V«reck« r SchulDeage 7. hierzu etwa erwirkt haben. Dr. Boekmann. n Injefjen. « f t 5516 Wing,UM. ' besorgt penheim a- B. 9Ut rofeti »M tauf'" 9** ”9ber WditB Mgsraumen rc. ein vom 1. Lc- n. Rechtsanwalt- rpett, * ■&■»** Mlveb—' ittW ir: Digsp^ _ , . o . ° Gießen, am 1. September 18L4. Betreffend: Die Führung des Lande-wappenr. Das Großhcrzogliche Krcisamt Gießen an die Grotzherzoglichcn Bürgermeistereien de» KretseS. Sie wollen binnen 8 Tagen berichten, welche Vereine in Ihren Gemeinden das Hessische Wappen führen und welche davon eme speerelle Erlaubmß "'Zs« »ft \ H°usgartkvt L^nfltitu «£?t ^45®mmi ^tstraße 32. ,e„Qn drr Grün- > S’nn tin ^bcrstraße 6. apolitische Ueberflcht. Gießen, 4. ©eptemba. Die Parade des Garde-Corps am Sedanlage in Berliri war vom prächtigsten Wetter begünstigt. Dar Paradeseid war nicht übermäßig staubig, di Sonne schien nicht gar zu brennend und so gestaltete sich dieser glänzendste militärische Schauspiel in Deutschland zu einem wahren Volksseste,ur d,e Berliner. Die Straßen vom kaiserlichen Schloß 618 zum Tempelhoser Selbe unb dieses selbst, soweit es nicht von den Paradetruppen m Anspruch genommen war, waren von dichten Schaaren gefüllt. Allseitig drehte sich das Gespräch um die Frage, ob Der Kaiser nach seinem letzten Unsall zu Pferbe st-'g-ri oder vom Wagen aus Die Parade abnehmen würde. Als aber der Kaffer durch die Thal bewies, daß der Unfall ohne jeden Nachtheil für ihn vorübergegangen und dr Krönt der Truppen ab ritt, da jubelten ihm immer neue Hochrufe der Zu- schauer entgegen. Der Kaiser, der vorzüglich aussah, kehrte erR furL”” 2 Uhr in die Stadt zurück. Auch die Kaiserin, die von der Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein begleitet war, schien sich von ihrer letzten Krankheit wesentlich erholt zu haben. Auch sie wohnte der Parade bis zum Schluffe bei. Neueren Nachrichten zufolge ist Aussicht sur das endliche Zustandekommen des Reichs-Pensionsgesetzes vorhanden. Bekannt lich machte die Mehrheit des Reichstages ihre Zustimmung zum Regrerungs- Entwürfe von der Heranziehung der Ofsieiere zur Communalsteuer abhängig. Wie iefct der „Magdeb. Ztg." mitgetheilt wird, hat die Regierung, welche sich dem Drucke der öffentlichen Meinung wohl nicht entziehen konnte, von. sammt- lichen General-Commandos ein Gutachten darüber erfordert, ob ^zulässig erscheine, daß das Privatvermögen der Osficrere der Communal-Besteuerung unterworfen werde. In Folge der erthellten Gutachten, welche die aufgeworfene Frage einstimmig bejaht haben, soll die Regierung entschlossen sern, der Communal- Besteuerung der Ossiciere bezüglich ihres Privatvermögens zuzustlmmem ,tz>er- durch würde der größte Stein des Anstoßes, welcher dem Zustandekommen des Gesetzes im Wege stand, beseitigt fein. Berliner Blätter erinnern, datz mit dem 9 ds das Gesetz vom 9. Juni d. IS. gegen den verbrecherischen unb gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen vollstänbig in Kraft tritt, wonach b,e Herstellung, ber Vertrieb unb bet Besitz von Sprengstoffen, sowie bie Einführung ber,elben aus bem Aus- lande, unbeschadet der bestehenden gesetzlichen Beschränkungen, nur mit Polizei- (u^er Genehmigung zulässig,>st.^ bisherigen SDirector bes Michs-Gesund- heitsamtes, Geh. Sanitätsrath Dr. Struck, die nachgesuchte Ent affung be- willigt worden ist. Bezüglich des Nachfolgers ist noch kein Beschluß gefaßt, man erörtert vielmehr noch die Vorfrage, ob ein Verwa tungsbeamter oder eme medicinisch-technische Autorität an die Spitze des Amtes gestellt werden soll, besten Leitung einstweilen der Geh. Rath Dr. Koch übernehmen wird Der bisherige Leiter des Amtes, Dr. Struck, war lange Jahre hindurch Militärarzt und bevor er an das Gesundheitsamt berufen wurde, Regimentsarzt des m Berlin qarnifonirenben Kaiser - Franz - Gari>§ - Grenadier - Regiments Nr. 2. Wahrend feiner militärärztlichen Wirksamkeit in Frankfurt a. M. lernte ihn Fürst Bismarck kennen, besten Hausarzt er viele Jahre hindurch geblieben ist. lieber die ©tationirung deutscher Kriegsschiffe vor Westafrika erfahren wir, daß außer der Corvette „Bismarck" dorthin später noch die Corvelten „Sophia" unb „Olga" folgen sollen. Diese beiden letztem Schiffe sollen bekanntlich vorläufig mit ber „Unbine" nach bem Mittelmeer gehen- Ein — leider allzuspät — erschienener Erlaß des kaiserlichen Statthalters in Elsaß-Lothringen in der Optantenfrage, durch welchen letztere geregelt unb einer schärferen Handhabe unterstellt wird, grebt authentische Aufschlüsse über den Stand dieser Frage. Abgesehen von den 696 Personen, welche aus