fri6,ret8ür8tt: «hi««» :rab, ihr. hinter. Sten. "eifa. H '^wirth. ^kkshtW. n- ^ndwirth. geordneter. ^emeinderath. )z ^ondwirth. meister. andwirth. iach. ster. 6547 r?eHn, Konservator bestehend aus 1 Folne deffen Haus- ermiethen. Je, Rechtsanwalt, Küche zu oerm Atühlgasse 10, ' ^nner mit 1 auch^Z methen. , 4 Mausburg 4. rndergehende möblirte ren. we., Neuen Baue 39. lungen zu vermiethen ange, Neustadt 47. grenzender Stube, sehr 'Her unb Logis, fomit pr. fofort zu ver- SubHfia Lang, cktstr. (Wetterg. 5). Nfom. cer Fravzose sucht ne in einer Familie, tation Unterricht im -theilen. Offerten er- adiae Zerren Mi'.-gs.NZ pedition ds. Blattes-i pftl 6281 ig Möser üblen «ß «iSQüüt „.hrtB. - - 6530 ^hr^Zuns^ & *" jindruckere' & Ne. 2344. Zweites Blatt. Dienstag den 7. Oktober 1881 Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ' Erschein, ««IM mit Deutschland. Berlin, 4. October. Das dem Magistrat von der Kaiserin für die GeburtS» iagsglückwünsche deS Magistrats zugegangene Dankschreiben hebt die Liebe und Anhänglichkeit hervor, welche dem Kaiser und seinem Hause erst in den jüngst vergangenen Tagen in rührender und erhebender Art entgegengebracht worden stad und erblickt in der Zuschrift des Magistrats deren patriotischen Widerhall. Bremen, 4. October. Die heute hier tagende Wanderversammlung des westdeutschen Fluß- und Canaloereins war zahlreich besucht. Oberbaubtndor Franclus besprach die Correction der Unterweser. Regierungs - Baumeister Lauenroth machte Mlttheilunflen Über den Rhein-Weser-Elbe-Canal. Der Präsident der Versammlung verlas ein Telegramm des Ministers Maybach und des Ober-Präsidenten von Westfalen, Gobert (Brüssel), schlug gelegentlich der nächstjährigen Antwerpener Ausstellung einen Wasserstraßen Congretz nebst Ausstellung von Plänen, Projecten rc. in Brüssel vor. Die Versammlung beschloß, der Aufforderung zu einem solchen Congresse zu eut- sprechen. Hamburg, 4. October. Die „Börsenhalle" veröffentlicht daS folgende Tele- Hramm aus Kopenhagen von heute Mittag über den Brand des Köaigbchrn Residenz« schlosstS Christtansborg: Gestern Nachmittag um 4 Uhr wurde in dm Ncbengemächern des Folkething-SaaleS Feuer bemerkt, welches von den Ofenröhren herrührte, der eigentliche Herd des Feuers war jedoch nicht zu entdecken. Um 6 Uhr fand eine Gasexplosion statt und der östliche Flügel stand schnell in Brand. ES wurde Militär reqmrtrt. Der Stadtarchitekt Mttdahl, unterstützt von 600 Soldaten und Freiwilligen, leitete die Herabnahme von 800 Nummern der königlichen Gemäldegollerie. Jerichous' Marmorgruppe „Herkules und H^de" wurde in einen Blockwagen transporttrt. Die -wichtigsten StaatsrathSpapiere und die königliche Handbibliothek sind gerettet, dagegen ist die RetchStagsbibliothck theilweise zerstört. Um 7 Uhr Abends trafen der König, der Kronprinz, Prinz Waldemar und der Minister Bernstorff auf dem Brandplotze r'n. Die Vorstellung tm königlichen Theater wurde sisttrt. Als um 8 Uhr daS 23. Bataillon eintraf, stand bereits der vom König bewohnte Flügel mit den reichen Prachtgemächern in Flammen, um 10 Uhr war daS ganz-Schloß ein Feuermeer. Die Flammensäulen schlugen 60 Fuß hoch und der Aschenregen fiel in meilenweiter Entfernung nieder. Die Zuschauer in den Straßen zählten nach vielen Tausenden. Der Staats-Reservefonds und die kostbaren Manuscripte der kömgltchen Bibliothek wurden nach den Gewölben des Zeughauses transportirt Um 11 Uhr wurde eine Dynamitsprengung zwischen dem Schloß und der Schloßkirche vorqenommen, um dieses und das Thorwaldsen-Wuseum zu retten. Fenster wurden zu Tausenden zertrümmert und unter den Zuschauern brach eine Panik aus. Um 1 Uhr Nachts war man Herr des Feuers. Die Schloßkirche ist wenig beschädigt. DaS Thorwaldfen - Museum wurde mit nassen Decken belegt und dalurch gereitet, der Kronprinz und Prinz Waldemar waren dabei eigenhändig behülfltch. Ern Artillerist ist getödtet, ein Officter schwr. Verwundet. Bet der Dynamitsprengung wurden mehrere Feuerwehrleute beschädigt. Das Feuer brennt noch aus dem Grunde weiter. A esterreich. Pesth, 4. October. Das Abgeordnetenhaus wählte Thomas Pechy mit 202 von 278 Stimmen zum Präsidenten. Schweiz. Bern, 4. October. Der Bundesrath beschloß durch die bestehenden Con- ventional-Zolltarife für einzelne Staaten ermäßigte Zollansätze gegenüber allen Staaten anzuwenden. Frankreich. Paris, 4. October. „Havas" meldet aus Hanoi vom 4. ds.: Die Kanonenboote „Mousqueton", „Massue" und „Bache", welche vor dem Marsch der Truppen das Thal Lochnan recognosciren sollten, sind von regulären chinesischen Truppen angegriffen worden. Verluste: ein Osficier getödtet, 30 Mann verwundet. Verstärkungen sind bereits angekommen, andere verlassen Hanoi mit General Negrier. — Ein Telegramm aus Hongkong von heute meldet: Admiral Courbet begann am Mittwoch mit der Bombardirung des Forts Kelung, die Chinesen leisteten lebhaften Widerstand. Der Verlust der Chinesen am Morgen des 1. October betrug 2 Todte und etwa 16 Verwundete. Paris, 4. October. Nach dem Pariser sanitären Wochenberichte starben in der letzten Woche 806, 116 weniger als in der Vorwoche. Die Sterblichkeitsziffer ist niedriger als fett langer Zeit. — An sporadischer Cholera starben nur drei. — Inden Ostpyrenäen kamen gestern drei Choleratodesfälle vor. — Die Depesche Courbets an denMarineminister aus Kelung vom3.October sagt: Ich habe am 1. October die Operation gegen Kelung mit Besetzung des Hügels St. Element begonnen, die nach ziemlich heißem Gefechte erfolgte. In