haus geräumt war, erschien der Schlosser, um im Auftrage der Stadt die HauSthür mit eisernen Bändern zu verschließen. Nur einmal noch öffneten sich die verlassenen Raume und zwar vor einer Commission, welche nach geschichtlichen oder kunstgewerblichen Merk- würdtgeeiten suchte, um selbige dem Frankfurter historischen Museum einzuverleiben. Die Ausbeute war nicht allzu groß; da die Judengasse wiederholt durch Feuersbrünste zerstört wurde,, so reicht keines der Häuser Über das 18- Jahrhundert zurück. Auch architektonisch bieten sie nichts Bemerkenswerthes; mit einer einzigen Ausnahme sind sie aus Fachwerk gebaut und meist mit Schiefer bekleidet. Immerhin fand sich im Innern allerlei, was des AufbewahrenS werth schien, so das Schnttzbild des Hauses Zum Storch", das Wahrzeichen des Hauses „Zur Drumm" (Trommel), kunstreiche Schloff er, ThÜrbeschlage, geschnitzte Treppengeländer u. s. w. Auch die Gedenktafel an bem Hause Nr. 118, dem Geburtshause Ludwig Börnes, wurde in sichere Obhut ae- nommen Die Gassenmngen aber eröffneten auf die Fensterscheiben ein Bombardement mit Steinen, daß die Goffe bald autzsah wie Anno 1796 nach der Beschießung durch die Franzosen. Am 30 v. Mts. fand sodann die Verfteigeruna der ersten Hälfte der H2uler rum Zweck des Abbruchs statt wobei der Zuschlag für 2760 JL erfolgte Mit dem Abbruch wird nun unverzüglich begonnen, nur das au8 rothem Sandstein erbaute Haus, w-llches am südlichen Eingang der Judengasse steht, soll vorläufig noch sieben bleiben. Auch das Stammhaus der Familie v. Rothschild (Nr. 148) ist dem Untergänge geweiht; die Familie beabsichtigt jedoch, ba b(e Kem^ sehlschlugen, bas Haus sorgfältig nieberlegen und in bem v. Roth- r nM^ma«phn, ebCr ÄUen photographische.Aufnahme beS Hauses ist zu biesem Behufe unlängst gemacht worden. v — lEine Wahlepisode j Folgende kleine Episode spielte sich am 28. October vor e.nem Breslauer Wahllokale ab. Ein Gerichtsrath, bekannt als passionirter Jäger, Lcht, um seinen staatsbürgerlichen Pflichten an der Wahlurne nachzukommen. Sein treuer Phylax, der gewöhnt ist, seinen Herrn überallhin zu begleiten, folgt auch diesmal nach. Am Ziele angelangt, bemerkt der Herr Rath mit Schrecken seinen vierfüßige» Begleiter, denn das Mitbringen von Hunden ins Wahllokal ist verboten. Wasthun? Als der Rath hilfesuchend um sich blickt, nähert sich ein Mann und bietet ihm einen Zettel für Hafinclever an. „Ich würde ja gern Hasenclever wählen", sagte der Herr Rath, „aber wo soll der Hund bin?" Der Zettelträger erbietet sich mit Freuden, den Hund zu halttn. Als der Rath die Schwelle des Wahllokals überschreiten will, kommt ein Freund und offerlrt ihm einen Zettel für Dirtcblet. Mit Hinweis auf die Abmachung mit dem Socialdemokraten wird der Zettel abgrlehnt. Der Freund aber ce! gleichfalls, den Hund zu halten, und, beide Zettel tn der Hand, steigt der Rath die Treppe empor. Nach geschehener Wahl kehrt .er zurück, nimmt den Hund, den sowohl der Socialdemokrat als der Fortschrittler — jeder tn der Hoffnung, der Rath habe seinen Zettel in die Urne gelegt — bewacht haben, mit Dank wieder an sich und bemerkt: „Meine Herren, ich wollte keinem von Ihnen Unrecht thun, ich habe daher weder Hasenclever, noch Dirichlet. ich habe — Stöcker gewählt!" - — . 