Vorschlag der Optanten-Commission als Ausländer anerkannt worden und in’S Land zurückgekehrt sind, befinden sich noch 14,924 Personen im Reichslande, welche nicht in Elsaß-Lothringen geboren ober welche ursprünglich gültig optirt halten. Dieselben bitben 4585 Familienstänbe. Es besteht nun für die Zukunft bie Gefahr, daß sich burch bie Nachkommenschaft dieser Familien eine ganze Colonie von Ausländern, und zwar fast ausnahmslos von Franzosen im Reichslande ansammelt, „wodurch ber deutschen Armee ein nicht unbedeutender Procentsatz von einstellungssähigen Männern entzogen wird", was durchaus verhütet werden muß. Und dies letztere wird durch den Erlaß des Statthalters erreicht. Die jetzt hierlands lebenden Ausländer sollen in ihrem Wohnsitz nicht gestört werden, wohl aber deren Söhne, sobald sie das17. Lebens- fahr zurückgelegt haben. Diese sollen sich dann entweder naturahftren lassen Miusbm, 1. öetiniethen^ AM WA 'aden misLogiz J|)d schlössen l. ohne Wl°dM' Glas, Porzellan unter Garantie > W|er• n, LönMiilE-. edition d. Henstmad^tN ■------------------- " «reiO jährlich 2 War? 20 Pf. mit »ringerlotzn. Erscheint tckglich mit Nosnahme W Montags. Durch die Pest bezogen vierteljLhrNch 2 Mari 50 Pf. 207 Freitag den 5. September 1884 Gichmcr Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. LLE blltinn em- ff 5097 nann^ U s WW Mm k 20 Pf. an ber 'brücke ber Main- ___________5724 he« b Dienstmann.^ ober sie werben ausgewiesen unb bürfen nur aut 14 Tage ober 3 Wochen jährlich rum Besuch ihrer Eltern ober Verwandten zuruckkommen. Es flieht erner noch 359 junge Leute im Reichslande, welche mit Entlassungsurkunde ausgeroanbert sind unb bie bann noch im wehrpsiichügen Alter nach hier zuruck- chten unb bauernb Aufenthalt nehmen. Natürlich haben diese Leute in der deutschen Armee nicht gebient, meist auch nicht in ber französischen, °a ne fast ausschließlich der reichen Aristokratie angehören, so wirb baburch em übler Ein- druck in Elsaß-Lothringen hervorgerufen, ba eben die Aermeren allen ihren Staatspflichten, auch der Heerespflicht, nachkommen. Diese 359 jungen Leute haben nun binnen 4 Wochen ihre Eigenschaft als Auslanber nachzuweisen, können sie dies nicht, so werden sie sofort in bie Armee emgestellt anbernsalls werden sie ausgewiesen unb dürfen sich jährlich nur 14 Sage bis 3 Wochen ium Besuch bei Eltern und Verwandten hierlands aushalten. Der stalthalter- liche Erlaß hat bei allen Schichten der elsaß-lothringische» Bevölkerung hohe Besriedigung hervorgerufen, da er sich mit voller Schärfe gegen diejenigen wendet, welche nur für Frankreich optirt haben, um entweder selbst ober für ihre Sohne von ber Erfüllung der Dienstpflicht im deutschen Heere befreltzusem. XIX. Siede" bringt über den General Briöre be £ Jsle, den Nachfolger Millobs als Commanbirenben bes Occupations-Corps m Tonz- ting, folgenbe Mitthellungen: „Dieser General, we cher tn ben Antillen geboren ist eine eiserne Gesunbheit besitzt unb bereits, als Gouverneur be» Senegal Proben seiner mllitärischen Energie unb seiner Verwaltungs-Talente gegeben hat, ist für das Dbercommanbo in Tongking, wo mehr zu orgamjiren a S zu kämpfen übrig bleibt, ganz geeignet." „Figaro spricht sich >m nämlichen ^'E§hjna hat den Krieg immer noch nicht erklärt; g^>entheilige Gerüchte sind laut Versicherung der „Agence HavaS" unbegründet. Einstweflen dauert die Rache- und Psandnahme im fernsten Osten fort unb „Paris zufolge ist nach bem Strafacte am Min unb bet Besetzung Formosa» burch Truppen aus Cochinchina Hainan bas nächste Operations - Object Courbet s. Da bas Festlanb von Europa nach sranzösischen Begriffen »strenge lAutralstat ang^dt hat", so steht den Franzosen nichts rni Wege, ben Walfisch bes himmlischen Reiches zu harpuniren. Aber bie Sache hat Doch auch ihre Kehrseite, unb bie „Libertö" prebigt Ferry aus guten Grünben Mäßigung; denn erstens muß Frankreich bie Ausgaben vorstrecken, auch wenn China ^'eßsich bie ^eche grünblich bezahlen sollte; bas französische Bubget hat aber bereits großes Loch unb eine Anleihe wirb ohnehin ndthiz werben; sobann aber „mußten wir eine wirkliche Armee nach China schicken, unb bas hat um so mehr auf sich, a"» man nicht wissen kann, ob bie Rechte ber Neutralen boch emmat m bte Brüche gehen unb bann auch europäische Verwickelungen kein Ding ber Unmog- liiEeit bleiben. „Je höher bie spätere Kriegsentschädigung bemessen wirb,, besto riesiger werben die Opfer, um dieselbe zu erlangen!" meint die „Llbertö und räth^ schließlich, man möge sich mit Formosa unb Hainan begnügen unb bann China gegenüber eine