233 ' Erstes Blatt. Sonntag den 5. October 1S8U >. Eichener Anzeiger I |]L Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 2 vJll| - . . DreiH vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bnngerlvhm. 7 »wm# 1 Schulftraße 7. Erscheint tätlich md »mnahme res Montags. $Urdi die Post bezogen viertelstchrlick 2 Mark 50 Pf. | M|, „n nun __pMWI ........... ^^Eticher Hheit. [iOhAi Gefunden: 1 Pferdeputzgeschirr, 1 Deckelglas, 1 weißes Taschentuch, 1 Schraubenschlüssel, 1 Perpendickel, 1 Geldbeutel mit Inhalt, 1 Messer, 1 Perlenkettchen, mehrere Schlüssel. Zugelaufen: 1 brauner Jagdhund. Gießen, den 4. October 1884. Großherzogltches Poliznamt Gießen. aln 6440 M £ 52 ist der seither g bewohnte 3. Ltock, ern.Ache, Speise- lnthnl u. sonstigem ioÄ zu oermiethen. Ht Herr Ohr. Helm, Innung mit allen »ermiethen und so- mU, Nord-Mage, r- Buchhold be- roeit zu oermiethen. W. Lmling. tönen Aussicht sind 'gis zu vermieten ■ Näheres daselbst Haus' zu erfragen. en ! luf sofort zu ver- rth, Nkum-Baue^ iit Cabinet in bester miethen. eb. d- Äl-___ en 6i5) vergässe 3 zu ver- Znl. Buch. Anzeige«. Junge als Ha«s- ed. d. Sl._________ all, Iimuher, ien Baue ’^l*— L. in btr Von den Mahlen. Die Neichsversaffung hat unser Vaterland mit dem, Reichstage und die deutschen Bürger mit dem Wahlrecht ausgestattet, aber immer macht em ganz bedeutender Bruchtheil der Wähler von dem Wahlrechte nicht den rechten Gebrauch. Wir sprechen dies nicht von einem Parteistandpunkte aus, sondern 1 von einem ganz allgemeinen, der sich lediglich aus die Art der Ausübung des Wahlrechts an sich bezieht. Wir wollen das Kind beim richtigen Namen nennen, wir meinen die ost unerhörten Vernachlässigungen und Gedankenlosigkeiten, die beim Wählen ausgeübt werden. Die Reichstagswahl besteht aller- dmgs nur als Wahlrecht, nicht als Wahlpflicht; sie ist aber zweifellos em politisches Recht, das sich kein Bürger durch eigene Schuld verkümmern sollte. Wie viele Wahlberechtigte stehen aber noch immer auf dem Standpunkte vollständiger Gleichgiltigkeit gegenüber den Wahlen, denn anders läßt sich wohl sonst die oft nur 40 oder 50 pCt. der Wählerschaft betragende Theilnahme an den Wahlen nicht erklären. Wie irrig ist doch die Annahme der Tausende von Gleichgiltigen, die da glauben, ihre Stimmen änderten auch nichts und wie kläglich ist dieser Standpunkt den öffentlichen Angelegenheiten gegenüber. Dann giebt es auch viele Wahlberechtigte, welche zwar wählen wollen, aber am Wahltage das Abgeben ihres Stimmzettels vertrödeln, verbummeln. । Am Abend, wenn die Wahlurnen geschloffen sind, erinnern sich diese Saumseligen ; daran, daß sie von früh 8 Uhr bis Abends 6 Uhr Gelegenheit hatten, ihren Wahlzettel abzugeben. Wieder giebt es viel Wahlberechtigte, welche zwar ihre Stimme abgeben, j aber eigentlich doch nicht wählen. Wir meinen damit jene ungezählten Wähler, welche gedankenlos oder von zufälligen Motiven bestimmt, ihre Wahl vollziehen. ! Jeder Wähler sollte es aber als eine Ehrenpflicht erachten, sich über das Programm derjenigen Partei, der er seine Stimme geben will, gehörig zu unter» ; richten oder sich von achtbaren Männern darüber unterrichten zu lassen und dann selbst zu prüfen, ob es seinen Lebens-Erfahrungen, seinem Urtheile entspricht, ob diese Partei Recht hat oder eine andere. Es wird selbstverständlich auch hier nicht an Jrrthümern