Nr. ISS Zweites Blatt. Sonntag den 6. Juli 1884 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. »Wtetut Schulstraße 7. Erscheint tätlich mit Ausnahme des MorrtagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi. Wocheufchau. Gießen, 5. Juli. In diesen Tagen erreicht die Emser Cmr des Kaisers ihr Ende und wird sich hieran wiederum ein mehrtägiger Aufenthalt bei den Großherzoglich badischen Herrschaften auf der Bodensee-Jnsel Mainau anschließen. Von Mainau aus begibt sich der Kaiser zur Nachkur nach Gastein, wo man seiner Ankunft für den 17. Juli entgegensteht. Die Emser Brunnenkur ist dem greisen Monarchen auch diesmal wiederum vortrefflich bekommen und dastelbe darf man auch von dem Gebrauch der Gasteiner Quellen hoffen. Der Aufenthalt in Ems wurde in dieser Woche in bemerkenswerther Weise durch den Besuch unterbrochen, den der Kaiser am Montag dem dänischen und venl griechischen Königspaare im Wiesbaden abstattete. Die parlamentarischen Ferien haben sich noch nicht aus den Vundesrath erstreckt, denn derselbe hat erst am Dienstag wieder eine Plenarsitzung abgehalten. Dieselbe ist durch die gefaßten Beschlüsse wichtig, denn in derselben wurde zunächst die Unfallversicherungs-Vorlage genehmigt, mit Ausnahme der vom Reichstage beschlossenen Resolution bezüglich der Entschädigung der durch das Gesetz betroffenen Privatgesellschaften, welche an die. Ausschüsse zurückgelangte. Weiter stimmte der Vundesrath dem vom Reichstage ebenfalls genehmigten Anträge Windthorst auf Aushebung des Expatriirungsgesetzes zu, was um so bemerkenswerther erscheint, als der Bundesrath sich diesem Anträge gegenüber früher ablehnend verhalten hatte. Endlich erhielt auch die Novelle zum Actiengesetz in der vom Reichstage beschlossenen Fassung die Sanction des Bundesrathes. Ueber den bekannten Antrag Ackermann sollte in einer der nächsten Sitzungen Beschluß gefaßt werden. — Im Uebrigen tritt jetzt in der Discussion der politischen Tagesfragen Die Postdampfer- und Colonialsrage all- mälig zurück, da sich infolge des Scheiterns der Dampfersubventions-Vorlage im Reichstage in dieser Sache vorläufig doch nichts weiter thun läßt. Dafür macht sich jetzt die „Militairfrage" geltend. Das Septenatsgesetz vom Jahre 1880, das im Reichstage damals durch das Compromiß zwischen den Conservativen und den Nationalliberalen zu Stande kam und welches die Friedenspräsenzstärke des deutschen Heeres festsetzt, läuft am 31. März 1888 ab. Man kann aber mit Sicherheit annehmen, daß die Reichsregierung nicht diesen äußersten Termin abwarten, sondern das Gesetz schon dem nächsten Reichstage wieder vorlegen wird. Im Reichstage ist aber längst nicht mehr die conservativ-nationalliberale Mehrheit vorhanden und die Aussichten für die Aufrechterhaltung des Sep- tenatsgesetzes sind daher vorläufig noch ziemlich zweifelhafter Natur. Jedenfalls wird neben der Postdampferangelegenheit auch die Militärsrage bei den kommenden Reichstagswahlen eine hervorragende Rolle spielen. Die Gerüchte über eine bevorstehende Entrevue des russischen Kaiserpaares mit dem deutschen Kronprinzen in Danzig haben sich als unbegründet herausgestellt. Geheimrath Dr. Koch ist am Dienstag nach Paris und Toulon abgereist, um sich im Auftrage Der Reichsregierung der französischen Regierung behufs Bekämpfung der Cholera zur Verfügung zu stellen. Die glänzenden Resultate seiner Studien über die Cholera in Egypten und Indien berechtigen