Nr, 1S7. Mittwoch den S. Juli 1884 ießmer Anzeiger Amts- und Atlzeifteblatt für den Kreis Gießen. Burea,,! Schulstraße 7. Erscheint ichg.i» mit Aninahme d°S Montag». ZÜrch*dtVWen Politische Ueberfkchta Gießen, 8. Juli. Die Abreise des Kaisers von Ems zunächst nach Mainau ist am Sonntag erfolgt und dauerte sonach die Emser Kur, die der hohe Herr mit außerordentlichem Erfolge gebraucht hat, gerade drei Wochen. Die Fluth der zustimmenden Kundgebungen, welche dem Reichskanzler in Sachen der Postdampfer-Vorlage von allen Seiten zugegangen finb, will sich noch nicht verlausen. Erst kürzlich ist eine Zuschrift in gleichem Sinne von der Handelskammer in Freiburg im Breisgau eingelaufen, welche Fürst Bismarck gleich allen übrigen Zuschriften beantwortet hat. Das Antwort- ichrciben zeichnet sich aber vor seinen früheren Erwiderungen durch folgende Stelle in bemerkenswerther Weise aus: „Die Thatsache, daß aus allen Theilen des Reichs", heißt es in der Antwort, welche Fürst Bismarck der Freiburger Handelskammer ertheilt hat, „zahlreiche Kundgebungen gleichen Inhalts mir zugehen. bestärkt mich in der Hoffnung, daß unsere Anträge auf Unterstützung der Schifffahrt die Zustimmung des künftigen Reichstags finden werden. Die Zwischenzeit wird zur Begutachtung desselben durch den Staatsrath benutzt werden." Dieser Hinweis auf den Staatsrath ist charakteristisch, es geht hieraus hervor, daß der Wirkungskreis dieser Institution erweitert werden und namentlich die wirthschaftlichen Projecte der Reichsgesetzgebung in denselbeneinbezogen werden sollen. Es dürste dann auch der Bolkswirthschaftsrath am längsten bestanden haben. Gerade noch zur rechten Zeit haben sich die Pforten des Reichstags geschloffen, denn wäre die gegenwärtige drückende Hitze ein paar Wochen früher eingetreten, so hätte unter ihrem Einflüsse der Reichstag wohl kaum seine Arbeiten in der Weise, wie es geschehen ist, zu Ende führen können. Die Choleranachrichten aus dem Süden Frankreichs schwanken wie zu gewiffen Zeiten die Course an der Börse. Durch die Bestätigung der Touloner Epidemie als eine milde Form der astatischen Cholera hatten diese Meldungen plötzlich einen allarmirenden Charakter angenommen, nachdem sie zuvor noch ziemlich beruhigend klangen und jetzt herrscht in ihnen wiederum die optimistische Stimmung vor, namentlich da am Donnerstag in Marseille ausnahmsweise kein Cholera-Todesfall vorgekommen ist. Man wird aber doch die weiteren Berichte abwarten müffen, hauptsächlich diejenigen Dr. Koch's, welcher seit Donnerstag in Toulon weilt. Der deutsche Gelehrte hat hier 'eitens der osficiellen Persönlichkeilm wie seiner französischen Collegen die entgegenkommendste Aufnahme gesunden und darf man von diesem vereinten Wirken die ersprießlichsten Resultate erwarten. Einem weiteren Schreiben des Generalinspectors der Lazarethe in Toulon, Dr. Rochard, an den Marineminister zufolge ist die^ouloner Epidemie im Erlöschen begriffen, sie könne sich aber hinziehen, bis die^große Hitze vorüber sei, werde indeffen allmälig immer gelinder austceten. Trotzdem dürste sich aber die französische Regierung zur Hinausschiebung des Rationalsestes am 14. Juli entschließen, da sich das in Paris zusammengetretene hygienische Consultaliv-Comite für diese Maßregel ausgesprochen hat, um das Zusammenströmen großer Menschenmaffen zu vermeiden. — Unter dem Eindrücke der beruhigenden Nachrichten aus dem Süden wendet man sich in Frankreich jetzt wieder mehr der Politik zu. Weniger das endliche Zustandekommen der Verfassungsrevision — die Deputirtenkammer hat am Donnerstag den bezüglichen Regierungsentwurf mit großer Mehrheit ange- nommen — als vielmehr der ernster werdende neuerliche Conflict mit China zieht die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Nach den letzten Meldungen sind die leitenden chinesischen Staatsmänner wenig geneigt, Frankreich für die Affaire von Langsoy Genugthuung zu geben, was in den Pariser leitenden Kreisen bedeutend verstimmt hat. Nach chinesischen Berichten wären freilich die Chinesen in Langson von den Franzosen angegriffen worden, nachdem die