Me. 1S3 Freitag den 4. Juli 1884 iehener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberflcht. Gieße«, 3. Juli. Kaiser Wilhelm beendet, soweit dies bis jetzt bekannt, am 6. Juli seine Brunnenkur in Bad Ems und dürfte sich sodann, wie in früheren Jahren, über Mainau, dem Sommer-Aufenthaltsorte der Großherzoglich Badischen Familie, zu der gewohnten Nachkur nach Bad Gastein begeben. Was die aufregenden 1 Gerüchte anbelangt, denen zufolge für die diesjährigen Sommerreisen des Kaiser- ganz besondere und bemerkenswerthe Vorsichtsmaßregeln ergriffen worden seien, jo müssen dieselben als große Uebertreibungen bezeichnet werden. Die „Nat.- Ztg." erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß kein Anlaß vorgelegen habe, um außergewöhnliche Maßregeln zum Schutze des Monarchen zu ergreifen. Richtig möge aber sein, daß in Hinblick auf verschiedene Vorkommnisse im Auslande den EisenbahN'Verwaltungen eine verschärfte Controls bezüglich sorgfältiger Ueber- wachung verdächtiger Gepäckstücke zur Pflicht gemacht worden ist. Mit dem Schlüsse der Reichstags-Session und der am Montag erfolgten Abreise des Reichskanzlers nach seinem pommerischen Tusculum Varzin ist in unserer inneren Politik Sommerwetter eingetreten. Vorläufig wird sich dasselbe aber noch nicht so recht bemerklich machen, denn die Nachklänge aus den letzten Sitzungstagen des Reichstages sind noch zu frisch und lebhaft, als daß ihre Wirkung nicht noch geraume Zeit verspürt werden sollte. Vornehmlich wird die Dampfer-Subventions-Frage noch nicht gleich aus der politischen Diskussion verschwinden; ein Zug tiefen Unmuthes über das vorläufige Scheitern der Dampfer-Subventions-Vortage gebt durch alle Kreise, in denen man das Zustandekommen dieser vorzugsweise in nationaler Beziehung bedeutungsvollen Vorlage wünschte. Zweiundzwanzig deutsche Kriegsschiffe sind jetzt in der Bucht von Zoppot bei Danzig vereinigt, um in der Ostsee Uebungen -vorzunehmen. Am Montag wurde das stattliche Geschwader von den Prinzen Heinrich und Wilhelm von Preußen besichtigt, welche sich an Bord der Panzer^ Korvette „Hansa" befanden. Die Cholera-Berichte werden nunmehr eine ständige Rubrik in den Zeitungen bilden, da von der französischen Regierung selbst nunmehr die asiatische Cholera in Toulon und Marseille constatirt ist. Das — leider! — von den französischen Behörden bis jetzt für gut befundene Vertuschungs-System hat sich also nicht weiter durchführen lassen und das ist trotz der ernsten Situation immerhin ein Gewinn und die europäischen Regierungen wissen nun, woran sie find. Von allen Seiten werden denn auch die umfassendsten Maßregeln getroffen, um die Thätigkeit ves furchtbaren Würgers aus Asien auf einen möglichst engen Raum zu beschränken und Spanien ist hierbei am Weitesten vorgegangen, indem 18 die Ziehung eines Militär-Lorbons längs der Grenze nach Frankreich hin angeordnet hat. Auch Deutschland ist mit Vorsichtsmaßregeln gegen den unheimlichen Fremdling hinter den andern Staaten nicht zurückgeblieben und hat die Ausführung derselben und alles Weitere die in Berlin unter dem Vorsitze Dr. Koch's und Dr. v. Pettenkofer's zusammengetretenen Cholera-Commission übernommen. Wie aus Berlin vom 1. d. Mts. gemeldet wird, geht Dr. Koch unverzüglich nach Paris, und demnächst nach Toulon, um behufs Feststellung des Charakters der Epidemie feine Dienste zur Verfügung zu stellen und weitere Studien über die Natur der Seuche und deren Fortpflanzung zu machen. Im cisleithanischen Oesterreich ist am Montag der Reigen