3n der „Mont. - Ztg." schreibt R- Schmidt - Cabants: „Es gibt auch in unserem civ lisirten Jahrhundert noch Leute, welche Lachtauben den HalS umdrehen, sie rupfen, auSweiden, braten unb verspeisen *--wahr ist's, 's ist Schade, nrc , „ . Und Schade, daß es wahr ist." o.n„ c mrJa%n ?,r möglich, daß dies Gericht ihrem Gaumen sogar zusagt. Mr sie ist die Jacobson sche -Lauchtaube" nicht geschrieben — dieser keck erdachte und frisch durchgeführte harmlose Schwank m:t seinen lustigen, ab und zu Übertollen, doch niemals blödsinnigen Figuren, seinen bunten und ausgelassenen, nicht immer originellen dafür aber auch nie verzerrten Situationen, seinem oft drastischen, nirgends schmutzigen Witz und seinen zündenden, von Michaelis anmuthtaen Melodien getragenen Couplets! Den lustigen Heiligen de« WallnertheaterS ertönte das klatschende Halleluja des Auditoriums nach jedem Acte, während die Lossprechung Jacobson'S in dreimaligem Hervorruf gipfelte. Theater. Eine Berliner Posse, V'ctorien Sardou's „Cy prie^nc"^nd^'„D t e^rt li ch e n eSJc ,üon ®eneb;£ tn eimr und derselben Woche - wahrlich, den Vorwurf der Einseitigkeit kann man einem solchen Reperioir nicht machen. WaS den gestrigen Abend anbelangt, so konnte die Direction sich wieder einmal banon überzeugen, welchen Erfolg ein Benedix'sches Lustspiel bei einem kunstsinnigen, durchaus nicht anspruchslosen Publikum halt- unb auch tn Zukunft haben wirb, wenn mr2non? d°s was den Namen Benedix trägt, Nicht nur en bagatelle unb als Lückenbüßer zu behandeln, sondern es mit derselben Sorgfalt und Pünktlichkeit etnauflubiren, die wir bet den Novitäten zu finden gewohnt sind. Letzteres war in Folge der durch einen Krankheitsfall nothwendigen Repertotrveränderung unmöglich; 3odIc!5en doch einen Erfolg hatten, so dürfen wir den b r Zuschauern wohl verrathen, daß das Stück nach einer einzigen Probe 5,utbc7" Abwiß keine geringe Leistung: — das möge auch für diesmal ocfun0 in bcr Handlung und einige Unregelmäßigkeiten im Dialog enb »Huldigen. i> m Die Rolle der Thusnelde - eine jener sympathischen, innigen Frauengestalten, die Benedix gerne und gut zeichnet und die aus dem modernen Lustspicl zu verschwinden 7 roru^bc, Fräulein v. Jagemann mit einer Wärme und echt deutschen Schlichtheit gespielt, die bei ihrem himmelweiten Abstand von der Keckheit ihrer Cyprienne uns so recht von der V elseitigkeit dieser Künstlerin überzeugte. Die beiden mr Q^Ang'cern' Ulrtfa und Irmgard, von denen die eine aus Verzweiflung unter die Sloufhümpfe gegangen ist, die andere dagegen trotz ihrer „Vierzig" noch an der Mannfucht in hohem Grade leidet, wurden durch die Damen Barnow und Sommer zu ergötzlichster Wirkung gebracht; Spiel und Maske trug beiden Damen wiederholten reichen Beifall ein. Der Backfisch des Fräulein Anna Eng (Ottilie) war eine recht ansprechende und