zu der Erwartung, daß der berühmte Gelehrte auch seiner neuen Aufgabe gewachsen und hierbei hoffentlich auch die neidlose Unterstützung seiner französischen Collegen finden wird. Für das eisleithanische Oesterreich bildete in dieser Woche der Erlaß des neuen Organisations-Statutes für die österreichischen Staatsbahnen ein crwähnenswerthes Ereigniß. Durch dasselbe hat der Kriegsminister seine Forderungen den Wünschen der Nationalen gegenüber durchgesetzt, die in der unbedingten Unterordnung der Generaldirectionen unter das Kriegsministerium im Mobilisirungsfalle gipfeln. Andrerseits enthält das neue Statut aber auch bedeutende Zugeständnisse an Czechen, Polen und Slovenen. In Frankreich beanspruchen die Cholera-Nachrichten aus dem Süden des Landes noch immer den Löwenantheil am Tagesintereffe. Weder die in der Deputirtenkammer in dieser Woche wieder aufgenommene Revisionsdebatte, weder die Conserenz, noch der neue Zwischenfall mit China sind im Stande, die öffentliche Meinung so zu fesseln, wie es die Cholera-Depeschen aus Toulon und Marseille thun. Die Sucht der Journale, sich in Sensationstelegrammen über die Epidemie zu überbieten und das Bemühen der Börse, aus derselben Capital für ihre Hausse- und Baisse-Manöver zu schlagen, tragen das ihrige mit dazu bei, das Publikum in dieser Angelegenheit in fortwährender Spannung zu erhalten. Im Uebrigen ist der Stand der Cholera nicht besser, aber auch nicht schlimmer geworden und in den osficiellen Berichten hierüber macht sich daher bereits wieder ein gewisser Optimismus geltend, der uns aber noch nicht recht am Platze dünkt. Wie eine Depesche aus Paris vom 2. Juli meldet, soll die Pariser Nationalfeier am 14. Juli trotz der Epidemie im Süden nicht hinausgeschoben werden, wie dies ursprünglich im Plane der Regierung lag. Es ist im Gegentheil sogar bereits das Festprogramm veröffentlicht worden. Zur Beruhigung der aufgeregten Gemüther würde die Abhaltung des Nationalfestes an dem bestimmten Tage ohne Zweifel wesentlich beitragen. Aus England war in dieser Woche nichts besonderes zu verzeichnen, wenn man nicht das Zurückziehen des von den Conservativen gegen das Ministerium Gladstone in beiden Häusern beantragten Tadelsvotums als einen wichtigen Vorgang betrachten will. Die Führer der conservativen Opposition haben klüglicherweise eingesehen, daß im Parlamente noch immer keine rechte Stimmung für das Bestreben der Opposition vorhanden ist, dem Cabinet wegen seiner egyptischen Politik ein Bein zu stellen. Die vorauszusehende Ablehnung des Tadelsvotums hätte aber nur eine Stärkung der Regierung Gladstone's bedeutet, und so zogen es denn die Conservativen vor, ihren Antrag einstweilen fallen zu lassen. Was die Conferenz anbelangt, so scheint dieselbe eine Art Stillleben zu führen, wenigstens ist noch nicht bekannt, oaß dieselbe seit ihrem Zusammentritte wieder eine Sitzung abgehalten hätte. Die lebhaften Verhandlungen, welche dieser Tage in der italienischen Deputirtenkammer über das italienisch-französische Verhältniß stattgefunden haben und die schließlich die gesammte auswärtige Politik des Cabi- nets Depretis-Mancini berührten, haben gezeigt, daß letzteres auch in seiner auswärtigen Politik auf den Widerstand der Opposition stößt. Die Erfolge des gegenwärtigen italienischen Cabinets auf diesem Gebiete sind in letzter Zeit allerdings ziemlich fragliche gewesen, namentlich was die marokkanische Angelegenheit