L88L Samstag den 4. October Ns. 232 Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlvhrr. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pk. Erscheint IKgttch mit Ausnahme des Montags. Mrsreanr Schulstraße 7. 332 18. 435 910 I •' ,)4 Baue 21- 142 202 212 449 504 224 234 $43 253 256 310 345 355 407 415 635 655 7® Dir Nachtzeiten - [Honen, sowie auch 533 544 548 812 8| X 835 84a 720 732 74Ü 750 7aa 810 v GsLitische NeberfichL. Gießen, 3. October. In Baden-Baden wurde am Dienstag der Geburtstag der Kaiserin im engsten Familienkreise begangen. Die hohe Frau vollendete an diesem Tage ihr 73. Lebensjahr und gestaltete sich die Feier dieses Tages diesmal um so freudiger, als er mit ihrer Wiederherstellung von längerem Siechthum säst zu- sammenfiel. Neu gekräftigt tritt die Kaiserin, die auch in den schwersten Leiden stets mit bewunderungswürdiger Seelenstärke und Hingebung der Pflichten ihres hohen Berufs eingedenk gewesen ist, in ihr neues Lebensjahr. Möge es der edlen Monarchin vergönnt sein, noch lange ihre warme, nie versiegende Fürsorge allen Werken echter Menschlichkeit zuzuwenden! Gegenüber derNachricht, daß bezüglich des preußischen Staats- raths Alles still geworden sei, verlautet von unterrichteter Seite, daß doch umfassende Vorbereitungen für die Berathungen des Staatsraths getroffen werden und daß der Abschluß derselben nur noch der höhern Weisung harrt. — In den beseitigten Kreisen sieht man mit großer Spannung den Berichten über die diesjährigen Manöver der deutschen Marine und namentlich der damit verbundenen Actionen auf dem Gebiete des Küstenkrieges entgegen. Es ist bereits mitgetheilt worden, daß die Ergebnisse außerordentlich befriedigt haben. Man hört weiter, vaß die bei den Manövern gemachten Wahrnehmungen zu man- cherlei Verbefferungen und Erweiterungen führen werden. Man wird nicht irren, wenn man annimmt, daß dem Neichtstage Gelegenhett gegeben wird, Einsicht in diese Dinge zu nehmen. — Die Bemühungen, die Rerchsregierung für die nächstjährige Ausstellung in Antwerpen zu interessiren, werden lebhaft fortgesetzt; die Reichsregierung ist der Frage noch nicht näher getreten. Die Entsendung eines Reichscommiffars gilt aber nach wie vor als wahrscheinlich. Auf dem kirchenpolitischen Gebiete ist das Wiedereintreffen des preußischen Gesandten beim Vatikan, des Herrn v. Schlözer, auf seinem Posten und sein Empfang durch den Kardinal - Staatssecretär Jakobini als bemerkens- werthes Ereigniß zu verzeichnen. Es wird angenommen, daß nunmehr die seit einiger Zeit gänzlich in's Stocken gekommenen Verhandlungen zwischen der preußischen Regierung und der päpstlichen Kurie wieder ausgesrischt werden. Für den Entschluß der Reichsregierung, in der Colonialfrage auch ferner energisch vorzugehen, zeugt die bevorstehende Entsendung eines deutschen Panzergeschwaders nach der Westküste Afrikas. Die Segelordre für das- felbe ist noch nicht sestgestellt, wahrscheinlich wird es aber zunächst nach Kamerunsland segeln und dann die Küste südlich nach Angra Pequena und weiterhin bis zu den Grenzen des Cap-Landes abkreuzen. Durch die Absendung dieses Geschwaders wird zugleich die Errichtung einer fünften überseeischen Marinestation bezweckt, welche außerdem die militärisch umfangreichsten Mittel besitzen wird. Unsere überseeischen Marinestationen haben an der Begründung und dem Aufschwung unseres überseeischen Handels einen bemerkenswerthen Antheil genommen, denn erst durch die Entfaltung der deutschen Kriegsflagge auf allen Meeren ist den deutschen überseeischen Handels-Unternehmungen ein dauernder