gefällige Leistung; Frau Größer (Adelgunde von Halten) war, wie lauter in solchen Rollen, recht gut; ihr Zungenkampf mit den beiden „Überreifen" Mädchen wurde reich applaudirt. Von den Herren ist in erster Linie Herr Herrmann zu nennen; die Erwartung, die wir von seinem „ischummrich" hegten, wurde übertroffen durch die köstliche Komik, mit der er diese Rolle auszustatten wußte. Herr Schwarz (Barnau), spielte recht brav; neben ihm war Herr Joseph (Dr. Wismar) allzu farblos. Wrr sind nicht gewohnt, bet Herrn Halm «ls Liebhaber das Schmachten vorwalten zu sehen, doch schien er uns gestern als Dr. Offenburg von auffallender Kälte. Von den kleineren Rollen erwähnen wir Herrn Hendrich (Wetigold), der seine kleine Scene mit bekannter Virtuosität spielte. Das Publikum spendete dem Einzelnen und dem Ganzen ungetheilten'Beifall. HandeL und Veskehr. „ n t^eß en, den8. November. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfund 0.9o-1.00 Hühnereier pr. Stuck 7-8 H, Käse St. 4-9 Käsematte 2-3 Erbsen pr. Liter 20 Linsen 26 H, Tauben per Paar 0,50-0,60 X Hühner per Stuck 0.90—1.50, Hahnen pr. Stück JL 0.70—1.30, Enten per Stücks 1.40—1 70 Ganse per Pfund 36-54 a Welsche X 0.00-0-00, Ochsenfleisch per Pfund Aß“Äw“?) AEersch o6—60 H, Schweinefleisch 54—60 Hammelfleffcsi «0.—^H'. Kalbfleisch 56—60 Kartoffeln per 100 Kilo JL 3-00—4.40, Milcb per Liter 12—16 H, Zwiebeln per (Str. JL 4.00—5.00, Weißkraut pr. Stück 3—7 Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießm. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 1. November. Georg Schmidt, Sergeant tn Gießen und Wilhelmine Weitz, ledige Tochter des Tuchmachers Friedrich Weitz zu Gießen. Den 2. November. Karl Nicolay, Weißbinder in Gießen und Anna Marte Keil, ledige Tochter des verstorbenen Landwirths Georg Keil III. in RüdingShain. Den 5. November. Christian Weißbeck, Schuhmacher in Gießen und Elisabeth Kämmerer, ledige Tochter des verstorbenen Maurers Johannes Kämmerer tn Geilshausen. Den 6. November. Johann Heinrich Graf, Schuhmacher tn Gießen und Anna Katharine Kohlermann, geb. Thiedemann, Witlwe des verstorbenen Bahnarbeiters Martin Kohlermann. Getaufte. Den 2. November- Dem Schmied Heinrich Wilhelm Stiehl ein Sohn, August Christian, geboren den 11. September. Denselben. Dem Hüttenarbeiter Johannes Belloff eine Tochter, Margaretha geboren den 10- October. H * Denselben. Dem Hausburschen Wilhelm Dechert ein Sohn, Johann Wilhelm geboren den 24- September. Denselben. Ein unehelicher Sohn von hier, Robert Anton Paul Valentin Johann, geboren den 5. October. Beerdigte. H»»b "•»■"aj Mittwoch den 12. d. Mts-, Vormittags 11 Uhr, in her Bram m'schen Hofraithe zu Gießen (Neustadt 55) rocrben; 3 neue Decimalwaagcn, 2 Farbmühlen und 1 noch wenig gebrauchter Urnenofen öffentlich gegen Baar versteigert. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 8. November 1884. Engel, 7431 Gr. Gerichtsvollzieher. [frou )N«fi *' jeftttjA »' statt wö*®*6* WK»»’,W Met: Butter per Pfund -9«, Kasematte 2-3 L 50-0,60 4 Hühner per ' per Stück -* l-W-1.70, Ochsenfleisch per Und 54—60 4; Halnmelflench X 3.00-4411, ®tlt per taut pr. 6tW 3-7 * statt * d t. jenunbMH*®* °I,ßen unb z'°h-Ä K-0-M«' Torbenen w 1'0, ab «K«Ule oigduffau Ä Moeä pH jm» 8. Ropemdet, u"b„.