anbetrifft und wenn hier, wo Italien mit Frankreich, Spanien und England concurrirt, Herr Depretis nicht bald einen sichtbaren Erfolg zu verzeichnen haben wird, so kann dieser Umstand wohl bedenklich für die Stellung des Cabinets zunächst dem Parlament gegenüber werden. Das militärische Rußland hat durch das am Dienstag zu Bad Soden bei Frankfurt erfolgte Ableben des berühmten Ingenieur - Generals Grafen E. v. Totleben einen empfindlichen Verlust erlitten. Totleben ist durch seine ruhmvolle Vertheidigung von Sebastöpol in ganz Europa bekannt geworden und ihm hauptsächlich verdanken auch die Russen im jüngsten Kriege mit der Türkei die Einnahme Plewnas und hiermit die Gefangennahme Osman Pascha's und seines Heeres. Bezüglich der Nachrichten aus wem Sudan lautet die Parole auch für diese letzte Woche: Nichts Neues! Die Hitze soll alle größere Bewegungen verhindern und so dürste der Sudan einstweilen wohl aus den Spalten der Blätter verschwinden. Auch in Tongking hindert die eingetretene heiße Jahreszeit die Franzosen an der Fortsetzung ihrer militärische Operationen. Nachrichten aus Tongking bestätigen, daß unter den französischen Truppen auf dem Marsche nach Langson zahlreiche Fälle von Sonnenstich vorgekommen sind. — Die Verluste der Franzosen in dem Kampfe bei Langfon stellen sich nunmehr aus 22 Todte und 53 Verwundete heraus. Die Balkanländer. Tiefster Friede herrscht in den Ländern und Staaten unseres Welttheils. Der deutsche Kanzler wacht darüber, daß jeder Funke, aus dem ein Brand entstehen könnte, noch rechtzeitig gelöscht werde. Ferry und Gladstone gehen jeder Anwandlung von nationalem Chauvinismus aus dem Wege, um wegen EgyptenS zu einer Verständigung zu gelangen; das Bedürfniß deS Friedens überwiegt allenthalben die nationalen Empfindlichkeiten, bändigt die Leidenschaften und Begehrlichkeiten. Aber während die alten Staaten Europas jeden Anlaß, der zum Bruche des Friedens führen könnte, sorgfältig vermeiden, gährt eS im Orient noch immer bedenklich. Die neuentftaudeven kleinen Staaten der Balkanhalbtnsel, deren Politik der Stütze der Traditionen entrathen muß, haben es noch nicht gelernt, sich mit Anstand in die neue Lage zu fügen. In Rumänien hat das Ministerium Bratianu soeben seine Entlassung eingereicht; es scheint also doch nicht stark genug gewesen zu sein, um mit fester Hand die unzufriedenen Parteien im Zaume zu halten und den Glanz der neuen Krone zu erhöhen, welche durch Verwandlung einiger Staatsdomänen in Krongüter von der Laune eines noch unerfahrenen Parlamentarismus unabhängig gemacht werden sollte. Der Ausgang der gegenwärtigen Krisis läßt sich bis jetzt noch nicht absehen; jedoch wird es wohl noch langer Zett und einer festen Reflierung bedürfen, um die maßlosen Expansionsgelüste einzudämmen und es in Bukarest dahin zu bringen, daß sich das junge rumänische Königreich mit seinen bisherigen Erfolgen zufriedengtebt. DaS Königreich Serbien hat in dieser Beziehung seine Aufgabe vernünftiger aufgefaßt und schreitet in fester Richtung vorwärts. Nachdem die revolutionäre Politik Rtfltc's zum Kriege mit der Türket geführt und den großen russischen Feldzug veranlaßt hatte, durch welchen Serbien seine Grenzen erweiterte und die Königskrone erhielt, gelangte in der äußeren Politik zum Vortheile des jungen Staates eine Strömung zur Geltung, welche allen Expansionsgelüsten für jetzt entsagt und sich ausschließlich mit der Organisation der Inneren