20« Donnerstag den 4. September 188< «Mcßcucr Anzcigcr Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. -- '— ” — . t Ä " Preis virrteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloäm. « ▲..iftrni» 7 Erscheint tL^lich mit Ansnahme deS IRimtafl#. Durch die Post beioqen vierteljährlich 2 Mark 50 Pt. Z^mlkicher Hheir. Gießen, am 1. September 18L4. Betreffende Ermittlung der landwirthschasttiche« Bodenbenutzung und der Ernteertrags im Jahre 1884. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Mit Bezug auf unsere Verfügung vom 30. Mai l. I. erinnern wir Sie, soweit Sie noch im Rückstände sind, an die altzbald.ge Berichterstattung über den Stand der Ernteaufnahmen- ^oekmann Gens wegen Cholera-Besürchtungen erlassenen ianitärischen Verfügungen zurück. Das ganze Gebiet der Eidgenossenschaft ist cholerasrei. Paris, 2. September. Der hiesigen Regierung ist bisher keme Notrfi- ation zugegangen, welche eine formelle Kriegserklärung Chinas enthält. In unterrichteten Kreisen glaubt man auch nicht, daß eine solche erfolgen werde. Madrid, 2. September. „Dia" meldet, daß in Alicante, Novelda und Elche Cholerafälle vorgekommen sino. Es sind sofort die nöthigen JsolirungS- Maßreaeln getroffen worden. L r . Neapel, 2. September. Nach Meldungen der hiesigen Blatter sind gestern hier gegen 40 Cholera-Erkrankungen und gegen 20 Cholera-Todesfälle vorgekommen. , . .. . Warschau, 2. September. Wie verlautet, stände die Ankunft des Kaisers Alexander am Donnerstag oder Freitag dieser Woche zu erwarten. Shanghai, 2. September. (Telegramm der „Agence Havas.") Aus Tientsin wird geschrieben, daß Li-Hung-Chang degradirt und seines Ranges als Großsekretär und Vicekönig für verlustig erklärt wurde. Die Nachricht bedürfe jedoch noch anderweitiger Bestätigung. New-Bork, 2. September. Nach weiteren Berichten aus dem Kohlen- districte Hocking sind weitere Ausschreitungen -daselbst nicht vorgekommen und wird die Ruhe nach und nach hergestellt. Der von den Tumultuanten ange- richtete Schaden ist weniger bedeutend als angenommen wurde. Rom, 2. September. [Gboltraberid)r.] Gestern sind in den Provinzen Bergamo 17 Erkrankungen und 9 Todesfälle, in Aquila 1 Todesfall, in Campobaffo 4 Erkrankungen, 1 Todesfall, in Cuneo 14 Erkrankungen und 11 Todesfälle, in Genua 41 Erkrankungen und 15 Todesfälle (davon in Spezzia 39 Erkrankungen und -^ Todesfälle), in Lucca 2 Erkrankungen, in Massa e Carrara 1 Erkrankung und 1 Todesfall tn Modena 2 Erkrankungen und 1 Todesfall, in MaUand l Erkrankung, in Neapel 60 Erkrankungen, in Parma 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle, in Reggio nell Emilia 1 Erkrankung und in Turin 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle vorgekommen. Telegraphische Depeschen. Wolsf'O itUffr. Correspovderrz-Bureae^. Berlin, 2. September. Die Parade deS Garde-CorpS vor Er. Maj. dem Kaiser, wrlchrr Ihre Mas. die Kaiserin zu Wagen, Ihre K. Hoheit die ErbprtnMn von Meiningen zu Psirde beiwohnten, verlief bet prachtvollem Wetter äußerst SlLnzend. Se. Maj. der Kaiser war von Sr. K. K. Hoheit dem Kronprinzen und den Kontgl. Hoheiten dem Prinzen Arnulph von Bayern und dem Prinzen Heinrich begleitet. Gefolgt von einer glänzenden Suite und vielen fremdherrlichen Officteren ritt Se. Mal- zunächst die Front der in zwei Treffen ausgestellten Truppen, welche vom General Pape kommandirt waren, ab, und ließ dann die Truppen zweimal vorbeimarschtren. Ihre Majrsiälen der Kaiser und die Kaiserin nnd die übrigen Mitglieder des König!. Hause« wurden bei der Hin- und Rückfahrt von den Kopf an Kopf gedrängten Mmschen- maffen mit unausgesetzten stürmischen Hochrufen begrüßt. Rrei, Nachmittags findet im Weißen Saale drS SchioffeS daS übliche Galadiner statt, zu welchem d-e Prinzen und Prinzessinnen deS Königshauses, Prinz Arnulphvon Boyern, die landansässigen Fürsten, die actioen Staats Minister, die Mtlitärbevoll- mächtigten, sämmiliche beute vor der Paradefroat gestandenen Generäle, die StadS- ossiciere (etwa tnsgesammt 350) etngeladen waren. — Sr. K. Hoheit der Kronprinz reist heute Abend zu den Cavallerie-Manövern nach Kaottsch (Posen). — Anläßlich der Sedauseier fanden in allen Schulen und UnterrichtS-Anstaltm Festakte und in mehreren Kirchen Festgottesdienst statt. Mtttags wurden vom Rath- hauStburm Choräle geblasen. Nachmittags wurden zahlreiche festliche Vereimgungeu in Privatlokalen und Volksfeste in fast allen Stadtbezirken veranstaltet. Die Stadt ist festlich nut Flaggen geschmückt und seit frühem Morgen von festlich bewegten Menschenmassru durchzogen. In den Theatern fanden Abends Festvorstellungen statt. — AuS Breslau, Posen, Bremen, Leipzig und andern Städten liegen ähnliche Fest- berichte^oor^ mQr# ba er sich von den Anstrengungen der Parade etwa« av- aeariffen süblte, vom Parodediner ferngeblieben, erledigte aber schon gegen Abend wieder die Regierungsgeschäfte; er trat wiederholt an's Fenstn, um der vor dem PalaiS versammelten Menschenmasse, die ihn am ArbettSpult stehen sah für ihre unausgesetzten stürmischen Ovationen zu danken. AbendS empfingen der Kaiser und die Kaiserin den Besuch der Großfürstin Michael mit ihren Söhnen, welche auch zum Thee verblieben. Wiesbaden, 2. September. Die Feier des SedantagS wurde heute früh durch Glock engelüute eingelettet, Vormittags wurde in allen Kirchen Gottesdienst ad- gehalten. Nachmittags 2 Uhr fand die feierliche Grundsteinlegung zu dem neuen Ratbhause statt, hierauf Festzug aller hiesigen Vereine nach dem Neroberg zum Volksfest. München, 2. September. Anläßlich der Sedanfeier sind alle städtischen und zahlreiche Pr oatgebäude festlich beflaggt. Abends finden verschiedene Volksfeste statt. 