der Neuwahlen zu neun Landtagen durch die Landgemeinden Mährens eröffnet worden, denen am Dienstag die Städte dieses Kronlandes folgten. Am Freitag treten die ländlichen Wähler Nieder - Oesterreichs an die Wahlurne. Mit größtem Interesse sieht man dem Ausfälle der Wahlen in Mähren entgegen, wo die Czechen alle Anstrengungen gemacht haben, um wenigstens einige Wahlbezirke zu erobern, nachdem diesmal für sie noch keine Aussicht vorhanden ist, die Majorität in der Brünner Landstube zu erringen. Die Eröffnung der egyptischen Conferenz in London hat am Samstag in durchaus geschäftsmäßiger Weise stattgefunden, lieber ihre Thätigkeit läßt sich vorläufig noch nichts berichten, als daß sie den englischen Entwurf zur Regelung der egyptischen Finanzfrage entgegengenommen hat. Derselbe läuft darauf hinaus, die egyptischen Steuern um eine ganz beträchtliche Summe — 60 bis 70 Mill. «X — zu vermindern, aber gleichzeitig die Zinsen der egyptischen Staatspapiere, auch die der privilegirten Schuld, um ein halbes Procent herabzusetzen. Dies ist der Punkt, in welchem die öffentliche Meinung Frankreichs Widerstand leistet und es dürfte schon darum die Conferenz nicht ganz glatt verlaufen. Weiter werden aber auch von Rußland Schwierigkeiten befürchtet, da dasselbe gesonnen sein soll, für die egyptischen Suzeränitätsrechte der Pforte auf der Conferenz voll einzutreten, welche England bis jetzt gänzlich ignorirt hat und in Anbetracht aller dieser Schwierigkeiten kann sich die Conferenz bis tief in den Sommer hinein erstrecken. Der Strike der italienischen Schnitter im Venetianischen wie in Calabrien und einzelnen Gegenden der Marken dauert noch immer an und kann der Regierung noch ernste Verlegenheiten bereiten. Die ländlichen Ernte- Arbeiter in Italien sind allerdings recht kärglich bezahlt, denn in manchen legenden beträgt der Tageslohn nur 50 bis 60 Centesimi (40 bis 50 H). Freilich sollen die Schnitter außerdem noch 10 pCt. des ausgeschnittenen Getreides erhalten, aber gerade dieser ihr Antheil an der Ernte ist ihnen bis jetzt vorenthalten worden und dies bildet eben die Grundursache des Strikes. Bis etzt weigern sich die ländlichen Grundbesitzer, den Forderungen der Strikenden Telegraphische Depeschen. Wolff'- teilegr. Lorrejpou-em-Bttrearr. Ems, 2. Juli. Se. Maj. der Kaiser nahm gestern vor dem Diner den Vortrag des Wirkt. Geh. Legationsrathes v. Bülow entgegen. Zu der kaiserlichen Tafel waren geladen: Die mecklenburgischen Herrschaften nebst Gefolge, Prinz Nikolaus von Nassau und General v. Werder. Abends wohnte Se. Majestät mit seinen hohen Gästen der Theatervorstellung bei. Heute früh setzte Allerhöchstderselbe die Brunnenkur fort, machte eine Promenade und empfing später den Hofmarschall Grafen Perponcher und den Wirkt. Geh. Rath v. Wit- mowski zum Vortrage. Berlin, 2. Juli- In der unter dem Vorsitz des StaatSministerS v. Bötticher am 1. Juli abgehaltenen Plenarsitzung des BundesrathS gelangten zur Vorlage an die Versammlung die Beschlüsse des Reichstags über die unveränderte Annahme der Gesetzentwürfe, betreffend Beschaffung eines Dienstgebäudes für das Generalkonsulat in Shanghai und betreffend die Feststellung eines zweiten Nachtrags zum ReichshaushaltS- Etat für das Etatsjahr 1884-85; den von dem Reichstag in veränderter Fassung angenommenen Gesetzentwürfen, betreffend die Unfallversicherung der Arbeiter, und betreffend die Commandttgesellschaften auf Actten und die Acttengesellschasten, erthetlte die Versammlung in der von dem Reichstage beschlossenen