Mr. 130 Samstag dm 7. Juni 1884 Gießener Anzeiger Amts- mb AszeigeMtt für den Kreis Meßen. Erscheint täglich mit Ausnahme des MorrLchZS. Preis vierteljehrüch 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. r Schul st raße 7. Wotttische Ueberficht. Gissten, 6. Juni. Das politische Räderwerk, welches während der Pfingstpause Lheils -ganz still gestanden, theils sich nur in leisen Schwingungen gedreht hatte, beginnt jetzt allgemach wieder stärker zu arbeiten. Die regelmäßige Thätig- fett auf dem Gebiete der inneren Politik wird sich in ihrem vollen Umfange allerdings erst in kommender Woche mit dem Wiederbeginn der Plenarverhandlungen des Reichstages bemerklich machen, doch wird die parlamentarische Arbeit noch in dieser Woche von mehreren Bundesraths-Ausschüffen und der Actiengesetz-Commission des Reichstages von Neuem ausgenommen. Mit großer Erwartung sieht man allseitig der feierlichen Grundsteinlegung zum neuen Reichstagsgebäude am Montag entgegen, deren Programm vom „Reichs- und Staats-Anzeiger" mitgetheilt wird. Hiernach geht das Fest unter Theilnahme bes Kaisers, des Kronprinzen und der Kronprinzessin, sowie des gesummten königlichen Hauses vor sich und wird für die hohen Herrschaften vor dem Grundstein ein Pavillon errichtet, von welchem aus der Blick den Festraum bis zur Siegessäule hin beherrscht. Zur. Rechten und zur Linken des Grundsteines gruppiren sich der Reichskanzler, die Vertreter der Bundes-Regierungen, der Vorstand des Reichstages, Vertreter der Armee u. s. w. Dem Pavillon gegenüber stellen sich die Abgeordneten auf; links und rechts reihen sich sodann an den Pavillon je zwei Tribünen, auf denen die Mitglieder des Vundesrathes, des diplomatischen Corps, der Reichsbehörden u. s. w. placirt werden, vor diesen Tribünen nehmen die Generalität und die Wirklichen Geheimen Räthe ihren Stand. Schließlich folgen noch weitere Tribünen für das Publikum mit circa 800 Plätzen. Nach diesen Vorbereitungen zu schließen, wird die ganze Feier einen imposanten Eindruck machen und denjenigen Verlauf nehmen, welcher ihrer Bedeutung entspricht. Die eigentliche Festrede wird der Oberhof- und Domprediger Dr. Kögel halten. Das Reichstags-Plenum wird sich in seinen beiden ersten Sitzungen nach den Pfingstferien mit den conservativen Anträgen auf Umgestaltung des 8 1106 der Gewerbeordnung (Innungen) und auf Errichtung von Gewerbekammern, sowie mit dem Anträge Windhorst auf Aufhebung des Gesetzes über die unbefugte Ausübung von Kirchenämtern — in der Montagssitzung — und am Dienstag mit der Dampfer-Subventions-Vorlage beschäftigen. Im Uebrigen herrscht über die parlamentarische Situation, wie sie sich für den Rest der Session gestalten wird, noch ziemliche Unsicherheit und gilt das namentlich bezüglich des Termins für den Schluß des Reichstages. Jedenfalls hat die in Aussicht stehende Vermehrung der parlamentarischen Arbeiten durch die Vorlagen über die Abänderung des Zolltarifs, über die Stempel- und über die Luckersteuer die Hoffnungen auf einen baldigen Schluß der Reichstags-Session wieder einigermaßen erschüttert. Da indessen die zweiten Lesungen der Unfallversicherungs-Vorlage und des Actiengesetzes den Reichstag so wie so bis tief in den Juli hinein beschäftigen werden, so ist kaum anzunehmen, daß er dann auch noch die drei oben genannten Vorlagen in Angriff nehmen wird. Die Kaiserin von Rußland ist, begleitet von der Großfürstin .Xenia, auf ihrer Rückreise von Schloß Rumpenheim nach Petersburg am Mittwoch Mittag in Berlin eingetroffen. Der Aufenthalt der hohen Frau in der Reichshauptstadt mar jedoch nur ein beschränkter, da sie bereits gegen Mitternacht die Reise nach Petersburg wieder fortsetzte. In Oesterreich ist die Wahlbewegung durch die Auflösung der Landtage von Mähren, Nieder- und Ober-Oesterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Bukowina, Schlesien und Vorarlberg nun auch diesseits der Leitha erwacht und finden die Neuwahlen zu den betr. Landtagen schon im Laufe des nächsten Monats statt. Jenseits der Leitha ist der Wahlkampf anläßlich der Neuwahlen zum ungarischen Reichstage bereits im vollen Gange und hat jüngst wieder eine jene „Eigenthümlichkeiten" gezeitigt, durch welche sich die Wahlen im Reiche der Stefanskrone von jeher auszuzeichnen pflegen. In Klausenburg (Siebenbürgen) attakirte der Pöbel den Candidaten der liberalen Partei, Alexander Hegedues, und dessen Freunde, die ihn zu Wagen in die Stadt geleiteten, am Pfingstmontag mit Steinwürfen, wodurch gegen 60 Personen mehr oder weniger schwer verletzt worden sind. Auch in Doroszma ist es am gleichen Tage zu argen Wahlexcessen gekommen, die von der sog. Unabhängigkeits- Partei ausgingen. In Gyergyoalfalu (Siebenbürgen) hat die Wahlbewegung ebenfalls zu einem blutigen Zusammenstöße der