>im?r§NL6. WSTi'Sn Koch. *$SS4' V^Sss^ ««laiitij^-ii, Site- 8SL--L.- lmmtt '^M-th-n. ■TgÄSSk <■ nun k'u®e«sR 1ÄÄ^«K fetter gaffe 3 .., “f? ru ver- -----3«U Buch, rden ~ ß 1 w»,t 1« m- ' dieuenchaue. ie Anzeigm, intalofc Familie sucht gj ln der Exped. d. Bl. ^er Bursche^Mchn- ehen kann und Ackerbau W tzmil Lotz, ‘erMt® ' gefärbt und zu iahüten r/er Dorratfiifl. SelterSweg 22. in in bester tenbacWs des, schön itetes hslocal I, Kegel- lillard & 1 wird ein r, cautions- Wirth M n befördert J51 Rudolf , Frank- U__ s*KS «S*Ä 'S SS®1 erbittet man unter L-L- Bl, zu rMn^--- 6281 .1L *eT ’*'!**■ T-n-X" U*fr$v' WS-^ MmH' TW 230 Donnerstag den 2 October 188£ ießmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint ILgtlich mit SKrSnahme beS MontckgK. günreant Schulstraße 7. Prei- vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerlehn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. Politische Ueberstcht. Gießen, 1. October. In der deutschen Colonial-Bewegungist eine neue bedeutsame und zugleich erfreuliche Nachricht zu verzeichnen. Aus specielle Zuladung des Reichskanzlers waren, wie bekannt, in den letzten Tagen die hauptsächlichsten Vertreter derjenigen Hamburger Firmen in Friedrichsruhe versammelt, welche am meisten am Handel mit West-Asrika betheiligt sind- Der leitende Staats- mann wollte die Ansichten der betr. Herren über die Regelung der Verhältnisse der deutschen Niederlaffungen in West-Asrika kennen lernen, was beweist, daß Fürst Bismarck die Colonial-Frage nicht vom grünen Tisch aus, sondern im Einverständniß mit den zur Beurtheilung dieser Angelegenheit am competentesten erscheinenden Persönlichkeiten regeln will. Gleichzeitig wird osficiöserseits berichtet, daß mit England wie mit Frankreich Verhandlungen schweben, welche die künftige Gestaltung der nachbarlichen Beziehungen Deutschlands an der west- afrikanischen Küste betreffen und die gegründete Aussicht aus eine sreundschast- liche Verständigung über etwa mögliche Streitpunkte haben. Zur Wahrung der colonialen Interessen Deutschlands wird übrigens in den. nächsten Tagen em Geschwader unter dem Commando des Contre-Admirals Knorr nach West-Afrika abgehen. Dasselbe besteht aus den Panzer-Corvetten „Bismarck", „Gneisenau und „Olga", sowie der Glattdecks - Corvette „Ariadne." Commodore Knorr will seine Flagge auf dem „Bismarck" hissen. Die osftcielle Abberufung des gegenwärtigen deutschen Botschafters am Londoner Hose, des Grasen Münster, scheint nun doch m nächster Zeit erfolgen zu sollen. Bekanntlich ist Gras Herbert Bismarck, der ältere Sohn des Kanzlers, für diesen Posten designirt und würde es natürlich doppelt interessant sein, unter den gegenwärtigen Verhältnissen Deutschland am Hofe von St. James durch eine dem Fürsten Bismarck so „nahestehende". Persönlichkeit vertreten zu sehen. Der „Standard" behandelt dieses Thema in einem Artikel, in welchem es u. A. heißt, daß die Ernennung des Grafen Herbert Bismarck zum Nachfolger des Grafen Münster eher als ein Beweis des Wohlwollens, als irgend eines anderen Gefühles des Reichskanzlers gegen England zu betrachten sei. Die Befriedigung, mit welcher alle vernünftigen Menschen die Einigung Deutschlands unter dem Hause Hohenzollern betrachteten, sei von der großen Mehrzahl der Engländer gleichmäßig empfunden worden, und selbst der Mangel an Herzlichkeit, der hin und wieder die Beziehungen zwischen der gegen- wärtigen englischen Regierung und dem Fürsten Bismarck charaktenstrte, habe zu keiner Zeit den Strom der in England bem deutschen Volke gegenüber herrschenden Sympathie abzulenken vermocht. Glücklicherweise habe es niemals einen wirklich