3 Weimar, 2. September. Die Sedanfeier ist durch Gottesdienste, Festakte in den Schulen und Aufzüge der Kriegervereine auf das Festlichste begangen worden. Duisburg, 2. September. Zur Feier des Sedantags ist die Stadt reich mit Flaggen geschmückt. Vormittags fanden FestgotteSdienfte tn den Kirchen und Feierlichkeiten in den Schulen statt, Nachmittags eine Kinderfeter auf dem Kaiserberg. AbendS veranstaltet der deutsche Verein ein Festbanket. Braunschweig, 2. September. Die Sedanfeier wurde gestern Abend Seitens der hiesigen Gesangvereine durch den Vortrag patriotischer Lieder auf dem glänzend erleuchteten altftädttschen Markt eingelettet. Heute Vormittag wurden in sämmtltchen Kirchen FestgotteSdienfte abgebalten. Nachmittags fand unter überaus zahlreicher Be- thetltgung ein Festzug statt. Die Stadt ist reich beflaggt. Bonn, 2. September. Der Curator der hiesigen Universität, Geheimer Ober-Regierungsrath Dr. Beseler, ist gestorben. — Wie die „Bonner Zeitung" meldet, ist General-Feldmarschall Herwarth v. Bittenfeld in vergangener Nacht gestorben. Pesth, 2. September. Der König und die Königin von Serbien sind mit dem Kronprinzen gestern Abend 10V3 Uhr hier eingetroffen. Der Zug hatte in Folge eines bei Semlin erlittenen Achsenbruchs eine längere Verspätung. Pesth, 2. September. Der König von Serbien ist mit seiner Famllie erst heute srüh nach Wien weiter gereist, da eine frühere Abreise von hier durch die Meldung gehindert wurde, daß bei Kelenfoeld ein Personenzug entgleist sei. In Folge der Gerüchte, daß gegen den König von Serbien ein Attentat geplant sei, waren hier von der Polizei die umsaffendsten Sicherheits-Maßregeln getroffen. — Die in vergangener Nacht bei der Eisenbahn-Station Kelenfoeld stattgehabte Zugentgleisung war mit einem angeblich gegen den König von Serbien geplanten Attentate in Verbindung gebracht worden. Die „Ungar. Post" ist dem gegenüber von competenter Seite zu der Erklärung ermächtigt, daß es sich, nach dem Ergebnisse der am Orte der Entgleisung vorgenommenen amtlichen Untersuchung, um einen einfachen Eisenbahnunfall handle, der durch die Erwei- terung des Schienengeleises und durch die morsche Beschaffenheit der Schwellen herbeigeführt sei. e , , , A .. Bern, 2. Septbr. Der Bundesrath nahm heute bie gegen oen Kanton Lokales. Gießen, 2. September, [©ebanf cter.] Die einzige offictelle Feier in hiesiger Stabt hatte auch biesmal wieber wie in früheren Jahren ber Krteger-Veretn tu bte fjanb genommen ber wohl am meisten berufen tft, ein solches Fkst zu sktern. Eingelettet würbe ber Tag am Vorabend burch festliches Geläute. Am Festtag selbst verkündete ein Choral vom Thurm ber Stabtktrche ben ewig benkwürbtgen Tag. Um VilO Uhr war sodann Festgottesbienst in ber Stabtktrche. - . . Nachmittags um 5 Uhr versammelte sich der Krlegervnein in seinem! Verein«- local und zog von hier aus auf ben Frtebhof, woselbst Herr KretSschulinspector Büchner an ben Gräbern ber Gefallenen eine tiefergretfenbe-Rede hielt. Htermlf wurden bte Denkmäler deiber Nationen unter ben Klängen eines ChoralS mit Krähen geschmückt. Nach Beenbigung dieser Todtenfeier zog der Verein in den Wenzel schm Saalbau, woselbst zur Ehre des Tages ein Banket ftattfand btt welchem die Letchtwetß'sche Capelle coneertirte. Das Banket wurde von dem Präsiden m deS KrtegerveretnS Herrn Mater burch eine sehr begelsternbe Rebe eröffnet, welche mit einem Hoch auf feine Majestät Kaiser Wilhelm schloß- Unter dem Absingen fröhlicher natridt'scher Lieder und den gut gesvielter Pidcen der vorerwähnten Capelle waren die Theilnehmer des Ba^ets froh und Heller bi« in die späte Nacht zusammen und schieden mit dem Bewußtsein, eine würdige Sedanfeier Ce,lebtmittbemIaefu6e des Bankeis hatten den Verein beehr!^Herr^^Bezirks-Commandeur Oberst d. Röder in Begleitung seines Adiutanlen, K« Sschulinspector Bllchner, Herr Realschuldirector Nodnagel, sowie auch ein Mi.glted des Stadtvorstandes, welches jedoch auch zugleich Mitglteb bes Krtegerveretns ist. Wir haben auch hier wieder gesehen, baß eS ber Krtegerverein Gießen wohl verstanden hat, ein Fest, welches für bte deutsche Nation von so hoher Bebeutung ist, würdig zu begehen. ~ r , . Zahlreiche Häuser der Stadt hatten Fahnenschmuck angelegt. Oesfentttche Sitzung deS Provinzial-AusschuffeS der Provinz Ober- Hessen. Freiherren von Schen k zu SchwetnSberg gegen die Gemeinde O ber -Gleen waren als Vertreter der Kläger Rechtsanwalt vr Gutfl e l s ch, alSVntreter der Beklagten Rechtsanwalt Labroisse, als Vertreter des betgeladenm .1.«W. * *■' S'ÄÄ*. ..b bl. » M. M Zahlung eines Aversioualbettages von 60 JL an bte Provtnztalkasse zu lieber ben^In^hohem^Grade iutereffanten Sachverhall geben bte nachstehmden EntscheidungSgrünbe ausretchenben Aufschluß: , aat Am 2. F-bruor 1872 erhoben bte Frecherren von Schenk ru Schwetnsberg Klage gegm bie Gemeinde Ober-Gleen bei dem damals beftehenden «dmtni^v-ÄEof mit dem Anttage, eS möge enffchieden werden, daß bte tn ber Klage näher beretchnetm Wald- und Wi?senparcellen nicht Bestandtheile der . ^^indegemark^g Obn Gl I seien. Der Großh. Admintstralio-Justtzhof erkannte am 20. September Wd aut Beweis; dieses Beweiserkenntntß wurde auf beiderseits verfolgten RecurS durch Cr- kenntntß deS Großh. StaatSrathS vom 8. Juli 1874 thetlwesie abgeändert; Beweislast wie BeweiSthema sind in dem erwähnten Erkenntniß des Großh. SlaatsrathS definitiv festgestellt worden. Nachdem die Kläger den ihnen ouferlegten Beweis angetreten hatten, ging die Streitsache in Folge Aenderung der Gesetzgebung an den Kretsausschuß deS Kreises Alsfeld zur wetteren Verhandlung über. Dieser KretsauSschuß erkannte nach vorgängiger Bewetsverhandlung am 23. April 1880 zu Recht, daß die Kläger den ihnen durch Urtheil des