Parteien geführt. Die einschrei- tende Gensd'armerie, mit Steinwürfen empfangen, gab Feuer, wodurch 8 Personen getödtet wurden. Auch zwei Gensd'armen erhielten schwere Verletzungen. Für die französische Regierung nimmt die Entwickelung der Dinge in Ostasien einen immer günstigeren Verlauf. Jetzt hat auch der Hof von Huö den mit Frankreich abgeschloffenen Vertrag von Huö, welcher die französischen Beziehungen zu Anam regelt, im Princip angenommen und soll die definitive Unterzeichnung desselben erfolgen, sobald die hiermit zusammenhängenden Fragen untergeordneter Bedeutung gelöst seien. Die Anerkennung des Vertrages von Huö Seitens Anams würde in Verbindung mit dem französisch-chinesischen Abkommen von Tientsin die militärischen und diplomatischen Erfolge der Franzosen in Ostasien endgültig abschließen und die Position des französischen Cabinets auch gegenüber dem franzosenseindlichen Mandarinenthum in Anam wesentlich stärken. In den Londoner politischen Kreisen ist ein Artikel der „Fort- nightly Review" das Tagesereigniß, hinter welchem selbst das Interesse an den letzten Dynamit-Explosionen zurücktritt. Der Artikel behandelt Englands auswärtige Politik und ist besonders bemerkenswerth durch eine geradezu beleidigende Sprache gegen den Fürsten Bismarck und anderseits durch ein stark aufgetragenes Lob des französischen Minister-Präsidenten Ferry. Der großer Aufsehen erregende Aufsatz ist mit G. unterzeichnet und glaubt man deshalb, daß er von Gladstone verfaßt oder von ihm wenigstens inspirirt sei. Der englische Premier hat sich freilich beeilt, erklären zu lassen, daß er mit dem betr. Artikel nichts zu thun habe, welche Erklärung aber vielfach auf Unglauben stößt. Falls Mr. Gladstone dem betr. Artikel wirklich nicht fernsteht, dann dürfte hierdurch auch die Haltung Deutschlands auf der Conferenz beeinstußt werden und- zwar keinenfalls zu Gunsten der englischen Pläne. Im Uebrigen ist über das Zustandekommen der Conferenz bis dato noch immer nichts Gewisses bekannt. Die Nachricht, daß die französisch-englischen Vorverhandlungen bezüglich der Conferenz dem Abschluffe nahe seien, wird jedoch von Paris aus bestätigt. Auch die nördlich st ePositionderSchwarz-Flaggen in Tong- king, Tuyenquan, ist jetzt den französischen Truppen nach kurzem Kampfe in die Hände gefallen. General Millot meldet, daß er in Tuyenquan eine Garnison zurücklaffen und dann nach Hanoi zurückkehren werde; eine Abtheilung der Schwarz-Flaggen habe ihre Unterwerfung angeboten. Die Orte Langson, Chatke und Caobang sollen ebenfalls französische Garnisonen erhalten. Das meiste Interesse an den jüngsten über die Sudan-Rebellion emgelaufenen Nachrichten erregt unstreitig diejenige von einem angeblich in der Landschaft Darfor ausgetauchten neuen Mahdi. Der alte Mahdi, Achmet Mohammed, soll gegen seinen Concurrenten Truppen ausgesandt haben, die aber von diesem vollständig geschlagen worden seien. Darmstadt, 5. Juni. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 25. Mai den Steuercommissär des Steuercommiffariats Worms, Sle'Errath Ludwig Pfannmüller, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treugeleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Juli d. I. an in den Ruhestand zu versetzen; an dems. Tage den Steuercommissär des Steuercommiffariats Langen, Johann Heinrich Clotz, in gleicher Diensteigenschaft mit Wirkung vom 1. Juli d. I. an in das Steuercommissariat Worms zu versetzen; an dems. Tage den Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Schotten, Friedrich Lehr, sowie den Steuercontroleur des Steuercontrole-Bezirks Dieburg, Steuerinspector Ernst Naumann, zu Steuercommiffären der Steuercommissa- riate Heppenheim bezw. Langen, mit Wirkung vom 1. Juli d. I. an zu ernennen. Darmstadt, 4. Juni. Dienstag Nachmittag hatten einige Damen des Vorstandes des Alice-Vereins für Frauenbildung und Erwerb die Ehre, von Ihrer Großh. Hoheit der Prinzessin Elisabeth empfangen zu werden, um Höchstderselben als Zeichen der Erinnerung eine Handarbeit (Schmuckdecke in altdeutscher Leinenstickerei) zu überreichen, wie die Gleiche auch Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Ludwig von Battenberg von dem Vorstand avzunehmen geruht hatte. Darmstadt, 5. Juni. Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Elisabeth treten in Begleitung der Großherzoglichen Familie heute Nachmittag um 6 Uhr 40 Minuten Ihre Reise nach Rußland an. Darmstadt, 5. Juni. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 10 enthält: Bekanntmachung Großherzoglich Hessischer Ministerien des Innern und der Justiz und der Finanzen, die Aufstellung der Grundbücher zur Sicherung des Grundeigenthums und des Hypothekenwesens betreffend. Nachdem die bisher in Geltung gewesenen Taxen für die Aufstellung der Grundbücher und die Fertigung der dazu gehörigen Karten-Copieen sich als unzulänglich erwiesen haben, wird unter Aufhebung Der in der Bekanntmachung vom 26. April 1837 (Reg.