8L. Dienstag den 8. April L8ZÄ ZG MG all ^Hby ^G 'xtef; W M MW o i J MGMU DIU Ire | 1 2 17 WKW 17 S UHW W or 111, U^UU Bl Hl t L F HT Cvoi M vtak , oM |w väa , >CTBu7 N-MG< JÄtijk. KQL/ / Mß 'L>v- L-J-v Wjjte/Kyl MS^L r JF T v7 ZW^ r^r V y Amts- und Anzeigcklutt für den Kreis Gießen. Erscheint tägliH mit Ausnahme des. Montag-. Bwrtaut Schulstraße 7. RflHRKHQSMG^aft KRD5 «W Deutschland. Berlin, 5. April. Se. Majestät der Kaiser brachte heute mehrere Stunden außerhalb des Beltes zu und empfing den Hofmarschall Grasen Pervoncher. — Drr „Meichs-Anz." enthält folgendes Bulletin: Se. Majestät der Kaiser brachte gestern Nachmittag mehrere ©tunbeii außer Bett zu; die vor- handenen Unterleibsbeschmerden haben sich vermindert, sind aber noch nicht voll- ständig beseitigt. . , — Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt gegenüber emer in der „Germama" enthaltenen römischen Correspondenz über eine Unterredung des Botschasters v. Keudell mit dem Ministerpräsidenten de Pretis in Betreff der Lösung der italienischen Ministerkrisis, wobei de Pretis sein Mißfallen über die Haltung Oesterreichs ausgedrückt haben soll, daß an der ganzen Nachricht nicht ein wahres Wort sei; der Botschafter v. Keudell habe den Ministerpräsident de Pretis seit Februar nicht gesehen. — Der „Reichs-Anz." enthält folgende Aeußerung: Bei dein in der Sitzung des Bundesraths am 5. d. Mts. stattgehabten Meinungsaustausch über die Parteibestrebungen bezüglich eines verantwortlichen Neichsministeriums, sprach sich die preußische Regierung gegen jeden derartigen Gedanken aus, weil er nicht zu verwirklichen fei, ohne die vertragsmäßigen Rechte der Reichsglieder und das Vertrauen aus die Sicherheit der Bundesverträge zu schädigen, dann aber auch, weil er eines der Mittel bilde, wodurch der Schwerpunkt der Reichsregierung in die wechselnden Majoritäten des Reichstages hinübergeleitet werden solle, und weil diese Ueberleitung, wenn sie gelänge, die Wiederauflösung der deutschen Einheit zur Folge haben würde. Der bayerische Bundesbevollmächtigte erklärte, mit der Aeußerung Preußens in vollkommenem Einverständniß und bereit zu sein, sich jeder Form anzuschließen, in welcher dieses Einver- ständniß ausgedrückt werden solle. Nachdem die Uebereinsiimmung sämmtlicher Regierungen constatirt war, einigte man sich, dies durch Anschluß an die preußische Erklärung kundzugeben. (Siehe nachstehenden Wortlaut.) Berlin- 5. April. Der „Reichsanzekger" meldet: In der unter dem Vorsitze des Staattzmuttsters v. Bötticher am 5. April abgehaltenen Plenarsitzung des BundeS- raths wurde in den Meinungsaustausch über die Erklärungen Sachsens und Württem' bergs, betreffend die PartUbesirebungen zur Errichtung eines verantwortlichen Reichs- Ministeriums etngetreten. Namens der königlich preußischen Regierung wurde hierbei nachstehende Aeußrrung abgegeben: Indem die königlich preußische Regierung auf den von der königlich sächsischen unter dem Datum des 24. v. M. angeregten Meinungsaustausch cinlriU, therlt sie den prtncipiellen Standpunkt der königlich sächsischen Regierung dahin, daß e8 sich empfiehlt, keinen Zweifel darüber auskommen zu lassen, daß die verbündeten Regierungen ohne Ausnahme entschlossen sind, die Vertrage, auf welchen