Großh. StaatSrathS vom 8. Juli 1874 auferlegten Beweis: „daß die in der Klage vom 2. Febr. 1872 bezeichneten Wald- und Wtesen-Parcellen Beftandthetle der beklagten Gemetndegemarkung nicht bilden" nicht erbracht haben, daher mit ihrer Klage abzuweisen seien unter Verurtheilung in die beiderseitigen Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eines Aoersionalbetrags von 40 JL an die Kreiskasse. Gegen diese Entscheidung verfolgten Kläger den Recurs an den Provinztalausschuß der Provinz Oberhessen; dieser erkannte am 5. December 1881, daß das Urthetl deS Kretsausschusies Alsfeld vom 23. April 1880 auf: zuheben und die Sache zur wetteren Verhandlung unter der Auflage der Betladung deS mitbethetltgten Großh. ForftfiScus an den KreiSausschuß des Kreises Alsfeld zurückzuverwetsen fei, unter Compenstruvg der Kosten deS Termins und Avsehung von Ansetzung eines AversionalbetragS. Gegen dieses Erkenntntß wurde von dem Vorsitzenden deS ProotnztalauSschusses im öffentlichen Jntereffe, sowie von dem Anwälte der beklagten Gemeinde Recurs an den Großh. VerwaltungSgertchtshof ergriffen; dieser Gerichtshof erkannte unterm 25. November 1882: daß die erhobenen Recurse für begründet zu erklären, das Erkenntniß vom 5. December 1881 aufzuheben und die Verhandlung an den Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen zurückzuverwetsen sei, damit derselbe über den von den Klägern gegen das Urthetl deS Krersausschusses des Kreises Alsfeld vom 23. April 1880 verfolgten Recurs in materialibus entscheide. II. DaS Erkenntniß des Großh. Staaisratbs vom 8. Juli 1874 legt den Klägern den Beweis auf: „daß die in der Klage vom 2. Februar 1872 bezeichneten Wald- und Wtesenparcellen Beftandthetle der beklagten Gememdemarkung nicht bilden", während dasselbe Erkenntniß der beklagten Gemeinde den Beweis der Einrede überläßt: wl) daß die Kläger das GemarknngSrecht der Gemeinde bezüglich Der in der Klage benannten Parcellen anerkannt haben, 2) daß die Kläger auf ihre desfallsigen Rechtsansprüche verzichtet haben ober 3) daß die beklagte Gemeinde das Gemarkungsrecht bezüglich der fraglichen Parcellen durch unvordenkliche Verjährung erworben habe." Der VerwaltungSgertchtshof spricht tn seiner Entscheidung vom 25. November 1882 mtt vollem Rechte aus, daß durch das rechtskräftig gewordene Beweistnterlocut die beklagte Gemeinde das Recht erworben hat, daß die Kläger abgewiesen werden müssen, wenn fie den ihnen auferlegten Beweis nicht erbringen oder wenn einer der der Gemeinde nachgelassenen Elnredebewetse erbracht wird. Der Würdigung des von den Klägern erbrachten Beweismatertals ist der Satz voranzuftellen, daß der von dieser Partei bei Meldung der Klageabweisung zu erbringende Beweis ein voller Beweis sein muß und es nicht genügen kann, daß bloß et™ Vermuthung für die zu beweisende negative Thalsache erbracht oder auch daß die Gemarkungsfreiheit der fraglichen Grundstücke nur für irgend einen — vielleicht nur -gehenden ~ Zeitraum nachgewtesen werbe; die hiermit rejtclrten Behauptungen des klägerischen Anwalts will dieser durch den Hmweis auf die Erwägung des StaatS- rathsurtheilS: Kläger habe für seine Behauptung keine Vermuthung, nützen, aber diese wtuge erweist sich aI3 hinfällig, da der Hinweis auf den Mangel emer Vermuthung entscheidend war für die Verthetlnng der BewetSlast, nicht aber für die Art des Beweises. Die Kläger versuchen, den ihnen obliegenden Beweis zunächst durch rechtsgeschichtliche Erörterungen zu erbringen ober wenigstens einzuleiten. welche sich theilS auf markgenossenschaftliche Verhältnisse im Allgemeinen, thetls auf die Rechtsverhältnisse des CentgertchtS Kirtorf und deS fogenannten AeußergertchtSwalds beziehen. ES ^0 den Klägern zugegeben werden, daß ans den Markwalbungen dcs früheren Mittelalters sich nicht bloß Gemeindewaldungen im Sinne des heutigen Rechts, sondern auch herrschaftliche Waldungen, welche außerhalb der Gemeindebezirke liegen, entwickelten, öte,Ja auch die durch Jnforesttrungen entstandenen Königs- und Herrenwaldungen wohl größtentheils aus früheren Markwaldungen hervorgegangm sein mögen. Allein es ist zu bemerken, daß alle diese Erörterungen ebenso une die allgemeinen Mit- thetlungen über das Schicksal der Wüstungen und der Anrodungen des 16. Jahrhunderts für den vorliegenden concreten Fall ohne Beweiskraft sind; denn das Schicksal der Gemarkunaswaldungen ist keineswegs überall dasselbe, sondern selbst innerhalb ein und derselben Cent verschieden, und aus der privatrechtlichen Qualität, sowie aus der etwa bestehenden Patrimonialgerichtsbarkeit in Bezug auf einen früheren CentgerichtS- wald kann kein Schluß auf dessen Gemarkungszugehörigkeit ober -Freiheit gezogen werden. Angenommen also auch, der etwa 11500 Morgen umfassende Centgertchts- wald, von welchem hier nur ein kleiner Theil in Frage kommen soll, sei ein im 14. Jahrhundert dem Landgrafen von Hessen und dem Freiherrn von Schenk bestelltes Lehen gewesen, welches sich Jahrhunderte lang einer eigenen Gerichtsbarkeit zu erfreuen »Ja 1° .beweist auch dieS nichts in Bezug auf die heutigen GemarkungsrechtSverhältnisse; nt ar b?r JooÄ“? ErAiAer vollkommen beizustimmcn, wenn er in seinem Unheil vom 23. April 1880 sowohl die auf die Lebensqualität des StreitobjecieS gebauten Schluß- tolgerungen, al§ auch die aus den verschiedenen Abgaben, der GerichtSherrlichkeit der ^uheren Besitzer und aus den Holzberechtigungen der Gemeinden gezogenen Schlüsse der Kläger zurückweist; denn alle diese Berechtigungen und Verhältnisse mochten in Bezug auf die Waldungen im Aeußergericht als Ganzes ober in Bezug auf Theile derselben bestanden haben, sie hindern nicht, daß ein Theil dieser Waldungen einer besonderen Gemeindegemarkung angehöre. Durch