-Bl. S. 326) angegebenen Taxen, für alle von nun an zur Ausstellung gelangenden Grundbücher und für die dazu gehörigen Karten die nachstehende neue Bezahlung festgesetzt: 1) Für Aufstellung des Grundbuchs und des alphabetischen Namensver- zeichniffes von jeder Parzelle . . . . . 6 2) Für die Copie der Parzellenkarten mit Angabe der Ackerbreiten und für die Fertigung der Supplementkarten: von jeder Parzelle.......7 „ von jedem Hectar.......16 „ 3) Für die Covie der Parzellenkarten ohne Angabe der Ackerbreiten und für die Fertigung Der Supplementkarten: von jeder Parzelle.......5 „ von jedem Hectar.......16 „ Außerdem sind die Kosten für Die Formulanen und den Einband noch besonders zu vergüten. Telegraphische Depeschen. Wolsf'S Srlegr. Eorr-spondenz-Brrres«. Berlin, 5. Juni. Seine Majestät der Kaiser empfing heute den Besuch Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl, welcher aus Marienbad zurückgekehrt ist. Mittags fuhr Allerhöchstderselbe mit der Frau Großherzogin von Baden nach Potsdam, um daselbst im Reuen PalaiS bei den KronprinzUchen Herrschaften das Diner: eivzunehmen. — Der hier anwesende Straßburger Männer-Gesangverein, dessen Protector Se. K. K. Hoheit der Kronprinz ist, wurde heute Vormittag im Neuen Palaitz zu Potsdam von der Kronprinzltchen Familie empfangen. Der Präsident des Vereins hielt hierbei eine patriotische Ansprache, welche mit einem dreimaligen Hoch auf den Kronprinzen schloß, und überreichte sodann ein Album mit einer künstlerisch ausge- stattelen Adresse und Photographie des Straßburger Münsters rc. S. K. K. Hoheit der Kronprinz dankte mit herzlichen Worten. Darauf trug der Verein unter Leitung des Kapellmeisters Hilpert eine von diesem componirte Huldigung, sowie mehrere andere Gesangsptecen vor. Nach Beendigung dieser Gesangs-Vorträge unterhielten sich die Kronprtnzllchen Herrschaften in der leutseligsten Weise mit den einzelnen Mitgliedern des Vereins und befahlen dieselben zu einem in dem Nebensaale servtrten Dejeuner. — In einer Versammlung, welche heute von Delegirten des Aeltesten-Collegiums der Berliner Kaufmannschaft und der namhaftesten Handelskammern Deutschlands hier adgchalten wurde, wurde eine Petition an den Bundesrath beschlossen, welche sich gegen den neuen Börsensteuerentwurf als dem Verkehr und den Handelsinteressen nachiheilig ausspricht. , m , Heidelberg, 5. Juni. Geheimrath Prof. Renaud, namhafter Rechtslehrer hier- selbst, ist heute Nacht im 64. Lebensjahre gestorben. Hamburg, 5. Juni. Wie der „Hamburgischen Börsenhalle" aus London von heule Vormittag gemeldet wird, ist der Hamburger Postdampfer „Frista", welcher die Maschtnenwelle gebrochen, im Schlepptau des Dampfers „Commodore" und unter Assistenz von 3 anderen Dampfern bereits nach Plymouth unterwegs. Bregenz, 5. Juni. Heute Mittag hat hier unter Theilnahme des Statthalters, der Behörden und einer zahlreichen BevölkerungSmenge die Taufe und der Stayellauf der beiden neu erbauten Dampfer „Austria" und „Habsburg" stattgesunden, die Pathen- stelle vertrat die Fürstin von Thurn und Taxis, das Aufhissen der österreichischen Flagge erfolgte unter den Klängen der Katserhymne und unter Salutschüssen au8 den aufgestellten Böllern. An den Stapellauf schloß sich ein Festbaaket, bet welchem der Toast auf den Kaiser, den Oesterreich und ganz besonders Voralberg als den Förderer aller wirthschaftlichen Interessen verehre, mit begeisterter Zustimmung ausgenommen wurde. Der Statthalter sprach die Hoffnung aus, daß die österreichische Flagge, die heute zum ersten Male auf dem Bodensee wehe, auch hier, in freundlichem Wettstreite mit den Flaggen der andern Uferftaaten, einen Ehrenplatz etnnehmen möge. Der Landeshauptmann toastete unter allgemeiner Zustimmung auf den HandelSmintster, an welchen hieraus ein Dankestelegramm abgesendet wurde. Marseille, 5. Juni. Der Hochaltar der berühmten Kapelle „Notre-Dame delagarde" mit der Statue der heiligen Jungfrau und zahlreichen Kostbarkeiten wurde durch eine Feuersbrunst zerstört. Der Feuerschaden wird auf mehr als 150,000 Frcs. geschätzt. Madrid, 5. Juni. Der König ^'unterzeichnete heute das Decret, welches den Ausfuhrzoll ans Cubazucker herabsetzt. Kopenhagen, 5. Juni. Der dänische Dampfer „Nordsöen" ist in der Nähe von L'ssabon in Folge einer Explosion gesunken, der Maschinenmeister büßte durch die Explosion das Leben ein, die übrigen Mannschaften sind unbeschädigt gerettet. Nisch, 5. Juni. Die serbische Regierung hat von der bulgarischen Regierung wegen Duldung der serbischen Emigranten an den Grenzen und wegen der Einfälle serbischer Emigrantenbanden auf serbisches