fehlen, aber es ist doch ein politisches Streben da, der Wahrheit näher zu kommen und damit ist in der Behandlung der öffentlichen Angelegenheiten schon viel gewonnen. Nichts ist in allen wichtigen Fragen des Lebens widerwärtiger, als Gleichgiltigkeit und Leichtsinn und wir thun kein Unrecht, wenn wir behaupten, daß das politische Leben in Deutsch- i land neben der leidigen Parteisucht hauptsächlich an jenen liebeln noch krankt. Zur Fortdauer dieser Hebet tragen aber alle diejenigen Wahlberechtigten bei, welche ohne Noth ihr Wahlrecht versäumen, welche gedankenlos wählen oder sich lediglich von leidenschaftlicher, einseitiger Parteisucht bei der Ausübung ihres Wahlrechts bestimmen laffen. Möchten zum Heile deü gesummten Vaterlandes die bevorstehenden Wahlen auch in dieser Richtung eine Besserung zeigen. TeiegraMche DeprsHm. WE'S teLrgr. SorLSsporrderrr-Gvee-r«. Berlin, 3. September. Der Botschafter Coureel ist heute Mittag nach Paris abgereist. München, 3. October. Ihre K. K. Hoheiten der. Kronprinz und die Kronprinzessin sind nebst Prinzessinnen-Töchtern heute Vormittag nach Innsbruck abgereist. Esuden, 3. October. Die Mitglieder des Westdeutschen Fluß- und . Kanalvereins sind nach Besichtigung der Groninger Hafen-Anlagen und einer Dampferfahrt auf dem Groninger Emskanal, dem Dollart und der Ems über i- Leer heute hier eingetroffen, werden hier eine Versammlung abhalten und heute ' nach Oldenburg weiterfahren. — Die heutige Versammlung des Westdeutschen Fluß- und Kanalvereins i beschloß folgende Resolution: Es ist eine vaterländische, wirthschastliche und [ politische Nochwendigkeit, daß der Schifffahrtskanal von Dortmund nach den i Emshäsen als kürzester Weg aus dem westfälisch-rheinischen Industriegebiet nach den Nordseehäfen bald hergestellt und damit der Anfang zur Ausführung des im Westen unseres Vaterlandes geplante-,! L-chifffahrts - Kanalsystems gemacht werde. Die Staatsregierung wird daher ehrerbietigst ersucht, in der bevorstehenden Session des Landtages der Monarchie die im Jahre 1882 und 1883 nicht zur Annahme gelangte Kanalvorlage zu erneuern. London, 3. October. Der „Times" wird aus Tientsin vom 2. ds. telegraphirt, daß Frankreich die Mediation Amerikas wünsche und daß der I amerikanische Gesandte in Peking in Folge ihm von seiner Regierung zuge- | gangenen Instructionen in Tientsin eingetroffen sei. Li-Hung-Chang habe den Wunsck zu erkennen gegeben, das Telegramm einsehen zu dürfen, durch welches dem Gesandten die bezüglichen Instructionen zugegangen seien und sodann seine Ueberraschung über dessen Inhalt ausgedrückt, wonach die französische Forderung in dem Ultimatum vom 19. August lediglich wiederholt und hinzugesügt werde, daß Admiral Courbet die Operationen sortsetzen werde. — Außer dieser Mittheilung der „Times" liegen keinerlei Bestätigungen dieser Nachricht vor. — Der Regierung ist eine Depesche des Generalkonsuls Baring in Kairo zugegangen, welche die Wiedereinnahme von Berber bestätigt und hinzusügt, General Gordon habe die Stadt, nachdem er dieselbe eine Zeitlang bombardirt, erobert und seinen Einzug in dieselbe gehalten. Die Aufständischen und die Bewohner der Stadt, die sich denselben angeschloffen, hätten bei dem Bombardement die Flucht ergriffen. Paris, 3. October. Die „Agence Havas" bemerkt zu dem Telegramm der „Times" aus Tientsin, nach welchem