die allgemeinen Erwägungen ist dkmnach her ber Klagepattet aufcrlegte Beweis noch nicht, auch nicht ,u irgend einem Dheile erbracht. , Ul. DaS mehrfach erwähnte BeweiSinterlocut deS Großh. StaatSrathS weist, wie der KreiSauSfchuß deS Kreises AlSfeld mit Recht al8 Ausgangspunkt für seine h'"' daß sich die klägerische Negation des Gemarkungs- rechts auf weciclle Thatsachen gründe, welche im Einzelnen nachzuweisen waren. In dem Versuche, diese Thatsachen einzeln darzustellen, fallen Kläger nicht selten wiederum in allgemeine Erörterungen zurück und sprechen dabei von Ereignissen, deren Beziehung Sv, ^er allein in Frage kommenden Wald- und Wiesenparcellen nicht feststeht. Diese Bemerkung muß namentlich von dem Kirtorfer Saalbuch von 1574 gelten, aus gunThHi ' /Eststehen und hierher gehören dürfte, daß einzelne der tn Frage e Ic/ n£eÄfc&5 verschiedenartiie Gffchichte gehabt haben mögen, welche eb.m fßr ben Anspruch der beklagten Gemeinve als für den der 8u ^chen scheint (ogl. Kirtorfer Saalbuch von 1574, Seite 387 URD oyö). imn Beweis- angeführten -in,einen Thatsachen ist zu -rwühn-n 1) die am 7. Mai 1834 von dem Großh. Forstinspector an den Großh. (Steuer« »irtnrf a [t Gemeinden im vormaligen Landrathsbezirk ^31 ^klärt hätten, sie liahmen keine der Domanialwaldungen. welche «aeftrt^Mh?H^Ö?hrrpr0ra?O0C1!en ®erpanciI“n0en selbstständige Gemarkungen bildeten, als Bestandlheile ihrer Gemarkungen in Anspruch. Gegen diese« Beweismoment ist zu erwähnen, daß die fragliche E-klärung offenbar Ml £en vom Jahre 1831 an bis 1834 geführten Verhandlungen über den Verzicht der Gemeinde auf das Gemarkungsrecht, Verhanblunaen welche daS Urtheil erster Instanz eingehend darstellt und auf btc hiermit Bezug ge- ölhbrnn^Ckner mr ?Tn btc Deutung des vorgebrachten Beweismomentes, daß die Zahlung der Gemeindesteuern Seitens der Freiherren von Schenk in der gMwurh-^so A 183"> ®e‘0erUn8 ",Ol9te (6'8 lb0)' tbeU§ -wangsw.s- durch- m .. 2> Thatsächlich wurde ferner Seiten? der Kläger vorgebracht, daß die Weae und Brücken in den fraglichen Waldparcellen nicht von der Gemeinde, sondern von dm Wald^g-ntbamern gebaut worden seien. Abgesehen nun davon, daß die Qualität der sr°alichm Wege nicht festst-ht, kommt in Betracht, daß aus der LeistungSweigerung nicht auf da« Recht derjenigen Person, hier also der Waldeigenihümer, geschlossen werden kann, die fragliche Leistung ausschließlich vorjunehmm. n Die Verweisung auf die Geschichte deS Walde«, die Bezugnahme auf eine 6t« HSrung der Gemeinde Ober-Gleen und die Geltendmachung der Thatsacde des Weg- baueS bilden die einzigen Momente, welchen einige Beweiskraft in der Richtung des den Klägern auferlegten Beweises beigemessen werden könnte. ES mag dahin gestellt bleiben, ob man den den Klägern auferlegten Beweis damit als erbracht insoweit ansehen kann, daß nunmehr die Einredebeweise, welche der beklagten Gemeinde nachge« lasten worden sind, in der That alS Emredebeweise in Betracht zu ziehen wären. So viel ist sicher, daß das geringe Maß von Beweis, welche? Kläger zu erbringen vermochten, weit Übertroffen wird von dem Beweismaterial, welches die beklagte Partei zu den Acten brachte und tn der mündlichen öffentlichen Verhandlung vortrug. von dem Anwalt der beklagten Partei den klägerischen Beweisvorbringen eutgegengestellten Thatsachen lassen sich in folgender Weise überblicken: . £) spricht gegen den Klaganspruch das gesammte Verhalten der Familie der Freiherrn von Schenk, welches einen concludenten Ausdruck namentlich tn einem ^vfercnz-Prot0t0ll vom 11. Juni 1830 gefunden hat. Inhaltlich dies-S Protokolls beschlosten die Frecheren von Schenk, durch eine Vorstellung um Befreiung von den Waldsteaer- und Communalbeiträgen bei der Regierung zu Gießen nachzusuchen. Diese Thatsache, namentlich aber die Bezugnahme auf die Verordnung vom Jahre 1809 und die tn dem selben Consirenz-Protokoll erwähnte Beschwerde gegen die Erhöhung der genannten CommnnalbeitrSge lassen unzweideutig erkennen, daß die Freiherrliche Familie von Schenk weder ein Recht auf Steuerfreiheit gegenüber der Gemeinde Ober^Gleen in Anspruch nahm, noch auch — wie man wohl folgern darf — in Anspruch nehmen zu können glaubte, sondern nur um eine Vergünstigung oder um Herabsetzung btr Steuern nachsuchen zu dürfen annahm. 44k®8 9ctr°d)t daß der Freiberrlich Schenk'sche Amtmann ILHigkeit von ei von doa 800 J IV, 3JI, In btt Dlitfajt W auf bim Gebiete Gondel mit betr bisher gefehlt h 8ußerllch an be In einem Wink« Herrn Dr. W5 Dr. Wölfert le bdden Auffahrt die Windstärke gelang bei bei richtung abweie genügend war, Ballon war in Mungsplahe abweichend, sei, uon Kiel glück! sibndige Lenkdc ist von der An M dessen 3nfi kopff bereit er der Gefammtti wirb Herr Dr richtung einer st- bereit erkli in stellen. ... - Uebei schift.leüten, wt E genau feni taub an der ge ""“Mief, tiS tn wSrel rüg, Utt iu ®el8»orbT(ngen mite'«« ÄftfiS «HÄ'“ 'feÄ t&Ä’’b" Ä^tl’Äe '«'®TSbe ib,t »45 »‘<5' 0. aus- b« ©tmeinbb ' ©«morfung S'S-° Ob«, >■ M bet auf, M'ttetaffaft, le* du ©tmatf, fflScu« au |n °bm lägt. amtltd) ", «Mm, ba6 slcen gerechntt Win Grund- Mprodjen be- M wedtfdttn, iß von der Auf- nn von Schenk m Veranlassung ' da8 Jahr 1834 M-Coinmissärs dm Verz'cht der stehen der auf "gszugehörtgkelt 'useinandnsetzl, \Utt überhaupt rn t)on &dwf und 7) spricht i eimS rechls, verlange von ,e der beklagten ES ist dem Er- sung vollständig den, annehmen, so müßte man ion dem Stand- n der ihr nach» Bleen bezüglich ll*ti w >d aber vermöge dern den Grund» -führten für oder und die Klage- baiitt * at filnimW tzmd, OH lln™ ,» I« Wld utb iu«=, St"'-«« jKjtoiti«1 3««d Illi«1 beT 5,51 Mffl giil’SI«1’061” iupp® Lss ff&ä * rgrJS sS beÄ ®ft »Aw ’Chlif«U>1 