Charakter verliehen worden. Jedenfalls wird auch das nach West- Afrika bestimmte Geschwader seinen mannigfachen Aufgaben gerecht werden. Die parlamentarische Arbeit in Ungarn hat am Montag mit der Eröffnung des Reichstages wieder begonnen. Die Session dürfte zu den wichtigsten in der Geschichte Ungarns gehören; es gilt, wie aus der von Kaiser Franz Joses in Person verlesenen Thronrede hervorgeht, constitutionelle und wirthschastliche Fragen von höchster Bedeutung zu erledigen. Die Thronrede selbst wurde in der ersten Hälfte schweigend entgegengenommen, ein Beweis, daß das Vertrauen des Parlaments Seitens des Ministeriums Tisza auch diesmal erst wieder gewonnen werden muß. Erst bei der Ankündigung des Ausgleiches mit Oesterreich erfolgten Beifalls-Kundgebungen, was darauf schließen läßt, daß das neue österreichisch-ungarische Zoll- und Handelsbündniß ohne Schwierigkeiten geschloffen werden dürste. Mit freudiger Acclamation wurde auch der Passus über die intimen Beziehungen zu Deutschland ausgenommen und den Stellen über die Rothwendigkeit von Maßnahmen gegen die Verhetzung der Klaffen, Nationalitäten und Confessionen stimmte die hohe Versammlung. sogar mit Enthusiasmus zu. — Der Kaiser hat sich am Mittwoch in Begleitung seiner erlauchten Gäste, des Königs von Sachsen, des Prinzen Wilhelm von Preußen und des Prinzen Leopold von Bayern, zu den Gemsjagden nach Steiermark 6447__' SSTS le-*» Erved. ds- Il-__ lirb MAW-rü« alter« * jejans'« ’11, ’fe hauiLEL MN ’ sarbigt" sroßal, 1, D01l bej [ i^£"nn6«& Ä ao girre» | 5mge 'bur»äug''einig “iinb."' Wie es heißt, nimmt mau in englischen Regierung«- I keifen an, daß die Opposition der Mächte gegen die bekannten Verfügungen begeben. In Frankreich tritt augenblicklich die Streit-Affaire mit China vor der egyptischen Finanzsrage zurück. Es geht dies aus den zahlreichen Commen- taren hervor, welche die französische Presse sortgesetzt der egyptischen Angelegenheit widmet und glaubt der „Figaro" constaüren zu können, daß Fürst Bismarck die Führung dieser Angelegenheit nunmehr übernommen habe. Weiter versichert das genannte Blatt, daß die Cabinete von Deutschland, Frankreich, Rußland und Oesterreich die Neutralität des Suez-Kanals erlangen wollen und daß sie diese selbst um den Preis eines Krieges durchsetzen würden, falls England dabei beharren sollte, den Schlüssel des Suez-Kanals zu behalten. Nun, zu kriegerischen Verwickelungen wird es schwerlich kommen, immerhin ist aber die Situa- tion ziemlich ernst und es muß daher mit um so größerer Genugthuung begrüßt k'arviSk werden, daß die großen Continentalmächte in der Behandlung der egyptischen Ltttv V tirAA» K.trrKrtitÄ oiwa finh yni- pß beifit. nimmt man in enaliscken ReaierunaS- Ä®5 835 849 8$ 9I2 B glü io® bet egyptischen Regierung sich durch Schritte zu theilweiser Begleichung der An- sprüche der Entschädigungs-Berechtigten werde entwaffnen lasten. Aus Italien sind immer nur wieder die stereotypen Choleraberichts zu verzeichnen. Indessen wird jetzt doch gemeldet, daß die Cholera in Spezzia und Neapel, jenes der Hauptherd der Seuche in Ober-Italien, dieses ihr Mittelpunkt in Unter-Italien, beständig abnehme und daß sie neuerdings auch in Genua an Heftigkeit nachlaste. Auch im übrigen Italien hat die Zahl der täglichen Cholera-Todesjälle abgenommen und kann man daher wohl nnnehmen, daß die furchtbare Krankheit, unter deren Geißel die apeninnische Halbinsel so lange geseufzt hat, sich nunmehr ihrem Ende zuneigt. Das Vorhandensein einer franzäsisch - russischen, gegen China gerichteten Allianz, welche plötzlich von