Administration, sowie der Finanzen und dem Steuersysteme beschäftigt. Natürlich konnte sich ein solcher Umschlag in der serbischen Politik nicht ohne Unruhen vollziehen, da der ruisische Einfluß dem österreichischen nicht ohne Kampf Platz machen wollte. Der bewaffnete Aufstand, welcher vor Kurzem zum Ausbruch gelangte, wurde mit nicht alltäglicher Raschheit unterdrückt und die Treue und Verläßlichkeit der Armee hatte sich bet diesem Anlasse glänzend bewährt, was nicht wenig dazu beitrug und noch beiträgt, die Zukunft deS neuen Königreichs zu sichern, welches von Osten und Westen noch immer in bedenklicher Weise bedroht ist; denn in Bulgarien herrscht die mit dem russischen Einfluß Hand in Hand gehende revolutionäre Politik. Die Bulgaren wissen es, daß die Vereinigung mit Ostrumelien nur eine Frage der Zeit sei, obgleich der Balkan eine natürliche Grenze zwischen den beiden Fürsten- thümern bildet; hier ist also eine unaufhörliche Agitation noch für lange Zett in Aussicht, eine Agitation, welche ganz gehörig durch russische Osficiere und den Einfluß des russischen Consuls genährt wird. Die Elemente der Unordnung auS der Nachbarschaft finden in Bulgarien allezeit ein sympathisches Asyl. Die flüchtigen Aufständischen von Serbien wurden nicht nur ohne Anstand gastlich ausgenommen, die Regierung versäumte sogar, trotz der Reklamation Serbiens, die Flüchtlinge von der Grenze zu entfernen. Dazu ward noch ein Grenzstreit vom Zaune gebrochen, mit einem Worte, es schien, als ob die neuen Balkanstaaten sich zu einem ernsten Kampfe gegeneinander rüsteten. Die Großmächte unterließen es jedoch nicht, den drohenden Cor.flict zu beseitigen und die vermittelnden Gesandten Deutschlands, Rußlands und Oesterrctch- UngarnS werden den Zwist so lange hintan zu halten wissen, als der Ausbruch desselben mit den Absichten und Interessen Europas im Widerspruch steht. Daß aber die Ruhe auf der Balkan-Halbinsel eine sehr prekäre sei und der Same des Streits stets einen fruchtbaren Boden findet, leidet für den aufmerksamen Beobachter kaum einen Zweifel. Die Nachricht, daß der in Serbien seiner Würde entsetzte Exmetropolit Michael zum Metropoliten von Montenegro ernannt worden fei a-:o fö o E) öS L) N C) .^L 4 J4 A <-/4 4 8 50 2 75 2 50 2 14 13'4014 50 21- T 1014 8 75 22- 24 — 19 — 75 85 Je Vz Kilogramm kostet: Z -b B E 4#?^ | 50 |70 ~ 1 40 9 — 90 70 30- 20 52 zur >b Q B CQ ö6 60 a- 3 G'Z 3 87 87 reichhaltiges Lager von Möbeln aller Art als Siln« ^^»mmer-Einrichtungen, sowie Pianinos und LiaiV-»' schranke von renommMen Firn,en zu billigen Prüfen imb ,m£ @"S. und daß sich dieser Act unter völliger Zustimmung Rußlands vollzogen, ist kaum geeignet. bezüglich der friedlichen Zukunft der Balkanlander beruhigend zu wirken. Es zeigt sich auch bet diesem Anlaste, daß Rußland keine Gelegenheit versäumt, um für diese unglücklichen Länder stets frischen Zündstoff in Bereitschaft zu halten für den Fall, daß seine Expansionsgelüste sich vom asiatischen Schauplatze wieder nach Europa wenden sollten und für die Befriedigung derselben die Jnscentrung eines neuen türkischen Kriegs nothwendig wird. Rußland benutzt sitzt den Niedergang des englischen Ansehens, welcher sich in Egypten in so trauriger Weise kundgtbt. um in Asien bis an die Thore Indiens oor- zudringen. Die russische Fahne ist jetzt nur mehr zehn Meilen weit von Herat auf- gepflanzt und der mit Afghanistan abzuschließende Handelsvertrag