irde zwischen den Europäern und den die 2anbc«p:obuefe an den Markt bringenden Srämmen im Innern deS Landes sind und sich gegenseitig die auS dem Handel erwachsenden Doitheile nicht gönnen. Dabei wird selbstverständlich auch für die Europäer der ganze Handel zerstört, da sie sich jetzt noch nicht in daS Innere deS Landes wagen dürfen, um mit den Bufchncgern birect tn Verbindung zu treten. Durch die Stockung deS Handels ergeben sich ober für die Eingeborenen ebenfalls sehr bald so schwierige Verhältnisse, daß sie die Vermittlung der Europäer selbst nachsuchen, um durch deren Einfluß eine kürzere oder längere Beilegung deS Streite- zu ermögl'cheo. Bisher waren r« natürlich die Engländer, an welche man sich wandte, da sie allein an der Küste Eonsuln und auch non Zeit zu Zeit Kriegsschiffe hatten, um ihren Faktoreien Schuß AU gewähren. Im Jahre 1868 errichtete die schon seit 1852 in Liberia und fett 1862 tn Gabun ansässige Firma C. Wörmann zu Hamburg tn Kamerun eine Niederlassung, sie leiste eine .Hulk" aI9 Wohnung und ein Hauptmagazin für ihre Angestellten in Dm Fluß vor Anker und übertrug dem Herrn Joh. Tdormählrn Vollmacht, einzutauschen, was er an Waaren bekommen könne. Erne Hulk ist ein völlig abgetakeltes Schiff, die Wörmann'sche war ein alte« russische« KriegSsch ff von 600 TonS Inhalt. Da« Deck ist in seiner ganzen Länge mit einem Dach auS Palm- blättern versehen welche« Schutz gegen Sonnenbrand und Regen bietet. Auf dem Hinterdeck ist ein kleme« HauS auS Planken errichtet, welches als Wohn- und Schlaf« haus für die Europäer dient. Die ununterbrochene frische Seebrtse, welche da« ganze Jahr hindurch in die Mündung de« Kamerun von Morgen big Sonnenuntergang htneinbläst, macht den Aufenthalt an Bord deS Hulk zu einem bet Weitem angenehmeren al« am Land, abgesehen davon, boß die vielen Unannehmlichkeiten von tropischen Jn- secten und Reptilien fast ganz tn Wegfall kommen. Die Eingeborenen gewöhnen sich rasch an den Verkehr mit dem deutschen Hause und nach einer 6jährigen Arbeit«,ett konnte daffelbr mst Befriedigung auf die erzielten R sultate zurückblicken. Die Ausfuhrartikel sind Palmöl, Palmkcrne und Elsrnbein, welche gegen Baumwollwaaren. Schießpulver, Gewehre, Salz, Rum und Tabak etngetauscht werden. In neuerer Zett fangen die Duallaö guck schon an, Luxudart,kel einintaufcbm, wie Teppiche, Lampen u. f w. I Die Firma C. Wörmann hat 1873 schon 220 000 Gallonen Palmöl, 2800 Ctr. Palm- kerne und 7600 Ctr. El'erbein nach Europa verschifft, und heute hat sich, nachdem die Firma Jantzen u Thormäbl.n sich altz Schwesierfirma etabltrt bat, da« Quantum verdoppelt. Die beiden deutschen Firmen haben mehr Anihetl nm Kamerunhandel al« die acht englischen Concurrenzbäuser zusammen. In Folge dessen wandten sich dieselben am 22. April 1874 an das ReiLSkanzleramt, um unter Darlegung der Verhältnisse die Anstellung eine« deutschen Consul« und den Schutz der deutschen Regierung im Kamerung-btet zu erbitten. Damals konnte dem Wunsche noch nicht nachgekommen werden. Die beiden Firmen haben aber rastlos weiter gearbeitet, so daß sich heute der Handel in Palmöl verdoppelt hat. in Palmkcrnen ist er sogar auf da« Mache Quantum gestiegen, und seit die Firma C. Wörmann eine regelmäßige Dampferlinie nach Kamerun eing-riLtet hat, ist dem Handel eine weitere Entwicklung gesichert. Vor etwa anderthalb J.chren wandten sich die eingeborenen Häuptlinge mit der Bitte um Schutz nach England, sie fanden aber kein Gehör und sind dcßhalb jetzt über den von der deutschen Negierung gewährten Schutz sehr erfreut. Auch die englischen Kamerun» häufer betrachten Deutschlands Vorgehen keineswegs mit feindlichen Augen. Privat- briefe von do-t betonen, daß sie die Sache als für sie vortheilhast ansehen und keinerlei Nacktheile für sich befürchten. Alle Kundgebungen weisen auf den Punkt hm, der für di« Colonie von höchster Wichtigkeit ist — den Plantagenbau. B-S jetzt ist damit noch kein Versuch möglich gewesen, und gerade dafür würde sich daS Kamerunsgebtet hervorragend eignen. Kaffee wächst im ganzen Hinterlande wild und Cacao wird zweifellos dir besten Erträgnisse ergeben. Das Arbeitsmatertal wird der an der ganzen Küste als willige Arbeiter verbreitete Kru-Stamm liefern. E« wird die Aufgabe fein, die Neger zur Seßhaftigkeit und zur Arbest zu erziehen und al« Frucht der civ.lisalorischen Arbeit kann Wohlstand und selbst Reichthum für die Unternehmer nicht ausbleibe». I Für Auswanderung von ländlichen Arbeitern ist jedoch das KamerunSgebiet nicht geeignet das Klima ist für den europäischen Landarbeiter unzuträglich. Die Vortheile für Deutschland können vorläufig nur aus der HandelSoerbindung erwachsen. Je weiter in's Innere das Gebiet erschlossrn wird, desto größere Fortschritte wird der Absatz machen. Wie groß da« Kamerunsgebtet tst, läßt sich nicht bestimmt auSdrücken, da ede feste Abgrenzung im Lande fehlt. Je mehr Handel«- und Freundschaftsbeziehungen aber angeknüpft werden, desto weiter dehnen sich die.Krenzen de« Gebiete« auS tn da« noch unerforschte Innere des Continents, bis sich die Pioniere von Kamerun mit denen vom Congo die Hände reichen. . „ , e — Nach Eröffnung der Hühnerjagd wollen wir unseren Leserinnen ein kleine- VerSlein mittheilen, da« sie beim Einkauf von Rebhühnern sich stet« in’« GedSchtvitz Temperatur am 3. September (Mittags zwischen 11 und 12 Uhr). Wusserwärnre der Lahn W/z0 R- - Luftwarme 15° R. tm Schatten. Rübsawen. zu stellen. Verhältnisse im KamerunSgebiet wird von Reisenden und Geschäftsleuten, welche sich dort längere Zett aushielten und.Gelegenheit battm. Land und Leute genau kennen zu lernen, mancherlei Interest ante« berichtet. DaS reich bevölkerte Land an bet gemetnfd)aftlld>ai Mündung