Frankreich die Mediation Amerikas wünschen solle, die Vereinigten Staaten könnten immerhin ihre guten Dienste behufs Beseitigung der obwaltenden Differenzen leihen, Frankreich habe aber keine Mediation nachgesucht. Petersburg, 3. October. Der Präsident des Warschauer Bezirksgerichts, Smirnoff, ist zum Adlatus des Oberprokurators im Criminal-Caffations- Departement des Senats ernannt worden. — Die „Deutsche Petersb. Ztg." erfährt, die Judencommission werde zunächst das Ansiedelungsrecht der Juden im Innern der Gouvernements und ihr Recht aus Grundbesitz berathen. Die Commission hatte beide Fragen den örtlichen Administrations-Behörden zur Begutachtung vorgelegt. Die Majorität hätte sich für eine ganz allmälig zu verwirklichende Erweiterung des Ansiedelungsrechtes ausgesprochen; hinsichtlich der zweiten Frage seien verschiedene Meinungen lautgeworden und zwar wollten die einen den Juden den Besitz und dte Pachtung von Ländereien verbieten, die anderen den Grundbesitz wohl, aber nicht die Landpachtung gestatten, andere endlich den Juden in dieser Aeziehung die nämlichen Rechte zugestehen, wie ausländischen Untertanen. Kairo, 3. October. (Telegramm des „Reuterffchen Bureaus.") Nach einer dem Khedive heute zugegangenen Meldung soll Berber zurückerobert worden sein. Brüssel, 3. October. Detre, Redacteur des „National" und französischer Unter- than, ist ausgewtesen und Abends nach Rosendaal (Holland) abgereist. Ein Menschenhaufen begleitete, „es lebe dte Republik" rufend und dte Marseillaise singend, Detre nach dem Nordbahnhole, welcher von Soldaten und Grnsd'armen bewacht war. Ein Thetl der Menge zog von dort vor das Palais und daS Redacttonslocal des „Patriote. $ Stober. Der heute vom Ausland eingetroffene Dampfer „Cam- brtghtfort" berichtet, daß bet dem gestrigen Orkan 19 Schiffe, hauptsächlich norwegische, verloren gingen. 32 wurden stark beschädigt, 60 kleine Fischerboote sind völlig gescheitert. Großer Menschevverlust. Ä . Kopenhagen, 3. October. Um 4Vr Uhr Nachmittags brach im hiesigen Schlosse Chcffnansburg Feuer aus. Das Schloß ist vollständig zerstört; die Gemäldesammlung und mehrere Kostbarkeiten sind gerettet. Das Feuer dauert fort bet stillem Wetter. Die Stadt ist nicht bedroht. Die Besatzung eines russischen Kriegsschiffes bethetltgte sich an den Rettungsarbeiten. Lokales. Gießen, 4. October. Die in diesen Tagen in Dessau tagende Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner hat Gießen zu ihrem nächsten Versammlungsort gewählt und den Gymnasialdirector Professor vr. Schiller zmn ersten, den Professor Dr. Oncken zum zweiten Präsidenten erwählt. Dem neuen«VrLfidium soll eß überlassen bleiben, ob dte nächste Versammlung 1885 oder 1886 abgehalten 4. Oktober. Gestern Abend gegen 12 Ubr wurde ein junger Mann von Krosdors. als er im Nachhausegehen begriffen war. am Krofdorferweg von zwei Männern derart geschlagen, daß er ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte. Die Thäter sind ermittelt und zur Anzeige gebracht. . — Auf einem Bahnübergang bet Station Wetzlar wurde gestern Abend ein Bahnwärter vom Zuge erfaßt und total zerrissen. Fetzen von Fletsch und Haut fanden sich noch an der Maschine, als solche hierorts etntraf. . . — Ein in einem Bergwerk schwer verunglückter Mann wurde heute Nacht aus dem Nassauischen in dte Klinik verbracht. Vermischtes. Boden he im, 