ruhig zuwartenbe Stellung emnehmen. ^nbeß, wenn China ben Krieg erklären sollte, so wird es n>cht mehr in Ferry s sreier Wahl stehen, wie weit unb auf wie lange Frankreichs Macht im fernen Osten engagirt(tmrbinigen murbe ber engl. General Lorb Wolseley zum Commanbeur ber gefammten militärischen Streitkräfte in Ägypten erwannt. Wolseley, burch die erfolgreiche Führung der Rebrwer-Expedltlon 1870 nut rpirhpr Prfnbrnna QUöaßftüttßt ift wohl bet 33eiter bes von ber Regierung an- genommenen Planes, die Expedition den Nil herauf zum Entsatz« der Garnffon in Khartum, fpeciell Gordon's, auf starken, nicht zu großen Booten zu unter nehmen Die Militärbehörden in Kairo hatten einstimmig erklärt, dieser Plan sei unausführbar. Wolseley wird nun bemessen müssen, daß unter seiner Ober- leitung das Unternehmen zum Erfolg sühren kann._________ Ieulschland. . ,, Darmstadt, 2. September. Das Großherzogliche Regierungsblatt "Beftrnntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Bezah- •lung ber Katastervermessungs-Arbeiten betreffend. Aranüreich. , „ . gßetiS, 2. September. Mllloi wird sich am 22. d. M. In Saigne nach 5ran - re,(6 bementlrt baS schreibt: ES feien alle Vorbereitungen getroneii, notywenv.g, v. Division n-ch China za schicken. Dieselbe würde auS 2500 Mann Marine-Infanterie und 6000 Ltnientruppeu bestehen. Die Ernennung de« neuen Truppev-BefehlShabers für Tovgktog würde tm ersten Mnisterrath nach der Rückkehr Ferry'S erfolgen. — .TempS" betont die Nothwendtgkett, das Commavdo in Tongktng wegen der großen Wichtigkeit einem bereits mit größeren Truppen-CommandoS vertrauten Officier anzuvertrauen. Telegraphische Depesche«. Wolff's teletzr. Torrefpondem-Bmeea«. Berlin, 3. September. Dem „Börsen-Courier" zufolge verbot die Regierung der Unionsstaaten von Nord-Amerika die Einfuhr von Lumpen aller Art aus allen Ländern ohne Ausnahme vom 1. September ab auf 3 Monate. Drachenberg, 3. September, ec. K. Äa Hoheit der Kronprinz traf in Begleitung des Prinzen Leopold von Bayern mit Extrazug um 3 Uhr Nachmittags hier etn und wurde von der Bevölkerung mit lebhaften Zurufen empfangen. Nach Begrüßung Seitens der Behörden und Jnfptctrung der Krtegervereine fuhr der Kronprinz in das Schloß, woselbst Galatafel stattfindet und Abends der Thee eingenommen wird. Wilhelmshaven, 3. September. Der Bremer Dampfer «Hohenstaufen", von Bremen kommend versuchte heute Nachmittag nördlich von Wangeroog, eine in Kiellinie rangirte Division eines Geschwaders zu durchbrechen und rannte dabet der Korvette „Sophie" fast rechtwinkeltg in die Backbordsette, nahe der Mitte des Schiffes. Beide Schiffe erlitten Beschädigungen; von der Besatzung und von Paffagteren wurde Niemand verletzt. DaS Artillerieschtff „Mars" begleitete den .Hohenstaufen" nach Bremerhaven. Die „Sophie" kehrte nach Wilhelmshaven zurück. Amberg, 3. September. In der gestrigen Sitzung der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands sprachen der Fürstbischof von Salzburg über die päpstliche Encyklika, betr. die Freimaurerei, und der Landtagsabgeordnete Hitze (Gladbach) über die Ziele und Aufgaben der christlichen Arbeitervereine. Die Anzahl der Thetl- nehmer beträgt jetzt etwa 1400. Paris, 3. September. Die Zahl der Cholera - Todesfälle in Toulon und Marseille ist unbedeutend. In den Ostpyrenäen starben in den letzten 24 Stunden 14 Personen. — Das Journal „Paris" dementtrt, daß Millot Verstärkungen verlangte. Dem „TempS" zufolge würde über die gegenwärtigen Bewegungen Courbet'S Stillschweigen beobachtet; sehr wahrscheinlich indessen habe sich Courbet zu einem gewissen Punkte begeben, um mit zwei Packetbooten und einem Transportschiffe zusammenzutreffen, welche aus Tongking Truppen brächten, die bestimmt seien, mit der Flotte bet etzner neuen Operation zusammen zu wirken. — Ja Konstantinopel werden egypiische Provenienzen einer btägigeo Observation unterworfen. Rom, 3. September. sCholerabericht.