deS Mungo "Nb d-S Kamerun wird von einer Anzadl embetmtfdjer Dualla-HSuvIImge beherrscht, welche sich den stolzen Nomen Köntae- beileaen. In den Negerdorfern am Kamerun, deren Zahl etwa 12 mit 20,000 Einwohnern beträgt, regieren die Könige Bell Aqua, Joß, Dido, Brisso und andere, nach welchen die Ortschaften König Bells Stadt, König «qua«> Stadt oder Station u. s. w. heißen. Die einflußreichsten sind König Bell und König Aqua, welche fast fortwährend tn eifersüchtigem Krieg um die Oberherrschaft liegen DK Ursache der Fehden ist darin zu suchen, daß die Könige die Hauptvermsttler des Tousu)hand ls rufen mögen. Hier ist es: „Ist gelb der Tritt de« Huhn«, gleich der Citrone, So ist'« von diesem Jahre zweifelsohne, Doch rechne davon zwei auf einen Kops, Sie werden Dir gar sehr gering im Tops! Das Huhn mit Tritten gelb wie Apfelsine Vor Allem Dir zum saft'gen Braten diene. Beim hellen grauen Tritte laß Dir rathen, Ein halbe« Stündchen länger es zu braten. Scheint dunkel schon dc« Huhnes Tritte« grau, So kocht’« oot’m Braten erst die kluge Frau. Blaugraue Tritte, Schnabel beinah’ weiß, Rings um die Augen ein hellrother Krei«, Laß' ab! umsonst sind Speck und Fett und Butter, Dersrt’ge Hühner schenk' — der Schwiegermutter 1' — sEin Verhinderungsfall ) Eine ungarische Prooinzzeitung bringt die Neuigkeit. Das hier erscheinende W'tzblatt Fülesbagoly (Die Nachteule) erscheint wegen Erkrankung des Zeitungsausträgers erst am nächsten Sonntag. heute Nachmittag verlaffen, nachdem beute Vormittag bereit« der Abßte Theil de. | . Utensilien weggebracht worden ist. Die Truppen werden in ""^edenen sott«- Prinz Earl, Weisenauer Lager, Fort Petersberg rc. untergebracht werden. Da« Rezi» ■'"'“ffl "«N7«.st E.h°n,°ürbchn,s “lnng, Un beionvereuni über einen II eine äußere Men Frage m ans die' Der liner 6°’ bat, ist dies! S-h- 6*1 & heißt iij Ning lN 0 Deullchlano dazu bW rechnen Mit dem heutigen Tage verlegte mein kurz-, Weiss- und Wollewaaren-Geschäft en gros & en detail »on Marktstraße 9 »ach iw* Markt 16 -wa (früher C. Heu^eroth). Hochachtungsvoll ___________ Fr. Teipel» Bekanntmachung. Margaretha, Tochter der verstorbenen Heinrich Sommerlad II. Eheleute von Wieseck, hat binnen 4 Wochen zur Erbauseinandersetzung bezüglich ihres elterlichen Nachlasses sich hier einzufinden oder durch einen Bevollmächtigten fich vertreten zu taffen, als fonst wegen ihrer Abwesenheit mit unbekanntem Aufenthaltsorte ein Eu- rator für sie bestellt werden wird, da sie bindende Erklärungen abzugeben hat. Gießen, den 30. August 1884. Großh. Amtsgericht Gießen. Langsdorfs. 5738 Jeilgeöotenes. Ia. neue holl. Vollhäringe, pr. Stück 5 Pfg., empfiehlt H. F. Nassauer, 5755 Jermielyungen. 5741 Ein Familienlogis Bahnhofstr. 30 zu vermieden. Schneider Frech. 5744 Ein möbl. Zimmer mit Kost zu Vermieden.__Lindenplatz 7. 5743 Ein kleines Logis zu vermiethen bei Friedr. Glumöhr, Schützenstr. 17. 5619 Ein Logis: 4 Zimmer mit allem Zubehör, pr. 1. November zu vermiethen. ___Ludw. Bernhard, Astermeg 42. 5749 Das NebenhauS zum 1. Octbr. zu vermiethem Eafö Ebel. 5748 Ein kleines Familien-Logis zu vermiethen. Kaplansgasse 18. 5752 2. Stock, 5 Zimmer u. Zubehör, sowie 3 Zimmer u. Zubehör zu vermiethen, auf Wunsch gleich zu beziehen. Heß, Lahnstraße 5. Redaction: Comptoir-Utensilien in großer Auswahl, Buchdruck-Arbeiten aller Art in feinster, billigster Ausführung em« stehlt 1164 H. Kühn, Papierhandlung u. Buchbinderei. Gebrannten Java-Kaffee rein und gutfchmeckend, das Pfund Mk 1.—, empfiehlt _H. F. Nassauer 5756 Kreuz 6. 5758 Fr. Seibel in Gießen. 2726 Einladung zum Abonnement aus das schöne und billige Familien-Zournal □750 Em gebrauchter Kinder-Kaufladen wird zu kaufen gesucht. Adressen abzugeben im Eafö Ebel. Achtungvoll Just. Em. Lenz 2t Schcpda. — Druck und Verlag der Brübl'scken Druckerei (Fr. Cbr. Bietsch) in Gießen, Die heutige Nummer enthält 1 Blatt uod 1 Beilage. Mngenschwindsüchtige, Brust- u. Halskranke werden auf die Heilwirkung der Pflanze „Homeriana" aufmerksam gemacht, worüber wahrend der Dauer von circa 1^/r Jahren tausende unbestreitbare Beweise vorliegen, "Ache amtlich u. ärztlich constatirt worden sind. Der Allein-Verkauf der berühmten Pflanze ist übertragen und empfiehlt Ernst Weidemann, Liebenburg a Harz. Notariell bestellter General-Agent für das ganze deutsche Reich. Geschäfts - Eröffnung. Einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum erlaube ich mir ergebenst mitzuthellen, daß ich dahier ^udwigsstraste 62 eine Restauration errichtet habe und werde ich stets bemüht sein, ein gutes GlaS Bier, reine Weiue und sonstige Getränke, sowie gute Speise jeder Art zu liefern. Indem ich verehrliches Publikum um geneigten Zuspruch bitte zeichne McrmifchLe Anzeigen. Oeffentliche Anfrage! Bezahlen die Bewohner der Neustadt denn gar keine Eommunalsteuer? Warum lorgt man nicht für Abhülse einer gerechten Beschwerde vom 21. Aug. eines Bewohners der Reust., welche zchriftl. eingereicht wurde, mithin zu Protokoll gegeben ist? 5753 Danksagung. Allen Denjenigen, die meinem unvergeßlichen Manne die letzte Ehre erwiesen, sowie für die reichen Blumenspenden sage ich meinen herzlichsten Dank. 5740 Frau Möbu- und Kinder. Aebersahrtsverträge für die von Bremen nach Amerika abgehenden Dampfer des Norddeutschen Ltoyd schließt ab Maschincuslnckmi _ von C Pietsch n. Lieferung von weißen u. farbigen baumwollenen Damenstrümpfen in allen Fa?ons und Größen, je nach Bestellung (M. Hauschild Estremad. von den gröbsten bis zu den feinsten Nummern). Beinlängen und Kinderstrümpfe, weiß und farbig (englische Länge), Herrenfocken in allen Größen, in gebt, und ungebl. Baumwolle, sowie farbig, bis zu den feinsten Nummern. Herren- und Damen-Unterjacken