unsere Reichsinstitutionen beruhen, tn unverbrüchlicher Treue aufrecht zu erhalten und sie in dem Geiste zu handhaben, in welchem sie nach befi Worten der Reichßverfassung -um Schutze des innerhalb des Bundesgebiets gültigen Rechts geschlossen sind. Jede Verminderung der Zuversicht, mit welcher die verbündeten Regierungen auf die Festtg- feft der unter ihnen geschlossenen Verträge bauen, würde Zweifel über die Zuverläsfig- fett der Verträge herbeiführen, auf denen der Bund der deutschen Staaten beruht. Wenn solcher Zweifel auch unter friedlichen Verhältnissen vielleicht keine für Jedermann erkennbare Gefahren im Gefolge haben, so würde doch in Zeilen politischer Krisen j-de Abschwächung des Vertrauens auf die Sicherheit der Bunvesorrträge von bedenklicher Wirkung sein können. Je mehr die Regierung Sr. Majestät deS Königs sich bewußt ist, unter schweren Kämpfen und Gefahren erfolgreich dafür eingetreten zu sein, daß dem deutschen Volke das für seine nationale Geltung erforderliche Maß von Einheit gewonnen wurde, um so sorgfältiger ist sie darauf bedacht, zu verhüten, daß dieser Gewinn durch politische Mißgriffe wieder in Frage gestellt werde. Einen solchen Mißgriff würde sie tn jeder Ueberschrellung der Bedürfnißgrenze tn unttartscher Richtung erblicken. Die Einrichtung verantwortlicher Ministerien im deutschen Reich ist nicht anders möglich, als auf Kosten der Summe von vertragsmäßigen Rechten, welche die verbündeten Regierungen gegenwärtig tm Bundesrath üben. D!e wesentlichsten Re- Prei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Dringerlohrü. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. Arankreich. Paris, 5. April. In Denain wurden 10 von den Sinkenden verhaftet, welche die nicht strikenden Arbeiter an der Arbeit zu verhindern suchten. Zum Schutze der Gruben von Anzin werden Truppen erwartet. — Im Kohlenrevier Anzin wurden drei strikende Arbeiter und eine Frau verhaftet, welche gestern den Händen der Gensd'armerie einen Arrestanten entrissen hatten. Die Escorte-Mannschasten wurden von den strikenden Männern und Frauen umringt, mit Steinen und Koth beworfen, bewahrten aber eine I anerkennenswerthe Ruhe. Der „Temps" hebt den Ernst des Vorganges her- 1 vor und sagt, daß die Strikenden, welche bisher eine gesetzliche Haltung veov- aierungsrechte der Bundesstaate« würden von einem Reichs - Ministerium absorbirr werden dessen Tbätiakeit durch die Art der ihm auferlegten Verantwortlichkeit dem maßgebenden Einflüsse der jedeSmal'gcn Majorität des Reichstags unterliegen müßte. Man wird nicht fehl gehen, rotnn man in der von der neuen fortschrittlichen Partei erstrebten Einrichtung eines solchen Ministeriums iut Unterroerfung bev Reaterungsgewslt tm Reiche unter die Mehrheitsbeschlüsse des ReichStagS erblickt. Die kömslich preußische Reg'erung wü'de in einer derartigen Verschiebung deS Schwer- punruS der Regirmngtzg'walt eine große Gefahr für dl« Dauer der neugeborenen Einheit Deuffchlands erblicken. Selbst wenn es gelange feste Majoritäten auS den heute im Reichstage vorhandenen Parteien zu bilden, würde die königliche Regierung doch die Herstellung eines parlamentarischen Reg ments für eine sichere Einleitung zum Verfall und zur W'ederauflösung des deutschen