1S§1 Sonntag den 3. Februar EkrfteS Blatt. Nr. 29 ErlcheinMäglich mit Ausnahme des Montags. tNnreau r Schulstraße 7. Gießen, am 1. Februar 1884. 65 Bekanntmachung an n if it 35 20 10 Gießen, am 1. Februar 1884. Deutschland. —1. Darmstadt, 1. Februar. Die heutige 50. Sitzung der zweiten Kammer -er Lanbstände brachte ote Fortsetzung der Berathung über das Enteignungsges.etz. Der Art. 9 bestimmt, datz von dem Augendi.ck der Offenlegung des Planes der Eigenthümer an dem Grundstück eine Abänderung nicht mehr vornehmen darf. Es solle jedoch bet Versagen der Genehmigung der Unternehmer verpflichtet sein, innerhalb 3 fahren das Grundstück zu erwerben. Dieser Artikel wurde mit einem Abänderungs- antrag de« Abg. Dtttmar angenommen, so daß die Frist nunmehr zwei Jahre beträgt Die Art. 29b, 31, 37, 51b und 61a, welche sich m't dem Expropnationsverfahren bet Localcommtsstonen und dem Provinztalautzschuß befassen, wurden zur nochmaligen Berichterstattung bis morgen an den Ausschuß zurückverwiesen, die übrigen Artikel, Art. 62 tncl, dann nach kurzen Debatten einzeln den Ausschußantragen gemäß, event. mit kleineren Abänderungen angenommen, einzelne desselben gestrichen. Morgen Vormittag findet Fortsetzung der Berathung deS Expropriations- gesetzeS^stattg^ern e(nflelaufenc Vorlage der Regierung wegen Erbauung von acht Secundärbohnen enthält, um genauer zu beraten, eine 5otbcrun6 qu8 von 3,191500 «X- Für d'.e unter Nr. 6, 7 und 8 aufgeführten Strecken (Rheinhetm nach Reichelsheim, Osthofen nach Westhofen und Sprendltr^en nach Wöllstein) ist, da dieselben an Unternehmer abgegeben werden sollen, eine Staatshülfe von zusammen 450,000 X vorgesehen. Außerdem will die Regierung noch einen Credit für Vor- arbetten, sowie für Untersuchungen anderer Projekte von zusammen 28500 JL Verfügung gestellt haben Der Beitrag der Interessenten ist auf 180,000 «M. außer Stellung deS erforderlichen Geländes bemessen. , c. . k,a Die auS der Staatskasse zu verwtlligenden Geldmittel sollen auf dem Wege des StaatSkreditS flüssig gemocht werden, und zu diesem Zweck ist^ini demjenigen^Nominalbetrag, welcher zur Beschaffung des angebenen Betrages (3,670,000 erfordert'ch sein wird, eine zu 4 pCt. verzinsliche Anleihe in solchen Zeitabschnitten aufzunehmen, wie deren Verwendung nothwendig werden wird. Frankreich. Paris, 31. Jan. Der Alterspräsident des Senats, Gauthier de Ru- milly, ist gestorben; zum Zeichen der Trauer hob der Senat seine heutige Sitzung wieder aus. , . In der Deputirtenkammer suhr der Ministerpräsident Ferry in seiner am Dienstag unterbrochenen Rede über die wirtschaftliche Krisis und deren Losung fort. Letztere sei nicht sowohl Sache der Negierung, als vielmehr Sache der Individuen, den gegenwärtigen Schwierigkeiten gegenüber beständen die wahren Nesormen in der Freiheit der Initiative und in der individuellen Vorsorge. Der Staat solle zwar Helsen, er solle sich aber nicht an die Stelle der Privat-Initiative stellen, der Staat müsse also die Ungleichheiten beseitigen, die auf der Arbeiter- tlaffe lasteten, er müsse die Arbeiterklasse sich frei berathen lassen über den Lohn, er müsse ihr zu dem Ende gestatten, in Versammlungen zusammenzutreten und Syndikate zu bilden unter jedweder Form. Ein Theil dieses Programms der socialen Vorsorge sei bereits zur Anwendung gelangt und werde ohne Schwäche, .aber auch ohne Lärm, durch diejenigen Vertreter der Nation weiter verfolgt tscl> i^rreKtcri« idieucr Anzeiger Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen. Gefunden: 1 Hundemaulkorb, 4 Messer, 1 Pelzkragen, 1 seidenes Halstüchelchm und 1 Packhaken. Zuaelaufen: 1 gelbes Wachtelhilndchen. Gießen, den 2. Februar 1884. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. p ____________ Fresenius.______—---------- ^Das Großherroalichc Stcucr-bommiffariat Gießen xtzb,,.--. Ga-b-.L. s.uf.n, Oppenrod, Treis und Trohe. aut Wahrung der Besitzwechsel aus 1883 ersuchen wir Sie wiederholt um baldigste Einsendung der Brandkataster. (Rieften. am 1. Februar 1884. Süssert Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. lnzchen. stmiidchen gegen gesucht. ft, nzel'sche Mr, 31 Dreier Alker Sem- Gießen. W oentuell zu «r* Mlt 8auc^_ Cale Stb*. hick, ‘6o :C£iU0 ^“l); ^»tben, Neuer uLditz 8t** fit’ werden, die nicht blos nach äußerer Popularität haschten. (Wiederholter Beifall). Die Sitzung wurde hieraus suspendirt. Aegypten. Kairo 31 Januar. General Gordon beabsichtigte in den nächsten Tagen von Affuan abzureisen. Er richtete an den Mahdi ein Schreiben, in welchem die Entlaffung der gefangenen Europäer nach Khartum gefordert wirb. Sartorius telegraphirte gestern Abend aus Suakim: „Sinkat und Tokkar befinden sich noch immer in unseren Händen; ich gedenke morgen abzureisen, um mich mit Baker Pascha zu vereinigen und mit diesem am Freitag weiter vor- zurucken." Baker Pascha machte vor einigen Tagen mit der Kavallerie eine Recognoscirung und griff Osman Digna an, welcher hierbei 120 Mann Tobte und Verwundete verlor. _________ Telegraphische Depesche«. Wolff'» teleer. «orresponrem-Bureau. ®erlitt 1. Februar. Se. Mas. der Kaiser, der sich wieder vollständig wohl befindet, nahm heute