^j Gestern sind in den Provinzen Alessandria 1 Erkrankungs- und 1 Todesfall, in Bergamo 22 Erkrankungs- und 8 Todesfälle, in Campobasso 5 Erkrankungs- und ebensoviel Todesfälle, in Caserta 1 Er- krankuagsfall, in Cuneo 29 Erkrankungs- und 17 Todesfälle (davon in BuSca 8 Erkrankungs- vvb 3 Todesfälle), in Genua 21 Erkrankungs- und 16 Todesfälle (davon in Spezzia 14 Erkrankungs- und 13 Todesfälle), in Massa e Carrara 11 Erkrankung«- und 9 Todesfälle, in Modena 3 Erkrankungen, in der Stadt Neapel 122 Erkrankungs- und 69 Todesfälle, wobei 6 frühere Erkrankte; in der Provinz Neapel 5 Erkrankungs- und 2 Todesfälle, in Parma 4 Erkrankungs- und 5 Todesfälle und in der Provinz Turin 11 Erkrankungs- und 9 Todesfälle vorgekommen. Rawitsch, 3. September. Se. K. K. Hoheit der Kronprinz folgte heute mit dem Prinzen Leopold von Bayern, den Generälen v. Stiehl und y. Wichmann, dem Fürsten v. Hatzseldt und seiner Suite einer Einladung der städtischen Behörden zu einem Döjeuner im Rathhause. Der Bürgermeister Weissig, welcher Se. K. K. Hoheit den Kronprinz bewillkommnet hatte, brachte bei der Tasel ein Hoch auf Se. Maj. den Kaiser aus, welches der Kronprinz durch einen Toast aus die Stadt Rawitsch erwiederte. Bern, 3. Septbr. Die Ein- und Durchfuhr von aus Italien kommenden ungebeizten Häuten, Hadern, alten Kleidern ist, mit Ausnahme von Passagiergepäck, verboten. Madrid, 3. Septbr. Rach amtlicher Meldung sind seit dem 29. August in Alicante 5 und in Novelda 42 Cholera-Todessälle vorgekommen. London, 3. September. Die „Times" meldet aus Fu-tscheu von gestern, in der Stadt und in der Colonie herrsche jetzt Ruhe. Der Viceconsul sei nach der Stadt zurückgekehrt, auch die Rückkehr des Consuls werde bald erwartet. Die Pagode stehe unter dem Schutze chinesischer Truppen, die Chinesen seien mit der Wiederherstellung der Forts beschäftigt. Die Ordnung werde lediglich durch Mannschaften ausrecht erhalten, welche englische und amerikanische Kriegsschiffe gelandet hätten. Hongkong, 3. September. (Telegramm der „Agence Havas.") Das Kriegsschiff „La Galiffonniäre" ist zum Schutze der französischen Handelsschiffe hier eingetroffen. Oeffentliche Sitzung des Provinzial-ArrSschirffeS der Provinz Over- hegen. (Fortsetzung.) In Sachen des Großh. ForstfiScus gegen die Gemeinde Erben- bausen wegen GemarkungSselbstftändigkeit des Walddistrictes Taubenthal waren als ®ertretet des Klägers Rechtsanwalt Or. Reatz, als Vertretet der Beklagten Rechtsanwalt Diety und alS Vertreter der beigeladenen Freibetren von Schenk zu SchweinSberg Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch erschienen. Nach längeren Verhandlungen, in welchen auch die Beweisaufnahme erfolgte, erkannte der ProvinzialauSschuß, daß der von dem Kläger erhobene Recurs gegen das Urtheil des KreiS- ausschusseS Alsfeld vom 23—26. September 1882 für begründet zu erachten und die Gemeinde Erbenhausen, dem Klageanspruch entsprechend, zur Anerkennung der Gemarkungsselbstständigkeit des DfftrictS Taubenthal und zur Unterlassung künftiger auf eine Herbeiziehung desselben zur Gemarkung Erbenhausen gerichteter Handlungen, sowie zum Ersatz der Kosten und zur Zahlung eines AversionalbetrageS von 60 in die Provinzialkaffe zu verurthetlen sei. a B-zi-bung interessante Sachverhältniß geht ausvachfiehenden Entscheidungsgründen hervor: v-mb-r'lk7gzuR-7?Mnn^ Ä"if'8 a,8felb ,n Sitzung °°m 1. Na- daß die Gemarkungrs-lbstiindigk-it de» WalddiflrictcS Taubenthal nicht nachgewi-sen, KlSg-r mtt seiner Klage abzuwetsen und In di- Kosten des B-rsahr-n» zu verurthellen sei. Nachdem hiergegen vom Klüger Recurs an den Provinzialausschuß verfolgt worden war, hat letzterer am 15. JuU 1881 das Urtheil d-S KreisausschufleS auf- Z°d°ben und die Sache zur erneuten Verhandlung unter der Auflage der Beiladung b" mstbetheiligten Freiherren von Schenk zu SchweinSberg an den Kreisausschuß d«S Kreises MSfeld ,urück°-rwi-s-n unter Comvenstrung der Kosten deS TerminS und ohne Ansatz eines Av-rsi°n°Ib-tr°gS: dt«s-s Urtheil d-S Provinz,alauSschuss-S wurde am 28. Decernber 1881 von Großh. Verwaltungsgerichtshofe bestätigt. ~ ®er KreiSauSfchuß des Kreises AlSfeld verhandelte hierauf unter Beiladung der Freiherren Schenk zu SchweinSberg aufs Neue in der Sache und erlieft ein am 26. September 1882 publicirtes neues Urtheil, durch welches abermals die Klaae deS FiScus abgewiesen und die GemarkungSselbständigkeit des Walddistricts Taubenthal alS nicht erwiesen bezeichnet wird. v Gegen dieses Urtheil ist Seitens des Klägers rechtzeitig RecurS erhoben Worden. II. DaS angefochtene Urtheil des KreiSansschuffes AlSfeld vom 26. Septbr. 