veränderten Fassung die Zustimmung. Den zuständigen Ausschüssen wurden zur Vorberathung überwiesen die Beschlüsse deS Reichstags über: Die Gesetzentwürfe wegen Abänderung der Gewerbeordnung (Antrag Ackermann), und wegen der Fürsorge für die Wittwen und Waisen von Angehörigen des ReichSheeres und der Marine; tn Betreff von Petitionen wegen Schadenersatzansprüchen an die Militärverwaltung und wegen Pensionserhöhung, sowie die Resolution des Reichstags, betreffend die Entschädigung der durch den gesetzlichen Ausschluß der privaten Unfallversicherungsgesellschaften tn ihrem Erwerbe veeinträch- ttgten Bediensteten dieser Gesellschaften. Die von Preußen beantragte, nach § 4 des RetchSgesetzes vom 4. Mat 1874 erforderliche Genehmigung zur Verleihung der Staatsangehörigkeit an mehrere auSgewtesene Geistliche, wurde erthetll Den Anträgen der Ausschüsse wegen Credttirung der Tabakgewichtssteuer; in Betreff der -ur Ausführung des Gesetzes über die Anfertigung und Verzollung der Zündhölzer vom 13. Mat 1884 erforderlichen Ausführungsbefttmmungen, sowie wegen der Aufnahme von Fabriken zum Vernieten eiserner Röhren, zur Herstellung eiserner Brücken rc. unter die nach S 16 der Gewerbeordnung genehmigungspflichtigen Gewerbeanlagen, gab die Versammlung Folge. Die bet einer kaiserlichen Dtscipltnarkammer erledigte MttgliedSstelle wurde wieder besetzt; dem Entwürfe eines Gesetzes für Elsaß - Lothringen, betreffend Deklaration zum Jagdpolizetgesetz vom 7. Mat 1883, die Zustimmung ertheil^ Eine Eingabe, betreffend die Ermittlung des Raummaßes bei der Verzollung der zu Brettern geschnittenen Holzblöcke, wurde ablehnend befchteden; eine auf Abänderung der Civll- uvd Strafproceßordnung gerichtete Eingabe an den Reichskanzler überwiesen. Schließlich faßte die Versammlung Beschluß über die geschäftliche Behandlung mehrerer Em- gaben von Privaten. f Paris, 2. Juli. Der ehemalige Botschafter Tlffot ist gestorben. - Die Nationalfeier vom 14. Juli wird nicht hinausgeschoben, das Festprogramm wurde heute veröffentlicht. — Der Gesundheitszustand in Paris ist vorzüglich. — Die genaue Zahl der bei Langson erlittenen Verluste umfaßt 22 Todte und 53 Verwundete. — Das Journal „Paris" will wissen, die Regierung werde eine Entschädigung von 500 Millionen für die Verletzung des Vertrags von Tientsin von China verlangen. Nachrichten aus Tongking bestätigen, daß auf dem Marsch nach Langson zahlreiche Sonnenstichfälle bei den Truppen vorgekom- mm Toulon, 2. Juli. Von gestern Abend 10 Uhr bis heute Vormittag 10 Uhr sind hier 5 Personen an der Cholera gestorben. nachzugeben. Bezeichnend ist es übrigens, daß in der italienischen Deputirten- kammer des Strikes, der doch mehr als 10,000 Arbeiter feiern läßt, noch mit keiner Sylbe Erwähnung gethan wurde, während neulich die hohe Politik die Kammer eine ganze Sitzung hindurch beschäftigte. Die Constituirung des Ministeriums Sverdrup bedeutet für Norwegen das Ende des langen Verfassungskampses zwischen Regierung und Volksvertretung in diesem Lande. Bereits ist dem König Oskar der äußere Dank des norwegischen Volkes dafür, daß er durch Genehmigung des Cabinets Sverdrup den Wünschen des Landes nachgegeben hat, abgestattet worden. Denn diese Bedeutung hatte der große Festzug, welcher sich am Sonntag durch die Straßen Christianias bewegte und vor dem Schlosse dem Königspaare begeisterte Ovationen darbrachte. Nichts Neues aus Egypten! Dies ist die Parole der letzten Tage für den Sudan gewesen und ob diese relative Ruhe für die anglo - egyptische Regierung Gutes oder Schlimmes bedeutet, wird sich wohl bald Herausstellen. Auch über die Lage Gordon's in Khartum liegen seit nun beinahe 2 Monaten keine positiven Nachrichten vor.