Reiches halten. Die Regierung eines großen Volkes durch die Mehrheit einer gewählten Versammlung tft untrennbar von all' den Schäden und Gefahren, an welchen ein jedes Wahlreich nach den Erfahrungen die Geschichte zu Grunde geht. Die Regierungswahl, qeüdt von Parlamenten, welche aus allgemeinen Wahlen hervorgehen, unterliegt derselben Gefahr, die Bedürfnisse deS Landes dem Bedürfnisse des Gewähltwerdens unterzuordnen, durch welche bisher jedes Wahlreich seinem Verfall und seinem Untergang entgegengeführt worden ist. Der Gedanke an die Errichtung «ines verantwortlichen ReichS-M-nsiienumS, wie eS nicht blos in Gestalt eines Programms, sondern in dcn Verhandlungen des Reichstags ton den Jahren 1869 und 1878 zu Tage getreten ist, ist deßhalb noch Uederzeugung der königlichen Regierung überall da, wo er tm Reichstag und bei den Wahlen geltend gemocht wird, im Interesse dis Reichs, seiner Verfassung und der Sicherheit seines Fortbestandes zu bekämpfen, einmal, weil er sich nicht verwirklichen läßt, ohne die vertragsmäßigen Rechte der Rrichsglteder und das Vertrauen auf die Sicherheit dn Bundesvrrträge zu schädigen, dann aber auch, weil er emS von den Dritteln bildet, durch welche der Schwerpunkt der Reichsregierung in die wechselnden Majoritäten des Reichstags hinübergeleitet werden soll und weil diese Ueberleitung, wenn sie gelänge, die Wiederauflösung der deutschen Einhtit nach der Ueberzeugur.g der Regierung tm ^Nachdem durch die weiter von den Bevollmächtigten abgegebenen Aeußerungen die Ueberetnsttmmung sämmtlicher Regrerungent d SaLe^ sich dahin, diese Uebereinsiimmung durch den Anschluß an die königlich preußische Erklärung kundzugeben. Der Antrag Bremens, betreffend den An'chluß Bremens an da? deutsche Zollgebiet, wurde den zuständigen Ausschüsse zur Vorberathung überwiesen. Sch teßltch schritt die Versammlung zur Besetzung von mehreren bet den D.sc plinarkammern et* ledigten Stellen. „ filI , . . Wie uns mitgetheilt wird, hat der Königlich bayrrtsche Bevollmächtigte in der heute abgehsltenen Plenarsitzung des BundetzrathS bei Mtmmuv- zu dn von der preußischen Reaieruna abgegebenen Erklärung, betr. die Parteibestrebungen zur Errichtung einetz verantwortlichen Reichs-Ministeriums sich wie folgt geäußertDekönig- lich bayerische Regierung befinde sich mit der Aeußerung der^königlich preußischen Regierung tn vollkommenem Einverständnisse und er fet in der Lage, sich jeder Form anzuschließen, tn welche dieses Einverständniß zum Ausdruck gebracht werden wolle. Die königlich bayerisch- Regierung sei zu thättger Mitwirkung an ^r Wicklung auf föderativer Grundlage lederzett bereit, eine Fortbildung der Reichsverhält- ntsfe in unitarischer Richtung aber werde sie stetS mit Nachdruck bekämpfen. Aus bJfcm @rUnb! st-b- st- b-m Gebanken b-r Errichtung eintg «„rantwortUchm Reichs. MiniftertumS burchouS ablehnrnb gegenüber unb zwar sowohl Mit Rücksicht aus bte Stellung blS Bunbesraths unb bte burch bie Mrunbv-rtrSg- gewahrl-tft-t.n Rechte her Etn,«Maaten, a!S auch mit Rücksicht aus bte zukünsttge Entwicklung und ben gesicherten Fortbestand deS Reiches. Betreffend • Die Vertilgung der Eichhörnchen und Häher in den Gemeindewaldungen. Bekanntmachung. Da fidi nacki Mittbeiluna der