1882 stützt sich wesentlich auf die Entscheidungsgründe des Urtheiis vom 1. November 1879 und geht somit davon auS, daß eine Ersitzung der Gemarkungsfreiheit, zugleich aber auch die Analogie deS vorliegenden Klageanspruchs mit der actio negatoria ausgeschlossen fei und nach der allgemeinen Rechtsregel actori incumbit probatio verfahren werden müsse; der vom Kläger in Gcmäßhett letzterer Regel versuchte Beweis sei mißlungen; der Umstand, daß der Großh. ForstfiScuS zu den Communalumlagen der Gemeinde Erbenhausen nicht herangezogen worden sei, beweise nicht für die Gemarkungsfreiheit, weil er seinen Grund darin haben möge, daß in den lieber sichten der Normalsteuers capitalien des Steuerbezirks Homberg a-O. die fiscalrschen Waldungen nicht.eingettagen worden seien; übrigens hätte der Großh. FiScus doch an den Communalumlagen participirt und sei insbesondere zu den zur Ausgleichung der Kriegskosten erhobenen Communalumlagen von der Gemeinde Erbenhausen herangezogen worden, auch sei der fragliche Walddistrict in Flmkarten und Grundbüchern als eingemarkt in der Gemarkung Erbenhausen vorgetragen; eS spreche ferner gegen von dem Kläger behauptete Ge- markungsfreihert der Umstand, daß die Familie der Freiherren von Schenk zu Schweinsberg, welche den Walddistrict Taudenlhal tn ungetheilter Gemeinschaft mit dem Großh. FiScuS besitzt, stets und ohne Widerrede die Communalumlagen an die Gemeinde Erbenhausen enttichttt habe. Auch die Thatsache, daß der Großh. FiScuS im Walddistrict Tauben- thal Vicinalwege unterhalten habe, beweise nichts, denn die, die Communalumlage zahlende Familie der Freiherren von Schenk habe dabei participirt und die Qualität fraglicher Wege als CommunUwege stehe noch nicht fest. Auch beweise die Weigerung der Gemeinde, sich am Wegbau zu betheiltgen, nicht für die Gemarkungsfrelheit der betreffenden Distrikte, ebensowenig könne die Ausübung der Jagd durch den Großh. Fiscus und durch die Freiherren von Schenk zu SchweinSberg alS ein Grund für die klägerischerseits behauptete Gemarkungsfreiheit geltend gemacht werden, da das Jagd- recht im Drstrict Taubenthal auch Andern zugeftanden habe und gegenwärtig, aller- dingS unter Widerspruch Seitens des Großh. Fiscus von der Gemeinde Erbenhausen ausgeübt werde. III. Die in der Recursrechtfertigung und in der heutigen öffentlichen Verhandlung hiergegen geltend gemachten Gründe gipfeln darin, daß der Großh. FiscuS die Communalsteuern an die Gemarkung Erbenhausen niemals entrichtet habe, auch die Theilnahme an der KriegSkostenausgleichung nicht für die Gemarkungszugehörigkeit a“f Wcnbenn Normen beruhe, und daß der ForstfiScus sich jedenfalls thatsächlich im Besitz der Steuerfreiheit befinde; daneben wird vom Kläger wiederholt auf die Thatsache des vom FiscuS ausgeführten Baue« der Vcinalwege, zu welchem der ForstfiScus die verurtheilten Forstfrevler anhielt, hingewiesen, sowie auf mehrere ©rfläruoen der Gemeinde Erbenhausen und deS Landraths, in welchen ausdrücklich der Walddistrict Taubenthal als außerhalb des GemeindegemarkungsrechtS stehend anerkannt wurde, (s. Erklärungen vom 4. April 1843 , 20. Februar 1849 und 12. September 1851.) IV. Von den hiergegen Seitens deS Vertreters der Gemeinde Erbenhausen geltend gemachten Gründen sei vor Allem die Einrede der Verjährung, nämlich der einer auf SlcquintiDDerja^rriHfl begründeten Entstehung deS GemarkungSrechtS der Gemeinde, gewürdigt; angenommen dieser Entstehungsgrund deS GemarkungSrechtS oder der GemarkungSfreibeit sei rechtlich möglich — s. von Lepel, der Großherzoglich Hessische StaatSrath, 1856, Seite 137 — so ist soviel sicher, daß die Thatsachen, auf welchen die Verwahrung basirt oder aus welchen auf sie geschloffen werden soll, sämmtlich unsicher geführttn Rech?sstreites"sind^ btnCt übtr ba6 bestehen der Gemarkuagszugehörigkeit WaS sodann den von dem Anwalt der Beklagten im heutigen Termine vor- gelegten handschriftlichen Folianten anlangt, welcher auf seinem ersten beschriebenen Blatte die Aufschrift trägt: „Gerechtigkeit der Gemeinde Erbenhausen, welche Sie außerhalb Ihrer Gräntz und gemarkung haben", so stebt zwar auf Seite 4 dieses Buches: „An Herrschaftlichen und anderen Waltungen haben sie in dieser Gränz und Gemarkung: I. Einen Walt den Seuffer genannt, 2 den Daubenthal genannt", aber biefer übrigens tn seinem Ursprung nicht sichere Eintrag beweist deshalb nichts für die Ansicht der Beklagten, weil unter der „Gemarkung- hier, mögltcherwetse wenigstens, die GutSgernarkung zu verstehen ist. Die von beklagter Sette geltend gemachte Behauptung, daß der Großh. FtScuS an den durch die Parcellenvermeffung von Erbenhamen entstandenen Kosten theil- genommen habe, ist richtig, prfijubtetrt aber in keiner Weise einem eigenen GemarkungS- redit für bie Walbgemarkung im Gegensatz zur Oemetnbegemarfung, da eS nur wenige fiScalische und private Gemarkungen mit eigenen Katastern gtbt Die große Mehrzahl der gemarkungsselbstständtgen Domantalwaldungen find regelmäßig in den Katastern ber Gemeinden ausgenommen, denen die betreffenden Gemarkungen in administrativer Beziehung zugethetlt find, wie dies den ministeriellen Normattvbestimmungen entspricht (ok. Nachtrag zu der Instruction für die Aufstellung der topographischen Güter- verzeichnisse und Flurkarten zum Behuf deS Katasters vom 2. Juli 1832, Reg.