__________________________________________________ Aus dem Großherzogthum Hessen, 2. Juli. Die Wahlen für den 25. Landtag werden am 24. Juli d. Js. stattfinden. — Die „M. Nachr." thellen bezüglich der Reichstags-Candidaturen mit: Oberlandesgerichts-Präsident Görz candidirt im Wahlkreise Friedberg. Gegen-Candidat Bamberger's wird voraussichtlich Dr. v. Strauß, München, fein. Candidat der socialdemokrati- schen Partei für den Wahlkreis Mainz ist v. Vollm ar, München. — Nach dem „Mümlingboten" beabsichtigen die Nationalliberalen im Kreise Höchst den früheren Minister v. Starck aufzustellem Darmstadt, 2. Juli. Die Nationalliberalen beabsichtigen hier in Darmstadt den bisherigen Abg. Herrn Otto Wolfskehl und den Oberbürgermeister Ohly als Candidaten aufzustellen. Von deutsch-freisinniger Seite wird beabsichtigt, Herrn Rechtsanwalt Schödler als Candidaten aufzustellen. 2. 2. Feldscheibe. 300 Meter Entfernung. StandscheLbe. 175 Meter Entfernung. Auftegescheibe. 100 Meter Entfernung. Lyon, 2. Juli. Das Gerücht, daß hier ein Cholera-Todesfall vorgekommen sei, ist unbegründet. Weder unter den Einwohnern noch unter den Fremden ist irgend ein Fall constatirt worden. Der Gesundheitszustand Hierselbst ist vielmehr ein vorzüglicher. Marseille, 2. Juli. Heute früh sind zwei im Laufe der Nacht hier vorgekommene Todesfälle an der Cholera registrirt worden. Rom, 2. Juli. Die Regierung ordnete auch zu Lande gegen Frankreich eine btägige Quarantäne an, welche in Ventimiglia, Modane bereits sungirt und auch auf andere Alpenpäffe bereits ausgedehnt werden soll. Der Commiffär und die Truppen sind nach der Grenze abgegangen, um die Sperre durchzuführen. Gleichzeitig wird gegen die Provenienzen der gesammten französischen Küste des Mittelmeeres und Algeriens eine strenge Seequarantäne eingeführt. Bukarest, 2. Juli. In Kuestendje und Sulina ist eine 8tägige Quarantäne angeordnet; der Hasen von Mangalia ist für Provenienzen aus dem mittelländischen Meere gesperrt. Lokales. Gießen, 3. Juli. Im Nachstehenden lassen wir daS Gesummt,Resultat des PreisschtetzmS am 29., 30. Juni und 1. Juli folgen: 1. Am 29. Juni: Concurrenzschteßen. 175 Mtter 1. Preis C. Müler, Gießen, 175 , 2. „ I. Euler, „ 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. • Witzler, Butzbach, • Küchel, Butzbach, » I. Euler, Gtetzen, w Aschard, Friedrichsdorf, ■ C. Müller, Gtetzen, • W. Jochem, Laubach, sAug. Jochem, Laubach, " /C. Brück, Gießen. Preis: Vogt, Butzbach, » Luy, Wetzlar, * Brodzina, Gießen, * H. Witzler, Butzbach, » Pfeiffer, Friedrichsdorf, » Ehr. Petri V., Gietzen, ff Ed. Noll, Gietzen. » C. Müller, Gtetzen, » H. Küchel, Butzbach, » Aschard, Friedrichsdorf, » I- Euler, Gießen, | C. Brück, Gießen, * iJ- Anfall, Gießen. 1. Preis: F. Pfeiffer, Friedrichsdorf, L. Kltngelhöffer, Alsfeld, Rüdinger, Wetzlar, Aschard, Friedrichsdorf, C. Burkhard, Gießen, Ohly, Friedrichsdorf, Aug. Jochem, Laubach, Pfeiffer, Laubach, Brodzina, Gießen, Brse, Friedrichsdorf, Grebel, Laubach, t W. Löber, Gießen, tW. Kurz, Gießen. WttÄÄtiw a[l8°^ftrÄira*rll6f!nJ 1 2,nfleficnt "i d°- «WWMM ct SeJo0t5p6fnfen ö G-„n^ n^ Commission für Ankauf -ine? ge- 618 zu x 300,000. Nach langer DiskuMa?