wäre nur eine Etappe zu einem weiteren Eindringen in die englische Machtsphäre. Zur Zeit Lord Palmerston's oder selbst DtsraeU's wäre dies genügend gewesen für eine Reihe von Unterhandlungen, die sehr leicht zu einem Ultimatum und zum Kriege geführt hätten; jetzt bat sich die Politik des britischen Reiches geändert; es sieht ruhig zu, wre sein nordischer Rivale sich den indischen Grenzen nähert; der Friede ist überall an der Tagesordnung. Leider ist es ein bewaffneter Friede, welcher nicht nur in unseren so gut geordneten Finanzen, sondern auch in Frankreich und Oesterreich das Deficit her- vorbringt. Dieses Deficit ist der wunde Punkt der Zeitgeschichte und Niemand wagt es, ihn zu berühren. d2 60 gerettet wurden. Es war eine Katastrophe, wie sie bisher, so ist das allgemeine Uriheil, in Oberschlesien noch nicht zu verzeichnen war. Aber sie hatte auch einen Ausgang, wie vor ihr noch keine!" — (Wichtig für Alle.j Ein Arzt von gutem Namen widmet Brustkranken und solchen, die es nicht werden wollen, folgende Merksprüche: Was Speise und Trank für den Magen, das ist eine reine Luft für die Lunge, was Gift für jenen, daS ist unreine Luft für diese. — Wie man den Magen nicht von der Lunge aus curtrt, so hilft es auch der Lunge nichts, wenn man für sie mit dem Magen einnimmt. — Frische Luft, ordentlich eingeathmet, ist das Lungen-Universalmittel. Der Lunge zu Liebe müssen wir unsere Haut zu Markte tragen, uns abhärten. Von der Lunge her kann man sich nicht erkälten, wohl ober erhitzen. — Weg mit dem Jeffrey'schen Respirator. — Die Thüren sind dazu da. daß sie geschlossen, die Fenster dazu, daß sie aufgemacht werden. — Ventilation und Zug sind zweierlei. — Kinder legen sich Nachts nur bloß, wenn die Schlafstube zu warm, kein Fenster offen ist. — Stickhusten kommt meistens von (Staubluft. — Nicki auf dem Wege zu ober von der Schule, sondern in der Schule werden die Kinder krank. — Tänzer bekommen Auszehrung nicht vom kalten Trünke, sondern von der heißen staubigen Luft und dem Schnürleib. — Briefträger bleiben gesund, weil sie sich immer in freier Luft bewegen; Stubenhocker werden brustkrank, weil sie das Gegeniheil thun. — Die Lungensckwindsucht hat sich die civilisirte Gesellschaft selbst zur Geißel aufgebürdet; nicht die Stadtluft, sondern die städtische Lebensweise erzeugt sie. — An Luftcur- und Brunnenorten wird man gesund, weil man beweglich und nüchtern lebt, draußen fleißig athmet, Wasser trinkt und badet. — Lungenschwindsucht ist heilbar, wenn der „Ganbibat" gleick eine Athmungs- und Be- • wegungscur gebraucht, nachher ist's oftmals zu spät. (Wer beweisen kann, daß der Mann unrecht hat, der thue es.) — sVor Gerichts Der Vorsitzende redet den wegen begangener Körperverletzung wiederholt schon bcstraflcn Angekiagten in gemüthlichem Plattdeutsch an: „No, Hinrich, Du hast et doch dah'n?" — „Nee, Herr Amtsrichter, butmal nick." — „No, Jung'", fährt der Rtckter fort, „nu lüg' man nück' large: Du büst doch up dä Danzerie wesen, Hinrich, um Winnocht, nich wohl?" — „Jo, da bünn ick wesen " — „Noha, da hefte düssen hier" — auf den angeblich Verletzten zeigend — „mtt'n Beerschopprn feste up'n Kopp' slahn " — „Nee, Herr Amtsrichter, bat iS so wesen: Hei hat mit mi anfungen und da hebb' eck ihm blot mit Minen Daschenbank n’ hetten durch bat Gesicht Wischer, weiter rttx." — „Ja", sagt triumphirend der Richter, „roarte man, Dien Daschenbank, bat kenn' eck, Du Hümpel snuppst mit de Hand", und zum Actuar gewendet — „Herr Aciuar, schreiben Sie: Auf Grund des glaubwürdigen Geständniffes des Angeklagten wird derselbe in eine Gefängnißstrafe von 8 Tagen verunheilt. — Mückenstiche sind bekanntlich eine sehr unangenehme Zugabe bei unseren Sommervergnügungen. 