Gebiet, sowie wegen widerrechtlicher Besitznahme von einem serbischen Grenzwachposten binnen 3 Tagen Genugthuung verlangt. Sollte diese Forderung nach Ablaus der Frist nicht erfüllt worden fein, so wird, wie bereits gemeldet, der serbische Gesandte Bulgarien verlassen. Kairo, 5. Juni. (Telegramm der „Agence Havas") In Folge neuerdings erfolgter Entschließung sollen egypttsche Truppen nach Suaktm und resp. Wadihalfa abgebe». Drei englische Schiffe begeben sich von Alexandrien nach Suakim, um der dortigen Garnison Verstärkung zuzuführen. Lokales. Gießen, 6. Juni. Oeffentliche Sitzungen des KreiSausschusses deS Kreises Gießen finden statt und kommt zur Verhandlung: Freitag den 13. l. MtS-: 1. Reclamation gegen die Beigeordnetenwahl zu Utphe. 2. y w „ Gemeinderathswahl zu RüddingShausen. 3. „ , , Betgeordnetenwahl zu Rodheim. 4. „ „ „ Bürgermeisterwahl zu Grüningen. Samstag den 14. l. Mts.: 5. Reclamation gegen die Bürgermeisterwahl in Trais-Horloff. 6. „ „ , Betgeordnetenwahl in Langsdorf. 7. Ansinnen Großh. KreisamteS Gießen an die Gemeinde Göbelnrod betr. Wegbau. 8. Ansinnen Großh. Kretsamtes Gießen an die Gemeinde Rodheim wegen Aufbringung der erforderlichen Mittel durch Umlagen. 9. Reclamation gegen den Voranschlag der Gemeinde Lich für 1884/85 wegen deS Gemeindenutzens. Gießen, 5. Juni. Gestern beging der Zweigverein der Gustav-Adolfsstiftung im Dekanate Gießen sein Jahresfest in dem benachbarten Steinbach. Leider hatte sich das Wetter schlecht dazu angelaffen und der Besuch von auswärts war in Folge dessen gering. Nichtsdestoweniger war es ein so schönes Fest, wie wir nur noch irgend eines im Dekanate gefeiert haben, und alle Theilnehmer werden den wohlthuendsten Eindruck davon mitaenommen haben. Die Gemeinde Steinbach hatte Feiertag gemacht und für festlichen Schmuck der Straßen und der Kirche gesorgt. Dir Kirche war am Vor- und Nachmittag in allen ihren Theilen von einer andächtigen Gemeinde gefüllt. Einen erhebenden Eindruck machte die trefflich ausgeführte Altarliturgie, um deren musikalischen Theil sich besonders Herr Organist Pratorius und der unter Leitung des Herrn Lehrers Gerhardt stehende Männergesangverein, der die Choräle: „O heilger Geist kehr bei uns ein" und „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" sehr frisch und ?xact rythmisch sang, verdient gemacht haben. Der Festprediger, Herr Professor Dr. Gotisch ick, wußte durch seine klare, eindringliche und getsterfüllte Predigt über Eph. 4, 16 17, in welcher er „das Werk des Gustav Adolfsoereins als ein Lebenszeugniß der Kirche, welche der Geist der Pfingsten erfüllt", erwies, die Zuhörer zu fesseln und zu erwärmen. Der Jahresbericht führte nach einem kurzen Ueberbltck über den allgemeinen Stand der Vereinsangelegenhetten eine Reihe interessanter Einzelbilder aus den der Hilfe des Vereins bedürftigen Gemeinden vor. Am Nachmittag sollte eigentlich eine freie Versammlung im Wald gehalten werden. Um des Wetters willen mußte sie in die Kirche verlegt werden, ohne baß sie darum ihren ungezwungeneren Charakter verlor. Es wurde nicht gepredigt, sondern nur freiere Ansprachen gehalten, zwischen denen geistliche Volkslieder gesungen wurden. Zuerst brachte Herr Pfarrer Dr. Naumann aus Gießen die Grüße und Segenswünsche des Verwaltungsrathes in Darmstadt, woran er seine Wünsche für den Verein auf Grund des Wortes: „Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größeste unter ihnen", anschloß. Herr Pfarrer Schlosser-Gießen erzählte von den Evangelischen in Spanien, ihren Kämpfen und ihren Siegen. Die Collecte, welche den schönen Betrag von 35 at ergab, wurde denn auch der evangelischen Gemeinde in Madrid zugewiesen. Wir dürfen von dem wohlgelungenen Feste mit der Hoffnung scheiden, daß es in den Herzen aller Theilnehmer bleibende gute Eindrücke hinterlassen habe. Gießen, 6. Juni. Das Gewitter am Mittag des 3. Juni, wohl eins der heftigsten, die je über unserer Stadt tobten, hat so häufig etngeschlagen, daß eS wobl der Mühe lohnt, die einzelnen Fälle genauer zusammenzustellen und die Wirkungen des Blitzes zu untersuchen. Ich erlaube mir daher die Bitte an alle dabet Betheiligte um güttge schriftliche oder mündliche Mittheilung der einzelnen Einschläge, womöglich mit genauerer Angabe der Zeit und der Wirkung des Blitzschlags. Dr. O. Buchner. Vermischtes. Darmstadt, 1. Juni. Das Bedürfniß der Großh. Brandversicherungskaffe auS de« Jahre 1883 berechnet sich folgendermaßen: 1. an Brandentschädigungen mit Abschätzungskosten in der Provinz Oberhessen 364,523 at 15 H, in der Provinz Starkenburg 447,616 at 86 H (darunter 22,951 at für den Brand zu Groß-Gerau am 48. Januar 1883, 14,377 at für dm Brand zu Groß-Umstadt am 4. Juli, 20,697 at für den Brand zu Heppenheim am 9. Juli, 16,253 at für den Brand