^?.. fm W-rthc non x 70 000 nochmals an di- SommifRon zu die Sach- Sitzung des Vorstandes d-tailllrt- flofiena'nfdblia« n etner demnächstigln ..... derselben beschäftigt ist, kam einem der Rotationdräder zu nahe, wurde von diesem erfaßt und mit kolossaler Wucht derart gegen eine Wand geschleudert, daß er schwer an Kopf und Rücken verletzt, sofort seinen Geist aufgab. Die ganze Nachbarschaft wurde auf dos Schreien der armen Ehefrau desselben in Bewegung gesetzt, welche tm selben Momente ihrem Mann das Abendbrod zu bringen sich anschickte. Er hinterläßt zwei unmündige Kinder. Aus Rheinhessen, 28. Juni. Die FeldfrüÄte stehen, Dank der ausgezeichneten Witterung der letzten Tage, recht gut. Die Pilzbildung am Kern ist beinahe ganz zurückgetret l-d'M gefugte $««« löiel, roch als laubniß (S «w i Platze «»A Ust toW Sauft»«’ l,6tt üb-- «w Kss's „ m Wien rt '"^-ttel ge- SShM** -bÄrcWn? i Andere w«rd^l«-H binnen belagert. Der Mann macht vorläufig ein so brillantes Geschäft, daß ihm zum Heirathen wie er Jedermann versichert, faktisch keine Zett bleibt — lEm Schildbürgerstreich.) AuS Stuttgart, 29. Juni, wird geschrieben: In dem nahe gelegenen Oct Degerloch hat sich kürzlich ein Factum zugetragen, das lebhaft an die Streiche der Schildbürger erinnert und den Vorzug hat, wahr zu sein. Die Gemeinde kaufte einen Farren (Stier), Simmenthaler Race, dem um ihn besser lahmen zu können, ein eiserner Nasenrtng angelegt werben sollte. Da dieses Kunststück nicht eben leicht war, so wurden 6 Mann beordert, den Wtderspänsttgen zu zähmen. Man legte dem Tbter einen Strick um den Hals und zog so lange daran, bis es nach vollendeter Operation wirklich verendet war. D^e Ausführung dieser H-ldenthat geschah in Gegenwart detz Schultheißen und Gemeinderaths. Der Schultheiß von Beutelsbach btt Schorndorf gratulirte seinem Collegen (in 8. wurde nämlich als Mittel gegen die Viehseuche eine Hummel lebendig begraben) zu seinem Erfolg. Heber diesen Vorgang werden nun in unserer Stadt Carricaturen colportirt, welche den Vorgang in Versen und mit Bildern in amüsanter Weise darstellen. — sVacante Stellen für Mllitäranwäcter im Bereiche des 11. Armee-Corps.) Allstodt, Postamt, Landbriefträger, 510 X Gehalt. Kasskl, Generalcommission, mehrere Lohnschreiber, 25 Pfg. pro Bogen. Kassel, Postamt, Postschaffner, 980 X Gehalt. Frankfurt a. M, Baurath Becker, Tagewächter, 60 X monatlich, Nachtwächter, 60 X monatlich- Hanau, Postamt, 2 ständige Posthülfsboten, 1,80 X Tagegeld, ständiger PofthülfSbote, 2 X Tagegeld. HerSfeld, Postamt, Landbriefträger, 558 X Gehalt. Homburg v. d. H, Postamt, Postschaffner, 944 X Gehalt. Jena, Landesbeilanftalten, Pförtner, 280 X und freie Starion. Limburg (Lahn), Postamt, Postschaffner, 908 X Gehalt- Oberlahnstein, Bezirk deS König!. E'senbahn-BetriebsomtS zu Wiesbaden, Latzemeisterasptrant, 75 X monatlich. Poppenhausen, Postagentur, Landbriefträger, 510 X Gehalt. Prctzmck, Postamt, Briefträger, 872 X Gehalt. Wiesbaden, Bürgermeisteramt, 2 Bureaugehilfen, 1000 X und rcfp. 1200 X Postamt, Stadtpostbote, 930 X Gehalt. Literarisches. — Die Gegner deutscher Colonialideen, die (trotz der so energischen Thätigkeit der für Ausbreitung deS Interesses für überseeische Unternehmungen thatigen Vereme und trotz deS unermüdlichen aufklärenden Wirkens berufener Autoritäten und namentlich der Geographte-Profefforen an unseren Hochschulen!) noch immer leider im Deutschen Reiche zahlreich genug sind, pflegen neben anderen gleich wenig stichhaltigen Gründen gegen eine überseeische Ausdehnung Deutschlands namentlich auch den vorzubringen, daß die Erde ja bereits vergeben und für unS also nirgends mehr etwas Lohnendes zu holen sei. Auch auf