sich reden macht, wird von der osficiösen Petersburger Preste entschieden geleugnet. Es ist allerdings nicht sehr wahrscheinlich, daß die russische Regierung geneigt wäre, sich direct in die Strei- tigkeiten zwischen Frankreich und China einzumischen, nichtsdestoweniger wird Rußland, als der Nachbar des chinesischen Reiches, auf eine Ausdehnung von vielen hundert Meilen, der weiteren Entwickelung des französisch-chinesischen Gon» sticteL seine vollste Aufmerksamkeit widmen mästen. Daß dies bereits jetzt geschieht, dafür spricht die Thatsache, daß Rußland seine maritimen und mili» tärischen Kräfte im Gebiete des Stillen Oceans auf einen äußerst achtungs- werthsn Fuß gebracht hat. . r Die Mission Lord Northbrook's in Egypten, welche in so eigener Weise durch die Suspenbirung der Amoriisirung der egyptischen Staatsschuld eingeleitet worden ist, soll Ende October ihren Abschluß erreichen und würde alsdann der Lord nach England zurückkehren. Ob dis dahin Northbrook die Regelung der politischen und finanziellen Verhältnisse des Pharaonenlandes durchgesetzt haben wird, ist eine Frage, welche sich jetzt schon mit einem „Nein" beantworten läßt. Keinenfalls wird der Vertreter Englands diese schwierige Aufgabe ohne die Beihülfe und Zustimmung der andern Mächte lösen können. Viel eher wird es da Lord Wolseley gelingen, seine Mission zu ersüllen, nämlich General Kordon und die Garnison von Khartum nach Egypten zurückzu- fuhren, da sich ja in Folge der Aushebung der Belagerung von Khartum die jenem Unternehmen entgegenstehenden Schwierigkeiten ganz bedeutend vermindert haben. " LÄMaphische Depesche«. Büalff’« teUgr. eortdt)on6etti<®«irea«. Berlin, 2. October. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die kronprinz- liche Familie von München aus nach Tyrol sich zu begeben und dort einige Wochen incognito zu verbleiben. . — Ein Grenadier der Schloßwache machte, während er auf der Gallerie vor dem Krontresor Posten stand, seinem Leben durch Erschießen ein Ende. Heber die Motive der Thai verlautet nichts Sicheres. Der Selbstmörder, welcher bereits verheirathet war, soll ein pflichttreuer Soldat gewesen fein. Potsdam, 2. October. In dem Befinden Ihrer König!. Hoheit der Frau Prinzeffin Wilhelm sind keine weiteren Störungen eingetreten. Der Krästezustand hat sich in Folge dessen in erfreulichster Weise gehoben. Da auch der Scharlachproceß abgelausen ist, werden Bulletins nicht mehr aus- gegeben. München, 2. October. Die deutsche Molkerei-Ausstellung ist heute im Auftrag des Königs durch den Ehrenpräsidenten derselben, Prinzen Ludwig, eröffnet worden. Die hier anwesenden Mitglieder des königlichen Hauses, die Minister, die Spitzen der Civil- und Militärbehörden, sowie die deutschen und fremdländischen Delegirten und sonstige Notabilitäten wohnten der Eröffnungsfeier bei. Wien, 2. October. Wie die „Neue freie Preste" meldet, hätten die betheiligten österreichischen Bahnen das Berliner Hebereinkommen vom 10. Febr. 1883, betr. die Regelung des deutsch-österreichischen Eisenbahnverkehrs gekündigt, um für die bevorstehenden Verhandlungen vollkommen freie Hand zu behalten. Die preußischen Staatsbahnen dürsten die Verständigung am 30. September erhalten haben. Bremen, 2. Oktober. Nach emgegang-u-n Nachrichlen erhielt der Vertreter von Lüder,tz In Angra Pequena, Heinrich Vogelsang, am 9. August vom Corvetten- Eav'tSn v Raven die MiNheilung, daß er das akikantsche Küstengebiet zwischen dem 28. Grad südlicher Breite und der Walftschbai, sowie nördlich der Walfischdat unter den Schutz d-S Deutschen R-ichS gestellt und zu diesem Zweck in Sandwich-Harbour, sowie nördlich von der Walftschbai und Cap Frio di- deutsch-Flagge ausgehisst und Grenzpsühl- mit deutschen Nationalsarben ausgestellt habe. Der Vertreter wird ersucht, den d-Msch-a und englischen Kriegsschiffen, welche in Angra Pequena einlaufen, hi-rvoNdMittb-ilung^u machen.