-Bl. 481). Nach S 6 dieser Instruction werden einzeln liegende Höfe, Feld- und Wald- parceUen tn die Güterverzeichntsse derjenigen OrtSgemarkungen aufgenommen, zu welchen sie ihrer Lage nach am besten paffen, und nach S 10 soll durch diesen Eintrag keine Aenderung an privatrechtltchen Verhältnissen oder an der Verbindlichkeit zur Theilnahme an außerordentlichen Ausschlägen und Gemeinbeumlagen herbetgeführt werden. Nach ber conßanten Rechtsprechung des früheren StaatSrathS steht fest, daß bie w den Jmmobtlienkatastern enthaltenen Einträge in gemarkungsrechtlichen Verbält- niffen ber Gemeinden nicht präjudiciell erscheinen, — so wenig alS ber Eintrag in einem legaltfirten Grundbuch, wenn nicht neben diesem Eintrag die anderen Crt- ^Ür ^ZemarkungSzugehörigkett — die hier fehlen - vorhanden sind. In vielen Grundbüchern sind zwei anerkannt selbstständige Gemarkungen eingetragen, bte in ber Regel alS Gemeinde- und Waldgemarkang bezeichnet werden. In diesem Derhältuift zu der Gemeindegemarkung Erbenhausen steht ber Großh. FiScus rücksichtltch deS . MhalS. Daß er die auf baS Taubenthal entfallenden VermeffungSkoften bezahlte ist selbstverständlich und kann nichts für die GemarkungSzugebörigkeit beS Tauben- tbalS zur Gemeindegemarkung Erbenhausen beweisen. So beweisen auch die Etnttöae in den GemarkungSbeschretbungen von 1831 und 1833 nichts für bie GemarkunaS- zugehörtgkett beS fraglichen WalbdtstrictS. Von den nach ber Behauptung der Be- Seitens beS „KameralfiScuS" einmal an bie Gemeinde Erbenhausen bezahlten 9 fi. 29 kr. ist anzunehmen, daß sie für andere Grundstücke Seitens beS FiscuS bezahlt wurden. . _v- Di-s- B-urib-ilungkn der non den beiden Parteien vorgetragenen Gründe und G-g-vgründ- vorauSgesandl erübrigt di- Erwägung deS hierdurch sich als und-, stritten fich ergebende» Sach- und R-chlSv-rhiiltniffts. Unb-ftritt-n b-fteht das G-- markungSrecht einer Gemeinde — f. von L-v-l a. o. O. S. 133 — tn der r-chtliL-a B-fugniß, die Besitzer einzelner Grundstück- zur Deckung der Communalbedürfntsie nach nüb-r-r Bestimmung der Gesetz- h-ranzuz'-h-n, wogegen di- Gemeinde diesen Grundbesitzern alle diejenigen Vorthetle gewShren muß, welche ebenfalls nach Maßgabe der besonderen gesetzlichen Bestimmungen die Grundeigenihümer einer Gemarkung beanspruchen können, wöhrend andererseits das eigene GemarkungSrecht einzelner Grund« b?r B-rpfl'chlung, ,u7°n Ästen d^r Gem-L beitragen zu müffen, besteht und in ber Verpflichtung, diejmigen Lasten allein zu Vermessungch^ bi“ ®emarPuD0Cn Sksetzlich obliegen, so namentlich Wegbau, Feldschutz, , Nlmmt man nun die als Consequenzen des GemarkungSrechtS, bezw. der Ge- markungSfreiheit sich darstellenden Thatsachen als Ausgangspunkt an, von dem auf b,e.@^arnMU9,65rKl6ftlt ob‘r rückwöris zu schlichen wl«, so erM sich unter Berücksichtigung der proceffualev Lage Folgendes: y , . Umstande, daß der Großh. FiScuS die Communalumlagen ber Gemeinde ^^En^aufen nicht mittrug, steht allerdings bis zu einem gewissen Grade paralifirend die Thatsache gegenüber, daß die Freiherrn von Schenk zu SchweinSberg, wiewohl Miteigenthümer jeneS Waldes, die betreffenden Umlagen bezahlten. L 2) Dem Umstande, daß die Gemeinde fich thatsächlich im Besitze beS Jagb- n4tS befindet, steht die mehrfach erwähnte, frühere ausdrückliche Anerkennung ber GemarkungSfreiheit Seitens ber Gemeinde Erbenhausen selbst gegenüber. , . b) DaS Uebergewicht, welches durch die Erwägung dieser Anerkennung erzeugt mlrb, mehrt sich Zu Gunsten beS Klägers, wenn man erwägt, daß der Kläger den Weg- ban ^m besagten Walddistrict ohne die Gemeinde Erbenhausen besorgte und jedenfalls zur Zeit im Besitze der Stmerfretheit ist. LS e* WS WS WÄ ffietpitter in dn iurbe MiE 28s. WS«* ’/Ä' leugnen, daß Pasteur tn seinem Impfstoff die Welt mit einer großen Entdeckung be* schenkt hat. i\ T)»mnfla mufett die SJicbriobl der erbrachten Beweise als für den Äläfler sprechend anerkannt, demgemäß die Klage für beendet erachtet und bet dem völligen Unterliegen der Gemeinde Erbenhausen diese tn die Kosten des Verfahrens und za Zahlung eine« AverfionalbetragS von 60 ^L verurlhetU werden. Nieder-Odmen 3 September. Wte alljährlich, so begingen gestern die Schulen der Umgegend die G^Schtn.ßfeter deS SedantagS. Trotz der überhäuften SirhXn hnttrn GA nuf dem Nestplotze viele Bewohner etngefunden. Nachdem dte »lenhaln Berufe d Merlau und Wettsaasen mit Musik vor dem SS1b clt der htestge Lehrer, Herr Dern, dte Festrede. Mtt be- «dtrr Sun« kg“« b>« B.diutung d-S Tag.