der Nacht zum 2. October räumten die Chinesen 2 Werke westlich des Hügels St. Element; wir besetzten dieselben ohne Schwertstreich und suchen uns darin zu verschanzen. Ich werde am 4. October die Operationen gegen das östlich gelegene Schanzwerk beginnen. Wir haben 4 Todte, 5 Schwer- und 8 Leicht-Verwundete und einen Vermißten. Die Verluste der Chinesen werden auf 80—100 Todte und 200—300 Verwundete geschätzt. Admiral Lespes begann am 2. October den Angriff auf Tamsui. Er wird den Hafen zu besetzen suchen. — DaS „Journal Officiel" veröffentlicht ein Decret, welches die Kammern zum 14. October einberuft. — Offici'll wird aus Tonkin gemeldet: General Briere ergriff, nachdem er Von einer Angriffsbewegung der zwischen Sofie und Langson lagernden chinesischen Truppen Kenntntß erhalten hatte, sofort Maßregeln, um den Feind zurückzuweisen. Drei Kanonenboote, welche zur Recognoscirung des LochnanthaleS entsendet wurden, kamen mit viertausend Chinesen ins Gefecht und brachten denselben erhebliche Verluste bei. Der Verlust der Franzosen beträgt 21 Matrosen und 10 Soldaten verwundet. Der Capitän des Kanonenbootes „Massne" wurde gelobtet. Die Chinesen werden fortdauernd zurückgedrängt. ßngkand. London, 4. October. Ein Cabinetsrath ist für Dienstag anberaumt. 7-. Graf Herbert Bismarck ist von Schottland hierher zurückgekehrt. Italien. Rom, 4. October. Ein Hirtenbrief des Kardinals Parochi erklärt die von den Exprälaten Campello und Savarefe hier begründete katholische Kirche als ketzerische, gleich jener des Paters Hyacinthe, von der sie eine Nachbildung sei, und verbietet den Diözesanen unter Androhung der großen Exkommunikation, sich derselben anzuschließen oder ihren Ceremonien beiwohnen. Rom, 4. Octeber. Cholerabertcht vom 3. Ocroder. (Der Zähler bedeutet Erkrankte, der Nenner Todte.) Alessandria 7/2, Aquila 4/1, Bergamo 6/7, Bologna 1/1, Brescia 3/2, Casrrta 6/1, Chiett 1/1, Cremona 18/10, Cunea 17/7, Genua 45/38, wovon ta der Stadt 22/28, Svezzia 3/2, Massa 5/2, Malland 3/1, Modena 2/1, Neapel 88/52, wovon in der Stadt 47/28, Novara 5/4, Pavia 1/1, Reggloemtlia 10/7, Rooigo 4/3, Salerno 7/3, Turin 5/5. Rußland. Petersburg, 4. Octbr. Nach einer Meldung aus Saratow ist eire große Anzahl von Häusern in dem am User der Wolga gelegenen Arbeiterviertel durch einen mächtigen Bergsturz zerstört worden, 4 Fabriken wurden stark beschädigt. Ein Verlust von Menschenleben ist glücklicher Weise nicht zu beklagen. Nikolajew, 4. October. Im Beisein des Großfürsten Alexis sand heute die feierliche Kiel-Legung des Panzerschiffes „Katharina II." statt. Teiegrsphische Drpeschm. trlrsr. So-nresvonseur-WrsEN. Baden-Baden, 5. October. Se. Maj. der Kaiser nahm heute Vormittag mehrere Vorträge entgegen. Der Besuch des Armee-Jagdrennens bei Iffezheim wurde der sehr ungünstigen Witterung wegen aufgegeben. Der Großherzog, die Großherzogin und der Erbgroßherzog von Baden, Prinz Hermann von Sachsen-Weimar, der Fürst von Fürstenberg und die Generale Fürst Radziwill und Graf Lehndorff wohnten dem Rennen bei. Heute Abend sand zu Ehren des Kaisers ein Monftre-Militär-Concert statt. Paris, 6. October. Ein Telegramm aus Arequipa von gestern sagt, in den südlichen Departements von Peru werde die Autorität des Generals . Caceres, anerkannt. Der für Arequipa ernannte Delegirte des Generals Caceres, Canevaro, habe eine Proklamation erlassen, welche die seitherige Verfassung für in Kraft stehend erkläre, den Frieden mit Chili als vollendete Thatsache acceptire und die Bestrafung Derjenigen verlange, die, nachdem sie die gesetzlich bestehende Regierung in Anwesenheit des Feindes gestürzt, einen für das Land nachteiligen Frieden unterzeichnet hätten. London, 5. October. Dem „Observer" wird aus Kairo gemeldet, Nubar Pascha habe am 4. ds. die Protestnote-Mächte mit der Erklärung, beantwortet, daß die Suspendirung des Tilgungsfonds mit Rücksicht auf die Lage des Staatsschatzes eine Maßregel von absoluter Notwendigkeit gewesen sei. — Dem „Reuter'schen Bureau" wird aus Shanghai von heute gemeldet, Keelung sei von den französischen Truppen besetzt worden, gegenwärtig werde Tamsui von denselben bombardirt. New-Uork, 5. October. Ein Telegramm aus Buenos-Ayres von gestern meldet von großen Ueberschwemmungen, die in der Provinz Buenos- Ayres stattgefunden haben; 11 Tage lang waren die Verbindungen zwischen mehreren Städten vollständig unterbrochen, die Verluste an Eigentum und Menschenleben sind außerordentlich groß, ganze Familien fanden in den Wellen den Tod. Zur Steuerung der in Folge der Ueberschwemmung eingetretenen Hungersnoth sind öffentliche Subscriptionen eröffnet. _____________ Lokales. Gießen, 6. October. [8. Sitzung der Großh. Handelskammer am 26. Septbr.) Anwesend die Herren Ed. Silbereifen, L. Georgi, S. Heichelheim, F. C. B. Koch, R. Scheel und Ad. Zinßer. _ Son den Eingängen werden Nr. 188, 192, 213, 218, 221 und 228 zur Circulatio», die übrigen ad acta bestimmt. Von dem deutschen Handelstag. besten Mitglieb bie Kammer ist, war Letztere ersucht roorben, behufs Neueinschätzung bie Höhe ihres Etats anzugeben. Die Kammer beschließt, dem Präsidium des Handelstages mllzutheilen, in Erwägung, daß sich die Kosten des deutschen Handelstages gegen früher um 25pCt. vermehrt hätten, sei die Kammer gewillt, den Jahresbeitrag von seither 30 JL auf 40 JL zu erhöhen, über diesen Betrag jedoch nicht hinauszugehen. Die Handelskammer Mannheim theilte mit, daß in Bayern und einzelnen anderen deutschen Staaten von