1. October. Gestern Nachmitiag um 5 Uhr entstand plötzlich in dem mit Rebstangen gefüllten Schuppen der Frau Wtttwe Kogler in der Reugast e Feuer, welches mit solcher Schnelligkeit um sich griff, daß bald auch noch zwei wohl- gefüllte Scheuern in Brand gertethen. Weiterhin wurde ein Wohnhaus theilwetse und mehrere kleine Gebäulichkeiten und Ställe ein Raub der Flammen. Nur dadurch, JgB eine Scheune mit einer Brandmauer versehen war, wurde einem wetteren UmstchgrAfen vorgebrugt. Dte Feuerwehr und die Bürger thaten alles Mögliche, um zu retten. Die Feuerwehren von Weisenau, HechtSheim, Laubenheim und Nackenheim wurden tele- graphisch um Hülfe angegangen und erschienen ebenfalls an der Brandstätte, um noch in letzter Stunde Hand an das Rettungswerk zu legen. Bodenhetm, 2. October. Gestern Morgen um halb 3 Uhr, als die Feuerwache an den noch glühenden Brandruinen beschäftigt roQ\J^Iuöc" tsoltrt stehenden Hause des Herrn Göbel dte Flammen empor. DaS Haus stand bet M mit drei/ straft und WW> GlMeiti warten Vo des UrtM kraft inner Zustellung einmal im auf Kosten öerofientW Die Richtig Ucheilssomel die Vollstteäba peinigt- Gießen, den R Gericht^'chreil L jpn n bfrj J, 6493 ^eo Die Lieferun; Betttüchern ziMrcesthaus 1041 vfL 50 ung von 13 Teppichen, 40 4 soll in geben werden, ungen und M Bureau zur ( die Angebote b Samstag I Bormiti versiegelt und n Ast versehen, sind. Wen, den: Großh. Rn l * Btch ’XS 5-h werden DamstM, <>7^ßhe^ 8* von n M i>tl -LÄ wegen cftt das Grofth- 6“ «* S MM warten W nsrg' I geboren den 21. August. Beerdigte. Kgr. (4 (2 (4 ) Schwarzbrod 1. Sorte 24 ) Schwarzbrod 1. Sorte 48 ) Schwarzbrod 1. Sorte — ) Schwarzbrod 2. Sorte 21 ) Schwarzbrod 2. Sorte 42 ) Schwarzbrod 2. Sorte 63 Den 27. September. Emil Schraver, Sattlerlehrling, Sohn des Schreiners Josef Schraner, alt 15 Jahre, starb den 24. September. Den 30. September. Sophie Helene Georgine Kübel, geb. Zimmermann, Ehefrau des Jnstitulsoorstehers Dr. Franz Kübel, alt 32 Jahre, starb den 27. September. Den 3. October. Katharina Elisabeth Diehl, geb. ScbSdtler, Ehefrau deS Bahnwärters Georg Heinrich Diehl, alt 52 Jahre, starb den 1. October.__ 2 1 2 3 1 2 3 Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 28. September. Heinrich Krteb II , Agent und Eva Elisabeth Jostfine Karoline Bach, Tochter des verstorbenen Schuhmachers Sebastian Bach zu Gießen- Den 2. October. Hermann Albert Weigand, HtlfsfÜhrer zu Betzdorf und Dorothea Antonie Haubach, Tochter des Maurermeisters Christian Haubach zu Gießen. Getaufte. Den 28. Srptember. Dem Locomottoführer Georg Ott eine Tochter, Mathilde Sophie Christine, geboren den 10. September. Denselben. Dem Musiker Johannes Schneider ein Sohn, Eduard, geboren den 10. August. Denselben. Dem Schuhmacher Louis Lüter eine Tochter, Mathilde, geboren den 29. Juli. Denselben. Dem Backer Johannes Lein eine Tochter, Dorothea Karoline Elisabeth Lüste, geboren den 6. August. Denselben. Dem Sergeant Heinrich Reitz ein Sohn, Hermann Adam, geboren den 12. September. Denselben. Dcm Fuhrmann Johann Georg Dönges ein Sohn, Johann Georg, geboren den 17. August. Den 3. October. Dem Hautboisten Karl Fischer eine Tochter, Luise Karoline, Altkatliolischk Gemeinde. Sonntag den 5. Oktober, Vormittags 11 Uhr, wird in der Stadtkirche altkatholischer Gottesdienst stattfinden. der Brodverkäufer 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . Geborene. September. 