zu Kleestadt a« 22. August und 11,978 at für den Brand zu Hofheim am 24. November 1883); i* der Provinz Rheinhessen 421,680 at 96 H, zusammen 1,233,820 at 97 an Verwaltungskosten, Hebgebühren rc. wurden ferner aufgewendet 86,287 at, als Belohnung für Anzeige eines Brandstifters 200 at auSbezahlt und dem Fonds zur Unterstützung von bei den Löscharbeiten verunglückten Personen, sowie zur Unterstützung von Feuerwehren und Gemeinden 1 pCt. der Einnahmen mit 11,621 at überwiesen. Die ge- sammte Ausgabe beträgt 1,332 454 at 34 . Dieses Bedürfniß soll theilweise aus vorhandenen Betriebs- und Resermfonds, sowie durch einen Ausschlag von 12 $ auf je 100 Brandversicheruvgskapital, daS am Schluffe des Jahres 1883 968,406,460 at betrug, gedeckt werden und die Erhebung dieses Beitrages in einem Ziele im Monat Juli erfolgen. Schlitz, 2. Juni. Als Anerkennung für fiine verdienstvollen Leistungen auf dem Gebiete der Theologie, insbesondere der erbaulichen Literatur, wurde dem rühmlichst bekannten C. G. Dieffenöach, evangelisch.lutherischer Oberpfarrer zu Schlitz und Mitglied der evangelischen Landessynode, die Würde eines Doctors der Theologie von der Universität Greifswalde honoris causa verliehen. Schotten, 1. Juni. Dec Bau der Nebenbahn Hungen-Lanbach ist der Großh. Direcston der Overhes fischen Eisenbahnen und der Bau der Nebenbahnen Nidda- Schotten und Stockheim-Gedern dem Großh. Kreisbaumeister Pfarrer zu Nidda übertragen worden. Die Vermessungsarbeiten und die Bearbeitung der definitiven Pläne sollen unverzüglich in Angriff genommen werden. Bürgel, 1.Juni. Als gestern gegen Abend die Kaiserin von Rußland Bürgel kaum passirt hatte, gertethen zwei junge Leute in Streit, bei welcher Gelegenheit einer einen Revolver zog und auf seinen Gegner mehrere Schüsse abfeuerte, ohne denselben jedoch erheblich zu verwunden. Der Attentäter wurde sofort ergriffen, feuerte aber noch einen Schuß auf einen der Festnehmer ab, welcher diesem durch die Hand ging. Dieburg, 3. Juni. Heute beschäftigte sich dahier die Staatsanwaltschaft mit dem in der Nackt vom 1. auf den 2. Pfingstfeiertag auf dem hiesigen Friedhöfe verübten Frevel. Die Gensdarmerte hatte gestern zwei dteserhalb verdächtige Persönlich» ketten zur Haft gebracht, welche heute auf Verfügung der Staatsanwaltschaft in daS ProvinzialarresthauS in Darmstadt abgeltefert worden sind. WormS, 3. Juni. Heute Vormittag schwärmte ein Stand Bienen aus und gerieth unglücklicherweise in ein Storchennest in der Mathildenstraße. In demselben saßen 4 junge Störche, die von den kleinen Honigsammlern so mallrattirt wurden, daß sie bald darauf verendeten. Seligenstadt, 2. Juni. Heute Morgen ist das Lagerhaus der hiesigen Stärkemehlfabrik (und vielleicht auch diese selbst) großer Gefahr entgangen, durch eine Feuersbrunst eingeäschert zu werden- Kurz vor 9 Uhr, während de« Gottesdienstes, hörte eine in unmittelbarer Nähe deS Etablissements wohnende Frau aus der im Lagerhaus befindlichen Wohnung eines in der Fabrik beschäftigten Arbeiters anhaltendes furchtbares Kindergrschrei und die entsetzlichen Angftrufe: „Mutter, Mutter! Feuer, Feuer!" Gleichzeitig drang auch schon ein ekelhafter Brandgeruch und Rauch durch Fenster- und Thürrrtzen in's Freie. Bei Besichtigung stellte sich heraus, daß sich in dem von Rauch und Flammen angesüllten Zimmer drei Kinder befanden. Ein auf deren alarmirendes Geschrei herbeigeeilter Schlossermeister sorgte sofort für Oeffnung der Fenster und Thür, während dessen Tochter sich mit seltener Entschlossenheit in ein Fenster schwang und die schon in höchster ErstickungSgefahr sich befindenden Kinder tn's Freie beförderte, wofür ihr gerechte öffentliche Anerkennung gebührt. Das Feuer,, welchem ein Bett und mehrere Kleidungsstücke zum Opfer gefallen und das inzwischen eine sckon gefährliche Ausdehnung gewonnen hatte, wurde nun auch gelöscht. Es war Hülfe in höchster Roth, denn innerhalb weniger Minuten wären nicht allein drei Menschenleben zu beklagen gewesen, sondern auch das Lagerhaus, aus leicht brennbaren Stoffen crricktet, wäre verloren gewesen. Den ohne Aufsicht gelassenen Kindern sind Zündhölzer in die Hände gekommen und entzündet- Den Schrecken der Eltern, welche sich in der Kirche befanden, als man ihnen diese Hiobspost überbrachte, kann man sich denken, ebenso auch, daß denselben dieser Vorfall eine Warnung sein wird, künftig kleine Kinder ohne Aufsicht zu lassen. Wie manches Unglück ist durch solche Unvor- sichtigkett schon geschehen und nicht dringend genug können wir den Eltern die Mahnung an's Herz legen: „Habt Acht auf Eure Kinder! Lasset dieselben nicht ohne Aufsicht!" Aachen, 3.Juni. Die von Hangmann construirte feuerlose Natron-Locomotive, welche sich für den Eisenbahnverkehr bei einem mehrwöchentlichen Betriebe auf