schwierigen Gegenstand der Controverse zwischen den beiden Nationen gegeben, und selbst wenn einer entstehen sollte, würde er von der gesunden Vernunft derselben rasch beseitigt werden. Die Ausgabe des Grafen Herbert Bismarck werde daher keine schwierige sein und werde er nur jene Beziehungen der Freimüthigkeit und gegenseitigen Achtung, die zwischen den zwei Völkern lange bestanden haben, zu erneuern und fortzusetzen haben. Die gemeinsame Note der Großmächte in Sachen des Staatsstreiches der Northbrook-Nubar'schen Finanz-Weisheit ist so scharf wie möglich. Wenn so kräftig aus das Pult geklopft wird, muß auch eine andere Tonart beginnen. Natürlich erwartet man gar nichts vom Khedive und seinen Ministern, sondern Alles von Northbrook und Gladstone. Die Mächte werden im Voraus gewußt haben, daß, wie ein Telegramm aus Kairo meldet, der Vicekönig einfach den Empfang der Note bestätigen will, und in London wird man im Voraus darüber klar gewesen sein, was daraus folgt. Daß es in letzter Stunde noch gelingen sollte, außer dem Sultan irgend eine Macht gegen Europa auszuspielen, ist von Haus aus undenkbar. Gerade Rußland, auf dessen Sympathien Mr. Gladstone zu zählen pflegt, ist am weitesten gegangen und hat sich, außer in Kairo, auch in London über das neueste Stücklein der anglo-egyptischen Finanzkunst beschwert, und das ist deutlich. Daß die Mächte nicht gesonnen sind, bei einem formalen Protest stehen zu bleiben, geht aus der Meldung hervor, nach welcher der egyptische Finanzminister von dem internationalen Gerichtshöfe zu Kairo zur Verantwortung gezogen werden soll. Vielleicht ist diese den Mächten zugeschriebene Absicht mit der Anlaß zu der Conserenz gewesen, welche am Samstag in Sachen der finanziellen Angelegenheiten Egyptens in Kairo stattgefunden hat und welcher Lord Northbrook, der englische General-Consul Baring, der Ministerpräsident Nubar Pascha, der Finanzminister Mustapha Pascha Fehmy und ver Generalsecretär der Finanzen, Blum Pascha, beiwohnten. In die französische Flotten-Action an der chinesischen Küste wird demnächst wieder mehr Leben kommen. Admiral Courbet hat die erwarteten Verstärkungen an Landungs-Truppen aus Tongking und Saigon erhalten An die Groftherroalichen Bürgermeistereien des Bezirks. $tei8 x M Xt »MoÄÄÄ »Ä »«Ä in g°eignttttWeile AnnMch geben wofcn.Großherzvgliches Rentamt Gießen. und gedenkt zunächst gegen Keelung auf der Insel Formosa vorzugehen und die Stadt, sowie die in der Nähe liegenden reichen Kohlengruben zu besetzen. Der Marineminister Peyron erwartet die Meldung von der Ausführung dieser Ope- ration noch im Lause dieser Woche. Frankreich sei alsdann, schreibt das „Journal de Paris", im Besitze eines Pfandes, dessen Werth den Betrag der von ihm geforderten Entschädigung übersteige und werde die Ausführung des Vertrages von Tientsin ruhig abwarten können. Seit vorigen Samstag residiren Kaiser Alexander und seine Gemahlin wieder in Peterhos und hat somit die Reise der rupft chen Majestäten nach Polen ihren Abschluß gefunden. Welche Wirkung der längere Aufenthalt derselben in Polen auf die Bevölkerung Polens und speaell auf die der Hauptstadt Warschau ausgeübt hat, bleibt noch abzuwarten. Dem äußeren Anschein nach zu urtheilen, hat dieser Besuch das russische Kaiserpaar den Harzen seiner polnischen Untertanen näher gebracht, da dasselbe überall, wo es sich auch in Warschau zeigen mochte, von der Einwohnerschaft entschieden sympathisch begrüßt worden ist. Erfreulicher Weise hat man nicht das Geringste von Attentats-Versuchen gehört; der ungemein zahlreiche polizeiliche Apparat, welcher namentlich in Warschau anläßlich der