Fabrikaten, welche mit Beihülfe von Spiritus hergestellt werden, eine UebergangSfleuer erhoben wird, welche nicht gerechtfertigt fei und fragt an, ob die hiesige Kammer beim deutschen Bundesrathe Schritte zur Beseitigung dieses Mißstandes zu thun gedenke. Da im Bezirk unserer Kammer keine Fabriken bestehen, welche hier in Frage kommende Fabrikate Herstellen, soll der Handelskammer Mannheim mitgetbeilt werden, daß die Kammer aus diesem Grund nicht in der Lage sei, die gewünschten Schritte beim deutschen Bundesrath zu thun. t „ Der Präsident der Kammer theilt mit, er habe auf der letzten Eisenbahnbeirath- sttzuna in Darmstadt am 28. August er. wiederholt den mottvirten Antrag gestellt, tm Interesse der HandelSwelt den seither erst um 8 Ubr 25 Min. Morgens von Gießen nach Gelnhausen abgehenden Zug früher zu legen. Der Antrag habe vielseitiae Unterstützung unb Annahme gefunben. Der betr. Zug soll für bie Folge 7 Uhr Morgens von Gießen abgehen. ., . r Die Direction der Oberhesstschen Eisenbahnen hat die Kammer davon benachrichtigt, daß die am deutsch-italienischen Güterverkehr beteiligten deutschen Bahnverwaltungen eine Agentur in Mailand (Vorsteher: der Katserlich deutsche Verkehrs- Jnfpector Frommer in Mailand) errichtet haben, deren Aufgabe battn besteht, d^ Entwickelung des deutsch-itattenifchen Güterverkehrs, namentlich in ber 9? 4 ung natb Italien zu beleben unb zu förbern. Die Kammer beschließt, von der Errichtung dieser Agentur öffentliche Kenntniß zu geben. Gießen, 6. October. Dle gestern Nachmittag in Wenzel'S Saalbau ein- berufene Wählcrversammlung, in welcher Herr Hugo Buderus zu Hirzenhain sein Programm entwickelte, war so zahlreich besucht, daß die Local'täten nicht auSreichten, die Hörer zu fassen. Herr Rechtsanwalt Dr. Dittmar eröffnete die Versammlung und erthetlteHerrn Bu der uS das Wort. Letzterer sprach seinen Dank für dre freundliche Begrüßung auS und für das Vertrauen, ihm eine Candidatur im Reichstage übertragen zu wollen. Er süble sich verpflichtet, seine politische Anschauung darzulegen. Er selbst stehe auf dem Boden des Heidelberger Programms, er erachte dte Erhaltung und Stärkung des deutscken Reichs, seine innerliche Entwickelung auf dem bundesstaatlichen Boden der Verfassung für die wichtigste Aufgabe des deutschen Reichstags. Eingedenk der großen Erfolge, dte die auswärtige Politik des deutschen Reiches erzielte, welche, unterstützt durch dte hohe Achtung, dte man unserer Heereöoerfassung zollt, uns bis heute dte Segnungen des Friedens erhalten habe, trete er ein für ein starkes deutsches Heer, nickt bekümmert um Diejenigen, welche hier Ersparn sss etntreten lassen wollen. Er billige die Bestrebungen unseres Reichekanzlers, welche auf Verbesserungen drr materiellen Lage unseres Volkes gerichtet seien, wenn er auch die Schwierigkeiten anerkenne, welche dieses Gebiet darbtete. Redner wünscht, daß auf wirthschaftltchem Gebiete keine Störungen stattfinden, und steht in der Zollpolitik auf bsm Standpunkt, daß dte nationale Arbeit und nationale Production mit dem Schutzs ausgestattet werde, dessen sie dem Auslande gegenüber zu ihrer Prosperität bedürfe. Auf dem Gebiete der Zollvolit.k wolle er nicht nach hergebrachten Theorien handtln, sondern stets von Fall zu Fall, unter steter Würdigung der Verhältnis.'. Man müsse prüfen, welchen Produktionen ein Schutzzoll zu gewähren und welchen em solcher zu versagen sei. Schon jetzt sei er gegen eine Ermäßigung der Kornzölle. Er sei kein Anhänger von Staatsindustrien, er s.t ein Gegner dis Tabakmonopols. Er begrüße freudig die vom Reiche eingeletttte Eolontalpoltttk und sei sich darüber klar, daß Deutschland hier nicht zurückstehen dürfe und daß ein besonnenes Vorgehen auch hier zu seiner Wohlfahrt gereichen müsse. Dte geplanten Dampferoerbtndungen seien gesicherte Verkehrswege zwischen dem deutschen Vaterlande und den überseeischen Besitzungen und stfhe deßhalb dte Dampfervorlage tm engsten Zusammenhang mit den Eolonialbesirebungen. Dte Aufrechterhaltung des Socialistengesetzes hält Redner zur Zeit noch für eine Rothwcndtgkett aus denselben Gründen, welche die Vertreter der nationalen und liberalen Partei geltend gemacht hätten. Redner sprach sodann über ferne Stellung zur Reichsregierung. Es sei nur zu beklagen, wenn dte Stimmung in unseren politischen Parteien sich mehr und mehr auf das „für oder wider Bismarck" zusp'tze. Für ihn sei das „wider Bismarck" ein Ausdruck der Undankbarkeit einem Manne gegenüber, der so außerordentlich D el für Deutschland gethan habe. Er danke der Vorsehung, daß sie uns tn ihm einen solchen Mann an dte Sp'tze des Vaterlandes gestellt habe, sein Name werde noch genannt werden nach Jahrhunderten; er sei mit ur.vertilgbarer Schrift tn die Tafeln der Geschichte eingetragen. Redner lasse sich durch dte Bestrebungen der Gegerpartrt seine Freude an den großen Schöpfungen dieses Mannes nicht trüben, aber er frage sich oft, warum so viele gehässige Anfechtungen dem Manne gegenüber geschehen, der mit seinen besten Kräften und außerordentlichen Erfolgen dem Vaterlande gedient habe. Wo sei es besser als bet uns tn Deutschland? Welches Land stehe geachteter da und zeige geordnetere Verhältnisse, in welchem finde man mehr Verständniß für die Bedürfnisse des Volkes? Wo seien die wirthschaftltchen Verhältnisse in bessere Bahnen gelenkt, als in unserem deutschen Vaterlande? Wir dürften stolz zum Reichskanzler emporfehen, um so mehr, wenn wir nicht vergessen, was wtr noch vor kaum zwei Jahrzehnten