Forstbehörde die Häher und Eichhörnchen in einer Weise vermehrt haben, daß sie erheblichen Schaden aurichten, tndein namentlich^Buchel- und Eichelsaaten fernerhin kaum mehr ausführbar erscheinen, werden sämmtlich- Pächter von Gememdesagden des Kreises Gießen, in deren »ertrügen sich sKende^od» eine ZEch°° Beugung findet, Landeskultur für nothig uud^die Ausübung der Jagd von Seiten der Pächter nicht ausreichend findet, weitere Anordnung zur Verminderung schädlicher Thieie zu treffen rc. . hiermit aufgefordert, in ihren Jagdbezirken die Eichhörnchen und Eichelhäher längstens bis zum 15 October dieses Jahres angemessen zu vermindern, wtdrrgen- falls (bei uuqenüqendem Vollzüge) die Forstwarte mit dem Abschüsse dieser Thiere beauftragt werden. Gießen, den 4. April 1884. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekrnann. ____ _ _____________ --Betreffend: ------------------- Gießen, den 4. April 1884. Das Großherzogliche zkreisamt Gießen an die GrotzhckL-roglichen Bürftermeistereien des Kreises. Wir beauftragen Sie, jedem Pächter einer Gemeindejagd und weiteren Theilnehmer, welche das Pachtprotokoll unterschrieben haben, vorausgesetzt, daß sich in letzterem die oben angegebene Bedingung findet, einen der Ihnen demnächst zukommenden besonderen Abdrucke der vorstehenden Bekanntmachung zuzu- stellen und Bescheinigung hierüber zu Ihren Akten zu nehmen. Der Vollzug ist binnen 4 Wochen anzuzergen. ... . r>öuöF»On Falle die Zahl der Ihnen zugesandten Abdrücke nicht ausreicht, können Sie Ihren wetteren Bedarf von unserer Regtsiratur begtehen. vr. Boekrnann. achteten, jetzt die Wiederaufnahme der Arbeit zu hindern suchten. „TempS" giebt eine Darstellung der Gewaltthätigkeiten gegen die Gensd'armen und Soldaten, welche von ihren Officieren kaum zu halten gewesen wären. Er constatirt, daß die Bewegung durch socialistische Hetzer verursacht worden sei, denen es darauf ankomme, die Anstrengungen, welche im Interesse der Menschlichkeit von der Republik zur Beilegung des Strikes gemacht wurden, zu vereiteln. — In Cochinchina sind einige Cholerafälle vorgekommen. England. London, 5. April. Die Beisetzungs-Feierlichkeit der Leiche des Herzogs v. Albany in Windsor begann heute Vormittag um 11 Uhr. Der Sarg wurde in Procession von der Prinz-Albert-Kapelle nach der St.-Georgs-Kapelle durch Mannschaften des schottischen Regiments, dessen Oberst der Verstorbene war, getragen. Demselben folgte der Prinz von Wales, dem zur Seite der Kronprinz des deutschen Reichs und der Großherzog von Hessen gingen, während der Großherzog von Mecklenburg - Strelitz, die Prinzen Ludwig von Battenberg, Eduard von Sachsen-Weimar, Philipp von Sachsen-Coburg, Fürst Waldeck, die Specialgesandten der fremden Souveraine und andere hohe Würdenträger folgten. Die Königin, umgeben von den Prinzessinnen, der Großherzogin von Mecklen- burg-Strelitz und der Prinzessin Friederike von Hannover, sowie des diplomatischen Corps, den Ministern und hochgestellten Geistlichen und politische Rotabili- täten erwarteten den Leichenzug in der Georgs-Kapelle. Sobald der Leichenzug hier angelangt war, sand die Leichenfeier statt, worauf der Sarg in die lönig- liche Gruft hinabgesenkt wurde. Halifax, 5. April. Nach weiteren Nachrichten