die laufenden Vorträge und nulitarischenl Meldungen entaeaen" er empfing den zum commandirenden General des 8. Armee-Corps er- nannten'General v. Loö und ertheilte Nachmittags >n Gege^mrtdes Staats- secretärs, Grafen v. Hatzfeldt, dein neuernannten namefifchen Gesandten, Prinzen Prisdang, zur Entgegennahme der Accreditive eine Audienz. — Das Abgeordnetenhaus erledigte in seiner heutigen Sitzung die ersten drei Titel des Etatskapitels für die Universitäten. Gegenüber den Klagen über das Duellunwesen und den übermäßigen Genuß geistiger Getränke, verwies der Cultusminister auf seine bereits früher dargelegte Stellung zu dem Mensurenwesen Den Frühschoppen, der die Ursache eines hohen Grades von Arbeitsunlust sei, wolle er nicht entschuldigen, derselbe sei aber nicht von den Umver- , sitäten in die übrigen Berufsklaffen, sondern umgekehrt von diesen auf die Universitäten gedrungen, man möge daher erst dort reformiren. Der Fleiß der Studenten habe übrigens in allen Fakultäten merklich zugenommen. Der Munster fordert aus, ihnsin seinen Bestrebungen für die Förderung der körperlichen Pflege und Ausbildung der jungen Leute durch Tunien u. s. w. zu unterstützen. Die Fortsetzung der Berathung wird Montag stattfinden. Dresden. 1 Februar. Nach einem heute Mittag ausgegebenen Bulletin batte die Vrinzessin Georg nach einem um 8 Uhr genommenen lauwarmen Bade kurze sieit geschlafen dann traten zwar wieder Delirien em, zeitweflig war Me hohe PatieLn L bei klarem Bewußtsein. Um 11 Uhr trat Meder Schlaf ein. Die Temperatur war 39,1, der Puls 100. Der Hautausschlag hat sch nicht weiter entwickelt. Betreffend: Die Waisenbiichsengelder. , . Gießen, am 2. Februar 1884. Das Großhcrzogltche Kreisamt Gießen an die Gros;herzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweis auf unser Amtsblatt Nr. 3 vom 10. Februar 1877 erinnern wir Sie an Einsendung der Waisenbiichsengelder und zwar durch eine Kosten nicht veranlassende Gelegenheit. vr. Boekmann. a) für die volle Tageskost.....80 b) „ „ Mittagskost.......40 „ c) i, „ Abendkost .......25 „ d) „ „ Morgenkost ------ ^5 „ Dr. Boekmann. W. 1 ber untere harIe» ou ver- ^Sen werben ^mbrlnus. mieten. ~ 33. u§43inmmF, s zum 1. Mgj ytraBe_G9. rn Post'ecretSr /er Bahnhoj- hen. 1 Wolkengasse rel'schen Hof- uon V*x Werk- chmiedeHiMn- methen. It Lauer. ls, 3 Zimmer, zu vcrmiethen. teinstrahe 48. jerichtetes Logis, rsten Stock, so- M. Elsesfer^ nicihen bei Kaplansg. 5. 14 ist ein Logis allen Bequem- rmiethen bei Neuenweg 58. am Kucnweg, eben mit Sohn- tgisL5Zi«r ilächstraße 3. ohnung meines tWiesenstraße 2) 2c. mit Garten- Stallung ii. Re- l zu vermiethen. L. Kauf. Sender Stube, sehr und Logis, sowie . Febr. u. i'lpril Swig Lang, str- (Letterg. 5). Betreffend^ Die für Natnralverpflegung ber bewaffneten Macht im Frieden für das Jahr 1884 zu gewährende Vergütung. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen 318 Klf Inger dadurch auf sich, daß er Blöch unausgesetzt mit seinen Blicken fixirte. DaS Mädchen theilte ihre Beobachtungen auch dem Wirthe mit, ohne daß dieser jedoch btr Sache Werth beigelegt hätte. Wie sich jedoch herauSstellte, war eS derselbe Mann, der sodann den Mord verübte. Das er fein Vorhaben nicht schon TagS zuvor auSführte^ lag wohl nur daran, daß Blöch damals nicht allein, sondern in Begleitung mehrerer Personen da« Local verließ. Man glaubt immer bestimmter, daß auch Hlubek demselben Mörder zum Opfer gefallen ist, wie Blöch. Am Tage des Leichenbegängnisses Hludek's war derselbe Mann» welcher nach der Ermordung des Poltzeicsncipisten am Fenster der Todtengräber- wohnung erschienen, wieder beim Thore des Friedhofs; er wurde von der Todtengräbers- frau erkannt, angesprochen und zum Eintritt aufgcfordert. Der Unbekannte leistete dieser Einladung jedoch nicht Folge, sondern entfernte sich eiligst. Die bei der damaligen EinvrrnaKme der Frau Ueberbacher von derselben angegebene Personsbeschreibung patzt vollkommen aus den gefangenen Mörder des Detektives Blöch. Seit der Ermordung Hludek's wurde auf bas Eifrigste nach dieser mysteriösen Person gefahndet, doch vergebens. Am Freitag Abend wurde die Frau deS Todtengräbers zur weiteren Konfrontation in's Poltzeigefangenenhaus, wo der Mörder in der Zelle Schenk's tnternirt ist, c'tirt. Die Frau erkannte ihn auch diesmal mit Bestimmtheit als jenen Mann, welcher am Tage des Mordes am Polizeiconcipisten Hlubek die citirte verfängliche Frage an sie gerichtet hatte. Auch in allen Fachoereinen, bei allen Riemern und sonstigen Lederarbeitern wird recherchirt, weil man auS der Handfläche des Verhafteten auf eine ähnliche Beschäftigung schließt. Als neueste Notizen fügen wir dem Obigen an: Dem „N W T" zufolge hat ein Kaffeehausbesitzer in der Photographie deS Mörders das Bild eines Mannes erkannt, welcher 14 Tage lang bis zum Tage des Verbrechens in sein Local kam und sich viel mit ihm Über Berlin unterhielt. Die vorgenommene Konfrontation bestätigte die Vermuthung. In der Gesellschaft des Verbrechers war bei jenen Besuchen ein zweiter Mann, der einen Zwicker trug und immer in sehr geheimnitzvoller Weise mit dem Unbekannten confertrte. Sie schrieben häufig Briefe