gewesen sind. Nächst unserem Kaiser verdankten wir dies unserem weitsichtigen Staatsmanne, dem Fürsten Bismarck, den man im eigenen Vaterlande so vielfach verkannt und angefochten bade, während ihn das Ausland bewundert und uns um denselben beneidet, Redner sei ein warmer Anhänger her großen Bestrebungen unseres Reichskanzlers und halte es für seine Pflicht, ihn hierbei thaikräfttg zu unterstützen. Diese volle Anerkennung verhindere ibn jedoch nickt, feine eigene Ueberzeugung und fein eigenes Urthetl zu wahren und jeder Bestrebung entgegenzutreten, welche auf Schmälerung der Rechte des deutschen Volkes bedackt sei. Auf dem Boden der Verfassung und unter der bewährten Leitung unserer Führer müsse man arbeiten für Kaiser und Reich zur Ehre und Größe unsere« deutschen Vaterlandes. Dr. Gutsleisch erhält sodann das Wort. Derselbe führt aus: Es müsse einen eigenthümlichen Eindruck machen, wenn heute die gegnerische Parteiagitation eröffnet werde unter dem Vorsitz eines Mannes, der vor drei Jahren der letzten Versammlung zu seinen Gunsten präsidirt habe; einen eigenthümlichen Eindruck, wenn man bedenke, daß dieser Mann seit sechs Jahren schon drei verschiedene Candidaten mit seinem Ansehen zu unterstützen versucht habe. (Rechtsanwalt Dr. Dittmar übergiebt den Vorsitz Herrn Professor Oncke n und verkündigt, daß er durch diese persönliche Angriffsweise nachher das Wort zu ergreifen genöthigt sei.) Dr. Gutfleisch fortfahrend: Vor sechs Jahren habe Herr Dr. Dittmar die Candidatur des Herrn v. Rabenau lebhaft unterstützt, vor drei Jahren sich ihm (Redner) zugcneigt, um heute nun wieder einen Dritten zu begünstigen. Es entspreche nicht seinen Wünschen, diesen Hinweis aus persönlichen Gründen zu unternehmen, aber das Verhalten des Vorsitzenden sei characteristisch für die heutigen Verhältnisse. Es sei anfänglich Redners Absicht gewesen, nicht in dieser Versammlung zu erscheinen, allein er habe dem Ansinnen vieler Wähler stattgegeben, und in der That hätten diese Wähler hiermit das Nichtige getroffen. Denn wenn ein Candidat, der sich fals liberaler Candidat bezeichne, darauf ausgehe, einen liberalen Candidaten mit Verdächtigung seiner Partei zu verdrängen, so dürfte dieser zur Gegenwehr nicht fehlen. Was nun den Herrn Gegencandidaten anbetrisst, so habe er erwartet, daß Momente thatsächlicher Art, welche beide Candidaten trennten, abgegeben würden. Dasjenige aber, was er gehört habe, sei zu seinem Erstaunen nichts weiter, als die Wiederholung des Programms, welches man in den „Oberhessischen Nachrichten" gelesen habe. Dieses Programm aber wiederhole im Wesentlichen fast wörtlich das Heidelberger Programm. Es sei farblos, präcisire nicht im Geringsten das, was man von einem Candidaten verlangen dürfe. Was soll es denn heißen, daß Herr Buderus nicht in den Ruf einstimme: „Fort mit Bismarck"; sei das nicht eine ganz haltlose Anschuldigung gegen ihn (Gutfleisch) selbst, habe Jemand von ihm je diesen Ruf gehört? Stets habe er doch mit größter Ehrerbietung des Reichskanzlers gedacht; es sei ihm deshalb unverständlich, wie die Gegenpartei an die Spitze ihres Programms stellen könne, sie stimme nicht ein in den Ruf „Fort mit Bismarck!" Was solle es denn heißen, wenn Gegner sagen: Wir lasten uns nicht die Freude am Reich verderben? Derartige Redensarten nähmen eine eigenthümliche Färbung an, wenn sie von dem Gegencandidaten gegen den Gegencandidaten gesprochen würden. Es liege darin ein Vorwurf den er ernstlich zurückweise. Der Gegencandidat spreche davon, er wolle das Heidelberger Programm befolgen; was sei denn eigentlich das Heidelberger Programm? Der Herr Candidat möge sich doch über bestimmte Fragen, er möge sich namentlich darüber äußern, ob er für die Erhöhung der Getreidezölle sei oder nicht; eine ganze Anzahl der Freunde des Herrn Buderus scheinen in dieser Beziehung heut zu Tage Wünsche zu haben- er müsse daher darüber sich Aufklärung erbitten. ' ' Der Herr Gegencandidat spreche davon, es solle nicht gerüttelt werden an den bewährten Einrichtungen unseres Heeres; auch Redner selbst habe stets betont, daß die Kraft unseres Heeres ungeschmälert erhalten werden solle. Mit seinem Glauben an ein Genügen der zweijährigen Dienstzeit rüttle er nicht im mindesten an dieser Kraft. Der Herr Gegen- candidat behaupte, er wolle den Fürsten Bismarck in Allem unterstützen; da er indeß andererseits behaupte, Gegner des Tabaksmonopols zu sein, die von Bismarck gezeichnete kaiserliche Botschaft aber vom 17. November 1881 dieses Monopol für das geeignetste Mittel zur Ausführung der kaiserlichen Pläne halte, wie könne nun Herr Buderus sagen er sei für Bismarck und gegen das Monopol? Herr Buderus habe auch darüber gesprochen, daß er der Negierung die Mittel nicht versagen wolle, den anarchistischen Bestrebungen zu begegnen. Er (Dr. Gutfleisch) und seine Partei hätten doch auch niemals gesäumt, sich gegen diese Bestrebungen zu wehren. Selbst der Reichskanzler identificire anarchistisch und socialisüsch durchaus nicht. Redner und seine Partei seien es gewesen die den ersten Vorschlag gemacht hätten, ein Gesetz zu erlassen gegen den Mißbrauch von' Explosivstoffen zur Abwehr der Anarchisten. In Bezug auf das Socialistengesetz könne er den Bestrebungen seines Gegencandidaten nicht folgen; derselbe behaupte, er sei für einstweilige Fortbestehung des Socialistengesetzes. Da nun das Socialistengesetz auf 2 Jahre verlängert worden sei, so frage er den Herrn Candidaten, ob er für Verlängerung desselben stimmen