Anwesenheit der russischen Majestäten entfaltet wurde, macht es allerdings einigermaßen erklärlich, daß verbrecherische Versuche nach der angedeuteten Richtung unterblieben sind. Die Ausweisung von sechs Anarchisten aus der Schweiz beweist, daß der Schweizer Bundesrath den Mißbrauch des Asylrechts der Eidgenossenschaft durch anarchistische Verschwörer-Banden nicht länger dulden will. Europa kann bei dem Gedanken, daß die „Propaganda der That" ihrer hauptsächlichsten Freistatt im Herzen des Erdthells verlustig gegangen ist, erleichtert aufathmen. . „ Der Aufenthalt des österreichischen Kronprinzen-Paares in Sinaja, der reizend am südlichen Abhangs der Karpathen gelegenen Sommer» Residenz des rumänischen Herrscherpaares hat wieder einmal in ectatantec Wesse die Herzlichkeit der Beziehungen zwischen dem Wiener und dem Bukarester Hofe gezeigt. Kronprinz Rudolf unv seine Gemahlin haben sich in Sinaja Seitens der rumänischen Majestäten des wärmsten Empfanges zu erfreuen gehabt und trug der Verkehr derselben mit ihren hohen Gästen den Charakter größter Herz- lichkeit. Am Samstag Abend sand zu Ehren der letzteren inl Srna,a em Galadiner statt, an welches sich ein F-ckelzug und großer Zapfenstreich schloß Am Sonntag Vormittag führten zwei Jägerbataillone vor dein König und dem Kronprinzen Rudolf Exercitien im Jener aus. Am Nachmittag reisten tue rumänischen Majestäten mit ihren Gästen nach Predeal ab Die türkische Regierung hat ihren Schiffspostoienst zwischen Konstantinopel und Varna wieder eingestellt, da die türkischen Postdampfer tn letzterer Stadt stets den Anschluß an den Expreßzua nach Wien und Pans versäumten.____________ . ___ Darmstadt, 30. September. Durch Verfügung vom 17. d. Mts. wurde der Gerichtsaeeessist Georg Olt in Groß-Umstadt zum Amtsanwalt bet den Großh. Amtsgerichten Groß-Umstadt, Höchst, Michelstadt und Reinheim mit dem Sitze in Groß-Umstadt, und der Gerichtsaeeessist Emil s ch l app in Gießen zum Amtsanwalt bei den Großh. Amtsgerichten Bmgen, Ober-Ingelheim und Wöllstein mit dem Sitze in Bingen bestellt. Darmstadt, 30. Septbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 24) enthält: , .. „ „ „ . „ ,, 1. Bekanntmachung Großh. Staatsminlstermms, die Bestellung der Wahl- eornmissäre für die Wahlen der Abgeordneten zum deutschen Reichstage betr Zur Leitung der am 28. Oetober l. I«. stattfindenden Wahlen der Ab- geordneten zum deutschen Reichstage find auf Grund der Bestimmung des § 24 des Reglements vom 28. Mai 1870 - Bundesgesetzblatt Nr. 17 - folgende Wahlcommissäre bestellt worden: , . f ~ * für den 1. Wahlkreis: der Großh. Provmzial-Director Dr. Boek- mann in Gießen, für den 2. Wahlkreis: der Großh. Kreisath Dr. Braden m sür^den^. Wahlkreis: der Großh. Kreisrath Hofsmann in Alsfeld, für den 4. Wahlkreis: der Großh. Provmzial-Director v. Mar- quarb in Darmstadt, r für den 5. Wahlkreis: der Großh. Kreisrath Hallwachs m Ossenbach, für den 6. Wahlkreis: der Großh. Kreisrath Dr. Usinger m für^den ^"Wahlkreis: der Großh. Kreisrath Freiherr v. Gagern fü/den^8^'ahlkreis: der Großh. Kreisrath Spam er in Bingen, für den 9. Wahlkreis: der Großh. Provinzial - Director Küchler in Mainz. Es wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. 2. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, den Vorbereitungsdienst uno die Prüfung der Gerichtsschreiber und GerrchtSvoll- zieher betreffend. Nachdem auf Grund der 9 u. 27 der Bekanntmachung vom 10. Mai 1880, den Vorbereitungsdienst und die Prüfung der Gerichtsschreiber und Gerichtsvollzieher betreffend, der Landgerichts-Director bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg Wilhelm Köhler an Stelle des zum Landgerichts-Präsidenten ernannten Landgerichts-Directors Machenhauer zum Vorsttzenden und der Landgerichtsrath Dr. Friedrich Kritzler an Stelle des zum Lanndgerichts- Director ernannten Landgerichtsraths Weyland zum Mttgliede der Commission zur Prüfung der Aspiranten zum Gerichtsschreiber- und Gerichtsvollzieher- Dienste am Sitze des Landgerichts der Provinz Starkenburg bestellt worden sind, so wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. 3. Bekanntmachung Großh. Provinzialdirection Rheinhessen, die Offenlegung des Schifffahrtswegs im Rhein längs der Stadt Bingen betreffend. (Schluß folgt.) Telegraphische Depesche«. Wolff'ö UUet* «orrssporrdem-BVLrau. Berlin, 30. September. Anläßlich des Geburtstags Ihrer Majestät der Kaiserin sind alle öffentlichen und v ele Prtoatgebäude festlich beflaggt- Die Insassen der Hospiraler und Wohltdättgketttzanstalten wurden Mittags fest! ch bewirthtt. Die Theater feiern den Tag durch Festprologe. Wien, 30. September. Der Kaiser ist um 4 Uhr Morgens aus Gödöllö hier eingetroffea, empfing um 6 Uhr auf dem Penzinger Bahnhöfe den Prinzen Leopold von Bayern und begab sich um 8 Uhr in der Uniform eines preußischen Garderegt- ments zur Begrüßung des Königs von Sachsen und des Prinzen Wilhelm von Preußen nach dem Nordwestbahnhofe, woselbst eine Ehrencompagnie aufgestellt war. Zum Empfang waren anwesend: Der deutsche Botschafter, der M>l-tä attache. der deutsche Generalconsul, der sächsische Gesandte, der Landescommandirende, der Statthalter und mehrere andere hervorragende Persönlichkeiten. Nach herzlicher Begrüßung geleitete der Kaiser feine hohen Gäste nach Schönbrunn. Prag, 30. September. In Beantwortung der vom Abg. Dr. Knoll wegen Bebrobungen und Gewaltthäi'gkeiten von Czechen gegen Deutsche am 22. d. M- ein- gebrachten Interpellation wies der Statthalter in der heutigen LandtagSsttzung zunächst darauf hin, daß für den Landesschulrath nur der Wortlaut des Gesetzes maßgebend fein könne und daß die strikte Beobachtung des G setzwortlautes durch kompetente höhere Entscheidung nachgewtesen sei. Er habe seinerseits bet jedem Anlasse die größte Objektivität beobachtet. Der Statthalter gab darauf eine aktrnmäßige Darstellung der Vorgänge, die sich bet den verschiedenen vom Interpellanten erwährten Festen zuge- tragen haben und wies daraus nach, daß auch von den Bebo den unzweifelhaft mit voller Object.vität verfahren worden sei. Wenn vereinzelte Fälle von nationalen Aus- schrettungen vorgekommen seien, so könne er nur wiederholen, daß er dieselben, mögen sie von der einen oder andern Naton ausgehen, tief b'klage und verurthetle, und daß er nicht Ermangeln werde, derlei Ausschreitungen Überall entschieden entgegenzutreten. Die Behörden seien den ihnen obliegenden Verpflichtungen in vollem Umfange nach« gekommen und stets bemüht, alle das nationale (Gebiet streifende Angelegenheiten von vollständig gleichen Gesichtspunkten aus zu behandeln. Dieses Verhalten entspreche der eine Verständigung beider Nationalitäten vor allem Anbeginn anstrebenden Regier- ungSrtchtung und werde die Regierung an solcher Verständigung beider Nationalitäten unter Wahrung ihr r Gleichberechtigung unentwegt festhaltln. London, 30. September. Graf Herbert Bismarck machte vorgestern am Hoflager der Königin von Balmoral einen Besuch und wurde dabet von der Königin zur Tafel gezogen. . — Der zum Botschafter in Berlin ernannte, bisherige englische Gesandte in Brüssel, Malet, ist von Balmoral, wo er einige Tage als Gast der Königin verweilt hatte, hierher zurückgekehrt und begibt sich unverweilt nach Berlin. — Nach