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Juli er. ab auf (5% festgesetzt worden ist und zwar: 0 11 a ' ® a- kür Beleihung von Werthpapieren, auch bei snccessiver Rückzahlung und " b" Ar Wechsel nicht unter Mk. 100 mit drei guten Unter» 'chrrften, welche bei Verfall baar bezahlt und nicht prolonqirt werden und m Gießen oder an Orten zahlbar sind, die zum Giro- Verbände gehören. 6inSt8$nUnferer ®it0= und Jncasso-Genossen liegt auf unserem Bureau Versteigerung schweif Gardinen & Stickereien. Dienstag den 8. Juli 1884, Nachmittags 2 Uhr, im Saale der Restauration Bramm (Neustadt) Fortsetzung und Schluß der? Versteigerung aller noch verbliebenen Vorrätbe aus B e ck e r's Stickereilager: Gestickte Vorhänge in Mull, Application und Tülle, Gedruckte und gestickte Taschentücher div. Art, 4482 Glatter Mull, Gardinen rc. Im Auftrag: Mütter. NB. Von Montag früh an werden sämmtuche Waaren in obigem Lokale ausgestellt und aus freier Hand billigst abgegeben. 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Abends Concrrt tu der Festhalle. Montag den 18. August: Vormittags 6V2 Uhr Begmn des Preis- turnens. Nachmittags 1 Uhr gemeinsames Mahl in der Festhalle. Abends 7 Uhr Preisvertheilung. 8 Uhr Concert in der Festhalle. Dienstag den 19-August: Schau- nnd Preisfechten. Ausflüge in die Umgegend. Abends Concert, Feuerwerk, bengalische Beleuchtung deS Festplatzes. Die Anmeldung der Festthettnehmer ist b'n,ul1«»l.bcrtroffcltcc Qualität, von Mk. u. höher, Setauh»tei„e 2-43«mrCi!;Cr-’ Metztl-r n. dergl. von * 4 Mk. liefert unter Garantie o(l7Q EVäbiz CiSckei« Büdingen i/Oberheffen. Zu verkaufen! ^isschrank, 2 neue Kleider- (Ithurlge), 1 Kommode, Schreib- Bettstellen, Nachttische, 2 Zinkbadewannen, Strohsäcke, Matrnzzen u. Betten. 4419 Lonis Rothenberger, Neuenweg 22. Verzeichniß der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen _______________vom Monat Jnni 1884. 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Mertens, ™2 Ringofen-Ziegelei, Wetzlar. 3492 Der mittlere Stock, 3 Zimmer mit Corridor, Bleichplatz rc-, alsbald zu vermiethen bei Caspar Schomber, Neustädter Thor. 3734 Ein Familienlogis, bestehend aus 5 Zimmern mit Zubehör und Gartenan- theil, ist per 1. September zu vermiethen. . ^Otto^Schmid1,^Seltersweg 67 3745 Eine geräumige Scheuer ist 'zu vermiethen. Näheres bei I. Blitz. 4176 Ein Laden sofort zu vermiethen. Neuenweg 11. schreibung, Garderobe und Leibwäsche für Damen, Mädchen und Knaben, wie für das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche, für Herren und die Bett- und Tischwäsche re-, wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern für alle Gegenstände der Garderobe und flefefffdjiiftsoerein. Die auf Mittwoch den 9. Juli in Wenzel's Garten anberaumte Tanzgesellschaft ist wegen des in Mainz vom 6. bis 9. Juli stattfindenden Musikfestes auf Samstag den 12. Juli verlegt worden. Gießen, den 28. Juni 1884. 4360 Der Gesellschsstgvorstand. Cafe Leib. Geschätztem Publikum zur gefl. Nachricht, daß ich neben Neu-Herrichtung der bewährten Kegelbahn nunmehr auch die Restauration im Hausgarten fertig gestellt habe. Unter Zusicherung eines kühlen guten Glases Bier und aufmerksamer Bedienung empfehle hiermit werthen Familien diesen angenehmen Aufenthalt aus's Beste. 