würde oder nicht; er vermuthe fast, er sei für dieselbe; dann aber sei er kaiserlicher als der Kaiser. Die Negierung habe selbst noch nicht gesagt, daß sie das Socialistengesetz beibehalten wolle, sie habe sogar erklärt, es bestehe die Hoffnung, daß die ouf das Wohl der Arbeiter gerichteten socialpolitischen Bestrebungen eine solche Beruhigung der Arbeiter erzielten, daß man nach Ablauf von zwei Jahren das Socialistengesetz entbehren könne. Wolle etwa auch in diesem Fall der Gegencandidat die Verlängerung Socialistengesetzes, wenn die Regierung selbst sie nicht haben wolle? Die Erklärung, Herr Buderus sei ein Mann von durchaus liberaler Gesinnung, sei ganz inhaltsleer. In dieser Richtung entbehre die nationalliberale Partei vollständig der Garantie, daß sie wirksam der Neaction entgegentreten wolle. In einer Zeit, wo selbst Herr v. Bennigsen erklärte, daß schwere Neactionsversuche zu bekämpfen seien, und wo das Programm der Nationalliberalen vom September 1881 ausdrücklich die Nothwendigkeit betonte, die Reaction mit gemeinsamen liberalen Kräften niederhalten zu müssen, in dieser Zeit bethätige Der keinen Liberalismus, der einen liberalen Abgeordneten von seinem Platz verdrängen wolle. Eine liberale Majorität im Reichstag werde jetzt wahrscheinlich, gerade in Folge der nationalliberalen Agitation, nicht zu Stande kommen. Wenn wir dann einen Reichstag erhielten, der freiheitsfeindlichen Bestrebungen diene, dann könne man später mit Recht auf die Herren Gegner Hinweisen und ihnen den Vorwurf machen, daß sie die liberalen Erfolge hinderten^ ihren besten Freunden den Frieden aufsagten. Den besten Beweis von Liberalismus hätte der Gegencandidat liefern können, wenn er nicht Gegencandidat geworden wäre. Dr. Dittmar: Er könne die Erwiderung auf die Eingangsworte Vorredners dami einleiten, daß er ihm sage: so treibe die deutsch-freisinnige Partei ihre Wahltactik! Was habe mit seiner (Dr. Dittmar) unbedeutenden Person die Frage zu thun, welches der geeignetste Candidat für den Reich stag sei, was für einen Eindruck müsse es auf die Versammlung machen, wenn der Vorredner ihn als einen charakterschwachen Politiker hinstellen wolle. Er gehe als Politiker schon etwas länger als Vorredner mit und wisse sehr wohl, daß man auf Dank keinen Anspruch machen dürfe. Daß man aber seine Motive absichtlich mißverkennen wolle, und dies von einer Seite, von der er es aus persönlichen Gründen am allerwenigsten erwartet hätte, schmerze ihn tief. Redner nehme für sich das Recht in Anspruch, als ein guter Patriot beurtheilt zu werden und verlange dieses vor allem von seinem Vorredner, wenn dieser auch mit seiner politischen Handlung nicht zufrieden sei. Daß dies der 3. Candidat sei, den er befürworte, sei allerdings wahr. Es sei ein schweres Opfer, wenn Redner persönliche Rücksichten hintansetzen müsse gegen die Pflicht, dem Vaterlande selbstlos zu dienen. Er erachte es als eine schwere Beleidigung, wenn man ihm daraus einen Vorwurf machen wollte. Warum habe man ihm bei der letzten Wahl den Vorwurf nicht gemacht, als er an Stelle des Herrn v. Rabenau Herrn Dr. Gutfleisch vorgeschlagen? Wenn er heute von demselben Rechte Gebrauch mache, wie damals als er zu Gunsten Dr. Gutfleischs stimmte, warum wolle man ihm heute hierin eine Schwankung seines Characters vorwerfen! Nicht nur nach der Parteistellung, sondern nach der Lage der Sache ändere sich die Auswahl des jeweil geeigneten Candidaten. Er habe vor 3 Jahren die Candidatur Gutfleisch unterstützt weil kein anderer liberaler Candidat vorhanden gewesen sei und mit seiner Ansicht deckten sich die Ansichten der übrigen Wühler. Als das Verhältniß zwischen der nat.-liberalen und freikonservativen Partei ein wesentlich unfreundlicheres geworden sei und namentlich in Folge des Ausscheidens der etwas mehr liberal gefärbten Freikonservativen habe man es für nöthig gefunden, den liberalen Standpunkt zu betonen und den Candidaten zu acceptiren, der das einzige Mittel gewesen, aus der conservativen Bahn in eine etwas mehr liberale zu lenken. Er habe niemals etwas anderes gewollt, als ein praktischer Politiker zu sein und den Umständen gemäß für das Wohl des Vaterlandes zu handeln. Die Situation habe sich damals geändert gehabt auch insofern, als die Reichsregierung damals nicht mehr darauf ausging, liberale Forderungen zu fördern wie früher. Die Regierung werde heute wohl nicht mehr die Redefreiheit und Budgetbewilligung zu begrenzen suchen, wie früher geschehen. Das Ausschlag gebende für das heutige Abgehen von der Candidatur Gutfleisch aber sei: daß Herr Dr. Gutfleisch, welcher der Secession, wenn auch nur als Hospitant, angehörte, zur freisinnigen Partei übergetreten sei mit Eugen Richter an der Spitze. Nachdem ein lebhafter Streit zwischen der national-liberalen und deutsch-freisinnigen Partei ausgebrochen, wer wolle es Herrn Dr. Dittmar verargen, wenn er in diesem Streite lediglich auf Seiten seiner politischen Freunde getreten sei. Wer den Streit angefangen, sei irrelevant. Er (Dr. Dittmar) bekenne sich zum Verfasser des Wahlaufrufs ‘für Herrn Buderus, und als solcher dürfe er sich erlauben, auf die Anfragen des Vorredners zu antworten. Redner beantwortet sodann zum Theil die von Dr. Gutsleisch gestellten Anfragen und meint, die deutschfreisinnige Partei habe ein Programm, dessen Ausführung Fürst Bismarck sich nicht fügen werde. Letzterer werde nie in die Abkürzung der Dienstzeit einwilligen, und der Meinung erprobter Heerführer lege er mehr Werth