hatte der Dampfer „Daniel Steinmann" 90 Passagiere und 34 Mann Besatzung an Bord. Von diesen sintu nur der Kapitän und 4 Personen gerettet worden- Spanien. Madrid , 5. April. Die Polizei entdeckte bei einem hiesigen Sattler (Republikaner) eine Niederlage geladener Bomben und Waffen, welche seit zwei Jahren vergraben und schon ganz verrostet waren. Die Negierungspresse hebt die Sache nur als einen Beweis mangelnder Wachsamkeit der früheren Negierung hervor, ohne derselben sonst irgendwelche Bedeutung beizulegen. — Die Wahlbewegung scheint eine sehr aufgeregte zu werden. Das Wahlmanifest Lopez Domenguez' ist sehr in monarchischem, ziemlich conservativem Sinne, das Wahl- manifest Linares Rivas in radikalerem Sinne gehalten. Rumänien. Bukarest, 5. April. Seit 6 Uhr brennt das Universitäts-Gebäude, wo auch die Museen und der Senat sich befinden. — Der Brand wurde Mittags localisirt. Die Pinakothek, die Malerschule, die Herbarien sind total vernichtet, die numismatischen und naturhistorischen Sammlungen stark beschädigt; die Bibliothek und Akten der Akademie und des Senatbureaus sind gerettet, aber stark beschädigt, die Akten und die Biblio- thek der Geographischen Gesellschaft sind vollständig verloren. Dec König und sämmtliche Minister waren auf der Brandstätte anwesend. Der Minister Sturdza und der Gesandte John Ghika halfen persönlich die Dokumente retten. Das Feuer entstand Morgens früh halb 4 Uhr durch einen Effenbrand. Die Feuerwehr arbeitete aufopferungsvoll. Mehrere Soldaten wurden schwer verletzt; der Wassermangel war sehr groß, daher die bedeutende Ausdehnung des Brandes. Das Gebäude war versichert. Telegraphische Depeschen. Wolff'S LeLege. Caerespoudrur-Guvsau. München, 6. April. Der Frhr. v. Cramer-Klett, Mitglied der Kammer der Reicbsräthe, ist gestorben. Lübeck, 6. April. Der Dichter Emanuel v. Geibel ist heute früh gestorben. Stockholm, 6. April. Die in einigen schwedischen Zeitungen erwähnten Gerüchte, wonach die norwegische Regierung durch Gesandte der vereinigten Reiche an gewisse auswärtige Regierungen die Anfrage gerichtet hätte, ob sie in Äem norwegischen Conflicte eventuell aus eine Unterstützung Seitens dieser Negierungen rechnen könne und wonach Letztere diese Fragen beantwortet hätten, werden officiell als vollständig grundlos bezeichnet. , Wien, 6. April. Die „Wiener Ztg." veröffentlicht die Eisenbahn-Con- ventwn mit dec Türkei, Serbien und Bulgarien. Brüssel, 6. April. Se. K. K. Hoheit der Kronvrinz ist auf der Rückreise von London heute Nachmittag kurz nach 1 Uhr von Antwerpen hier eingetroffen und vom König und vom Grasen von Flandern am Bahnhofe empfangen und nach dem königlichen Palais geleitet worden. Die Weiterreise Sr. K. K. Hoheit nach Berlin erfolgt mit dem heute Abend 11 Uhr 10 Min. Don hier abgehenden Zuge. Petersburg, 6. April. Die deutsche „St. Petersb. Ztg." erfährt, daß bei dem Ministerium der Wege und Verkehrsanstalten eine Special-Com- msssion eingesetzt worden sei, behufs Ausarbeitung von Vorschlägen zur Vermeidung von Deficits in den Bilanzen der von der Regierung garantirten Eisenbahnen. — Der „Gatzuk'schen Zeitung" in Moskau ist wegen der von derselben an den Tag gelegten schädlichen Richtung auf Grund des Preßgesetzes durch Con- seilbeschluß der Ober-Preßverwaltung die erste Verwarnung ertheilt worden. — Dem Journal „Sowremennya Jswestija" ist der Einzelverkauf wie- Derum gestattet worden. 