der Aachen-Jülicher Bahn bewährt hat, wird voraussichtlich von September ds. Js. ab in zunächst zwei Exemplaren ans der Gotthardbahu zur Einführung kommen, damit man bei der Durchfahrt durch den großen Tunnel nicht mehr durch Kohlenrauch und Wasserdampf belästigt wird. Aachen, 30.Mai. Ein Curiosum findet sich in einem polizeilichen Bericht, den ein Unterbeamter in verflossener Nacht abgefaßt hat. Zu Vieser Zeit stürzte ein Mann aus dem zweiten Stockwerk einer Gastwtrthschaft auf dad Trottoir. Die Wirthschast nennt der Volksmund „Im Himmel". Der Unterbeamte berichtete schriftlich wie folgt: „In der Nacht vom 29. zum 30. d. M. ist aus der zweiten Etage im Himmel Jemand herabgestürzt, bat sich jedoch nicht bedeutend verletzt" u s. w. London, 29. Mai. fTunneleinsturz.) Auf der Brightoner Eisenbahn bei Denmark-bill (Süd-London) stürzte gestern balo nach Mitternacht ein Tunnel theilweise ein. Die Trümmer verschütteten eine Locomotive, die in dem Augenblicke des Einsturzes durchfuhr. Der Locomotivsührer und der Heizer blieben unversehrt. Eine halbe Stunde vorher hatte der letzte Zug von der City der in der Regel mit von aus den Theatern heiwkehrenden Personen dicht gefüllt ist, den Tunnel passirt. London, 2. Juni. Am Samstag Abend brannte die große Gerberei der Herren Hervat u. Sohn in Edinburg nieder und wird der Schaden als ein schr beträchtlicher bezeichnet. — Gefährlicher jedoch war ein Feuer, das gleichfalls Samstag Morgen 2 Uhr in dem Blattern- -und Fieber-Lazareth, das bei Haverstock-Hill in London angelegt wurde, ausbrach. Ein Holzbau, in welchem die Krankenwärter schliefen, stand plötzlich in Flammen und die in dem Gebäude Untergebrachten retteten nur mit Mühe das nackte Leben. Das benachbarte Noth - Lazareth, in dem an 80 Patienten lagen, stand in größter Gefahr und nur der schnell herbeigerilten Feuerwehr ist es zu verdanken, daß das Feuer beschränkt und ein arges Unglück verhütet wuröe. Rüdesheim, 1. Juni. Heute am Pfingstsonntag ist die nach dem Niederwald hinaufgelegte Zahnradbahn dem öffentlichen Verkehr übergeben worden. Sie hat eine Länge von 2300 Meter, doch ist die letzte Strecke von etwa 200 Meter durch den Wald bis zum Germaniadenkmal noch nicht fahrbar, so daß dieselbe einstweilen noch zu Fuß zurückgelegt werden muß- Die stärkste Steigung ist 1 : 5 oder 20pCt. (wie bei der nur 1520 Meter langen Drachenfelsbergbahn), die schwächste 1 : 29. Am Adlerthurm, am oberen Ende von Rüdesheim, steigt man in den Wagen, fährt zunächst durch die Grabenstraße und gelangt dann zwischen den Rebenpflanzungen der „Hinterhäuser^ und des „Engerweges" in einer Curve von 300 Meter Radius bis an den Saum des Waldes. Man sieht das Denkmal in der Ferne stets vor sich und die Aussicht auf das Rheintbal ist ganz offen. Die Fahrt dauert 12—15 Minuten. Bei der vorgestrigen feierlichen Eröffnung der Bahn war auch der Schweizer Ingenieur Riggenbach, der eigentliche Schöpfer des Zahnradbergbahnsystems, als Ehrengast zuaegen. Die Festgesellschaft begab sich, als sie oben im Walde angelangt war, zum Denkmal und dort brachte der Bankier Abel aus Berlin, der Vorsitzende des VerwaltuvgSrathes, ein Hoch auf den Kaiser Wilhelm aus, das mit dreimaligem Hoch bestärkt wurde, während die Musik das „Heil Dir im Siegerkranz" spielte. Der Eisenbahnminifter Maybach, der Regierungspräsident v. Wurmb und der Landesdirector Sartorius sandten aus Montabaur, wo sie der gleichzeitigen Eröffnung der Wefterwaldbahn beizuwohnen hatten, telegraphischen Glückwunsch. Bei dem hiesigen Festmahl, das im Hotel Jung (am StsatSbahnhof) veranstaltet war, brachte Regierungsrath Gräff aus Wiesbaden den Kaisertoast aus. Der Maschincndirector Schneider von Berlin, unter dessen Oberleitung der Baumeister PeterS die Bahn in kaum vier Monaten ausgeführt hat, trank auf das Wohl Riggenbachs, der seinerseits in launiger Weise dankte und darauf hin- wieS, daß die Bergbahnen, die er zuerst in der Schweiz durchgesetzt, nun schon in Italien, Spanien, England und Deutschland, aber noch nicht in Frankreich zur Anwendung gebracht seien. Der Bahnpräsident Abel trank auf das Wohl der Stadt Rüdesheim und Bürgermeister Alberti auf die Erbauer der Bahn- — eigenthümliche Testamentsclausel.) Die „Görlitzer Nachrichten und Anzeiger" melden, der Landesälteste H. Anders tn Görlitz habe 700,000 at mit der Bestimmung testirt, daß sie zur Erziehung von Kindern jeder Confession, wenn sie sich weder dem Militärstande noch der Theologie widmen wollen, verwendet werden sollen. Sie fügen hinzu, der Testator habe bestimmt, daß die gesammte Summe den Abgeordneten Richter und Hänel zu Partel-wecken zu überweisen ist, wenn die Annahme der Stiftung verweigert werden sollte, und meinen, daß der Testator eine überflüssige Pression zur Annahme der Stiftung habe