einer Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Mozambique bricht eine Expedition in nächster Zeit von Serpa Ptri'o auf, um das Land zwischen Mozambique und Nyassa zu erforschen- Es heißt, die Expedition werde auch via Tanganyka nach Congo gehen. Dieselbe nimmt als Begleitung 100 Zulus und 250 Träger mit. Rom, 30. September. In Genua, Spezz'.a und Neapel nimmt die Cholera beständig ab. Es heißt, daß dem Generalockar für die Diöcese Rom, Cardinal Parrochi, nunmehr der Eintritt in das Ctvilhospital gestattet werden wird, nachdem ihm derselbe gestern in das M'litärhospital gewährt worden war. Wie verlautet, wird die staatliche Behörde vor Eröffnung des vatikanischen Cholerahospitals verlangen, daß ein neuer Abzugskanal gebaut werde. Genua, 30. September. Der Ackerbaumintster Grimaldi traf gestern Nachmittag hier ein und begab sich sofort in das an der Mündung des Bisagno gelegene Cholerahospttal- Porderrone, 30. September. Der König ist gestern Abend nach Monza abgeretn. Kairo, 30. September. (Teleqramm deS Reuter'schen Bnreaus.) Es heißt, daß Northbrook seine Mission zu Ende October beendet haben und dann nach England zurückkebren werde. Mexiko, 30. September. @ ne Wasserhose, die bei Vachuca niederging, zerstörte eine Amalqamafabrtk, wöbet 30 Personen ihr Leben etvbüßten, auch ist dabet eine bedeutende Quantität Silber verloren gegangen. Moskau, 30. September. Bezüglich des Zwischenfalls bei der Jubiläumsfeier der Universität Kiew theilt die „Moskauer Zeitung" auf Grund authentischer Informationen folgendes mit: Der Rector der Universität habe keineswegs die Studenten von der Feier ausgeschlossen, sich vielmehr bemüht, dieselben zur Thetlnahme an der Feier zu bewegen, bis die Studenten, von Außen her angestiftet, Anforderungen stellten, welchen der Rector nicht hätte entsprechen können; trotzdem hätten die Studenten unbeschrankt Zutrittskarten zu dem Festaktus erhalten, allein die die Studenten beeinflussenden Rädelsführer hätten mittelst Proclamattonen erklärt, daß die Karten ungilttg seien und hatten den Studenten die Theilnahme am offictellen Festprogramm untersagt. Wenn irgend welche Unregelmäßigkeit seitens der Untversitätsbehörden vorgekommen, KL, "digltch die gewesen, daß im Festprogramm ein specielles Studentenfest in Aussicht genommen gewesen, welches Unterhandlungen zwischen dem Rector und jenen Studenten veranlaßte, die als Vertreter der Studentenschaft auftraten. 8 p f a l t <♦ Kietzen, 1. October. SchwurgerichtSverhanblung am 30. September Legen Johannes Troll er von Angenrod wegen Bankerutts. Derselbe war beschuldigt: daß er in dem über den Nachlaß des Schreinermeisters Bernhard Jungk von Angenrod eröffneten Concursverfahren am 18. September 1883 in dem vor Iroßh. Amtsgericht Alsfeld stattgefundenen Prüfungstermine eine erdichtete Fordelung im eigenen N'men geltend gemacht habe, um sich oder einem Anderen Vermögensvortheil zu verschaffen- G-sch.worenm vern-,n!-n die denselben norg-I-et- Schuldfroge und wurde Tröller demgemäß von Strafe und Kosten freigesprochen. ~ ??"ter.l Der gestern zur Ausgabe gelangte Prospect der Theater- Directton zeigt ein immerhin stattliches Personal und verspricht uns auch eine Menge interessanter Novitäten von anerkannten Autoren, die hier noch nicht aufgeführt worden sind. Mtt einer dieser Novitäten wird der Anfang gemacht, mit „Die Sorglosen" dem neuesten Lustspiel von Ad. L'Arronge, dem bekannten Verfasser von „Mein Leopold" „Hasemanns Tochter" rc. Ueber die erste Aufführung dieses Lustspiels am Stadttheater in Hanau wird uns ein Bericht des „Hanauer Anzeiger" mitgethetlt, den wir hier theilweise wiedergeben: „Das Stück ist ein echtes, unverkennbares Kind der L'Arronge'schen Muse, in dem sich die bekannten Vorzüge des Dichters nicht verleugnen: die gebildete Sprache, die stete und berechnete Abwechselung von Scherz und Ernst — und vor All-m die genaue Kenntniß des Bühneneffects. Fehlt es dem Stück natürlich nicht an erheiternden und urkomischen Scenen, so find auch namentlich die Aktschlüffe von großer Wirkung. Am Schluß des ersten Aktes geräth das biedere türk sche Ehepaar in Streit und gibt seinen Gefühlen in türkischer Sprache energischen Ausdruck, während der gute sächsische Strumpfwaarenfabrikant sich efnbilbet, es würde ihm zu Gefallen eine harmlose türkische Conversation geführt. Noch cffectvoller ist der zweite Aktschluß, wo der alte Sturzbacher — der sich in dem bewegten Leben der Großstadt trefflich amüfirt und „in einer guten Schule tfl" — feine Gattin mit einem Telegramm täuschen will, durch das ihn sein Freund Lamprecht zu einem geschäftlichen Rendezvous einladet, während sie soeben angekommen ist, um ibn über den plötzlich TagS vorher erfolgten, ihm aber unbekannt gebliebenen Tod dieses Freundes zu trösten. Der dritte Aktschluß brmgt uns neben der Entlarvung des türkischen Ehepaares das übliche Schluß-Ergebniß der Komödien, die Vereinigung des Liebespaares Paula Hoffmann und Assessor v. Eichmann, zweier prächtig gezeichneter Charaktere. Unzweifelhaft wird die Novität viele Wiederholungen erleben.* In Betreff des ersten Gegenstandes der Tagesordnung, Klage deS Orts- F*£CnlCrbanbc?t S?orr!??nb gegen den Ortsarmenverband Brauers schwend wegen Unterstützung des Heinrich Kirschbaum wurde die Vernehmung weiterer Zeugen beschlossen. uroe Ole Die Klagen deS OrtSarmenverbandes Frankfurt a.M. aeaen den 56nDcVab« Londorf wegen Unterstützung der Eltsabethe Korbächer und des Ortsarmenoerbandes Frteoberg gegen den Ortsarmenverband Kloppenheim wegen Unterstützung des (SJenrn ihret®rlebt0un0^Pl)en öbcr bic erfolgte Befriedigung der Kläger In Sachen des Ortsarmenoerbandes Lißberg gegen den Orts- armenuerbanb Selters wegen Unterstützung der Maria Becker entsckied der Provinzialausschuß in Erwägung, 0 ' -oeaer entschied Beklagter nicht in Abrede stellt, daß Maria Becker ihren UnterstützungS- wobnsitz zu Selters habe und nur behauptet, er sei nicht schuldig, die erwachsenen fd?on 9- Februar I. I. an zu übernehmen, sondern erst vom Tage der von blaßten an $öcrbrmßUnß Kindes nach SelterS in die eigene Verpflegung des smba? ^fla0ter °?erdings nicht verpflichtet ist, die Kosten für die Verpflegung bet Maria Becker von dem Tage an zu ersetzen, an welchem die Großeltern dieses Kindes die Verpflegung dcsselben übernommen haben, dem 27. Februar, sondern erst dem Tage an, an welchem die Großeltern den Ersatz dieser Kosten von dem Kläger - tWr ;«ar Anil^ mit Diese das jßit äh S.8Ä". rsfiö UänUÄai ötaalSanmaltS 8®8 Befreiung eines Gesa vor 1 ilhr zog der i DaS Urtdeii lautste wtgm Widerstandes firafe von 3000 A 10 -L ein Tag Ge Sofien der Untnsuch - Für die Kartosseln nach beni mrsohlrn, die Kell Hai zu dicsem ßwcc Oessnuvgm vollstar Lchwisst zu verbre, in Brand zu brinj förmige schwckl'ge Raumes durchdring Keller, in denen f Art gereinigt werde: - Wer die suche ouBgeW btl Men^it der Luft war in trockener Luft keil gesWgiku Luit, dir Msistadien, schr mehr. Das Mrech eint künstliche Enis Msserverduustung. haft als die Ausben die Früchte, ohne zi den und ihr Gnuck frisches AuSsehm ui gesund. Gedrückte dielten sich ebenfalls haft, beförderte viel E M Montag den Ami» Satt, „ SBftr Otto, $ Dmerslsg in Nachmiit men auf dahiesi^ Immobilien des Ko Flur 1/1194 12 S statte in d Flur 