und verfaßten Schrrftstücke, die wie Acten aus- saben Wenn diese Arbeit heenbet bitten spielten si» Schach miteinander. Die Stabtfnabe bis Dezemk Donnerstag »erben. Da; Die ■ ivaltnngsrec theiligtm ai ®iej 1. Februar. Die erste Lesung der AuSnahmeverordnungcn findet Dienstag hn Abgeordnetenhause statt. Die Morgenblätter besprechen die AuSnahmeverordnungen, wobei das „Rrembenbtatr hervorhebt, die Bevölkerung erwartete nicht nur, sondern forderte entschiedene Maßnahmen zur Zügelung der verbrecherischen Attentate, deren Schauplatz Wien und dessen Umgebung sei. Das Blatt spricht die Zuversicht auS, daß die wesentlich gekräftigten Befugnisse der Regierung lediglich zur Vettheidigung der arg bedrohten öffentlichen Sicherheit und gesellschaftlichen Ordnung dienen werden Die einjährige Suspension der Schwurgerichte sei zum Theil wenigstens aus Rücksicht auf bie ^urn selbst, welche keinem Terrorismus ausgesetzt fein solle, erfolgt. — Die „Neue fr Bresse" spricht daS Vertrauen auS, da« Ministerium werde sich feiner durch die «roße Machtvollkommenheit gesteigerten moralischen Verantwortlichkeit stets bewußt fein und seine Vollmachten maßvoll gebrauchen. Dieselbe richtet schließlich die Aufforderung an ihre Leser, Jeder möge in seinem Kreise dazu beitragen, den guten Ruf Wiens baldigst wiederherzustellen und den Makel des Ausnahmezustandes verschwinden zu machen. — Das „Tagdlatt" schreibt: „Uns drückt der Gedanke, daß es so wett kommen mußte, weil das gewöhnliche Gesetz nicht ausreichend erschien; wir dürfen aber heroorheben, daß grabe tn Wien die Elemente noch zahlreich und kräftig sind, welche entschlossen sind, den auf den Umsturz der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung gerichteten Umtrieben entgegenzutreten." . — Auf Grund der Ausnahmemaßregeln ist, wie da« .Fremdenblatt" meldet, eine Anzahl Arbeiter in der vergangenen Nacht verhaftet worden, auch wurde eine Anzahl von Personen durch die Polizei ausgewiesen. Paris, 4. Februar. Durch eine heftige Feuersbrunst, welche gestern in Cit6 Joly, in der Nähe des Pore-La-Chaise wüthete, sind gegen hundert Familien obdachlos geworden. Mehrere Kinder werden vermißt. — Bei einem Empfang der bonapartistischen Delegirten erklärte Prinz Napoleon, daß der Augenblick gekommen sei, eine gesetzliche, aber andauernde Agitation in'S Leben zu rufen. Es wurde hierbei beschlossen, eine große bona- partistische Versammlung am 17. Februar in^ Circus zu veranstalten. - Der Graf von Paris wird von Spanien direct nach Paris zurückkehren und sich alsdann nach Cannes begeben. London, 1. Februar. Den „Daily News" wird aus Suakim vom 31. Januar gemeldet, die Lage von Sinkat fei eine verzweifelte, die Mundvor- räthe seien gänzlich erschöpft, die Bevölkerung sei aus den Genuß von Hunde- und Pferdefleisch angewiesen; wenn der Entsatz unmöglich sei, wollten die Einwohner versuchen, sich nach Suakim zurückzujchlagen. Rom, 1. Februar. Dem Vernehmen nach wird der Papst gegen den Beschluß des Kassationshofes wegen Konü.'rttrung der beweglichen Güter der Propaganda von Rom einen Protest an die päpstlichen Nuntien richten. Petersburg, 1. Februar. Die Gesetzsammlung veröffentlicht eine vom Kaiser fanctionirte Verfügung des Reichsraths, wonach von dem inS Ausland zu exportirenden Spiritus von 95 Grab und darüber 6pKt., von weniger als 95 Grad 3pKt. des zu exportirenden QuantumS von den AccisegebÜhren befreit bleiben sollen. — Wie hierher gemeldet wird, haben Londoner Blätter ein Telegramm aus Charkow veröffentlicht, daß Nihilisten einen Gendarmerie-Offizier ermordeten, daß die dortige Polizei eine geheime nihilistische Druckerei entdeckt und Documente aufgefunden habe, welche eine Verschwörung gegen das Leben der kaiserlichen Familie und zur HerbeisÜhrung eines allgemeinen Bauernaufstandes in Klein-Rußland offenbart hätten. Diese Meldungen erweisen sich nach Mittheilungen von competenter Stelle, mit der einzigen Ausnahme der Entdeckung einer geheimen Druckerei, als vollständig auS der Luft gegriffen; eS ist Niemand in Charkow ermordet und keine Verschwörung daselbst entdeckt worden. Atid errni dritte i c. M Quj \ Wta $ Ti< <81 Die rü Sfr "och Kosten Gießen 799 »'»'S »’W1»1 Worein rli oA Ke 4 ©tunben • "’» m! Stan « b r. Jht. lntig, ii« w«e ® ^jlHiiSr nur unb vttstanb Anzahl hli- FeiinSgäah' iu erreichen, Seiten der, ötnn zur \ Nnrornvung Einzelnen ' menichen die Sriüllui Angebörlgtl nameiill'ch Gellielnde^ der WchlkD schait in ji-btnföö^ P1 Pflil-N'eMS Organisaiion M geihan unb kinrichiungen Femvkhi-O Kimmungen i mehr, Privat berfelben in Aushebun Dienftvslt siimmungen feuerwehr z' (Einihetlunk N o t a l e Gießen, 1. Februar. (Sitzung der Stadtverordneten vom 31. Januar ) Anwesend : Herr Bürgermeister Stamm, Herren Beigeordneten Keller und Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Batst, Gail, Georgi, Dr. Gutsleisch^ Hoch, Hornberger, Kauf, Ad. Noll, Any. Noll, Petri, Scheel, Simon, S ch o p d a ch, Vogt und 2B ortmann. Nach Eröffnung der Sitzung bringt Herr Bürgermeister Bramm ein Schretbeii des k. pr. Finanzministeriums zur Verlesung in Betreff des projectirteu Umbaues des Bahnhofes Gießen. In diesem