bei, als derjenigen einzelner Parlamentarier. Redner kommt sodann auf das Sprengstosfgesetz zu sprechen, welchem er wenig Werth beimißt, vielmehr will er durch Handhabung des Sozialistengesetzes die Wurzeln des Anarchismus ausrotten. Wenn Dr. Gutfleisch sage, daß von Seiten der Reichsregierung Attentate gegen Volksrechte geplant würden, so möge er solche kundgeben, ihm sei z. Z. nur gegenwärtig, daß Minister v. Puttkamer im preuß. Landtage in Bezug auf Aufhebung der geheimen Wahl eine Aeußerung gethan habe, daß man die Redefreiheit des Parlaments beschränken und die Budgetperioden habe abkürzen wollen. Alle diese Rechte aber werde der Candidat Hr. Buderus vertheidigen. Herr H. Buderus beklagt, daß man ihm so persönlich entgegengetreten sei. Man möge bedenken, daß er ein Neuling und kein geübter Parla-mentarier sei. Man mache ihm den Vorwurf, daß er als Liberaler einem Liberalen Candidaten entgegengetreten sei. Er hätte dies jedoch nur auf Drängen seiner politischen Freunde gethan. Er selbst habe keine Candidatur gesucht. Was die Erhöhung der Getreidezölle anlange, so erscheine ihm eine blühende deutsche Landwirthschaft als Grundlage unseres nationalen Wohlstandes und er trete deshalb für eine mäßige Erhöhung der Getreidezölle ein, und was die Jndustriezölle anlange, so glaube er sich klar darüber ausgedrückt zu haben, indem er für unsere deutsche Arbeit und Production einen Schutzzoll dem Auslande gegenüber errichtet wissen wolle. Alle diese Zollfragen wolle er aber nicht beurtheilt sehen nach Theorien, sondern je nach Bedürfniß von Fall zu Fall. Redner wolle rcactionären Bestrebungen «ntgegentreten und glaubt mit diesen Ausführungen die von Herrn Dr. G«t- fleisch gestellten Anfragen beantwortet zu haben. Herr Dr. Gutfleisch erwidert, er habe mit Interesse vernommen, daß, während das Heidelberger Programm auf dem Gebiete der Zollpolitik Ruhe wünsche und während Herr Dr. Dittmar noch am 19. April d. I. seine Genugthuung darüber ausgesprochen habe, daß die schutzzöllnerischen Agrarier in der Minderheit bei den Nationalliberalen seien, nun der Schutzbefohlene des Herrn Dr. Dittmar doch für Erhöhung der Getreidezölle eintrete. Auffallend sei ihm, daß Herr Buderus nicht jetzt schon sich bestimmt für diese Erhöhung ausspreche, sondern sich Prüfung des Bedürfnisses vorbehalte; ob ein solches vorliege, müsse ein Reichstags-Candidat jetzt schon wissen. Ucbrigens gebe er Herrn Buderus zu bedenken, daß, wenn überhaupt der Zoll der Landwirthschaft helfen solle, eine mäßige Zollerhöhung keinenfalls zur Ausgleichung der durch die Concurrenz des Auslandes entstehenden Nachtheile genüge. Redner bestreitet wiederholt, daß seine Partei an der Kraft des Heeres rüttele und unfruchtbare Opposition gegen die Negierung treiben wolle. Dieser Vorwurf enthalte die schwerste Verdächtigung, die man politischen Männern zufügen könne. Nicht verstehen könne er, wie Herr Buderus seine Zustimmung zu einer etwaigen Verlängerung des Socialistengesetzes davon abhängig mache, ob die Regierung diese Verlängerung für nöthig halte. Nicht das Ermessen der Regierung, sondern die pflichtmäßige eigene Erwägung des Abgeordneten habe diesen zu bestimmen. Wenn die Vorredner die Neactionsversuche der Neichsregierung bestritten, so verläugneten sie ihren eignen Führer, Herrn v. Bennigsen und das nationalliberale Programm vom September 1881. Er erinnere übrigens daran, daß sogar der Führer der hessischen Nationalliberalen, Herr Dr. Osann^ von der Nothwendigkeit der Beschränkung des Parlamentarismus gesprochen habe. Das. errege keine große Hoffnung dafür, daß die Nationallibcralen für die Rechte des Parlaments sehr eifrig eintreten werden. Was Herr Dr. Dittmar darunter verstehe, daß man das Liberale das eine mal mehr „betonen" müsse als das andere mal, sei nicht verständlich. Der wirklich Liberale habe stets gleichmäßig den liberalen Standpunkt festzubalten. Er bestreite, daß der Kamps der Liberalen unter einander durch die freisinnige Partei verursacht sei. Herr Dr. Dittmar und der ganze Vorstand seiner Partei sei noch in diesem Frühjahr, nachdem bereits lange die freisinnige Partei gebildet, für Redner eingetreten; feine spätere Wandlung sei unverständlich, wenn man nicht annehme, daß das conservative Element in der Partei die Oberhand gewonnen habe. Er weise den Vorwurf, seine Gegner persönlich angegriffen zu haben, entschieden zurück; er stehe in freundlichen Beziehungen zu Herrn Buderus und achte ihn hoch; das entbinde ihn aber nicht von der Pflicht, sachliche Kritik am Verhalten des Gegners zu üben. Dieselben griffen ihn viel schärfer an und möchten sich daher dieselbe Hartschlägigkeit angewöhnen, die sie von ihm verlangten. Die- ganze Agitation der Gegner würde übrigens Wegfällen, wenn dieselben die politische Toleranz besäßen, die er selbst zu üben pflege. Er mißbillige die Fractionssucht der Gegner, die über dem Bestreben, die parlamentarische Fraation zu vergrößern, das liberale Ziel, das Allen gemeinsam sein sollte, aus den Augen verloren- Durch den derzeitigen Fractions g|ii8 pb . ;het einer M flb !el6net sE.z Fürst giss klbe »0"b' US '/Sxi SZS W„ WI'w> Ä®* »DIE 1*4 d-« ß”. g,outen dcfv wSiiw bett, b'8kle MbH Unterfu« Iw.. Wir W 4 w ®tm .biiltnn'fL" d Wlbau-Witze' bmbett das n Kalauern heget dem Stück auc tieferen Gehalt dch'en Diidunk «eist- und gea herabficht. - ihrem Stanve wmn auch dte tytculonti sittliche Schluß! D e Dar! (Schultze) bot ti Ummer ist , w im Gieß, Montag d von Vor soll im Gieß Distrikten Net Dberhag nack steigert werbet A. Echti! m. Ruiti Nadel 78 ß- Sait-, W ® KchlmßL 89 Mchtmßa, Ne Zchn ”Ne*a| ®*t, am Berst Donners ^•Sjeri Jtrbtn hir Trulli W? MGrok ocher 1 R- ? 