ausüben wollen. — [@ln nützliches Verbots Aus Nordhausen wird berichtet: Unter den Schülern der hiesigen höheren Leh-anstalten herrscht große Aufregung. Es sind nämlich die Nasenklemmer verboten worden. In den zwei letzten Jahren nahm die Tollheit, einen Klemmer auf die Nase zu setzen, um die Mode mitzumachen, gebildet und gelehrt zu erscheinen, so sehr zu, daß man fast keinen Schüler der höheren Elasten ohne ein solches Ding zu sehen bekam. Und hemr ist es verschwunden, ein Machtwort der Herren Directoren hat die Nasenklemmrr in Acht erklärt. Die armen beklagenSwerthen Schüler haben nun Mn anderes Mittet mehr, gebildet und gelehrt zu werden, als ihre Bücher. Aber die Bürgerschaft begrüßt die Maßregel mst großer Freude und die Schüler werden den hohen Nutzen und Zweck dieses Verbotes auch etnsehrn lernen. — — sVacante Stellen für MMä^anwärter im Bezirke des 11. Armee-CorpS 1 Auf der Strecke Cassel.Frankfurt, bezw. Frtedberg-Hanau. Eisenbahnbetrtebsamt (Main- Weser Bahn) zu Cassel, 4 Stattonsaspironten, je 75 v/4 pro Monat, steigend. — Im Amtsbezirke, Bahnstrecken Guntersbausen - Gerstungen, Gotba - Leinefelde und Gotha- Ohrdruf, Kowal. Ktsenbahnbetriebsamt Cassel, Dtrect'onsbezirk Erfurt, 2 Lademetster- asp'rrcmten, je 75 JL monatlich, steigend. — Auf verschiedenen Stationen des Königl Eisenbahnbetrtebsamts Altena, mehrere Bcemsrrasptranten je 57,50 monatliche R-muneration, außerdem die regelmäßigen Nebenemolumente. Aussicht auf Verbesserung. — Fulda, Postamt, Briefträger, 800 JL Gehalt jährlich und 108 AL. Wohnungsyeldzuschuß. — Lieblos, Postagentur, Laudbrtefträger. 450 Gehalt jähr- ltck und 60 JL Wobnunosaeldzuschuß. Zur' geft. Beachtung. Schriftliche Anfragen wegen AuskunftserthMuna, über Inserate rc. können wir nur dann betmtroor'tyi, wenn denselben eine FrejMrke^fiür die Rückantwort ösigete^ lieber Inserate dyüglich deren Offerten eiNiureMn sind, ist die Ex^dttton zu keinerlei Auskunftsertdeiluugen befugt. Ostertenbrrefe sind — soweit keine bestimmten '-lbmachrrnaen mnrbert — irr b?'- (.Yrrobifttm Wafferwärme der Lahn. Am 6. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: 11° R. — Luftwärme 11V? R. Rübs amen. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Trinitatis, den 8. Juni. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 9 Vs Uhr: Pfarrer Deggau aus Darmstadt, Neiseprediger für die innere Mission. Kinderkirche: Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. Ein Nachmittagsgottesdienst findet nicht statt. Katechismuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschüler: Vormittags 11 Uhr in der Kleinkinderschule, Pfarrer Dr. Nau man n. Katechismuslehre für die Mädchen, Vormittags 11 Uhr, in der Friedhofskapelle, Pfarrer Dingeldey. Am Mittwoch, den 11. Juni, Jahresfest des Vereins für innere Mission in Oberhessen: Gottesdienst, Vormittags 10 Uhr, Generalsuperintendent Dr. Baur aus Coblenz. Am nächstfolgenden Sonntag, den 15. Juni, sollen die Bibelstunden wieder anfangen; sie sollen vorerst alle 14 Tage am Sonntag, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule gehalten werden. Pfarrer Dr. Naumann. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 8. bis 14. Juni besorgt: Pfarrer Schlosser. ___________ Katholische Gemeinde. Dreifaltigkeits-Sonntag (Patrocinium und Großes Gebet. Von 6 Uhr an: Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Commu- nion. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. 6 Uhr: Feierliche Schlußandacht. Frohnleichnamsfest (Donnerstag den 12. Juni). Von 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Commu- nion. V2IO Uhr: Hochamt, unter demselben gemeinsame Communion der diesjährigen Erstcommunikanten und Predigt. 2 Uhr: Festandacht. AllgeMeiner Anzerger. WerheMe CiseMhmn. Wir bringen hiermit zur Kenntniß des Publikums, daß der Bundesrath eine Ergänzung und Abänderung der Bestimmungen in Anlage D zum § 48 des Betriebs-Reglements für die Eisenbahnen Deutschlands unter Nr. XXXV1II. und Nr. XVI. 4 Absatz 2 beschlossen hat. Unsere sämmtlichen Expeditionen ertheilen nähere Auskunft. 3868 Gießen, den 31. Mai 1884. Grotzherzogliche Directiorr. ’Heugras-- Versteigerung. Donnerstag den 12. d. M., des Vormittags um 9 Uhr, soll das der Gemeinde Trohe gehörige Hengras an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Trohe, am 6. Juni 1884. Großh. Bürgermeisterei Trohe. ______Schwarz.______3867 Samstag den 14. Juni, Vormittags 11 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Immobilien des Johannes Weber II. da- raithe am Schießhaus, Flur XXXIV 5953/io 326 Mtr. Garten daselbst, Flur XXXX/256 838 Mtr. Acker im Gart- feld, in der Schwarzlach links, Flur XXXX/256 ä 188 Mtr. Acker daselbst, mesttbietend versteigert werden. Gießen, den 8. Mai 1884. Großherzoglrches Ortsgerrcht. 