1/1198 44 °uch ntJhj : 27. ^U»IMhMg?r«Wh- Intaeijm gül(otje ‘J weil der Aus- A bte Wegnahme der TOBdtern mit erheblichen «benon dem Beklagten tilcht in Betracht kommen igsdettag von 1.50 x btcn ist, I« btr WirpfltßMQ der Ml 5-an m erf^tn, Rattel zur Last tastm und von dem Be- ). xt a. M. gr^rr drv wurde n gegen den Orts- s Johannes Schott 8 Vertreter deS Beklagten nommeu Mediclnalrath )er relevante Theil des Oer ProvivzialMchoß s zu Friedberg, Großh. i desiev Entlassung auS . arbeitsfähigen Zustand Vertreter des Beklagten, rt des Johannes Schott adern nur tv das Ler- rnotniß von dem W den, wegen dessen Schott m in dem HoSpital za Schott, anstatt denselben einen Betrag zur Reise unzweifelhaft schuldig den Landarmenoerbanb । in verwerfen 'st, ' L Ortsarmenrerbavb gogeben. welche eine einheitliche und sachgemäße Feststellung der Art und deS Umfanges der otfentltdien Armenpflege verbürgen soll. Hiernach hat jeder Ortsarmenv.rband und jeder Landarmenverband ein Verzetchniß der von ihm tm Jahre 1885 unterftßöten Personen, sowie der Ursachen der Unterstützungsbedürft^kctt nach einem vorgeschriebenen Formulare zu führen. Die Einträge in dieses Verzeichniß haben sich auf jede Art der öffentlichen Unterstützung zu erstrecken, einerlei, ob dieselbe einmalig oder dauernd, in Geld oder Naturalien, in Kranken-, Waisen-, Arbetts- oder V^sorgungshäusern gewährt wird. Dagegen gilt die Gewährung von Zehr, und Reisegeld oder Nacht- nua'tter an DurÄreisende nicht als öffentliche Unterstützung. Ferner wird zwrschen Unterflßfcunfltn in offener und geschlossener Armenpflege, sowie zwischen selbstunter- Uüktm und^^ttunterstütztcn Personen unterschieden. B-t Angave deS UnterstützungS- aruudeS ist S ctaentltAe w r ltche Ursache, welche die UnterstützungSdedürftigkett ZÄ Äbat 3U iSitteln und in der Statistik zu wahren. Für jeden Unter, mitten mh-b eine Räblfarte nach bestimmtem Schema ausgeschrieben, für mehrfach Süfetef»Xm ieboS nur ein. Karte. Ein drittes Formular hat Nachweis über die sämmtltchen zu Zwecken der öffentlichen Armenpflege gemachten Ausgaben, und zwar nach den verschiedenen Arten der Unterstützung getrennt, zu enthalten: ein viertes Schema die Sttetttaketten aufzuführen, welche aus der Armenpflege entsprungen und mit anderen Armenoerbänden geführt worden sind nebst Angabe de« Streitbrtrags. Diese sämmtlcchen Aufnahmen der Verbände sind bis zum 15. Januar 1886 an die Grokb Centtalstelle für die LandeSftatistik und von letzterer bis zum 1. Jult 1886 an das kaiserlich statistische Amt nach Berlin zu schicken. Die KretSämter sollen sich bei ?er Ueberfcnbuna zugleich über die bei Erhebung der Statistik gesammelten Erfahrungen, sowie über die Gründe auffallender socialer Erscheinungen verbreiten. Wiesbaden, 26. September. Aus der heutigen Sitzung der Strafkammer heg Landgerichts meldet das „Wiesb. Tgbl.": „Vor einiger Zeit hatte das „Wiesbadener Tageblatt" Gelegenheit, zu berichten, wie in einer .lieblichen Maiennacht mehrere meist dem Militär stände angehörige junge Leute, die, wie Don Quixote seine ritterliche Tapferkeit an einer Schafheerde, ihren durch Wetngenutz erhöhten Muth an den Wiesbadener Gaslaternen nach Kräften zu erproben und die „Wllfter" aus ihrer Nachtruhe aufzurütteln nach Kräften bemüht waren, einigen Nachtwächtern tn o e Hände fielen und erst noch energischem Widerstand überwunden wurden. Wahrend die übrigen Thäter, die der Militärgerichtsbarkeit unterstellt sind, bereits abgeurtheilt worden, hatte sich der mitbetheiligte Cioilist, Dr. K. dahier, heute vor der Königlichen Strafkammer wegen „Widerstands gegen die Staatsgewalt" und „versuchter