die afrikanischen Küsten wird dieser Einwand bezogen. Und in der That ist diese irrige Ansicht Vieler, daß alle brauchbaren überseeischen Küsten bereits im festen Besitz europäischer Mächte seien, insofern entschuldbar, als die meisten deutschen Karten selbst ihr ehrliches Theil zur Festigung dieses Jrrthums beitrugen. Mit besonderer Vorliebe pflegen Viele der letzteren jedes Gerücht einer neuen Gebiets- ausdehnung der fremden Seemächte als feststehendes Factum zu behandeln. So sigurirt namentlich England auf vielen deutschen Karten gänzlich unberechtigt als Herrscher in außereuropäischen Gebieten, die thatsächlich durchaus nicht von ihm occuptrt, sondern noch vollkommen unabhängig sind! — Eine soeben im Verlage deS Geographischen Instituts zu Weimar erschienene Karte von Angra Pequena und SÜd-Afrtka (bearbeitet von H. Müller und C. Riemer) betrachtet e8 als eine wichtige Aufgabe, diesem irrigen und unpatriotischen Bevorzugen fremder Seemächte durch deutsche Kartographen entgegenzutreten. Sie bringt ein klar und deutlich gehaltenes UebersichtSbUd von Südafrika, auf dem die thatfächlichen Grenzen der Colonien nach den neuesten (soweit möglich amtlichen) Materialien eingetragen wurden; namentlich hebt sie auch das von keinem anerkannten Staate besetzte Gebiet durch besonderes Colorirt hervor und zeigt so in anschaulicher Weise das für eine allmähliche Ausdehnung der Zone deutschen Einflusses, der jetzt von Anara Pequma ausgehen kann, zunächst offenstehende Territorium. — Reben dieser Uebersichtskarte deS ganzen südlichen Afrika finden sich auf diesem Blatte noch zwei andere Karten: eine Spcc alkarte des von Lüderitz erworbenen Gebiets von Angra Pequena und etn Heber sichtökättchen des deutschen Reichs: letzteres (im gleichen Maßstabe wie die Hauptkarte gezeichnet) bient zur anschaulichen Vergleichung der Größenoerhältnisse j?mr afrikanischen Gebiete mit solchen der heimathlichen Länder. — Der Preis dieser heute im höchsten Grade .zeitgemäßen" Karte beträgt 80 Pfennig. Handel und Verkehr. Limburg, 2. Juli. Rother Weizen X 17.10, weißer Weizen X 00.00, Korn X 13.70, Gerste X 0.00, Hafer X 8.65, Erbsen X —, Kartoffeln X —. ^Fr an ff urt, 2. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 2.70—4.00, Stroh X 2.80—3.15, Eier das Hundert X 4 60—5.00, Butter 1. Qualität X 0.90, 2. Qualität X 1.10, Kartoffeln per Centner X 2.00—2.25, Kohlrabi 5-8 H pr. (5t, Erbsen 1O0 Kg. 19.OO—27.50 X, Rothkraut pr. St. 00—OO Poularden X 0—0, Huhn X 1.50—2.20, 1 Ente X 3.00—4.00, 1 Taube 60—00H Hahn X 1.70—2.00, Gans X 4—0.00, Welsche X 7-12.— — Im Jnseratentheil der Rr. 151 unseres Blattes hatte ein Inserat betr „Strickerei-Geschäft von Marie u. Johanna Buschs Aufnahme gefunden. Dieses Inserat befand sich in Couvert in unserem Briefkasten und haben wir bemfelben in gutem Glauben Aufnahme gewährt, um so eher, da Papier und Schrift früheren Inseraten ähnlich sahen. ES wird uns nun in Betreff dieser Sache nachstehende Mittheilung gemacht: „In dem Jnseratentheile Ihres mertben Blattes von heute, Nr. 151, befindet sich eine Annonce, welche, als wenn von meinen Schwestern Marie und Johanna abgefaßt, lautet. — Da dieselbe nun lediglich auf einen elenden Witz zurückzuführen ist, von einem Suj t verfertigt, welches auf verabscheuenS- werthem anonymem Wege derartige erbärmliche Machinationen in Scene setzt, so ersuche Sie, da Ihnen ein Auftrag me-ner Schwestern, etn Inserat, wie baS verkündete, einzurücken, nicht zuging, den entsprechenden Widerruf in Ihrem geschätzten Blatte