Schreiben ist die Ermächtigung der Bahndirection zur Ausführung näher bezeichneter Arbeiten bezüglich des Umbaues enthalten neben gleichzeitiger Darlegung der Absicht, nach wie vor auf Herstellung der den Verkehrsverhältnissen entsprechenden Bahnübergänge, namentlich desjenigen am südlichen Ende des Bahnhofes, das Augenmerk richten zu .wollen. Unter Bezugnahme auf die bereits in dieser Angelegenheit gethanen Schritte wird das Schreiben zur Kenntniß gebracht und erklärt, daß man sich auch weitere Schritte vorbehalte. — Die Entrichtung resp. Rückvergütung von für verschiedene Bedürfnisse des Garnisonlazareths zu erhebendes Octroi wird auf Grund eines zwischen der Stadt und dem Garnisonlazareth geschaffenen Reverses geregelt. — Die von Herrn Ingenieur Rosenfeld abgelegte Rechnung über die Arbeiten, Lieferungen und sonstigen Ausgaben bei Herstellung der Quellwasserleitung wird vorgelegt und von Herrn Beigeordneten Heß erläutert. Der in Folge des Concurses der Firma Aird, welcher die gesammte Herstellung der Wasserleitung übertragen werden sollte, und zwar zum Gesammtbetrage von JL 84249, nicht zu Stande gekommene Vertrag veranlaßte f. I. die Stadtverord-- neten-Versammlung, die Anlage der gelammten Leitung in eigener Regie Herstellen zu lassen. Die Kosten der auf diese Weise fertig gestellten Anlage beziffern sich auf 76310, worunter auch diejenigen Kosten inbegriffen sind, welche in Folge Mehraufwands bei verschiedenen Arbeiten, Lieferungen rc. entstanden, z. B. btejenigen für die Leitung der Annaberger Quelle nach der Hauptquelle, die Verwendung eiserner Röhren für diese Leitung an Stelle von Thonröhren, die Ausdehnung des Röhrennetzes um 200 Meter gegen die ursprüngliche Länge, die Anschaffung anderer Brunnenständer, die Herstellung von Brunnenschächten mit Wasserableitung, die Ableitung nach den Brunnen in den Schulen u.s. w. Die Ersparniß gegenüber dem Aird'schen Voranschläge beträgt AL 11916, wobei allerdings zu berücksichtigen bleibt, daß die Firma. Aird einen öprocentigen Abstrich von ihrer ursprünglichen Voranschlagssumme zu machen gewillt war. Dem Herrn Ingenieur Rosenfeld wird nach Anhörung des Berichtes Decharge ertheilt und soll demselben die gestellte Kaution nebst dem noch rückständigen Theile seines Honorars ansgezahlt werden- Auf Antrag der Commission wird Herrn Ingenieur Rosenfeld eiie Gratification von 500 JL, dem Vorarbeiter Herrn Rodewald eine solche von 200 JL bewilligt. Weiter hat die Kommission die Ausstellung weiterer 5 Brunnen beantragt und sind als Standorte für dieselben vor- geschlagen worden: Der Kreuzungspunkt der Licher und Grünberger Chaussee, das Wallthor, die Nordanlage, die Ecke der Ludwigs- und Aliceftraße und das Neuenweger Thor resp. Ecke der Neuenbäue und des Neuenwegs. Beschlußfassung hierüber wurde bis zur Vorlage des Kostenooranschlags, in welchem weiter ein Brunnen auf der Mäusburg und einer in der Neustadt zu berücksichtigen sei, ausgesetzt. — In Folge Rückverlegung der Octroierheberstelle in das rechtsseitige Thorhaus am Seltersweg werden die Räume des vor genanntem Thorhaus s. Z. errichteten Häuschens frei» Herr Bäckermeister Emil Noll refleetirt auf diese Räume und will dieselben Zwecks- Errichtung einer Verkaufsstelle für Backwaaren pachten. Es wird beschlossen, das Häuschen einer öffentlichen Verpachtung auszusetzen. — In der Angelegenheit des Ausbaues der Ostanlage wurde s. Z. die Einleitung des Expropriationsverfahrens in Bezug auf das Gelände der Herren Ortsgerichtsmann Müller und Zimmermeistcr- Ruckstuhl beschlossen, lieber den Stand dieser Angelegenheit wird heute weiter berichtet: Die Differenz zwischen der Forderung des Ersteren (JL 2612,16) und dem Gebot der Stadl (JL 1680,64) beträgt .AL 931,72, wogegen Herr Ruckstuhl, dem Gebot der Stadt für Ueberlassung der Hosraithe nebst dem in Bettacht kommenden Gelände im Betrage von JL 16,000 eine Forderung von JL 31,100 gegenüberstellt, so daß hier die Differenz JL 15,100 beträgt. Betreffs des Ausbaues der Wilhelmsstraße bis an die Ludwigssttaße werden die mit den Herren Koch und Wilson propoiiirten Gelände-Austausch- resp. Abtretungs-Verträge befürwortet,, derjenige mit dem Herrn F. Hofmann an die Baudeputation verwiesen- — Der Fußweg nach dem Philosophenwalde soll im nächsten Frühjahr ausgebessert werden, desgl. der Feldweg in der Lichtenau. — Des Weiteren wird Herrn Ehr. Rübsamen Genehmigung ertheilt zur Anlage eines Geleises von seinem Baggerplatz in der Nähe des sogen- Felsens nach dem Bahnkörper der Main - Weserbahn. — Auf Grund des Gutachtens einer zur Beratbung über die Mittel und Wege zur Abwendung der Gefahr von ansteckenden Krankheiten, namentlich in Rücksicht auf die dermalen herrschende Diphtheritis-Epidemie zusammengetretenen Commission wurde beschlossen, die Errichtung eines Jsolirhauses, sowie die Beschaffung zweckentsprechender Wagen für den Transport von Kranken und Leichen zu befürworten. — Dem Holzhauer I. Damasky von Watzenborn, welcher beim Fällen eines Baumes, am 10. December v- I. verletzt wurde, wird auf diesbezügl. Gesuch eine Unterstützung von 30 JL bewilligt. Gießen, 1- Februar. (Theater.) Dte Musik der Operette „Fattnitza*. die vor etwa sieben ^Jahren überall den glänzendsten Erfolg errang, athmet durchaus den Geist ihres Schöpfers, sie zündet und packt beim großen Publikum durch die verschieden^ artigsten Effecte, mit denen Supp4 nicht sparsam umgeht, aber auch der musikalische Kenner findet manche Perle. Dte Erwartungen, welche sich an dte Aufführung knüpfen Ueßen und welche heute das Haus vollständig mit Besuchern gefüllt hatten, zeigten sich schon nach den ersten gesungenen Phrasen nur zum Theil erfüllt- Die Damen Fräulein Pögner I. (Wladimir) und Fräulein Hoffmann (Lydia) hatten ihre Rollen nur übernommen, um das Zustandekommen der Vorstellung nicht zu stören und verdienen daher eher Anerkennung, als strenge Beurtheilung. Herr Schreiner (General Kantschukoff) ließ sich von seiner brillanten Rolle mit Geschick tragen. Auch die Herren Brautlecht (Izzet Pascha) und PeterS (Reporter v. Golz) dürften den Intentionen der Verfasser entsprochen haben. Die Jnscentrung war durchaus zu loben. Der Benefiziat, Herr Kapellmeister Searle, wurde bei seinem Erscheinen mit Hochrufen und Tusch empfangen. Gießen, 2. Februar. Im Kreise seiner Kameraden hielt am Montag Abend der Adjutant der Freiwilligen Gail'schen Feuerwehr einen Vortrag über dte Errtchtung einer Pflichtfeuerwehr. Nachdem der Vortragende einen UrberblicküberdteFeuer- Der Mord von Moridsdorf. lieber dte Persönlichkeit des Mörders Klarheit zu schaffen, ist immer noch nicht gelungen, so daß schon der Vorschlag gemacht wurde, ihn m Nachahmung etneS von den russischen Behörden in Nihilistenprocesfen mit Erfolg angewandten Verfahrens öffentlich auszustellen. Seine RecognoScirung ist durch Entstellung seines Gesichts in Folge erlittener Mißhandlungen bei der Festnahme und beim Transpotte jedenfalls noch erschwert- Hierüber wird berichtet: Er hat eine lange Schramme auf dem linken Sttrnhügel und eine faustdicke Beule unter dem Auge. Da« Gesicht ist total verschwollen. Ein Augenzeuge der Einlieferung deS Mörders tn das Poltzeigefangen- haus berichtet dem „N- W- T,", daß man den Mann, von 8 Wachtleuten eScortirt, blutüberströmt und gebunden daherbrachte. Er beschimpfte in der unfläthigften Weise die Polizei und dte Beamten und benahm sich so ungeberbtg, daß man ihn auch zu den Verhören, dte wiederholt am Tage bis spät In Dte Nacht hinein mit ihm vorge. nommen wurden, ebenso wie zum photographischen Apparat gebunden bringen mußte. Er sträubte sich lange dagegen, dem Photographen zu ^sitzen", und erst, alS er ermattet war, gewann der Photograph dte kurze Spanne Zett, welche dann ausretchte, um ein wohlgetroffenes Bild des Mörders zu Wege zu bringen. Unter Anderem wurden bet dem Mörder zwei Fläschchen gefunden, von denen man behauptete, daß sie Gtft enthalten- Zur Untersuchung derselben wurde der Apotheker und Chemiker Herr Kulisch betgezogen, welcher den Inhalt des einen Fläschchens als Harz bezeichnete, und zwar alS denjenigen Klebestoff, mittelst dessen sich der Mörder «inen falschen Bart befestigt hat, und von dem sich auch noch Spuren an dem falschen .Satte vorfanden. Jeder Zweifel über die Art des Stoffes wurde aber dadurch aus. geschlossen, daß sich auch der Pinsel vorfand, mit dem sich der Mörder daS Gesicht bestrichen hatte. DaS zweite Fläschchen schien verdächtiger. ES hatte einen fuseltgen, an bittere Mandeln erinnernden Geruch, und man vermutheie daher, daß man eine Cyancali-Löfung vor sich habe. Eine nähere chemische Untersuchung ergab indeß, daß man eS mit einem Slibowitz ordinärster Sorte zu thun halte, der keinerlei giftige Substanz enthielt- Im Verhör erklätte der Mörder, daß er daS Ex?cut1vorgan seiner Partei jei, welche ben Polizeibeamten Blöch -um Tode verutthetlt habe, lieber dte Ziele dieser Dartet gab er die gewöhnlichen Redensarten der socialift'.schen Presse und Flugblätter zum Besten. Ein solches Flugblatt feiert ihn bereits als den „Scharfschützen von Immerhin glaubt man einige Anhaltspunkte zu haben, welche zur Feststellung der Persönlichkeit führen könnten. Ebe er zur That schritt, wechselte er die Kleider und legte, wie bekannt, einen falschen Bart an. Diese Umwandlung vollzog der Verbrecher aber nicht tn seinem Unterftandsotte, um sich nicht auffällig zu machen, sondern er versuchte es, wie aus dem Zeugniß der betreffenden Fraumsperson hervorgeht, die Wärterin deS Jedlersdorfer Blatternspitals zu bewegen, ihm bet ihr die Umkleidung gu gestatten. Die Wärterin verweigerte dieses Ansuchen unb der Unbekannte hat jedenfalls sein Vorhaben an einem andern Orte ausgeführt. Kurz vor der That kaufte er die neue Leibwäsche, die bet der Visitation bet ihm gesunden wurde. Die Wäsche war ungezeichnet. Es wurde auch conftatirt, daß er seine schmutzige Wäsche zum Reinigen einer Putzerin übergeben habe; die betreffenden Wäschestücke wurden herbeigeschafft, allein auch an ihnen fehlte jede Marke, die einen Anhaltspunkt zur Erbringung der Identität hätte liefern können. Als er am Donnerstag mit der oben erwähnten Spital- wärterin sprach, schien er ihr keineswegs weit herzukommen und entfernte sich über den Feldweg in der Richtung nach Floridsdorf. AIS sie ihn abwtes. sagte der Mensch: «Nun, da werbe ich zur Polizei gehen, dort wird man mir schon ein Nachtlager geben." Wo der Verbrecher die Nacht vor der That zubrachte, ist nicht herauszubringen gewesen. Notorisch ist, daß her Mörder bereit« fett einigen Tagen in Floridsdorf, speciell in der Nähe deS Blöch'schen Hauses gesehen wurde, ohne daß Jemand geahnt hätte, mit welchen Plänen sich der Unbekannte trage. Die Zeitungsträgerin Elisabeth Blaha gab nämlich, als sie mit dem Mörder confrontitt wurde, mit voller Zuversicht an, daß ste denselben aus dem Mühlschüttel an mehreren Tagen dieser Woche umherstreichen gesehen habe. Die Näherin Marie Maritschek, Mühlschüttel Nr. 81 wohnhaft, war tn der Nähe deS ThatotteS, als die Schreckensthat verübt wurde, aus Angst jedoch lief sie davon. Daß der Mörder am Tage vor dem Morde in Flortdsdott gewesen ist und seinem Opfer nachgespütt bat, ist unter Andern-, auch durch folgende Thatsache außer Zweifel gestellt- Blöch pflegte häufig das tn der Kirchgaffe zu Floridsdorf gelegene Gasthaus des Anton Stetninger zu besuchen unb kehrte auch am Donnerstag Vormittag daselbst ein. Während er nun mit einigen Bekannten sich an einen Tisch niedergelassen hatte und mit denselben in einer harmlosen Unterhaltung begriffen war, zog dn an einem andern Tisch sitzender Gast die Aufmerksamkeit einer Magd von Stein- “"lügen f“"ten en,' < 261 269 ?tJUtn fkr &'»>■! KL: ft'Ä? «s* '"»'*4 t lfi ' 3'11« e"Wble ;nen- bei allen )et Handfläche Vtf* 0 Cannes er, ^al tarn unb allon beflSttgte heiter Mn», ^Unbekannten ml.c Acten aus. mder. 3anuar.) An- unb Heß, von - Gutfleisck, 'kl, Simon, 'Herr Bürger- ung in Betreff in ist die Er: »eiten bezüglich b wie vor auf lge namentlich l wollen. Unter ritte wird das re Schritte vor- Bedürfnisse des i der Stadt unb erril Ingenieur fügen Ausgaben - n Beigeordneten c die gesummte Aesammtbetrage >ie Stadtverord- gic herstellen zu -Ziffern sich aus in Holge Mehr- l diejenigen für endung eiserner ng des Rohren- berer Brunnen; Ableitung nach rlird'schen Dsr- dch Vie Firm chlagssumme zu > Anhörung des nebst dem noch ; der Commission dem Vorarbeiter i Commission die ir dieselben vor- :r Chaussee, das und das Neuen- jsassling hierüber ein Brunnen aus setzt.-In Folge am Sellersweg Häuschens frei, dieselben W> beschlossen, baö ^enheit des Aus- msversahrens, m d Wmermeilter !?5*Ä ■SÄ «31,100 «8«: fes K.« »snS ndnng bel -^nbc losstn, bic :üv den r xamasln bauer//verletzt 1M V’ ■ÄS» Stz,'S SZS Ä Ä "X5** Leib zu Gießen. «etaufte. Ober-Csmmando, Stellvertretung, Wahl der Commandanten und Chargtrten; dienstliche Stellung des BranddirectorS), Verhalten tm Dienst (Hebungen, dienstliche Versammlungen. Entschuldtgungsgründe bet Versäumnissen), Abzeichen für die Pflichtfeuerwehr rc re. n Der Vortrag, welcher leider durch die Kunde von dem in der Neustadt entstandenen Feuer, da« zum Glück keinen bedeutenden Schoden verursachte, abgebrochen werden mußte, enthielt viele beachtenswerthe Punkte, von deren vollständiger Wiedergabe wir jedoch an dieser Stelle absehen müsten.__ — Der Auszug aus den StandesamtSregiftern erscheint in nächster Nummer. Red. Den 27. Januar. Dem Hetzer Georg Derlei ein Sohn, Georg Wilhelm, geboren den 5. December 1883. Denselben. Dem Schreinermeister Carl Köhler eme Tochter, Johanna Rosa Adolfine Mtlant, geboren den 16. December 1883 Denselben. Dem Dreher Ernst Moos ein Sohn, Hermann Max, geboren den 27. Dctober 1883. Den 29. Januar. Dem Hautbotsten Hermann Krapp eine Tochter, Rosalie Luise Wilhelmine Henriette Bertha, geboren den 12. Januar. Beerdigte. Den 26. Januar. Jakob Schmidt, Taglöhner, ledig, alt 27 Jahre, starb den 23‘ ^Den^Ä. Januar. Adolf Bieler, Rendant, alt 92 Jahre, starb den 26. Januar. Den 31. Januar. Marte Horn, geb. Weller, Ehefrau des Gepäckträgers Justus Horn, alt 48 Jahre, starb den 29. Januar.____________________________________________ Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gieren. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 31. Januar. Gustav Carl Hermann Wilhelm Gühlholz, Restaurateur zu Gießen und Anna Henriette Leib, ledige Tochter deS verstorbenen GastwtrthS Philipp ISschetnrichtungen, wie sie dermalen in Gießen bestehen, gegeben und namentlich in Anbetracht der AabV der freiwilligen Feuerwehrmänner dargethan hatte, daß dieselbe zur erfolgreichen und nachhaltigen Beoienung der zu Gebote stehenden Spritzen und Geräthschasten bei Weitem zu gering, indem hierzu mindestens die doppelte bis dretsache Anzahl nöthig sei, indem er ferner hervorhob, daß die Gesammtzahl aller freiwilligen Feuerwehrmänner knapp 3/4p6t. der Gesammtbevölkerung betrage » ging er auf die Motive ein, welche das baldige Jnkrasttreien des Instituts der Pflichtfeuerwehr verlangen. Zwar habe es bis jetzt, fo ost die Roth die freiwilligen Feuerwehren an die Brandstelle rief, immer noch Leute gegeben, die gern halfen und wacker Mit eingriffen. Ob aber das gesammte Löschwesen bet einem durch Flugfeuer oder an mehreren Stellen zugleich ausgebrochenen oder sonst größere Ausdehnung angenommen habendem Feuer die Probe bestehen könne, namentlich in Bezug auf Ausdauer derjenigen, welche sich berufen fühlen, auf einige