4410 Hochachtend Gust. Gühlholtz (Cafe Leib). Kotze sustl I 1 «chronische Krankheiten, u'sbes. Störungen der Bluteirculatione.l, b" Blutmischung und deren Folgezustande. Heil-Anstalt Bad Lantech Manuelle Heilmethode (Heilgymnastik und Massage). _____________ 3585 Ein junger Mann, welcher seine ^echrzett und noch ein Jahr als Eomnus m einem hiesigen Eolonial- waarengefchast bestanden, sucht pr. 1. Oc- □ cr anderweitiges Engagenient; beste Zeugnisse stehen zur Seite. Näheres in der Exped. d. Bl. 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Häuser, Neuenweg. 3054 Ein Logis^'3 Zimmer mit Zubehör, per 1. August zu vermiethen bei Franz Gerbode, Kaplansgaffe.^, 4472 Logis, sow. einz. Zimmer, neu herg. gleich beziehb.^z. verm. Neuen Bauen 20. 4161 Eine Mansarde an ruhige Leute zu vermiethen. Wolkengasse_22. “4414 Der 2. Stock, 4 Zimmer, Küche u. Zubehör, zu verm. _5ranffurt_erftr.J>9. 4392 In meinem Hause (Ostanlage) ist der 1. und 2. Stock, je 6 Zimmer, nebst Mägdekammer unb Gartenantheil sowie Pferdestall, Remise und Burschenzimmer zu vermiethen Louis Hellmold. 4216 Zu vermiethen ein möbl. Zimmer mit Cabinet im Vorderhanse, auch kann ein Stübchen dabei abgegeben werden. Ludwig Orth, Neuen Bäuen 11. 4181 Der mittlere Stock — 5 Zimmer nebst Zubehör — pr. 1. October oder früher zu vermiethen. __________________I. Stein, Architekt. 4161 In dem von mir erkauften (Petri'schen) Hanse in der Alicenstraße ist parterre ein Familienlogis von 6 Piecen auf £)cto6erju_ vermiethen. Dr. Muhl. 4125 Eine Wohnung von 4 Zimmern mit allem Zubehör zu vermiethen. Ehr. Schopbach. 4126 Der zweite Stock meines Hauses ist bis zum 1. September zu vermiethen, auf Wunsch auch früher. Georg Noll, Gärtner. 3998 Logis, 7 Zimmer nut allem Zu- behör, zu vermiethen. Gartenstraße 27. 3914 Durch Versetzung des Herrn Ober- postsecretärs Garthe ist der obere Stock meines Hauses, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehör, anderweitig zu vermiethen. Emil Fischbach. 4373 Zwei fein möblirte Zimmer zu vermiethen- Alicenstraße 11. 4383 In meinem Nebenhaus ist eine kleine Familienwohnung an eine stille Familie zum 1. October zu vermiethen. Dr. Ploch. 4390 Kleine Familien-Logis zu ver- miethen. Näheres in der Exped. ds. Bl. 4474 Der erste Stock meines Hauses ist pr. sofort zu vermiethen. A. Handrich, Neueriwcg 25.^ 4441 Wetzsteinyasfe 39 eine Familien- wohnung zu vermiethen. 4436 Ein Logis sofort zu vermiethen Ad. Hetz, Kaplansgasfe 25. 4432 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen bei H. Feutzer, Metzger. 4492 Frankfurterstraße 93 ein Logis zu vermiethen und pr. 1. August beziehbar. Näheres im zweiten Stock. 2412 Der 2. Stock meines Vorderhauses, bestehend aus 6 Zimmern mit Zubehör, per 1. October, auch früher, zu ver- miethen. Wilh. Seipp, Ludmigspl. 6. 3897 Laden mit Logis pr. sofort zu vermiethen. E2 Isaac Strautz, Walltborstraße 15. 64" $> i- Sei a« die Gr Mit 8 «mßkckmr ju Mbnld .den in nersliM Dn ( ti hat diefe T Die l dm Vermeftm Gieß S'it Ttadt [n,Ne fit b| ?T°6in $etr^leTUnr 11 "8 Darmstc Mgnädigst gen Am lo, 3 «eilte: unb Raut von Vorbei z des ihm von Sr. 'des St. Stanisla Darmstadt enthalt: !• Arrfich JE Mmmanal - j Znrvberg. .2. Uebrrsich dra ©emetaben des »■Ä 5- Goncnttet ÄW’-f s:Sr unb S ?aB "Ur | dn btatf JXC. °lfi Ältoti »erbte»,!,