3299 Mütter. Flur XXXIV/581 a6/!0 zzs “ 5955/io 119 n IeiAeöoterres. Gemüsepflaiizen zu haben im PfiatorW« Garten, Neustädter Thor.________ 38/3 Gute Speise-Kartoffeln verkauft billigst 3860 Carl Wigandt, Löberstr. 5. Oberndorfer Dickwnrzpflanzen bei Cler. Jungblut, 3877 _______Promenadehaus. Echte Oberndorfer Mck- wurWawen, piquirte Sellerie u. Jauch, Satat u. alle Sorten Gemüsepflanzen extrastark, empfiehlt G-ottl. Helfenbein, "3838 Vrarburgerstraße 82. des Landwirthschaftlichen Vereins zu Frankfurt a/M. Erste Versteigerung von Pferden, Magen, Geschirren und Neitzeugen Montag den 23. Juni er., Vormittags 10 Uhr, Ostendstraße Nr. 30. Anmeldungen nimmt entgegen und ertheilt Auskunft das 3715 Sekretariat deS Landwirthschaftlichen Verein-. ©©werlivereto» Samstag -en 7. Ium, Abends 8 Uhr, findet eine Generalversammlung des Gewerbverems im Cafe Schwinn statt und werden die Mitglieder um zahlreiches Erscheinen gebeten. Gegenstände der Tagesordnung sind: 1) Rechnungsabhör. 2) Neuwahl des Vorstandes. 3881 Der Präsident: Dr. v. Ritgen. Wegen vorgerückter Saison verkaufe sämmtliche Mange... Paletots zu sehr billigen Preisen. 3879 S. Welfflersteim Nachfolger. texttomia, Allgemeine Renten-, Capital- u. Lebensversicherungsbank in Leipzig;, errichtet 1852. Einrichtung der steigenden Dividende. Folge davon: Fortgesetzte Erniedrigung der Beitragszahlungen bei zunehmendem Alter. Die Dividende für das Jahr 1883 beträgt beispielsweise für die Versicherungen mit Dividendenberechtigung, welche abgeschlossen wurden . _ _ „ , im Jahre 1873: «7,23 Proeent der Juhresprämie ,, ,, 1863 : 54 45 ,» 0 „ „ 1853: 81,68 „ . „ . . Dabei sind die Prämien von vornherein wesentlich niedriger als bei anderen Gesellschaften für Versicherungen mit Dividenden-Anspruch. Alles Nähere aus den Statuten und Prospecten! Zur Vermittelung von Versicherungen empfiehlt sich 3465 der Hauptagent JFerd« Hoffmann in Giessen. Unter günstigen Bedingungen ist ein fast neues Wohnhaus in der Westanlage zu verkaufen durch 3520 I. Blitz. Sehr gute Speisrtrartosseln „Aurora" empfiehlt P. Kennel, 3672 Riegetzrfad 12. Neue Maijcs-Haringr, feine marinirte Häringe empfiehlt 3875 Carl Schwaab« 3882 Dreimal täglich frische Milch zu haben, per Schoppen 8 H, bei Bäcker Müller, Wallthorstr. 7. Schutsmittel gegen Motten. Motten spiritus, I - Mottensal?, vorzüglich Mottenpulver, i wirkend, Naphtalin, Campher. Zu haben in der Drogerie von Otto Schaaf, 3662 Seltersweg 25. Cacao-Vero. entölter, leicht löslicher Cacao. Unter diesem Handelsnamen empfehlen wir einen in Wohlgeschmack, hoher Nährkraft, leichter V erdaulichkeit und der Möglichkeit schnellster Zubereitung (ein Aufguss kochenden Wassers ergiebt sogleich das fertigeGetränk)un- äbertreffL Cacao. 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Juni 1884: GROSSES CONCERT auggeführt von der Kapelle des Grossherzoglich Hessischen DL Infanterie-Regiments Nr. 116, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn C. Krausse. Anfang 5 Wir, Bier im G-las, W Entree 30 Ffg. Hei ungünstiger Witterung im, Saute Qu la Strauss)* 3874 1711 Daurev-Umhänge von 5—80 «X Damen Jaquerees von 5—30 -X. Damen-Regenmäntel, ganz anschließend, von 6—30 «X Damen Regen-Havelocks von 7—36 JU Hermann Hatz ______ im. früher Heich.elh.eim,sch.en Laden. Neuheiten in Damenkleiderstoffen sowie Besatzstoffe in Sammt, Seide und Wolle für die Frühjahrs- und Sommersaison sind in größter Auswahl eingetroffen. Ferner empfehle einen großen Posten ^A^Wolle, doppeltbreit (ca. 110 Ctm. breit) in den neuesten Dessins K Meter JL 1.40, reeller Preis 2.50, Halbwolle (ca. 110 Ctm. breit) a Meter 80 Pfg. OaC^i©Z22.iXa, schwarz und farbig, 120 Ctm. breit (in 14 verschiedenen Qualitäten) k Meter von 1 X 10 an bis zu den feinsten. 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(Es hat jeder das Recht, in eine Wette einzugehen.) Entree ä Person 10 Pf., Kinder die Hälfte. 3884 G. Schmidt, Schnellläufer. Gesucht ein Hchäferknecht. 3866 M. Hoffmann, Nieber-SO?örlen. empfiehlt seine Hand- Rasen-Mähmaschinen und liefert solche unter Garantie zu billigsten Preisen. 3199 _____ Wiederverkäufer gesucht. Gkmi'iIcMmM! zu haben bei Carl Bietsch II-, _______Nahrungsberg. Glycerin -Schwefelmilch- Seife aus der kgl. bayr. Hof-Parsümsrie- Babrik von C. I>. Wunderlich, Nürnberg, prärniirt 1882. Unübertroffen Zur cosrnetischen und hygieinischen Pflege des Teints; zur Erlangung eines schönen sammetartigen weißen Teints; auch vorzüglich geeignet zur Reinigung von Hautschärfen, Hautausschlägen, v.ucfen der Haut, Flechten, sowie zur Zertheilung von Geschwülsten 2C. ä 35 bei Heinrich Wallach 1398 in Gießen. 3844 Zum Auspflanzen empfiehlt alle Sorten Blumen- U. Ge- müse-Pflanzen Gärtner Moser. Wiesecker Weg. Jul. Liebhardt, Maschinenfabrik, Barmen,