22. Ein Sohn von auswärts, OSwald- 22. Ein Sohn von auswärts, Bruno- 26. Dem Bürstenmacher August Gercke eine Tochter, Elise Wilhelmine Antonie. 24. Dem Fuhrmann Johs. Schüßler eine Tochter, Minna Elise Katharine. 27- Dem Schneidermeister Philipp Horeyseck ein Sohn, Karl. 27. Eine Tochter von auswärts, Anna. 29. Ein Sohn von auswärts, Heinrich. 29. Ein Sohn vou auswärts, Adam. Gestorbene. September. 24. Sattlerlehrl ng Emil Schraner, 15 I. alt. 27. Kunstmaler Carl Ludwig Schulz, 82 I. alt. 28. Christine Georgine Karoline Louise, 1 I. alt, Tochter des Schneiders N kolaus Biesdorf. 28. Sophie Kübel, geb. Zimmermann, 32 I. alt, Ehefrau des Jnstttulsvorftehers Dr Franz Kübel. 29. Gertrude Katharine, 1 I. alt, Tochter des Schuhmachers Heinrich Thielmann. October. 1. Georg, 6 M- alt, Sohn des Glasermetsters Georg Luh. 1. Katharine Diehl, geb. Schädtler, 53 I. alt, Ehefrau des Bahnwärters Georg Heinrich Diehl. 1 2 1 2 1 2 3 Bfovprerse vom 5. bis 19. Oct ober 1884. A . 27 . 54 Konrad Haas und L. Keil bei Fr. W. Hartmann .... 64 (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei L. Schneider, Georg Müller, dem gestrigen Feuer stark in Gefahr und war deßhalb von seinen Bewohnern verlassen | und auSgeräumt worden. DaS HauS brannte bis auf den Grund nieder. — Vormittags um halb 12 Uhr erscholl abermals dec Ruf: „Feuer". Mächtig schlugen die Flammen aus der vollgefüllten Scheuer des Herrn Haupt und im Zeitraum von einigen Minuten waren auch schon die Scheuern der Herren Mat und Weil und das Wohnhaus des ersteren von dem Feuer ersaßt und brannten trotz der aufopferndsten Thätigkett der Bewohner und Feuerwehr von Badenheim, sowie der Feuerwehren von Laubenheim, Weisenau, Nackenheim, Hechtsheim und Gau-Btschofshetm nieder. Der erste Brand entstand durch einige mit Streichhölzchen spielende Km der, die gestrigen Brände waren dagegen die Folgen des ersten FeuerS. dessen glühende Funken sich über den ganzen Ort ausgebreitet hatten und in den gefüllten Scheuern wetterpltmmten, dis ein Windstoß die Flammen anfachte. Leider sind wieder verschiedene Leute, die nicht versichert waren, um Hab und Gut gekommen; bei dem letzten Brande rettete ein Familienvater mit 7 Kindern nichts als das nackte Leben. Gestern Nachmittag wurde von der Ortsbehörde die Anordnung getroffen, daß die Frucht auS den der Brandstätte zunächst gelegenen Scheuern auf daS freie Feld gebracht werde, damit allenfalls nock glimmende Furcken nicht weiteres Unheil verursachen können. An den beiden Unglückstagen wurden drei Wohnhäuser, fünf Scheuern, vier Ställe und verschiedene Nebengebäude ein Raub der Flammen. Ein cigenthümlicher Zufall ist es, daß dieselben Scheuern und Gebäude, welche gestern niederbrannten, schon einmal tm Jahre 1846 ein Raub der Flammen wurden und auch damals waren es Kinder, welche durch ihre Unachtsamkeit das Unglück verursachten. ________ Gießen, den 4. October 1884. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Handel und Verkehr. Gießen, den 4. October. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund X 1.10—1.12, Hühnereier pr. Stück 6—7 4, Käse St- 4-9 Käsematte 3-0 H, Erbsen pr- Liter 20 H, Linsen 28 Tauben per Paar 0,50—0,60 Hühner per Stück X 0.90—1.20, Hahnen pr. Stück JL 0.50—0.80, Enten per Stück 4 130—1.60, Gänse per Psuud 50—60 H, Welsche X 0.00—0.00. Ochsenfleisch per Pfund 68—70 X Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 54—60 H, Hammelflesich 60-70 H, Kalbfleisch 56—60 Kartoffeln per 100 Kilo X 4.00—0.00, Milch per Liter 12—16 Zwiebeln per Ctr. X 4.50—0.00, Weißkraut pr. Stück 5—9 H. Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 2. October. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 778 Stück Rindvieh und 979 Schweine. Der nächste Markt, Marttntmarkt, ist am Montag den 17. November l I., zugleich sehr bedeutender Flachsmarkt. Frankfurter Stadttheater (Opernhaus). Die erste Aufführung von Richard Wagner's „Tristan und Isolde" ist nun definitiv für den 15. October angesetzt wordcn. Durch die Mitwirkung hervorragender auswärtiger Kräfte in einzelnen Hauptpartien und ple'chzeittg durch dre beste Besetzung von Seite der Frankfurter Oper, dürfte für diese Vorstellung ein Ensemble von besonderer Bedeutung geschaffen werden. Wie bisher stftsteht, wird Frau Kammersängerin Vogl aus München, die Isolde, Frau Angelina Luger von der Frankfurter Oper die Braugaene und Herr Kammersänger Vogl aus München dm Tristan singen. Außerdem sind die Herren Baumann und Grtenauer (von der Frankfurter Oper) tn bedeutenden Partien beschäftigt. Intendant Claar hat für eine reiche Jnscentrung Sorge getragen, wie man sie an den granffutter Bühnen gewöhnt ist. Capellmeistec Dessoff leitet den musikalischen Thctl. cherregtsseur Schwemer führt die Regte. der Bäcker H '. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 (4 Pfd.) Weißbrod .... 54 (2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 24 (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 48 (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 21 (4 Pfd. i Schwarzbrod 2. Sorte 42 Auszug aus den Staudesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. September: 27 Hilfsführer Peter Gibb, Wittwer dahier mit Koth. Euler, Tochter des Lavdwlrtbs Christian Adam Euler zu Grünalgen. 27. Bierbrauer Friedr. Wilh. Schreiber mit Henriette Johanna Mohrherr, Tochter detz verstorbenen Taglöhners Christian Mohrherr dahier. 27. Schreiner Wilh Zöll, Wittwer, mrt Dorothea Vaubel, geb. May, Wittwe des Stadtpoftboten Joh. Vaubel dahier. 30. Kaufmann Hilmer Bindewald zu Friedberg mit Anna Christine Funk, Tochter des pens. Stadtgerichts- Actuars Justus Funk dahier. Oc^oder: 1. Professor Dr. Heinrich Bose dahier mit Math. Kolb, Tochter des verstorbenen Fürstlich Jsenburg'schen Leibarztes Franz Kolb zu Darmstadt. 2. Schneider Karl Albert Wilh. Wiskow mit Kath. Wilhelmine Hild dahier. 2. Schlosiermeister Friedr. Heinr. Krogmann mit Dorothea Strauch, Tochter des verstorbenen HäfnermeifterS Friedr. Carl Strauch II. dahier. 3. Landwirth Conrad Wilhelm Weber zu Lang-Göns mit Marte Velten, Tochter des Landwirths Heinrich Velten in. zu Groß-Linden. Eheschließungen. October: 2 Der HülfslocomoAvführer Hermann Albert Weigand zu Betzdorf mit Dorothea Antonie Haubach, Tochter des Maurermeisters Chrtsttan Haubach dahier. 3. Pfarrer Gotthold Christoph Schmidt zu Ltxfeld mit Karoline Elise Marte Kath. Seipel, Tochter des verstorbenen Pfarrers Friedr. Seipel dahier. Allgemeine Feinstes Würzburger Gxportbier in ^apf 6506 Restauration Spritz Den Empfang der Herbst- will in Tuch , Buckskin- und PMetotstoffeu in sehr großer Auswahl, beehre mich ganz ergebenst anzuzeigen. Gleichzeitig empfehle mich speciell zur Ausertigung von HerrenKleidcrn nach Must unter Garantie für feinen Schnitt, eZactes Paffen und Zusicherung einer streng reellen und billigen Bedienung. 