baldgefälltgft erfolgen m lassen. Hochachtungsvoll _ Adolf Busch." Da auch wir die Dupirten sind und es in unserem eigenen Interesse liegt, ein derartig böswilliges Subject gebührendermaßen zu kennzeichnen, sichern wir Demjenigen, der uns auf die Spur dieses anonymen Individuums führt, eine Belohnung von zwanzig Mark zu. Expedition des „Gießener Anzeiger." Wafferwärme der Lahn. Am 3. Juli, zwischen 11 und 12 Hhr Mittags: 19° R. — Lustwänne 23® R. Rübsamen. MtthMche Eisenbahnen. Mit dem 1. k. M. tritt der Nachtrag II. zum Gütertarif Köln lr.)—Oberhessen in Kraft. Derselbe enthält unter Anderem neue Tarifsätze für den Verkehr mit den Westerwaldbahnstationen, worüber sämntt- liche diesseitige Stationen Auskunft er- theilen. 4475 Gießen, den 28. Juni 1884. Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Herstellung eines neuen DachwerkS auf einem Oeconomie- gebäude zu Schiffenberg erforderliche Zimmer- und Dachdeckerarbeit, veranschlagt: erstere zu 444 X, letztere zu 451 «X. 80 soll auf dem Submissionswege in Accord gegeben werden. Lusttragende wollen ihre Offerten nach Procenten des Voranschlags gestellt, schriftlich, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, längstens bis zum Juli l. I., Vormittags 10 Uhr, bei uns einreichen, bis zu welchem Termin Plan, Voranschlag und Bedingungen Vormittags von 8—12 Uhr eingesehen werden können. Gießen, den 3. Juli 1884. Großh. Kreisbauamt Gießen. __________Walter.______4489 ^rsteigerung schwesi. Gardinen & Stickereien. Dienstag den 8. Juli 1884, Nachmittags 2 Uhr, Ä der Restauration Bramm (Neustadt) Fortsetzung und Schluß der Versteigerung aller noch verbliebenen Vorräthe ans Becker's Stickereilager: Gestickte Vorhänge in Mull, Application und Tülle, Gedruckte und gestickte Taschentücher dio. Art, 4482 Glatter Mull, Gardinen :c. Im Auftrag: Müller. ..$8. Von Montag früh an werden sämmtliche Waaren in obigem Lokale ausgestellt und aus freier Hand billigst abgegeben. Damen, welche die Versteigerung nicht besuchen moUen, belieben diese gün- Jtigc Kaufgelegenheit zu beachten. Allgemeiner Anzeiger. Cement von Dyckerhoff Sohne in Amöneburg, Sandsteinplatten, Treppentritte, Thonröhren, Tuffsteine und Kaminröhren, Thonplatten zu Flur- u. 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Lieferung und Anfuhr von Steinen, veranschlagt zu 2112,— Der Anfang ist Nachmittags um 3V- Uhr auf dem alten Anneröder Weg an den Altentischwiesen. Gießen, am 1. Juli 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 4438 A. Bramm. Arbeitsdersteigerung. Montag den *1. Juli d. I., Vornlittags 9 Uhr, sollen nachstehende Arbeiten an den gemeinheitlichen Gebäuden dahier, bei unterzeichneter Stelle in Accord gegeben werden: veranschl. zu 1. Weißbinderarbeit 231,— 2. Zimmerarbeit „ 17,— 3. Dachdeckerarbeit „ 54,— 4. Schreinerarbeit „ 31,— 5. Spenglerarbeit „ 9,84 Climbach, am 30. Juni 1884. Gr. Bürgermeisterei Climbach. Stein. 4477 1 Zelt (Militair) zu verkaufen bei Louis Rothenberger, 4413 Neuenweg 22. Freitag den 4. Juli 1884, Nachmittags 2 Uhr, sollen 9 Morgen Winter- Roggen des landwirthschaftlichen Versuchsfeldes an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, den 26. Juni 1884. Großherzogliches Universitäts-Rentamt Schmitt. 4350 Aeilgeöotenes. 