« bar g-bacht- b-r g-sallen-n Ärleger unb wu« nad> wie brr Zag von Stban uns Alle. befonber« aber btt Älnber, mahne: Tbu? eure MtAt- wie ber Tag fei ein lag bernüthlgca ®an*e«, ein Mahner ja Wtt«f«Mgm ffianb«! unb ein Tag trnflen G-lüdd-S bankbarer Hingabe an ben Gott aai?» «gfnnherB betonte Redner, daß dte Lehrer dazu berufen seten, Männer von Sba$tter befanjibllben, welche mit baju beitragen, ba& Gerechtigkeit unser Volk erhöhe und wckt die Sünde unseres tianbeB Verberben werbe. Mit einem Hoch aut Seine M-jestit ben ®at"er unb ©e. Röntgt Hoheit ben Giohherjog schlotz Lehrer Dem - Nun wechselten Spiele unb Gesänge ber einzelnen Schulen ab. Besonbtrs tnteresiant war bas gemeinsame Turnen aller Knaben unb die Aufführung einer Scene au« Schiller'« „ZeO” oon ber Schule Atzenhain. Ungünstige Witterung nölhlgte zum Helmmarsch. Hoffen wir, baß bas Sebansest noch lange Jahre In dieser^Weise ge- feleit ^gr6ttr 2. September. Heute Nachmittag gegen 5 Uhr zog ein schwere« Gewitter tn ber Richtung von Westen nach Osten Ober unsere Stabt, welche« von starkem Regen unb einem orkanartigen Wlnbe begleitet war. Durch ben letzteren würbe mannigfacher Schaben sowohl an Häusern, wie tn ben Gärten ungerichtet. Wenn bas Gewitter auch nicht sehr lange anhteli unb dasselbe, soweit bekannt, keinen betreten Schaben tn unserer Stabt unb Umgegcnb ungerichtet Hai, Jo jut brr Drtun neben anbern Beschädigungen tn hiesiger Stabt feine zerstörende Macht auch besonder« an unserem neuen Posthause entfaltet, tnbem er ble hohe, au« 4 °''"nen Siangen b^ ftehenbe Fahnenstange oberhalb be« Daches umgebogen unb btefelbe ber au« bem Marbachthale kommenden starken Winbrtchtung entsprechenb über da« östliche Da» be« Haufe« gelegt hat. Da heute ble grotze Flagge aufgezogen war wegen be« Sedan, tage«, fp verlegte sich die ganze Kraft be« Sturmes darauf, dost er d e Flagge en- faltete unb nach ber Spitze der Fahne ju auf webte unb bog "^bleseWeifebte Fahnenstange um. Bei dem Umbiegen ber starken unb l^rm Fahnenstange wurde durch btefelbe noch ein Kugelauffatz an dem vorderen recht kletnen Se tenbachgiebel heruntergeworfen, welcher Im Posthofe in mehrere Stücke jerfprang; auch «ft da« Dach an verschiedenen Stellen beschädigt worden. Köln, 1. September. Gestern Abend geaen 11 Uhr wurde bet Liblar der kgl Förster Kurtlu« ermordet. Die Thäter, Einwohner von 6^ waren jur Ätrme« In tzip gewesen und fuhren spät Abend« In einem Wagen nach Köln zurück. Da der Weg bergan ging, verließ die Gesellschaft hinter Liblar da« Gefährte und gerietb balb darauf mit bem Förster, angeblich eine« Mädchens wegen, tn einen Streit, der damit endete, daß Äurtiu« ntedergestochen wurde. Nach verübter Tdat stieg di-Mordbande wieder In den Wagen und fuhr fchleuntgst von bannen. Noch ln b" Nach ab.r wurden der Besitzer und Lenker de« Wagen«, ein BLcker au« bem 8ororte ®ülj unb zwei Bethetligte au« hiesiger Stabt verhaftet, ersterer jeboch heute Morgen wieder in Freiheit gesetzt. , _ _ — Daftem'S Arbeiten zur Bekämpfung der Tollwuth waren bekanntlich einer Eommtsfion unterbreitet worden, um ihren Werth S» prüfen. Der«Ber cht^dieser Commission ist soeben veröffentlicht worden. Pasteur batte dieser Eoumüsston 23 Lunde überliefert, welche alle erst mit dem Wuthgtft und danach mit der Schutz-Lympbe geimpft waren. Unter diesen 23 Hunden, welche alle von Herrn Pasteur als echte Rassenhunde bezeichnet waren, bekam keiner bic Tollwuth, auch nicht tn Folge von Bissen von tollen Hunden. Die letzteren, welche nicht geimpft waren, erlagen jedoch sämmtlich dieser Krankheit. Nach solchen evidenten Thatsachen kann Niemand mehr Literarische». Die Arbeiter-Kolonie. Korrespondenzblatt für dte Jntereffen der deutschen Arbeiter-Kolonien und NaturaloerpfleguvgS-Stattonev, herauSgegeben von dem Centtal- Borftavde deutscher Arbeiter-Kolonien. Aaf Beschluß der ersten ordentlichen Versammlung deS Cmtral-BorstavdeS deutscher Arbeiter-Kolonien (Berlin am 12. und 13. Februar er ) erscheint daS Korre- spondenzblatt, und zwar vorläufig VI»—2 Bogen stark, alle Monate. Der Central- Vorstand hat dem Blatte den Namen .Die Arbelter-Kolonle" g-geben im Hinblick auf die wett bekannt gewordenen Arbeiter-Kolonien, besonders Wilhelmsdorf, um dem Publikum sofort erkennen zu geben, welcher Sache das Korrespondenzblatt dient. Dasselbe soll nun aber nicht etwa nur den Bestrebungen für die Arbeiter-Kolonien dienen, sondern allen Bestrebungen xur Bekämpfung des VagabundenthumS in ganz Deutschland, mögen diese offensiver oder