6. April. Der Conseilpräsident Nubar Pascha hat, weil es rhm nicht möglich sei,, mit dem Generalsecretär Clifford Lloyd Hand in Hand M arbeiten, dem Khedive heute seine Entlassung eingereicht. Der Khedive hat btefelbe mdesien nicht angenommen. Nubar Pascha hatte sich auch zu dem General-Consul Baring begeben, um demselben seinen Demissions-Entschluß mttzuthellen. p Newyork, 6. April. Von den bei dem Schiffbruch des „Daniel Steinmann" Krß fetnc eln^0e an die Küste getrieben worden. Die Ma a behaupten, ks fet so Helles Welter gewesen, daß man den ?p?M?ihf'nhPr ctJnten' sehen können, der Capilän des Schiffes verbleibt aber dabei, daß es neblig gewesen sei und daß die Lärmvfette iur Wnrrmnn “Ä 6!,atIe§ a3onloui§' drei aus Am- — Nach Meldungen aus Cuba ist ein jüngst unter Aguero von Key West nach Cuba abgegangener Freischaarentrupp am 1. dS. in Cuba gelandet und wird von des spanischen Truppen verfolgt. “ ,-77. Ueder den Schiffbruch des Dampfers „Daniel Sttinmann" werden folgende Etn-elheiten bekannt: Das Sch'ff stieß um 10 Uhr AbcndS etwa 300 Meter von dem Leuchtthurm von ©ambro während eines heftigen Sturmes und bet dichtem Nebel auf den Felsen, eS wurde Contredampf gegeben, daS Schiff Um los, stieß aber alsbald nochmal« auf. Der Dampfer erlitt einen sehr bedeutenden Bruch im Schsffsboden und sank unter. Ein Boot mit 5 Mann der Besatzung und 2 Passagieren landete kurz vor Mitternacht auf ©ambro. Bet Anbruch des Tages rouroe ber Capitäa und 1 Passagier au« den Masten gerettet, wo ste sich die ganze Nacht hindurch festgehalten hatten. w ' ' Lokales. Gießen, 7. April. Das prachtvolle Wetter am gestrigen Sonntage lockte Alt und Jung umau8 tn Gottes freie Natur zum Genuß der milden Frühlingsluft. Die umliegenden Vergnügungsorte: Gleiberg, Schiffenberg. Forstgarten, Philosophenwald rc. waren von Gasten erfüllt, als lebten wir schon um Pfingsten herum und nicht erst zu Anfang Avril, ßetber fonnte der frohe Sonntag nicht ohne eine arge Rohheit verfließen. El ne ekle Messerstecherei bildete das Finale. Gegen 11 Uhr gestern Abend wurde bet einem Disput und vorheriger Holzeret tn der Bahnhofstraße an der Löwen- gaffe ein Metzgerbursche von einem Collegen mittelst dreier Stiche tn die rechte und Unke Schulter, sowie in die Brust unterhalb deS HerzeS recht schwer und lebensgefährlich verwundet. Der Gestochene wurde sofort in die Klinik, der verdächtige Messerheld la Untersuchungshaft abgeführt. u y Vermischtes. ^??a{nb 4‘ Avril- Zur Beseitigung des Mauerwerks am Fuße der Citadelle Vornahme der Bauarbeiten der zukünftigen Haltestelle rc. am Neuthor werden täglich mehrmals Sprengungen vorgenommen. Gestern Nachmittag sollten nun ebenfalls wieder Sprengungen oorgenommen werden, als durch eine der ©prengminen wabr- schelnlich durch Ueberladung die Steine weithin geschleudert wurden. An dem Haufe des Herrn Krauße wurde von einem ©lein, welcher ö‘/2 Pfund wog, das Dach entzwei geschlagen und flog ber^Ibe tn den Speicher, wo er unter den aufgespeichAten ^n- stallattons-Gegenfiänden eine arge Verwüstung anrichtete und für