^^^. bie »erbr-M gewesene Nach- riebt über militärische Operationen Courbet's und die Besetzung KeelungS mit dem Bemerken, daß die Regierung seit zwMTagen keine offlctelle Mttthetluvg von Courbet^erh^elt.^ aag ßanof*aufoi0e ist der neue französische Mtnisterresident L-maire^iv Hue^ngekoffem^ um ist, K-b-lv-rbindung zwischen Saluun.©aWbon« ®^^V“Ä"»lrb h-u.° Abend 11'/. Uhr hiev zurückerwartet/ Der KriegSmintster legte in einem heute früh stattgehadtcn Minister- rathe den Entwurf für die Organisation der Goloniolarmce ■ — In Perpignan sind gestern 3 Cholera-Todesfälle vorgekommen. II. Classe- TfleT Mm. 800 (Eichener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 600 - ßB - 620 - C - 642 - l6^ - — AuS Oran werden von gestern bis heute Mittag 10 Cholera-TodeSfSlle und 11 neue Cholera-Etkrankungen gemeldet. — Die Credtte für die Expedition in Tongking und in China bis zum Ende des Jahres, welche bei Eröffnung der Kammern beantragt werden sollen, werden im Ganzen nicht mehr als 10 Millionen betragen. — Am Samstag findet ein Mtnisterrath unter dem Vorsitze Grevy's statt. — In Ctry le Noble bet Macon hat ein Dynamitattentat stattgefuuden, durch welches erheblicher Schaden angerichtet wurde. — Amtlicher Wochenbericht über die Cholera. In der Zeit vom 20. bis zum 26- v. MtS. sind in Frankreich inSgesammt 177 Personen gegen 210 in der vorhergehenden Woche an der Cholera gestorben. Die Zahl der von der Cholera betroffenen Communen bttrSgt 62, davon kommen auf das Seinedepartement 2 Todesfälle und zwar einer auf St. DeniL und einer auf St. Quen. Bukarest, 2. October. Der König und die Königin treten nächsten Montag die Reife nach Deutschland an, um der Feier der goldenen Hochzeit des Fürsten und der Fürstin von Hohenzollern in Sigmaringen betzuwohnen. Petersburg, 2. October. Das „Journal de St. PeterSbourg" bezeichnet die Meldung der „R«publ«que francaise" von Mtßhelltgketten, die jüngst zwischen dem Botschafter Neltdow und der Pforte wegen Zahlung der Kriegsentschädigung entstanden wäre und wegen deren der Botschafter eine längere Reise nach dem Archipel ange- tretev hätte, sowie die weitere Behauptung, diese Reise stehe im Zusammenhänge mit der Entrevue in Skierntewice, als reine Erfindungen, wenngleich die russische Regierung die häufigen und plötzlichen Stockungen oben erwähnter Zahlungen zu beklagen habe. — Wie der „Swiei" meldet, ist in der Judenkommission die llebertragung der Führung der jüdischen Standesregister, welche bisher den Rabbinern oblag, an die Polizeiorgane beantragt worden, mit der Entscheidung, daß diese Maßregel nicht die religiöse Seite der Sache berühre. Kairo, 2. October. Hier geht daS Gerücht, Wolseley sei nach London zurückberufen, dasselbe ist aber noch unbestätigt. Lokale-. Gießen, 3. October. Morgen, SamStag Abend, werden wir eine totale Mond- finsterniß zu beobachten Gelegenheit haben. Beginn derselben, resp. Beobochtungszeit hierorts-. 8,50 Abends, Beginn der Totalität 9,50, Mitte der Finsterntß 10,36, Ende der Totalität 11,23, Ende der Finstermß 12,23. — Angesichts des bevorstehenden Wahlkampfes fordern wir Alle, die ihr Wahlrecht am 28. October ausüben wollen, dringend auf, sich durch Einsicht in die Wählerlisten zu überzeugen, ob auch ihr Name in dte Liste eingetragen ist. Wer nicht in der Wählerliste steht und keine Reclamation erhoben, der kann sich demnächst nickt beklagen, wenn er am 28. October sein höchstes Recht, das Wahlrecht, nicht auS« üben darf- Vermischtes. Darmstadt, 30. September. sPostpersonalnachrtckten.) 