Bestechung zu verantworten. Bis um 12 Uhr dauerte die Zeugenvernehmung, worauf die Vlaidoyrrs des Herrn Staatsanwalts und des VertherdigerS des Angeschuldigten, des Herrn Justizraths und Rechtsanwalts Dr. Siebert, begannen. Der Antrag des Herrn Staatsanwalts ging dahin, den Angeschuldtyten wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu einer vierwöchentl'cheu Gefängnißstrafe, wegen versuchter Bestechung und Befreiung eines Gefangenen zu einer Geldstrafe von je 500 JL zu verurtheilen. Kurz vor 1 Uhr zog der Gerichtshof sich zu einer dreioiertelstündigen Berathung zurück. DaS Urtheil lautete: „Der Ar,geschuldigte wird wegen Bestechung in zwei Fällen und wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt ebenfalls in zwei Fällen zu einerGesammt- ftrafe üon 3000 JL verurtheilt, welcher im Nichtzahlungsfalle für je nicht gezahlte 10 JL ein Tag Gefängniß substttutrt wird. Außerdem fallen dem Angeklagten die Kosten der Untersuchung zur Last." t — Für die Kartoffelaufnehmezeit mag folgender Wink dienen: Damit die Kartoffeln nach dem Einbringen in die Keller nicht faulen oder schwarz werden, wird empfohlen, die Kellerräume zuvor mittelst schwefeliger Säure zu desinficiren. Man bat zu diesem Zwecke nur nölhig, in dem Keller, nachdem dessen Fenster und sonstige Oeffnungen vollständig verstopft worden sind, auf einem flachen SteMe eine Stang: Schwefel zu verbrennen oder in größeren Räumen auch an anderen Stellen A^^efel in Brand zu bringen, worauf man sich alsbald aus Dem Keller entfernt. Die gasförmige schwefelte Säure (das VerbrennungSproduct) wird dann die ganze Lust des Raumes durchdrungen und die Keime der FSulnitzerreger vernichten. Alle dumpfigen Keller, in Denen sich immer Schimmel- und Moderpilze vorfinden, sollten auf diese Art gereinigt werden. - Heber die beste Aufbewahrung des Winterobstes hat Sorauer einige Versuche ausgeführt, bei denen sich zunächst ergab, daß eine künstlich hervorgerufene größere Trockenheit der Lufr tn dem Aufbewahrungsräume nicht von Nutzen war. 'Allerdings war in trockener Luft die Schimmelbildung keine so allgemeine, wie in der mit Feuchtigkeit gesättigten Luft, dafür aber schrumpften die Aepfel mehr und durchliefen schneller die Reifestadien, schmeckten also in den späteren Monaten weniger süß und faulten mehr. DaS Abbrechen des Stieles scheint für die Consnvirung irrelevant zu fein; eine künstliche Entfernung des natürlichen WachSüberzugS der Aepfel befördert die Wasserverdunstung. Die Aufbewahrung tn Strobhäcksel erwies sich weniger vorthetl- Laft als die Aufbewahrung in lufttrockenem Sand. In dem Häcksel hielten sich zwar die Früchte, ohne zu faulen, aber sie schrumpften leichter als die frei im Keller liegenden und ihr Geruch wurde dumpfig. Im Sande behielten sie dagegen ein ungemein frisches Aussehen und einen guten Geschmack, sie verdunsteten wenig Wasser und biteben gesund. Gedrückte Exemplare, deren Schale und Wachsschtcht nicht verletzt wurde, hielten sich ebenfalls gut. Das Einwickeln in Setdenpapter erwies sich nicht vortbeil- haft, beförderte vielmehr die Schimmelbildung. (Landw. Cenirabl. f. d. Prov. Posen.) London, 26. September. Aus genau.r. Flinn, Klein-Linden. Müller. KSäij emp Rase und liefe: iP*en9,Äl «itb «t! Mitte öt Sadeiei ei ft. Psund H. Al 3« em in Meimtbä 22000 unter sehr mittler De «5? Är , u SN *aN uni 1189 Gieße^ M Mai f 6355 § 4 mit Nck"b derM-rbM! ist Jfi laufen. A" b. A- ti Fi Zm Hei Berre Bnabi v Bamt ( r zu den bi NB. E hüte in i gepreßt. Lo 1*. W inter iniintel in großartiger Auswahl neu eingetrossen. <8 S. Weimersheim Nachfolger. 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