4423 Ein neunjähriges zugfestes Pferd, Stute, gedeckt, ist preiswürdig zu verkaufen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bl. Zwiebelkuchen Montag, Mittwoch u. Freitag Morgens 9 Uhr. 4483 Fr. Hennings. Zu verkaufen! Ein Eisfchrank, 2 neue Kleiderschränke llthürige), 1 Kommode, Schreibtisch, Bettstellen, Nachttische, 2 Zinkbadewannen, Strohsäcke, Matrazzen u. Betten. Die Dampf - Kaflec - Brennerei von A. Zuntz sel.Wwe., bringt ihre Spezialitäten Gebr. Java-Kaffee’s Bonn Berlin Otgr. 1837. Gegr. 1837. Hoflieferant, i- v - in empfehlende Erinnerung. Alleinige Niederlage in Giessen bei 4031 J. M. Schulhof. 4412 Louis Rothenberger, Neuenweg 22. Feinsten Havanna llienenlumig empfiehlt billigst W. Th. Wittlich, 4180 Marktstraße 32. Nußschalen-EMM zum färben blonder, rother und grauer Kopf- und Barthaare aus der königl. bayer. Hofparfümerie- Fabrik von O. D. Wunderlich, prämiirt Nürnberg (gegründet 1845). 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Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause (Sonnenstrasse) statt. 4480 Stiftungsfest* Jer Gesangverein „Eintracht" Hattenrod feiert Sonnt#ig den G. Juli sein 9 jähriges Stiftungsfest, wozu alle Freunde des Gesanges ergebenst eingeladen sind. 4481 " Der Borstand. 4490 Ein unmöblirtes Zimmer auf fort zu vermiethen. Bahnhofstraße 18. Eine unmöblirte Stube (auf Wunsch mit Küche) zu vermiethen bei 3960 Jakob Dörr, Gr. Mühlgasse 19. 4492 Frankfurterstraße 93 ein Logis zu vermiethen und pr. 1. August beziehbar. Näheres im zweiten Stock. wozu ergebenst einladet Ph. Weller A. Scheid«. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. ChrTPietsch) Ein tüchtiges ülenst- madchen, das kochen kann, zu einer älteren Dame aeaen guten Lohn gesucht. Näh. in der Exped. d. Bl. Gin Wärter für die Medicinifche Klinik auf sofort gesucht. 445! hochachtend Nassauer, früher im „Darmstädter Haus". 4462 Tüchtiger Schreinergefelle ae- sucht. Carl Köhler, Flügelsgass-g MrUchasls-Aebemahme. Verehrüchem Publikum die ergebene Anzeige, daß ich die Wirthschaft Grünbergerftraste IS übernommen habe und werde Alles aufbieten, meine .verehrlichen Gäste durch gute Speisen und Getränke stets zufrieden zu stellen Um geneigten Besuch bittet Gesucht 4 Rcta6er “• c- ein Familienlogis von 4—5 Zimmern von einer Dame mit einem Sohn. Offerten nebst Preisangabe unter A. b. an die Exp. d. Bl. [4449 4^6 Sonntag den 29. blieb auf dem ^chMenberg ein seidener roth gefütterter Donnenfchirm liegen- Wer denselben gefunden bat, ift gebeten, ihn bei der Exped. d. Bl- abzugeben. ÖÖQaäoÖQQiQQOQüÖDÖg a 'Sausbursche gesucht. R Q Pelikan-Apotheke. S oooooaooaiaQQOQgoQg 4437 Gesucht. Ein tüchtiger Bieberfchwanz-Dach- ztegelformer wird gegen hohen Lohn ge- sucht von A. Mertens, 443o Ringofen-Ziegelei, Wetzlar. 4429 Ein braves Dienstmädchen Zeucht. Frankfurter-Straße 33. 4422 Guter Mittagstifch zu haben. Lindenplatz 7 4486 Zwei $ut möblirte Zimmer zu vermiethen. Näheres in der Exp. d. 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BlitsaOleilei'-Anleigett Garantie und bewährtester Construction, bei billigster Preisnotirung, liefer und stellt auf Carl Stohr I., Ludwigsplatz. kann dNSA7-st°°S«l!s^'^S "Nb vorzügliche L-itungsfähi^k-it Wellersburg. 4491 Sonntag den 6. Juli 1884: Tanzmusik Vermischte Anzeigen. 4478 Eine einz. Dame sucht 3 bis 4 Zimmer mit Zubehör. Eefl. Offerten Bahnhofstraße 4L Hiermit zeige ich an, daß ich dem Herrn Jean Boeck in Giessen die Verwaltung meiner in hiesiger Ge- markung gelegenen Grundstücke, sowie die Erhebung der davon entfallenden Pacht- und anderer Gelder übertragen habe. .Gießen, den 1. Juli 1884. "ti7_ Frau Emma Tprud. 4^85 Ein.gut empfohlener Schreiuer- hlf bm hiesiges Fabrikgeschäst ge- sucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. in Gießen.