1. Ernannt sind der Ober-Postcommiffarius Wilhelm Hoffmann in Darmstadt zum Ober-Postsecretair und der Poftsecretair Krösckel ebendaselbst zum Ober-Postdirect«onSsecretatr. 2. Angestellt ist der Postassistent Siegler in Fürth (Odenwald) als Postverwalter. 3. Versetzt sind der Telegraphendirector Hadank von Darmstadt nach Görlitz und der Ober-Postdirectionösecretair Kuß von Minden nach Darmstadt behufS Ueber- nahme der Telegraphendtrectorstelle. 4. In den Ruhestand getreten ist der Postverwalter Heddertch in Guntersblum. Butzbach, 30. September. Vorigen Freitag entsprang aus dem hiesigen Amts- gerichtsgefängniß ein kürzlich entlassener ZuchthauSsträfltng. Derselbe benutzte einen unbewachten Augenblick, als er sich gerade im Gefänguißhofe befand, um sich über dte hohe Mauer zu schwingen und zu verschwinden. Dte hiesige Geusdarmerte im Verein mit Stcherheitsmannschaften verfolgte alsbald die Spur deS Flüchtlings, welche nach Groß-Ltnden hin führte,, von da ab aber sich verlor. Trotz unermüdlichen Suchens gelang es leider bis jetzt nicht, fick dieses Ausreißers wieder zu bemächttgen. Circa 3 Jahre Zuchthaus hatte der Sträfling in Marienschloß verbüßt, 4 Wochen hatte er noch in hiesigem Amtsgertchtsgefängniß abzusitzen, um alsdann zur Verbüßung einer 5jährtgen Zuchthausstrafe nach Eisenach verbracht zu werden. Kleinenbroich, 28. September. Gestern Morgen wurde ein Förster des Fürsten Salm-Dyck zwischen hier und Korschenbroich von einem Wilddiebe erschossen. Der Unglückliche schleppte sich noch bis zu einem der umliegenden Häuser, wo er bald darauf verschied. Den Thäter hat er erkannt und derselbe ist auch nach seiner Verhaftung geständig, den Förster aus Rache erschossen zu haben. Laibach, 1. October. Heute Morgen stieß der von Wien nach Triest gehende Personenzug auf dem hiesigen Bahnhof in Folge falscher Wetchenstellung gegen einen Güterzug. Hierbei wurden 2 Personen leicht verletzt. Die Locomotive des Personen- zugs wurde beschädigt, mehrere Wagen des GüterzugS zerttümmert. Theater. Gießen, 3. October. Die festliche Eröffnung unseres Stadt'Theaters hat gestern Abend stattgefunden- Herr Herrmann, der Dtrector der neuen Gesellschaft, hat sich alle Mühe gegeben, die Eröffnung zu einer glänzenden zu gestalten und die zur Aufführung vorgesehene Novität — „Dte Sorglosen" von L'Arronge — zur vollen Geltung zu bringen. Das Stück selbst zeigt alle Vorzüge, aber auch die Mängel der Lustspiele von Adolph L'Arronge; warum gerade der Titel „Die Sorglosen" gewählt ist, wird auS dem Inhalt nicht recht ersichtlich. Die Darstellung war gut und fand reichen Beifall. Gleichwohl würden wir der Gesellschaft Unrecht thun, wenn wir uuS schon nach dem ersten Abend ein Urthetl über die Leistungen der Mitglieder bilden wollten; wir sind vielmehr überzeugt, daß wenn noch einige Schwierigkeiten des Anfangs, z. B. daS Zusammenspielen von Künstlern, die sich zum Theil vorher noch nicht kannten, das Auftreten in ganz fremden Räumen u. s. w-, gehoben find, das Gute besser und daS Mittelmäßige gut werden wirb. Für heute sei nur bemerkt, daß Herr Voiol (Sturzbacher) und Frau Größer (Frau Siurzbacher) künstlerische Musterleistungen boten, die wir recht bald wieder zu sehen hoffen. Doch machen wir für den erwünschten Fall einer Wiederholung dte Regie auf dte Scene zwischen