in Baumwolle, je nach Angabe. (ßlfllrflt c2n braves jüngeres MLd- r-tvon hier für Haus- qr5ett. [5746J Südanlage 3. Wöchentlich Alle 14 Tage eine Nummer von je 33. Jahrgang. ein Heft von ie 24 12 Setten größt Folio. Seiten größt Folio. Die »Jllustrirte Welt" ist fortgesetzt bestrebt, ihren Abonnenten immer Besseres und Vollkommeneres zu bieten. Das ist wohl auch der Grund der außerordentlichen Verbreitung dieses Familienblattes und der treuen Anhänglichkeit, die das deutsche Volk diesem Freunde der Familie bewahrt. Den eben beginnenden neuen Jahrgang eröffnen zwei große Romane: »Der Hochstapler", ein überaus spannendes Werk des Meisters Wachenhusen, und „Am Deiche", ein tiefangelegtes Lebensbild aus den Marschen von Ompteda. Daneben bringen die ersten Nummern eine reizende Reisehumoreske: „Elly’s Schuh“ von Stavenow und eine originelle Geschichte aus Alt-Wien: „Der Basilisk“ von Peschkau. Hieran schließen sich größere unterhaltende und belehrende Artikel, sowie kleinere aus allen Gebieten: Haus, Küche, Keller, Gewerbe, Garten, Feld, Schönheitspflege, endlich Räthsel, Aufgaben, Schach u. s. w. Diesem reichen textlichen Inhalt ist eine große Zahl prachtvoller Illustrationen beigegeben. So vereinigt die „Jllustrirte Welt" auf das Glücklichste interessante, gediegene Unterhaltung mit Belehrung und dieß Alles bietet sie ihren Abonnenten für nur M. 1. 95 Pf. vierteljährlich oder für 30 Pfennig pro Heft. Dieser überaus billige Preis — wöchentlich nur 15 Pf. — gestattet jedem Lesefreunde die Anschaffung dieses interessanten Journals. Abonnements auf den neuen Jahrgang der „Jllustrirten Welt" nehmen alle Buchhandlungen, alle Journal-Expeditionen und alle Postanstalten entgegen. Butter! Ein Geschäft im Siegcrlanb wünscht wöchentlich 30-50 Ko. Butter zu kaufen aber nur prima Qualität. Gefl. Offerten ''nter b.g. 30 an die Exped. des Sieger- länder Volksfreund^in Siegen. 5747 Wohnungsverändenmg. Von jetzt ab wohne ich 5745 St c u e n B äue 15 tm Hause des Herrn Zimmermann. Wilhelm Schmidt, Schuhmacher. 5739 Ein gewandter Hausbursche gejucht. 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A.: „Die Wahrheit, glauben wir, ist, daß unser Botschafter die präcisesten Versicherungen über die Projecle unserer Regie- runa in China Hal nach Varzin überbringen sollen. In dem Augenblick, wo Deutschland durch die unbestreitbare Correctheit seiner Haltung uns gegenüber dazu beiträgt zu verhindern, daß China auf die Hülfe einer europäischen Macht rechnen könne, war es ganz natürlich, daß das Ministerium Ferry in recipruquer Freimüthigkeit und Loyalität unseren mächtigen Nachbar Über den wahren Cha- ratter unserer bewaffneten Intervention insormirte. Es handelt sich weder um besondere Unterhandlungen bezüglich einer späteren Allianz, noch um Discusfionen über einen speciellen Punkt bet europäischen Politik, sondern e« liegt em,ach eine äußere Manifestation der absoluten Neutralität Deutschlands in der chrne- sifchen Frage vor, und diese sehr bezeichnende Manisestation ist nur geschehen, um auf die englisch - chinesischen Lügen von einem Schiedsspruch oder einer bedrohenden Intervention Deutschlands in unseren Angelegenheiten zu antworten." Täglich erwartet man die ossicielle Bekanntgebung des Termins für die Reichstagswahlen, womit die Wahlbewegung auf ihrem Höhepunkt angelangt sein würde. Mit den Wahlaufrufen sind diesmal die Deutsch-Confervativen aus dem Schauplatz zuerst erschienen. Derselbe legt das Hauptgewicht auf die sociale Reform und spricht sich für eine entschiedene Un- terstutzung der durch die kaiserliche Botschaft vom 17. November 1881 i»d,- cirten Politik aus. Am Schluffe heißt es in dem Aufrufe, daß überall da, wo für confervative Candidaten eine Mehrheit nicht zu erreichen sei, diejenigen Candidaten anderer Parteien unterstützt werden müßten, welche bei Beantwortung der an sie zu stellenden bestimmten Fragen der conservativen Anschauung am weitesten entgegenkommen. Im Uebrigen ist durch die Veröffentlichung bes Wahlaufrufes die Polemik zwischen der „Kreuz-Ztg." und der „Nordd. Allg. Leitung" über die Haltung bei den Wahlen, insbesondere über d,e Stellung der Conservativen einerseits zu den Nationalliberalen, andererseits zum Centrum, m keiner Weise unterbrochen worden. Ueber Zeit und Ort der Kaiserzusammenkunst wird ossioell noch immer tiefes Schweigen beobachtet. Desto lebhafter sind die Combinationen der Blätter, welche bald Warschau, bald einen andern Punkt in Russisch-Polen, Breslau oberschlesische Magnatensttze, einen Platz in Oesterreichisch-Schlesien und dann wiederum Danzig al» Scene de» bevorstehenden Ereignisse» bezeichnen. Angesicht» der bestehenden Verhältnisse erscheint e» angezeigt, bie Frage nach dem Ort der Zusammenkunft nicht weiter zu berühren; als in hohem Grade wahrscheinlich darf e» aber betrachtet werden, daß die Zusammenkunft im Lause nächster Woche stattfinden wird. L , Der preußische Staatsrath soll im Lause de» kommenden October wieder einberufen werden. Anderseits wird jedoch gemeldet, daß an entscheiden- der Stelle hierüber noch kein definitiver Beschluß gefaßt worden sei. Von den tonangebenden französischen Blättern wird die Situation in Ostasien, Dank den Erfolgen Admiral Courbet'», in recht hoffnungsvollem Lichte betrachtet. Man huldigt der Ansicht, daß China, in bet Erkenntlich, rote sehr es bet französischen Politik mit ihrer Action ernst sei, unb Angesichts bet Zurückhaltung bet neutralen Mächte, binnen Kurzem gelindere Saiten aus- ziehen werde. NamenUich die Journale „Paris" und „Setup»" sprechen sich in diesem Sinne aus; letzteres Blatt meint, das Bombardement von Fu-tscheu werbe ben Tsungli-Damen veranlassen, sich roieber auf bie Seite bes friedliebenden Li-Hung-Tschang zu neigen. . Der Tob be» Lorb Ampthill hat tn Englanb einen an Consterna- tion grenzenben Einbruch gemacht. Die Action Dr. Nachtigal'S an ber Westküste Afrikas in einem fast unmittelbaren Anschlüsse an bie Affaire von Angra Pequena, bie gereizte Sprache bet beutschen Presse gegen Englanb, bie Nachricht, daß Brugsch Bey mit einer osficiellen Mission be» Fürsten Bismarck nach Persien —. 