defensiver Art sein, mögen sie von Behörden oder Privaten auSgehen. Solche Bestrebungen stellen sich in erster Linie dar in der Etarichtung eines geordneten Netzes oon NaturaloerpflegungS-Stationen über ganz Deutschland, dte den armen Wanderern daS Aufsuchen von Arbeit ermöglichen und sie so des Betteln« über- bebm. Hierher gehört auch dte Bekämpfung der schlechten Herbergen, dte von den Vagabunden leben, durch Einrichtung guter christlicher Herbergen, und wird daS Corresponden,blatt gleichzetttg daS Organ deS Vereins fdn, der sich speciell letztere Aufgabe gestellt hat. Als Ergänzung der Einrichtungen zum Verhindern deS BtttelnS dienen die Arbeiter-Colonien, eine Zufluchtsstätte der armen Wanderer, dte anderwärts keine Arbeit erlangen können, oder äußerlich schon so heruntergekommen sind, daß sie tn diesem Zustande Arbeitgeber nicht finden. m Ferner will daS Blatt gern dienen denjenigen Veranstaltungen, welche dte Verarmung und dte Verwahrlosung, daS Htnetnwachsen oder Wtederzurückfallen in daS Vagabundenthum verhindern sollen, z. B- auch den Gesängntßveretnen. Wie sich bisher alle Parteien auf kirchlichem, wte auf socialem und poltttschem Gebiete die Hand gereicht haben zur Bekämpfung des VagabundenthumS, so will daS Correspondenzblatt entschieden keiner Partei dienen und sich von Stteitfragen obiger Art ^^°^n"ttn^Vertreter der Anstalt, welche daS Korrespondenzblatt verlegt, in unserer Stadt Abonnenten sammeln will, so empfehlen auch wir, nach genommener Einsicht der btS jetzt erschienenen Nummern, dte gute Sache und hoffen, daß tn Gtetzm letztere reichliche Unterstützung finden möge. D. Red. * Handel und Verkehr. Gießen, 3. September. Auf unserem gestern abgehaltenen Viehmarkte waren 1196 Stück Rindvieh und 380 Stück Schweine aufgetrieben. Der Handel war lebhaft, jedoch hielten sich dte Preise denen der letzten Märkte so Ziemlich gleich. Nächster Markt DienStag den 16. und Mittwoch den 17. d. MtS., am letzteren Tage auch Krämermarkt. Limburg, 3. Septbr. Rother Weizen X 14.85, weißer Weizen X 14.50, fiorn X 11.00, Gerste X 8.50, Hafer X 5.80, Erbsen^—, Kartoffeln^-. Frankfurt, 3. Septbr. Auf dem heuttgen Martt kostete der Centner Heu X 2.80—2.90, Stroh X 1.90—2.00, Eier das Hundert X 5 20—6.00, Butter 1. Qualität X 1.15, 2. Qualität X 130, Kartoffeln per Centner X 2.25-2.75, Kohlrabi 3-5 H pr. ©t, (Srbfen 100 $.24-00-32.00 SWraut pr St. 20-30 A, Poularden X 0—0, Huhn^L 1.50—2.20, 1 Ente X 3.00—4.00, 1 Taube 60-00 Hahn X 1.70—2.00, Gans X 4—0.00, Welsche X 7-12.— Temperatur am C. September (Mittags zwischen 11 und 12 Uhr). Wasserwärme der Lahn 14° R. — Lustwärme 13Vr° R. im Schatten. Rüdsameu. Allgemeiner Anzeiger. Freitag d. 5. Septbr. d. I., Nachmittags 2 Uhr, in der Flett'schenHofraithe dahier, sollen durch den Unterzeichneten gegen Baar versteigert werden: . 1 Wagen, 1 Kuh, 2 Schweine, 1 Par- thie Frucht, 1 transportabler Heerdt, 2 Billard- und verschiedene Hängelampen, 3 Secretäre, 1 Pianino, 3 Kleiderschränke, 1 Spiegelschrank, 3 Sopha's, einige Commoden, Waschtische, Spiegel, Bilder und andere Einrichtungsstücke. Gießen, den 2. September 1884. Engel, 5729 Gr. Gerichtsvollzieher- Jelkgeöotenes. Prima Kieler Bücklinge zum N o h essen empfiehlt 5713 _______S. Eisoger- Regeumantel für Damen K Kinder in den neuesten FayouS und in größter Auswahl offerirt billigst F. Holberg, 5778 Kirchenplatz. la. neue holl. Voltharinge, pr. Stück 5 Pfg., empfiehlt - H. F. Nassauer, 5755 Kreuz 6. ZEUGNISSE der ersten medicinischen Autoritäten. Vollständiges Nahrungsmittel für kleine Kinder. Ersatz bei Mangel an Muttermilch, erleichtert das Entwöhnen, leicht und vollständig verdaulich. Zum Schutz gegen die zahlreichen Nachahmungen führt jede Büchse die Unterschrift des Erfinders Blciirl Verkauf in allen Apotheken und Droguen-Handlungen. 11J Iandrvirthschaftsschute ?u Weilburg an der m«. Oeffentliche Prüfung zum Schluß des Sommersemesters 3. Oct. Das Wintersemester beginnt für die Atheilung der Anstalt, deren Abgangszeugnisse zugleich zum einjährig-freiwilligen Militairdienst ^berechtigen am 16. Oct-, für die andere,(Winter kurse) am 3. Nov- Anmeldungen für beide kns zum 10. Oct- an DirÄtor Matzat m Weilburg, welcher auch Programme (kostenfrei) versendet und wettere Auskunft ertheut. Das Kuratorrum: 5763 gez. v. Wurmb, Regierungspräsident in Wiesbaden. Nächste Viehmärkte zu Gelnhausen 9. September, 14. October, 18. November 1884, 3. Kebruar, 3. Mär?, 14, Aprit 1885. worunter 8 Ehrendiplome und 8 Gold. Medaillen. Fabrik-Marke ! H. 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