ca. 60 Glas- waaren Auch an einem der Mil tärgebäude schlug ein Stein durch ein Fenster in eine Kücke. Es ist als ein wahres Glück zu bezeichnen, daß durch die 5^Oßtan Steine kein Unglück an Menschenleben entstanden ist, denn die Steine durchflogen Ihre Bahn mit furchtbarer Gewalt. . „ Wiesbaden, 4 April. sXV. MittelrheintscheS Turnfest 1 Auf den Antraa des SeschSftSführenden Ausschusses beschloß der Centralausschuß in seiner gestrigen ® ^0? Turnfest ''Unter den Eichen" abzuhalten, da die turnerischen und anbet; Bedenken nicht bedeutend genug erschienen, um gegen den allgemeinen Wunsch mH Sfv !nkbtc Waagschale zu fallen. Dte nöthtgen Verhandlungen » ^?o^bebörde und dem Gemetnderath werden in den nächsten Tagen zu dem gewünschten Ziele! führen und wir scheu dann einem Feste entgegen, welches ein aQa erffinenni§mh-h fM6ÄhrU ^spricht und doch zugleich ganz und voll den Zweck erfüllen wird, die edle Turnkunst zu hrben und zu fördern. ° ernnt Karlsruhe, 4. April. Heute früh wurden an der Bahnstrecke Götzinaen- Wilferdtngen zwei Bomben gefunden. Man hielt dieselben erst für Dynansttbomben ^^-Mmmt. einen Zug in die Luft zu sprengen. Nach den Ergebnissen der heute Nachmittag vorgenommencn Untersuchung sind die beiden Bomben tndeß mit Sprena- vulver und gehacktem Blei gefüllt und m-t einer Vorrichtung zum Entzünde/durch Auswerfen verseh^r. Dieselben sind beide verrostet, liegen offenbar schon seit einiger Zeit neben der Bahn und können nach ihrer Beschaffenheit, insbesondere nach th?er Sprengwirkung nicht zu einem Attentate gegen dte Bahn bestimmt gewesen sein. Dte die beiden Bomben von den Genossen des in Pforzheim verhafteten Mitschuldigen an dem Stuttgarter Attentat auf der Weiterfahrt weggeworfen tmUt@e"än7nl8CentietbtUr ber felnen Schwager Swlrth erstochen halt?, hat sich Handel und BerEedr. zn r. c5, Aprll- (FruchtpreiseO Weizen JL. 19.10, Korn v4L 17.20 gerftc 16 10 Hafer 17.60, Erbsen .AV 18.80, Linsen JÄ OO.ÖO, Lein JL 00.00' Samen JL 30.00, Kartoffeln JL 3.80, Wicken 19.20. Qnnr%n7ßfU^5r* -belIL. Mutigen Markt kostete der Rentner Heu 1^^0-00—3.70, Stroh 2.80—3.1 o, Erer das Hundert 450—5.70, Butter Oualttat «X 1.20, 2. Qualität J-L 1.30, Kartoffelir per Centner JL 2.00—0 00 Kohlrabi d -6 4 per Stuck, Erbsen 100Kgr. 20-27 Jt, Notbkraut per St. 20—25 X ar^eri 0--0, Hnlm 1 50—2.20, 1 Ente 3.00—4.00, 1 Taube 60—70 X Habn JL. 1./0—2.00, Gans «AL 0—0.00, Welsche «AL 7—12.— J-Ieber Höhe der Kosten, welche die Elnrückeng einer Anzeige In eine eder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemaln ent.täoeeht sehen, wenn ojaa von der Annoncen - Expedition von MAASEÄSTE1Ä tti. JIM* »«*»* 'M SS’* OherheMe Eisenbahnen. Mit dem heutigen Tage tritt der Nachtrag L zum Gütertarif Elberfeld-Ober- hesseu und der Nachtrag I. zum Ausnahmetarif für die Beförderung von Steinkohlen 2C. von Stationen der Eisenbahn- Dircctionsbezirke Köln (links- und rechts- rheinisch) und Elberfeld rc. nach diesseitigen Stationen in Kraft. lieber den Inhalt dieser Nachträge cr- theilen die letzteren Auskunft. 