dem Assessor von Eichmann und dem Diener Johann und auf dte Ltebesscene zwischen dem Assessor und Paula aufmerksam. Fräulein Emilie von Jagemann sprach einen sinnigen Prolog mit Ausdruck und Verftändniß. Der Besuch war gut und das Publikum recht befriedigt und betfallslustig; wir zweifeln nicht, daß Herr Herrmann sich bei fortgesetzt gutm Leistungen rasch die Zuneigung der Theaterfreunde erwirbt und erhält und daß volle Häuser es ihm ermöglichen, dte Mitglieder seiner Gesellschaft im besten Sinne des Wortes zu „Sorglosen" zu machen. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß Herr Restaurateur Gühlholz durch zweckmäßigen Umbau seiner Räumlichkeiten befonders den Eingang zu dem Thratersaal ebenso brquem wie elegant hergericktet hat. —d. Literarisches. — Wir erlauben uns, auf ein in der heutigen Nummer enthaltenes Inserat der Ferbcr'schen Univ.-Buchhandlung besonders aufmelksam zu machen, worin dieselbe eine Anzahl der gediegensten und verbreitetsten Zeltschriften zur Unterhaltung für dte länger werdenden Abende empfiehlt. — Ein alter lieber Bekannter, in deffen freundliches Gesicht wir so gerne sehen und mit dem wir immer gerne ein paar Stunden verbringen, weil ec uns so gut zu unterhalten weiß und stets so reich mit prächtigen Bildern gefüllte Mappen vor uns auSzubrelten hat, bietet unS die Hand zur Begrüßung. Es ist „liebet Land und Meer" in der ersten Nummer des neuen, seines 27. Jahrgangs. Blättern wir zuerst in der drei Bogen starken Nummer, so ruhen unsere Blicke mit Vergnügen auf den reizenden Amoretten der „Waffenruhe", dem doppelseitigen Prachttableau „Mama hat 's Tanzen erlaubt", einem der köstlichsten Genrebilder vom Crayon E. Spttzer's, auf dem liebenswürdigen Vautier: „Abschied vom Elternhause", der stimmungsvollen großen Illustration zu Ebers' Schwestern: „Klea und Irene" von Teschendorfs, dem brillanten Seebilde: „Helgoland" von Rieger, der lustigen Studentengeschichte: „Nach der Mensur" von Hausletthner und den feinen Illustrationen zum Baumbach'schen Gedichte: „Die Wurzel der Wahrheit" von Chr. Sveier. Dem Reichthum und der Schönheit der Bilder hält wie tmmnr die Unterhaltung das Gleichgewicht. Zwei Novellen: „Haschisch" von Gräfin M. Keyserling, eine Erzählung von glühendster Phantasie und größter Spannung, und dos „MeerweckÄen", vom Verfasser der „Rose vom Haff", Emile Erhard, eine Geschichte voll des köstlichsten Humors; brillante Feuilletons: „Nach der Mensur" von Detlev v. Geyern, „Moderne Pariserinnen" von C. Schreiber, „Die Lebensfrage der Kleidung" von Fließ, „Feuerzeuge und Zündhölzchen" von Sundeltn, ein Muster von Feuilleton; das Lebensbild Wilhelm Scherer'8 (mit Bild) von Eugen Zabel — endlich dte bekannte Fülle von Notizblättern und Spielen und last not least, die vtelbeltebte Briefmappe — das Alles in einer Nummer ist wahrlich ein glücklicher Anfang, zu dem wir gratultren! Kirchliche Anzeigen der Stadt Meste«. Evangelische Gemeinde. G o t t e s d i e n st. 17. Sonntag nach Trinitatis, 5. Oktober. Vormittags 8 Uhr: Psarrer Dingeldey. Vormittags 9Ve Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kmderkirche: fällt aus. Die Bibelstunden sollen von nächster Woche an wieder wöchentlich, und zwar Montags gehalten werden; es findet also statt Montag, den 6. Oktober, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Apostelgeschichte Kap. 13, von Vers 44 an, Pfarrer Dr Naumann. In nächster Woche beginnt der Confirmandenunterricht für die im Jahre 1885 zu confirmirenden Kinder. Es haben sich hierzu einzufinden die Gymnasiasten am Freitag, 10. Oktober, Nachmittags 3 Uhr, in dem Gymnasium, die Stadtschüler an demselben Tage, Vormittags 11 Uhr, in ihrem Schulsaal, die Realschüler am Montag, 6. Oktober, Nachmittags 2 Uhr, in der Realschule, sämmt- liche Mädchen am Montag, 6. Oktober, Vormittags 11 Uhr, in der Kirche. Am Sonntag, den 12. Oktober, wird das heilige Abendmahl gefeiert werden; die Beichte findet am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr, statt. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 5. bis 11. Oktober besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. 18. Sonntag nach Pfingsten. < Rosenkranzfest.) Von 6 Uhr an: Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Commu- nion. V2IO Uhr: Hochamt und Festpredigt. 2 Uhr: Die vom heiligen Vater vorgeschriebene Andacht, welche auch an allen Werktagen Morgens um 7 Uhr gehalten wird. Altkatholische Gemeinde. Sonntag den 5. Oktober, Vormittags 11 Uhr, wird in der Städte kirche altkatholischer Gottesdienst stattfinden. Gottesdienst in der Synagoge. Hütt en fest. Freitag Abend 53° Ubr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 635 Uhr, Sonntag Morgen 8 Uhr, Sonntag Mittag 4 Uhr, Sonntag Abend 635 Uhr. Allgemeiner Anzeiger. Möbel-Lager von Ernst Lotz. GM MA WÄ Rohrstühle pr. V2 Dtzd. 18.— Ül). pr. V2 Dtzd. „ 25.— öö» bis «X 87,50 pr. V2 Dtzd. Speisezimmereinrichtung in Eichen 600.— Außerdem empfehle einen Posten weisse G-ardia.cn & Halter zu Fabrikpreisen. Kebernahmc sämmtlicher Zimmereinrichtungen sowie ganzer Ausstattungen zu ermäßigten Preisen. 5964 Bekanntmachung. Die Forst- und Feldstrafeu der IV. Periode werden im Laufe d. Mts. bis 25. an den gewöhnlichen Zahltagen erhoben. Großherzogliche Districts-Einnehmerei Gießen I. Liederkranz. Die auf den 5. d. Mts. anberaumte Abendunterhaltung fällt aus, dagegen Sonritag den 19. October: Abendunterhaltung im MmMchen Saale. Anfang 8 Uhr.__________[6481]_______ Der Vorstand. fllice=Sdjii(e zu Ließen. Die Aufnahme der Schülerinnen findet nächsten Montag den 6» Oktober, Morgens 10 Vhr, in dem Schullocale, Asterweg, statt. 6486 Der Torstamt. FrcilssJ raithe wrj J(J M 88 -W «ICO ____ Ich KlB IKK H emM , Fn Äcp täglich stisch 9 6474________ narb S laosgezeich VA• j3, oonteti ■d)t für die im mden die Gyrn- t Ww, V\t 1 M Vit KtÄMe, jammt; er Kirche. endmahl gefeiert I Uhr, statt- I. Oktober besorgt J Dienstag den 4. November, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien der Christian Löher HL Wwe. dahier Flur XXVII/166,e3, 725 Mtr- Grabgarten am Brennofen, stößt auf die Wiesen, XXVII/166,66. 400 Mtr. Hofraithe, ‘ Wohnhaus, Neben- Haus, Fabrik, daselbst meistbietend versteigert werden- Gießen, den 27. September 1884. Großherzogliches Ortsgericht. 6321 Müller. Freitag den 24. Moder, Vormittags 11 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hofraithe der Georg Nöbee Wwe. Flur 1/893 106 Meter Hofraithe auf dem Brand, Flur I 894 88 Meter Grabgarten das. meistbietend versteigert werden. Gießen, den 18. September 1884. Großherzogliches Ortsgericht. 6100 Mütter. Jeikgeöotenes. Franks. Würstchen UNd neue Heller-Linsen empfiehlt 6472 ____Friedrich, Leo. ' Aepfelmost, täglich frisch gekeltert, auf der 6474_________„Germania". ^parbol-Seife, e Jausgezeichnetes Mittel zum Reinigen vVider Körpertheile und aller Gegenstände bei ansteckenden Krankheiten, ä St. 50 empfiehlt Georg Petri Wwe., 6166_____________Friaeur-Geschäft. Ein gutes Tafelklavier zu verkaufen. 6483 ___________________Bahnhofstraße GL Aechte Frankfurter Würstchen frisch eingetroffen bei 6471______L. 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