-®le iPtmten i4t’a ***pi>i ° b«8«te!le U6b Letzteres »„ f„ iDcranberung unmöglich' itlen, so dürfen wir den nach einer einzigen Probe möge auch für diesmal Sigkeiten im Dialog eni- innigen Framngestalten, rn Lustspiel zu verschwinden 'r Mrme und eckt deutschen d von btr Keckheit ihrer ln überzeugte. Die beiden as Verzweiflung unter die r »Vierzig- noch an der 3arnow und Sommer !iden Damen wiederholten (Ottilie) war eine recht de oon Halten) war, wie bin beiden.Überreifen" nennen; die Erwartung, durch dir Wiche Komik, (Barnau), fohlte recht sardlvS. Wu find nicht oorwalien zu fisten, doch Mite. Von den kleineren : kleine Scene mit betauter anzen ungetheilien Beifall. Jeikgeöotenes. Feinsten Zwetsihenhomg empfiehlt 7320 Wilhelm Seibert, _________Marktstraße.___________ Einige Äecker mit Wiesen und 1 (Harten an der Grünbcrgerstraße sind zu verkaufen. Qtäheres Neuen Baue 21.________7427 Rosenthal’* Coreet* In allen Preislagen von 1.20 an per Stück. 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Oktober in der Wirthschast des Balthasar Hinterland,»u tilem- Lindcn (jenen Philipp Luh II daselbst ausgesprochene Beleidigung nehme tch luer- mit als Unwahrheit zurück- , '41b Joft. Friede. F-eisel zu Kletn-Ltnden- 7436 Ein auch zwei Herrett können Kost u- Logis erhalten. Sonnenstr- 13, pari. UeBsersetzun^, Wer übersetzt gegen gute Belohnung Hesiods Theogonie (1020 Verse) gut und möglichst wörtlich ins Deutsche? S th M i d t , stud. iur. 7422________________Kirchenplatz 10. F. G. F. 8 Montag: L i n d e n tz o f. Stadt-Theotev. Sonntag den 9. November 1884. Zum ersten Male: Novität! Die Novität! Posse mit Gesang in 3 Akten von Ed. Jacobson- Mtlstk von Gust. Michaelis. Das Nähere die Zettel. Dienstag den 11. November 1884. 539 S ch i l l e r f e i e r- E3I Gastspiel des Fräulein Adele Belgrad. Mit neuen Dekorationen: Kabale uud Liebe Trauerspiel von Schiller. Luise . . . Frl- Adele Belgrad a- G. Zum Schluß: Großes Tableau. Das Nähere die Zettel. . Ncdaction: A« Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 3 Blätter *M i* Soljen Dd» «mojnlit N * Un*” regierenden Vi tutete. Die Wo .ging schon mel gegangenen Wc aus dem erster leien bis jetzt ’ misen hatten, jetzt einen abv verselbe wirb Zahlen — ai und für manc Bedeutung, t Parteien, roi Wahlen erlitt Die 5 unter der rec die bevorstebc teren Umriss Reichsämtern herrscht und wllauf in SIi gegenwärtig n tungtzreichen ui Die bi •für sch ist setz EntwickelMg Rathgeber bei holt zugeschei scheu und £ Uebrigen hab König Georg „Wiederherße zeigt, wessen Die R sei auf der s gesprengt woi llmahrschrinli Knuten mexit m Den B Monarchie bil Ihm ist al6 ^»schuffes d N°lN°h sich j Wi des Kaisei «ne erneute । ^''Kchr-Be Miet H w in bei S^entire. « Nb. » I i 'Heg, wfi E minder * ; !?$ die Singt Pölich meld ®itbe durch d Miin-Eu !l» * * Ä »ei,*1«