2494 Gießen, den 1- April 1884. Großherzogliche Direktion. Bekanntmachung. VeLr.: Den Eintrag des Sparund Vorschußvereins zu Alt-Buseck in das Ge- nossenschasts-Registcr. Zum Genossenschafts -9legister des unterzeichneten Amtsgerichts ist heute eingetragen worden, daß an Stelle der ausgetretenen Vorstands - Mitglieder Wilhelm Muller V. und Wilhelm Seuling die Genossenschafter Justus Ginhäuser uno Kasper Vogel V. von Alt-Buseck in den Vorstand gewählt und eingetreten sind. Gießen, den 27. März 1884. Gr. Amtsgericht Gießen. __________Müller. 2492 Bekanntmachung. Die Holzversteigerung vom 2/3. April d. I. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 15. d. Mts. an auf Großh. Rentamt Gießen in Em- sang genommen werden. Holzüberweisung und erster Abfuhrtag 16. April. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. I. V. Walther.___2498 Holzverfteigerung im AUendorfer jStabtroalir. Mittwoch den 9. April l. I., Vormittags präcis 9 Uhr anfangend, sollen in den Districten Kalkberg und Äringclsbach versteigert werden: 1. Bau-, Werk- und Nutzholz. 121 Eichen-Stämrne mit 84,09 Fm., 9 Buchen- „ „ 7,00 „ 28 Nadel- „ „ 7,16 „ 204 Nadel-Derbstangen m. 10,45 Fm. II. Brennholz. 269 Rm. Vuchen-Scheitholz, 38 „ Eichen- „ 214 „ Buchen-Knüppelholz, 21 „ Eichen- 20 „ Nadel- 1750 Wellen Eichen-Neisholz, .3050 „ Nadel- „ 191 Rm. Buchen-Stockholz, 33 „ Eichen- „ Zusammenkunft auf der s. g. Viehweide. Allendorf a/Lda., am 4. April 1884. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a/Lda. Bieber. 2493 Aeikgeöolenes. 2495 Ca. 10 bis 12 Mesten reine Buchenholzafche zu verkaufen im ________________Hastl okal, Sand gas se 18. Frischen Hecht, „ Cabliau, „ Schellfisch, „ Bachforellen, lebende Karpfen, 2500 frische Bratbnckmge, per Stück & heute und Donnerstag frisch bei 0. ti. Kleiuhenn. Kleesamen Sirt reiu-cm" 2510 I, Retter, Neustadt. Kllgemsiner Anzeiger. Bekanntmachung. Das Hebregister der directen Steuern für das Jahr 1884/85 liegt auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde zur Einsicht der Betheiligten acht Tage lang offen. Gießen, den 7. April 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 2522 A. Bramm._____ Tapeten. Mein Lager ist durch den Empfang neuer Muster und Borden auf's Reichhaltigste ausgestattet. Gleichzeitig bringe Bestellungen nach den feinsten Musterkarten in jedem Genre zu Fabrikpreisen innerhalb 3 Tagen zur Ausführung. Georg Schultheis, 2511 Marktstr aste 3. ao o r :O fcß .s »—< a> S D CD .s *5 Z 0 9 (V O _ öb in schwarz la. Qualität per Mtr. JL 6.—V ►'VS. 70 Ctm. breit / V* \ JL. 10.- / 3 SS -< -H & Doctor Boerhave”® berühmtes Mageuelixir enipfehlen Gmil Fifckbach, C. G. Kleinhenn, H. Lind, Gg. Wilh. Weidig. Prospecte daselbst gratis. 2497 Aic Flaschenbier-Handlung von Gs.rl Ä^Oeser, AliceustraEäse 20, empfiehlt Gxportbier, hellfarbig..........per Flasche 23 do. dunkelfarbig, nach bayerischer Bramnethode „ „ 23 „ Lagerbier, hellfarbig............ „ 18 „ aus dm BäL Mel»«»«. M-s giwmMB»»ee Dar Be war, ist den llr Nachrichten von haben. Bezügl nichts Bestimmt erfolgen solle, Zn Der Krisis" und alle Ergründ getretei aus dem Rahme es muß daher i «Nat.-Ztg." oers des preußischen Minißers des Ji Courier" miß s Mmißerpräsident^ antwortWeit fü In den (i Nungen zugegai Wiff zu nehme äh leitender Steö Ne tzejch wor 99 «pril vertaa MHer Anb gema&t ff1** Handel W Wan ’W ln [)ir, 28 biz z R Nicht qutl S" feit 23 8 ,7er °°N 73 8 iS-* ^25»d°,