2 Fahr 1 F werden Darrnstadt, . MK, (nb Ie beä lltSleer Herr ba|i 'n/11 dieser ^ennigfen ^’^ni aN £ V?ätte> ’.bie 3ie?JQt'onaL \üetbtänfi.; Der nQtwM- "ÄeÖ""" bet «eä**t Wolle r, "°chen, 1 Sotrebn”®Ullt les der u’ S1”1 ; ?/nn Redne?^ mÄ^ru bienen. e" Vorwurf mache, Stacht, als er an ^^.te van dm- 3l|r* iiimmte, iWrwerfen! Dlid)t $ ble Auswahl des 'tfleisch unLf Ansicht c nat/-l'betalen und "7Ech in Folge ?abe man es für Daten zu acceptiren, ” mehr liberale zu olUifer zu sein und ^le Situation habe ^ls nicht mehr da- nerung werde heute n 'uchen, wie früher -anbibatur Gutfleisch nur als Hospitant, n, der Spitze. Kch- Wniaen Partei aus- sem Streite lediglich ■ angefangen, sei Tuf§ für Hem Bu- Aorredners zu ant- geiMten Anfragen sfHrungMW- der Dienstzeit ein- -i, als derjenigen sefetz zu sprechen, des SozialisteM- W, vvn , \o möge er solche im ptcui. Landtage habe, daß man die be ablürzen wallen, entgegengetreten fei. ;er Parla-mentarier lern liberalen Can- en feiner politischen hvhimg der Getreide- Is Grundlage unseres ung der Getteidezolle rütcr ausgedrückt zn utzzvll dem Auslände nicht beurteilt sehen t wolle rcactionären von herm Dr. G»t- imen, daß, wahrend Msche und wahrend atuier to** otwn«IibK«l“ I*- 1« gitmd-z»-->»- alte °b «« f* **"* a Ui, ««* ™e^9: J) d-s ** feine P-tn b!t vninj treibe« «*• L Sinnmi i*® % einet eta* -andern bie B» Sen«bie$»n * " l.ü Mtan da» NN» «if- A tiefe® - ■j schärfe xje jbw re:5 loferaii *'Ä* icht der Tampf bethätigten sich die Nationalliberalen in trauriger Weise als Gegner der wahren $relI)Uhierauf schloß Herr Dr. Dittmar mit einem begeistert uusgenommenen Hoch auf das Vaterland die in ihrem Verlause äußerst interessante Versammlung. Vermischtes» oiu§ Oberschlesien bertckten die „Schles. VolkSztg." und der „Oberschles- An»w über einen Bauerntumult, der sich aus Anlaß der Landvermessung in und bei Guhrau ereignet hat. Wir entnehmen den beiderseitigen Angaben das Folgende: Die Aeckcr des Fürsten von Pletz werden durch die mitunter ganz kleinen Parzellen der bäuerlichen Grundbesitzer von Guhrau durchkreuzt und unterbrochen. Behufs Arrondirung derselben beantragte der Fürst tn diesem Jahre die Separation. Am 15. d. M. kam ein Feldmesser nach Guhrau, um zunächst tue Bonitirungsarbeiten zu beginnen, aber schon betm Betreten der ersten Feldmark wurde er von einigen Einwohnern insultirt; die Leute wollten auf ihren A-ckern feinen Spatenstich machen lassen; daher nahm derselbe von der Fortsetzung der Arbeiten Abstand mit dem Bemerken, er werde bald wieder kommen aoer er werde bann nicht allein kommen. Dienstag den 23. d. M- kam er daun auch tn Begleitung mehrerer Beamten wieder; außerdem waren einige Grnda-m-n iuae^en. Die Bauern widersetzten sich nichtsdestoweniger und es mußte irr Ne'rbaltuna eines derselben geschritten werden. Wahrend sich dieses vollzog, wurde, nachdem die übrigen Dorf'nsassm von dem Vorgänge seitens der Ruhestörer in Renntnifi aesltzt worden waren, die Sturmglocke geläutet, worauf sammtliche Einwohner nan ®ubrau, Manner, Frauen und Kinder, mit Knitteln, Sensen rc. bewaffnet auf bem betreff nden Feldtheile erschienen und den Gefesselten mit aller Gewalt befreien wollten. Trotzdem die Leute wiederholt zur Ruhe und zum Gehorsam verwiesen wurden drohten sie fortwährend unter den gröbsten Beschimpfungen den Mitgliedern der Comrnffsion, insbesondere dem obersten Leiter derselben, m'.t Todrschlag. In Folge der wi-dcrbolten Verweisung auf die Folgen der Ruhestörung wurden die betreffenden Rustikalbesitzer nur noch ungestümer, ja sogar thätlich, weshalb b^e Gendarmerie ge- nolhrot war, Feuer zu geben und zwar ist hierbei einem Hauptaufwtegler ein Schuß durch den Oberschenkel gegangen, so daß er zusummenbrach. Demnächst wurde der Gefesselte nach dem Gerichtsgefängniß zu Pleß transportirt, während die übrigen Ruhestörer den Verwundeten umstanden. Die BonitrrungScommtssion begab sich, da es inzwischen Abend geworden war, nach Pleß, wobei ihr seitens der Bauern abermals die größten Beschimpfungen und Drohungen zu Thetl wurden. Es sind noch an diesem Tage 25 Mann Ulanen aus Pleß nach Guhrau zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung commanbht worden und bleiben dieselben auf Kosten der Gemeinde so lange dort, die Bonitirung beendet ist. Der tn Pleß zufällig anwesende Staatsanwalt hat die Untersuchung sofort eingeleitet. Der „Oberschles. Anz." fügt diesem Bericht hmzu, daß Rückfragen seinen Jnbalt voll bestätigen. Theater. —a. Gießen, 6. October. Wir sahen gestern die Gesangsposse „Ehrliche Arbeit". Es ist sehr erklärlich, daß das Stück ein Repertoirstück des Berliner Wallner-Theaters ist, denn eS ist „berlinerisch" durch und durch, von dem Namen „Schultze" bis zu den Plötzenseeer Pfahlbau-Witzen; und wenn auch nur der Obergeselle den Namen „Kalan" trägt, so hindert das nicht, daß wir fast auf Schritt und Tritt jenen zwerchfellerschütternden Kalauern begegnen, die man immer wieder gerne belacht. Doch nicht das allein sichert dem Stück auch an anderen Orten eine günstige Aufnahme, es hat tn der That einen tieferen Gebalt. Die Lächerlichkeit des plötzlich oder rasch reich gewordenen Geldprotzen, d-ssen Bildung der Geldfack und dessen Ideal der Adel ist. die Erbärmlichkeit eines »eist- und gewissenlosen Bettel-Adels, der auf die ehrliche