Zeit der Feuerwehr Succurs zu leisten, sei mindestens fraglich, die Ausdauer fei der Prüfstein, an welchem auch der Werth der freiwilligen Feuerwehren ei kannt werden könne. WaS hilft eS, wenn eine Anzahl Mitbürger 2, 3 oder 4 Stunden thätig ist bei Bekämpfung eines Feuers, dessen Bewältigung 8—10 und noch mehr Stunden ersordcre, was Hilst es, wenn nach nächtlich ausgebrochenem Brande der grauende Morgen wohl einen stattlichen V ° r k v o n L ö s ch m as ch wen all er Art, Hunderte zerstreut umberliegende Feueretmer zeigt, von hilfsbereiten Mannschaften aber keine Spur oder nur sehr wenige vorhanden und außer vielleicht einer Abtheilung Mtlilär nur noch die größteniheils erschöpften Mannschaften der freiwill^en Feuerwehr beschäftigt sind. Nicht das Vorhandensein zahlreicher und kostspieliger Maschstren und Geiäihe schütze vor Vernlckiung von Leben und Eigenthum. sondern die sachkundige und verständige Anwendung und Behandlung derselben, nicht in einer übergroßen Anzahl hilfsbereiter Männer liege bie ©eiDäbr für bte ^bö,nb“nfl Feuersgefahr, sondern in der DiScipltn und Schulung derselben, und um diese Schulung zu erreichen, fei die Schaffung einer Bürgerfeuerwehr anzustreben Wenn nun von Setten her Behörden daran gegangen würde, diese Institution inS Leben zu rufen, wenn zur Heranziehung Aller zum Feuerlöschdienste die Behörden gesetzliche Mittel in Anwenoung bringen, so sei dies nicht als eine Belästigung, Q18 ein Druck aus den EimeOien anzusehen, sondern nur alS eine Mahnung an b«e Pfl cht, dem Neben- menschen in Zeiten der Feuersnoth beizustehen. Je nachdrücklicher eine Gemeinde auf die Erfüllung dieser Pflicht dringe, desto größere Sicherhett schafft sie sür ihre Gemeinde- Anaebörigem Allerdings erwachse neben unb burch Errichtung einer Pflichtfeuerwehr, namentlich so lange sich dieselbe im ersten Stadium der Entwickttlng beftnbet, der Gemeindebehörde eine nicht zu unterschätzende Arbettsvermehrung in Bezug auf Cmrtrole der Wehrpflichtigen, Eintritt neuer, Abgang alter Mannschaft, Eintheilung der Mann- fckait in Bezirke und Sectionen und namentlich auch die Prüfung von allerhand und jedenfalls zahlreich einlaufenden Reclamationen wegen Befreiung vom Dienste in der Lflicktfeuerwehr. Allein dteS Alles dürfe nicht verhindern, durch Schaffung einer festen Organisation das Möglichste aufzubieten im Interesse der Sicherheit der Etnwohner- schast. Nachdem Redner noch der nunmehr fertiggeftellten Wasserleitung Erwähnung gethan und dieselbe als einen wesentlichen Fortschritt in der Verbesserung der Losch- einrichtungen bezeichnet, trug er noch feine Ideen vor m Bezug auf die zu erlassende Feuerwehr-Ordnung und die in einer solchen hauptsächlich zu berücksichtigenden Bestimmungen über Eintheilung der Feuerwehr (Pflicht- und freiwillige Feuerwehr Privat- und Fabrikfeuerwehren); Bildung der Pf licht feuer wehr (Stärke derselben m Bezug auf Mannschaftszahl rc.), Dienstpflicht (Dauer derselben), Aushebung resp Ausloosung der Mannschaften; Befreiung von der Dienstpflicht (Angabe derjenigen Personen, welche auf Grund zu treffender Be- sttmmunaen hinsichtlich ihres Standes und Erwerbes vom Dienste in der Pflichtfeuerwehr zu befreien sind), innere Organisation der Pflicht feuer mehr (Eintheilung der Mannschaft in Spritzensectionen, Bergungs- und Wachabthetlungen, Darmstadt, 31. Januar. sPostpersonalnachrichten.j 1. Angestellt ist der Postassistent Mehring in Gedern als Postverwalter. 2. Versetzt sind der Ober-Postassiftent Bünsche von Bensheim nach Osthofen und der Telegraphenassiftent Werner von Osthofen nach Mainz. Handel und Vergebe. Gießen, den 2. Februar. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund JL 0.80—1.00, Hühnereier per Stück. 6—7 H, Enteneier per Stück 8—0 H, Gänseeier per Stck. 12—00 Käse Stck. 5—9 H, Käsematte 3 Erbsen per Liter 20 Linsen 30 Tauben per Paar 80—100 \ Hühner per Stück .X 0.90—2.00, Hahnen per Stück 0.70—1.50, Enten per Stück ak 200—2.20, Ochsenfleisch per Pfund 66—70 Kuh- und Rindfleisch 50—60 H, Kalbfleisch 46—dO Schweinefleisch 60—00 Hammelfleisch 60—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 3.50—4.00, Milch per Liter 13—18 Gänse per Pfd. 44—50, Zwiebeln per Ctr. Jk 9—00, Weißkraut per Hundert Jk 5—8. Allgemeiner Anzeiger. Vetr.: die Stellung der Rechnung der Stadt Gießen für 1882/3. Die Rechnung der Stadt Gießen für das Jahr 1882/83 nebst Verwaltungsrechenschaftsbericht liegt während acht Tagen zur Einsicht jedes Be- theiligten auf dem Bürgermeisterbureau offen. Gießen, den 1. Februar 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 783 Bekanntmachung. Die Schulgelder für die höhere und erweiterte Mädchenschule, sowie Stadtknaben- und Stadtmädchenschule pro HL Quartal 1883/84 — October bis Dezember — können innerhalb 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden. Das Schulgeld beträgt von einem Kinde: a. für die höhere Mädchenschule: 1. in der Klaffe I und II = 18 b. für die erweiterte Mädchenschule 10 Mk. Bei dem Besuche dieser beiden Schulen durch mehrere Kinder derselben Eltern ermäßigt sich das Schulgeld für das zweite Kind «uf zwei Drittel, für das dritte und jedes folgende aus die Hälfte des für ein einzelnes Kind zu zahlenden Betrages. c. Für die Stadtknaben- und Stadtmädchen-Schule 1 Mk. Bei dem Besuche dieser Schule ermäßigt sich das Schulgeld beim zweiten Kind aus drei Viertel, beim dritten und folgenden auf die Hälfte des für ein einzelnes Kind zu zahlenden Betrages. Gießen, den 2. Februar 1884. Der Stadtrentmeister: 781 EnderS. Die rückständigen Pachtgelder können nur noch bis zum 10. l. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, am 1. Februar 1884. Der Kirchenrechner: 799_____________Döring.____ "Nachbezeichnete Grundstücke der H. M Jughardt Eheleute sind unter günstigen Zahlungsbedingungen zu verkaufen eventl. auch zu verpachten. Nr. 261 = 4912 lUMtr. Acker am Wißmarer Weg. Nr. 269 = 7723 lUMtr. Acker, stößt auf den Krofdorfer Weg. 767 318 Klstr. Acker auf dem Sand. Freitag den 8. Februar, Vormittags 9 Uhr, lassen die Erben des Karl Gerhard II. z. Einhorn in Steinbach Heu, Grummet und Stroh aller Art, sowie eine Quantität Fässer, ferner 2 Wagen und sonstige Oeconomiegeräthschasten, 1 Fegmühle, 1 Schrotmühle, 1 Kelter, 1 Bütte (über 4000 L haltend) sowie 1 Kassaschrank und sonstige Hausmobilien versteigern. 768 792 Ein nicht zu großer Garten zu pachten gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. Samstag drn 8. Mär), Vormittags 11 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Immobilien des Johannes Schleuning: Flur Mtr. 1/1070,5 288 Hosraithe in der Wehsteingasse, XVI/50 1362 Acker aus der Hohleiche, XXIIl/71 1488 Acker am Schlangenzahl, auf den Aulweg, XXIV/223 2450 Acker hinter demStein- baum, XXIV/224 2694 Acker daselbst, XXIV/242 1319 Acker daselbst, 243 244,5 XXIV/298 2231 Acker daselbst, XXIV/249 2450 Acker daselbst, XXV/88 1950 Acker auf der Warthe, XXV/90 3188 Acker daselbst, XXV111/43 3963 Acker im Altenfeld, aufs Bruch, XXVII1/44 1962 Acker daselbst, XXVII1/49 1887 Acker daselbst, XXVIII/5U 1600 Acker daselbst, XXV1H/51 1594 Acker daselbst, XXVHI/169,3 1840 Acker zwischen dem Sand- u. Erdkauterweg, XXVIII/170,3 1822 Acker daselbst, XXVlll/170,5 233 Acker daselbst, XXVIII/176,3 2756 Acker daselbst, XXViii/171,5 108 Acker daselbst, XXV111/200 2262 Acker auf den 20 Morgen XXVI11/201 2475 Acker daselbst, XXVIIi;202,3 287 Acker daselbst, XXVII1/202.S 412 Acker daselbst, XXVHl/213 1575 Acker daselbst, XXVill/204,3 1569 Acker daselbst, XXVIII 205,3 2362 Acker daselbst, XX1X/90 2137 Acker am Ohlenberg, XXIX/91 1082 Acker daselbst, XX1X/92 2004 Acker daselbst, XXIX/93,3 1590 Acker daselbst, XXIX/94 2975 Acker daselbst, XXIX/95 2400 Acker daselbst, XXIX/H3 3288 Acker am Erdkauterweg rechts, XXIX/115 1900 Acker am Ohlenberg, XXX/49 1769 Acker in der Oberau, XXX/155 1875 Acker über den Erdkauterweg, XXX/15G 1875 Acker daselbst, XXX, 159 2694 Acker daselbst, XXX/180 1400 Acker daselbst, XXX 186,9 696 Oedung daselbst, XXXl/10 3938 Acker am Grümnger- Pfad, XXXI/10 3856 Acker daselbst, XXX118 >4.5244 Acker daselbst, 1 8371 XXXI/151-1533237 >Acker daselbst, 1219| Flur XXXI/154 bis 156,3 XXXII/140 XXXII/141 XXXI11/63 XXXIH/64 XXXIII/65 XXXIII/223 XXXIII,224 XXXIII 2^5 XLI/64 65,3 XXXIX/60 XXXIX/61 Mtr. 7941 3112^Acker daselbst, 1169) 3062 Wiese auf dem Leise- heid, 1944 Acker daselbst, 2669 Acker am Altenfeld, 1287 Acker daselbst, 1288 Acker daselbst, 537 Acker am Nahrungsberg, 538 Acker daselbst, 512 Acker daselbst, 1213 Acker daselbst, 1437 Acker am Warthweg, 750 Acker Hinterm Wall- brunn, 756 Acker daselbst, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 2. Februar 1884. Großberzogliches Ortsgericht. 797 Müller. Holzversteigerung im Schrrtzbezirk Dorf-Gill. In dem Fürstlichen Wald-District Lange- Wald bei Dorf-Gill kommen Montag den 11. Februar d. I., Morgens 10 Uhr, zur öffentlichen Versteigening: 57 Eichen-Stämme — 34,45 Festtw, 29 Rm. Buchen-Scheitholz, 56 „ Erchen-Prügelholz, 34 „ Buchen- „ 775 Stück Eichen-Wellen, 1020 „ Buchen- „ 75 „ gemischte „ 26 Rm. Stockholz. Griedel, den 31. Januar 1884. Fürstliches Rentamt Griedel. Düringer. 777 Aeikgeöotenes. SeideBsammet-Rester farbige u. schwarze sind wieder in Stücken ä 5, 10, 15, 20, 30 H eingetroffen. 787________Auguste Friesse. Dr. Pattison’s Gichtwatte, beftrS .Heilmittel gegen ©ieht und NheumatiSmen aller Art, als: Gesichts-. Brust-, Hals-mit Zahnschmerzen, Kopf-, Hand- und Fußgicht. Gliederreißen, Rücken- und Lendenwed. -In Packeten zu 1 M. und halben zu 50 P. bei 776 Heinrich Wallach. Carlsbader M?, Meersalz, C. M. BuUrichs Uni- oersal-Keinigungssalz, Naphtalin, billigstes und wirksamstes Mittel gegen Motten, 771 empfiehlt Friedrich Leo. Ich versende franco nach jeder Poststation des Deutschen Reiches gegen Postnachnahme: 1 Fäßchen (mit eisernen Bändern) enthaltend 4 Liter feinsten alten Ä‘r Kornbrannt- von vorzüglicher Qualität lV£in für Mark 4. Kornbranntwein-Brennerei von Robert Bockemüller, 770 Hasselfelde bei Nordhausen. TheÄcrgsrderobe für Damen! passend für Maskenbälle, billig 4U verkaufen bei 782 Wittwe Rohde, Schützenstr.17.^ 801 Eine noch neue Nähmaschine, „Singer", ist veränderungshalbcr zum Preise von 80 X zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl.___________ .9 ÖOxeßfiartm