Besatzung eine Aufforderung zur Uebergabe zurückgewiesen habe. Die Franzosen wären aber mit beträchtlichen Verlusten zurückgeschlagen worden und seien hierbei 5 französische Officiere in chinesische Gefangenschaft gerathen. Von der Londoner Conferenz ist wieder ein Lebenszeichen zu registriren. Die Finanz selbst liegt b und zwar oll bestehen: er Vorstand, s Gaswerks, esen der An- er Anzünder, >nst nölhtaen iter der Con- ltzenber. Die t, als es der selbstständig g der Stadt« Veründer- die laufende ifl der GaS- leseßung der der Stadt- ach den Beinschlag der ukation zur ppelte kauf- et monatlich des Jahres Iber die Be- Q(t ivätestens ! RechrungS- und Bilanz immlung zur leit so großes noch größeren ob besonders, rinnen. Mau unseren Fünf- mpsanger um indische Stück (W3) .. Armee-Corpsj bsamt W. ob. Bte'stetn, M Postas Oberlandes« itener. 80J.^ wird bei be samt in 6«fi . •„ gesotten, ?Ä® hülfe, 1000 -Z toWl ,’ton i t«f(I! Ljen i-ot-^Ls- ,'1-52 W ijfi '“ÄS mW ß&trb,e -utzs $$> (Z^rLvke, wahrend die „Chronik" Vorgänge auS Hessen und au« der Arbeit des dortigen Agenten Pfarrer Deggau bringt. Wir wünschen dem neuen Unternehmen, das im Grunde nur die Wiederaufnahme eines alten und die Erweiterung eines bestehenden Organs der inneren Mission ist, eine freundliche Aufnahme in wetten Kreisen. Auch der sehr billige Preis (50 Dfg. pro Semester, 60 bet der Post) und die schöne Ausstattung laden, wie wir hoffen, zu zahlreicher Bestellung ein. Sch Lffsu achr i ch t e n. Bremen, 5. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Werra Capt. I. Barre, oom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 25. Juni von Bremen und am 26. Juni von Southampton abgegangen war, ist beute 4 Uhr Morgens woblbehalten in Newyork anoekommen Sandel und Verkehr. Gießen, den 8. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 0 80—0.85, Hühnereier pr. Stück 5—6 Enteneier pr. Stück 6—0 Käse St. 4—8 4 Kasematte 2—3 Erbsen vr. Liter 22 Linsen 32 Tauben per •Baar 0 60_Ö 80 X Hübner per Stück X 0.90—1.30, Hahnen pr. Stück «X 0.65—1.00, Gnten per Stück X 1.50—2.00, Gänse per Stück JL 3.00—4 00, Welsche X 0—00, Ocksenfleisch per Pfund 68—70 X Kuh- und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 52—58Hammelfleizch 60—70 Kalbfleisch 50—54 H, Kartoffeln per 100 Kilo jtL 5.00—6.00, Milch per Liter 13—18 H, Zwiebeln per Ctr. X 15—00, Kirschen per Pfund 20-25 H. Frankfurt, 7. Juli. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer X 2074—21V4, fremd. X 1972-20* 2, Roggen eff. hies. X 16-17, fremd. X 16 bis 17, Gerste eff. hies. u- Wetterauer X 17—18, fremde X 18—19, Hafer eff. hiesiger X 1572—16Vr, fremder X 15* 2—17. — Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. X 37. Branntwein eff. ohne Faß X 42. Frankfurt, 7. Juli. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange trieben waren 340 Ochsen, ca. 30 Bullen, ca. 500 Kühe und Rinder, ca. 200 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Cual. X 70—00, 2. Dual. X 60—66, Kühe und Rinder 1. Qual. JC 65—00, 2. Dual. X 50—58, Kälber 1. Dual. X 55—60, 2. Dual. X 50—00 per 100 Pfund Schlachtgewicht. Verkäufe und Verpachtungen, Betheiligungen, Stellen-Vakanzen re. werden am sichersten durch Annoncen in zweckentsprechenden Zeitungen zur Kenntnitz der bez. Reflektanten gebracht; die einlaufenden Offerten werden den Inserenten im Original zugesandt. Nähere Auskunft ertheilt die Annoncen-Expedition von Rudolf Masse, Frankfurt a. M-, Roßmarkt Nr. 3. Vertreter In Gießen: Heinrich Wallach, Marktplatz 8. 3975 Temperatur am 8. Juli (Mittags zwischen 11 und 12 Uhr). Wasserwärme der Lahn 20° R. — Luftwarme 21° R. Rübsamev. Allgemeiner Anzeiger. Für die Gemeinde Nauborn soll eine 2. Feuerspritze ZUM Preise von 1000—1200 «X angeschafft werden. Offerten mit Zeichnung und genauer Beschreibung werden bis zum 20. d. Mts. erbeten. Schmalbach bei Wetzlar, den 7. Juli 1884. Der Bürgermeister. ___ Hoff mann.4586 Die Erd »und Maurerarbeiten zur Herstellung einer Perronein- faffung aus Bahnhof Gießen sollen an den Mindestfordernden vergeben werden. Termin 16. Juli er., Vormittags 11 Uhr. Bedingungen rc. sind zum Preise von 0,5 JL. zu beziehen. Marburg, am 3. Juli 1884. Königliche Eisenbahn - Bau - Inspektion. I. A.: 4584 _____________Widekind.