1 TT p. । pract Arzt in Frankfurt a.M., früher Assist. r TnPf! H ItP,Tisch rrof. Ricord’s, Paris, heilt rasch, gründl. u. 1994 VI. liltu. 11. Vüllöbllj ohne grosse Kosten alle Nerven-, Frauen-, Haut- u. Geschlechtskrankheiten (Syphilis) nach eigener Methode. Sprechstunden 10—1 und 3—5. Stiftstrisee 22 I. Aue warte brieflich. entsendet wurde und andere Anzeichen haben den englischen Politikern viel zu denken gegeben, und man ist tief von der Notwendigkeit durchdrungen, gegenwärtig einen Mann in Berlin zu besitzen, der über die Autorität und den Tact verfügt, um die delicaten Fragen, die sich ergeben haben, mit Geschick und Erfolg zu behandeln und Die drohende Entfremdung beider Länder zu bannen. Doch wo einen solchen finden? Jener englische Staatsmann, der in letzter Zeit unstreitig das größte Geschick an den Tag gelegt hat, ist Herr Göschen, er ist aber nicht Diplomat von Fach, hat überdies eine große politische Carriere vor sich und besitzt zu viel Unabhängigkeit und Charakterstärke, um einzuwilligen, daß er der Agent einer Politik werde, die er mißbilligt. Von den geschulten Diplomaten ist Lord Dufferin der gewiegteste; aber man braucht ihn in Konstantinopel, wo er zur Stunde mit dem Phantom der türkischen Suzeränetät über Egypten hantiren muß, und sein etwas harter und ein wenig zänkischer Charakter — er ist eben Irländer — würde ihn kaum zu einer persona grala in Berlin machen- So ist eS denn wahrscheinlich, daß die Wahl auf einen Mann mit soliden Eigenschaften fallen wird, der noch nicht Gelegenheit hatte, durch glänzende Leistungen die Aufmerksamkeit der Welt zu erregen. Man nennt unter andern Car.didalen auch Mr. Grant Duff, Gouverneur von Madras, der vorzüglich deutsch spricht und bereits als Diplomat gedient hat. Das staatserhaltende Prinzip in Serbien hat dieser Tage einen nicht unwichtigen Erfolg zu verzeichnen gehabt. Wie der „Polit. Corresp." aus Belgrad gemeldet wird, wurde Ljubomir Pirolschanac, ein Bruder des gewesenen Ministerpräsidenten Milan Pirotschanac, zum Bürgermeister von Kon- jazevats, welche Stadt bekanntlich am letzten Aufstande sich hervorragend betheiligt hatte, gewählt. Damit ist die letzte Position der Radikalen gefallen und erscheint die Herrschaft der Ordnung und Gesetzlichkeit im gejammten Timokgebiete fest begründet. Die egyptische Affaire will noch kein besseres Aussehen gewinnen trotz der Mission Lord Northbrook's und der militärischen Intervention des Generals Wolfeley. Der angebliche Sieg Gordon's wird von den conservativen Londoner Blättern stark in Zweifel gezogen, die nebenbei zu verstehen geben, daß selbst Wolseley'S Energie kaum noch hinreichen dürste, um Ordnung in das Chaos des Aufstandes zu bringen. — General Wolfeley beabsichtigt bei seiner Nil-Expedition kanadische Schiffsleute, welche vom St. Lorenzo-Strome her mit der Ueberwindung von Stromschnellen und stachen Stellen in reißendem Gewässer vertraut sind, zu verwenden. Die kanadischen Zeitungen äußern sich aber ziemlich absprechend über das Project. Der Plan einer Boot«Expedition, sagen sie, sieht sehr schön auf dem Papiere aus, aber er ist unpraktisch. Die Kanadier werden das egyptische Klima nicht vertragen können. Sie werden nicht nur gegen die Hitze zu kämpsen haben, sondern auch die Nahrung wie das Wasser als für sie nicht geeignet finden. _______________________________ lieber Retter - Haarwasser. Es kann nicht genug wiederholt werden, unb ist auch darüber schon Vieles von Autoritäten geschrieben worden, daß Oele und Pomaden die Hautporen nur oerstopsen, in Folge Zutritts des Staubes sich eine Schichte bildet, welche die Hautausdunstung verhindert, die Haarwurzeln erstickt und dadurch Kopfleiden und kahle Stellen erzeug:. Und dennoch gibt es noch eine Unzahl Leute, die im blinden Vertrauen auf schwindelhafte Neclame — unbedacht, ob das Versprochene zu erfüllen möglich fei — Hunderttausende für schädliche Haarmittel ausgeben und in dem Wahne leben, neue Haare aus kahlen Stellen zu erzeugen, während sie damit doch nur den Charlatanismus unters stützen und ihrer Gesundheit schaden. Wäre es denn nicht viel vernünftiger, bei Zetten von dem unnatürlichen Dressiren der Kopfhaare abzulassen und dafür em wirklich gutes conseroirendes Haarmittel statt der insgesammt schädlichen Oele und Pomaden zu gebrauchen? Als ein solch' verläßliches und unschädliches Mittel kann das Haarwasser von Carl Retter in München nicht genug empfohlen werden, da dasselbe laut Gutachten hervorragender Autoritäten, wie Professor Dr. v- Wittftein re- rc-, Alles enthält, um das Haar feucht, weich, glanzend und die Kopfhaut immer thätig und weich zu erhalten, sowie die lästigen Schuppen innerhalb acht Tagen gänzlich zu entfernen. — Zu beziehen per Flacon h 40 und vH. 1.10 bei Herrn C- Merkel, Marktstraße, Gießen- Ieilgevotenes. ar Reue MSalsheringeW 84. Fang, in schönster Waare versendet das Postfaß von ca. 10 Pfund von 40 bis 50 Stück garantirt, zu 3 Mark franco Postnachnahme. P. Brotzen, Cröölin a/d. Ostsee, 5543_______Regbz. Stralsund._________ Bernstein Glanzlackfarbe. Nach besonderer Methode fabricirt. iTnübertroffener Fussboden - Anstrich dessen Eigenschaften sparsamer Verbrauch, rasches festes Trocknen und ausgezeichnete Dauerhaftigkeit sind. 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