6503 Ffe^er, Bahnhofstraße. Patentirte Uhrfeder-Corsetten empfiehlt 6520 Oh» Heiler» Tanzunterricht. Dienstag den 28. October beginnt mein Tanzunterricht. Anmeldungen beliebe man in meiner Wohnung zu machen. Ferdinand Schmidt, 6531 Wetzsteingafse. r Anzeiger. Wohnungsveränderung. 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Corte 48 tfycob 1. Corte — czbrod 2. Corte 21 rzbrob 2. Sorte 42 irzbrob 2. Sorte 63 in«. ublikm zur Nach- r lerweg 45«, chast yorkomende Uigst eingerahint, Zeichnet r.^91 W““* .hi»1*11' W' Bekaunlmachung. In Folge Urlaubs nächster Zahltag: Samstag den 11. October. Großherzogliche Districts-Einnehmerei Gießen L In Ser Strafsache! gegen den Landwirth Heinrich Becker von Alten-Buseck, vertreten durch R.-A. Dr. Muhl wegen Beleidigung hat das Großh. Schöffengericht Gießen am 4. September 1884 für Recht I erkannt: L , r Heinrich Becker IV., Landwirth von Alten-Buseck, 54 Jahre alt, evangelisch, verheirathet, wird wegen Beleidigung des Forstwarten Bolz aus Antrag von dessen vorgesetzter Behörde mit fünfundzwanzig Mark Geldstrafe, im Falle der Uneinbringlichkeit mit drei Tagen Gefängniß bestraft und hat die Kosten des I Verfahrens zu tragen. Gleichzeitig wird dem Forstwarten Volz die Befugniß zu- gesprochen, den entscheidenden Theil des Urtheils nach dessen Rechtskraft innerhalb 8 Tagen, von Zustellung einer Abschrift an, einmal iin „Gießener Anzeiger" | auf Kosten des Angeklagten zu veröffentlichen. Die Nichtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. Gießen, den 20. September 1884. Neidhart, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. 6501 Lieferung oon Kettzeug. Die Lieferung von Strohsäcken, Betttüchern rc. für das Provin- zial-Arresthaus dahier, veranschlagt zu 1041 vtL 50 H, sowie die Lieferung von 138 Stück wollenen Teppichen, veranschlagt zu 1232 Jl. 40 H, soll im Submissionswege vergeben werden. Voranschlag, Bedingungen und Muster liegen auf unserem Bureau zur Einsicht offen, woselbst die Angebote bis Samstag den 11. l. Mts., Bormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei einzureichen sind. Gießen, den 3. October 1884. Großh. Kreisbauamt Gießen. __________Walter. 6500 Pferde- Versteigerung. Donnerstag den 9. d. Mts., Vormittags V2II Uhr, sollen im Großherzoglichen Hofmarstalle dahier 1 Reitpferd (Damenpferd) und 2 Fahrpferde öffentlich versteigert werden. 6513 Darmstadt, den 3. October 1884. Großherzogliches Hofmarstall-Amt. Frhr. von Nordeck zur Rabenau. I§isgeöotm«. aseline - Schwefelpomade von Bergmann & Co, Köln, entfernt Schuppen, Schorf etc., wirkt Süßer u. Rauscher- Apfelwein bei 6053 Ij. Oer&erS« Montag d. 6. d. M. ffiW — — - besuche ich den Pferde- markt zu Frankfurt a. M. mit einem großen Transport russischer Ponnis u. Doppelponnis. 8. Neuberg, 6512 Berlin, Lehrterstr. 13. Comptoir-Utensilien in großer Auswahl, Buchdruck-Arbeiten aller Art in feinster, billigster Ausführung em- stehlt 1164 H. Hühn, Papierhandlung u. Buchbinderei. 6319 1 Bienenhaus, Schlender- Honig und 8—10 starke, nährige Bienenvölker, Strohstöcke, verkauft ä Volk zu 13—15 JL Lehrer Roth, Lindenstruth. 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