____________ Donnerstag den 10. Juli, Morgens 9 Uhr, sollen in der Wohnung des JohS. Feller I. sämmtliche Oekonomie - Geräth- schaften, sämmtliches Metzgerei- Geschirr, zwei große Keltern und Aepfelmühle, mehrere Waagen, die männlichen Kleidungsstücke, eine Parthie Stroh und Mist, sowie sämmtliche Mobilien gegen Baarzahlung versteigert werden. Groß-Linden, den 7. Juli 1884. Großh. Ortsgericht Groß-Linden. I. V.: 4580 Menges, Ortsgerichtsmann. Aeitzeöotenes. Schönes Kornstroh § zu verkaufen. D. Rühl Wwe. la Iimb. MmKäse empfiehlt sehr billig 4516 II. F. Nassauer, la Butter bei Abnahme von 3 Pfund ü 73 Pfg. empfiehlt 4547 _ W. Th. Wittlich. Eine Ulmer Dogge (Hund), stahlblau, 1% Jahr alt, schön gebaut, Schulterhöhe 0,75 m, Länge 1,15 m, ist preiswürdig zu verkaufen. Von wem?• sagt die Expedition dieses Blattes.___________________4581 ia Marmelade aus Südfrüchten zubereitet, empfiehlt 4513 H. F Nassauer. Mittwoch den 9. Juli l. I., Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Laden der Fr. Fürst Wwe., Neustadt eine Parthie Schultafeln, schwedisch Feuerzeug, Kisten von Doppelvielen, Wein- unv Mineralwafserftaschen, 4 alte Fenster, 1 Stubenthüre, 1 Bettlade mit Sprungfedermatratze, 1 Nachttischchen, 1 Kommode, mehrere Einmachfafser re. gegen Baarzahlung versteigert. 4572 Hoffmann, Ortsgerichtsmann. Der Ausverkauf meines Waarenlagers dauert nur noch bis Samstag den 12 Juki. Carl lleuzerotli. IIEimcu Litt Mannheim. Specialfabrik für Dreschmaschinen für Hand-, Göpel- und Dampf-Betrieb. Göpel für 1 bis 4 Pferde. Locomobilen von il/2 bis 10 Pferdekräften. Futter- schneidmaschinen verschiedenste Sorten, worunter neueste Patent-Maschine. 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M. Loeser Wwe. lieber di lautet mch immt Äiifmgen unb bi werbe sich in die es, mann Wrst unb, ba er es vi Dunkel zu Hullen -die Kunde von b Die Wa wählen beginnt läufig noch in z« lagen wirb die C N für die ein Anlehnnngspunkti Die Erni V durch benSer * ihren offi. «SS {"“"Mr an ®*8ton, $et tlne positiven; ÄS' sS Nes ÄfoJ JJ« Hatte«6 Sä Ä ’S* 4592 Ein junges anständiges Mädchen sucht Beschäftigung in einem Geschäft, gl. viel welcher Branche. Näheres zu erfragen bei der Exped. d. Bl. 4593 Zwei tüchtige Glaser-Gesellen können für sofort oder in vierzehn Tagen dauernde Wintcrarbeit erhalten. Reise vergütet. Louis Meiselbach, Glasermeister in Siegen, Westphalen. I Nützlichste Zeitung! Wer sich die franz., engl. od. Bag ital. 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Die Directlon. 4590 Gesucht ein braves Mädchen, welches mit Kindern umzugehen versteht und sich auch leichteren Hausarbeiten unterzieht. Schillerstraße 13. 4588 Ein jüngeres braves Mädchen zu einem Kinde gesucht. Näheres in der Exped. b. Bl. Nachdem mir zu Ohren gekommen, daß Jemand hier DomiciJe welcher mit Thurmuhren umgehen können will, so bitte ich dasselbe mit Bezug auf meine kürzliche Annonce doch das Reinigen der betr. Uhr gegen die ausgesetzte Vergütung vorzunehmen, Sollte sich in einigen Tagen Nimand melden, dann muß ich die Arbeit selbst vornehmen und mir die Hände schmutzig machen, Gießen den 8. Juli 1884 4591 H. Krug. 4574 Ein tüchtiger Pferdeknecht für Oeconomie gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. 4575 Einen Lehrling sucht Ehr. Wallenfels. Hiermit zeige ich an, daß ich dem Herrn Jean Boeck in Giessen bic Verwaltung meiner in hiesiger Gemarkung gelegenen Grundstücke, sowie die Erhebung der davon entfallenden Pacht- und anderer Gelder übertragen habe. Gießen, den J. Juli 1884- Frau Emma Spruök. 4569 Zwei im Rcchnungssach geübte Scribente» können an der Bahnverwallung in Salo- rmf einem Anfangsgehalt von jährlich 1610 A Anstellung erhalten. Nähere Auskunft ertheilt Ehr. Schäfer, Grünberg. 4585 . Für ein lebhaftes Manufactur- ' Gesche ivird ein gewandtes A^^k^^esucht. Offerten nimmt die Exped Bl.^entgegm. 4582 Einige brave Kindermädchen empf. Frau Hüttenberger, Westanl. 15»