Bürgerarbeit mit Verachtung herabsieht. — die Vertreter der wirklich „ehrlichen Arbeit", die mit Luft und Liebe an ihrem Stande hängen, das alles hat der Dichter lebensklar und warm gezeichnet; und wmn auch die landesübliche Verlobung das Interesse fefthält, so ist doch die Einkehr des Speculanten Schultze in sich selbst und die Rückkehr zu seinem früheren Beruf der sittliche Schlußstein der Handlung. D e Darstellung war durchweg gut und ging flott von Ststten. Herr Voigt (Schultze) bot eine tresfl che Leistung; Frau Größer spielte die Schwiegermutter, die schlimmer ist „als zwei Feldzüge" ausgezeichnet und mit aller nothwendigen hoch- fahrenden Adels. Arroganz; ihre Tochter Lydia, Schultzes zweite Frau, wurde durch Fräulein v. Jagemann mit Chique und Noblesse wtedergegeben; ihre Toilette in dem letzten Acte belehrte uns, daß auch auf der Bühne Geschmack mehr wirkt aI8 aller Luxus. Die drei unverheiratheten Baroneffen Athalia, Flamin«, Eulalia (Fräulein Barnow, Frau Voigt, Fräulein Fr. Eng) zeichneten sich au8 durch gut geschulte unterschiedliche Ohnmächten. Auch die übrigen Vertreter der Aristokratie waren durch die Herren Haupt und Achenbach gut oertretcn. Die Volkspartei zeigte uns ein munteres und spielsicheres Völkchen. Die Damen Fräulein Sommer (Margarethe) und Fräulein A> Eng (Lottchen, Köchin bei Schultze) spielten und fangen recht brav; sie verfügen über angenehme, geschulte Stimmen und ein sicheres Gehör. Der Conditor und Mondscheindichter August Rentze (Herr Halm) trug durch seine köstliche Erscheinung, unterstützt durch tüchtiges Spiel nicht wenig 'zur allgemeinen Heiterkeit bei; Herr Schwaz bemühte sich, seine recht schwierige Rolle nach Kräften zu lösen. Ueber die Leistung des Herrn Director Herrmann (Kalau, Obergeselle) ein Wortde8Lobes zu sagen, wäre Ueberfluß; man muß selbst das Stück sehen, um den stürmischen Beifall des Publikums zu verstehen; wir hoffen sicher auf eine Wiederholung. Die Musik ließ trotz aller Bemühungen des Theater-CapellmeisterS (Herr Grämlich) zu wünschen übrig; daS hinderte übrigens nicht, daß die netten Couplets der Herren Voigt und Schwarz den reichlichen Beifall des Publikums errangen* Handelt und (Srünberg, 4. October. (Fruchtpreise.) Weizen Jk 17.10, Korn Jk 16.90, Gerste Jk 14.50, Hafer Jk 12.50, Erbsen Jk 16.00, Linsen Jk 00.00, Lein Jk 00.00, Samen Jk 00.00, Kartoffeln Jk 3.00, Wicken 0.00. Frankfurt, 4. October. Aus dem heutigen Markt kostete der Centner Heu Jk 2.85—3.20, Stroh Jk 2.00—2.20, Eier das Hundert Jk 5 40—6.00, Butter 1. Qualität Jk 1.15, 2. Qualität Jk 1.20, Kartoffeln per Centner Jk 2.25—2.75, Kohlrabi 3-4 H pr. St., Erbsen 100 Kg. 24.00—32.00 Rothkraut pr. St. 10—20 Poularden Jk 0—0, Huhn jk 1.00—2.00, 1 Ente Jk 2.00—2.70, 1 Taube 40—60 Habn 1.90—2.00, Gans Jk 4—7.00, Welsche Jk 5.00-8.00 Farbige seidene Surah, Satin merveilleux, Atlasse, Damaste, Seidenripse und Taffete Mk. 2.20 per Wteter bis Mk. 12.25 versendet in einzelnen Roben und ganzen Stücken zollfrei in's Haus das Seiden-Fabrik-Depot von G. Henneberg «König!. Hoflieferant) in Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 H Porto nach der Schweiz. 6533 Repertoir der vereinigten Ztadttheatcr;u Frankfurt a. M. Opernhaus. Dienstag den 7. October: Carmen. Mittwoch den 8. Ociober geschlossen. Donnerstag den 9. October: Mtgnon. Freitag den 10. October geschlossen. Samstag den 11. October: Martha. Sonntag den 12. October: Teil. (Oper.) Schauspielhaus. Dienstag den 7. October: Spielt nicht mit dem Feuer. Hierauf: So sein fe! Mittwoch den 8. October: Nanon. (Operette.) Donnerstag den 9. October geschloffen. Freitag den 10. October: Das Käthchen von Heilbronn. Samstag den 11. October: Zum ersten Male: Don Jüans Ende. Trauerspiel in 5 Akten von Heyse. Sonntag den 12. October: Rosenmüller und Finke. Montag den 13. October: Der Salontyroler. Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde. Heute, Montag, Abend 8 Uhr Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Apostel- gesch. Kap. 13, van Vers 44 an. Pfarrer Dr. Naumann. Hohvcrßcigerung im Gießener Stadtwald. Montag den 13. October 1884, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in den Districten Neuhege, Heingesboden und Qberhag nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz. Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Nadel 78 337,3 28 3610 B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 20 Fichtenstämme mit 5,09 Festm. 89 Fichtenstangen „ 11,63 „ Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße an der 1. Schneise. Gießen, am 6. October 1884. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 6552_____A. Bramm.________ Pferde- Versteigerung. Donnerstag den 9. d. Mts., Vormittags Vgll Uhr, sollen im Großherzoglichen Hofmarstalle dahier 1 Reitpferd (Damenpferd) und 2 Fahrpferde öffentlich versteigert werden. 6513 Darmstadt, den 3. October 1884. Großherzogliches Hofmarstall-Amt. Frhr. von Nordeck zur Rabenau. Berfleigenmgs-Anjeige. Donnerstag den S. Octoder l. I., Nachmittags 12Vr Uhr, werben in der Hofraithe der Conrad Stubl V. Wittwe zu Garbenteich 1 größere Parthie Gerüststangen und 1 vierräderiges Handwägelchen öffentlich gegen Baar versteigert. Enget, 5651 Gerichtsvollzieher zu Gießen. Allgemeiner Anzeiger. TricMmUm LL7.L"" «M. Retter. 6538 Neuheiten in Knöpfen, Spitzen, Agrameret«, Ornaments, Plüsch, Franzen re., empfiehlt billigst 6280 Sur ZerMaihm bringe ich mein Lager fertiger Herren- u. 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